Zusammenfassung
Thema des vorliegenden Beitrages ist der Einsatz österreichisch-ungarischer Soldaten im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkrieges. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung dieser Waffenhilfe als eine Maßnahme der Sympathiewerbung, um bei den osmanischen Eliten und der Bevölkerung wirtschaftlich und kulturell Einfluss gewinnen zu können. Begleitet waren diese Bemühungen von einer scharfen Distanzierung gegenüber dem Deutschen Reich, das mitten im Bündniskrieg wie ein gegnerischer Konkurrent behandelt wurde. Auf Grundlage von Militärakten und Selbstzeugnissen arbeitet der Beitrag heraus, wie die Habsburgermonarchie zum Erreichen dieses Zieles ihren Charakter als ethnisch, kulturell, religiös und sprachlich heterogenes Vielvölkerreich bewusst nutzte und sich als Modell für das Osmanische Reich präsentierte. Im Ergebnis sucht der Aufsatz zu zeigen, dass die Soldaten der österreichischungarischen Armee, darunter auch Levantiner, im Vorderen Orient vorrangig als Propagandisten ihres Staates dienten. Österreich-Ungarn suchte seine Heterogenität dort als Vorteil zu nutzen – ein Konzept, das trotz aller gravierenden Probleme unter den besonderen Bedingungen des Osmanischen Reiches während des Krieges zeitweise erfolgreich war.
Ende Dezember 1917 beobachtete der deutsche Militärgeologe Professor Carl Uhlig auf dem Bahnhof in Konstantinopel, wie Ahmed İzzet Pascha, der Befehlshaber der 2. osmanischen Armee, aus dem Wartesaal trat und sogleich von den türkischen Passanten mit Handkuss geehrt wurde. Dann, so notierte Uhlig mit leicht gereiztem Unterton in seinem Tagebuch, »trat ein Trupp österreichische Offiziere, sie heißen ganz offiziell Propagandaoffiziere, an ihn heran und machten ihre geschmeidigen Bücklinge. Sie stolzieren hier in den bunten Friedensuniformen in geschäftigem Müßiggang und schinden Eindruck.«[1] Diese Szene macht zweierlei deutlich: Zum einen illustriert sie das intensive Werben der k.u.k. Offiziere um osmanische Sympathien, zum anderen zeigt ihre kritische Kommentierung aber auch, dass die Deutschen entsprechende Bemühungen mit Missvergnügen zur Kenntnis nahmen – wofür sie durchaus auch gute Gründe hatten.
Der vorliegende Beitrag wird den österreichisch-ungarischen Militäreinsatz im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkrieges unter dem Aspekt der Werbung für die Doppelmonarchie betrachten. Hierin – so die Ausgangsthese der folgenden Ausführungen – lag eine vorrangige Aufgabe der im Vorderen Orient anwesenden k.u.k. Truppen. Dabei ist zu untersuchen, welche Rolle der Aspekt der interkulturellen Kompetenz für die in bewusster Konkurrenz zu den Deutschen agierenden Österreicher und Ungarn spielte. Auch und gerade im Vorderen Orient war die österreichisch-ungarische Armee ethnisch, kulturell und sprachlich vielfältig zusammengesetzt. Davon ausgehend legt dieser Beitrag einen Schwerpunkt auf die Bedeutung, die der Multiethnizität der k.u.k. Armee für die Umsetzung ihrer Ziele im osmanischen Vielvölkerreich zukam.
Überblick über den militärischen Einsatz Österreich-Ungarns im Osmanischen Reich
Die Wahrnehmung der Waffenhilfe, welche die Mittelmächte im Osmanischen Reich geleistet haben, wird ganz deutlich vom Einsatz deutscher Truppen dominiert. Was bereits für die Zeitgenossen galt, setzt sich auch in der heutigen Historiografie fort.[2] Die große militärische Bedeutung der insgesamt etwa 25 000 deutschen Soldaten[3] der Deutschen Militärmission, des Asienkorps und weiterer deutscher Detachements für den Krieg im Nahen Osten lässt ganz in Vergessenheit geraten, dass auch die beiden anderen verbündeten Mächte Soldaten entsandt haben. Während die bulgarische Militärhilfe mit ihren wenigen Geschützen vor allem symbolischer Natur war, ging der österreichisch-ungarische Beitrag weit darüber hinaus. Schätzungen – denn genaue Zahlen lassen sich nicht mehr rekonstruieren – gehen immerhin von 7000 bis 12 000 Soldaten der k.u.k. Armee aus, die sich im Verlauf des Krieges im Osmanischen Reich aufgehalten haben sollen.[4]
Bei Kriegseintritt des Osmanischen Reiches auf Seiten der Mittelmächte Ende Oktober 1914 war eine umfangreiche Entsendung deutscher und österreichisch-ungarischer Truppen noch nicht zu erwarten gewesen. Die Hauptaufgabe, die dem Osmanischen Reich in der Strategie der Mittelmächte zugedacht war, bestand darin, russische und britische Truppen zu binden, die so dem kriegsentscheidenden europäischen Kriegsschauplatz entzogen werden sollten. In diesem Sinne beschränkte sich die österreichisch-ungarische Tätigkeit zur Unterstützung der osmanischen Armee zunächst lediglich auf eine von Kriegsminister Enver Pascha erbetene Ausbildungsmission, in der Österreicher unter dem Kommando von Victor Pietschmann türkischen Soldaten im Frühjahr 1915 nahe der Kaukasusfront das Skifahren beibrachten.[5] Eine umfangreichere Hilfe in Form von größeren Truppenentsendungen oder Waffen- und Munitionslieferungen war zu dieser Zeit durch das Fehlen einer durchgehenden Landverbindung nach Konstantinopel ohnehin nicht möglich.
Diese Situation änderte sich erst, als die Mittelmächte Anfang Oktober 1915 eine erfolgreiche Offensive gegen Serbien durchführten, der sich auch das bis dahin neutrale Bulgarien anschloss. Nun waren Deutschland und ÖsterreichUngarn in der Lage, den Bitten der osmanischen Verbündeten nach materieller und personeller Unterstützung zu entsprechen. Da die Osmanen schwere Artillerie benötigten und die k.u.k. Armee gerade auf diesem Feld gut ausgestattet war, wurden im November 1915 die k.u.k. Mörserbatterie Nr. 9 und kurz darauf die k.u.k. Haubitzbatterie Nr. 36 an die Dardanellenfront entsandt und nach der baldigen Beendigung der Kämpfe zum Küstenschutz nahe Smyrna (Izmir) verlegt.[6] Weitere Gesuche Enver Paschas um schwere Artillerie für den Kriegsschauplatz am Sinai boten den Anlass für eine wesentliche Steigerung des österreichisch-ungarischen Engagements: Im Januar 1916 stimmte Kaiser Franz Joseph der Entsendung der knapp 1000 Mann starken und aus zwei Batterien bestehenden k.u.k. Gebirgshaubitzdivision von Marno zu.[7] Im August 1916 gelangte mit der k.u.k. Kraftwagenkolonne Türkei Nr. 1 eine weitere österreichisch-ungarische Einheit auf Bitten der Osmanen in den Vorderen Orient. Andere Kraftwagenformationen und Sanitätsformationen mit mobilen Feldspitälern sollten folgen. Zugleich entsandte die Doppelmonarchie auch Instruktionsdetachements, die osmanische Artilleristen und Kraftfahrer am Gerät ausbildeten.[8] Mit der Entsendung dieser Einheiten bauten die Österreicher eine ausgedehnte Etappenstruktur auf, auf deren Grundlage sie sich unabhängig von Deutschen und Osmanen versorgen konnten. Bei der Auswahl von Truppen und Ausrüstung achtete das k.u.k. Kriegsministerium auf eine möglichst hohe Qualität. Das zu entsendende Personal wurde einer strengen ärztlichen Untersuchung unterzogen.[9] Außerdem wurden die Einheiten mit einem außergewöhnlich hohen Personalstand ausgestattet. In ihrer Gesamtheit stellten sie hervorragend ausgerüstete »militärische Musterformationen« dar.[10]
In den folgenden beiden Jahren war die k.u.k. Artillerie wiederholt in schwere Gefechte verwickelt. Die Entsendung der Gebirgshaubitzdivision von Marno hatte vor allem ihrer Verwendung in der zweiten Offensive der osmanischen Truppen gegen die Briten am Suezkanal gedient. Obwohl diese Offensive im August 1916 bereits nach wenigen Tagen mit einem Rückzug endete, wurden die Leistungen der k.u.k. Artillerie in diesem Unternehmen insgesamt doch sehr positiv bewertet.[11] Auch an der Ersten Gaza-Schlacht im März 1917 beteiligte sich die Gebirgshaubitzdivision an entscheidender Stelle. Durch die außergewöhnliche Tapferkeit ihrer Soldaten trug sie wesentlich zum Zusammenbruch des britischen Angriffs bei.[12] Nachdem die Briten wenige Wochen später auch in der Zweiten Gaza-Schlacht abgewehrt werden konnten, kehrte an der Palästinafront zunächst Ruhe ein. Diese Zeit nutzten beide Seiten zur Verstärkung ihrer Truppen. Die Deutschen entschieden sich, die ursprünglich für die Mesopotamienfront vorgesehene Heeresgruppe F »Jildirim« mit dem deutschen Asienkorps nach Palästina zu verlegen. Österreich-Ungarn überführte seine in Konstantinopel neu aufgestellte k.u.k. Kanonenbatterie Nr. 20 ebenfalls an diese Front. Die Verlegung der ihr zugewiesenen k.u.k. Kraftwagenkolonne Türkei Nr. 1 folgte Anfang Oktober 1917.[13] Kurz nach deren Eintreffen durchbrachen die britischen Truppen in den ersten Novembertagen 1917 die Stellungen der Mittelmächte. Nur unter großen Anstrengungen konnte die Front in der sogenannten Dritten Gaza-Schlacht wieder stabilisiert werden. Die österreichisch-ungarischen Einheiten mussten den Rückzug antreten und wurden in den folgenden Monaten in Damaskus ergänzt und neu bewaffnet.[14]
Nach der Niederlage bei Gaza ging das k.u.k. Armeeoberkommando daran, analog zum deutschen Asienkorps ein 8400 Mann starkes und hervorragend ausgerüstetes k.u.k. Orientkorps aufzustellen. Damit sollte der österreichischungarische Einsatz im Osmanischen Reich ein weitaus größeres Gewicht als bisher erhalten. Obwohl der Verband im Frühjahr 1918 bereits ausgerüstet war und nur noch auf den Marschbefehl wartete, entschied die österreichisch-ungarische Armeeführung Anfang Juni, den größten Teil dieser Truppen an die italienische Front zu schicken.[15] Den Ausschlag für diese Entscheidung gab eine Vorerkundung, die zum Ergebnis gelangte, dass eine Verlegung des Orientkorps nach Palästina angesichts der geringen Transportkapazitäten erst um die Jahreswende 1918/1919 abgeschlossen werden könnte.[16]
Nachdem die Briten ab dem 19. September 1918 in der Schlacht von Megiddo die Front durchbrachen, bedeutete dies den vollständigen Zusammenbruch der osmanischen Verteidigung in den folgenden Wochen. Auch die deutschen und österreichisch-ungarischen Einheiten wurden in den ungeordneten Rückzug, der von Beduinenüberfällen begleitet wurde, hineingerissen. Der Waffenstillstand von Mudros beendete am 30. Oktober 1918 die Kampfhandlungen im Osmanischen Reich. Der größte Teil der österreichisch-ungarischen Truppen konnte sich bis Konstantinopel durchschlagen, von wo die Soldaten nach kurzfristiger Internierung durch die Entente schließlich bis zum Januar 1919 auf Schiffen nach Triest zurückgeführt wurden. Die düstere Prognose von Kaiser Franz Joseph, der im April 1916 anlässlich des Ausrückens von k.u.k. Truppen in den Vorderen Orient sagte: »Na, ich glaub doch, die sehen wir nimmer!«,[17] sollte sich also nicht bewahrheiten.[18]
Österreich-Ungarn und seine »heimlichen Feinde, die Deutschen«
Auf den ersten Blick erscheint es unverständlich, dass Österreich-Ungarn, das im Kriegsverlauf an den eigenen Fronten immer wieder bedrohlich unter Druck stand und dort auf deutsche Hilfe angewiesen war, auf osmanische Bitten einging und derart bereitwillig Soldaten und Material von höchster Güte ins Osmanische Reich entsandte. Die hauptsächlichen Gründe für die Bereitstellung der Truppen aber beruhten letztlich nicht auf militärischen Erwägungen. Um Österreich-Ungarns Motive und Ziele zu verstehen, ist ein Blick auf sein Verhältnis zu Deutschland von wesentlicher Bedeutung.
