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Argumente gegen Stammtischparolen – auch für Bibliothekarinnen und Bibliothekare

  • Simone Fühles-Ubach

    Prof. Dr. Simone Fühles-Ubach

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    , Klaus-Peter Hufer

    Apl. Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer

    , Wiktoria Banach , Melina Kortmann , Lina Persé , Elisa Rickert , Anna Schlimbach und Bjarne Seitz
Veröffentlicht/Copyright: 11. Juni 2024

Zusammenfassung

Der Text beleuchtet die Einführung einer neuen Wahl-Lehrveranstaltung an der Technischen Hochschule Köln (TH Köln) mit dem Titel Argumentationstraining gegen Stammtischparolen. Diese Veranstaltung, initiiert von Prof. Klaus-Peter Hufer, bietet Studierenden des Studiengangs Bibliothek und digitale Kommunikation die Möglichkeit, sich in Argumentationstechniken gegen rechtsextreme Äußerungen zu schulen. Der Bedarf für Demokratiearbeit in Bibliotheken wird herausgearbeitet, wobei die Rolle von Bibliotheken als Orte gelebter Demokratie und demokratischer Kultur hervorgehoben wird. Der Artikel betont die steigende Forschungsaktivität zu diesem Thema und unterstreicht die Relevanz von Bibliotheken als Akteure der Demokratieförderung. Die Lehrveranstaltung wird mit ihren Zielen, Inhalten und Methoden erläutert. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Interviews von Studierenden mit acht Bibliotheken zum Thema bibliothekarische Demokratiearbeit vorgestellt.

Abstract

The text highlights the introduction of a new elective course at the Cologne University of Applied Sciences (TH Köln) entitled “Argumentation training against regulars’ table slogans”. This course, initiated by Prof. Klaus-Peter Hufer, offers students on the Library and Digital Communication programme the opportunity to train in argumentation techniques against right-wing extremist statements. The need for democracy work in libraries is highlighted, emphasising the role of libraries as places where democracy and democratic culture are practised. The article emphasises the increasing research activity on this topic and underlines the relevance of libraries as actors in the promotion of democracy. The course is explained with its aims, content, and methods. In addition, the results of interviews conducted by students with eight libraries on the topic of library democracy work are presented.

1 Einleitung

Wie so oft ergeben sich neue Dinge aus Zufällen heraus. Prof. Klaus-Peter Hufer von der Fakultät für Bildungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen nahm m November 2019 als Teilnehmender an einem Strategie-Workshop für eine große Öffentliche Bibliothek teil. In der Vorstellungsrunde war erstmals von seinen „Argumenten gegen Stammtischparolen“ die Rede. Kurz zusammengefasst, so hieß es auf Nachfrage, sind das Argumentationstrainings, die im Rahmen seiner Beschäftigung mit politischer Bildung gegen Rechtsextremismus entstanden sind. In der weiteren Ausführung hieß es, dass diese bereits seit Jahren als „Train-the-trainer-Workshops“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt werden und schon viele Trainer*innen ausgebildet wurden. So kam die Idee auf, dieses Konzept als Wahl-Lehrveranstaltung für Studierende des Studiengangs „Bibliothek und digitale Kommunikation“ an der TH Köln zu platzieren. Die Verankerung findet im siebten Semester des Studiengangs statt, d. h., nachdem die Studierenden durch das Praxissemester bereits mehrmonatige praktische Erfahrungen gesammelt haben und sich auch schon mit der zukünftigen Berufstätigkeit beschäftigen.

2 Der Bedarf für Demokratiearbeit in Bibliotheken

Das Thema Bibliotheken und ihre Rolle in der Demokratie(arbeit) ist in den vergangenen Jahren besonders aktuell und auch immer stärker beforscht geworden. Schon 2019 beschreibt Hobohm,[1] wie in einem mehrjährigen Forschungsprojekt seit 2016 der Stellenwert der Bibliotheken für die demokratische und die digitale Gesellschaft in verschiedenen europäischen Ländern über mehrere Jahre repräsentativ untersucht wurde und kommt zu dem Gesamtergebnis, dass „die neue politische Rolle von Bibliotheken von der Bevölkerung angenommen und gefordert wird, und dass Bibliothekarinnen und Bibliothekare sich auch in dieser Rolle sehen“.[2] Ebenfalls im Jahr 2019 wird das erste Positionspapier Bibliotheken und Demokratie des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv) veröffentlicht, das 2023 in der zweite Auflage erschienen ist.[3] Die Zeitschrift BuB publizierte im November 2019 ein Schwerpunktheft mit dem Titel Bibliotheken und Zivilgesellschaft[4] und auf dem Bibliothekartag in Hannover im Jahr 2020, der wegen Covid nicht stattfinden konnte, war eine Podiumsdiskussion mit dem Titel Bibliotheken als Orte ziviler Streitkultur und gelebter Demokratie? vorgesehen.[5] Van Vlimmeren[6] beschreibt eindrücklich, vor welche Herausforderungen z. B. fake news und deep fakes die Bibliotheken stellen und welche Mammutaufgabe es ist, diesem Phänomen zu begegnen, weil häufig eine gemeinsame soziale Realität fehlt. In seiner Stellungnahme zum Demokratieförderungsgesetz beantwortet der dbv 2022 die konkrete Frage „Wie tragen Bibliotheken zur Demokratieförderung bei?“ mit drei Aspekten: der informationellen Grundversorgung, die sich aus Artikel 5 des Grundgesetztes „Meinungs- und Informationsfreiheit“ ableitet, der Förderung von Bildungsprozessen wie Medien- und Informationskompetenz und als Orte der Informationsfreiheit.[7] Die Bedeutung des Themas für die Institution Bibliothek ist unbestritten. Bibliotheken sollen „Orte gelebter Demokratie und einer vitalen demokratischen Kultur sein“.[8] Auch Barbian[9] hat bereits 2019 diese Bedeutung von Bibliotheken als Orte der demokratischen Teilhabe in ähnlichen Worten explizit formuliert.

Daran schließt sich jedoch die Frage an, wie Bibliotheksmitarbeitende für diese komplexe Aufgabe der Demokratiearbeit konkret geschult und auf Herausforderungen im Bibliotheksalltag vorbereitet werden können. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die 2023 erschienene Broschüre Alles nur leere Worte? Zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts,[10] das der Bundesverband mobile Beratung (mbr) als Handreichung für Bibliotheken herausgegeben hat. Sie enthält nicht nur Vorschläge für demokratische Leitbilder, sondern gibt auch konkrete Handlungsempfehlungen für kontroverse Situationen, angefangen bei Bestandsfragen und rechter Literatur bis hin zu Störungen von Veranstaltungen oder Bedrohungen. Allein der Umfang der Broschüre mit 60 Seiten unter Benennung etlicher Praxisvorkommnisse zeigt die Bedeutung von Beratung und konkrete Unterstützungsmaßnahmen in diesem Feld.

