Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag untersucht die facettenreiche und ambivalente Rolle des Deutschen Kulturverbandes (DKV) als größter Schul- und Kulturverein der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit. Der DKV entstand 1919 als Nachfolger des Deutschen Schulvereins und entwickelte sich zu einem zentralen Akteur im Kampf um den Erhalt des deutschsprachigen Schulwesens. Dabei bewegte er sich in einem Spannungsfeld zwischen deklarierter Loyalität zum tschechoslowakischen Staat und diskreten Verbindungen nach Berlin. Verankert im liberalen akademischen Milieu Prags, vertrat der Verband eine moderate Linie und distanzierte sich explizit von Antisemitismus und radikalem Nationalismus. Gleichzeitig unterhielt er Kontakte zum Verein für das Deutschtum im Ausland (VDA) und profitierte von verdeckten Finanztransfers. Der DKV verfolgte eine pragmatische Strategie, setzte auf juristische Mittel gegen Schulschließungen und mied gezielt offene politische Konfrontationen. In den 1930er Jahren verlor er jedoch an Einfluss, als die Sudetendeutsche Partei (SdP) zur dominierenden Kraft aufstieg. Trotz intensiver Bemühungen, seine Unabhängigkeit zu wahren, verlor der DKV 1937 im Zuge der Gleichschaltung als die letzte große deutsche Organisation in der Tschechoslowakei seine Autonomie. Auf Grundlage umfangreicher Archivquellen beleuchtet die Studie die doppelte Funktion des DKV als Verteidiger von Minderheitenrechten und zugleich als Instrument machtpolitischer Einflussnahme und zeigt die grundsätzlichen Spannungen zwischen schulpolitischem Aktivismus, Nationalismus und Realpolitik im umkämpften Feld der Minderheitenpolitik im Ostmitteleuropa der Zwischenkriegszeit auf.
Abstract
This article examines the multifaceted and ambivalent role of the Deutscher Kulturverband (DKV), the largest cultural and educational association of the German minority in interwar Czechoslovakia. Emerging in 1919 as the successor to the Deutscher Schulverein, the DKV became a central protagonist in the defense of German-language education, navigating a complex space between professed loyalty to the Czechoslovak state and discreet ties to Berlin. Anchored in Prague’s liberal academic milieu, the association adopted a moderate stance, explicitly distancing itself from antisemitism and radical nationalism. At the same time, it maintained contact with the Verein für das Deutschtum im Ausland (VDA) and benefited from covert financial transfers. The DKV pursued a pragmatic strategy, relying on legal mechanisms to resist school closures and deliberately avoiding overt political provocation. However, its influence waned during the 1930s as the Sudetendeutsche Partei (SdP) rose to dominance. Despite efforts to preserve its independence, the DKV was ultimately subjected to Gleichschaltung under the Henlein movement in 1937, making it the last major German organization in Czechoslovakia to lose its autonomy. Drawing on extensive archival sources, this study highlights the DKV’s dual role as both a defender of minority rights and an instrument of power-driven influence, illustrating the broader tensions between educational activism, nationalism, and realpolitik in the contested arena of minority policy in interwar Central Europe.
I. Einführung
Als Hubert Nerad, der in den 1920er Jahren bereits als Heimatdichter der Iglauer Sprachinsel bekannt war[1], die Stelle des Werbeleiters beim Deutschen Kulturverband in Prag übernahm[2], nutzte er seine literarischen Fähigkeiten, um auf die Mission des Verbandes und dessen Öffentlichkeitsarbeit aufmerksam zu machen:
„Da hat sich gleich nach dem Umsturz in Prag ein Verein gebildet, der heißt Kulturverband. Damaliger Zeit war’s hart für uns Deutsche. Dreitausend deutsche Schulklassen sind gesperrt worden. Man hat geglaubt, daß jetzt die deutschen Schulen im ganzen Land abg’schafft werden sollen und die armen deutschen Kinder haben müssen weiten Weg machen, daß sie sich von einem deutschen Lehrer belehren lassen können. Der Kulturverband hat sich aber vorgenommen, diesen armen Kindern zu helfen. Nichts hat er g’habt, keinen Kreuzer Geld – ja, liebe Krausbäckentant – und in ein, zwei Jahren? Fünf, sechs Millionen Kronen, im letzten Jahr gar acht und eine halbe Million haben die Deutschen zusammentragen können! Dreißig Schulen, 103 Kindergärten, 31 Tagesheimstätten hat der Kulturverband aufgemacht. Man kann’s schier nit glauben, aber da steht’s schwarz auf weiß.“[3]
Im Bereich der Minderheitsschulpolitik agierend, bewegten sich die Funktionäre des Kulturverbandes und des Vorgängervereins Deutscher Schulverein in Wien (DSV, gegründet 1880) traditionell auf einem heißen nationalpolitischen Boden. Die Werbung für nationale Interessen spielte eine zentrale Rolle für die effektive Errichtung von deutschen Schulen in den böhmischen Ländern, die nicht mit öffentlichen Mitteln erfolgen konnten oder die im Konflikt mit den Schulinteressen anderer Nationalitäten im Habsburgerreich standen. Die politisch aufgeladenen Nationalisierungen während der altösterreichischen Ära führten zu einer verstärkten zivilgesellschaftlichen Mobilisierung im Schulwesen, wodurch die privaten Schulvereine zu den größten Organisationen ihrer Zeit anwuchsen.[4]
Mit der Gründung der Tschechoslowakei erfuhren die liberalen bildungspolitischen Grundsätze Altösterreichs eine Neuausrichtung auf den Nationalstaat, was die Position des Deutschen Schulvereins als mitgliederstärkster Verband in den böhmischen Ländern in seiner Existenz ernsthaft zu bedrohen schien.[5] Doch trotz der anfänglichen Verunsicherung wirkten sich die neuen Rahmenbedingungen auf seine Entwicklung und seine gesellschaftspolitische Position, wie im Folgenden zu zeigen sein wird, förderlich aus. Wie kam jedoch dieser Erfolg zustande und worin genau bestand die Rolle des Deutschen Kulturverbandes im tschechoslowakischen Nationalstaat? Bildete er gegenüber den tschechoslowakischen Behörden ein konstruktives Korrektiv, der im Interesse einer nationalen Minderheit handelte, oder war er nur ein verlängerter Arm des reichsdeutschen Revisionismus bzw. des Nationalsozialismus in der ČSR?
Diese Fragen ergeben sich aus den Forschungsarbeiten, die bislang ein eher ambivalentes Bild gezeichnet haben. In den Wirren der Nachkriegszeit war der Verband auch durch den Verlust des umfangreichen Vereinsmaterials nach 1945 von der Bildfläche verschwunden; die tschechoslowakische Historiographie vor 1989 sah ihn gemäß dem § 3 Abs. 2 des Retributionsdekrets von 1945 als „faschistische Organisation“[6] an, ein Urteil, das sich auch in der neueren Forschung finden lässt.[7] Studien zur deutschen auswärtigen Politik bzw. zum Verein für das Deutschtum im Ausland (VDA), der das Auslandsschulwesen finanziell unterstützte, deckten konspirative Netzwerke und geheim gehaltene finanzielle Verbindungen zwischen Berlin und den deutschen Minderheiten in Ostmitteleuropa auf.[8] Beispielhaft hierfür hat Ingrida Jakubavičienė die Einbindung des memelländischen Kulturverbandes in Litauen in die reichsdeutschen Strukturen untersucht; sie spricht vom Kulturverband als eine Art „Agentenzentrale“ Berlins und weist auf dessen enge Verbindungen zur NSDAP in den 1930er Jahren hin.[9] Derartige Befunde werfen nun die Frage auf, ob sich in der ČSR nicht auch Parallelen finden und wenn ja, welche Rolle der Kulturverband in Prag in der revisionistischen Politik einnahm.
Die neuere, von der amerikanischen Geschichtswissenschaft geprägte Nationalismusforschung hingegen hat die Sichtweisen und Interpretationsmuster der nationalen Bewegungen einer Revision unterzogen. Arbeiten von Pieter Judson und Tara Zahra rücken dabei Bildung und Erziehung in den Fokus und zeigen, dass diese Bereiche den Protagonisten „unbegrenzte Möglichkeiten zu bieten [schienen], neue Generationen so zu indoktrinieren, dass diese sich auf Dauer mit einer bestimmten nationalen Gemeinschaft identifizierten“.[10] Die akteursbezogene Perspektive mit Blick auf die nationalen Schutzvereinsstrukturen ermöglicht ein dynamischeres Verständnis davon, wie sich Nationalismen vor Ort etablierten, und stellt die Nationalisierung als ein diskursiv konstruiertes Phänomen heraus.[11] Dabei zeigen die Untersuchungen der einzelnen nationalen Organisationen auch, dass einige deutsche Vereine in der ČSR – etwa der Deutsche Böhmerwaldbund in Budweis – bis weit in die 1930er Jahre einen durchaus liberalen Charakter aufwiesen, nicht zuletzt, weil auch jüdische Mitglieder in der Vereinsleitung akzeptiert wurden.[12] In der tschechischen Forschung gelten solche Verbände bereits länger als bedeutende Akteure der deutschen Volksgruppe in der ČSR der Zwischenkriegszeit.[13]
Die Heterogenität des bisherigen Forschungsstandes liegt freilich auch an den komplexen Bezügen des Deutschen Kulturverbandes selbst. Die Verflechtung innen- und außenpolitischer Faktoren sowie deren weitreichende Auswirkungen auf die Nationalisierungsprozesse im Schulwesen erschweren eine eindeutige historische Einordnung des Verbandes. Ihn in seinen verschiedenen konkreten Aktivitäten genauer in den Blick zu nehmen, liefert wichtige Einsichten in die Dynamiken der in der jüngsten Forschung eher kritisch betrachteten tschechoslowakischen Nationalitäten- sowie Nationalisierungspolitik.[14]
Der vorliegende Artikel zielt deshalb darauf ab, die Spezifika des Deutschen Kulturverbandes herauszustellen und ihn vor dem Hintergrund der Nationalisierungsprozesse der Zwischenkriegszeit zu kontextualisieren. Wie formierte er sich und wie agierte er im machtpolitischen Gefüge zwischen Wien, Prag und Berlin? Hierfür rücken zunächst seine Netzwerke und ideelle Ausrichtung in den Vordergrund (II.), dann wendet sich der Artikel einmal den Möglichkeiten, deutsche Schulen in der ČSR zu errichten (III.), und zum anderen seiner Finanzierung zu (IV.). Nachdem er dann im Kontext der sudetendeutschen Einheitsbewegung analysiert wurde (V.), richtet sich der Blick auf seine Stellung im NS-Staat (VI.).