Zwischen den beiden Verbündeten hatte es seit Kriegsbeginn – ähnlich wie auch zwischen Großbritannien und Frankreich – nicht an Konflikten und wechselseitigen Ressentiments gefehlt.[19] Gerade das eklatante Missverhältnis zwischen Österreich-Ungarns begrenzter militärischer Leistungsfähigkeit und seinem Anspruch, als Großmacht wahrgenommen zu werden, führte zu Konflikten mit dem Deutschen Reich, das immer weniger Rücksicht auf die Donaumonarchie nahm.[20] Durch die daraus resultierende Missstimmung ließ sich der österreichisch-ungarische Generalstabschef Franz Conrad von Hötzendorf sogar dazu hinreißen, die deutschen Verbündeten im Februar 1915 als »unsere heimlichen Feinde« zu bezeichnen.[21]
Die gleiche Haltung gegenüber dem Deutschen Reich beseelte auch den k.u.k. Militärbevollmächtigten in Konstantinopel, Generalmajor Josef Pomiankowski, der als die entscheidende Schlüsselfigur des österreichisch-ungarischen Engagements im Vorderen Orient betrachtet werden kann. Seine dezidiert antideutsche Politik wurde über den Krieg hinweg von den maßgeblichen Entscheidungsträgern in Wien unterstützt.[22] Schon vor dem Krieg hatte Österreich-Ungarn Deutschlands Engagement im Osmanischen Reich mit einem Missbehagen betrachtet.[23] Als sich Deutschland aber nach Kriegsbeginn anschickte, im Osmanischen Reich eine dominante Position zu erringen, brachte sich die Donaumonarchie in dieser Region selbst in Stellung.[24] Da Großbritannien und Frankreich für die Dauer des Krieges im Osmanischen Reich keine Rolle mehr spielten, hoffte Österreich-Ungarn, dort in eine Lücke vorstoßen und sich einen möglichst großen wirtschaftlichen und politischen Einfluss zu sichern. Im Hintergrund dieser Politik standen der Behauptungswille Österreich-Ungarns als Großmacht und seine damit verbundenen Kriegsziele. Diese richteten sich in erster Linie auf die Verteidigung der eigenen staatlichen Integrität, waren aber auf dem Balkan auch betont expansiv ausgerichtet.[25] Mit ihrer Balkanpolitik verknüpfte die Doppelmonarchie auch ihre Ambitionen im Osmanischen Reich. Eine eigene Orientabteilung im k.u.k. Kriegsministerium koordinierte die immer stärker zunehmenden wirtschaftlichen Aktivitäten in den besetzten bzw. verbündeten Balkanstaaten und im Osmanischen Reich.[26] Je mehr Österreich-Ungarn dabei mit den dortigen Interessen des Deutschen Reiches in Konflikt geriet, umso entschiedener sah es in diesem nicht mehr den Partner, sondern den schärfsten Konkurrenten und handelte entsprechend.
Das offizielle Ersuchen des osmanischen Kriegsministers nach schwerer Artillerie für die Sinaifront im Mai 1915 gab Pomiankowski die Möglichkeit, eine breit angelegte politisch-militärische Strategie für den Vorderen Orient zu entwerfen und von Wien absegnen zu lassen.[27] In einer klaren Kosten-Nutzen-Rechnung empfahl er die Bereitstellung kleinerer Einheiten von Artillerie und Unterstützungstruppen, damit diese durch ihre Anwesenheit im Osmanischen Reich die Doppelmonarchie als eigenständige Großmacht repräsentierten. Hauptziel war die Gewinnung der türkischen und arabischen Sympathien, um auf diesem Wege langfristig wirksame politische und wirtschaftliche Vorteile zu erzielen. Der Dreh- und Angelpunkt dieser Strategie lag in der dezidierten Abgrenzung vom übermächtigen deutschen Verbündeten, zu dem man sich vor den Osmanen als die bessere Alternative zu präsentieren suchte. Das Armeeoberkommando übernahm Pomiankowskis Argumentation und schrieb an den Kaiser, dass ÖsterreichUngarn in diesen Einheiten »äußerst wirksame und notwendige Propagandamittel gegenüber der deutschen Konkurrenz« an einer Stelle besäße, »an welcher es unser eminentes Interesse ist, unseren Einfluss in militärischer und wirtschaftlicher Beziehung nach Möglichkeit zu stärken«.[28] Wie weit in letzter Konsequenz eine solche Politik noch hätte gehen können, macht eine 1917 verfasste Denkschrift des Wirtschaftsexperten und Oberleutnants Carl Ignaz Hoffer von Reichenau[29] deutlich. Mit Blick auf die Nachkriegszeit spekulierte darin der Verfasser auf eine »zielbewusste Schmälerung des deutschen Einflusses in der Türkei durch die Entente«, um dann »möglicherweise eine mit Frankreich einvernehmliche Erweiterung des österr.ung. Einflusses in der Türkei« zu erreichen, was nach Hoffer schließlich auch zur Erwerbung von Kolonien in der asiatischen Türkei führen sollte.[30]
Nicht allein derartige auf eine unklare Zukunft gerichtete Denkschriften, sondern auch die reale Politik Österreich-Ungarns während des Krieges waren auf die Verringerung des deutschen Einflusses im Vorderen Orient ausgerichtet.[31] Zunächst suchte die Donaumonarchie sich gegen deutsche Konkurrenten im Bereich der Kriegsmateriallieferungen durchzusetzen. Rüstungsgeschäfte und Truppenentsendungen standen daher in einem engen Zusammenhang. Im November 1915 schloss das österreichisch-ungarische Rüstungsunternehmen Škoda mit den Türken ein umfangreiches Geschäft über die Lieferung von Gebirgskanonen und ‑haubitzen ab, die den vergleichbaren deutschen Modellen überlegen waren.[32] Im gleichen Monat kam die k.u.k. 24-cm-Mörserbatterie Nr. 9 als erste österreichisch-ungarische Einheit im Osmanischen Reich an und wurde an den Dardanellen eingesetzt. Auch die Entsendung der vier Kraftwagenkolonnen 1916 stand in einem Zusammenhang mit der von Pomiankowski als »Propagandaaktion« initiierten Lieferung von Personen- und Lastkraftwagen durch eine Prager Firma an die Provinzgouverneure und den Sultan[33] sowie einem Vertrag über die Lieferung von knapp fünfzig Lkws.
Besonders offenkundig wurde die scharfe Konkurrenz zwischen der Doppelmonarchie und dem Deutschen Reich im Bereich der wirtschaftlichen Ausbeutung von Bodenschätzen, wobei es vor allem um Bergwerks- und Petroliumkonzessionen ging. Dies veranlasste Ende 1916 die deutsche Seite, mit den Österreichern das Gespräch zu suchen und ihnen ein gemeinsames Zusammenwirken anzubieten. Pomiankowski machte bei dieser Gelegenheit in Wien unmissverständlich deutlich, dass eine Verständigung mit den Deutschen das Hauptziel der österreichisch-ungarischen Politik durchkreuzen würde: nämlich durch einen Gegensatz zu den Deutschen bei den Türken Sympathien zu sammeln und auf diesem Wege eigene Interessen durchzusetzen.[34]
Diese von Pomiankowski entwickelte politische Linie bildete die wesentliche Grundlage für die Entsendung der k.u.k. Gebirgshaubitzdivision von Marno und weiterer sehr gut ausgestatteter österreichisch-ungarischer Einheiten ab 1916 in das Osmanische Reich.[35] Im weiteren Verlauf des Krieges gewann diese Strategie immer mehr an Bedeutung, sodass Wien auch zu immer größerem Einsatz bereit war. Noch 1916 hatte Pomiankowski argumentiert, dass Österreich-Ungarn allein mit kleineren Einheiten Erfolge erringen werde, da es zahlenmäßig mit den von Deutschland eingesetzten Truppen ohnehin nicht konkurrieren könne.[36] Ende 1917 aber veranlasste er bereits die Schaffung eines k.u.k. Orientkorps als Reaktion auf die Aufstellung des deutschen Asienkorps.[37] Die politischen Ambitionen der Doppelmonarchie und damit einhergehend ihr militärisches Engagement nahmen einen immer höheren Stellenwert ein. Die Soldaten dienten dabei vor allem als lebende Propagandamittel Österreich-Ungarns gegenüber den osmanischen Machthabern und der Bevölkerung im Osmanischen Reich.