3 „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen“ – eine neue Wahl-Lehrveranstaltung an der TH Köln

Was kann eine Veranstaltung für Studierende in diesem komplexen Umfeld leisten? Zunächst ist sicher die Entwicklung eines Bewusstseins für diese Thematik zu nennen, die im zukünftigen Berufsleben mehr oder weniger stark ausgeprägt sein könnte. Doch insgesamt gehen die Ziele der Veranstaltung darüber hinaus: Einerseits geht es darum, in späteren herausfordernden Gesprächssituationen rhetorisch gewappnet zu sein. Andererseits soll für die Studierenden deutlich werden, dass es sich bei der Auseinandersetzung mit den Parolen nicht nur um Alltagsrhetorik handelt, sondern dass es darum geht, u. a. gesellschaftlich und politisch bedingte Vorurteile zu begreifen und ihnen entgegenzuwirken. Damit wird der Handlungsrahmen des Argumentationstrainings gesellschaftspolitisch im Sinne eines Beitrags zur politischen Bildung verstanden.

3.1 Konzept und Inhalte

Im Zentrum der Betrachtung stehen Vorurteile, denn laut Hufer sind Stammtischparolen nichts Anderes als in Worte gefasste Vorurteile.[11] Das Oxford Language Dictionary (Deutsche Ausgabe) definiert ein Vorurteil als „nicht objektive, meist von feindseligen Gefühlen bestimmte Meinung, die sich jemand ohne Prüfung der Tatsachen voreilig, im Voraus über jemanden, etwas gebildet hat“.[12]

Abb. 1: Prof. Hufer während der Veranstaltung im WS 23/24 an der TH Köln, ©Klaus-Peter Hufer
Abb. 1:

Prof. Hufer während der Veranstaltung im WS 23/24 an der TH Köln, ©Klaus-Peter Hufer

Was meint der Begriff der Stammtischparolen im Seminar? Hufer definiert die Stammtischparole wie folgt:

„Die Stammtischparole steht stellvertretend für zugespitzte und drastisch vorgetragene rassistische, populistische, diskriminierende und sexistische Äußerungen, die in Umlauf gebracht werden und mit Halbwahrheiten bestückt sind. Stammtischparolen sind polarisierend und transportieren negative Vorurteile. […] Die Stammtischparole ist ein Stellvertreterbegriff für eindeutige weltanschauliche, vorzugsweise politische Botschaften, für platte Sprüche und für aggressive Rechthaberei. Was damit gemeint ist, ist landauf, landab bekannt, in Deutschland, Österreich und der Schweiz; auch in anderen Ländern gibt es entsprechende Begriffe.“[13]

Vom Konzept her ist das Argumentationstraining als Seminar oder Workshop angelegt, d. h., es geht um eine offene Lernsituation, in der sich eine kleine Gruppe intensiv mit einem praxisorientierten Thema auseinandersetzt. Durch praktische Übungen erarbeitet sich die Gruppe das Thema in kooperativer, aber moderierter Arbeitsweise selbst. Im konkret vorliegenden Argumentationstraining wird besonders hervorgehoben, dass das Lernen durch die simulierte, unter anderem auch in Rollenspielen geübte verbale Auseinandersetzung geschieht, die später gemeinsam analysiert und bewertet wird. Zwar gibt die Leitung des Workshops auch Informationen zum Thema, der Fokus liegt aber auf den eigenen Erfahrungen, der gemeinsamen Übung und deren Betrachtung und Einordnung.[14]

Angeboten wurde die Veranstaltung bereits im Wintersemester 22/23 und im Wintersemester 23/24 als dreitägige Blockveranstaltung am Beginn des Semesters. Die Einführung in das Thema Bibliotheken und Demokratie und die Einordnung in den bibliothekarischen Kontext erfolgt durch die Seminarleitung der TH Köln, die die Veranstaltung in Köln gemeinsam mit Herrn Prof. Hufer geplant, durchgeführt und gestaltet hat.

3.2 Methoden

Das Argumentationstraining ist als interaktives Seminar konzipiert für dessen Durchführung und Arbeitstechniken differenzierte Methodenempfehlungen vorliegen.[15]

Die erste Übung für die Studierenden beginnt beispielsweise damit, dass der Satz vervollständigt werden soll: „Stammtischparolen sind …“. Gesucht werden Adjektive, d. h. Eigenschaften und Merkmale von Stammtischparolen. In der Veranstaltung im Wintersemester war innerhalb weniger Minuten ein umfangreiches Ergebnis erreicht:

Beispiel: Stammtischparolen sind: „verallgemeinernd“, „emotional“, „Angst besetzt“, „herabwertend“, „prägnant“, „unreflektiert“, „menschenverachtend“, „voller Vorurteile“, „dogmatisch“.

Anschließend besteht die Aufgabe darin, die gesammelten Adjektive mit ihrem Gegenteil zu „überschreiben“, d. h., es werden Antonyme gesucht. Auf diese Weise soll Verständnis für die Schwierigkeiten geweckt werden, die es bei der Entgegnung auf Stammtischparolen gibt. Darüber hinaus wird deutlich, welche Eigenschaften aufgebracht werden müssen, um auf diese zu reagieren, z. B. pauschalisierend – spezifisch.

Die zweite Übung besteht aus einem Brainstorming der Teilnehmenden im Hinblick auf Stammtischparolen, die allgemein bekannt sind oder mit denen sie selbst schon einmal konfrontiert wurden. Die Stammtischparolen können von allen Teilnehmenden spontan in den Raum gerufen werden und es ist wichtig, für diese Übung genug Zeit und Raum zu lassen. Oftmals ergeben sich aus einem Satz weitere oder ähnliche Formulierungen und Assoziationen. In vielen Fällen erzählen die Teilnehmenden auch von Situationen, in denen sie die Stammtischparolen im privaten Kontext gehört haben. Gerade in diesen Fällen entsteht häufig ein innerliches Unbehagen und die besondere Herausforderung, angemessen damit umzugehen und sachlich klar zu reagieren. Wie in jedem Brainstorming werden die Antworten nicht kommentiert, sondern lediglich visualisiert. Die Sammlung geschieht auf einem Flipchart, um später damit weiterarbeiten zu können.

