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Reihe

spectrum Literaturwissenschaft / spectrum Literature

Komparatistische Studien / Comparative Studies
  • Herausgegeben von: Moritz Baßler , Werner Frick und Monika Schmitz-Emans
eISSN: 2943-2618
ISSN: 1860-210X
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Das aktuelle Spektrum der Literaturwissenschaft ist durch eine komparatistische und kulturwissenschaftliche Öffnung mit mannigfachen interdisziplinären Anschlüssen gekennzeichnet. Die Reihe spectrum Literaturwissenschaft versteht sich als Forum dieser pluralistischen Neuformierung der Literaturwissenschaft; sie präsentiert Studien von methodisch innovativem, häufig komparatistischem Zuschnitt, deren Ergebnisse über enge nationalphilologische Horizonte hinaus von exemplarischer Bedeutung sind.

Information zu Autoren / Herausgebern

Wissenschaftlicher Beirat/Editorial Board

Peter-André Alt, Aleida Assmann,

Marcus Deufert, Terence James Reed,

Simone Winko, Bernhard Zimmermann

Rezensionen

"[...] mit einem gelungenen Relaunch wiederbelebt. [...] So zeigt das ansprechende Äußere der einzelnen Bände den Funken komparatistischen Denkens in den Regenbogenfarben eines Spektralnebels, aus dem der Titel der Reihe hervorleuchtet: spectrum Literaturwissenschaft."
Peter Goßens in: Komparatistik, 2007

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Buch Open Access 2025
Band 89 in dieser Reihe

»An Zweisprachigkeit in der Dichtung glaube ich nicht«. Wie kommt der multilinguale Autor Paul Celan zu solch einer Aussage und wie verhält sie sich zu seinem mehrsprachigen Werk? Während Celans Lyrik von verschiedenen Nationalsprachen, Dialekten und Fachsprachen geprägt ist, äußert sich der Autor in poetologischen Reflexionen immer wieder skeptisch gegenüber literarischer Polyglossie. Dabei bedient sich Celan eines Vokabulars der Farben, das Vorstellungen von Ein- und Mehrsprachigkeit auf erhellende Weise ins Bild setzt. Die Arbeit beleuchtet dieses Sprach- und Farbdenken in seiner Verflochtenheit mit den politischen Farbensprachen der 1950er und 60er Jahre und entwickelt farbtheoretisch inspirierte Ansätze zur Erforschung multilingualer Texte. Im Zentrum steht Celans Idee einer ›graueren Sprache‹, die als mehrsprachige Sprache neu gelesen wird. Diese Relektüre des berühmten poetologischen Konzepts setzt innovative Impulse für die Celan-Forschung und situiert Celans ›grauere Sprache‹ im Kontext zeitgenössischer Debatten um Sprachgemeinschaft, Universalismus und bunte Vielfalt in der frühen Bundesrepublik.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2025
Band 87 in dieser Reihe

Die Arbeit untersucht die literarischen und künstlerischen Bearbeitungen des Untergangs der ‚Medusa‘. In Kontext eines praktizierten Kannibalismus bot die historisch verbürgte Schiffskatastrophe von 1816 immer wieder Anlass für zivilisations- und gesellschaftskritische Aktualisierungen. Neben dem Gemälde von Géricault werden darauf bezugnehmende Aspekte des literarischen Werks von Peter Weiss und Franzobel diskutiert.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2026
Band 86 in dieser Reihe

Michel de Montaignes Essais (1580–1595) haben schon früh eine breite und komplexe internationale Wirkung entfaltet. Diese Rezeption, die in der Gegenwart eine globale Dimension erreicht hat, ist bisher nur partiell erforscht worden. Die Beiträge des Sammelbandes untersuchen bislang wenig beachtete Phasen dieser Rezeption und legen dabei einen Schwerpunkt auf den deutschsprachigen Raum, Italien, Spanien und hispanoamerikanische Länder. Teils fragen die Aufsätze nach längerfristigen Konjunkturen der Montaigne-Rezeption und nach ihren Bedingungen, teils analysieren sie einzelne Übersetzungen und Transferprozesse mit Blick auf ihre kulturellen Kontexte. Weitere Leitfragen gelten den Deutungen, die Montaignes Essais im Laufe der Jahrhunderte erfahren haben, sowie den vielfältigen Formen, die diese Aneignungen und Lektüren der Essais in Literatur, Philosophie und Wissenschaft angenommen haben. Der Band schließt damit Lücken in der Forschung zur Montaigne-Rezeption und gibt dieser Forschung neue Impulse in Gestalt weiterführender systematischer Fragen. Er ist darüber hinaus aber auch relevant für Forschungen zum Kulturtransfer, zur Rezeptionsgeschichte der frühneuzeitlichen Literatur und zur Weltliteratur.

Buch Open Access 2024
Band 85 in dieser Reihe

Der Band untersucht Figuren der Endlichkeit in der europäischen Romantik. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Figuren des Letzten – letzte Menschen (J.-B Grainville: Le dernier homme (1805); M. Shelley: The Last Man (1826)), letzte Dinge (I. Kant: Das Ende aller Dinge (1794) – in der Romantik ein spezifisches Endlichkeitsbewusstsein artikulieren. Die einsetzende romantische Reflexion der Endlichkeit, die sich synchron mit den zeitgenössischen Diskursen über die Begrenztheit von Ressourcen ausbildet, stellt dabei den Beginn einer genuin modernen Erfahrung dar. Die Verzeitlichung wird um 1800, so die Grundthese, vor allem verhandelt und reflektiert an poetologischen und philosophischen Figuren der Endlichkeit, des Letzten und des Verbrauchbaren. Indem der Band etwa das Fragment, die Ruine oder die „Denkmäler der alten Zeiten" (F. Schiller) als Figurationen einer Reflexion der Endlichkeit in den Blick nimmt, schärft und ergänzt er klassische Elemente der Epochenkonstruktion der Romantik, welche bislang vorwiegend mit Begriffen wie Entgrenzung, Potenzierung und Unendlichkeit oder mit einem Fokus auf Gegenwart, Jetztzeit und Augenblick in Verbindung gebracht wird.

Buch Open Access 2024
Band 84 in dieser Reihe

Die Studie untersucht erstmals historisch umfassend die Bedeutung literarischer Mehrsprachigkeit in der deutschsprachigen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. In Werkanalysen von Franz Kafka, Dada, Mascha Kaléko, Paul Celan, W.G. Sebald, Yoko Tawada u.a. werden historisch-kulturelle, literarästhetische und mediale Dimensionen textinterner Mehrsprachigkeit herausgearbeitet. Methodisch-theoretisch wird dargelegt, dass die literarische Gestaltung von Mehrsprachigkeit keine Mimesis soziokultureller Sprachsituationen und –biografien ist, sondern ein eigenständiges poetisches Verfahren. Verbunden damit ist nicht nur eine kritische Auseinandersetzung mit den kulturellen Normen der Einsprachigkeit und der Nationalliteratur, sondern darüber hinaus eine ausgeprägt poetologische Ebene, auf der Fragen der Bedeutungsgenerierung und der ästhetischen Materialität des Zeichens verhandelt werden.

Die Studie vereint so eine Literaturgeschichte mehrsprachiger Texte mit einem neuen theoretischen Zugang für die literarische Mehrsprachigkeitsforschung, der durchgängig die mit Sprachwechseln stets verknüpften ästhetischen, poetologischen und sprachkritischen Anteile sichtbar macht.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2023
Band 83 in dieser Reihe

So marginal die Beschäftigung mit der chinesischen Dichtung für die deutsche Lyrikgeschichte seit dem 20. Jahrhundert zunächst zu sein scheint, so zentral erweist sie sich doch gerade in politisch-gesellschaftlichen und werkbiographischen Umbruchskonstellationen.

Der Band geht verschiedenen Lyrikdialogen, die ihren Ausgangspunkt in der übersetzerischen Auseinandersetzung nehmen, nach. Texte der klassischen Dichtung der Tang- und Song-Dynastie wurden ebenso aufgegriffen wie Dichtungen des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Annäherung an die chinesische Dichtung ermöglichte ästhetische Experimente mit lyrischer Subjektivität und Perspektivität einerseits; andererseits bot sie Raum für Aushandlungen von Welt- und Gesellschaftsentwürfen und der Rolle des Dichters in der Gesellschaft – so im Dialog mit der sozialkritischen Lyrik des Tang-Dichters Bai Juyi, des Dichterrevolutionärs Mao Zedong oder des Skeptikers Lu Xun. Und nicht zuletzt waren Übersetzungen ein kulturpolitisches Instrument in der DDR, konnten aber offizielle Leitlinien durchaus unterlaufen. Damit ermöglicht die Analyse der Übertragungen in ihrem jeweils konkreten historischen Kontext Einblicke in Impulse einer produktiven Rezeption, die die letzten hundert Jahre deutsche Lyrikgeschichte mitgeprägt hat.

Das Werk wurde ausgezeichnet mit dem „Manfred-Lautenschläger-Preis der Heidelberger Akademie der Wissenschaften" und dem „Gerhart-Baumann-Preis für interdisziplinäre Literaturwissenschaft".

Buch Open Access 2024
Band 82 in dieser Reihe
Die gegenwärtige Komparatistik ist nach diversen Totsagungen und Neukonzeptualisierungen unübersichtlich geworden. Angesichts dieser Lage zielt das vorliegende Buch darauf, sich grundlegender Begriffe der Vergleichenden Literaturwissenschaft zu versichern und Definitionen des Fachs wie sie in bedeutenden Programmtexten vorgelegt wurden, kritisch zu überprüfen. Im ersten Teil des Buchs werden komparatistische Zentralbegriffe wie Grenze und Fremdheit sowie die komparatistische Tätigkeit des Vergleichens geklärt. Der zweite Teil ist historisch angelegt und konzentriert sich auf textnahe Untersuchungen einschlägiger Programmtexte, die das Konzept der Komparatistik im 20. Jahrhundert entscheidend geprägt haben. Einzelne Kapitel gelten H. M. Posnett, F. Baldensperger, P. v. Tieghem, R. Wellek, H. Remak, R. Etiemble, G. Steiner, C. Bernheimer und der Damrosch/Spivak-Kontroverse. Forschungsgeschichtlich trägt das Buch dadurch Bausteine zu einer umfassenden Komparatistikgeschichte bei, die immer noch fehlt. Hochschuldidaktisch eignet sich das Buch zugleich durch die Konzentration auf eine überschaubare Zahl von Texten für den Einsatz im Seminarbetrieb.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2023
Band 81 in dieser Reihe

Die vorliegende Studie bietet den ersten systematischen Überblick über den expressionistischen Übersetzungskanon.

Das erste Kapitel rekonstruiert unterschiedliche Facetten der Internationalität im Expressionismus, u. a. die Auseinandersetzung mit Nietzsches Denkfigur des ›guten Europäers‹ und mit Goethes Kategorie der ›Weltliteratur‹.