Kulturelle Kompetenz, Multiethnizität und Vielsprachigkeit in der k.u.k. Armee
Bei ihrem Ziel, die Sympathien der Türken und Araber zu gewinnen, ging die österreichisch-ungarische Seite fest vom Topos einer generellen Unbeliebtheit der Deutschen aus. Ein hochrangiger österreichisch-ungarischer Verbindungsoffizier im Deutschen Großen Hauptquartier fasste zusammen, warum die Deutschen unbeliebt seien: Sie hätten eine zu »geringe Fähigkeit, sich in die Psyche eines anderen Volksstammes hineinzudenken«,[38] und wären vom eigenen System derart überzeugt, dass sie kein Verständnis für andere Methoden entwickeln könnten. Als besonders negativ aber galt die den deutschen Offizieren vorgeworfene Praxis, im Umgang mit den Verbündeten allzu offen und brüsk Kritik zu äußern. In der Tat waren Beschwerden über eine entsprechende Schroffheit der Deutschen auf osmanischer Seite auch immer wieder zu hören.[39]
Dem stand das Selbstbild des österreichisch-ungarischen Militärs gegenüber. Dort herrschte die feste Überzeugung, selbst über ein außergewöhnlich hohes Maß an interkultureller Kompetenz zu verfügen. Tatsächlich brachte gerade die k.u.k. Armee in dieser Hinsicht zunächst einmal gute Voraussetzungen mit, da sie einen Ort täglich erfahrener Multiethnizität und Transnationalität im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn darstellte. Die k.u.k. Offiziere, die in ihrer Mehrheit Deutschösterreicher waren,[40] wurden in alle Teile des Reiches versetzt. In ihren jeweiligen Regimentern, die zumeist selbst ethnisch gemischt waren, sammelten sie daher zwangsläufig Erfahrungen im Umgang mit anderen Kulturen und Konfessionen.[41] Identitätsstiftend war für sie in der Regel nicht die eigene ethnische Zugehörigkeit, sondern das Staatsgebilde der Vielvölkermonarchie unter der Dynastie der Habsburger. Die neueste Forschung hat betont, dass gerade diese im aktiven Offizierkorps vorhandene transnationale Identität zu einem nach allen Seiten offenen Blick verholfen habe.[42] Dies hat die Lernfähigkeit und Adaptionsbereitschaft der k.u.k. Armee zumindest in den ersten Kriegsjahren positiv beeinflusst. Insoweit hatte das Selbstbild der österreichisch-ungarischen Armee, die sich gerne eine besondere Improvisationsfähigkeit und »Geschmeidigkeit« attestierte, eine reale Grundlage. Überhaupt war die integrative Funktion der k.u.k. Armee in eben dieser ersten Phase des Krieges in keiner Weise beeinträchtigt.[43]
Die Frage nach weiteren, für den österreichisch-ungarischen Einsatz im Vorderen Orient relevanten kulturellen Voraussetzungen führt den Blick auf die in der k.u.k. Armee typische Sprachenvielfalt, die aus der Multiethnizität der Doppelmonarchie resultierte. Für alle Einheiten galt zwar Deutsch als offizielle Kommandosprache, doch beschränkte sich diese ausschließlich auf den Gebrauch von 80 Befehlswörtern. Die gängige Kommunikation mit den Soldaten hingegen sollte in der Sprache stattfinden, die von der Mehrheit der Soldaten eines Regiments gesprochen wurde. Insgesamt waren in der Monarchie zehn Regimentssprachen zugelassen. Offiziere wurden verpflichtet, die jeweilige Sprache innerhalb von drei Jahren zu erlernen.[44] In der Praxis jedoch führte dieses Prinzip zu großen Problemen, da die Offiziere die Sprachen oftmals nur mangelhaft beherrschten und folglich auf ihre eigenen Mannschaften kaum einwirken konnten. Die Konsequenzen waren gerade an der Front vielfach verheerend.[45] Verstärkt wurde das Problem durch den Umstand, dass in der ersten Kriegshälfte ein beträchtlicher Teil des Berufsoffizierkorps ausgefallen war und durch Reserveoffiziere ersetzt werden musste, die häufig weder über Sprachkenntnisse verfügten noch die von der Armee viel beschworene transnationale dynastische Identität teilten.[46]
Betrachtet man den Einsatz der k.u.k. Armee im Vorderen Orient, so wird deutlich, dass sich das vorhandene sprachliche Kommunikationsproblem dort noch um ein weiteres verstärkte. Da die österreichisch-ungarischen Offiziere theoretisch bereits mit dem Erlernen ihrer Regimentssprachen ausgelastet waren, machte sich im Offizierkorps ein wesentlicher Mangel an internationaler Sprachkenntnis bemerkbar. Obwohl für den Einsatz im Vorderen Orient von den Offizieren Kenntnisse in der französischen Sprache, die dort als wichtigste übergreifende Verkehrssprache galt, verlangt wurden,[47] dürfte diese Forderung bei der Personalauswahl kaum eine Rolle gespielt haben. In einem Erfahrungsbericht jedenfalls wird erwähnt, dass insbesondere das Fehlen von Französischkenntnissen die Verständigung mit türkischen Offizieren und einer gebildeten Schicht von christlichen Arabern außerordentlich erschwert habe.[48] In diesen Fällen blieb als einziges Behelfsmittel die Nutzung von Dolmetschern.
Als schwierig erwies sich für einen Teil der österreichisch-ungarischen Truppen aber nicht nur die Verständigung mit dem osmanischen, sondern auch mit dem deutschen Bündnispartner. Ein preußischer Stabsarzt, der für einige Wochen einer k.u.k. Batterie in Palästina zugeteilt war, beklagte den »tollen Sprachenwirrwarr« in dieser Einheit, die sich »aus Deutschen, Tschechen, Slowaken, Ungarn, Slowenen, Kroaten, Italienern und Zigeunern« zusammengesetzt habe.[49] Die Mannschaften der Gebirgshaubitzdivision rekrutierten sich aus ungarischen Ergänzungsbezirken und hatten daher Ungarisch und Slowakisch als Muttersprache.[50] Der bayerische Oberst Friedrich Kreß von Kressenstein war hingegen von ihnen sehr angetan, bedauerte aber, dass er es schon wieder mit Soldaten zu tun hätte, die kein Deutsch sprächen und mit denen man sich nur über den Dolmetscher verständigen könne.[51] Der deutsche Major Fritz Klein berichtet von dem etwas skurril anmutenden Fall, dass seine Soldaten und die Angehörigen der k.u.k. Armee als gemeinsame Verkehrssprache Persisch nutzen mussten. Klein war Führer einer deutschen Militärexpedition in Persien, die durch etwa 300 k.u.k. Soldaten verstärkt wurde, die aus russischer Gefangenschaft entkommen waren. Diese vornehmlich aus Ungarn stammenden Soldaten hätten fast alle im Laufe ihrer Wanderung durch Persien ein wenig von der dortigen Landessprache gelernt, sodass diese die einzige gemeinsame Basis für eine Kommunikation darstellte.[52] Die offenbar häufig artikulierte Verwunderung deutscher Offiziere über die k.u.k. Sprachverhältnisse kommentierte der österreichische Oberleutnant Adolf Prinz zu Schwarzenberg mit der Bemerkung, dass die Deutschen es einfach nicht verstehen könnten, »dass wir Österreicher kein besonderes Interesse an der Pangermanisation haben.«[53] Allerdings hatten auch die eigenen k.u.k. Vorgaben für die Entsendung in den Vorderen Orient betont, dass sowohl Offiziere als auch Mannschaften unbedingt Deutsch sprechen müssten.[54]
Eine von Oberleutnant Hoffer verfasste Denkschrift für das k.u.k. Kriegsministerium bewertete die multiethnische Zusammensetzung der Armee gerade für den Einsatz im Vorderen Orient als besonders vorteilhaft.[55] Sie empfahl, die Auswahl der Offiziere nicht nach militärischen Kriterien vorzunehmen, denn nicht der Einsatz an der Front sei für die eigenen Ziele von vorrangiger Bedeutung, sondern derjenige in der Etappe, also der dortige Kontakt mit osmanischen Soldaten und mit den Einheimischen.[56] Somit erhielt ein Ausspruch des Oberleutnants Prinz zu Schwarzenberg, den ein deutscher Leutnant überlieferte, neben der offenkundigen Selbstironie noch eine tiefere Sinnhaftigkeit. Schwarzenberg soll gesagt haben: »Ihr Daitschen, Ihr hobt’s halt raus, so richtig Krieg zu führen. Bei uns Österreichern klappt’s aber auf der Etappe besser. Wäre es wirklich nicht gescheiter, alle Daitschen gingen zur Front und wir alle auf die Etapp?«[57] Jedoch trifft dieses Zitat gerade für den von allen Seiten hochgelobten Einsatz der k.u.k. Gebirgshaubitzdivision nicht zu. Die Fixierung auf die Steigerung des eigenen Prestiges schloss keineswegs aus, dass für den Fronteinsatz besonders kampfkräftige Einheiten zusammengestellt wurden. Vielmehr war gerade diese sorgfältige militärische Auswahl ein Bestandteil der bewussten Propagandaarbeit.
Die Auswahlkriterien für die ethnisch-konfessionelle Zusammensetzung des Personals wurden mit Blick auf die mögliche Wirkung bei Türken und Arabern festgesetzt. Demnach war auf den Einsatz jüdischer Offiziere im Osmanischen Reich zu verzichten. Deren Verwendung hätte nach Auffassung des Kriegsministeriums das Ansehen des k.u.k. Offizierkorps herabsetzten können, da die Türken in den Juden »keine vollwertigen Charaktere und vertrauenswürdigen Waffengefährten« sehen würden.[58] Auch war zunächst bestimmt worden, dass keine bosnischen Soldaten in den Vorderen Orient entsandt werden sollten, da – so der ursprüngliche Gedanke – ihr Anblick die Türken daran erinnern könnte, dass Österreich-Ungarn erst wenige Jahre zuvor die vormals osmanische Provinz Bosnien-Herzegowina annektiert hatte.[59] Dieser Standpunkt wurde später allerdings revidiert, und die kurz nach der Gebirgshaubitzdivision abgehende Ergänzungseinheit bestand zu einem nicht geringen Teil aus muslimischen k.u.k. Militärangehörigen aus Bosnien.[60]
Österreichisch-ungarische Levantiner in der k.u.k. Armee
Bei der Auswahl von Soldaten, die im Osmanischen Reich eingesetzt werden sollten, griff die k.u.k. Armee auch auf die dort lebenden Wehrpflichtigen mit österreichisch-ungarischer Staatsangehörigkeit zurück. Seit dem 19. Jahrhundert waren aus der Doppelmonarchie zunächst politische Exilanten und Handwerker sowie später vor allem Arbeiter in großer Zahl in das Osmanische Reich eingewandert.[61] Während des Ersten Weltkrieges stellte die österreichisch-ungarische Kolonie die größte Ausländergruppe in Konstantinopel dar. Ihre Zahl wird auf mehrere Zehntausend geschätzt.[62] In militärischen Denkschriften wird die österreichisch-ungarische Kolonie in Konstantinopel und in anderen osmanischen Großstädten allerdings recht kritisch betrachtet. Der Erfahrungsbericht von Oberleutnant Hoffer bemängelt deren fehlendes Vaterlandsgefühl und billigt ihr keinen politischen Nutzen für die Doppelmonarchie zu. Einzig die Ungarn machten hier eine »rühmliche Ausnahme«, so Hoffer, während hingegen die vornehmlich jüdische Kolonie in Jerusalem »geradezu eine Staatslast« darstellen würde.[63] Mehr noch als andere ausländische Staatsangehörige neigten die ethnisch besonders heterogenen Österreich-Ungarn dazu, ihren Zusammenhalt im Osmanischen Reich aufzugeben.[64] Sehr schnell fügten sie sich in die alteingesessene Bevölkerungsgruppe der Levantiner[65] ein und nahmen vielfach deren italienisch, griechisch und französisch geprägte Kultur an.[66] Außer der formellen Staatsbürgerschaft war bei ihnen oftmals kaum mehr eine Bindung zu Österreich-Ungarn vorhanden.