Was wird in diesem Kontext geübt und wie? Hier kann das Beispiel „Man wird ja wohl sagen dürfen, dass Ausländer häufiger kriminell sind als Deutsche!“ herangezogen werden. Als Antwort bzw. als Rückfrage wäre angebracht: Wer sind denn „die Ausländer“? Auch Österreicher, Schwedinnen, durchreisende Touristen, japanische Manager, der griechische Chefarzt, die holländische Physiotherapeutin oder der türkische Gemüsehändler? Bei der Antwort wird deutlich, dass nur eine bestimmte Gruppe gemeint ist, die mit negativen Vorurteilen oder rassistischen Klischees belegt wird. Wichtig ist zu erkennen, dass die Studierenden von dem Containerbegriff „Ausländer“ wegkommen und die Kriminalität vergleichbarer gleicher Gruppen betrachten, z. B. junge deutsche Männer, die in prekären Verhältnissen leben mit etwa gleichaltrigen männlichen Asylbewerbern. Dann hat man einen soziologisch begründeten Vergleich und keine rassistisch motivierte Vorwegannahme. Als konkretes Vorgehen wird angeregt, Kategorisierungen abzulehnen und Verallgemeinerungen aufzulösen. In dem Moment, indem solche Generalisierungen ins Gespräch gebracht werden, helfen Nachfragen, wer ganz konkret mit „die Politiker“ oder „die Flüchtlinge“ gemeint sind. Im Seminar wird versucht, allen Stammtischparolen entgegenzutreten und sprachlich angemessen zu reagieren. Hinweise zum Umgang mit diesen und ähnlichen Aussagen sind unter „10 Tipps zum Umgang mit populistischen Parolen“ zusammengefasst.[16]

Abb.: 2: Studierende beim Rollenspiel im Seminar, ©Klaus-Peter Hufer
Abb.: 2:

Studierende beim Rollenspiel im Seminar, ©Klaus-Peter Hufer

Anschließend hat jeder Teilnehmende die Möglichkeit, die Gesamtheit der gefundenen Stammtischparolen zu priorisieren, d. h., die drei Formulierungen auszuwählen, die am wichtigsten erschienen oder die größte Bedeutung haben. Das Thema, das für die gesamte Gruppe die größte Bedeutung besitzt, wird anschließend im Rollenspiel wieder aufgegriffen.

3.3 Rollspiel „Stammtisch“

Rollenspiele eignen sich besonders als Methode zum Training sozialer Verhaltensweisen und zur Erforschung des eigenen Rollenverhaltens sowie des Verhaltens anderer. Sie bieten als Lernstrategie die Möglichkeit, Lernprozesse als Spielhandlungen zu gestalten und ausgewählte Konflikt- und Entscheidungssituationen des gesellschaftlichen Lebens zu simulieren.[17]

Die Teilnehmenden werden in zwei Gruppen eingeteilt und je drei Teilnehmende argumentieren auf der Seite „pro“, während drei andere Teilnehmende auf der Seite „contra“ spielen.

Als kleine Rahmenhandlung für den Stammtisch kommt der Wirt an den Tisch, begrüßt die Gäste und reißt das gewählte Thema kurz an, bevor er die Gäste der Diskussion überlässt. Nach ca. 15–20 Minuten schließt er die Diskussion wieder.

Im Anschluss an das Rollenspiel wird reflektiert, wie sich die Schauspielenden gefühlt haben und was das Publikum beobachtet bzw. wie es die Situation wahrgenommen hat. Dabei wird besonders die Realitätsnähe des Rollenspiels erörtert, aber auch Inhalt, Rhetorik, Emotion in den Gesprächsbeiträgen. Im konkreten Fall konnte beobachtet werden, dass der Gesprächsanteil der Gruppe „Stammtischparolen“ mit 60–70 % deutlich über dem der Gruppe „Gegenrede“ lag. Klaus-Peter Hufer führt dies darauf zurück, dass die Äußerung von Stammtischparolen oft schnell und unreflektiert erfolgt, während die Gegenseite versucht, sich Argumente und damit Gesprächsanteile zu erarbeiten.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung werden noch zahlreiche Übungen durchgeführt. So haben die Teilnehmenden z. B. die Aufgabe, eine einzelne Parole aufzuschreiben und diese dann konkret zu widerlegen und dem Auditorium zu präsentieren. Im Kontext der Übung stellt Hufer „zehn Tipps zum Umgang mit populistischen Parolen“ vor.[18] Auch eine Diskussion zum Thema „Man darf ja nichts mehr sagen …“ stellt die Teilnehmenden in Kleingruppen vor neue argumentative Aufgaben. Erweitert wird das Methodenspektrum durch die Besprechung zweier Filme: Die Integrationslüge – Warum Integration nicht gelingen kann und Gaststätte zur deutschen Eiche.[19]

Zwischen den genannten Übungsteilen gibt es weiteren theoretischen Input, der insbesondere die Begriffe „kognitive Dissonanz“, „Populismus“ und „kulturelle Hegemonie“ vorstellt und erläutert. Gleiches gilt für die Zentralbegriffe „ihr“ und „wir“ in Zitaten der identitären Bewegung und verschiedenen Begriffen der „neuen Rechten“, wie Ethnopluralismus, Heimat und Nation.[20]

4 Seminarleistung: Durchführung eines leitfadengestützten Interviews in einer Bibliothek[21]

Als Seminarleistung wurde die Aufgabe formuliert, die demokratiepolitische Arbeit einer Öffentlichen Bibliothek im persönlichen Umfeld der Studierenden zu beleuchten. Dazu wurde mit Mitarbeitenden der Bibliothek ein Interview zur Demokratiearbeit geführt. Ziel war es herauszufinden, wie die generelle Einschätzung zum Thema ist, ob es schon demokratiefeindliche Vorkommnisse in der jeweiligen Bibliothek gegeben hat und wie die Bibliothek ggf. reagiert hat. Auch die Einschätzungen von etwaigen Maßnahmen zur Demokratiearbeit und zu Bestandsaspekten sollen angesprochen werden. Kriterien für die Auswahl der Bibliotheken waren vor allem die Erreichbarkeit im Umfeld der Studierenden sowie bereits bestehende Kontakte durch das Praxissemester. Aufgrund der Annahme, dass dort die Problematik wegen einer großen und heterogenen Gruppe von Nutzer*innen ggf. präsenter sein könnte, wurden überwiegend mittelgroße bis große Öffentliche Bibliotheken von den Studierenden angefragt. Nach Durchführung aller Interviews erfolgte eine gemeinsame Auswertung durch die Studierenden.