Der zweite Teil, die Kernzone der Studie, ist dem expressionistischen Übersetzungskanon gewidmet. Die von Paul Raabe zusammengestellte Bibliographie wurde durch etliche neue Funde angereichert, nach Literaturräumen katalogisiert und exemplarisch ausgewertet. Berücksichtigt wurden zudem auch die in Zeitschriften und Anthologien der deutschsprachigen Avantgarde publizierten Übertragungen. Methodologischer Ausgangspunkt ist das formalästhetische Kreativitätspotential des literarischen Übersetzens, auf welches die Descriptive Translation Studies seit langem aufmerksam gemacht haben und das gerade im Falle von Autoren/-innen, die sich übersetzerisch betätigten, eklatant ist. Gerade die Einsicht in den manipulativen Charakter des literarischen Übersetzens und in die Spezifik ›translatorischer Autorschaft‹ macht den Weg frei, um die Dialektik von Import und Projektion nachzuvollziehen, die mit dem Übersetzen verbunden ist.

Das dritte Kapitel schließlich visiert das Übersetzen in einer werkgenerativen Perspektive an. Im Vordergrund stehen intertextuelle und intermediale Filiationen, die sich aus der expressionistischen Rezeption fremdsprachiger Autoren/-innen ergeben. Exemplifiziert werden sie an den drei Gattungen Lyrik, Prosa und Drama sowie am Stummfilm und an der bildenden Kunst. Zugleich zeichnet die werkgenerative Perspektivierung des Übersetzungsmediums den diachronen Wandel des Expressionismus nach: vom anarchistisch-vitalistischen Frühexpressionismus, in dem Symbolisten wie Charles Baudelaire und Émile Verhaeren noch stark präsent waren, hin zum kommunionistischen Spätexpressionismus, der von dem messianischen Dostojewski-Kult dominiert wurde.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2022
Band 80 in dieser Reihe

Wie ist die ambivalente Beziehung der queeren Literaturtradition zum Katholizismus zu verstehen? Diese Frage beschäftigt die vorliegende Forschungsarbeit, die sich als Ziel setzte, die ambivalente Beziehung der queeren Literaturästhetik zur katholischen Religion zu erforschen. Dafür geht diese Dissertation vom Frühwerk Fernando Vallejos und Josef Winklers aus, um drei Hauptstrategien der bejahenden und verneinenden Religionskritik zu skizzieren.

Buch Open Access 2024
Band 79 in dieser Reihe

Der Band geht davon aus, dass sich die Literatur und ihre Wissenschaft transdisziplinär gestalten und von Denkfiguren, Metaphern oder Modellen anderer Disziplinen speisen und umgekehrt zu einem zentralen Ort innovativer Begriffsbildung werden. Werden solche Prozesse literaturwissenschaftlicher Beschreibungsvokabulare selbst zum Gegenstand der Betrachtung, dann fallen verstärkt Rupturen, mitunter auch Kontroversen im Gebrauch der vielfach aus den Bereichen von Organizität und Technizität transferierten Metaphoriken ins Auge: Organisches und Technisches überlagern sich, interferieren, tauschen die Plätze. Eben diesen Phänomenen der Grenzüberschreitung in der metaphorischen Übertragung von Verbindungen des Organischen und Technischen – die im Angesicht neuester Technologien und Biopolitiken mehr den „Normalfall", denn eine Ausnahme bilden – geht der Band aus einer historiographischen Perspektive vom Mittelalter bis heute nach. „Organitechnoscience" stellt sich somit als Laborbegriff vor, literarische wie literaturtheoretische Operationen technischer und organischer Interferenzen nicht nur post, sondern auch ante digitisation nachzuzeichnen und auf ihre wissenspolitischen Dimensionen hin zu befragen.

Buch Open Access 2023
Band 78 in dieser Reihe

Die Depression wird derzeitig als dominante psychische Krankheit moderner Gesellschaften gehandelt und lässt sich ausgehend von einer Vielzahl an sozialwissenschaftlichen Beiträgen als Gegenwartsdiagnose diskutieren.

Von hier ausgehend wird das Thema Depression literaturwissenschaftlich in den Blick genommen. Untersucht werden Motive und literarische Verfahren des Depressiven, depressive Figuren und einschlägige Inszenierungen der Autor:innen.

Die literarischen Manifestationen des Depressiven und der Ende des 19. Jahrhunderts entstehende Depressionsdiskurs werden als historisch wandelbare Phänomene begriffen. So erstreckt sich der Beobachtungszeitraum des Bandes von der Jahrhundertwende bis in die Gegenwart. Dabei wird nach einer spezifisch modernen ‚Verfasstheit‘ im Zeichen der Depression und ihren ästhetischen Repräsentationen gefragt. In den einzelnen Beiträgen werden neben Texten der Gegenwartsliteratur (von Autor/innen wie Wolfgang Herrndorf, Michael Köhlmeier, Benjamin Maack, Thomas Melle, Terézia Mora, Leif Randt, Kathrin Röggla und David Foster Wallace) vor allem Werke des frühen 20. Jahrhunderts behandelt, z. B. von Albert Ehrenstein, Hans Fallada, Hermann Hesse, Franziska zu Reventlow, Regina Ullmann und Robert Walser.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2022
Band 77 in dieser Reihe

Der Band schlägt für die literarische Moderne eine Verflechtungs- und Praxisgeschichte vor, die keinem autonomieästhetischen Großnarrativ mehr folgt, denn viele Entwürfe der Avantgarden haben sich vor dem Hintergrund einer als überlegen gedachten heteronomen Instanz entfaltet – als Primitivismus, als religiöse Mystik, als Wissenschaftskritik und Wissenschaftsgläubigkeit, als politische Parteiarbeit oder als geschichtsphilosophische Mission.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2022
Band 76 in dieser Reihe

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts durchwandert der amerikanisch konnotierte Selfmademan auch die deutschsprachige Literatur. Mit dem Aufstiegsroman begründet der Figurentypus eine Subgattung, in der sich die Fundamente eines historischen Modernediskurses offenbaren. Die Studie beleuchtet literarische Manifestationsformen des Selfmademans im 19. und frühen 20. Jahrhundert und erschließt die facettenreiche Geschichte einer Leitfigur der Moderne.