Dennoch erließ das k.u.k. Ministerium des Äußeren bereits am 28. September 1914 eine Anordnung an seine Konsulate im Osmanischen Reich, die wehrpflichtigen Jahrgänge zur Musterung aufzurufen.[67] In Jerusalem hatte die Musterung zum Ergebnis, dass alle 85 Männer vom dortigen Konsulatsarzt für untauglich befunden wurden, was in dieser frühen Phase des Krieges und noch vor dem eigenen militärischen Engagement im Osmanischen Reich einzig pragmatischen Gründen geschuldet war. Konsul Friedrich Kraus wies in einem Schreiben an Pomiankowski auf die großen Schwierigkeiten hin, Wehrpflichtige angesichts hoher Fahrtkosten und völlig überlasteter Verkehrswege zum nächsten Bezirkskommando in Österreich-Ungarn zu überführen.[68] Auch der ungarische Wehrpflichtige Antoine Köpe, dessen auf Französisch verfassten Lebenserinnerungen ein einzigartiges Zeugnis für die im Osmanischen Reich lebenden österreichisch-ungarischen Staatsangehörigen in zweiter Generation darstellt,[69] wurde im August 1915 in Konstantinopel zunächst noch ausgemustert.
Erst nachdem seit November 1915 österreichisch-ungarische Einheiten in den Vorderen Orient verlegt und zugleich 1916 auch Ersatzeinheiten in Konstantinopel stationiert wurden, wuchs das Interesse der k.u.k. Militärbehörden an der Einberufung ihrer vor Ort befindlichen Wehrpflichtigen deutlich. Eine wichtige Rolle spielte dabei das dringende Bedürfnis der Truppe nach Dolmetschern für Türkisch, die man lieber aus dem eigenen Mannschaftsstande rekrutieren wollte. Daher wurde die Heranziehung der im Orient ansässigen wehrpflichtigen Österreicher und Ungarn empfohlen.[70] So wurde auch Köpe nach einer zweiten Musterung im Oktober 1916 in die k.u.k. Armee einberufen und in einer Kaserne in seiner Heimatstadt Konstantinopel ausgebildet. Mit ihm dienten, wie er in seinen Erinnerungen beschreibt, zahlreiche weitere Levantiner mit österreichisch-ungarischer Staatsbürgerschaft.[71]
Diese Soldaten trugen dazu bei, dass sich der ohnehin schon vorhandene Sprachenwirrwarr der k.u.k. Armee noch weiter vergrößerte. Oberleutnant Prinz zu Schwarzenberg kommentierte angesichts einer Begegnung mit einem aus Konstantinopel gebürtigen k.u.k. Soldaten, der Französisch sprach und kaum Deutsch verstand, dass derartiges »vielleicht merkwürdig, aber nicht selten« sei.[72] Auch ein in Konstantinopel tätiger deutscher Militärarzt berichtete in seinen Briefen, dass sein österreichischer Dolmetscher besser Französisch als Deutsch sprach.[73] Somit bildete der französischsprachige Antoine Köpe, der ungeachtet seines vorübergehenden Einsatzes als Dolmetscher der türkischen Sprache nur mangelhaft mächtig war, bei Weitem keine Ausnahme. Vielmehr berichtete er selbst, dass andere seiner Kameraden aus Konstantinopel ebenfalls nur Französisch, Griechisch oder Italienisch beherrschten. Italienisch zählte immerhin zu den österreichisch-ungarischen Regimentssprachen, sodass sich Köpe als Ungar, der kein Ungarisch sprach, bei einem nach Sprachen getrennten Appell in das italienischsprachige Glied einreihen konnte. Während habsburgische Soldaten mit französischer Muttersprache vor allem bei ihren Verbündeten aus dem Deutschen Reich große Irritationen hervorriefen, wunderte sich Köpe seinerseits, als er bei einem aus Wien stammenden k.u.k. Soldaten mit Namen de Maqueaux feststellen musste, dass dieser nur Deutsch und kein Französisch sprach.[74]
Ungeachtet der Eingliederung von österreichisch-ungarischen Staatsbürgern aus dem Osmanischen Reich in die k.u.k. Armee dürfte es dennoch in Teilen der militärischen Führung eine gewisse Reserviertheit gegenüber diesen Levantinern gegeben haben. Darauf jedenfalls deutet die Empfehlung hin, dass für die Entsendung ins Osmanische Reich nicht unbedingt Offiziere zu wählen seien, die im Zivilberuf im Orient gearbeitet hätten, da ein großer Teil von diesen unseriöse Abenteurer seien.[75] Vor Ort und im dienstlichen Alltag hingegen machte sich eine Distanz zu den Levantinern offenbar aber nicht bemerkbar. Köpe beschreibt, wie selbstverständlich seine Kameraden aus Österreich-Ungarn in der levantinischen Gesellschaft Konstantinopels verkehrten und wegen ihres Umgangs mit Frauen auch schon recht bald etwas Griechisch lernten.[76] Die Sympathien der levantinischen Bevölkerung in Konstantinopel und anderen Teilen des Osmanischen Reiches lagen allerdings auf Seiten der gegnerischen Ententemächte. Folglich warnten deutsche Militärbefehlshaber ihre Soldaten explizit vor dem Kontakt mit Levantinern, da diese der Spionage verdächtigt wurden.[77] Während deutsche Offiziere daher den Verkehr mit der vornehmen levantinischen Gesellschaft Konstantinopels zumeist mieden, pflegten die k.u.k. Offiziere intensiven Umgang mit ihr.[78] Nach der Beobachtung eines deutschen Nachrichtenoffiziers sei es den Österreichern und Ungarn dank ihres eleganten Auftretens gerade in diesen Kreisen gelungen, starke Sympathien zu gewinnen und für die Zukunft wertvolle Beziehungen zu knüpfen.[79] Während also entsprechende Kontakte von den Deutschen aus Gründen der Kriegführung vermieden wurden, forcierten die Österreicher sie, um politischen und wirtschaftlichen Nutzen jenseits des bestehenden Kriegsbündnisses zu ziehen. Dieses Verhalten entsprach den propagandistischen Zielen des österreichisch-ungarischen Militäreinsatzes im Orient. Das Zusammenkommen von Offizieren mit allen gesellschaftlichen Gruppen gehörte wesentlich zur Strategie einer breitangelegten Sympathiewerbung.[80] Die eigenen Staatsangehörigen unter den Levantinern, die nunmehr Teil der k.u.k. Armee waren, wurden zu einem direkten Bindeglied zwischen der österreichisch-ungarischen und der osmanischen Multiethnizität.
Die k.u.k. Armee und ihre Strategien zur Sympathiewerbung
Gerade im Bereich der Multiethnizität glaubte die österreichisch-ungarische Seite als Modell für das Osmanische Reich dienen zu können. Die eigenen Truppen seien ein »lebendige[s] Sinnbild der Monarchie, ihrer etnographischen [sic] Vielfältigkeit und der glänzenden Lösung der Sprachen- und Nationalitätenfrage durch die k.u.k. Armee«, so Oberleutnant Hoffer in einer Denkschrift für das Kriegsministerium.[81] Ob man wirklich ernsthaft davon ausging, dass die türkische Regierung die kompromissorientierte österreichische Politik übernehmen würden, erscheint fraglich, zumal im gleichen Bericht die Sprachenverhältnisse in der Türkei als ähnlich verworren wie in der Doppelmonarchie beschrieben werden, jedoch mit der Einschränkung, dass es dort eben keinen Sprachenstreit gebe.[82] So zielte die Modellhaftigkeit Österreich-Ungarns auch weniger auf die osmanische Staatsführung, sondern auf die intellektuellen Kreise der einheimischen Bevölkerung, womit vor allem die unter französischem Einfluss stehenden Levantiner und christlichen Araber gemeint waren. Nach österreichischer Wahrnehmung sei diese Absicht von Erfolg gekrönt gewesen: Das vorgelebte harmonische Zusammenwirken der k.u.k. Soldaten verschiedener Nationalität, Sprache und Religion habe in der Bevölkerung die Idee aufkommen lassen, dass Österreich-Ungarn das geeignetste Vorbild für eine Reform des Osmanischen Reiches sei.[83]
Für die Sympathiewerbung bei den Christen in Palästina und Syrien waren neben dem allgemeinen Streben nach Einfluss im Osmanischen Reich vor allem Bemühungen um eine kirchenpolitische Suprematie Österreich-Ungarns im Heiligen Land maßgebend. Während des Ersten Weltkrieges sah die Doppelmonarchie den günstigen Moment, ihre schon im 19. Jahrhundert verfolgten Ambitionen umzusetzen und Frankreich als für Katholiken im Osmanischen Reich einflussreichste europäische Macht zu verdrängen.[84] Die Frage, bis zu welchem Grade eine solche katholische Religionspolitik mit Blick auf die jungtürkische Führung opportun erschien, war zwar regierungsintern umstritten, doch galt die Präsenz von k.u.k. Truppen im Heiligen Land in jedem Fall als eine Chance, die dortigen Katholiken für die Doppelmonarchie einzunehmen. Dementsprechend wurde der Gottesdienstbesuch der im Winter 1916/17 in zwei Klöstern in Bethlehem untergebrachten österreichisch-ungarischen Einheiten bewusst nach außen hin inszeniert. Am Heiligabend 1916 geleiteten österreichisch-ungarische Soldaten den Patriarchen von Jerusalem feierlich nach Bethlehem, wo er schließlich unter Spalier und Fackelmarsch der gesamten Gebirgshaubitzdivision zur Christmette in die Geburtskirche einzog. Berichte an das Kriegsministerium betonten, wie sehr dieses demonstrative Auftreten der k.u.k. Truppen auf die Einheimischen Eindruck gemacht habe.[85] Öffentlich sichtbare Pilgerzüge der Soldaten verstärkten das gewünschte Bild von einer tiefgläubigen und den Katholizismus repräsentierenden Monarchie.