4.1 Entwicklung eines Interviewleitfadens

Das Grundgerüst des Interviewleitfadens wurde während des Seminars entwickelt. Dafür fanden sich die Studierenden zunächst in Kleingruppen zusammen, um mögliche Fragen an ihre Interviewpartner*innen zu sammeln. Beim Zusammentragen der Ideen im Plenum kristallisierten sich schnell zwei Themenbereiche heraus, die später auch so in den Leitfaden übernommen wurden: Zum einen ging es um Fragen zu antidemokratischen Vorfällen in Bibliotheken. Dies umfasste Bereiche wie die allgemeine/interne Wahrnehmung des Themas sowie bereits erlebte Störungen vor Ort, bei Veranstaltungen und im digitalen Raum. Darüber hinaus sollte erforscht werden, inwiefern sich Bibliotheken auf mögliche Konfliktsituationen vorbereiten, sei es durch Mitarbeiterschulungen oder Einschränkungen bei der Raumvermietung. Der zweite Themenblock beschäftigte sich mit dem Bestandsaufbau. Gezielt wurde gefragt, wie mit problematischen Medien umgegangen wird, ob Veränderungen in den Ausleihzahlen bestimmter Bücher beobachtet werden und ob bestimmte Verlage aus dem Bestand ausgeschlossen werden.

Insgesamt umfasste der Leitfaden 13 Fragen, darunter eine Eisbrecher-Frage und zwei optionale Fragen zur Nutzung von Angeboten externer Akteure im Bereich der demokratiefördernden Arbeit.

4.2 Durchführung der Interviews

Insgesamt wurden (Stand 08.01.2024) 18 Bibliotheken angeschrieben. Davon wurden elf Einladungen zu einem Interview angenommen, sechs wurden abgelehnt, eine Antwort steht noch aus. Die Absagen wurden hauptsächlich damit begründet, dass die Bibliotheken zu diesem Thema nichts zu sagen hätten. Bis zum Redaktionsschluss wurden acht Interviews durchgeführt. Die Interviews dauerten in der Regel zwischen 20 und 40 Minuten.

Von Seiten der meisten Bibliotheken wurde großes Interesse am Thema bekundet. Allerdings waren mehrere Interviewpartner*innen aufgrund fehlender Erfahrungen mit Demokratiefeindlichkeit innerhalb ihrer Bibliothek unsicher, ob sie die Fragen ausreichend beantworten könnten. Zudem war bei einigen Anfragen unklar, wer für die Beantwortung zuständig ist. Dennoch stellten sich die Bibliotheken den Fragen der Studierenden und es ergaben sich interessante Gespräche.

Interviewleitfaden:

Einstieg

  1. Bibliotheken werden oft als demokratische Räume bezeichnet. Sehen Sie die Bibliothek als politisch neutrale Einrichtung? Was bedeutet das für Sie im Alltag?

Themenblock 1: Demokratiefeindliche Vorkommnisse

  1. Wie (relevant) schätzen Sie das Thema der Demokratiefeindlichkeit für Ihre Bibliothek ein?

  2. Inwiefern nehmen Sie extreme politische Richtungen als Problem für Bibliotheken wahr?

  3. Werden Sie manchmal von Ihren Nutzenden mit Stammtischparolen (populistischen Äußerungen) konfrontiert? Wenn ja, wie äußern sich diese?

  4. Haben Sie in Ihrer Institution schon einmal konkrete Erfahrungen mit demokratiefeindlichen Vorkommnissen gemacht?

  5. Werden Mitarbeitende für solche Konfliktsituationen geschult?

  6. Sind bei der Planung von Veranstaltungen oder im digitalen Raum mögliche rechtspopulistische Störer*innen ein Thema?

  7. Gibt es Einschränkungen bei der Vermietung der Räume, sollte bekannt sein, dass die Buchenden demokratiefeindliche Ansichten vertreten?

Themenblock 2: Bestandsfragen

  1. Wie gehen Sie in der Akquise mit Medien, die ggf. als demokratiefeindlich eingestuft werden könnten, um?

  2. Beziehen Sie Standing Order, über die potenziell problematische Medien geliefert werden können?

  3. Werden Medien von bestimmten Verlagen gar nicht, teilweise oder uneingeschränkt bestellt?

  4. Wie sieht es bei entsprechenden Nutzendenwünschen aus?

  5. Kontextualisieren Sie Medien an den Rändern?

  6. Beobachten Sie Veränderungen der Ausleihzahlen bei demokratiefeindlicher Literatur?

Themenblock 3: Ressourcen – optional

  1. Seitens verschiedener Akteur*innen gibt es Angebote der demokratischen Arbeit, z. B. die mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR). Nehmen Sie die Unterstützung von Bibliotheken beim Umgang mit Demokratiefeindlichkeit als ausreichend wahr?

  2. Welche Angebote werden ggf. von der Bibliothek genutzt und warum? (Mögliche Nachfrage, wenn nein: Welche Angebote würden Sie sich wünschen, wo sehen Sie Aufholbedarf? Wie sehen Sie die Unterstützung seitens von Bund und Ländern?)

4.3 Ergebnisse der Interviews

Im Rahmen der von den Studierenden geführten Interviews mit den Bibliotheken wurde schnell deutlich, dass es ein breites Spektrum an Erfahrungen mit Stammtischparolen gibt.

Dabei identifizierten sich die Bibliotheken nur zum Teil als tatsächlich politisch neutrale Institutionen. Ein mehrfach genanntes Statement war, dass Öffentliche Bibliotheken nicht politisch neutral sein könnten, da sich Bibliotheken als Institutionen unserer Demokratie von anderen Staatsformen abgrenzen und damit bereits eine politische Position vertreten würden. „Es ist die Frage, inwieweit Demokratie oder demokratische Räume überhaupt politisch neutral sein können“, so einer der Teilnehmenden. Alle Interviewpartner*innen wiesen jedoch auf das parteipolitische Neutralitätsgebot der Bibliotheken innerhalb des demokratischen Systems hin.

Nach dieser Einstiegsfrage wurden die Gesprächspartner*innen gefragt, wie relevant das Thema Demokratiefeindlichkeit für die eigene Institution eingeschätzt wird. Die Hälfte der befragten Bibliotheken schätzt das Thema Demokratiefeindlichkeit als sehr relevant ein, die andere Hälfte als weniger relevant. Einigkeit besteht jedoch darin, dass das Thema aufgrund gesamtgesellschaftlicher Tendenzen für die Bibliotheksarbeit immer wichtiger wird. Die Relevanz für die jeweilige Bibliothek steigt insbesondere dann, wenn es Versuche gibt, über die Lokalpolitik Einfluss auf den Bibliotheksalltag und den Bibliotheksbestand zu nehmen. Extreme politische Strömungen werden dabei von allen teilnehmenden Bibliotheken als Problem wahrgenommen. Die Wahrnehmung ist dabei jedoch unterschiedlich: Extremistische Strömungen wurden in den letzten Jahren stärker lokal wahrgenommen, konkrete Vorfälle gab es in den meisten Bibliotheken jedoch nicht. Bis auf eine Ausnahme stellten extremistische Gruppen kein konkretes Problem für die Bibliotheken dar. Zwar halten die Vertreter*innen extremer politischer Richtungen aktuell keine nennenswerte Macht in relevanten Institutionen und Gremien, jedoch ist klar, dass Öffentliche Bibliotheken ein geeignetes Ziel im öffentlichen Raum darstellen. „Die [extremen Gruppen] sind jetzt aber nicht so bedrohlich, als dass wir uns jetzt schon großartige Sorgen machen müssten. Und die werden auch generell in der […] Lokalpolitik nicht besonders ernst genommen“, lautet die Aussage einer Großstadtbibliothek.