II. Netzwerke und ideelle Ausrichtung
Im Sommer 1919 spitzte sich die Lage des deutschen Schutzvereinssektors im Gebiet des neu entstandenen tschechoslowakischen Staates dramatisch zu. Die neuen politischen Autoritäten forderten die Ortsgruppen des Wiener Deutschen Schulvereins auf, sich innerhalb von drei Monaten vollständig von ihrer Zentrale in Wien zu trennen. Diese Aufforderung, „gegen die es kein Rechtmittel“ gab[15], stellte den Deutschen Schulverein vor existenzielle Herausforderungen. Um einer Auflösung zu entgehen und den Fortbestand der Schulvereinsstruktur zu sichern, formierte sich am 18. August 1919 in Reichenberg (Liberec) die erste Zentralstelle für die deutsche nationale Schularbeit in der ČSR. Dieser neu geschaffenen Institution oblag die Aufgabe, die Gründung einer eigenständigen Organisation vorzubereiten, die künftig für das gesamte Staatsgebiet der ČSR zuständig sein sollte.[16]
Die Pariser Friedensverträge trafen die Wiener Schulvereinskreise wie ein Donnerschlag. Frustration machte sich breit, und die Vision einer kommenden „Wiedergeburt unseres Volkes“, geprägt bereits von revisionistischen Hoffnungen, durchzog die Rhetorik der Funktionäre.[17] In dieser angespannten Atmosphäre konstituierte sich in Prag der Deutsche Kulturverband (DKV), der fortan als rechtlicher Nachfolger des Wiener Muttervereins für die Tschechoslowakei fungieren sollte. Die Trennung von Wien erfolgte am 2. November 1919 während der Gründungsversammlung des Deutschen Kulturverbandes im Prager Deutschen Haus. Hier verabschiedete sich der langjährige Obmann des Deutschen Schulvereins Gustav Groß feierlich von seinen Mitarbeitern in der ČSR und markierte damit den endgültigen Übergang.[18] Die Zügel des neuen Vereins übernahmen nun die Prager Schulvereins- und Universitätskreise.[19] Zum Vereinsobmann wurde einstimmig der Arzt Rudolf Funke gewählt.[20] In seiner programmatischen Antrittsrede setzte Funke ein klares Signal der Loyalität zur neuen Staatsordnung:
„Streng auf gesetzlichem Boden stehend, fremdes Recht achtend, eigene zähe verteidigend, wollen wir eintreten für die deutsche Schule, für die deutsche Sprache und die deutsche Kultur.“[21]
Sein Bekenntnis, später sogar in einem Gedenkstein verewigt[22], war eigentlich aber einer nüchternen Überlebensstrategie geschuldet, indem Gesetzmäßigkeit besonders betont wurde und man gleichzeitig alle Kontakte zu radikal antisemitischen Gruppen kappte – zumindest verkündete der DKV, dass er sich „trotz voller Erkenntnis der großen Bedeutung der Sache aus Gründen der Selbsterhaltung“ vom Antisemitismus distanzieren wolle.[23]
Die Ansiedlung des Kulturverbandes im Prager deutschen akademischen Milieu spielte für den Verein eine prägende Rolle. So wurde der Vereinsvorstand mit angesehenen Namen vieler Professoren besetzt: Mit den Verbandsobmännern August Gessner[24] und Rudolf Spitaler sowie dem Vorstandsmitglied Kurt Brass waren Professoren der Deutschen Technischen Universität Prag beteiligt ebenso wie Vertreter der Deutschen Universität in Prag, etwa Wilhelm Wostry, Eduard Winter, August Sauer oder Ernst Otto.[25] Eine wichtige Verbindung zum Rektorat der Deutschen Universität stellten auch die Rektoren Josef Jatsch, der „eiserne Rektor“ August Naegle und der langjährige Rektoratsrat Hanns Prohaska[26], der zugleich Sekretär des DKV war[27]. Beim Blick auf die Zusammensetzung des Vereinsvorstands von 1923 ist die starke Präsenz von Universitätsprofessoren, Mittelschullehrern und Volksschuldirektoren (insgesamt 55 Prozent) gegenüber anderen Berufen auffällig, beteiligt waren jedoch auch Industrielle, Bankbeamte, Bürgermeister oder Rechtsanwälte.[28] Von Anfang an entwickelte sich der Kulturverband im engen Kontakt mit den Prager Bildungskreisen und dem deutschen akademischen Leben.
Dass das urbane Umfeld bedeutsam war, zeigte sich auch in den Diskussionen über eine mögliche Verlagerung der Deutschen Universität in ein geschlossenes deutsches Sprachgebiet, wogegen sich der DKV vehement wehrte und sich für den Verbleib der Universität in der Hauptstadt aussprach.[29] Die Unstimmigkeiten innerhalb des deutschen nationalen Schutzvereinssektors gingen dabei auf das Konkurrenzverhältnis zwischen Prag und Reichenberg zurück, in dem sich auch ein grundsätzlicher Gegensatz zwischen den liberal agierenden Vereinen und den völkischen Bünden – vor allem dem Bund der Deutschen in Böhmen –, die überdies heimlich den Arierparagraphen praktizierten[30], manifestierte.
Die gemäßigte Ausrichtung des DKV lässt sich daraus ersehen, wenn man ihn mit den Aktivitäten der nach 1918/19 in Wien verbliebenen Schulvereinsfunktionäre vergleicht. Dort avancierte der DSV-Obmannstellvertreter August Wottawa zum Obmann der Großdeutschen Partei in Österreich und der Schulverein verband sich offen mit der Anschlussbewegung. Wottawa suchte dabei aktiv die Annäherung an großdeutsche Gruppierungen und später auch an die Nationalsozialisten.[31] Auch Gustav Groß, bis zu seinem Tod Vereinsobmann, arbeitete aktiv an der Anbindung an Berlin; diese erfolgte bereits 1921, als der DSV als Landesverband Deutschösterreich in den reichsdeutschen Verein für das Deutschtum im Ausland eingegliedert wurde.[32]
Zwar stand auch der DKV ebenfalls im Kontakt mit dem VDA, von dem er unter anderem aufgefordert wurde, die „bedrohten Orte der Tschechoslowakei namhaft zu machen“[33], doch ließ er dabei höchste Vorsicht walten, zumal ein organisatorischer Zusammenschluss nach österreichischem Vorbild in Prag unmöglich war. Deshalb lehnte es der DKV bei der Schutzvereinstagung in Bärn (Moravský Beroun) 1923 auch ab, eine Zusammenlegung des Kulturverbandes mit den deutschen Schutzvereinen in der ČSR als Ziel auszurufen.[34] Stattdessen erfolgte nur ein loser Zusammenschluss der deutschen nationalen Schutzvereine unter dem Dach der Hauptstelle für deutsche Schutzarbeit.[35]
Mit Verabschiedung des Gesetzes 50/1923 zum Schutz der Republik[36] 1923 verschärfte sich jedoch die rechtliche Lage für Organisationen, die Kontakte ins Deutsche Reich pflegten. Zwar machte die DKV-Vereinszeitschrift keinen Hehl aus den Begrüßungsschreiben der reichsdeutschen Organisationen anlässlich der eigenen Hauptversammlungen[37], hielt aber jegliche Kontakte geheim, die von den ČSR-Organen als staatsfeindlich hätten gewertet werden können. Ein prominentes Beispiel für die neue Rechtslage war das polizeiliche Vorgehen gegen das DKV-Vorstandsmitglied Ignaz Göth[38], der aufgrund seiner Korrespondenz mit verschiedenen reichsdeutschen Stellen wegen „Verdacht[s] einer zur Gefährdung der Sicherheit der Republik führenden Auslandspropaganda“[39] gemäß dem Republikschutzgesetz angeklagt wurde. Neben Göth stand auch der DKV-Werbeleiter Hubert Nerad vor dem Iglauer Kreisgericht, womit die Ermittlungen sehr nahe an die Verbandsleitung heranrückten. Trotz der erdrückenden Beweislage wurde Göth vom Kreisgericht nur auf Bewährung verurteilt, während die Mitangeklagten sogar freigesprochen wurden. Der Prozess zog keine ernsthaften Konsequenzen für den DKV nach sich, die tschechoslowakischen Behörden schienen in gewisser Weise großzügig zu agieren[40], obwohl der Tatbestand eindeutig war. Denn im Fall Göth hatte es sich um Kontakte zu Organisationen gehandelt, „von denen einige offen, andere angeblich versteckt irredentistische Ziele gegen die tschechoslowakische Republik verfolgten, nämlich deren Zerstörung“.[41] Statt des DKV musste aber die lokale Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde der Iglauer Sprachinsel schließen[42]; die fehlende Kenntnis des weitverzweigten Vereinsnetzwerks des DKV dürfte hierbei, wie bereits Jaworski festgestellt hat, keine geringe Rolle gespielt haben.[43]
Vor diesem Hintergrund wurden Mitte der 1920er Jahre die deutschen Organisationen einschließlich der Prager Zentrale des DKV einer strengeren polizeilichen Überwachung unterzogen. So beklagte sich Hanns Prohaska bei einem Prager Besuch des VDA-Abteilungsleiters etwa darüber, dass „alle aus dem Reich an sie gerichtete Post von den Tschechen geöffnet würde, sodass ein Briefwechsel zwischen dem Kulturverband und dem Reiche so gut wie unmöglich sei“.[44] Um der Bespitzelung zu entgehen, musste auf Initiative des VDA die weitere Korrespondenz von Berlin an den DKV über den diplomatischen Kurierdienst des Auswärtigen Amtes bzw. über die Prager Deutsche Gesandtschaft abgewickelt werden.[45]
Die Bedeutung des DKV nahm aber weiter zu. Besonders wichtig hierfür war, dass seit 1926 aktivistische deutsche Parteien an der Regierung beteiligt waren und Franz Spina, Minister für öffentliche Arbeiten, hinter dem DKV stand, wie seine bei der DKV-Hauptversammlung von 1927 gehaltene Grundsatzrede bezeugt:
„Eben weil wir unsere Pflicht gegen den Staat erfüllen, der unsere deutsche Heimat eingeschlossen hält, dürfen wir frei und offen hinüberschauen und brauchen nicht zu schielen. Dadurch schaffen wir Sudetendeutschen ein großes Vorurteil aus der Welt und stellen die Brücke her zu dem deutschen Nachbarstaate. […] Also keine Politik, keine Irredenta – das Ziel des Kulturverbandes ist ein rein kulturelles, vor allem darin bestehend, dass deutsche Schulen dort zu schaffen sind, wo sie nötig, aber aus Gründen irgendwelcher Art nicht vorhanden sind.“[46]
Gemäß den Grundsätzen des Aktivismus nahm der DKV auch an Veranstaltungen im Deutschen Reich nicht teil. An Treffen, die von den ČSR-Behörden als suspekt eingestuft worden waren, nahmen zunächst lediglich die Vertreter der negativistischen deutschen Parteien wie der Deutschen Nationalpartei (DNP) und der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (DNSAP) teil.[47] Erst seit 1927 beteiligten sich auch die deutschen nationalen Schutzvereine aus der ČSR an den konspirativen „Sudetendeutschen Besprechungen“ mit der VDA-Führung in Dresden.[48] Die überdurchschnittlich hohe Zahl an eingeladenen DKV-Vertretern weist auf die Bedeutung des DKV bei diesen Zusammenkünften hin. Hauptgegenstand der Diskussionen war die befürchtete Tschechoslowakisierung und die damit verbundenen Abwehrstrategien: „Überall werden tschechische Schulen gegründet!“[49] war eine der zentralen Klagen. Auch die reichsdeutschen Vertreter formulierten ihre Kritik an Prag unmissverständlich:
„[Die Tschechen] bringen […] die Symbole ihres Staates sinnfällig an die Grenze […] heran, die sie seelisch und wirtschaftlich sich erobern wollen. Es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass wir diesem Angriff nicht waffenlos gegenüberstehen!“[50]
Der VDA sprach sich zwar für eine Vereinheitlichung der nationalen Schutzarbeit aus, wollte diese jedoch „unter Würdigung der entgegenstehenden Schwierigkeiten und unter Schonung der örtlichen Empfindsamkeit langsam und mit leichter Hand […] fördern“.[51] Dies kollidierte freilich mit dem eigenständigen Kurs des DKV und traf zudem auf die „latente Spannung“ zwischen Prag und Reichenberg (Gesellschaft für deutsche Volksbildung Emil Lehmanns); der VDA machte gerade im Prager Aktivismus den Grund für diese Spaltung aus.[52]