Eine solche »Begegnung in der Gemeinsamkeit des Glaubens« war auch Teil der Strategie, mit der man die muslimische Bevölkerung für sich einnehmen wollte. Mit der Ersatzabteilung für die Gebirgshaubitzdivision waren im Spätherbst 1916 unter dem Kommando von Oberleutnant Hoffer auch zahlreiche bosnische Soldaten nach Palästina gelangt, die schon äußerlich durch einen Fes als Muslime erkennbar waren. Diese als besonders loyal geltenden Soldaten besuchten das Freitagsgebet in der örtlichen Moschee und kamen dort mit der Bevölkerung in Kontakt, wo sie im Sinne der Vielvölkermonarchie wirken sollten.[86] Die breit gefächerte Sympathieoffensive der österreichisch-ungarischen Armee beschränkte sich aber nicht nur auf konfessionelle Demonstration, sondern beinhaltete auch soziale Wohltätigkeit. So organisierte das Militär beispielsweise Armenspeisungen und öffnete seine Sanitätsanstalten für die Behandlung der einheimischen Zivilisten.[87]
Ein ganz besonderes Gespür bewies die k.u.k. Armee im Bereich der Repräsentation. Gerade auf diesem Gebiet gelang es ihr, sich ganz augenfällig positiv von den deutschen Truppen abzusetzen. Der Venezolaner Raphael de Nogales, der in osmanischen Diensten stand, beschreibt in seinen Erinnerungen, dass österreichische Offiziere hochelegante Uniformen mit vollem Ordensschmuck trugen und damit auch ins Gefecht gingen. Fragen der Bequemlichkeit und die Gefahr, gegnerisches Feuer auf sich zu lenken, waren zweitrangig. Doch genau das, so resümiert er weiter, sei der Grund gewesen, warum »die Orientalen mehr mit den malerisch aussehenden österreichischen als mit den ernst blickenden deutschen Offizieren« sympathisierten.[88] Zu einer ähnlichen Schlussfolgerung kam auch der deutsche Major Hans Guhr, als er in Diarbekir feststellte, dass österreichisch-ungarische Stäbe im Orient mit Tafelgeschirr für größere Gastgelage ausgerüstet waren. Er hielt ein solches pomphaftes Auftreten gegenüber den Türken für deutlich wirkungsvoller als die auf deutscher Seite gepflegte altpreußische Sparsamkeit.[89]
Bei seiner Begegnung mit der k.u.k. Transportkolonne in Diarbekir zeigte sich Guhr auch davon beeindruckt, wie hervorragend die österreichisch-ungarischen Truppen im Osmanischen Reich verpflegt wurden. Spontan war er von den Österreichern zu Keule, Kopfsalat, Kaiserschmarrn und frischem Bier eingeladen worden. Eine vergleichbare Verpflegung war er von der deutschen Etappe nicht gewohnt.[90] Auch Antoine Köpe bestätigt in seinen Erinnerungen, dass die Soldaten der k.u.k. Truppen im Osmanischen Reich ein gutes Leben geführt hätten.[91] Dahinter stand eine durchdachte Propagandastrategie: Eine Denkschrift von Oberleutnant Hoffer macht deutlich, dass man sich von einer guten Versorgung eine hohe Zufriedenheit der Soldaten erhoffte, aus der wiederum ein wohlwollendes Verhalten gegenüber den Türken und »Geduld mit den Schwächen des Landes und Volkes« resultieren sollten.[92]
Das österreichisch-ungarische Militär verstand es, den Nerv des »Publikums« zu treffen, indem es neben prachtvoller Selbstinszenierung auch auf populäre Unterhaltung setzte. Aus diesem Grund beschränkte es sich nicht darauf, sich allein durch Paraden, Schauexerzieren und Übungsmärschen militärisch zu repräsentieren, sondern es organisierte zugleich auch breitere Volksbelustigungen. Ein Übungsmarsch von Teilen der Gebirgshaubitzdivision im Mai und Juni 1916 fand seinen Höhepunkt mit dem festlichen Einzug in Jerusalem, der sich zu einem regelrechten Volksfest in der Stadt entwickelte und bei dem die Österreicher – nach entsprechenden Vorbereitungen – von einem »wahren Blumenregen« überschüttet wurden, wie der Kommandeur einer Batterie berichtete.[93] Zur Ersatzabteilung der Gebirgshaubitzdivision gehörte auch eine ungarische Zigeunermusikkapelle, die offenkundig die ihr von der Militärführung zugedachte Wirkung vollständig entfaltete. Oberleutnant Prinz zu Schwarzenberg jedenfalls berichtete von so manchem gebrochenen Frauenherz.[94] Selbst der deutsche Oberst Kreß von Kressenstein und seine Offiziere waren über das Erscheinen dieser Kapelle im eigenen Hauptquartier begeistert.[95] Darüber hinaus organisierte Oberleutnant Karl Schrecker, der sehr effektiv arbeitende österreichisch-ungarische Propagandaoffizier in Konstantinopel, Gastspiele österreichischer Theater- und Musikerensembles sowie Kinoaufführungen.[96] Dazu zählten auch Auftritte der Militärkapelle des Hoch- und Deutschmeister-Regiments, um die Modenschauen von Wiener Konfektionshäusern in Konstantinopel musikalisch zu begleiten.[97] »Man fand alles charmant«, so beschrieb Schwarzenberg die Wirkung der österreichisch-ungarischen Kulturpropaganda, und es sei von osmanischer Seite immer wieder betont worden, »dass man die Österreicher – eventuell auch die Ungarn – so gerne habe«.[98]
Zum Verhalten der k.u.k. Soldaten im Osmanischen Reich
In den internen Berichten österreichisch-ungarischer Offiziere fällt die starke Tendenz zum Selbstlob und mitunter auch zur Schönfärberei auf. Der k.u.k. Militärbevollmächtigte Pomiankowski scheute sich nicht, in einem Geheimbericht an Conrad von Hötzendorf darauf hinzuweisen, dass bei der arabischen Bevölkerung in Syrien die Deutschen »als Verbündete der Unterdrücker« unbeliebt seien, wohingegen sich die Österreicher aber größter Sympathien erfreuten[99] – als ob diese nicht ebenfalls als Verbündete der Türken ins Land gekommen wären. Während Pomiankowski bei seiner Aussage die Sympathien von Seiten christlicher Araber im Sinn hatte, zeigen die Erinnerungen von Antoine Köpe die andere Seite der Realität. Köpe berichtete, dass die Araber die Österreicher als Verbündete der Türken und als Christen gehasst hätten, wobei er natürlich an die muslimischen Araber dachte.[100] In den Berichten der Batteriekommandeure der Gebirgshaubitzdivision fällt der streckenweise blumige und unmilitärische Stil auf. Mit sichtlicher Begeisterung beschrieben die Verfasser sowohl die Sympathien der osmanischen Bevölkerung als auch die Fähigkeiten der eigenen Soldaten, sich in kürzester Zeit auf die ihnen »wesensfremden Bewohner« des Vorderen Orients einzulassen.[101] Schwierigkeiten hingegen wurden, wenn überhaupt, nur beiläufig thematisiert.
Ungeachtet ihrer euphemistischen Tendenz und Übertreibungen dürften diese Berichte in ihrer Gesamtaussage aber als zutreffend bewertet werden: Die österreichisch-ungarischen Sympathiewerbungen im Osmanischen Reich waren offenkundig im Großen und Ganzen erfolgreich.[102] Zu diesem Erfolg hat das Auftreten der Soldaten wesentlich beigetragen. Ein hochrangiger deutscher Nachrichtenoffizier in Konstantinopel beurteilte die österreichisch-ungarischen Bemühungen um türkische Sympathien rückblickend als zielführend. Während die Türken die Doppelmonarchie auch weiterhin für militärisch wenig bedeutend gehalten hätten, seien sie aber vom persönlichen Auftreten der Offiziere sehr angetan gewesen. Auf dieser Grundlage sei es den Österreichern und Ungarn im gesellschaftlichen Verkehr mit den Osmanen gelungen, ganz unauffällig allerlei wirtschaftliche Verbindungen aufzunehmen.[103] Die k.u.k. Offiziere setzten gezielt demonstrativ bekundeten Respekt und wiederholt ausgesprochenes Lob als Mittel ein, um die Türken für sich einzunehmen. Bei potenziellen Konflikten gingen die Österreicher und Ungarn jeglicher Konfrontation mit den Osmanen nach dem Grundsatz »Passivität zur Vermeidung von Reaktionen«[104] aus dem Weg. Zu einem solchen Verhalten waren die deutschen Soldaten weit weniger gewillt und letztlich auch weniger imstande. Denn nicht nur gezielt eingesetzte Verhaltensstrategien, sondern auch grundsätzliche militärkulturelle Unterschiede zwischen der österreichisch-ungarischen und der preußisch-deutschen Armee waren für das unterschiedliche Auftreten gegenüber den Osmanen verantwortlich. Eine Gegenüberstellung des deutschen Selbstbildes, des deutschen Bildes von den Osmanen und der deutschen Sicht auf die k.u.k. Offiziere macht dieses – zumindest aus der subjektiven deutschen Perspektive – deutlich: In einem Merkblatt für deutsche Soldaten über den Umgang mit den Osmanen heißt es, dass der »Deutsche mit seinem oft schroffen Wesen, mit seinem Bedürfnis nach methodischer Arbeit, nach klarer Organisation und guter Zeiteneinteilung« in dieser Hinsicht »wohl den schärfsten Gegensatz zum ruhigen, gleichmütigen, den Wert der Zeit anders einschätzenden Türken« bilden würde. Gehe der Deutsche mit allzu rücksichtslosem und energischem Eifer vor, so werde dies auf türkischer Seite nur passiven Widerstand hervorrufen.[105] Vom österreichisch-ungarischen Offizier verbreitete ein streng geheimes Merkblatt im Deutschen Heer unterdessen folgendes Bild: »Persönlich ist der Offizier liebenswürdig und gutmütig, aber weich, energielos, gleichgültig.« Auf Missstände reagiere er mit Fatalismus. »Kurzer sachlicher Ton, überhaupt oft schon die ungewohnte norddeutsche Sprechweise wird als Grobheit empfunden. Liebenswürdige Behandlung ist erforderlich, da der k.u.k. Offizier, einmal verärgert, Meister im passiven Widerstand ist.«[106]