In Ausnahmefällen wurde versucht, Einfluss auf die Zusammensetzung der Bibliotheksbestände zu nehmen. Diese Forderungen kamen meist von kleinen, aber lautstarken lokalen Gruppen. Diese Forderungen wurden von den Bibliotheken mit Verweis auf Artikel 5 des Grundgesetzes und das Bestandskonzept zurückgewiesen. Eine Bibliothek wies darauf hin, dass die eigentliche Herausforderung darin bestehe, sich diesen Einflussversuchen sachlich und klar zu widersetzen, was jedoch von den einzelnen Bibliotheksteams und Mitarbeitenden unterschiedlich bewältigt werden könne.

Sieben von acht Bibliotheken hatten bereits vereinzelte Situationen, in denen es zu einer Konfrontation mit Stammtischparolen durch Nutzende kam. Insbesondere kam es während der Pandemie zu vermehrten Zwischenfällen. Dabei wurden meistens Vorwürfen gegenüber den Bibliotheksmitarbeitenden durch Nutzende geäußert. Die Aussage „Das darf man ja nicht mehr sagen“ wurde laut einer Bibliothek „inflationär“ verwendet. Auch Rassismusvorwürfe und die Beschimpfung der Mitarbeitenden als Nazis bei Zurechtweisungen aufgrund von Verstößen gegen die Hausordnung wurden vermehrt genannt. Eine Bibliothek wies darauf hin, dass Bibliotheken zwar immer ein Ort der Diskussion in der demokratischen Gesellschaft sein wollen, gleichzeitig aber auch einen geschützten Raum für gefährdete Gruppen bieten wollen. Die meisten Interaktionen mit den Nutzer*innen verlaufen jedoch nach Aussage aller Beteiligten sehr positiv.

Auf die Frage, ob die eigene Institution bereits konkrete Erfahrungen mit demokratiefeindlichen Vorfällen gemacht hat, kam es zu einem heterogenen Ergebnis. Die Hälfte der befragten Bibliotheken konnte von konkreten Situationen online und vor Ort berichten, die andere Hälfte berichtete von keinen Ereignissen mit demokratiefeindlichen Akteur*innen.

Wenn es zu konkreten Vorfällen kam, waren diese in der Regel auf lokale Gruppen zurückzuführen. Diese demokratiefeindlichen Vorfälle beinhalteten das Verstecken von politischen Flyern in Regalen und Büchern, Vandalismus an Wänden und in Toiletten, oft mit der Verwendung von verfassungswidrigen Symbolen wie dem Hakenkreuz und extremistischen Parolen. Dabei sind queer- und islamfeindliche Aussagen besonders oft vertreten.

Bei Veranstaltungen dieser Gemeinschaften kam es in einem Fall mehrfach zu Demoaufrufen durch lokale Akteur*innen stellvertretend für andere Beispiele sei der Aufruf zu Demonstrationen gegen die Lesung einer Dragqueen in rechten Foren sozialer Netzwerke. Anfeindungen im digitalen Raum, insbesondere über E-Mail und Social Media, wurden von den Bibliotheken mehrfach genannt.

Die Bibliotheken reagierten mit Strafanzeigen, dem Ausschluss einzelner Personen aus der Bibliothek und internen Sicherheitskonzepten. Polizeipräsenz bei Veranstaltungen, die ein Ziel demokratiefeindlicher Auseinandersetzungen sein könnten, wurde von zwei Bibliotheken als Teil ihres Sicherheitskonzepts genutzt.

Eine Bibliothek wies darauf hin, dass die Menge der demokratiefeindlichen Vorkommnisse stark von lokalen politischen Gruppen und individuellen Akteur*innen abhinge. Wenn die Bibliothek einmal als Ziel wahrgenommen werde, würden sich Vorkommnisse wiederholen, um innerhalb der Institution eine Plattform für Demokratiefeindlichkeit zu schaffen.

Eine Schulung der Mitarbeiter*innen für den Umgang mit Stammtischparolen findet laut den Teilnehmenden in zwei Bibliotheken statt. Insbesondere in Bibliotheken, in denen es wiederholt zu akuten Konfliktsituationen kommt, werden die Mitarbeiter*innen auf den Umgang mit diesen vorbereitet. Sechs der acht befragten Bibliotheken teilte den Studierenden mit, dass Schulungen „bisher noch nicht notwendig [waren], aber wir besprechen solche Notfallpläne und wie wir damit umgehen“, so eine der befragten Bibliotheken. In jedem Fall hätten die Mitarbeitenden aber das Hausrecht und können Personen im Konfliktfall des Hauses verweisen. Fortbildungen im Bereich Diversity und Antidiskriminierung, sowie Sicherheitstrainings werden von den meisten Bibliotheken durchgeführt. Alle Bibliotheken setzen nach eigenen Angaben deeskalierende Maßnahmen in Konfliktsituationen ein.

Bei der Planung von Veranstaltungen waren rechtspopulistische Störer*innen für die Bibliotheken bisher nicht relevant, jedoch bereitet sich die Hälfte der befragten Institutionen auf mögliche zukünftige Störungen vor. Die Mehrheit (fünf Bibliotheken) stehen in diesem Zusammenhang auch in Kontakt mit der örtlichen Polizei.

Auf die Frage, ob es Einschränkungen bei der Vermietung der Bibliotheksräume gibt, kam es zu unterschiedlichen Ergebnissen. Zwei Bibliotheken stellen generell keine Räumlichkeiten für externe Veranstaltungen zur Verfügung. Bei den meisten Bibliotheken ist die Nutzung der Räume kostenlos und nur für Kooperationspartner*innen und andere Fachbereiche möglich: „Das [Vermieten von Räumen] machen wir in der Regel einfach gar nicht, weil wir die Räume selbst brauchen. Wenn, dann sind das meistens bibliotheksbezogene Veranstaltungen, wo wir Kooperationspartnerinnen sind“, so ein Teilnehmer. Im Falle von Störungen und notwendigen Einschränkungen bei Veranstaltungsanfragen sind in mehreren Bibliotheken bereits Ansprechpartner*innen, z. B. in der Stadtverwaltung, darauf vorbereitet. Zwei der befragten Bibliotheken untersagen die parteipolitische Nutzung ihrer Räume für externe Veranstaltungen. Dies begründen die Institutionen mit der Wahrung der politischen Neutralität.