Buch Open Access 2024
Band 75 in dieser Reihe
Was geschieht mit der Stadt und dem urbanen Leben in Kriegszeiten? Dass Städte vom Krieg nie unberührt waren, ist offensichtlich, doch ist es ein Merkmal kriegerischer Gewalt spätestens ab 1914, dass die Grenzen der Front sich auflösen und zwischen der "Heimatfront", dem eigentlichen Kriegsgeschehen und dem Nachkrieg ein Kontinuum entsteht. Wie gestaltet sich unter diesen Bedingungen die kulturelle Produktion – zwischen privatem Notat und öffentlichem Auftritt, zwischen Zensur und propagandistischer Instrumentalisierung? Welche Art von Literatur entsteht in dieser Situation, und welche Art von Literatur reflektiert sie im Rückblick? Auf welche Weise wird die Stadt zum ideologischen Schlachtfeld – nicht zuletzt auch im Ringen um den Entwurf einer Nachkriegskunst und -gesellschaft? Wie unterscheiden sich Großstädte, die während des Kriegs okkupiert sind, von solchen, die nah, und solchen, die fern dem Kampfgeschehen liegen? Wie wirkt sich die Kriegserfahrung, die an vielen Orten nach Kriegsende in Bürgerkriegszustände übergeht, auf die urbane Kultur der Nachkriegszeit aus? Solchen Fragen gehen die Beiträge dieses Bandes in einer vergleichenden europäischen Perspektive für die Zeit von 1914 bis 1945 nach.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2021
Band 74 in dieser Reihe
Wie geht die Literatur damit um, dass Katastrophen 'einfach so' geschehen und anscheinend zufällig bestimmte Menschen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort treffen können? Dieses fundamentale Kontingenzproblem der Sinngebung steht im Fokus vieler literarischer Katastrophendiskurse. Dieses Buch untersucht, wie die Literatur das Kontingenzproblem im Rahmen von Katastrophenerfahrungen anschaulich macht, etablierte Sinngebungsmuster referiert und schließlich eigene Entwürfe der Sinngebung entwickelt. Im komparatistischen Vergleich werden mehr als 20 faktuale und fiktionale Texte über drei 'Jahrhundertkatastrophen' analysiert: das Erdbeben von Lissabon, die Shoah und die Anschläge vom 11. September. Dabei wird deutlich, dass Sinngebung bis heute vornehmlich als Kontingenzabwehr gedacht wird. Es findet jedoch eine Verschiebung auf der Ebene der Zuständigkeit statt: Sinngebung wird zunehmend im Kontext von individuellen Handlungsspielräumen gedacht. Die Studie erarbeitet die allgegenwärtige Problemkonstellation Katastrophe und Kontingenz erstmals systematisch im historischen und komparatistischen Vergleich und leistet damit einen zentralen Beitrag zur vergleichenden Literatur- und Kulturgeschichte.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2021
Band 73 in dieser Reihe
Gegenstand dieser Studie ist das Korpus von Texten, die unter Rückbezug auf Fénelons "Télémaque" und seine Nachfolger von der Fürstenerziehung und der Organisation des Staates erzählen. Wirkmächtige Romane wie Loens "Redlicher Mann am Hofe", Hallers "Usong", Wielands "Goldner Spiegel" und Knigges "Geschichte der Aufklärung in Abyssinien" bilden ein für Zeitgenossen klar umrissenes Genre, das auf die narrative Vermittlung politischen Wissens verpflichtet ist. Ziel der Untersuchung ist die historische Rekonstruktion einer Gattungsentwicklung von der produktiven Transformation der europaweit breit rezipierten französischen Vorbilder bis hin zum Funktionswandel der Gattung um 1800. Damit verbinden sich systematische Fragen nach den Textverfahren, die der Narrativierung politischen Wissens dienen, sowie der Funktion des politischen Erzählens im historischen Kontext. Dabei geht es auch darum, das Spannungsfeld von politischer Theorie, politisch-historischen Prozessen und Romanpraxis neu auszuloten. Der Roman stellt eine privilegierte Form der politischen Reflexion dar, weil er politisches Denken und staatstheoretische Wissensbestände gleichermaßen darstellen, reflektieren, kritisieren sowie in der Fiktion erproben kann.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2021
Band 72 in dieser Reihe
Neue Sachlichkeit verbreitete sich ab 1925 in kürzester Zeit von der Malerei und der Literatur über die verschiedensten Kunstdisziplinen in Deutschland und als Nieuwe Zakelijkheid ebenso in niederländischen Kunstdebatten. Um Gemeinsamkeiten und Spezifika der jeweiligen nationalen Rezeptionen zu eruieren und zu erklären, bringt der Sammelband erstmals germanistische und niederlandistische Forschungsperspektiven in einen direkten Dialog und eröffnet so neue Impulse für beide Fachgebiete.
Buch Open Access 2021
Band 71 in dieser Reihe
Gibt es ein postfaktisches Erzählen? In öffentlichen Diskursen ist derzeit häufig kritisch von einem ‚postfaktischen Zeitalter‘ die Rede. Zugleich wächst die Sehnsucht nach neuen, ebenso glaubhaften wie visionären Narrativen, die wesentliche Grundlagen unseres sozialen, kulturellen und politischen Miteinanders in einer als krisenhaft empfundenen Umbruchsituation neu erzählen und die sich, so die Hoffnung, gegen die Lügengeschichten der Populisten durchsetzen können. Vor diesem Hintergrund ist in jüngster Zeit eine Debatte um die Bedeutung, die Funktion und den Nutzen des Konzepts des ‚postfaktischen Erzählens‘ entstanden. Unter Rückgriff auf Theorien, Erkenntnisse und Methoden der Erzählforschung wird in den Beiträgen dieses interdisziplinären Bandes das Verhältnis des ‚Post-Faktischen‘ zum Narrativen untersucht und zugleich eine Bestimmung der Kernbegriffe der Debatte wie ‚post-faktisch‘ und ‚post-truth‘, ‚Wirklichkeit‘ und ‚Wahrheit‘, ‚Ereignisse‘ und ‚Geschehen‘ sowie ‚Erzählungen‘, ‚Geschichten‘ und ‚Narrative‘ angestrebt.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2021
Band 70 in dieser Reihe
Ding und Bild sind Schlüsselbegriffe der romantischen Poetik und Philosophie. Das hat auch die jüngste kultur- und literaturwissenschaftliche Romantikforschung erkannt. Allerdings untersucht sie Dinglichkeit und Bildlichkeit bislang als getrennte Problemfelder: Bildlichkeit scheint vorwiegend als Synonym für die Kraft der Imagination in der Frühphase der Romantik von Bedeutung zu sein, während Dinglichkeit als Indikator für das Verhältnis zum Realismus in der Spätphase der Romantik relevant ist. Ein Blick in die Texte der Romantik zeigt allerdings, dass beide Schlüsselbegriffe unabhängig von ihrer Phasenzuordnung zusammenhängen und dass die Übergänge von Dingen und Bildern häufig fließend gestaltet sind.
Der Band untersucht das produktive Spannungsverhältnis dieser beiden Konzepte und ihre Vermischungen vor dem Hintergrund der historischen und systematischen Zusammenhänge der europäischen Romantik. Er versammelt Beiträge von Literatur-, Kultur- und Kunstwissenschaftler*innen und nimmt Bezüge zu anderen Wissensfeldern wie der Ökonomie, Philosophie, Physik oder Religion in den Blick.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2020
Band 69 in dieser Reihe
Im Jahr 1996 prophezeit die Pariser Zeitung Libération nach dem Besuch der Performance Le Cri du Chaméléon eine dritte Ära des Zirkus: den Zeitgenössischen Zirkus. Die Prognose wird Realität: Nicht nur in Frankreich, sondern auch international gilt das Stück des Regisseurs Joseph Nadj als Startpunkt eines neuen Genres, das aktuell in den Fokus verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen gerät. – Ein Modell zur kohärenten Aufführungsanalyse der Darbietungen steht jedoch bis heute nicht zur Verfügung.
Diesem Desiderat trägt "Lektüren des Zeitgenössischen Zirkus" Rechnung und entwickelt erstmals in Rückgriff auf die Lektüretheorien der Literatur-, Theater- und Tanzwissenschaft eine Methodik zur Analyse von zeitgenössischen Zirkusdarbietungen. Darüber hinaus dokumentiert und interpretiert der Band das Genre durch eine methodisch dichte, d.h. kontextualisierende Beschreibung des Gegenstandes – der Aufführung – dezidiert in seinem historisch-kulturellen Kontext und liefert damit im Sinne Lessings eine rezeptionsästhetische Dramaturgie des Zeitgenössischen Zirkus, die trotz der Diversität der Aufführungen generalisierbare Merkmale, das grundlegende Verfahren und die Bau- und Wirkungsweise der Stücke offenlegt.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2020
Band 68 in dieser Reihe
The beach confronts us with crucial issues of our times: migration, postcolonial power structures and mass tourism, climate change and pollution as well as gender and burkini swimwear controversies are examples of the numerous conflicts, discourses and practices that manifest within this liminal zone and that find their focal point there. The interdisciplinary volume understands ‘the beach’ as a (border) phenomenon in its own right and contributes to the new field of beach studies. It takes its point of departure from this changing image of ‘the beach’ to explore how its topographies, experiences and cultural significations are constructed through art, society and culture and how ‘the beach’ shapes poetics and aesthetic strategies in literature, film, photography, painting, music and performance. It aims to gain systematic insights from an analysis of historically and geographically specific varieties of the beach and to create a critical awareness for the contextual implications of contemporary discussions revolving around ‘the beach’.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2020
Band 67 in dieser Reihe
Experiencing ethics not only refers to being confronted with a situation in which one must choose a course of action; it also makes reference to giving a narrative account of the circumstances and chain of events leading to such crossroads. Between both there is a chasm, a space of indeterminacy into which R. Musil and L. Sterne delve with aesthetic means. Their poetics move in opposite directions, but by following them to their last critical consequences this study reveals a kindred ethical stance.
This interpretation sheds light on the ethics revolving around character construction by examining the constraints thwarting any attempt to complete a biographical account or convey a protagonist that led his or her life. Neither Musil nor Sterne posit a narrative agenda that could reach a last chapter or lead to a groundwork determining their ethics. A closer look into their tight-knit prose reveals that both rely on the narrating, on a skill that must be incessantly cultivated through a digressive or essayistic style.
Equipped with a vast theoretical repertoire, this approach makes a strong case for a new constellation in comparative literature.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2019
Band 66 in dieser Reihe

In der Forschungsarbeit werden Texte untersucht, in denen Phantasien der Selbstüberschreitung und Entgrenzung im Rahmen des Schreibens über sich beschrieben werden. Dabei wird die Entwicklung transgressiver Subjektivität als eine Extremform ästhetischer Subjektivität herausgearbeitet, für die der potentiell unabschließbare Akt der Selbstüberschreitung konstitutiv ist und die sich in der Literatur in heterogenen Formen (Figurationen) niederschlägt. Die Literatur wird als ein Möglichkeitsraum deutlich, in dem sich über das Feld der Literatur / Ästhetik hinausgehende, radikale Gegenentwürfe zur ‚modernen Subjektivität‘ entwickelt haben. Unter Bezug auf Michel Foucaults Konzept der Selbsttechniken wurden diese als Formen einer individuellen Ästhetik der Existenz interpretiert. Dabei geht es darum nachzuvollziehen, auf welcher historischen Grundlage, mit welchen Techniken und im Sinne welcher Zielstellungen, Figurationen transgressiver Subjektivität literarisiert werden.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2019
Band 65 in dieser Reihe

Ein beträchtlicher Teil der literaturwissenschaftlichen Theoriebildung geht von der Voraussetzung aus, dass sprachliche Gebilde mehr sind als graphische Muster auf dem Papier. Man nimmt an, dass es zusätzlich zur wahrnehmbaren Gestalt des Zeichens auch noch eine Bedeutung geben müsse, die man zwar nicht mit den äußeren Sinnen, aber doch mit dem Geist erfassen kann. Dass dieses Modell des Verstehens als Bedeutungszuweisung problematisch ist, wurde häufig bemerkt, doch es ist bislang nicht ausreichend geklärt, wie die Literaturwissenschaft den Mythos der Bedeutung und den damit verbundenen Mythos der Innenwelt überwinden und zugleich den Anspruch aufrechterhalten kann, eine empirische Wissenschaft zu sein, die erkennen will, was Zeichen bedeuten, und analysiert, wie Texte beschaffen sind. Die Studie schlägt als Antwort auf diese Herausforderung eine Neufassung von Grundbegriffen wie ‚Text‘, ‚Bedeutung‘, ‚Absicht‘, ‚Interpretation‘, ‚Verstehen‘, ‚Würdigung‘ und ‚Einfühlung‘ vor. Sie skizziert eine verhaltensorientierte Philosophie der Literaturwissenschaft, derzufolge die Forschung den historisch situierten Gebrauch der Wörter untersucht und ihn unter Aufbietung des eigenen Verhaltensrepertoires verlebendigt.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2019
Band 63 in dieser Reihe

Für die Untersuchung des Verhältnisses von Literatur und Musik im Arbeitsgebiet der Comparative Arts, des Künstevergleiches gibt es keine allgemeine Methodenlehre und selten wird in den speziellen Studien methodologisch reflektiert. Dieses Desiderat zu erfüllen, vermag kein einzelner Band allein aufgrund der vielfältigen Verhältnisse, in denen Literatur und Musik zueinander stehen. Das von Steven Paul Scher schon Ende der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts entwickelte triadische Modell von ‚Literatur in der Musik‘, ‚Musik und Literatur‘ und ‚Musik in der Literatur‘ hat sich durch alle theoretischen Modelle hindurch als grundlegende Typologie erhalten, markiert aber nur das Gerippe eines ästhetisch höchst dynamischen Zusammenspiels der seit den Urzeiten der Poesie miteinander verbundenen Schwesterkünste. Zwischen ihnen entfalten sich intermediale adaptive Prozesse der Emotionalisierung und Semantisierung, die auch an die wissenschaftliche Erforschung hohe interdisziplinäre Ansprüche stellen. Den hieraus resultierenden methodologischen Herausforderungen, die je nach Untersuchungsgegenstand neue Konstellationen eingehen, stellen sich die Autorinnen und Autoren der hier vorgelegten Studien.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2019
Band 62 in dieser Reihe
Im Zuge der letzten großen Klassikdiskussion in den 1990er Jahren wurde Klassik als ein vom Spannungsverhältnis zwischen Normativität und Historizität (Wilhelm Voßkamp) gekennzeichnetes Phänomen definiert. Diese Paradoxie will der Band aufheben, indem er von der Frage nach dem Wesen von Klassik(en) und Klassikern absieht und den Blick stattdessen auf die Grundlagen und Mechanismen ihrer Langlebigkeit richtet. Klassisch sind diejenigen Phänomene zu nennen, die je nach Kontext und Bedarf in ihren Funktionen bestätigt, reaktualisiert, adaptiert, kurz: gebraucht werden. Klassik wird diesem Verständnis zufolge als eine in intermedialen und interkulturellen Rezeptionsprozessen erfahr- und beobachtbare kulturelle Praxis aufgefasst.
Der Band versteht sich als Grundstein für eine weitgefasste kulturwissenschaftliche Theorie der Klassik. Er versammelt Beiträge zum Gebrauch von literarischen, musikalischen und modischen Klassikern in Hoch- und Populärkultur, Politik und Gesellschaft, in vielfältigen medialen und (national-)kulturellen Kontexten, die Anstoß zu weiteren Analysen in unterschiedlichen Fach- und Kulturbereichen geben sollen.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2018
Band 61 in dieser Reihe
"Literature and Weather. Shakespeare – Goethe – Zola" is dedicated to the relation between literature and weather, i.e. a cultural practice and an everyday phenomenon that has played very different epistemic roles in the history of the world. The study undertakes an archaeology of literature’s affinity to the weather which tells the story of literature’s weathery self-reflection and its creative reinventions as a medium in different epistemic and social circumstances.
The book undertakes extensive close readings of three exemplary literary texts: Shakespeare’s The Tempest, Goethe’s The Sufferings of Young Werther and Zola’s The Rougon-Macquarts. These readings provide the basis for reconstructing three distinct formations, negotiating the relationship between literature and weather in the 17th, the 18th and the 19th centuries.
The study is a pioneering contribution to the recent debates of literature’s indebtedness to the environment. It initiates a rewriting of literary history that is weather-sensitive; the question of literature’s agency, its power to affect, cannot be raised without understanding the way the weather works in a certain cultural formation.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2018
Band 60 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2017
Band 59 in dieser Reihe