III. Kampf um die deutsche Schule in der Tschechoslowakei
Unmittelbar nach der Gründung der Tschechoslowakei sah sich die provisorische DSV-Geschäftsstelle in Reichenberg, die damit beauftragt war, den Aufbau einer neuen Organisation vorzubereiten, mit der Schließung zahlreicher deutscher Schulen in der ČSR konfrontiert. Das Ministerium für Unterricht und Volkskultur hatte seit dem Minderheitenschulgesetz (Lex Metelka) vom 3. April 1919 die Schulvereine an die Kandare genommen. Dieses Gesetz, das die Verstaatlichung aller nationalen Minderheitenschulen vorsah, begünstigte zugleich den Ausbau des tschechischsprachigen Unterrichts.[53] Zählte man Ende 1922 in den böhmischen Ländern 732 staatliche tschechische Minderheitenschulen, fanden sich lediglich 18, die Deutsch als Unterrichtssprache hatten.[54] Ferner entzog es alle Minderheitenschulen dem Zugriff der Gemeindevertretungen und leitete deren Zentralisierung unter dem Unterrichtsministerium ein.[55] Die Schließung deutscher Schulanstalten in der Tschechoslowakei betraf auch deshalb das Gemeindebudget, weil viele Gemeinden noch in Altösterreich mit einem unverzinslichen Schulvereinsdarlehen zur Erhaltung der deutschen Unterrichtssprache vertraglich verpflichtet worden waren. Änderte sich nun (nach 1918/19) die Unterrichtssprache, so sah sich der Kulturverband gezwungen, die Gemeinde zur Rückzahlung des Darlehens aufzufordern.[56]
Der im Zuge des Minderheitenschulgesetzes vorangetriebene Ausbau des tschechoslowakischen Schulwesens führte vielerorts zur Nutzung von bereits bestehenden deutschen Schulgebäuden. Diese Praxis wurde zusätzlich durch ein Gesetz vom 11. Juni 1919 gestützt, das nun auch Privatbesitz miteinschloss, darunter Vereinsschulen und -kindergärten.[57] Die Proteste – wie etwa jener gegen die Enteignung der 1919 aufgelösten deutschen Schule im westböhmischen Braunbusch (Prapořiště) – wurden jedoch vielfach abgewiesen. Der Einspruch des DSV bzw. DKV blieb erfolglos:
„[Es] wurde uns mitgeteilt, dass mit Erlass des Landesschulrates in Prag vom 28. Dezember 1919 […] die Beschlagnahme des dem Deutschen Schulvereine eigentümlich gehörigen Hauses Nr. 100 in Braunbusch ausgesprochen wurde. Hiegegen erheben wir in offener Frist den Rekurs und ersuchen das Ministerium für Unterricht, diese Entscheidung aufzuheben, nachdem die Beschlagnahme dieses Gebäudes mit den Bestimmungen des Art. 27 des Friedensvertrags von St. Germain, nach welchem das Eigentum österr. Staatsbürger denselben unversehrt zurückzustellen ist, in direktem Widerspruche steht.“[58]
Die tschechoslowakischen Behörden begegneten solchen Argumenten mit einem historischen Rückgriff: Sie rechtfertigten ihre Maßnahmen mit Verweis auf die Zeit vor 1918, in der angeblich „halbleere Schulen nur mit dem Zweck erhalten wurden, tschechische Kinder hinein zu locken“[59], und nahmen dabei ganz offensichtlich die Begründungsmuster des nationalen Schulkampfes in Altösterreich auf.[60] Mit der Beschlagnahme des Privatbesitzes griff der Staat in eine Sphäre ein, die es früher den Schulvereinen ermöglicht hatte, Volksschulen und Kindergärten an der Sprachgrenze auch ganz ohne Aussicht auf Übernahme in die öffentliche Verwaltung zu erhalten.[61] Das „kleine Schulgesetz“ von 1922 verkomplizierte die bisherige Praxis der deutschen Schutzvereine zusätzlich: Es verbot gezielt die zuvor übliche Praxis der „Kinderbesiedlung“ in Form von Waisenheimen und -kolonien, die in Schulnähe errichtet worden waren, um sinkende Schülerzahlen künstlich zu stabilisieren.[62] Diese Regelung entzog den Vereinen ein wichtiges Instrument, um das Überleben ihrer Einrichtungen zu sichern. Die endgültige „Zweckentfremdung“ der Vereinseinrichtungen stellte freilich einen besonders neuralgischen Punkt dar, wie die Korrespondenz zwischen dem DKV-Obmann Rudolf Funke und dem Schulleiter von Selsen (Želivsko) dokumentiert. Hierin zog Funke nämlich den vollständigen Abriss des deutschen Vereinsschulgebäudes in Erwägung, nur „um der tschechischen Schule kein Obdach zu bieten“.[63]
Der DKV-Obmannstellvertreter und Rechtsanwalt Ludwig Krieg, der sich bereits vor 1914 in den Prager Angelegenheiten des Deutschen Schulvereins engagiert hatte[64], nahm die Mühen des Rechtsgangs gegen die Schulschließungen auf sich. Durch Rekurse und Beschwerden an das Ministerium für Unterricht und Volkskultur bzw. das Verfassungsgericht trug er wesentlich zur Revision der verhängten Schulschließungen bei.[65] Die im erwähnten Fall Selsen 1922 am Verwaltungsgericht eingelegte Berufung erwirkte aber ein folgenreiches Urteil, dass die Räume, die bereits einmal für eine deutsche Privatschule bestimmt waren, nicht mehr für andere Schulzwecke beschlagnahmt werden durften – ein Beschluss, der auch in weiteren Fällen zur Anwendung kam.[66] Günstig konnte sich für den DKV in anderen gerichtlichen Fällen auch auswirken, dass der Prozess formal nicht eingehalten wurde, weil man etwa das notwendige Gutachten der Schulbehörde nicht eingeholt hatte.[67] Bei einigen im überwiegend tschechischen Sprachgebiet angesiedelten Privatschulen wie in Hammergrund (Hamry u Poličky) bestätigte allerdings das Verwaltungsgericht die ministerielle Schließung der Schulanstalten, da sie gegen das Minderheitenschulgesetz und das darin enthaltene Entnationalisierungsverbot verstießen.[68] Solche für den DKV ungünstigen Urteile erfolgten jedoch selten; für den DSV lag das an den neu gezogenen Katastralgrenzen, wodurch deutsche Schulen in überwiegend tschechisch besiedelte Gemeinden fielen.[69]
Während die Beschlagnahmungen von Vereinsbesitz zumindest eine gewisse Hoffnung auf Revision in Aussicht stellten, war die behördliche Rückforderung der angemieteten Schulräume definitiv. Die DSV-Ortsgruppe Krumpach schilderte den Niedergang der deutschen Schule im Ort während der Umbruchszeit eindrücklich:
„Die Schule in Krumpach konnte in diesem Schuljahre mit gewöhnlicher Schülerzahl von 32 eröffnet werden. Nach dem Umsturze wurden die Eltern in der allgemein bekannten Art und Weise bearbeitet und es ist dieser Bearbeitung gelungen, den Grossteil der Kinder, die diese Schule besuchten, in die tschechische Schule zu bringen. Die übrig gebliebenen 11 Schüler wurden veranlasst, in die deutsche Volks- und Bürgerschule nach Hohenstadt zu gehen und die Schule in Krumpach wurde gesperrt. Die Schule in Krumpach war, wie Ihnen bekannt, nur eingemietet, so dass wir also mit dem Schulgebäude nichts zu tun haben.“[70]
Als Ersatz für die geschlossenen Schulen strebte Ludwig Krieg im Namen des Kulturverbandes die Errichtung von privaten Vereinsschulen an, sah sich jedoch behördlichen Verzögerungen ausgesetzt. Dieses Thema brachten etwa im Fall Selsen auch deutsche Abgeordnete im Parlament ein, um den Interessen des DKV Nachdruck zu verleihen:
„Am 14. Juni 1923 wurde festgestellt, dass der Landesschulrat die Akte an den Bezirksschulrat von Mährisch-Trübau zurückgegeben hatte, damit dieser einen Bericht vorlege. Am 27. Oktober 1923 befand sich die Akte noch immer beim Bezirksschulrat. Als am 31. Oktober 1923 während der Sitzung des Bezirksschulrats eines seiner Mitglieder die Verzögerung dieser Angelegenheit ansprach, weigerte sich der Vorsitzende zu antworten. Der häusliche Privatunterricht, der wegen dieser Verzögerung in Selsen eingeführt werden musste, stieß auf große Schwierigkeiten. Seine Anmeldung wurde nicht zur Kenntnis genommen, da sie auf Deutsch verfasst war. Die Eltern der privat unterrichteten Kinder wurden bestraft, da angeblich ihre Kinder die Schulpflicht vernachlässigt hätten. Am 23. November 1923 wurde bei einer Intervention festgestellt, dass der Landesschulrat den Bezirksschulrat schließlich aufgefordert hatte, die Akte erneut vorzulegen. Am 6. Februar 1925 wurde in Brünn festgestellt, dass die Akte endlich beim Landesschulrat eingegangen und dem Landesschulinspektor zugeteilt worden war. Dieser habe sie wohl dem Präsidium des Landesschulrats übergeben, doch nun sei sie nicht mehr auffindbar. Dem Kulturverband wurde geraten, das Gesuch mit den erforderlichen Unterlagen erneut einzureichen.“[71]
Gestaltete sich die Eröffnung einer Privatschule als kompliziert, war es im Bereich des staatlichen Minderheitenschulwesens für den DKV nahezu aussichtslos. Während bis Mitte 1927 960 staatliche tschechoslowakische Minderheitenschulen errichtet worden waren, gab es lediglich 14 deutsche Minderheitenschulen (Volksschulen), die unter staatliche Verwaltung gestellt wurden.[72] Trotzdem beklagte man sich von deutscher Seite über die deutschen staatlichen Minderheitenschulen. So beanstandete man etwa, dass in Grätz-Podoli (Hradec nad Moravicí-Podolí) das Vereinsgebäude für die staatliche Minderheitenschule vereinnahmt wurde.[73] In Kumpatitz (Humpolec u Sušice) sah der DKV in der Errichtung der staatlichen deutschen Schule sogar nur ein behördliches Manöver, um „die deutsche Schule [im benachbarten] Albrechtsried zu vernichten“.[74] Da ein solches Vorgehen für den Verein keine Alternative darstellte, konzentrierte er sich auf seine Privatschulen. Besonders im slowakischen Teil der Republik boten sich nach 1919 weitreichende Möglichkeiten, da dort das Minderheitenschulgesetz keine Gültigkeit hatte und somit weniger Einschränkungen für den Bau und die Erhaltung von Schulen bestanden.[75]
Häuslicher Privatunterricht – eine vorübergehende, aber zugleich auch illegale Maßnahme – wurde 1921 an elf Orten erteilt.[76] Besonders konfliktreich gestaltete sich die Situation im Hultschiner Ländchen, wo die Behörden aus Angst vor Agitation alle Versuche, eine neue deutsche Schule zu errichten, blockierten.[77] Dies führte im Gegenzug zu einer stärkeren Propaganda durch reichsdeutsche Organisationen wie etwa den Reichsverband heimattreuer Hultschiner.[78] Der sukzessive Abbau von deutschen Schulklassen wurde überdies von Schulstreiks und Aktionen der lokalen Bevölkerung begleitet, die ihren Ärger an den Gebäuden der neu eröffneten tschechoslowakischen Schulen ausließ.[79]
IV. Finanzierung
Wohl auch wegen seiner Aktivitäten erlangte der Verband angesichts der neuen Herausforderungen eine gewisse Sichtbarkeit und konnte „im Allgemeinen feststellen, dass die Tätigkeit des Kulturverbandes mehr und mehr gewürdigt wird“.[80] Dies spiegelte sich auch in den Zahlen wider: Waren 1919 nur 346 DKV-Ortsgruppen zu verzeichnen, so gab es zehn Jahre später derer bereits 2759. Ebenso bildete sich diese Entwicklung im Bildungsbereich selbst ab: Die Zahl ihrer eigenen Anstalten stieg von 14 Schulen, 85 Kindergärten im Jahr 1919 auf 30 Schulen und 103 Kindergärten im Jahr 1928. In demselben Zeitraum stiegen auch die erteilten Subventionen von 100 auf 276 unterstützte deutsche Schulen.[81] Diese erfolgreiche Entwicklung blieb den anderen nationalen Schutzvereinen nicht verborgen, die durchaus neidisch auf die rasanten Zuwächse des DKV blickten.[82] Worauf gründete sich dieser bemerkenswerte Anstieg? Welche Faktoren waren maßgeblich, dass der DKV innerhalb weniger Jahre derart an Gewicht gewinnen konnte?