Der Umgang mit potenziell demokratiefeindlichen Medien während der Akquise unterscheidet sich im Detail von Bibliothek zu Bibliothek. Es lässt sich festhalten, dass alle befragten Bibliotheken sich der Problematik bewusst waren und grob zwei Lagern zugeordnet werden konnten: Die Hälfte der Bibliotheken gab an, bei der Akquise bestimmte radikale Verlage und Autor*innen bewusst auszuschließen oder zu vermeiden, hier wurde in den Interviews mehrfach die Problematik der Definition der „Demokratiefeindlichkeit“ angesprochen. Daher werde nur in Extremfällen ein genereller Ausschluss von der Akquise vorgenommen. So äußerte sich einer der Befragten:

Tab.: 1

Tabellarische Übersicht der Ergebnisse

Fragen

1. Sehen Sie die Bibliothek als politisch neutrale Einrichtung? 

Ja: 3

Nein: 5

k.A.: 0

2. Wie (relevant) schätzen Sie das Thema der Demokratiefeindlichkeit für Ihre Bibliothek ein?

relevant: 3

wenig relevant: 3

nicht relevant: 2

3. Inwiefern nehmen Sie extreme politische Richtungen als Problem für Bibliotheken wahr?

4. Werden Sie manchmal von Ihren Nutzenden mit Stammtischparolen (populistischen Äußerungen) konfrontiert?

Ja: 8

Nein: 0

k.A.: 0

5. Haben Sie in Ihrer Institution schon einmal konkrete Erfahrungen mit demokratiefeindlichen Vorkommnissen gemacht?

Ja: 4

Nein: 4

k.A.: 0

6. Werden Mitarbeitende für solche Konfliktsituationen geschult?

Ja: 2

Nein: 6

k.A.: 0

7. Sind bei der Planung von Veranstaltungen oder im digitalen Raum mögliche rechtspopulistische Störer*innen ein Thema?

Ja: 3

Nein: 5

k.A.: 0

8. Gibt es Einschränkungen bei der Vermietung der Räume, sollte bekannt sein, dass die Buchenden demokratiefeindliche Ansichten vertreten?

Ja: 3

Nein: 2

k.A.: 3

9. Wie gehen Sie in der Akquise mit Medien, die ggf. als demokratiefeindlich eingestuft werden könnten, um?

10. Beziehen Sie Standing Order, über die potentiell problematische Medien geliefert werden können?

Ja: 7

Nein: 1

k.A.: 0

11. Werden Medien von bestimmten Verlagen gar nicht, teilweise oder uneingeschränkt bestellt?

Ja: 5

Nein: 3

k.A.: 0

12. Wie sieht es bei entsprechenden Nutzendenwünschen aus?

Sonderprüfung: 3

Kein Kauf: 4

k.A.: 1?

13. Kontextualisieren Sie Medien an den Rändern?

Ja: 1

Nein: 7

k.A.: 0

14. Beobachten Sie Veränderungen der Ausleihzahlen bei demokratiefeindlicher Literatur?

Ja: 0

Nein: 1

k.A.: 7

15. Nehmen Sie die Unterstützung von Bibliotheken beim Umgang mit Demokratiefeindlichkeit als ausreichend wahr?

Ja: 0

Nein: 3

k.A.: 5

16. Welche Angebote werden ggf. von der Bibliothek genutzt und warum? 

- 

„Das ist aber meines Erachtens keine Entscheidung, die leicht zu treffen ist […]. Wenn sich die Leute von irgendwas eine Meinung bilden möchten, dann sind wir ja eigentlich die erste Anlaufstelle, wo sich Leute eine Meinung zu einem Medium bilden können, ohne dieses Medium finanziell zu unterstützen, indem sie es kaufen.“

Die andere Hälfte der Bibliotheken entscheidet sich gegen ein solches Vorgehen. Hier wurde vor allem die Unterstützung der freien Meinungsbildung hervorgehoben, ein generelles Vermeiden oder Ausschließen von Verlagen oder Autor*innen findet hier nicht statt.

„Wir beschaffen in der Regel, sofern unsere finanzielle Situation dies zulässt, Titel verschiedenster Verlage. Nur explizit als strafrechtlich relevant eingestufte oder von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien für Kinder und Jugendliche nicht freigegebene Medien kaufen wir nicht.“

Dass Medien aus dem politischen Randbereich auch über die Standing Order in den Bestand einer Bibliothek gelangen können, war allen Befragten ein bekanntes Problem. Solche Vorfälle kommen in allen Bibliotheken nur vereinzelt vor, mehrere Befragte gaben an, dass potenziell problematische Titel vor allem über die Bestseller-Listen in den Bestand gelangen. Die Strategien, wie dann mit solchen Medien verfahren wird, variieren unter den Bibliotheken stark.

Werden problematische Medien konkret von Nutzenden nachgefragt, zeigen sich bei den befragten Institutionen ebenfalls verschiedene Herangehensweisen. Während bei einer der Bibliotheken keine Vorfälle dieser Art eingetreten sind, wird in einem solchen Fall bei ungefähr der Hälfte der Bibliotheken eine Einzelfallprüfung eingeleitet, die Entscheidung über eine mögliche Akquise liegt dann beim Lektorat. Die zweite Hälfte der Befragten gibt an, derartige Anschaffungsvorschläge aus fachlichen Kriterien abzulehnen. Mehrere der Bibliotheken verweisen unabhängig von der eigenen Strategie bei Nachfragen von Nutzenden auf die Möglichkeit der Fernleihe.

Kontextualisiert wird in den befragten Institutionen bis auf eine Ausnahme ausschließlich indirekt durch den Bestand. Die Mehrheit der befragten Bibliotheken schließt andere kontextualisierende Maßnahmen wie beispielsweise Annotationen oder Warnhinweise aus. Mehrfach wurde in diesem Kontext auf das bibliothekarische Neutralitätsgebot Bezug genommen, „das Schwergewicht soll sowieso auf den Sachen sein, die nicht so einseitig sind, aber wir machen zum Beispiel keine Annotationsschildchen dazu, denn das würde uns im gewissen Sinne auch nicht zustehen, denn wir wollen ja auch keine Meinungsmache betreiben“.