Die gefälligere Art des Umgangs von Österreichern und Ungarn mit den Osmanen schloss aber ein Fehlverhalten von k.u.k. Soldaten und Offizieren nicht aus. Im Kriegsministerium in Wien gingen Klagen darüber ein, dass sich k.u.k. Offiziere in Konstantinopel unangemessen verhalten würden. Die Klagen bezogen sich auf Einzelfälle, wie betrunkene und randalierende Offiziere. Aber es gab auch eine grundsätzliche Kritik an der Lebensführung von Offizieren. Aus der Stellungnahme General Pomiankowskis wird deutlich, dass ein Teil der österreichisch-ungarischen Offiziere in der osmanischen Hauptstadt ein sehr vergnügungsorientiertes Leben führte, Dienstfahrzeuge für Ausflüge nutzte und allabendlich in einem als zweifelhaft angesehenen Club der levantinischen Gesellschaft verkehrte.[107] Auch kriminelle Vergehen von k.u.k. Armeeangehörigen sind bekannt. So berichtete Antoine Köpe, dass ein Feldwebel seiner Einheit gestohlenen Zucker auf dem Schwarzmarkt verkaufte.[108] Offenbar haben auch Offiziere und sogar Stabsoffiziere verbotene Tauschgeschäfte mit aus Österreich mitgebrachtem Zucker vorgenommen.[109] Als problematisch gestaltete sich auch das militärische Auftreten der österreichisch-ungarischen Soldaten im Straßenbild von Konstantinopel. Selbst Kaiser Karl I. fiel bei seinem dortigen Aufenthalt die mangelhafte Grußdisziplin und unvorschriftsmäßige Uniformierung seiner Soldaten und Offiziere negativ ins Auge.[110] Den größten Schaden fügten dem österreichisch-ungarischen Ansehen nach Einschätzung von Pomiankowski aber vor allem die zahlreichen Reserveoffiziere zu, die sich durch gute Beziehungen eine sogenannte offene Order für eine Reise ins Osmanische Reich verschaffen konnten und dort abenteuerliche Pläne verfolgten. So versuchte ein Offizier, der behauptete, einen Hubschrauber erfunden zu haben, diese Erfindung für viel Geld dem Osmanischen Reich zu verkaufen. Unangenehmes Aufsehen erregte im Frühjahr 1916 auch die von Pomiankowski als »erotisch-abenteuerlich« bezeichnete Mission des Psychoanalytikers und Regimentsarztes der Reserve Rudolf Urbantschitsch zum Aufbau von k.u.k. Hospitälern in Syrien, der gemeinsam mit 25 abenteuerlustigen jungen Damen anreiste und seine Erlebnisse nach dem Krieg in einem Liebesroman verarbeitete.[111]
Trotz aller in der Selbstdarstellung herausgehobenen Verbundenheit gingen die österreichisch-ungarischen Soldaten im Alltag vielfach auf Distanz zu ihren türkischen Kameraden. Bereits eine Denkschrift über die Verwendung der Artillerie lässt ein wenig positives Bild von türkischen Soldaten sichtbar werden. Dort wurde von ihrer Einteilung in k.u.k. Batterien abgeraten. Dem Vorteil des innigeren Kontaktes würde wegen der »geringeren Intelligenz, laxeren Disziplin und minderen Arbeitsfähigkeit der Türken« eine starke Herabsetzung der Gefechtskraft gegenüberstehen. Türken seien einzig für Handlangerdienste einzusetzen, doch dann müsse ihnen auch ein türkischer Subalternoffizier beigegeben werden, damit sie wenn nötig bestraft werden könnten.[112] Oberleutnant Hoffer beklagte in seiner Denkschrift das mangelnde Interesse der k.u.k. Offiziere am Kontakt mit ihren osmanischen Offizierskameraden.[113] Ähnliches galt für die Mannschaften. Oberleutnant Prinz zu Schwarzenberg berichtete davon, dass sich seine drei Burschen aus Sorge vor Diebstahl weigerten, gemeinsam mit türkischen Offizieren und Soldaten ein Zugabteil zu teilen, woraufhin Schwarzenberg ein anderes Abteil für sie requirierte. Diese Haltung stieß bei den anwesenden Türken auf großes Unverständnis.[114]
Demgegenüber wurde der unmittelbare Kontakt zu den deutschen Soldaten im Osmanischen Reich in den Selbstzeugnissen und Berichten durchgehend als sehr kameradschaftlich und sogar herzlich beschrieben.[115] Hier herrschten nicht die Vorbehalte, wie sie auf der Ebene der Militärführung bestanden und wie sie auch die eigene Politik im Vorderen Orient bestimmten. Selbst in den Denkschriften und Berichten klang bei aller Frontstellung gegenüber den Deutschen auch ein vorsichtiges Verständnis für deren Position an, so wenn es heißt, dass die deutsche Kritik an den Türken »oft berechtigt«[116] und die türkische Kritik an den Deutschen »vielleicht unverdient«[117] sei. Der alltäglich auch außerdienstlich gepflegte Kontakt zwischen den Angehörigen der beiden mitteleuropäischen Armeen mit den gemeinsamen »Saufgelagen« und Fußballspielen[118] ließ in dem für beide Seiten gleichermaßen fremden Kulturraum des Orients die tatsächlich vorhandenen Unterschiede in Mentalität und Habitus letztlich geringer erscheinen. Somit wirkte die in Denkschriften zu findende starke Betonung der »Verschiedenheit des Volkscharakters« von Deutschen einerseits und Österreichern und Ungarn andererseits[119] im Vorderen Orient eher wie ein Propagandakonstrukt.
In ihrem inneren Gefüge blieben die multiethnischen k.u.k. Truppen im Osmanischen Reich sehr lange intakt. Antoine Köpe schreibt in seinen Erinnerungen, dass ihm die k.u.k. Armee wie eine große Familie in Uniform vorgekommen sei, in der ihm niemals ethnisch begründete Konflikte aufgefallen seien.[120] Erst nach dem Waffenstillstand von Moudros, der am 30. Oktober 1918 die Feindseligkeiten zwischen dem Osmanischen Reich und der Entente beendete, und den Berichten von revolutionären Unruhen in Österreich-Ungarn begannen die ersten Auflösungserscheinungen. Den Versuch von Soldaten der Kraftfahrformationen in Konstantinopel, am 4. November 1918 einen Soldatenrat zu bilden, ließ Pomiankowski mit Hilfe türkischer Soldaten unblutig niederschlagen.[121] Zur selben Zeit drangen diffuse Gerüchte über den Zerfall der k.u.k. Monarchie nach Konstantinopel. Nun schließlich begann die Armee in ethnische Lager zu zerfallen. Tschechische und südslawische Mannschaften desertierten aus ihren Einheiten und gingen zur Entente über, deren Truppen seit dem 13. November in Konstantinopel präsent waren. Die Briten und Franzosen hatten ihnen einen schnelleren Rücktransport in die Heimat versprochen. Voraussetzung dafür war eine schriftliche Loyalitätserklärung für die neu entstandene Tschechoslowakei oder den Staat der Slowenen, Kroaten und Serben, das nachmalige Jugoslawien.[122] Unterdessen ging der deutschsprachige Teil Österreich-Ungarns daran, die Republik Deutschösterreich zu proklamieren – und den Anschluss an das Deutsche Reich anzustreben.
Conclusio
Das vorrangige Kriegsziel Österreich-Ungarns im Ersten Weltkrieg war der Kampf um seine Existenz, das heißt um seinen Fortbestand als Vielvölkerreich. Zugleich aber verfolgte die Doppelmonarchie expansive Ziele auf dem Balkan und auch Interessen im Vorderen Orient. Gerade das Osmanische Reich bot nach der Verdrängung des französischen und britischen Einflusses genügend Raum für ausgreifende wirtschaftliche und kulturpolitische Zukunftspläne.[123] Die Ambitionen der Doppelmonarchie kollidierten dabei jedoch mit den Interessen des Deutschen Reiches, welches das Osmanische Reich als eine seiner wichtigsten Einflusszonen betrachtete. Getragen von der Vorstellung, sich nicht nur der Entente, sondern auch Deutschland gegenüber in einem Behauptungskampf um seine Großmachtstellung zu befinden, war Österreich-Ungarn bereit, seine Ziele auch in direkter Konfrontation mit seinem mächtigen Verbündeten durchzusetzen. Angelpunkt der österreichisch-ungarischen Strategie war die Einschätzung, dass die Deutschen im Osmanischen Reich unbeliebt seien, da sie nicht über genügend interkulturelle Kompetenz für den Umgang mit Orientalen verfügten. Demgegenüber suchte sich Österreich-Ungarn den Osmanen als die bessere Alternative zu präsentieren. Als Hebel für diese Strategie fungierte das im interkulturellen Umgang erfahrene österreichisch-ungarische Militär. Seine Präsenz im Vorderen Orient diente ganz wesentlich der Sympathiewerbung bei der osmanischen Regierung und der Bevölkerung, während dem militärischen Zweck des Einsatzes eine nachgeordnete Bedeutung zukam.
Die Soldaten und Offiziere der k.u.k. Armee waren angehalten, durch ihre Präsenz auf die unterschiedlichsten Gesellschaftskreise einzuwirken und somit als lebende Propagandamittel zu dienen. Daneben waren militärische Propagandastellen mit der Organisation einer umfangreichen Kulturpropaganda befasst. Die Sympathiewerbung im Osmanischen Reich begrenzte sich keineswegs auf bestimmte Ethnien oder Gesellschaftsschichten, sondern war breit angelegt. Die konfessionelle Propaganda unter der katholischen Bevölkerung Palästinas und Syriens spielte dabei eine besondere Rolle.
Die eigene Multiethnizität wurde dabei bewusst als eine Stärke eingesetzt. Ähnlich wie Österreich-Ungarn war auch das Osmanische Reich ein Vielvölkerreich, das durch den Krieg in seiner Existenz bedroht war. Ein Seitenaspekt der österreichisch-ungarischen Strategie war es daher, diese Gemeinsamkeit zu nutzen, um sich der osmanischen Seite als Modell für Reformen anzubieten. Die k.u.k. Armee, die zumindest bis in die Kriegsmitte hinein erfolgreich als Klammer des multiethnischen Reiches fungierte, sollte der osmanischen Bevölkerung als Werbemittel für das Funktionieren eines supranationalen Reiches dienen. Dies stand der britisch-französischen Propaganda, die der arabischen Bevölkerung den Nationalgedanken implementieren wollte, diametral entgegen.
Die Levantiner mit österreichisch-ungarischer Staatsangehörigkeit, die ab Mitte des Krieges in die k.u.k. Armee einberufen wurden, fungierten als Bindeglieder zwischen der osmanischen und der österreichisch-ungarischen Multiethnizität und wurden daher auch vielfach als Dolmetscher eingesetzt. Dieses galt zunächst auch für den französischsprachigen Antoine Köpe, der selbst Deutsch und Türkisch nur mangelhaft beherrschte. Das in diesem Fall exemplarisch zu Tage tretende Problem der Sprache, das in der k.u.k. Armee schon auf dem europäischen Kriegsschauplatz für beträchtliche Schwierigkeiten gesorgt hatte, potenzierte sich im Vorderen Orient und machte die Kehrseite der Multiethnizität deutlich. Geringe Französischkenntnisse von Offizieren sowie fehlende Deutschkenntnisse unter den vornehmlich ungarischen und slowakischen Mannschaften erschwerten die Kommunikation sowohl mit den Osmanen als auch mit den Deutschen. Die österreichisch-ungarischen Levantiner, die ihrerseits wiederum oft nur Französisch, Griechisch und Italienisch sprachen, steigerten das Verständigungsproblem noch um ein Weiteres.
Im Ganzen gesehen ging die österreichisch-ungarische Strategie während des Krieges auf. In bewusster Abgrenzung zu den Deutschen gelang es den Österreichern und Ungarn, große Sympathien im Osmanischen Reich zu erringen und gleichzeitig im wirtschaftlichen Bereich Fuß zu fassen. Letztendlich aber hat der Ausgang des Krieges, der an der Westfront entschieden wurde, diese Erfolge zunichte gemacht. Am Ende stand der Zusammenbruch der beiden Vielvölkerreiche.