Die auf mehreren Säulen verteilte Finanzierung des DKV setzte sich seit seiner Zeit als Schulverein traditionell zusammen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Vermächtnissen, staatlichen Subventionen, den Erlösen aus Sammelaktionen sowie aus dem Verkauf von Vereinsartikeln wie Postkarten, Büchern und Streichhölzern, der von einer eigenen Verkaufsabteilung organisiert wurde.[83] Nach dem Ersten Weltkrieg intensivierte er die Werbetätigkeit erheblich und rückte die Mittelbeschaffung zunehmend in den Fokus: So forderte der DKV mit Nachdruck, dass „bei jeder deutschen Veranstaltung“ Gelder für seine Zwecke zu sammeln seien[84]; auch Sammelbüchsen waren ein fester Bestandteil von jeglichen gesellschaftlichen Anlässen – von Faschingsfeiern über Silvesterveranstaltungen bis hin zu privaten Feierlichkeiten wie Geburtstagen und Hochzeiten[85]. Hieran zeigt sich, wie sehr der Verband den wachsenden finanziellen Druck, der auf ihm lastete, mit einem dezidiert starken nationalen Vertretungsanspruch verband und sich dadurch in der Gesellschaft legitimierte.
Um seine finanziellen Ressourcen weiter auszubauen, war der Verband erfinderisch und beschritt neue Wege, um an Geld zu kommen; einer davon war die 1926 ergriffene, zusammen mit Versicherungsanstalten ausgearbeitete Maßnahme der sogenannten „Vermächtnissicherung“[86], indem der Kulturverband sich in Lebensversicherungspolicen als testamentarisch Begünstigten einsetzen ließ, um so seine Kassen aufzufüllen.[87] Mit der Weltwirtschaftskrise aber stießen die unterschiedlichen Beschaffungsmethoden des DKV an ihre Grenzen; die erheblichen finanziellen Nöte, die durch die Massenarbeitslosigkeit gerade in den Grenzgegenden ausgelöst wurden, waren ein Grund dafür, dass die Beschaffung der Gelder nun ins Leere lief. So etwa in Espenthor (Olšová Vrata), wo der zuständige DKV-Bezirksobmann bei seinem Versuch, den Jahresbeitrag der Mitglieder einzufordern, mit Verweis auf die wirtschaftliche Lage eine abschlägige Antwort erhielt.[88]
Demnach beruhte der Erfolg des Kulturverbandes nicht allein auf seiner organisatorischen Effizienz und gesellschaftlichen Vernetzung, sondern auch auf einem durchdachten System der Mittelbeschaffung, das ökonomische Erfordernisse, ideologische Mobilisierung und soziale Kontrolle miteinander verknüpfte. Dass nun bei der Mittelbeschaffung mitunter „beschämende Methoden und Mittel“[89] zum Einsatz kamen, war sich die Verbandsleitung zwar bewusst, doch wies sie die Verantwortung dafür von sich und wälzte sie auf die Gemeinschaft ab, wie der Verbandsobmann Gessner bei einer Arbeitstagung in Brünn 1935 rückblickend festhielt:
„Eine Schande ist es und muss es bleiben, wenn wir die Summen, die für die Erhaltung unserer höchsten Volksgüter aufgewendet werden, erst durch vieles Betteln und ewiges Bitten herbeischaffen können. Eine Volksgemeinschaft, die nicht in sich selbst den Willen trägt, für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen aufzukommen, ist keine Volksgemeinschaft.“[90]
Die Finanzierung des DKV beruhte dabei aber nicht nur auf den Beiträgen und Zuwendungen der Gemeinden, dem Verband flossen auch staatliche bzw. Landessubventionen zu; spätestens im Schuljahr 1923/24 konnte der Verband Subventionen in Höhe von 60 000 Kronen einstreichen.[91] In den späten 1930er Jahren lagen sie bei fast 720 000 Kronen, was rund 10 Prozent der gesamten Einnahmen ausmachte.[92] Finanzielle Unterstützung kam auch aus dem Ausland, was man allerdings geheim hielt. Hatte sich der DSV vor 1918 noch offen zu seinen aus dem Ausland eingegangenen Zuwendungen bekannt, wurden ab 1919 die Rechnungsposten des DKV so gestaltet, dass sie keine Hinweise darauf erkennen ließen, dass die Gelder aus dem Ausland kamen.[93] Eine zentrale Vermittlerrolle übernahm hierbei der Verein für das Deutschtum im Ausland, der bereits 1881 als Partnerverein des Deutschen Schulvereins in Wien gegründet worden war und nach 1919 die diplomatisch sensiblen Agenden übernahm.[94] Er ermöglichte es der Weimarer Regierung, ihre Unterstützungsmaßnahmen für deutsche Minderheiten in Ostmitteleuropa voranzutreiben, ohne dabei ihre Neutralität zu gefährden.[95] Bereits im Schuljahr 1919/1920 richtete der VDA erste Ersuche an das Auswärtige Amt, deutsche Schulen in den neu entstandenen Staaten Ostmitteleuropas einschließlich der ČSR finanziell zu unterstützen.[96] Als größte deutsche Organisation in der ČSR erhielt der DKV den Löwenanteil der vom Auswärtigen Amt und dem Reichsministerium des Innern vergebenen Subsidien. Spätestens ab 1925 erhielt er vom VDA neben den Schulunterstützungen auch eine jährliche „Schulbeihilfe“ in Höhe von 60 000 Reichsmark.[97] Der Anteil dieser Fördergelder an den Gesamteinnahmen belief sich Mitte der 1920er Jahre auf 10 Prozent.[98] Doch verteilte der VDA seine Schulunterstützungen auch auf anderen Wegen ohne die Vermittlung des Kulturverbands: So unterstützte er etwa den bereits erwähnten Privatunterricht im Hultschiner Ländchen und einige verstärkt mit Berlin kooperierende Schulinstitutionen, wie etwa die deutsche Volkshochschule in Brünn oder die 1924 gegründete Bauernvolkshochschule in Bad Ullersdorf (Velké Losiny).[99]
Aus dem Haushaltsplan des VDA für das Jahr 1927 geht hervor, dass die Tschechoslowakei von allen ostmitteleuropäischen Ländern die größte finanzielle Unterstützung von Berlin erhielt. Insgesamt wurden in jenem Jahr 737 000 Reichsmark an verschiedene deutsche Organisationen, Parteien und Institutionen innerhalb der Tschechoslowakei verteilt.[100] Diese zentrale Rolle der Tschechoslowakei bestätigen auch die Aktivitäten von reichsdeutschen Wirtschaftsakteuren, insbesondere von der 1926 gegründeten Ossa Vermittlungs- und Handelsgesellschaft (später Vereinigte Finanzkontore). Als formal private Kapitalgesellschaft diente die Ossa in Wirklichkeit als wirtschaftspolitisches Instrument zur Einflussnahme in deutschen Gebieten jenseits der Reichsgrenzen. Ihr vorrangiges Ziel bestand darin, durch gezielte Übernahmen relevanter Banken „innerlich gesunde Zentralstellen für den deutschen Wirtschaftsverkehr zu schaffen“[101] und die ökonomischen Möglichkeiten der deutschen Minderheit in den jeweiligen Heimatstaaten zu stärken.[102] Bis 1933 hielt die Ossa in der Tschechoslowakei ein Kapital von 13 Millionen Reichsmark, was die Region – nach Polen mit 34 Millionen Reichsmark – zum zweitgrößten Geldempfänger machte. Diese Gelder dienten der Sicherung der Kaufkraft und Zahlungsfähigkeit der deutschen Bevölkerung vor Ort und waren eng mit den revisionspolitischen Zielen Berlins verbunden.[103] In einem mittelbaren Zusammenhang damit steht freilich der beträchtliche Anstieg der Jahreseinnahmen des DKV, die sich von 2,5 Millionen Kronen im Jahr 1920 auf nahezu neun Millionen Kronen 1937 vervierfachten.[104] Diese Entwicklung verdeutlicht nicht nur die steigende wirtschaftliche Schlagkraft der deutschen Minderheitenorganisationen, sondern auch die starke Verzahnung zwischen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Strategien der reichsdeutschen Außenpolitik in der Zwischenkriegszeit.