Eine Veränderung der Ausleihzahlen problematischer Medien konnte von keiner Bibliothek eindeutig eingeschätzt werden, da diese Werke, sofern sie überhaupt im Bestand vorhanden sind, nicht als solche gruppiert und statistisch erfasst werden. Ein Interviewpartner bemerkte allerdings, dass Bücher von kontrovers diskutierten Autor*innen zwar manchmal aus Neugierde vor Ort durchgeblättert werden, dann aber doch „wie Blei im Regal“ stehen und geringe Ausleihzahlen erreichen.

Abschließend kann festgehalten werden, dass vereinzelt von Bibliotheken der Wunsch nach mehr Unterstützung in diesem Themenfeld geäußert wurde. Konkret wurde die Idee einer Fachstelle formuliert, die rechtliche Hilfestellung zu diesem Themenfeld für Bibliotheken leistet und Weiterbildungen organisiert. Auch wurde der Wunsch nach einer kritischen Auseinandersetzung mit Medien aus diesem Spektrum durch Stellen wie beispielsweise der EKZ genannt.

4.4 Diskussion der Ergebnisse

Das Thema „demokratiefeindliche Vorkommnisse in Bibliotheken“ war bei den Interviewpartner*innen unterschiedlich präsent. Die Reaktionen auf die Interviewanfrage reichten von anfänglicher Unsicherheit bis hin zu großem Interesse am Thema. Einige Interviewpartner*innen wiesen vor dem Gespräch darauf hin, wenig bis gar nichts zu dem Thema sagen zu können. Dies war auch der Grund für einige Absagen. Dennoch zeigte sich im Laufe des Gesprächs und auch während einer Vorabrecherche durch die Interviewpartner*innen, dass es doch einige Vorkommnisse gab. Überraschend war der Grad der Auseinandersetzung mit dem Thema bei Bibliotheken, die nicht direkt von der Problematik betroffen waren. So gab es einige Bibliotheken, die bisher wenig betroffen waren und sich trotzdem mit dem Thema und präventiven Maßnahmen intensiv auseinandersetzen.

Die Ergebnisse der Interviews zeigen eine komplexe Realität der demokratiepolitischen Situation von Bibliotheken und stellten die Erwartungen der Studierenden auf den Prüfstand. Die Annahme, dass Großstadtbibliotheken stärker von demokratiefeindlichen Vorkommnissen betroffen wären, die den Interviews vorausging, erwies sich als falsch. So wurde im Vergleich der Interviewergebnisse deutlich, dass nah beieinanderliegende Großstadtbibliotheken sich unterschiedlich stark mit Demokratiefeindlichkeit konfrontiert sahen. Tatsächlich scheinen sowohl die Größe der Einrichtung als auch das stadtpolitische Klima nicht allein ausschlaggebend für die Häufigkeit und Intensität der Störungen durch Randgruppen zu sein.

Auch sind die Form und Intensität von demokratiefeindlichen Vorkommnissen verschieden. Es wurde erwartet, dass die meisten Bibliotheken geringfügig betroffen wären. Die Interviews ergaben, dass sich die Vorfälle in einzelnen Einrichtungen häuften und andere Institutionen wenig bis gar nicht betroffen waren. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die anderen Bibliotheken grundsätzlich nicht betroffen waren. Insgesamt sind die Eingriffe in den Bibliotheksalltag manchmal subtiler, werden oft als unbedeutend eingestuft oder im Bibliotheksteam nicht kommuniziert.

4.5 Reflexion der Studierenden zum Seminar

Die Wahrnehmung der Studierenden zum Thema war zu Beginn des Seminars unterschiedlich ausgeprägt. Während einige Studierende bereits durch eigene Erfahrungen in der Praxis für die Problematik sensibilisiert waren, war es für andere erschreckend und ernüchternd zu sehen, dass Bibliotheken als Zielscheibe im populistischen Kulturkampf genutzt werden können. Für die gesamte Gruppe hat sich jedoch spätestens während der Durchführung des Seminars die Bedeutung des Themas für Bibliotheken erschlossen.

Eine weitere Erkenntnis aus dem Seminar war, dass es wichtig ist, auch mit Personen zu argumentieren, die nicht überzeugt werden wollen. Sowohl als Bibliothekar*innen als auch im privaten Leben ist es wichtig zu zeigen, dass bestimmte Meinungen in einer toleranten und offenen Gesellschaft keinen Platz haben, auch wenn sie vom Grundgesetz gedeckt sind.

Die Rollenspiele halfen, sich auf solche Situationen vorzubereiten und spielerisch Grenzen zu setzen. Sie zeigten zum einen, wie schwierig es ist, auf populistische Argumente angemessen zu reagieren, wenn diese wenig Bezug zur Realität haben. Zum anderen wurden geeignete Taktiken aufgezeigt, die es erleichtern, mit solchen Situationen umzugehen, ohne rhetorische Expert*innen zu sein. Es wurde betont, dass es besser ist, etwas zu sagen, als Stammtischparolen unkommentiert zu lassen, und dass es entscheidend ist, gezielt nachzufragen und aus der Defensive herauszukommen. Präventive Maßnahmen in Bibliotheken wie Teamgespräche oder die Klärung von Handlungsspielräumen mit der Leitung und der Stadt schaffen zusätzliche Sicherheit. 

Eine weitere Erkenntnis des Seminars war, dass die Entwicklung solcher Argumentationsstrategien erlernbar ist und die Reaktion auf solche Herausforderungen verbessert. Allgemein wurde das Seminar von den Studierenden als Bereicherung wahrgenommen und es half, einen Überblick über das breite Themenfeld zu gewinnen. Positiv bewertet wurde das Seminar zudem für seinen gut strukturierten Aufbau und die praktischen Phasen, die den Grundstein für die Handlungssicherheit im Umgang mit extremistischen Aussagen oder Störer*innen legten.

5 Zusammenfassung und Ausblick

Die Bedeutung von Demokratiearbeit in Bibliotheken ist unbestritten und der Bedarf scheint in der aktuellen politischen Lage tendenziell immer größer zu werden. Das vorgestellte Argumentationstraining möchte Handreichung für den Umgang mit Stammtischparolen sein, rhetorische Unterstützung in herausfordernden Gesprächssituationen geben und den Studierenden helfen, gesellschaftlich und politisch bedingte Vorurteile zu erkennen.