Die literarische Produktion des Avantgarde-Künstlers Kurt Schwitters wurde in der Forschung bisher maßgeblich unter der Prämisse der Subversion von Ordnung betrachtet. Die Autorin zeigt hingegen, ausgehend von einer breit angelegten semiotischen Untersuchung der Kunst von Schwitters, wie die Transgression bestehender Ordnungskategorien wie Autorschaft, Gattung und Kunstform bei Schwitters mit der Etablierung alternativer Muster jenseits disziplinärer Grenzen einhergeht. Die Studie beschreibt, wie literarische und bildkünstlerische Werke gleichermaßen durch die herausgearbeiteten Ordnungsmuster strukturiert sind. Ebenso erweisen sich auf diese Weise Hybridgegenstände an der Grenze von Kunst und Alltagsgebrauch eindeutig (auch) dem künstlerischen Werk zugehörig.
Dieser Ansatz ermöglicht eine transdisziplinäre und hochaktuelle Neuperspektivierung von Schwitters’ gesamter Kunst: Seine Texte erscheinen als Elemente eines kunstformenübergreifenden Spielraums, in dem der Einfluss medialer Formate und diskursiver Strukturen auf die Wahrnehmung von ‚Realität‘ für den Rezipienten/die Rezipientin zum zentralen, immer wieder neu erfahrbaren Gegenstand wird.

Ausgezeichnet mit dem Promotionspreis der "Freunde und Alumni der Bergischen Universität" 2017

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2017
Band 58 in dieser Reihe

Das Problemfeld ‚Literarische Kommunikation‘ zeichnet sich durch eine große Komplexität und Spannbreite aus. Die Literaturwissenschaft hat darauf bislang häufig mit reduktionistischer Modellbildung reagiert. Der Sammelband zeigt den Facettenreichtum literarischer Kommunikationsprozesse auf, indem er Einzelstudien zu deren historischer Transformation vom 18. bis ins frühe 21. Jahrhundert präsentiert. Das Augenmerk gilt unterschiedlichen Medien und intermedialen Konstellationen sowie Fragen der Wertung und der Emotionalisierung. Einen Schwerpunkt bildet die Literaturkritik von Goethe bis zur Gegenwart. Gefragt wird zudem nach der Korrelation von literarischer Kommunikation und Ökonomie, nach kulturpoetischen Kontextualisierungsmodellen, dem Verhältnis von Literatur und Film sowie nach Lern- und Bildungsprozessen. Eine besondere Herausforderung stellt die Untersuchung literarischer Kommunikationsprozesse dar, die sich auf Antisemitismus und Krieg beziehen. Entscheidend für das Thema ist schließlich der Aktualitäts- und Praxisbezug; er äußert sich insbesondere darin, dass neben Literatur- und KulturwissenschaftlerInnen auch AkteurInnen aus Feuilleton und Hypertextliteratur zu Wort kommen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2017
Band 57 in dieser Reihe

Die Rede vom Ereignis enthält vielfache Konnotationen: die der Flüchtigkeit und Unwiederholbarkeit, die des Kontingenten und Überraschenden, die des Einschneidenden und Epochemachenden, auch die des Neuen und Spektakulären.

Der Sammelband fokussiert die Kategorie des Ereignishaften in der Literatur. Es werden die vielfältigen Strategien beschrieben, mit deren Hilfe Schriftsteller Ereignishaftigkeit in bzw. mit ihren Texten erzeugen, indem sie Erwartungen und/oder Strukturen unterbrechen, stören oder aufheben und zugleich den Text als ein präsentisches Geschehen inszenieren. Im Unterschied zur älteren Diskussion um den Ereignisbegriff wird die Ebene der Programme und Praktiken verstärkt in den Blick genommen.

In seiner Komplexität bietet der Ereignisbegriff für die Literaturwissenschaft ein noch ungenutztes Potential. Er erlaubt zum einen vertiefte Einblicke in das Funktionieren literarischer Evolution. Zum anderen ermöglicht er es, die in diesem Zusammenhang relevanten Modi einer auf den gegenwärtigen Augenblick bezogenen Selbstpräsentation, wie sie insbesondere moderne literarische Texte auszeichnen, angemessener zu verstehen und zu beschreiben.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2017
Band 56 in dieser Reihe

Das Werk Dantes erfährt im deutschen Sprachraum und darüber hinaus mit mehreren neuen Übersetzungen, mit Lesungen, wissenschaftlichen und populären Veranstaltungen aus Anlass des 750. Geburtstags des Autors große Aufmerksamkeit. Die Beiträge dieses Bandes möchten die Bandbreite der Dante-Forschung über die Disziplinen hinweg sichtbar machen: Dabei finden sich sowohl die kulturhistorisch bedeutsame Form der Lectura Dantis als auch thematisch orientierte Beiträge zum Zusammenhang zwischen Exilerfahrung und Werk, zur Leserrolle und Lektüreerfahrung, zum parodisierenden Umgang der Commedia mit antiken Mythen, sowie zu Tanz und Theologie. Der Band bietet Einblicke in die historische und zeitgenössische künstlerische und literarische Dante-Rezeption neben Beiträgen zur Odysseus-Motivik, zur Dante-Rezeption in Chile und in Dan Browns Inferno steuern komparatistische Aspekte bei. Dante als ein Monument des kulturellen Gedächtnisses ist ebenfalls ein Aufsatz gewidmet.

Mit Beiträgen von H.-J. Backe, M. Baumbach, U. Ernst, B. Full, A. Gipper, P. Goßens, St. Heimgartner, K. Maurer, U. Rehm, M. Schmitz-Emans, L. Simonis, K. Stierle, R. Weidle

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2016
Band 55 in dieser Reihe

Das Buch begründet ein neues Verständnis des Lyrikers Ernst Jandl. Es stellt Jandls poetologisches, lyrisches sowie übersetzerisches Werk erstmals und in umfassender Weise von seiner internationalen Seite vor. Hierbei geht es nicht ausschließlich um einzelne Aspekte seines Œuvres. Sondern auf der Grundlage von textnahen Analysen und der kritischen Aufarbeitung von Jandls veröffentlichten Schriften und unveröffentlichten Nachlassmaterialien wird erstmalig ein Gesamtbild von Jandls dichterischem Schaffen gegeben, und zwar mit Blick auf dessen Entstehungsbedingungen, Prinzipien und internationale Wirkung. Durch ihre sowohl literaturhistorische als auch poetologische Perspektive leistet die Studie erstens einen Beitrag zur Neuverortung Jandls im Kontext der künstlerischen Moderne des 20. Jahrhunderts, zweitens zur Neubewertung der Ausdrucksmöglichkeiten deutschsprachiger experimenteller Dichtung nach dem Zweiten Weltkrieg und drittens zur Beschreibung der Genese der interkulturellen Dichtung der Gegenwart und ihrer Formsprache.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2016
Band 54 in dieser Reihe

Die Anzahl an Bildbeschreibungen in der Literatur ist unüberschaubar. Die Autoren Adolf Muschg, Kuno Raeber und Alain Robbe-Grillet erweitern die lange Tradition der Ekphrasis, indem sie einen sehr speziellen Bildtypus als Vehikel poetologischer Überlegungen favorisieren: Sie machen systematisch gerade solche Gemälde zum Gegenstand von Ekphrasen, die ihrerseits schon Bilder, Kunst-Betrachter oder die Malerei als Allegorie darstellen.

Angeregt von Metabildern wie Vermeers Die Malkunst, Velazquez' Las Meninas oder Magrittes Pfeifenbildreihe machen die Autoren Orientierungsmuster, die unsere Wahrnehmung prägen, sichtbar und sensibilisieren für die Willkürlichkeit von Zuschreibungen, die Gleichzeitigkeit von Gegensätzen und die Frage der Perspektivierung.
Die zahlreichen aufgedeckten Analogien zwischen den Metabildern und der Gesamtkonzeption der Romane lassen den spezifischen Blick von Autoren sichtbar werden, die von außen, mit skeptischer und zuweilen ironischer Distanz das System Kunst beobachten. Bei aller Unterschiedlichkeit greifen die Schriftsteller dabei nicht vornehmlich die Inhalte von Metabildern auf, sondern oftmals die Haltung gegenüber dem Kunstsystem: eine kontextualisierende, kritische und perturbierende, kurz: eine metaisierende Haltung.

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Band 53 in dieser Reihe

Die verba videndi stellen das meist verwendete Wortfeld im Gesamtwerk Carl Einsteins dar. Bildsprachlichkeit wird dabei nicht nur auf formaler Ebene dargestellt, sondern durchgehend auch inhaltlich in Form einer ausgeprägten Polemik, die auf eine Absage und Kritik an herkömmliche bildsprachliche Verfahren wie Metaphorik oder Allegorik abzielt, verhandelt. In sämtlichen Werkphasen und Textgattungen ist die Auseinandersetzung mit dem Sehen und Erkennen, mit den Möglichkeiten bzw. Unmöglichkeiten einer adaequatio-Relation zwischen ‚Realität‘ und Sprache sowie mit dem Verhältnis von Perzeption und ästhetischem Ausdruckspotential das thematische Gravitationszentrum in Einsteins Werk. Mit dem Transvisuellen wird dieses zentrale Thema Einsteins mit einer prägnanten Begrifflichkeit benannt. In der Kontextualisierung mit den zeitgenössischen Diskursen der Kritik am Sehen und der Sprachkritik zeigt sich, dass Einstein mit seiner Poetik des Transvisuellen eine bedeutende sowie eigenständige Position im komplexen Diskursgeflecht der Moderne einnimmt.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2016
Band 52 in dieser Reihe

Die germanistische Forschung fasste den Symbolismus bislang eher als ein transitorisches Phänomen, beschränkte ihn auf die Jahrhundertwende und betrachtete ihn aus einer engen nationalliterarischen Perspektive. Die vorliegende komparatistische Studie rekonstruiert nun erstmals systematisch die Rezeption der französischsprachigen Symbolisten in der deutschen Lyrik von 1890 bis 1923 und verdeutlicht ihre zentrale Rolle in der Modernisierung der deutschen Dichtersprache.