V. Im Sog des Nationalsozialismus
Der Ausbruch der Weltwirtschaftskrise von 1929 befeuerte den Radikalismus der Negativisten, die nun zusehend ungehemmter ihre Kritik an der ČSR artikulierten und die Nähe zu Deutschland suchten.[105] Angesichts dieser Entwicklungen insbesondere im Bereich der Jugendorganisationen sahen sich die tschechoslowakischen Behörden gezwungen, entschieden gegen die sudetendeutschen negativistischen Parteien vorzugehen. Die daraus resultierende Auflösung der Deutschen Nationalpartei (DNP) und der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (DNSAP) infolge des sogenannten Volkssportprozesses von 1932[106] betraf auch das Umfeld des DKV, waren doch einige ihrer Mitglieder mittlerweile auch zu Vertrauensmännern von nationalen Schutzvereinen im Deutschen Reich avanciert.[107] Die 1933 von der tschechoslowakischen Obrigkeit ergriffenen Maßnahmen, vom deutschen Gesandten in Prag Walter Koch noch als eine „Welle der Verfolgung mit Verhaftungen, Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmen“[108] gebrandmarkt, zeitigten nun allerdings Folgen, mit denen Berlin kaum gerechnet hatte. Denn für den VDA war es „erstaunlich“[109], dass die tschechoslowakischen Behörden nach den Parteiauflösungen die Augen davor verschlossen, dass etwa Konrad Henlein, Funktionär des Deutschen Turnverbandes, nun im Rahmen der Sudetendeutschen Heimatfront (ab 1935 Sudetendeutsche Partei) politisch aktiv wurde.[110] Das Jahr 1933 markierte einen Wendepunkt, der Berlin – mit dem unfreiwilligen Zutun der tschechoslowakischen Stellen – neue Möglichkeiten in der ČSR eröffnete. Der VDA erkannte die veränderte Lage und sah keinen Sinn mehr darin, „etwa in veralteten Vereins- und Parteiformen allein die Entwicklung im Sudetendeutschtum zu sehen“[111]; er läutete damit den Bedeutungsverlust des DKV ein. Auf Anraten des VDA präsentierten sich die Henlein-Leute 1934 in Böhmisch Leipa (Česká Lípa) demonstrativ staatstreu[112], um einem Parteiverbot zu entgehen, und bereiteten mit großzügiger Unterstützung aus Berlin eine groß angelegte Wahlkampagne für die Parlamentswahl 1935 vor.[113] Trotz der Bemühungen etwa Franz Spinas, den DKV als „übergeordnete Organisationsform der Sudetendeutschen“[114] weiterhin öffentlich stark zu machen, musste der DKV spätestens nach dem überwältigenden Wahlerfolg der Sudetendeutschen Partei von 1935 einsehen, dass die SdP mit ihrer Nationalitätenpolitik dem Verband den Rang abgelaufen hatte.[115]
Der Zusammenschluss aller sudetendeutschen wirtschaftlichen Schutzvereine 1934 im Bund der Deutschen und die Hinwendung der Gesellschaft für deutsche Volksbildung zur SdP erhöhte den Druck auf die anderen Akteure. Im Zuge der Radikalisierung und der zunehmenden inneren Konflikte sah sich auch der DKV-Obmann August Gessner unterschiedlichen Vorwürfen aus den eigenen Reihen ausgesetzt, weil „wir nicht genug Farbe bekennen“ oder „dass der Kulturverband allzu demokratischen Methoden und Anschauungen huldige, die in die neue Zeit nicht mehr passen“.[116] Doch selbst nach 1935 verteidigte Gessner unbeirrt den Status quo und bestritt noch 1937 jegliche persönliche Verbindung zur Henlein-Partei.[117] Der Aufstieg der Nationalsozialisten in Deutschland und der SdP setzte nicht nur die tschechoslowakische Regierung, sondern auch den weiterhin eigenständigen Kulturverband unter Zugzwang und führte zu dessen Annäherung an Prag. Die Versuche Prags, die deutschen aktivistischen Parteien für ein nationales Aktionsprogramm zu gewinnen und somit den deutschen Agrariern, Christlichsozialen und Sozialdemokraten den Rücken gegen Henlein zu stärken, betrafen auch den Kulturverband.[118] Dieser gewann als Ansprechpartner für die tschechoslowakische Politik nun an Bedeutung, wovon etwa der heimlich vor der Hauptleitung des DKV gehaltene Vortrag des designierten Außenministers Kamil Krofta zeugt. Krofta, der als Historiker ein gewisses Vertrauen in den Reihen des DKV genoss[119], räumte frühere Fehler ein:
„Sicher ist, dass nach dem Umsturtz [sic] den Deutschen hie und da Benachteiligungen erwachsen sind. Diese darf man jedoch nicht so tragisch nehmen, denn sie lassen sich gut machen, aber das grosse Problem [d. i. Hitler, M. Z.] würde sich nicht sehr ändern.“[120]
In der angespannten Lage nach 1935 schenkten Kreise aus der Prager Burg, aber auch der Staatspräsident selbst dem DKV erhöhte Aufmerksamkeit. Edvard Beneš, der im DKV nicht sonderlich beliebt war[121], hatte sich nach Amtsantritt 1935 entschieden, aktiv in die Nationalitätenpolitik einzugreifen. Bei einer Audienz am 24. Juni 1936 zeigte sich der Präsident sogar bereit, zugunsten des DKV zu intervenieren und die Bearbeitung der Anträge zum Bau von Schulen, die der DKV eingebracht hatte, zu beschleunigen. Zwar erachtete Beneš die Errichtung von Schulen etwa in Markt Türnau (Městečko Trnávka) oder Jaronin (Jaronín), deren Bau bereits 1922 beantragt worden war, wie auch die Legalisierung des Privatunterrichtes im Hultschiner Ländchen als „unwesentliche Kleinigkeiten“[122], doch erreichte er dadurch immerhin, dass das bisherige Vorgehen des Unterrichtsministeriums einer Prüfung unterzogen wurde. Dieses hatte der revidierenden Präsidentenkanzlei zufolge
„nicht einmal die vernünftig begründeten deutschen Forderungen erfüllen [wollen], da es sich viel zu sehr von den Gesichtspunkten der lokalen tschechischen Minderheiten auf Kosten der Gesichtspunkte und Interessen des Staates [habe leiten lassen]“.[123]
Die Argumentation des Ministeriums, dass tschechoslowakische Schulen auch auf Ersuchen deutscher Eltern errichtet würden, sei, so erklärte man, mit dem staatlichen Interesse nicht zu vereinbaren, woraufhin der Unterrichtsminister Emil Franke Zugeständnisse machen musste.[124]
Die Verhandlungen zwischen der tschechischen Regierung und den deutschen aktivistischen Parteien, die am 18. Februar 1937 im sogenannten Februarabkommen mündeten, hatten auch zur Folge, dass Schuleinrichtungen des DKV, deren Bau lange verzögert worden war, nun bewilligt wurden: Ende 1937 etwa die Privatschule in Milleschitz bei Znaim (Milíčovice u Znojma) oder Anfang 1938 die öffentliche deutsche Schule in Jaronin (Jaronín).[125] Zwar kommentierte der DKV diese Entwicklung als „Wiedergutmachung des begangenen Unrechts am deutschen Schulwesen“[126] und auch die deutsche Presse musste anerkennen, dass sich nach dem 18. Februar die Situation „wesentlich gebessert“[127] habe, doch gingen die Verhandlungsergebnisse der Henlein-Partei nicht weit genug.[128] Sie nutzte die Schulfrage dazu, weiteren Druck auf die tschechoslowakische Regierung auszuüben, und machte dabei die Ansprüche der reichsdeutschen Auslandsorganisationen stark, die seit 1935 zunehmend unter dem Einfluss der NSDAP und der SS standen.[129] Nach den im September 1938 angelaufenen Verhandlungen der Regierung Hodža mit der SdP wurde ihre Forderung nach nationaler Selbstverwaltung im Schulwesen weitgehend erfüllt.[130]
Das Februarabkommen kann als Höhepunkt des Alleingangs des DKV bezeichnet werden, denn wie bereits Balcarová festgestellt hat, wurde dessen Handlungsfähigkeit durch das im Frühjahr 1937 mit dem Bund der Deutschen eingegangene Arbeitsabkommen wesentlich eingeschränkt.[131] Dem waren allerdings klare Erklärungen der DKV-Hauptleitungsmitglieder vorausgegangen, in der diese sich gegen eine politische Vereinnahmung ausgesprochen hatten. So hatte Justin Greger beim Treffen der südmährischen DKV gemeint, „dass hier hinter den Kulissen auf den Rücken der Schutzverbände gespielt wird“.[132] Trotzdem gab er sich überzeugt:
„Der deutsche Kulturverband hat sich in den 16 Jahren seines Bestandes seine Handlungsfreiheit nicht durch Bindungen an politische Parteien einschränken lassen und wird es auch in Zukunft nicht tun.“[133]
Obmann Gessner lehnte die „Politisierung der Volkstumsarbeit“[134] mit dem vorsichtigen Verweis auf die Unterwanderung des Vereins ab: „Es haben sich vorläufig in vereinzelten Fällen, auch bei den Wahlen der Leitungen unserer Untergliederungen Vorgänge abgespielt, die nicht zu billigen sind.“[135] Damit meinte Gessner wohl vor allem den DKV-Pressechef Franz Heger[136], der eigene Wahllisten hat erstellen lassen, die SdP-Leute in den Verbandsvorstand verholfen hatten. Solche Machenschaften hatten bereits 1935 eingesetzt, als zwei SdP-Leute, darunter auch K. H. Frank, durch einen „Wahlschwindel“ in die Hauptleitung des Kulturverbandes gekommen waren.[137]
In Folge dieser Spannungen legten im Oktober 1937 auch einige dem Vereinnahmungskurs kritisch gegenüberstehenden Vereinsfunktionäre wie der Sekretär Hubert Nerad oder die Aufsichtsratsmitglieder Justin Greger und Rudolf Hackel ihre Mandate in der Verbandsleitung nieder.[138] Die Reihen des DKV verließ auch der Obmann des Festausschusses in Zuckmantel (Zlaté Hory) Adolf Schebesta, der auf der Hauptversammlung 1937 durch sein angeblich respektloses Verhalten gegenüber Konrad Henlein Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte.[139] Dass der Verein langsam in die Hände der SdP-Anhänger geriet, wurde mitunter auch dadurch begünstigt, dass in der ersten Hälfte der 1930er Jahre zentrale Persönlichkeiten des DKV bereits verstorben waren und sich ein Generationswechsel angebahnt hatte.[140] Mit dem Anschluss Österreichs im März 1938 war der alte Kurs nun endgültig passé und der unmittelbar darauffolgende Eintritt des DKV-Obmanns Gessner am 22. März 1938 in die SdP schloss dieses Kapitel vollständig.[141]
VI. Unter dem Protektorat Böhmen und Mähren
Nach dem Münchener Abkommen dienten die Veranstaltungen des Verbandes allein dazu, im Kielwasser des nationalsozialistischen Expansionskurses der „sudetendeutschen Volksgemeinschaft“ demonstrativ den Rücken zu stärken.[142] Der Dissens innerhalb des Verbandes wurde beiseitegeschoben und insbesondere der Vereinssekretär Franz Heger trieb den Zusammenschluss des gesamten deutschen nationalen Schutzvereinssektors im „Reststaat“ energisch voran.[143] Verfechter der ehemaligen Linie blieb hingegen der frühere Sekretär Hubert Nerad, der nach seinem Austritt aus dem DKV im regierungsnahen Institut für deutsche Volksbildung tätig war.[144] Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen und der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren entschied sich Nerad, der mit einer Jüdin verheiratet war, Prag im März 1938 zu verlassen und den Weg in die Emigration nach Dänemark anzutreten.[145] Die meisten anderen verbliebenen Funktionäre zeigten sich anpassungsfähig und bekundeten dem NS-Staat ihre Loyalität. Einige von ihnen reüssierten im neuen Apparat: Ignaz Göth etwa wurde zum Landesschulinspektor in Brünn ernannt[146], Franz Heger zum Regierungskommissär in Königgrätz (Hradec Králové), der Obmannstellvertreter Franz Oberndorfer[147] wurde 1942 Sektionsrat im Unterrichtsministerium[148] und August Gessner blieb bis zu seinem Tod 1944 Verbandsobmann und Professor der Deutschen Technischen Hochschule in Prag[149].