Die Durchführung von leitfadengestützten Interviews in acht Öffentlichen Bibliotheken zum Thema Demokratiearbeit bietet eine Momentaufnahme in die demokratiepolitische Landschaft dieser ausgewählten Einrichtungen. Die Entwicklung des Interviewleitfadens, die Interviewdurchführung sowie die anschließende Auswertung liefern vielschichtige Ergebnisse, die einen facettenreichen Blick auf die Herausforderungen und Strategien Öffentlicher Bibliotheken im Umgang mit demokratiefeindlichen Vorkommnissen ermöglichen. Die unterschiedlichen Reaktionen der acht Bibliotheken, von großem Interesse bis hin zu Unsicherheit oder Absagen aufgrund vermeintlicher Irrelevanz des Themas, verdeutlichten hier noch eine Uneinheitlichkeit in der Wahrnehmung bzw. der Einschätzung der Bedeutung des Themas. Die Diskussion der Ergebnisse verdeutlicht, dass die ursprüngliche Annahme, dass Großstadtbibliotheken stärker von demokratiefeindlichen Vorkommnissen betroffen sind, hier nicht zutrifft. Hinsichtlich konkreter Erfahrungen mit demokratiefeindlichen Vorfällen ergibt sich eine heterogene Bilanz, wobei lokale politische Gruppen und individuelle Akteure eine maßgebliche Rolle spielen.

Die Reflexion der Studierenden zeigt, dass das Seminar eine Sensibilisierung für die Problematik bewirkt. Die Auseinandersetzung mit Argumentationsstrategien im Umgang mit populistischen Äußerungen wird als bereichernd empfunden. Die Erkenntnis, dass Argumentationsstrategien erlernbar sind und die Reaktion auf Herausforderungen verbessert werden kann, unterstreicht die praktische Relevanz des Seminars. Das Seminar trägt somit nicht nur zur Theoriebildung, sondern auch zur praxisorientierten Sensibilisierung und Handlungskompetenz der Studierenden bei. Es wird im kommenden Wintersemester erneut angeboten werden.

Über die Autoren

Prof. Dr. Simone Fühles-Ubach

Prof. Dr. Simone Fühles-Ubach

Apl. Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer

Apl. Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer

Literaturverzeichnis

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Online erschienen: 2024-06-11
Erschienen im Druck: 2024-07-31

© 2024 bei den Autorinnen und Autoren, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Artikel in diesem Heft

  1. Titelseiten
  2. Editorial
  3. Editorial: Bibliotheken und Politik
  4. Themenschwerpunkt: Bibliotheken und Politik
  5. Engagement für Bibliotheken fördern und sichtbar machen
  6. Politische Interessenvertretung für Bibliotheken: Themen, Forderungen, Methoden
  7. WEITER WISSEN. Mit uns! Mit der Kampagne WEITER WISSEN machen wissenschaftliche Bibliotheken ihre Leistungen für eine offene Wissenschaft und Forschung sichtbar
  8. „Es ist die Aufgabe der Verwaltung, das sachlich Notwendige möglich zu machen.“
  9. „Hexenjagd im Bayern-Staat“: Die Universitätsbibliothek der LMU München und die Holzer-Affäre 1974
  10. Eine Chronik laufender Ereignisse – Über die Bibliothek der ukrainischen Literatur in Moskau
  11. Interview mit Boryano Rickum über die rechtsextremen Vorfälle in der Bezirkszentralbibliothek Tempelhof in Berlin und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind
  12. Über Bibliotheken als Werkstätten der Demokratie
  13. Argumente gegen Stammtischparolen – auch für Bibliothekarinnen und Bibliothekare
  14. Bibliotheken: Die fünfte Gewalt im Staat?
  15. Bibliotheken aus systemtheoretischer Sicht. Eine Skizze
  16. Kommunal geschützt? – Trägerschaftsmodelle schwedischer Öffentlicher Bibliotheken auf dem Prüfstand. Einblicke in eine Debatte
  17. Kulturgutschutz und Bekämpfung von Desinformation – Aufgaben internationaler Bibliothekskooperation in Zeiten des Krieges
  18. Decolonising the Library – in Deutschland?
  19. Koloniale Kontexte in der Bibliothek. Vernetzen, Erschließen, Bereitstellen
  20. Subprime Impact Crisis. Bibliotheken, Politik und digitale Souveränität
  21. Thesen zur Zukunft des wissenschaftsgeleiteten Open-Access-Publizierens – Entwicklung und Diskussion in einem partizipativen Prozess
  22. Sie stehlen unsere Aufmerksamkeit!
  23. Was ist eine wissenschaftliche Bibliothek heute?
  24. Sonstige Beiträge
  25. Serendipität und Open Data. Richtlinien für die Implementierung von Empfehlungssystemen auf Entdeckungsplattformen
  26. Analyse der Abdeckung wissenschaftlicher Publikationen auf Semantic Scholar im Kontext von Open Access
  27. Chancen und Herausforderungen der E-Preferred-Strategie für die monografische Erwerbung in wissenschaftlichen Bibliotheken
  28. Der Berg ruft und ein Reiseunternehmen will geführt sein, wo steckt der Fehlerteufel? Ein Interview mit Markus Walter
  29. Rezensionen
  30. Pettegree, Andrew: The Book at War. Libraries and Readers in a Time of Conflict. London: Profile Books, 2023. 474 S., s/w-Abb. im Text, 31 Farbabb., ISBN: 978-1-80081-493-6, eISBN: 978-1-80081-495-0. Hardcover ₤ 30, Paperback ₤ 12,99
  31. Anne Baillot: From Handwriting to Footprinting: Text and Heritage in the Age of Climate Crisis. Cambridge: Open Book Publishers, 2023, 179 Seiten, ISBN 978-1-80511-089-7, https://doi.org/10.11647/OBP.0355
  32. Hassan Soilihi Mzé: Geöffnet – Gelenkt – Umgebaut. Universitätsbibliothek Leipzig, Deutsche Bücherei und Leipziger Stadtbibliothek zwischen institutioneller Reorganisation und politischer Instrumentalisierung (1945–1968/69). Leipzig: Leipziger Universitätsverlag, 2023. 266 S., ISBN 978-3-96023-555-2. Hardcover € 33,–
  33. Madeleine C. Fombad, Collence Takaingenhamo Chisita, Omwoyo Bosire Onyancha und Mabel K. Minishi-Majanja (Hrsg.): Information Services for a Sustainable Society: Current Developments in an Era of Information Disorder. Berlin, Boston: Walter de Gruyter, 2023. VII, 369 Seiten: Illustrationen, 129,00 €, ISBN 978-3-11-077268-5. Auch als PDF & EPUB
  34. Stefan Alker-Windbichler, Axel Kuhn, Benedikt Lodes, Günther Stocker (Hrsg.): Akademisches Lesen. Medien, Praktiken, Bibliotheken. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, V&R unipress 2022. 370 S.
  35. Verena-Christin Schmidt: Digitale und hybride Lernraumgestaltung in Wissenschaftlichen Bibliotheken, Wiesbaden: b.i.t. verlag gmbh, 2023, 118 Seiten, 24,50 €, ISBN 978-3-9824425-5-6
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