Die Monographie gliedert sich in drei Teile. Der erste Teil ist dem französischen Symbolismus gewidmet. Die zweite Sektion dokumentiert den übersetzerischen Transfer. Der dritte Teil konzentriert sich auf die produktionsästhetische Aneignung und Modifikation der symbolistischen Poetik. Aufgrund ihrer Materialfülle, ihrer Auswertung neuer Quellen und ihrer Einbeziehung zahlreicher in Vergessenheit geratener Dichter stellt diese Monographie ein unverzichtbares Nachschlagewerk zur Geschichte der Symbolismus-Bewegung und der deutsch-französischen Literaturbeziehungen dar.

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Band 51 in dieser Reihe

1995, fünfzig Jahre nach Kriegsende und fünf Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands, erschienen auffällig viele literarische Werke, die später kanonisiert wurden, wie zum Beispiel: Christian Krachts „Faserland“, Feridun Zaimoğlus „Kanak Sprak“, Thomas Brussigs „Helden wie wir“, Reinhard Jirgls „Abschied von den Feinden“, Bernhard Schlinks „Der Vorleser“, Elfriede Jelineks „Die Kinder der Toten“ oder Günter Grass’ Roman „Ein weites Feld“, der eine heftige, den deutsch-deutschen Literaturstreit fortsetzende Debatte auslöste. Aber auch in anderen Gattungen und auf anderen Gebieten gab es wichtige Ereignisse und Veränderungen: Ende 1995 starb Heiner Müller und das postdramatische Theater wandte sich zunehmend den sozialen Geschichten der Gegenwart zu. In der Lyrik erhielt Durs Grünbein den Büchner-Preis. Schließlich war Österreich Gastland der Frankfurter Buchmesse und präsentierte junge Autoren, die die künftige Stärke der österreichischen Gegenwartsliteratur ankündigten. Der vorliegende Band vertritt daher die These, dass aus literaturwissenschaftlicher Sicht weniger „1989/90“ als vielmehr „1995“ das eigentliche „Wendejahr“ für die Literatur ist.

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Band 50 in dieser Reihe

Ohne die verschiedenen Künste wäre die Etablierung der Sexualpathologie als neue Wissenschaftsdisziplin undenkbar gewesen. In Ermangelung aussagekräftigen empirischen und statistischen Materials nutzen die frühen Sexologen um 1900 die unterschiedlichsten kulturellen Erzeugnisse - inklusive deren Produzenten - als Laboratorium für ihre Forschungen. Dieses enge Bündnis von Wissenschaft und Kunst auf der einen Seite, das breite gesellschaftliche Interesse an den neuen Erkenntnissen zur menschlichen Sexualität - insbesondere dann, wenn sie sich auf „deviante“ oder gar „kriminelle“ Spielarten beziehen - auf der anderen Seiten, perpetuieren den sexualpathologischen Diskurs, dessen textuelle Repräsentationen im kulturellen Archiv überdeutlich seine Spuren hinterlässt und seine kulturwissenschaftliche Erforschung geradezu heraufbeschwört. Der interdisziplinäre Sammelband Crimes of Passion untersucht ausgehend von solchen Repräsentationen die Interferenzen zwischen Sexualpathologie, Kunst, Rechtsprechung, Gesellschaft, Medizin und Psychologie und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf literarische Texte und Verfahren.
Der Band präsentiert somit nicht nur die aktuelle kulturwissenschaftlich interessierte Forschung zur Sexualpathologie in ihrer Vielfalt und Komplexität, sondern zeichnet mit Beiträgen aus Literaturwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Soziologie, Kunstgeschichte, Psychologie, Architektur und Philosophie auch ein differenziertes Bild dieses dichten diskursiven Beziehungsgeflechts.

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Band 49 in dieser Reihe

Schiller und Hölderlin gehören um 1800 zu einer Gruppe von Autoren, die ihre literarästhetische Position in Abgrenzung zur zeitgenössischen Philosophie bestimmen. Sie grenzen die ästhetische Erfahrung vom theoretischen Zugriff der Philosophie ab und rücken die Fähigkeit der Dichtung, abstraktes Denken darstellen zu können, in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Die Überzeugung, Kunst und insbesondere Literatur könne aufgrund ihrer Darstellungsqualität eindringlicher auf den Rezipienten wirken als abstrakte Argumentation, hat Konsequenzen für die Auswahl der dargestellten Themen, die formale Gestaltung der literarischen Texte und die Aneignung von Gattungstraditionen. Ausgehend von einer vergleichbaren Argumentationsfigur wenden Schiller und Hölderlin unterschiedliche Mittel an, um spekulative Gedankengebäude in literarische Sprachformen zu übersetzen. Die vorliegende Arbeit rekonstruiert die leitenden theoretischen Positionen beider Autoren und untersucht anhand exemplarischer literarischer Beispiele – Schillers „Die Jungfrau von Orleans“ und Hölderlins Elegien – den Zusammenhang zwischen ästhetischer Reflexion und literarischer Darstellung.

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Band 48 in dieser Reihe

Die Periode der ›Biedermeierzeit‹ (1815-1848) ist tiefgreifend von Diskontinuität und ›Zerrissenheit‹ geprägt. Zugleich erweitern sich die artes grundsätzlich und etablieren vorher so nicht realisierbare experimentelle Begegnungen mit den ›Schwesterkünsten‹, von denen namentlich die Musik in einer unerhörten Blüte steht, aber auch die Malerei attraktive Koalitionen anbietet. Die neue nachklassische Freiheit ist jedoch von einer Unsicherheit überschattet, die die Akteure entweder zu vorsichtiger Mediendisziplin bewegt oder in die Offensive des Gesamtkunstwerks treibt. Der Band versammelt Studien zu einem breiten Spektrum von Künstlern zwischen Postklassizismus, Spätromantik, Biedermeier, Vormärz und Frührealismus, von Goethe über Beethoven, Heine und Stifter bis zu Richard Wagner - immer auf der Spur intermedialer Affären, die sich zwischen tastenden Bild- bzw. Musikbeschreibungen und rückhaltlosem Aufgehen in der Oper abspielen. Gefragt wird bei all dem nach den Funktionen von Intermedialität im Rahmen gesellschaftlicher Wert- und Identitätsbildungsprozesse sowie nach den historisch-anthropologischen Bedingungen eines intermedialen Diskurses, der die spezifischen Formen der Semantisierung in den Einzelkünsten diätetisch zu verbinden sucht.

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Band 47 in dieser Reihe

Seit der „Rückkehr des Autors“ gewinnen Fragen literarischer und wissenschaftlicher Autorschaft wieder an Bedeutung. Der vorliegende Band bereitet die seitdem erschienene Forschungsliteratur anschaulich auf und erschließt in historischen und systematischen Fallstudien Theorien und Praktiken der Autorschaft zwischen Hermeneutik und Poststrukturalismus, Narratologie und (Auto-)Fiktionstheorie, Gattungswissen und Inszenierungsstrategien.

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Band 46 in dieser Reihe

Die Figur Galileo Galilei ist für die europäische Wissenschaftsgeschichte, für die Kulturwissenschaften und für eine wissensgeschichtlich orientierte Literatur- und Kunstwissenschaft von großem Interesse. In diesem Band werden die Überschneidungen, Wechselwirkungen und Transferprozesse zwischen den wissenschaftlichen und kulturellen Dimensionen untersucht, die für Galileis Profilierung als frühneuzeitlicher Wissenschaftler ebenso wichtig sind wie für die im weiteren Sinn kulturelle Wahrnehmung seiner Entdeckungen und seiner Schriften – vor allem in Literatur und Kunst.

Der Band ist interdisziplinär konzipiert, um die fachlichen Einzelperspektiven von Literatur-, Kunst- und Kulturwissenschaftlern sowie Wissenschaftshistorikern zusammenzuführen. Analysiert werden Formen und Funktionen der Produktion, Konzeptualisierung und Repräsentation von Wissen sowie Aspekte der Diskussion und Diffusion von Galileis Wissensansprüchen im Kontext der Frühen Neuzeit. Mit dieser Fokussierung auf die im Schnittbereich verschiedener kultureller Formationen angesiedelte Etablierung Galileis liefert der Band somit einen Beitrag zur interdisziplinären Erforschung von Galileis Rolle und Rezeption in der europäischen Kultur- und Wissensgeschichte des 17. Jahrhunderts.

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Band 45 in dieser Reihe

Die Untersuchung widmet sich dem Phänomen des Schreibens, genauer des
literarischen und wissenschaftlichen Schreibprozesses, und zwar an der Schnittstelle zwischen Literaturwissenschaft, empirischer
Schreibforschung, Kognitionswissenschaften und Wissenschaftsgeschichte.
Sie analysiert eine Vielzahl bislang unbekannter Manuskripte und Quellen kanonischer Autoren des achtzehnten Jahrhunderts.

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Band 44 in dieser Reihe

Homer, Sappho, Horaz, Catull und viele andere antike Autoren werden in der deutschsprachigen Lyrik seit den 1990er Jahren neu entdeckt, ‚recycelt‘ und weitergeschrieben. An vier besonders profilierten Lyrikern - eine davon eine Lyrikerin: Durs Grünbein, Thomas Kling, Barbara Köhler und Raoul Schrott - zeigt Aniela Knoblich, wie Literatur der griechisch-römischen Antike in der Gegenwartslyrik re-präsentiert wird und mit welchen poetologischen Ideen die verschiedenen Formen des Rückgriffs auf die Antike verbunden sind. Schwerpunkte der Untersuchung sind Intertextualitätskonzepte, poetische Übersetzungen, poetische Formen, Semantisierungen des geographischen Raums und poetische Selbstinszenierungen. Dadurch entsteht ein facettenreiches Gesamtbild der Antikenbezüge in der deutschen Gegenwartslyrik, bei dem close readings einzelner Gedichte und weiterreichende literarhistorische Kontextualisierungen einander wechselseitig beleuchten.