In den aufgrund des Münchener Abkommens 1938 abgetretenen Gebieten gingen die einzelnen Kulturverbandortsgruppen im Bund Deutscher Osten auf. Im Protektorat Böhmen und Mähren blieb der Verband mit Billigung durch maßgebliche NS-Stellen weiterhin bestehen, die dessen langjährige Rolle als „Träger des deutschen Schulwesens“[150] würdigten. Er wurde auf Anordnung des Reichsprotektors am 13. November 1939 unter dem neuen Namen Kulturverband der Deutschen reorganisiert und der Aufsicht des Staatssekretärs Karl Hermann Frank unterstellt. Auch wenn er keine weiteren Mitglieder aufnehmen und keine Ortsgruppen ausbilden durfte und dessen Leitung in den Händen lediglich des Obmanns und seines Stellvertreters lag[151], so markierte das Schuljahr 1939/40 trotz alledem eine Phase intensiver Schulgründungen.
Dies lag daran, dass die Oberlandräte die tschechischen Schulen schlossen, und der Kulturverband ab Ende März 1939 diese durch deutsche Schulen ersetzten. Errichtet wurden deutsche Schulen zunächst dort, wo vor 1919 bereits eine Schule bestanden hatte, darunter etwa Braunbusch (Prapořiště), Libinsdorf (Karlov) und Auborsko (Úborsko).[152] Während der Verband vor dem 15. März 1939 nur zehn Schulen auf dem Protektoratsgebiet vorweisen konnte, gelang es ihm so, bis Oktober 1939 ihre Zahl auf 90 (Privatschulen) zu erhöhen.[153] Zudem ließ sich der Kulturverband der Deutschen auch vor den Karren der staatlichen Germanisierungspolitik spannen, eröffnete deutsche Schulanstalten auch in den mehrheitlich tschechischsprachigen Regionen und stellte diese unter die Verwaltung der Protektoratsregierung bzw. des Unterrichtsministeriums. Dies führte wiederum dazu, dass der Zwei-Mann-Verband finanziell sehr gut ausgestattet war: 1940 wirtschaftete er mit einem Budget von über 11 Millionen Kronen.[154] Ab dem 1. April 1940 erfolgte über den Kulturverband auch die Auszahlung der sogenannten Protektoratszulage an deutsche Lehrkräfte im Protektorat.[155]
Die alte Praxis, die Schülerzahl durch die Errichtung von Waisenheimen in der Nähe von Schulen zu erhöhen, wurde in Form von Schülerheimen wieder aufgegriffen – tschechische Kinder sollten „unter deutscher Betreuung“[156] aufwachsen. Die NSDAP allerdings bewertete diese Maßnahme als Eingriff in ihren eigenen Kompetenzbereich – „Volkstumskampf“ verstand sie als ihr alleiniges Aufgabenfeld – und begann 1941, die Aktivitäten des Verbandes schrittweise zu beschneiden.[157] Parallel dazu führten Kriegsentwicklung und steigende Einberufungszahlen zu einem massiven Lehrermangel, der zur Schließung deutscher Schulen führte, selbst dort, wo sie in völkisch-nationaler Sicht von besonderer Bedeutung waren.[158] Zudem erschwerte das von der Protektoratsregierung verhängte Neubauverbot die Errichtung weiterer Schul- und Internatsgebäude[159], womit der Kulturverband seine Existenzgrundlage verlor.
Trotz Fürsprache einflussreicher Organe, darunter auch der Volksdeutschen Mittelstelle[160], verfügte die Partei 1943 die Auflösung des Verbandes.[161] Formell nahm sie der Minister am 30. November 1944 vor, nur wenige Wochen nachdem der langjährige Obmann August Gessner am 2. November 1944 – auf den Tag genau zum 25. Verbandsjubiläum – verstorben war.[162] Das Vermögen des Kulturverbandes ging an die Organisation Deutsche Gemeinschaft über, die kurz vor Kriegsende auf Anordnung des Reichsprotektors vom 21. September 1944 mit dem Zweck der „Festigung der deutschen Bevölkerung im Protektorat“ ins Leben gerufen worden war.[163]
VII. Fazit
Die Geschichte des Deutschen Kulturverbandes offenbart dessen bedeutende, aber auch widersprüchliche Rolle, die er bei der Erhaltung des deutschen Schulwesens in den böhmischen Ländern innehatte. Aufgrund seiner Organisation wie auch seines Netzwerks war der DKV der wichtigste deutsche nationale Schutzverein in der Tschechoslowakischen Republik und damit zentrale Anlaufstelle für reichsdeutsche Behörden bis 1933. Der Kulturverband galt zwar nach außen hin als aktivistisch, korrespondierte aber heimlich mit Berlin (VDA) und richtete seine Aktivitäten an den dortigen Vorgaben aus, um die deutsche Bevölkerung in der ČSR zu stärken. Die moderate, nicht von lautem Nationalismus geprägte liberale Rhetorik ermöglichte es dem DKV, Prag gegenüber selbstbewusst aufzutreten. Selbst wenn einige Kulturverbandsfunktionäre vor dem Hintergrund des Republikschutzgesetzes ins Visier der Polizeiorgane gerieten, legte die tschechoslowakische Justiz eine großzügige Haltung an den Tag, was sich in ähnlichen Prozessen der 1930er Jahre (Volkssportprozess, Patscheider-Prozess) allerdings nicht mehr wiederholen sollte.
Die Entwicklung des Kulturverbandes erfolgte innerhalb der politischen Rahmenbedingungen der Zwischenkriegszeit. Die Eingliederung deutscher nationaler Schutzvereine in Österreich in den VDA etwa verweist auf den umfassenden organisatorischen Umstrukturierungsprozess, der eine stärkere Vernetzung und Zentralisierung der nationalpolitischen Aktivitäten anschob. Auch wenn sich Ähnliches in der ČSR beobachten ließ, so muss man feststellen, dass sich der DKV bis 1937 seine Selbstständigkeit sowie seinen (liberalen) Prager Charakter bewahrte. Der DKV gab den tschechoslowakischen Behörden keinen größeren Anlass einzugreifen, da er es vermied, negativistische, radikale und antisemitische Positionen zu vertreten. Der Aufstieg der Henlein-Bewegung zwang den DKV dann zu einer schrittweisen Annäherung an die Prager Regierung; Höhepunkt war die Einbindung in die Verhandlungen zum Februarabkommen von 1937.
Die seit 1935 zunehmende Unterwanderung des Kulturverbandes führte zwar dazu, dass mehrere Vorstandsmitglieder 1937 zurücktraten, eine Opposition formierte sich im Verband allerdings nicht. Auffällig ist, dass sich unter den langjährigen Vorstandsmitgliedern des DKV keine aktiven Vertreter der Sudetendeutschen Partei fanden, die den Nationalsozialismus vorbehaltlos unterstützten. Erst mit dem Anschluss Österreichs schloss sich die Verbandsleitung endgültig der Linie der SdP an. Vermutungen also, der Verband habe gewissermaßen auf den Anschluss hingearbeitet, sind daher unzutreffend, vielmehr war es umgekehrt ein eher liberaler Charakter, der zu großen Teilen den Alleingang des DKV bis 1937 bestimmt hatte.
Die Widersprüchlichkeit des Verbandes spiegelte sich in seinen parallel vertretenen Positionen des Aktivismus und Negativismus, zeigte sich aber auch darin, dass er in seiner Politik von Wien nach Berlin und später sogar nach Prag umschwenkte, als es darum ging, die von der Henlein-Partei forcierte Gleichschaltung zu verhindern. Auch wenn der DKV in gewisser Hinsicht ein Korrektiv für die tschechoslowakische Politik darstellte, so ist er aber auch von Anfang an zugleich als ein Machtinstrument anzusehen. Die Verbandsfunktionäre hatten lange einen aktivistischen, strategischen Nationalismus an den Tag gelegt, der akademisch verankert war, der tschechoslowakischen Regierung gegenüber loyal auftrat, liberal agierte und sich bewusst vom Radikalismus fernhielt, bevor der NS-Staat 1937 dieser Entwicklung ein Ende bereitete und den DKV in ein Instrument der NS-Germanisierungspolitik verwandelte. Kurz vor Kriegsende wurde schließlich der einst größte Verband der böhmischen Länder in aller Stille aufgelöst. Die Geschichte des Deutschen Kulturverbandes ermöglicht eine facettenreichere Perspektivierung der Nationalitätenpolitik der ČSR, denn sein Erbe besteht neben den bis heute stehenden Schulgebäuden vor allem in der Einsicht, dass das Nationalitätenproblem in der Tschechoslowakei nicht allein als ein innenpolitisches Problem, sondern auch im Kontext der internationalen Entwicklung und Machtinteressen verstanden werden muss.
Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag untersucht die facettenreiche und ambivalente Rolle des Deutschen Kulturverbandes (DKV) als größter Schul- und Kulturverein der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit. Der DKV entstand 1919 als Nachfolger des Deutschen Schulvereins und entwickelte sich zu einem zentralen Akteur im Kampf um den Erhalt des deutschsprachigen Schulwesens. Dabei bewegte er sich in einem Spannungsfeld zwischen deklarierter Loyalität zum tschechoslowakischen Staat und diskreten Verbindungen nach Berlin. Verankert im liberalen akademischen Milieu Prags, vertrat der Verband eine moderate Linie und distanzierte sich explizit von Antisemitismus und radikalem Nationalismus. Gleichzeitig unterhielt er Kontakte zum Verein für das Deutschtum im Ausland (VDA) und profitierte von verdeckten Finanztransfers. Der DKV verfolgte eine pragmatische Strategie, setzte auf juristische Mittel gegen Schulschließungen und mied gezielt offene politische Konfrontationen. In den 1930er Jahren verlor er jedoch an Einfluss, als die Sudetendeutsche Partei (SdP) zur dominierenden Kraft aufstieg. Trotz intensiver Bemühungen, seine Unabhängigkeit zu wahren, verlor der DKV 1937 im Zuge der Gleichschaltung als die letzte große deutsche Organisation in der Tschechoslowakei seine Autonomie. Auf Grundlage umfangreicher Archivquellen beleuchtet die Studie die doppelte Funktion des DKV als Verteidiger von Minderheitenrechten und zugleich als Instrument machtpolitischer Einflussnahme und zeigt die grundsätzlichen Spannungen zwischen schulpolitischem Aktivismus, Nationalismus und Realpolitik im umkämpften Feld der Minderheitenpolitik im Ostmitteleuropa der Zwischenkriegszeit auf.
Widmung
Der Beitrag entstand 2025 an der pädagogischen Fakultät der Universität Hradec Králové. Wichtige Vorarbeiten hierzu waren dank eines Georg-Schroubek-Stipendiums bereits 2022 am Collegium Carolinum in München erfolgt.
© 2025 The author(s), published by Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
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Artikel in diesem Heft
- Frontmatter
- Aufsätze
- Neuro-History. Neue interdisziplinäre Perspektiven am Beispiel mystischer Erfahrungsberichte
- „Vom Siegen ruhn“ oder Die Erfindung der revolutionären Schweiz von 1847/48
- Zwischen Wien, Prag und Berlin. Zur widersprüchlichen Rolle des Deutschen Kulturverbandes in der Tschechoslowakei (1918–1938)
- Bernd Jürgen Wendt (1934–2025)
- Themen, Methoden, Schauplätze. Die Napoleonischen Kriege im Handbuch
- Rezensionen
- Alan Forrest, Waterloo. (Great Battles.) Oxford, Oxford University Press 2023
- Rudolf J. Schlaffer, Deutsche Kriegführung. Militärische Spitzengliederungen von 1871 bis 2015. Stuttgart, Kohlhammer 2023
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- Hans-Jürgen Becker, Die päpstlichen Wahlkapitulationen. Ein Beitrag zur kirchlichen Verfassungsgeschichte. 2 Halbbde. Stuttgart, Hiersemann 2024
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- Peter Feldbauer / Gottfried Liedl, Seide, Zobel und Gelehrte. Zentralasien 900–1200. Handelsdrehscheibe und Kulturknoten. Wien, Mandelbaum 2024
- Matthias Becher / Michael Rohrschneider (Hrsg.), Gipfeltreffen in der Vormoderne. Der Bonner Vertrag 921 in synchroner und diachroner Perspektive. Göttingen, V&R unipress 2025
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- Johannes Luther, Reformer und Vermittler. Bischöfliche Gruppenbildungen und Vernetzungen im burgundischen Raum 1032–1156. Ostfildern, Thorbecke 2023
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- Bernd Hamm, Religiöse Dynamik zwischen 1380 und 1520. Antriebskräfte der Mentalität, Frömmigkeit, Theologie, Bildkultur und Kirchenreform. (Spätmittelalter, Humanismus, Reformation, Bd. 140.) Tübingen, Mohr Siebeck 2024
- Wolfgang Behringer, Der große Aufbruch. Globalgeschichte der Frühen Neuzeit. München, C. H. Beck 2023
- Elizabeth Harding / Joëlle Weis (Hrsg.), Gelistete Dinge. Objekte und Listen in der Frühen Neuzeit. (Ding, Materialität, Geschichte, Bd. 6.) Köln, Böhlau 2024
- Ute Frietsch, Epistemischer Wandel. Eine Geschichte der Alchemie in der Frühen Neuzeit. Paderborn, Fink 2023
- Susangeline Yalili Patrick, Art as a Pathway to God. A Historical-Theological Study of the Jesuit Mission to China, 1552–1773. Leiden, Brill 2024
- János Szabados, Die Karriere des deutschen Renegaten Hans Caspar in Ofen (1627–1660) im politischen und kulturellen Kontext. Wien, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 2023
- Braunschweigischer Geschichtsverein e.V. (Hrsg.), Aus den Briefen der Herzogin Philippine Charlotte von Braunschweig 1732–1801. Bd. 1: 1732–1768, mitgeteilt von Hans Droysen und übersetzt von Gretel Walberg. Braunschweig, Appelhans 2024
- Arunima Datta, Waiting on Empire. A History of Indian Travelling Ayahs in Britain. Oxford, Oxford University Press 2023
- Edward J. Gillin, An Empire of Magnetism. Global Science and the British Magnetic Enterprise in the Age of Imperialism. Oxford, Oxford University Press 2023
- Lino Schneider-Bertenburg, 1873. Der Gründerkrach und die Krisenwahrnehmung der deutschen Sozialdemokratie. (Geschichte in Wissenschaft und Forschung.) Stuttgart, Kohlhammer 2022
- Geschichtsverein der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Verbindung mit dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg (Hrsg.), Matthias Erzberger. Für Demokratie und gegen den Obrigkeitsstaat. Ostfildern, Thorbecke 2023
- Hartmut Kaelble, Das soziale Europa. Europäische Sozialpolitik und nationale Wohlfahrtsstaaten, 1883–2020. Frankfurt am Main, Campus 2024
- Carsten Stahn, Confronting Colonial Objects. Histories, Legalities, and Access to Culture. (Cultural Heritage Law and Policy.) Oxford, Oxford University Press 2023
- Arvid Schors / Fabian Klose (Hrsg.), Wie schreibt man Internationale Geschichte? Empirische Vermessungen zum 19. und 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main, Campus 2023
- Thilo Scholle / Mike Schmeitzner (Hrsg.), Hermann Heller, die Weimarer Demokratie und der soziale Rechtsstaat. Bonn, Dietz Nachf. 2024
- Michael Buddrus / Angrit Lorenzen-Schmidt, Ärzte in Mecklenburg im Dritten Reich. Biographisches Lexikon sowie Studien zu Gesundheitsverhältnissen und Medizinalpolitik 1929 bis 1945. 2 Bde. Bremen, Edition Temmen 2023
- Pierre Pfütsch (Hrsg.), Die Rolle der Pflege in der NS-Zeit. Neue Perspektiven, Forschungen und Quellen. (Medizin, Gesellschaft und Geschichte, Bd. 83.) Stuttgart, Steiner 2023
- Michael Grüttner, Talar und Hakenkreuz. Die Universitäten im Dritten Reich. München, C. H. Beck 2024; Michael Grüttner, Ausgegrenzt. Entlassungen an den deutschen Universitäten im Nationalsozialismus. Biogramme und kollektivbiografische Analyse. Berlin/Boston, De Gruyter 2023
- Peter Henning, Zwischen Opportunismus und Opposition. Kulturschaffende im Nationalsozialismus am Beispiel Erich Ebermayers. Stuttgart, Kohlhammer 2024
- Frédéric Bonnesoeur / Hannah Wilson / Christin Zühlke (Eds.), New Microhistorical Approaches to an Integrated History of the Holocaust. Berlin/Boston, De Gruyter 2023
- Felix Bellaire, Augsburg 1939–1945. Eine Stadt im Kriegszustand. (Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft, Reihe 1: Studien zur Geschichte des bayerischen Schwaben, Bd. 46.) Friedberg, Likias 2020
- Christoph Schneider, Der Kalmenhof in Idstein. NS-„Euthanasie“ und ihre Nachgeschichte. (Schriftenreihe der Gedenkstätte Hadamar, Bd. 2.) Leiden, Brill 2024
- Klaus H. Schmider, Hitler’s Fatal Miscalculation. Why Germany Declared War on the United States. (Cambridge Military Histories.) Cambridge, Cambridge University Press 2021
- Dan Stone, The Liberation of the Camps. The End of the Holocaust and Its Aftermath. London, Yale University Press 2023
- Paolo Heywood, Burying Mussolini. Ordinary Life in the Shadows of Fascism. Ithaca, NY, Cornell University Press 2024
- Hans-Walter Schmuhl, Kur oder Verschickung? Die Kinderkuren der DAK zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Hamburg, Dölling und Galitz 2023
- Norbert Frei, Im Namen der Deutschen. Die Bundespräsidenten und die NS-Vergangenheit. München, C. H. Beck 2023
- Reginald Elias Kiray, Memories of German Colonialism in Tanzania. (European Colonialism in Global Perspective, Vol. 2.) Berlin/Boston, De Gruyter 2023
- Klaus Neumann, Blumen und Brandsätze. Eine deutsche Geschichte 1989–2023. Hamburg, Hamburger Edition 2024
- Omer Bartov, Genocide, the Holocaust and Israel-Palestine. First-Person History in Times of Crisis. New York, Bloomsbury Academic 2023
- Eingegangene Bücher
- Eingegangene Bücher
Artikel in diesem Heft
- Frontmatter
- Aufsätze
- Neuro-History. Neue interdisziplinäre Perspektiven am Beispiel mystischer Erfahrungsberichte
- „Vom Siegen ruhn“ oder Die Erfindung der revolutionären Schweiz von 1847/48
- Zwischen Wien, Prag und Berlin. Zur widersprüchlichen Rolle des Deutschen Kulturverbandes in der Tschechoslowakei (1918–1938)
- Bernd Jürgen Wendt (1934–2025)
- Themen, Methoden, Schauplätze. Die Napoleonischen Kriege im Handbuch
- Rezensionen
- Alan Forrest, Waterloo. (Great Battles.) Oxford, Oxford University Press 2023
- Rudolf J. Schlaffer, Deutsche Kriegführung. Militärische Spitzengliederungen von 1871 bis 2015. Stuttgart, Kohlhammer 2023
- Ben Kiernan / T. M. Lemos / Tristan S. Taylor (Eds.), The Cambridge World History of Genocide. Vol. 1: Genocide in the Ancient, Medieval and Premodern Worlds. Cambridge, Cambridge University Press 2023
- Hans-Jürgen Becker, Die päpstlichen Wahlkapitulationen. Ein Beitrag zur kirchlichen Verfassungsgeschichte. 2 Halbbde. Stuttgart, Hiersemann 2024
- Matthias Schnettger / Dietrich Scholler (Hrsg.), Figurationen des Nationalen. Kulturelle Aushandlungsprozesse vom 14. bis 19. Jahrhundert. Bielefeld, Transcript 2024