© 2019 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
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- Thomas Karlauf, Stauffenberg. Porträt eines Attentäters, München: Blessing 2019, 367 S., EUR 24,00 [ISBN 978‑3‑89667‑411‑1]
- Linda von Keyserlingk-Rehbein, Nur eine »ganz kleine Clicque«? Die NS-Ermittlungen über das Netzwerk vom 20. Juli 1944, Berlin: Lukas 2018, 707 S. (= Schriften der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Reihe A: Analysen und Darstellungen, 12), EUR 34,90 [ISBN 978‑3‑86732‑303‑1]
- Jakob Knab, Ich schweige nicht. Hans Scholl und die Weiße Rose, Darmstadt: Theiss 2018, 264 S., EUR 24,95 [ISBN 978‑3‑8062‑3748‑1]
- Sven Deppisch, Täter auf der Schulbank. Die Offiziersausbildung der Ordnungspolizei und der Holocaust, Marburg, Tectum 2017, 672 S. (= Veröffentlichungen des Bayerischen Polizeimuseums, 2), EUR 39,95 [ISBN 978‑3‑8288‑4050‑8] Hans-Christian Harten, Die weltanschauliche Schulung der Polizei im Nationalsozialismus, Paderborn [u. a.]: Schöningh 2018, 668 S., EUR 89,00 [ISBN 978‑3‑506‑78836‑8]
- Klaus-Jürgen Bremm, Die Waffen-SS. Hitlers überschätzte Prätorianer, Darmstadt: Theiss 2018, 362 S., EUR 24,95 [ISBN 978‑3‑8062‑3793‑1]
- Falk Breuer und Walter Waiss, Heinrich Sannemann. Ein Jagdfliegerleben in Berichten, Dokumenten, Fotos, Aachen: Helios 2018, 248 S., EUR 39,80 [ISBN 978‑3‑86933‑218‑5]
- Christian König und Axel Kleckers, Das große Bordflugzeug. Arado AR 95 und Heinkel He 114, Aachen: Helios 2018, 148 S., EUR 34,50 [ISBN 978‑3‑86933‑215‑4]
- The 10 Cent War. Comic Books, Propaganda, and World War II. Ed. by Trischa Goodnow and James J. Kimble, Jackson, MS: University Press of Mississippi 2017, IX, 256 S., $ 30.00 [ISBN 978‑1‑4968‑1848‑5]
- Nach 1945
- Victor Mauer, Brückenbauer. Großbritannien, die deutsche Frage und die Blockade Berlins 1948–1949, Berlin [u. a.]: De Gruyter Oldenbourg 2018, 573 S. (= Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts London/Publications of the German Historical Institute London, 80), EUR 69,95 [ISBN 978‑3‑11‑058442‑4]
- Philipp Gassert, Bewegte Gesellschaft. Deutsche Protestgeschichte seit 1945, Stuttgart: Kohlhammer 2018, 308 S. (= Zeitgeschichte aktuell), EUR 25,00 [ISBN 978‑3‑17‑029270‑3]
- Jost Dülffer, Geheimdienst in der Krise. Der BND in den 1960er-Jahren, Berlin: Ch. Links 2018, 672 S. (= Veröffentlichungen der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Bundesnachrichtendienstes 1945–1968, 8), EUR 50,00 [ISBN 978‑3‑96289‑005‑6]
- Florian Reichenberger, Der gedachte Krieg. Vom Wandel der Kriegsbilder in der militärischen Führung der Bundeswehr im Zeitalter des Ost-West-Konflikts, Berlin [u. a.]: De Gruyter Oldenbourg 2018, XI, 498 S. (= Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland, 13), EUR 49,95 [ISBN 978‑3‑11‑046260‑9]
- Rüdiger Wenzke, Wo stehen unsere Truppen? NVA und Bundeswehr in der ČSSR-Krise 1968, Berlin: Ch. Links 2018, VIII, 595 S. (= Militärgeschichte der DDR, 26), EUR 55,00 [ISBN 978‑3‑96289‑026‑1]
- DDR-Spionage. Von Albanien bis Grossbritannien. Hrsg. von Helmut Müller-Enbergs und Thomas Wegener Friis, Frankfurt a. M.: Verlag für Polizeiwissenschaft 2018, 320 S. (= Analysen zu Sicherheitsfragen, 6), EUR 34,90 [ISBN 978‑3‑86676‑535‑1]
- Siegfried Lautsch, Grundzüge des operativen Denkens in der NATO. Ein zeitgeschichtlicher Rückblick auf die 1980er-Jahre und Ausblick, 2., erw. Aufl., Berlin: Miles 2018, 327 S., EUR 24,80 [ISBN 978‑3‑945861‑58‑5]
- Tobias Wunschik, Knastware für den Klassenfeind. Häftlingsarbeit in der DDR, der Ost-West-Handel und die Staatssicherheit (1970–1989), Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2014, 363 S. (= Analysen und Dokumente, 37), EUR 29,99, [ISBN 978‑3‑525‑35080‑5]
- Tradition in der Bundeswehr. Zum Erbe des deutschen Soldaten und zur Umsetzung des neuen Traditionserlasses. Hrsg. von Donald Abenheim und Uwe Hartmann, Berlin: Miles 2018, 312 S., EUR 29,80 [ISBN 978‑3‑945861‑75‑2]
- Paweł Machcewicz, Der umkämpfte Krieg. Das Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig. Entstehung und Streit. Aus dem Poln. übers. von Peter Oliver Loew, Wiesbaden: Harrassowitz 2018, XII, 253 S. (= Polnische Profile, 5), EUR 22,90 [ISBN 978‑3‑447‑11035‑8]
- Expeditionary Police Advising and Militarization. Building Security in a Fractured World. Ed. by Donald Stoker and Edward B. Westermann, Solihull: Helion 2018, XI, 347 S. (= Military History Series, 3), £ 35.00 [ISBN 978‑1‑911512‑86‑8]
- Andreas Herberg-Rothe and Key-young Son, Order Wars and Floating Balance. How the Rising Powers Are Reshaping Our Worldview in the Twenty-First Century, London, New York: Routledge 2018, XVI, 238 S. (= Routledge Advances in International Relations and Global Politics, 133), £ 105.00 [ISBN 978‑1‑138-05710‑4]
- Special Operations Forces in the 21st Century. Perspectives from the Social Sciences. Ed. by Jessica Glicken Turnley, Kobi Michael and Eyal Ben-Ari, London, New York: Routledge 2018, XIV, 312 S. (= Cass Military Studies), £ 105.00 [ISBN 978‑1‑138‑63262‑2]
- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Gesamtinhaltsverzeichnis 2019
Articles in the same Issue
- Frontmatter
- Frontmatter
- Editorial
- Nachruf
- Aufsatz
- Zur Lage der Zivilbewohner in Festungsstädten beim Kriegsausbruch 1914: Kommunale Vorsorge für den Unterhalt und behördliche Zwangsmaßnahmen
- Lebenswelten und Deutungszusammen-hänge im modernen Massenkrieg
- Propagandisten des k.u.k. Vielvölkerreiches: Österreichisch-ungarische Soldaten im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkrieges
- Nachrichten aus der Forschung
- »Sowjetische Kriegsgefangene. Widerstand. Kollaboration. Erinnerung«
- »Blicke auf die Revolution 1918/19«
- »Comparing Militaries in the Long 19th Century«
- »Gewalt und Heldentum«
- Buchbesprechungen Allgemeines
- Gewaltgemeinschaften in der Geschichte. Entstehung, Kohäsionskraft und Zerfall. Hrsg. von Winfried Speitkamp, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2017, 276 S., EUR 60,00 [ISBN 978‑3‑525‑30116‑6]
- Jeremy Black, Combined Operations. A Global History of Amphibious and Airborne Warfare, Lanham, MD [u. a.]: Rowman & Littlefield 2018, XIV, 247 S., $ 35.00 [ISBN 978‑1‑4422‑7693‑2]
- Manfried Rauchensteiner, Unter Beobachtung. Österreich seit 1918, Wien [u. a.]: Böhlau 2017, 628 S., EUR 29,00 [ISBN 978-3-205-20500-5]
- Friederike Neumann, Schreiben im Geschichtsstudium, Opladen, Toronto: Budrich Verlag 2018, 111 S. (= utb. Schreiben im Studium, 5), EUR 12,99 [ISBN 978‑3‑8252‑4843‑7]
- Frühe Neuzeit
- Herfried Münkler, Der Dreißigjährige Krieg. Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618–1648, Berlin: Rowohlt 2017, 975 S., EUR 39,95 [ISBN 978‑3‑87134‑813‑6]
- Menschen im Krieg. Die Oberpfalz 1618 bis 1648. Eine Ausstellung des Staatsarchivs Amberg. Hrsg. von der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, München: Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns 2018, 92 S. (= Staatliche Archive Bayerns. Kleine Ausstellungen, 58), EUR 4,00 [ISBN 978‑3‑938831‑85‑4]
- Zeichen und Medien des Militärischen am Fürstenhof in Europa. Hrsg. von Matthias Müller und Peter-Michael Hahn, Berlin: Lukas 2017, 240 S. (= Schriften zur Residenzkultur, 10), EUR 36,00 [ISBN 978‑3‑86732‑251‑5]
- Marcus Warnke, Logistik und friderizianische Kriegsführung. Eine Studie zur Verteilung, Mobilisierung und Wirkmächtigkeit militärisch relevanter Ressourcen im Siebenjährigen Krieg am Beispiel des Jahres 1757, Berlin: Duncker & Humblot 2018, 696 S. (= Quellen und Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte, 50), EUR 139,90 [ISBN 978‑3‑428‑15371‑8]
- Brian L. Davies, The Russo-Turkish War, 1768–1774. Catherine II and the Ottoman Empire, London [u. a.]: Bloomsbury 2016, X, 328 S., £ 25.99 [ISBN 978‑1‑4725‑0801‑0]
- 1789–1870
- Günter Müchler, Napoleon. Revolutionär auf dem Kaiserthron, Darmstadt: Theiss 2019, 623 S., EUR 24,00 [ISBN 978‑3‑8062‑3917‑1]
- Hideaki Suzuki, Slave Trade Profiteers in the Western Indian Ocean. Suppression and Resistance in the Nineteenth Century, London: Palgrave Macmillan 2017, XIII, 224 S., EUR 74,96 [ISBN 978‑3‑319‑59803‑1]
- Buchbesprechungen, 1871–1918
- Matthias Häussler, Der Genozid an den Herero. Krieg, Emotion und extreme Gewalt in »Deutsch-Südwestafrika«, Weilerswist: Velbrück 2018, 348 S., EUR 38,90 [ISBN 978‑3‑95832‑164‑9]
- Handbuch einer transnationalen Geschichte Ostmitteleuropas, Bd 1: Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg. Hrsg. von Frank Hadler und Matthias Middell, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2017, 685 S. (= Transnationale Geschichte, 6), EUR 75,00 [ISBN 978‑3‑525‑30173‑9]
- Vor dem Sprung ins Dunkle. Die militärische Debatte über den Krieg der Zukunft 1880–1914. Hrsg. von Stig Förster, Paderborn [u. a.]: Schöningh 2016, 406 S. (= Krieg in der Geschichte, 92), EUR 54,00 [ISBN 978‑3‑506‑78266‑3]