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Band 43 in dieser Reihe

Der Zeitgeist äußert sich in Bildern - Epochen konstituieren sich nicht allein über gemeinsame Wissensbestände und Begrifflichkeiten, sondern durch einen geteilten Fundus an Metaphern und metaphorischen Konzepten. In ihnen kann eine Zeit Befindlichkeiten gestalten, Leitideen ausprägen, Denk- und Verhaltensstile artikulieren und damit Schnittstellen thematisieren, die (noch) nicht begrifflich verhandelbar sind. Metaphern sind somit unabdingbar für ein stimmiges Weltbild in einer Kulturgemeinschaft. Die Alltagssprache sowie die poetische Kommunikation bieten dabei einen unverstellteren Zugang als der wissenschaftliche und philosophische Diskurs, und der Literatur kommt somit bei der Herausbildung, Vermittlung und Untersuchung von Epochenmetaphorik eine Schlüsselrolle zu.
Was aber prädestiniert manche Bildkomplexe und -praktiken zu bestimmten Zeiten zu besonderer Breitenwirkung? Auf welche kommunikativen Bedürfnisse reagieren sie, welche Rolle spielen sie bei der Bildung, Begrenzung und Kohäsion einer Epoche? Bei der Untersuchung dieser Fragen ist Zusammenarbeit zwischen einem synchron-erklärendem und einem diachron-verstehendem Zugriff unverzichtbar. So versammelt der Band Beiträge aus Literatur- und Wissenschaftsgeschichte ebenso wie aus Linguistik und Philosophie und geht interdisziplinär der Genese, den Strukturen und Funktionen von epochalen Metaphernkonjunkturen nach. Damit eröffnet er neue Wege in der gegenwärtigen Diskussion um die Kulturfunktion der Metapher.

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Band 42 in dieser Reihe

Der Band versteht sich als Beitrag zur gegenwärtig hochaktuellen Debatte um den Zusammenhang von Literatur und Wissen und zielt in Anlehnung an die Historische Epistemologie der Wissenschaftsgeschichte auf die Bestimmung einer historischen Epistemologie der Literatur. Diese fragt nicht nach den grundsätzlichen Erkenntnisbedingungen der Literatur als solcher bzw. denen eines universalistischen (Autor-)Subjekts, sondern versucht, die Historizität literarischen Wissens von der Objektivität seiner Formen her zu denken. Welches methodologische Instrumentarium es hierzu braucht, suchen die Beiträge des Bandes zu ermitteln.

Mit Aufsätzen von N. Pethes, I. Kleeberg, M. Gamper, J. Müller-Tamm, T. Anz, W. Erhart, S. Rieger, M. Pierssens, S. Willer und F. Kappeler.

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Band 41 in dieser Reihe

Peter Weiss' dreibändiger Roman "Die Ästhetik des Widerstands" (1975-1981) entwirft eine ästhetische Theorie, die den Auftrag zur Erinnerung an die Opfer des Faschismus zusammenbringt mit der Reflexion auf Grenzen wie Möglichkeiten künstlerischer Annäherung an das Unsagbare nationalsozialistischer Verbrechen. Die vorliegende Studie untersucht Weiss' Roman "Fluchtpunkt" (1962) vor dem Hintergrund dieser Ästhetik und geht der Frage nach, inwieweit sich bereits in der Prosa der 60er Jahre Frühformen der späteren ästhetischen Theorie identifizieren lassen. Schon "Fluchtpunkt" erweist sich als Werk, das Fragen nach einer erinnernden Poetik des Fragments und nach der Eigenverortung des politischen Kunstwerks zwischen avantgardistischer Kunst der Teilhabe und ästhetizistischer Unzugehörigkeit diskutiert. "Fluchtpunkt" wird somit als früher Entwurf einer Theorie erkennbar, die sich im Rahmen literarischer Erinnerungsarbeit kritisch vor dem Hintergrund des "Zivilisationsbruchs" verortet und wesentliche Elemente von Peter Weiss' späterem Projekt einer widerständigen Ästhetik erprobt.

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Band 40 in dieser Reihe

Als Fielding seinen Roman History of Tom Jones, a Foundling (1749) mit einer Einlassung beginnt, die den Autor als Wirt beschreibt, der für seine Gästen stets eine „bill of fare“ bereithalten soll, hatte er damit einen Nerv der Zeit getroffen: Gleichermaßen kann eine Speisekarte oder ein Spielplan damit gemeint sein. „An Author ought to consider himself, not as a Gentleman who gives a private or eleemosynary Treat, but rather as one who keeps a public Ordinary, at which all Persons are welcome for their Money.“ Bekanntlich dominieren ökonomische, merkantile und theatrale Diskurse den aufklärerischen europäischen Literaturbetrieb, der sich zudem durch seinen regen intertextuellen Verkehr auszeichnet: Übersetzungen, Textanleihen, Adaptationen, Ideentausch allenthalben. Mit Fieldings Allegorie etabliert sich ein Entwurf des Autors, der die profitorientierte Rolle der Bewirtung seiner genussorientierten Leser einübt, seien es die Vielleser oder auch Feinschmeckerinnen der Literatur.

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Band 39 in dieser Reihe

Der Grundlagenband stellt theoretische Raumkonzeptionen aus Philosophie, Literatur-, Sozial- und Kulturwissenschaften vor, indem er sie auf einen literarischen Text anwendet: Franz Kafkas Erzählung „Der Bau“. So werden die theoretischen Grundlagen gegenwärtiger Raumtheorien vergleichend vorgestellt und ihre Anwendbarkeit auf literarische Texte kritisch reflektiert. Der Band fungiert damit gleichzeitig als ein- und weiterführendes Übersichtswerk zu Debatten um die kulturelle Produktion von Raum und leistet einen profunden Beitrag zur Kafka-Forschung.

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Band 38 in dieser Reihe

The idea of contagious transmission, either by material particles or by infectious ideas, has played a powerful role in the development of the Western World since antiquity. Yet it acquired quite a precise signature during the process of scientific and cultural differentiation in the 19th and early 20th centuries. This volume explores the significance and cultural functions of contagionism in this period, from notions of infectious homosexuality and the concept of social contagion to the political implications of bacteriological fieldwork. The history of the concept ‘microbe’ in aesthetic modernism is adressed as well as bacteriological metaphors in American literary historiography.

Within this broad framework, contagionism as a literary narrative is approached in more focussed contributions: from its emotional impact in literary modernism to the idea of physical or psychic contagion in authors such as H.G. Wells, Kurt Lasswitz, Gustav Meyrinck, Ernst Weiss, Thomas Mann and Max Frisch. This twofold approach of general topics and individual literary case studies produces a deeper understanding of the symbolic implications of contagionism marking the boundaries between sick and healthy, familiar and alien, morally pure and impure.

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Band 37 in dieser Reihe

Worin zeigt sich die Aktualität von Gegenwartsliteratur ­­­und wie kann die Literaturwissenschaft hermeneutisch auf sie zugreifen? Die hier versammelten Beiträge von renommierten wie von Nachwuchswissenschaftlern untersuchen explizite und immanente Poetologien deutschsprachiger Erzähltexte seit der Jahrtausendwende. Deutlich wird dabei: Die Aktualität von Gegenwartsliteratur liegt nicht allein in ihren Themen und Gegenstandsbezügen, sondern auch und vor allem in den jeweils zu Grunde liegenden Schreibweisen und Erzählverfahren. Nicht was, sondern wie geschrieben und erzählt wird, macht die spezifische Gegenwärtigkeit zeitgenössischer Literatur aus.
Die exemplarischen Analysen behandeln zentrale Texte renommierter Autorinnen und Autoren wie Jenny Erpenbeck, Wilhelm Genazino, Georg Klein, Daniel Kehlmann, Sibylle Lewitscharoff, Terézia Mora, Christoph Ransmayr, Uwe Tellkamp, Judith Zander und vielen anderen.

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Band 36 in dieser Reihe

Ausgehend von einer konstatierten ‚Krise des Wissens‌‛ macht diese interdisziplinäre Studie unter anderem literatur- und kultursemiotische Zugangsweisen zum Komplex ‚Literatur und Wissen‛ für eine mentalitätsgeschichtliche und literaturanthropologische Forschung fruchtbar. Sie arbeitet heraus, wie Wissenselemente heterogener Herkunft, insbesondere aus den sogenannten Lebenswissenschaften, in deutschsprachigen Erzähltexten aus den Jahren 1996–2007 repräsentiert, textspezifisch gestaltet und für die Konstruktion von Lebenskonzeptionen im Spannungsfeld von allgemein biologischem, genuin menschlichem und möglichem emphatischen Leben funktionalisiert werden. Vor diesem Hintergrund ist die Studie durch ihre deutliche theoretisch-methodische Ausrichtung bestimmt, da sie einen textanalytisch operationalisierbaren Wissensbegriff vorschlägt und zur Anwendung bringt. Sie benennt zentrale Parameter und Paradigmen der Verhandlung von Leben als ‚Wissensobjekt‛ und erlaubt dadurch Rückschlüsse auf das gegenwärtige kulturelle Normen-, Werte- und Denksystem. Sie leistet damit einen Beitrag zum mentalitätsgeschichtlichen Umgang mit ‚Leben‛ und zur Repräsentation und Prozessierung von Wissen in Literatur gleichermaßen.

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Band 35 in dieser Reihe

Der 'Trojanerkrieg' Konrads von Würzburg entwickelt Wissensansprüche, die im Kontext mittelalterlicher Mythographie ebenso ambitioniert wie prekär sind. Die poetischen Verfahren, die diese epistemischen Transformationen des Mythenerzählens bewirken, sind noch kaum erforscht, obwohl der Zusammenhang von Literatur und Wissen in jüngerer Zeit intensiv diskutiert wurde. Denn polarisierende Kontroversen verhinderten bislang die Entwicklung einer operationalisierbaren Methodologie zur Analyse der Wissensproduktion vormoderner Literatur. Die Studie sondiert leitende Prämissen und Konzepte zum Wissensbegriff und erarbeitet im Rückgriff auf systemtheoretische Kategorien ein Analysemodell, das zugleich historisierbar und anschlussfähig für allgemeine Wissensforschung ist. Auf dieser Basis werden die wissensgenerierenden Potentiale des 'Trojanerkriegs' rekonstruiert: Konrads Roman invisibilisiert Paradoxien, indem er die Selbstreferenz von Geschichte und Erzählen verstärkt, zugleich aber seine vielfältigen Fremdreferenzen auf antike und mittelalterliche Wissensdiskurse abblendet. In detaillierter Analyse werden die narrativen, semantischen, imaginativen, kognitiven und diskursiven Dimensionen dieses Prozesses herausgearbeitet.

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Band 34 in dieser Reihe

Adolphe François Loève-Veimars (1799–1854), der erste französische Übersetzer E.T.A. Hoffmanns und Heinrich Heines, ist eine Schlüsselgestalt des deutsch-französischen Kulturtransfers. Seine interkulturelle Mittlerfunktion wird in der vorliegenden Studie erstmals umfassend untersucht. Als Voraussetzungen seiner Mittlerrolle werden zunächst seine deutsch-jüdische Herkunft und seine Stellung im literarischen Leben in Paris um 1830 rekonstruiert. Einen zweiten Schwerpunkt bildet die eingehende Analyse seiner literarischen Übersetzungen, die neben sprachlich-stilistischen Merkmalen auch deren Publikationsgeschichte sowie ihren Einfluss auf die französische Rezeption Hoffmanns und Heines beleuchtet. Der dritte Teil der Studie widmet sich Loève-Veimars’ diplomatischer Karriere in Russland, Bagdad und Caracas, die anhand seiner Gesandtschaftsberichte erstmals systematisch aufgearbeitet wird und Einblicke in die außereuropäischen kulturellen Kontakte Frankreichs, vor allem zum Orient, eröffnet. Das Porträt dieser vielseitigen interkulturellen Mittlerfigur kann somit einen innovativen Beitrag zur transnationalen Kulturgeschichte der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts leisten.     