- Donald Bloxham, Why History? A History. Oxford, Oxford University Press 2022
- Manuel Köster / Holger Thünemann (Hrsg.), Geschichtskulturelle Transformationen. Kontroversen, Akteure, Zeitpraktiken. Köln, Böhlau 2024
- Jesse Millek, Destruction and Its Impact on Ancient Societies at the End of the Bronze Age. Atlanta, Lockwood Press 2023
- Marie Oellig, Die Sukzession von Weltreichen. Zu den antiken Wurzeln einer geschichtsmächtigen Idee. (Oriens et Occidens. Studien zu antiken Kulturkontakten und ihrem Nachleben, Bd. 38.) Stuttgart, Steiner 2023
- Roberta Mazza, Stolen Fragments. Black Markets, Bad Faith, and the Illicit Trade in Ancient Artefacts. Palo Alto, CA, Stanford University Press 2024
- Kordula Schnegg, Antike Geschlechterdebatten. Die soziale Verortung der Frauen und Männer in der griechisch-römischen Antike. Tübingen, Narr 2021
- William V. Harris, Dire Remedies. A Social History of Healthcare in Classical Antiquity. Berlin/Boston, De Gruyter 2024
- Hans-Joachim Gehrke, Historische Landeskunde und Geographie. Hrsg. von Christian Mann und Kai Trampedach. (Ausgewählte Schriften, Bd. 4.) Stuttgart, Steiner 2024
- Peter Franz Mittag, Geschichte des Hellenismus. (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd. 51.) Berlin/Boston, De Gruyter 2023
- Johannes C. Bernhardt / Mirko Canevaro (Eds.), From Homer to Solon. Continuity and Change in Archaic Greece. (Mnemosyne Supplements. History and Archaeology of Classical Antiquity, Vol. 454.) Leiden, Brill 2022
- Jaime Curbera (Ed.), Inscriptiones Atticae Euclidis Anno Posteriores consilio et auctoritate academiae scientiarum Berolinensis et Bandenburgensis editae. Editio tertia. Pars VIII: Miscellanea. Fasciculus I: Defixiones Atticae. Berlin/Boston, De Gruyter 2024
- Julian Degen / Hilmar Klinkott / Robert Rollinger et al. (Eds.), Ancient Worlds in Perspective. Contextualizing Herodotus. (Philippika – Altertumswissenschaftliche Abhandlungen / Contributions to the Study of Ancient World Cultures, Vol. 150.) Wiesbaden, Harrassowitz 2024
- Christopher J. Joyce, Amnesty and Reconciliation in Late Fifth-Century Athens. The Rule of Law under Restored Democracy. Edinburgh, Edinburgh University Press 2022
- Seth Bernard / Lisa Marie Mignone / Dan-El Padilla Peralta (Eds.), Making the Middle Republic. New Approaches to Rome and Italy, c. 400–200 BCE. Cambridge, Cambridge University Press 2023
- Michael Sommer, Mordsache Caesar. Die letzten Tage des Diktators. München, C. H. Beck 2024
- Theresia Schusser, Christliche religiöse Gewalt im spätantiken Ägypten. Hagiographische Schriften im Fokus kultur- und mentalitätsgeschichtlicher Fragestellungen. Münster, Zaphon 2023
- Michael Hahn, Laici religiosi. Überwachung, soziale Kontrolle und christliche Identität in der Spätantike. München, C. H. Beck 2024
- Matthias Weber, Der Bischof stirbt. Zu Form, Funktion und Vorstellung bischöflicher Sterbeberichte (6.–12. Jahrhundert). Göttingen, V&R unipress 2023
- Stefan Esders / Sören Kaschke / Britta Mischke u. a. (Hrsg.), Fränkische Herrschererlasse (814–840). (Capitularia regum Francorum a. 814 – a. 840). (Monumenta Germaniae Historica. Capitularia regum Francorum, Nova series, Bd. 4.) Wiesbaden, Harrassowitz 2024
- Peter Feldbauer / Gottfried Liedl, Seide, Zobel und Gelehrte. Zentralasien 900–1200. Handelsdrehscheibe und Kulturknoten. Wien, Mandelbaum 2024
- Matthias Becher / Michael Rohrschneider (Hrsg.), Gipfeltreffen in der Vormoderne. Der Bonner Vertrag 921 in synchroner und diachroner Perspektive. Göttingen, V&R unipress 2025
- Cordelia Heß, Rassismus im Norden? Eine postkoloniale Spurensuche in Grönland und Sápmi, ca. 980–1500. (Europa im Mittelalter.) Berlin/Boston, De Gruyter 2025
- Hanna Vollrath, Das Reich der Salier. Lebenswelten und gestaltende Kräfte 1024–1125. 10., völlig neu bearbeitete Aufl. (Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 4.) Stuttgart, Klett-Cotta 2024
- Johannes Luther, Reformer und Vermittler. Bischöfliche Gruppenbildungen und Vernetzungen im burgundischen Raum 1032–1156. Ostfildern, Thorbecke 2023
- Charles M. Radding (Ed.), The Recensio Walcausina of the Liber Papiensis. In Collaboration with Antonio Ciaralli. (Monumenta Germaniae Historica. Leges nationum Germanicarum, Vol. 7.) Wiesbaden, Harrassowitz 2024
- Béatrice Bakhouche / Evelyne Berriot-Salvadore / Daniel Le Blévec (Eds.), Gui de Chauliac et sa Grande Chirurgie. Turnhout, Brepols 2023
- Elise Boillet / Ian Johnson (Eds.), Religious Transformations in New Communities of Interpretation in Europe (1350–1570). Bridging the Historiographical Divides. (New Communities of Interpretation, Vol. 3.) Turnhout, Brepols 2023
- Bernd Hamm, Religiöse Dynamik zwischen 1380 und 1520. Antriebskräfte der Mentalität, Frömmigkeit, Theologie, Bildkultur und Kirchenreform. (Spätmittelalter, Humanismus, Reformation, Bd. 140.) Tübingen, Mohr Siebeck 2024
- Wolfgang Behringer, Der große Aufbruch. Globalgeschichte der Frühen Neuzeit. München, C. H. Beck 2023
- Elizabeth Harding / Joëlle Weis (Hrsg.), Gelistete Dinge. Objekte und Listen in der Frühen Neuzeit. (Ding, Materialität, Geschichte, Bd. 6.) Köln, Böhlau 2024
- Ute Frietsch, Epistemischer Wandel. Eine Geschichte der Alchemie in der Frühen Neuzeit. Paderborn, Fink 2023
- Susangeline Yalili Patrick, Art as a Pathway to God. A Historical-Theological Study of the Jesuit Mission to China, 1552–1773. Leiden, Brill 2024
- János Szabados, Die Karriere des deutschen Renegaten Hans Caspar in Ofen (1627–1660) im politischen und kulturellen Kontext. Wien, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 2023
- Braunschweigischer Geschichtsverein e.V. (Hrsg.), Aus den Briefen der Herzogin Philippine Charlotte von Braunschweig 1732–1801. Bd. 1: 1732–1768, mitgeteilt von Hans Droysen und übersetzt von Gretel Walberg. Braunschweig, Appelhans 2024
- Arunima Datta, Waiting on Empire. A History of Indian Travelling Ayahs in Britain. Oxford, Oxford University Press 2023
- Edward J. Gillin, An Empire of Magnetism. Global Science and the British Magnetic Enterprise in the Age of Imperialism. Oxford, Oxford University Press 2023
- Lino Schneider-Bertenburg, 1873. Der Gründerkrach und die Krisenwahrnehmung der deutschen Sozialdemokratie. (Geschichte in Wissenschaft und Forschung.) Stuttgart, Kohlhammer 2022
- Geschichtsverein der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Verbindung mit dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg (Hrsg.), Matthias Erzberger. Für Demokratie und gegen den Obrigkeitsstaat. Ostfildern, Thorbecke 2023
- Hartmut Kaelble, Das soziale Europa. Europäische Sozialpolitik und nationale Wohlfahrtsstaaten, 1883–2020. Frankfurt am Main, Campus 2024
- Carsten Stahn, Confronting Colonial Objects. Histories, Legalities, and Access to Culture. (Cultural Heritage Law and Policy.) Oxford, Oxford University Press 2023
- Arvid Schors / Fabian Klose (Hrsg.), Wie schreibt man Internationale Geschichte? Empirische Vermessungen zum 19. und 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main, Campus 2023
- Thilo Scholle / Mike Schmeitzner (Hrsg.), Hermann Heller, die Weimarer Demokratie und der soziale Rechtsstaat. Bonn, Dietz Nachf. 2024
- Michael Buddrus / Angrit Lorenzen-Schmidt, Ärzte in Mecklenburg im Dritten Reich. Biographisches Lexikon sowie Studien zu Gesundheitsverhältnissen und Medizinalpolitik 1929 bis 1945. 2 Bde. Bremen, Edition Temmen 2023
- Pierre Pfütsch (Hrsg.), Die Rolle der Pflege in der NS-Zeit. Neue Perspektiven, Forschungen und Quellen. (Medizin, Gesellschaft und Geschichte, Bd. 83.) Stuttgart, Steiner 2023
- Michael Grüttner, Talar und Hakenkreuz. Die Universitäten im Dritten Reich. München, C. H. Beck 2024; Michael Grüttner, Ausgegrenzt. Entlassungen an den deutschen Universitäten im Nationalsozialismus. Biogramme und kollektivbiografische Analyse. Berlin/Boston, De Gruyter 2023
- Peter Henning, Zwischen Opportunismus und Opposition. Kulturschaffende im Nationalsozialismus am Beispiel Erich Ebermayers. Stuttgart, Kohlhammer 2024
- Frédéric Bonnesoeur / Hannah Wilson / Christin Zühlke (Eds.), New Microhistorical Approaches to an Integrated History of the Holocaust. Berlin/Boston, De Gruyter 2023
- Felix Bellaire, Augsburg 1939–1945. Eine Stadt im Kriegszustand. (Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft, Reihe 1: Studien zur Geschichte des bayerischen Schwaben, Bd. 46.) Friedberg, Likias 2020
- Christoph Schneider, Der Kalmenhof in Idstein. NS-„Euthanasie“ und ihre Nachgeschichte. (Schriftenreihe der Gedenkstätte Hadamar, Bd. 2.) Leiden, Brill 2024
- Klaus H. Schmider, Hitler’s Fatal Miscalculation. Why Germany Declared War on the United States. (Cambridge Military Histories.) Cambridge, Cambridge University Press 2021
- Dan Stone, The Liberation of the Camps. The End of the Holocaust and Its Aftermath. London, Yale University Press 2023
- Paolo Heywood, Burying Mussolini. Ordinary Life in the Shadows of Fascism. Ithaca, NY, Cornell University Press 2024
- Hans-Walter Schmuhl, Kur oder Verschickung? Die Kinderkuren der DAK zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Hamburg, Dölling und Galitz 2023
- Norbert Frei, Im Namen der Deutschen. Die Bundespräsidenten und die NS-Vergangenheit. München, C. H. Beck 2023
- Reginald Elias Kiray, Memories of German Colonialism in Tanzania. (European Colonialism in Global Perspective, Vol. 2.) Berlin/Boston, De Gruyter 2023
- Klaus Neumann, Blumen und Brandsätze. Eine deutsche Geschichte 1989–2023. Hamburg, Hamburger Edition 2024
- Omer Bartov, Genocide, the Holocaust and Israel-Palestine. First-Person History in Times of Crisis. New York, Bloomsbury Academic 2023
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