- Geheimdienst und Propaganda im Ersten Weltkrieg. Die Aufzeichnungen von Oberst Walter Nicolai 1914 bis 1918. Im Auftrag des ZMSBw hrsg. von Michael Epkenhans [u. a.], Berlin [u. a.]: De Gruyter Oldenbourg 2018, X, 667 S. (= Zeitalter der Weltkriege, 18), EUR 64,95 [ISBN 978‑3‑11‑060501‑3]
- Christian Th. Müller, Jenseits der Materialschlacht. Der Erste Weltkrieg als Bewegungskrieg, Paderborn [u. a.]: Schöningh 2018, VI, 297 S., EUR 39,90 [ISBN 978‑3‑506‑77870‑3]
- Holger Afflerbach, Auf Messers Schneide. Wie das Deutsche Reich den Ersten Weltkrieg verlor, München: C. H. Beck 2018, 664 S., EUR 29,95 [ISBN 978‑3‑406‑71969‑1]
- Monika Gibas und Ulrike Krauße, Jüdische Soldaten Magdeburgs. Regionalgeschichtliche Aspekte des Ersten Weltkrieges, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag 2018, 94 S., EUR 10,00 [ISBN 978‑3‑96311‑028‑3]
- Das Kriegsgefangenenlager Amberg-Kümmersbruck im Ersten Weltkrieg. Begleitband zur Ausstellung in Zusammenarbeit von Staatsarchiv Amberg, Stadtarchiv Amberg, Gemeinde Kümmersbruck und Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern. Hrsg. vom Kultur-Schloss Theuern, Red.: Maria Rita Sagstetter [u. a.], Kümmersbruck: Kultur-Schloss Theuern 2017, 228 S. (= Schriftenreihe des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern – Kultur-Schloss Theuern, 56), EUR 22,00 [ISBN 978‑3‑925690‑31‑0]
- Philosophers at the Front. Phenomenology and the First World War. Ed. by Nicolas de Warren and Thomas Vongehr, Leuven: Leuven University Press 2017, 285 S., EUR 49,50 [ISBN 978‑94‑6270‑121‑2]
- Sebastian Steiner, Unter Kriegsrecht. Die schweizerische Militärjustiz 1914–1921, Zürich: Chronos 2018, 472 S. (= Die Schweiz im Ersten Weltkrieg/La Suisse pendant la Première Guerre mondiale, 4), EUR 68,00 [ISBN 978‑3‑0340‑1479‑3]
- Ignaz Miller, 1918 – der Weg zum Frieden. Europa und das Ende des Ersten Weltkriegs, Zürich: NZZ Libro 2019, 459 S., EUR 39,00 [ISBN 978‑3‑03810‑372‑1]
- 1919–1945
- Stephen A. Smith, Revolution in Russland. Das Zarenreich in der Krise 1890–1928. Aus dem Engl. von Michael Haupt, Darmstadt: Zabern 2017, 496 S., EUR 39,95 [ISBN 978‑3‑8053‑5068‑6]
- Wolfgang Templin, Der Kampf um Polen. Die abenteuerliche Geschichte der Zweiten Polnischen Republik 1918–1939, Paderborn [u. a.]: Schöningh 2018, 254 S., EUR 39,90 [ISBN 978‑3‑506‑78757‑6]
- Volker Koop, Hitlers Griff nach Afrika. Kolonialpolitik im Dritten Reich, Bonn: Dietz 2018, 213 S., EUR 24,00 [ISBN 978‑3‑8012‑0538‑6]
- Dennis Egginger-Gonzalez, Der Rote Stoßtrupp. Eine frühe linkssozialistische Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus, Berlin: Lukas 2018, 794 S., EUR 34,90 [ISBN 978‑3‑86732‑274‑4]
- Nicholas John Williams, An »Evil Year in Exile«? The Evacuation of the Franco-German Border Areas in 1939 under Democratic and Totalitarian Conditions, Berlin: Metropol 2018, 612 S. (= Evakuierungen im Zeitalter der Weltkriege/Évacuations à l’ère des Guerres mondiales/Evacuations in the Age of World Wars, 2), EUR 39,00 [ISBN 978‑3‑86331‑368‑5]
- Kristian Gancer [= Christian Ganzer] [u. a.], Brest, leto 1941 g. Dokumenty, Materialy, Fotografii, Smolensk: Inbelkul’t 2017, 728 S., RUB 1355,00 [ISBN 978‑5‑00076‑037‑6]
- Alexander Querengässer, El Alamein 1942. Materialschlacht in Nordafrika, Paderborn [u. a.]: Schöningh 2019, 266 S. (= Schlachten – Stationen der Weltgeschichte), EUR 29,90 [ISBN 978‑3‑506‑78912‑9]
- Nach Stalingrad. Walther von Seydlitz’ Feldpostbriefe und Kriegsgefangenenpost 1939–1955. Hrsg. von Torsten Diedrich und Jens Ebert im Auftrag des ZMSBw, 2. überarb. Aufl., Göttingen: Wallstein 2018, 427 S., EUR 24,90 [ISBN 978-3-8353-3190-7]
- Thomas Karlauf, Stauffenberg. Porträt eines Attentäters, München: Blessing 2019, 367 S., EUR 24,00 [ISBN 978‑3‑89667‑411‑1]
- Linda von Keyserlingk-Rehbein, Nur eine »ganz kleine Clicque«? Die NS-Ermittlungen über das Netzwerk vom 20. Juli 1944, Berlin: Lukas 2018, 707 S. (= Schriften der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Reihe A: Analysen und Darstellungen, 12), EUR 34,90 [ISBN 978‑3‑86732‑303‑1]
- Jakob Knab, Ich schweige nicht. Hans Scholl und die Weiße Rose, Darmstadt: Theiss 2018, 264 S., EUR 24,95 [ISBN 978‑3‑8062‑3748‑1]
- Sven Deppisch, Täter auf der Schulbank. Die Offiziersausbildung der Ordnungspolizei und der Holocaust, Marburg, Tectum 2017, 672 S. (= Veröffentlichungen des Bayerischen Polizeimuseums, 2), EUR 39,95 [ISBN 978‑3‑8288‑4050‑8] Hans-Christian Harten, Die weltanschauliche Schulung der Polizei im Nationalsozialismus, Paderborn [u. a.]: Schöningh 2018, 668 S., EUR 89,00 [ISBN 978‑3‑506‑78836‑8]
- Klaus-Jürgen Bremm, Die Waffen-SS. Hitlers überschätzte Prätorianer, Darmstadt: Theiss 2018, 362 S., EUR 24,95 [ISBN 978‑3‑8062‑3793‑1]
- Falk Breuer und Walter Waiss, Heinrich Sannemann. Ein Jagdfliegerleben in Berichten, Dokumenten, Fotos, Aachen: Helios 2018, 248 S., EUR 39,80 [ISBN 978‑3‑86933‑218‑5]
- Christian König und Axel Kleckers, Das große Bordflugzeug. Arado AR 95 und Heinkel He 114, Aachen: Helios 2018, 148 S., EUR 34,50 [ISBN 978‑3‑86933‑215‑4]
- The 10 Cent War. Comic Books, Propaganda, and World War II. Ed. by Trischa Goodnow and James J. Kimble, Jackson, MS: University Press of Mississippi 2017, IX, 256 S., $ 30.00 [ISBN 978‑1‑4968‑1848‑5]
- Nach 1945
- Victor Mauer, Brückenbauer. Großbritannien, die deutsche Frage und die Blockade Berlins 1948–1949, Berlin [u. a.]: De Gruyter Oldenbourg 2018, 573 S. (= Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts London/Publications of the German Historical Institute London, 80), EUR 69,95 [ISBN 978‑3‑11‑058442‑4]
- Philipp Gassert, Bewegte Gesellschaft. Deutsche Protestgeschichte seit 1945, Stuttgart: Kohlhammer 2018, 308 S. (= Zeitgeschichte aktuell), EUR 25,00 [ISBN 978‑3‑17‑029270‑3]
- Jost Dülffer, Geheimdienst in der Krise. Der BND in den 1960er-Jahren, Berlin: Ch. Links 2018, 672 S. (= Veröffentlichungen der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Bundesnachrichtendienstes 1945–1968, 8), EUR 50,00 [ISBN 978‑3‑96289‑005‑6]
- Florian Reichenberger, Der gedachte Krieg. Vom Wandel der Kriegsbilder in der militärischen Führung der Bundeswehr im Zeitalter des Ost-West-Konflikts, Berlin [u. a.]: De Gruyter Oldenbourg 2018, XI, 498 S. (= Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland, 13), EUR 49,95 [ISBN 978‑3‑11‑046260‑9]
- Rüdiger Wenzke, Wo stehen unsere Truppen? NVA und Bundeswehr in der ČSSR-Krise 1968, Berlin: Ch. Links 2018, VIII, 595 S. (= Militärgeschichte der DDR, 26), EUR 55,00 [ISBN 978‑3‑96289‑026‑1]
- DDR-Spionage. Von Albanien bis Grossbritannien. Hrsg. von Helmut Müller-Enbergs und Thomas Wegener Friis, Frankfurt a. M.: Verlag für Polizeiwissenschaft 2018, 320 S. (= Analysen zu Sicherheitsfragen, 6), EUR 34,90 [ISBN 978‑3‑86676‑535‑1]
- Siegfried Lautsch, Grundzüge des operativen Denkens in der NATO. Ein zeitgeschichtlicher Rückblick auf die 1980er-Jahre und Ausblick, 2., erw. Aufl., Berlin: Miles 2018, 327 S., EUR 24,80 [ISBN 978‑3‑945861‑58‑5]
- Tobias Wunschik, Knastware für den Klassenfeind. Häftlingsarbeit in der DDR, der Ost-West-Handel und die Staatssicherheit (1970–1989), Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2014, 363 S. (= Analysen und Dokumente, 37), EUR 29,99, [ISBN 978‑3‑525‑35080‑5]
- Tradition in der Bundeswehr. Zum Erbe des deutschen Soldaten und zur Umsetzung des neuen Traditionserlasses. Hrsg. von Donald Abenheim und Uwe Hartmann, Berlin: Miles 2018, 312 S., EUR 29,80 [ISBN 978‑3‑945861‑75‑2]
- Paweł Machcewicz, Der umkämpfte Krieg. Das Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig. Entstehung und Streit. Aus dem Poln. übers. von Peter Oliver Loew, Wiesbaden: Harrassowitz 2018, XII, 253 S. (= Polnische Profile, 5), EUR 22,90 [ISBN 978‑3‑447‑11035‑8]
- Expeditionary Police Advising and Militarization. Building Security in a Fractured World. Ed. by Donald Stoker and Edward B. Westermann, Solihull: Helion 2018, XI, 347 S. (= Military History Series, 3), £ 35.00 [ISBN 978‑1‑911512‑86‑8]
- Andreas Herberg-Rothe and Key-young Son, Order Wars and Floating Balance. How the Rising Powers Are Reshaping Our Worldview in the Twenty-First Century, London, New York: Routledge 2018, XVI, 238 S. (= Routledge Advances in International Relations and Global Politics, 133), £ 105.00 [ISBN 978‑1‑138-05710‑4]
- Special Operations Forces in the 21st Century. Perspectives from the Social Sciences. Ed. by Jessica Glicken Turnley, Kobi Michael and Eyal Ben-Ari, London, New York: Routledge 2018, XIV, 312 S. (= Cass Military Studies), £ 105.00 [ISBN 978‑1‑138‑63262‑2]
- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Gesamtinhaltsverzeichnis 2019