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2012
Band 33 in dieser Reihe

At times of crisis and revolution such as ours, diagnoses of crucial junctures and ruptures – ‘turning points’ – in the continuous flow of history are more prevalent than ever. Analysing literary, cinematic and other narratives, the volume seeks to understand the meanings conveyed by different concepts of turning points, the alternative concepts to which they are opposed when used to explain historical change, and those contexts in which they are unmasked as false and over-simplifying constructions. Literature and film in particular stress the importance of turning points as a sensemaking device (as part of a character’s or a community’s cultural memory), while at the same time unfolding the constructive and hence relative character of turning points. Offering complex reflections on the notion of turning points, literary and filmic narratives are thus of particular interest to the present volume.

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Band 32 in dieser Reihe

The essays in this volume discuss the overlap between philosophical, aesthetic, and political concerns in the 1790s either in the work of individuals or in the transfer of cultural materials across national borders, which tended to entail adaptation and transformation. What emerges is a clearer understanding of the “fate” of the Enlightenment, its radicalization and its “overcoming” in aesthetic and political terms, and of the way in which political “paranoia”, generated by the fear of a spreading revolutionary radicalism, facilitated and influenced the cultural transfer of the “radical”.

The collection will be of interest to scholars in French, German, English, and comparative studies working on the later 18th century or early 19th century. It is of particular interest to those working on the impact of the French Revolution, those engaged in reception studies, and those researching the interface between political and cultural activites. It is also of key interest to intellectual historians of this period, as well as general historians with an interest in modern conservatism and radicalism.

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Band 31 in dieser Reihe

In einer komparatistisch angelegten Analyse zentraler Texte der Literatur- und Philosophiegeschichte erschließt die vorliegende Studie die historisch-semantischen Grundlagen strukturalistischen Denkens. An Umbesetzungen innerhalb des Paradigmas der ‚Artikulation‘ wird nachvollzogen, wie Sprache zum Erklärungsmodell für eine Vielzahl anderer Ordnungssysteme werden konnte. Die Theoriebildung der Moderne wird vor diesem Hintergrund in ihrer weitgespannten kulturellen Vernetzung greifbar.

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Band 30 in dieser Reihe

Der Band untersucht das spannungsreiche Verhältnis des Schriftstellers und Kunsttheoretikers Carl Einstein (1885-1940) zur europäischen Avantgarde. Die literatur- und kulturwissenschaftlichen Beiträge setzen Leben und Werk Einsteins in Beziehung zu einzelnen Bewegungen und Künsten, wobei sie z.T. auch neue Materialien liefern. Einsteins Bedeutung für die avantgardistische Ästhetik und seine Rolle im europäischen Primitivismus werden im Licht neuerer Ansätze in der Avantgardeforschung wie dem Postkolonialismus und dem ‚spatial turn‘ eingeschätzt.

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Band 29 in dieser Reihe

Der Sturz des Phaethon, Sohn des Sonnengotts Helios, geht als Mythos menschlichen Scheiterns an der Schnittstelle von individueller und kosmischer Katastrophe in Kunst und Literatur der Neuzeit ein. Ausgehend von den antiken Prätexten untersucht die vorliegende Studie diese Transformationen in der deutschen Literatur erstmals umfassend aus intertextueller Perspektive. Ziel ist dabei nicht eine erschöpfende Sammlung von Rezeptionsbeispielen, sondern die beispielhafte Analyse von Funktionen, Kontexten und Konjunkturen der je ambivalent gedeuteten mythischen Figuration und der je zugrundeliegenden (inter)textuellen und medialen Strategien von der Antike bis in die Gegenwartsliteratur. Neben den prominenten literarischen Phaethon-Versionen bei Goethe, Waiblinger, Achim von Arnim, C.F. Meyer oder Stefan George bezieht die Studie zahlreiche bislang nicht erschlossene Texte sowie auch bildkünstlerische und musikalische Adaptionen des Mythos und die europäischen Kontexte seiner Rezeption ein.

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Band 28 in dieser Reihe

Das literarische Werk von W. G. Sebald ist, wie bereits mehrfach festgestellt wurde, unter anderem durch umfangreiche Intertextualität charakterisiert. In der vorliegenden Untersuchung wird auf der Grundlage von Sebalds literaturwissenschaftlichen Aufsätzen deren Funktion erschlossen. Die intertextuellen Bezüge dienen, wie sich zeigt, der Evokation einer finsteren erzählten Welt auf der Grundlage einer gnostizistischen Metaphysik. Zugleich sollen sie im Rahmen seiner Poetik durch Verrätselung des Textes rezeptionssteuernd wirken.

Ein zentraler Prätext ist das Werk von Walter Benjamin. Anders als bei diesem findet sich bei Sebald jedoch keine Hoffnung auf dauerhafte immanente oder transzendente Erlösung. Im Gegenzug wird die Kunst in eine quasi sakrale Position eingesetzt; mit dem „providentiell“ organisierten Kunstwerk wird durch die konsumierende Tätigkeit des „über die Grenze“ hinaus gehenden Künstlers, des Bewahrers des kollektiven Gedächtnisses, ein raumzeitliches Gefüge erschaffen, in welches hinein die narrativen Repräsentationen der Opfer der Geschichte gerettet werden und so eine zeitlich begrenzte „Restitution“ erfahren können.

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Band 27 in dieser Reihe

“Hamlet” by Olivier, Kaurismäki or Shepard and “Pride and Prejudice” in its many adaptations show the virulence of these texts and the importance of aesthetic recycling for the formation of cultural identity and diversity. Adaptation has always been a standard literary and cultural strategy, and can be regarded as the dominant means of production in the cultural industries today. Focusing on a variety of aspects such as artistic strategies and genre, but also marketing and cultural politics, this volume takes a critical look at ways of adapting and appropriating cultural texts across epochs and cultures in literature, film and the arts.

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Band 26 in dieser Reihe

Die Untersuchung möglicher evolutionärer Ursprünge menschlichen Verhaltens und dabei auch der Kunst und Literatur hat sich in den letzten Jahren zu einem fruchtbaren, aber auch umstittenen Arbeitsfeld entwickelt. Galt noch vor wenigen Jahren das Paradigma, dass ausschließlich Kultur die menschliche Lebenswirklichkeit bestimmt, so werden inzwischen alternative Modelle diskutiert, nach denen auch evolutionär erworbene Faktoren eine wesentliche Rolle spielen können. Daraus ergeben sich spannende Fragestellungen für die Untersuchung der Funktionalität des Erzählens in der frühmenschlichen Umwelt, der Entwicklung narrativer Strukturen sowie auch der Rolle bei der Produktion und Rezeption fiktionaler Texte. Die in diesem Band versammelten Aufsätze diskutieren diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven und geben damit einen umfassenden Überblick über den aktuellen Forschungsstand in diesem wesentlichen interdisziplinären Forschungsgebiet.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2012
Band 25 in dieser Reihe

„Sieh wir träumen, wenn wir vom Tode reden“, meint Werther, während er sich im Abschiedsbrief an Lotte auf sein Sterben vorbereitet. Wie vorliegende Studie zeigt, folgt er dabei einer Tradition letzten Schreibens, die im 18. Jahrhundert moderne Gestalt anzunehmen beginnt. Dieser Band untersucht erstmals eingehend und anhand zahlreicher Quellen, welch komplexe Rolle Abschiedsbriefe Sterbender in Literatur und Kultur der Zeit spielen.
Manche Autoren nutzen letzte Botschaften, um das (eigene) Sterben exemplarisch zu gestalten. Ihre Briefe wirken normativ, dienen der Erbauung, Anleitung oder Unterhaltung. Speziell Frauen und Selbstmörder schreiben, um Nonkonformes zu äußern: Sie enthüllen Geheimnisse oder rechtfertigen sich. Ihre Briefe beleuchten Veränderungsprozesse, etwa in Einstellungen zu Tod, Suizid und Subjekt.
Insgesamt bilden Abschiedsbriefe eine Briefsorte, die von kulturell tradierten Konventionen zusammengehalten wird. Sie zielt auf Gemeinschaft und erlaubt es dem Sterbenden, sich ein letztes Mal selbst darzustellen. Deutlich wird dies, wie diese Studie darlegt, u.a. im Werk von Elizabeth Singer Rowe, Richardson, Rousseau, Schiller, Sophie von La Roche und Goethe.

Die vorliegende Studie wendet sich an Literaturwissenschaftler, Kulturhistoriker und Medienwissenschaftler und an jeden, der sich für Literatur- und Kulturgeschichte, Briefkultur sowie, im weiteren Sinne, Abschied, Tod und Sterben interessiert.

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Band 24 in dieser Reihe

Die hier vorgelegten Beiträge diskutieren Möglichkeiten und Bedingungen einer konsensfähigen Bestimmung des Literaturbegriffs. Dabei geht die Diskussion von der bestehenden Vielfalt literaturtheoretischer, methodischer und methodologischer Ansätze aus. Aus sehr verschiedenen Perspektiven überprüfen die einzelnen Beiträge kanonische Kriterien – Anschaulichkeit, Form, Erkenntnis, Geist, Reflexivität, Sprachlichkeit, Selbstbezüglichkeit, Medialität, Genauigkeit, Poetizität etc. – und entwickeln daraus Vorschläge für eine tragfähige Begriffsbestimmung. Somit gewährt der Band Einblicke in die methodologischen Grundlagen und das wissenschaftliche Selbstverständnis der gegenwärtigen deutschen Literaturwissenschaft. Ziel ist eine Auseinandersetzung mit dem literaturwissenschaftlichen Methodenpluralismus, die nicht bei einer bloßen Bestandsaufnahme stehen bleiben will, sondern die verschiedenen Ansätze in einen Dialog miteinander bringt und Synthesevorschläge unterbreitet. Nicht zuletzt dadurch versteht sich der Band als Beitrag zur Diskussion um die gesellschaftliche Bedeutung der Literatur und Literaturwissenschaft sowie der Geistes- und Kulturwissenschaften.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2010
Band 23 in dieser Reihe

Mediale Revolutionen wecken Sehnsüchte nach Authentischem. Literatur und Kunst reagieren darauf, indem sie sich dem Faktischen, der Aktion und dem Augenblick zuwenden und sich für das Leben selbst ausgeben. Davon zeugen die historischen Avantgarden, die für viele Ästhetiken um 1970 beispielgebend sind. Die vorliegende Studie entfaltet die Geschichte und Theorie des Authentischen von Nietzsche bis Adorno und zeigt Authentizität in verschiedenen künstlerischen Formen (Dokumentarliteratur, Performance Art, Autobiographie, Erzählung, Collage) als einen ästhetischen Effekt.

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Band 22 in dieser Reihe

„Tiere spielen genau so wie Menschen“, konstatierte Johan Huizinga in seinem berühmten Buch „Homo Ludens“ und erklärte das Spiel zur anthropologischen Basis der Kultur. Gleichzeitig konzipierte Wittgenstein den Begriff des „Sprachspiels“. Solche Wissenschaftstraditionen weiterentwickelnd, gehen 43 Aufsätze sprachlichen, literarischen, ästhetischen und pädagogischen Aspekten des Spiels nach – mit Beispielen von der Antike bis zu Computerspielen der Gegenwart. Der Band vermittelt wichtige Grundlagen und vielfältige Anregungen zu einer Kulturtheorie des Spiels.

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Band 21 in dieser Reihe

Der Surrealismus hat als eine von Frankreich ausgehende Strömung europaweit in den bildenden Künsten und in der Literatur eine große Strahlkraft entwickelt. Als eine der bedeutendsten und folgenreichsten intellektuellen Bewegungen des 20. Jahrhunderts steht er nicht nur für die Loslösung von früheren ästhetischen Kategorien, sondern er befreite die Kunst von ihrem selbstzweckhaften Dasein. Inwieweit ist im literatur-, kunst- und theaterwissenschaftlichen, aber auch wissenschaftskritischen Sinne überhaupt von einem deutschsprachigen Surrealismus zu sprechen? Waren die zentralen surrealistischen Motive des Traums und des Fantastischen schon in der Romantik, im Expressionismus und im Dadaismus erschöpfend freigelegt, sodass es in Deutschland keiner surrealistischen Erweckung bedurfte? Oder hat die Literaturwissenschaft es bislang versäumt, eine solche Strömung zu verorten ‑ und wenn ja, aus welchen Gründen? Zur Beantwortung dieser Fragen haben sich die Beiträger dieses Bands neben grundlegenden Ausführungen zum Surrealismus auf die Suche nach surrealistischen oder surrealen Spuren in der deutschsprachigen Literatur begeben, von der Romantik über die Moderne, von der Literatur im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

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Band 20 in dieser Reihe

Die Studie widmet sich der Repräsentation – im Doppelsinn von „theoretischer Konzeption“ und „literarischer Darstellung“ – des Denkens bei Robert Musil und Paul Valéry. Einerseits ideengeschichtlich, andererseits narratologisch-rhetorisch ausgerichtet, stellt die Arbeit zunächst Musils und Valérys theoretische Erörterungen des Denkens in den Mittelpunkt und verortet sie im Kontext zeitgenössischer Entwicklungen in Psychologie und Philosophie, in einem wissenschaftsgeschichtlichen Umfeld des frühen 20. Jahrhunderts mithin, in dem das Denken auf grundlegend neue Weisen konzeptualisiert wird. Neben offenkundigen Affinitäten hebt die Studie insbesondere auch die Differenzen zwischen Musil und Valéry hervor; die zwei Autoren werden zwar oft als Geistesverwandte betrachtet, tatsächlich bestehen jedoch fundamentale Unterschiede zwischen ihren anthropologischen und epistemologischen Konzepten. Ein weiterer Fokus liegt auf den literarischen Darstellungen des Denkens, die sich in Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften und in Valérys Essays, Erzählungen und Kurzprosatexten finden. Die spezifischen Verbindungen narrativer, argumentativer und explikativer Strukturen in den Texten werden in detaillierten Analysen herauspräpariert, die neue Einsichten in die Beziehungen zwischen Schreibverfahren und theoretischen Konzepten des Denkens bei zwei Gründerfiguren der klassischen Moderne eröffnen.

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Band 19 in dieser Reihe

Der Sammelband „Literatur intermedial“ konzentriert sich auf eine Epoche, die in besonderer Weise von medienästhetischen Paradigmenwechseln geprägt worden ist: die Phase vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Ausbruch der Studentenunruhen in den westlichen Demokratien. Bereits in den Anfangsjahren der Weimarer Republik kommt es in Deutschland zu einem kulturellen Modernisierungsschub, der den Film zu einem neuen Leitmedium aufsteigen lässt und die Literatur zu einer programmatischen Neuorientierung zwingt. Zugleich bleiben im Kontext konservativer Strömungen überkommene Medienpräferenzen virulent, wobei man auch hier unverkennbar auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert. Die Jahrzehnte zwischen der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten und den westeuropäischen Studentenunruhen werden zumeist als Phasen ohne medienästhetische Innovationen angesehen ‑ eine Fehleinschätzung, wie mehrere Beiträge des vorliegenden Bandes zeigen können, indem sie vor Augen führen, wie intermediale Schreibweisen und medienästhetische Reflexionen auch zwischen 1933 und 1968 konsequent weiterentwickelt werden. Zwanzig Beiträge zu Werken von Franz Kafka, Thomas Mann, Alfred Döblin, Robert Musil, Gottfried Benn, Paul Celan, Heiner Müller und anderen Autoren erweisen Intermedialität als zentrales Phänomen im Kunstdiskurs des 20. Jahrhunderts und führen zu einer Neubewertung etablierter Werk-, Gattungs- und Epochenmodelle.

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Band 18 in dieser Reihe

Mythen dienen der Selbstverständigung. Ihre Deutung, aber auch Umwertung prägt die Diskurse über Kultur. Mythen verstehen sich somit als kulturelle Substanzen, die immer wieder neu befragbar, um- oder überformbar sind. Ihr ästhetisches, soziales, aber auch politisch-ideologisches Potenzial bedarf kritischer Überprüfung; es verlangt aber auch nach vergleichenden Untersuchungen, zumal dann, wenn diese Mythen für die kulturellen Wechselbeziehungen zwischen zwei Ländern so maßgeblich (gewesen) sind wie im Falle Britanniens und Deutschlands. In diesen Beziehungen stehen neben der Wahrheit der Mythen auch die Wirklichkeit der Vorurteile, nicht minder aber Versuche, auf das jeweils Andere konstruktiv einzugehen. Angelsächsische und deutschsprachige Mythentheorien werden in diesem Band ebenso einander gegenüber gestellt wie exemplarische Ausprägungen der Mythen in Literatur, Kulturtheorie und bildender Kunst. Dabei werden die ästhetischen wie politischen Implikationen mythenbewusster Ausdrucksformen ebenso berücksichtigt wie motivgeschichtliche Ansätze und die Frage nach dem, was die „Gegenwärtigkeit des Mythos“ in beiden Kulturen bedeutet und wie sie das britisch-deutsche Verhältnis weiterhin konditioniert.

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Band 17 in dieser Reihe

Die mehrfach komparatistisch angelegte Arbeit legt den Akzent auf die Untersuchung französischer und italienischer Mittelalterdiskurse von 1945 bis zur Gegenwart. „Mythos“ und „Geschichte“ werden zunächst als zwei verschiedene Modi des Vergangenheitsbezuges theoretisch profiliert. Diese Unterscheidung wird in ihrem Erkenntnispotenzial anhand einer historischen Figur mit Tendenz zur Mythisierung (Jeanne d’Arc) und eines literarischen Mythenkomplexes mit Tendenz zur Historisierung (Matière de Bretagne) erprobt.

Die europäische Jeanne- und Artusliteratur des 12. bis 15. Jahrhunderts erweist sich als ästhetischer, nationaler und erinnerungskultureller Bezugspunkt der Romania. Leitfrage ist dabei, inwiefern die Konjunktur des Mittelalters von Binnenstrukturen geprägt ist (medienspezifisch, chronologisch, nationalspezifisch) und inwiefern dabei unterschiedliche Privilegierungen eines Erinnerns als „Mythos“ oder als „Geschichte“ eine Rolle spielen, auch im Vergleich mit der Mittelalterkonjunktur in Deutschland und England/USA.

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Band 16 in dieser Reihe

Im Zentrum der Beiträge dieses Sammelbandes steht die am Beispiel der Freudschen Psychoanalyse erörterte Frage nach dem Status von wissenschaftlichem Wissen in literarischen Texten und nach der Funktion von literarischen Techniken bzw. Mustern in wissenschaftlichen Diskursen. Untersucht wird, inwiefern sich psychoanalytisches Wissen in den Medien und Formen der Literatur neu organisiert und in seinen Funktionen verändert. Damit verbindet sich das Problem der Literarizität von Freuds Schriften, der epistemischen Aufgabe von literarischen Texten und ihrer Bedeutung für den Diskurs der Psychoanalyse (Leistungen der Imagination, Wirkungen von Rätseln und Geheimnissen, Witz und Komik, Hervortreten kathartischer Elemente der Darstellung). Verknüpft werden beide Forschungsbereiche durch die ihnen gemeinsame Reflexion über die Regeln der Konstruktion von Wissen, die in methodischer Hinsicht auch eine kritische Prüfung der konventionalisierten Grenzen zwischen Literatur und Wissenschaft verlangt.

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Band 15 in dieser Reihe

Trotz der um 1800 gewonnenen Autonomie kommt es in der Literatur seither immer wieder zu poetologisch relevanten Auseinandersetzungen mit dem fremden System Wissenschaft. Dieses Phänomen wird hier aus komparatistischer Perspektive und unter Berücksichtigung folgender Fragestellungen betrachtet:

  1. Systemtheoretisch: Welchen Autonomiestatus besitzt ein System, wenn es sich durch nicht bloß punktuelle Anleihen mit einem anderen System vernetzt?
  2. Darstellungsästhetisch: Welche Folgen haben die Bezugnahmen auf Wissenschaft für literarische Darstellungsformen und Schreibweisen?
  3. Epistemologisch: Vermittelt Literatur ein ihr eigenes Wissen? Wenn ja, worin besteht dieses Wissen und wodurch unterscheidet es sich von nicht-literarischem Wissen?
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Band 14 in dieser Reihe

Alongside the recent cultural turn in the humanities, there has been a noticeable return to ethical considerations. With regard to literature as well as other media, this has rekindled awareness of a tension, antagonism, or even disparity between ethics and aesthetics.
This volume of articles takes a more systematic and cross-disciplinary approach to the widely mooted ethical turn in literature and other media than has been pursued so far. It brings together a wide range of critical perspectives from literary studies, media and cultural memory studies, and philosophy, tracing the complex and sometimes conflicting relationship between ethics and aesthetics in theoretical contexts and individual case studies as diverse as colonial architecture, nineteenth-century literary histories, and postmodern writing and art.

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Band 13 in dieser Reihe

Verschwörungstheorien faszinieren. Schon im 17. Jahrhundert zirkulieren Darstellungen des vermeintlich omnipotenten Jesuitenordens und seiner globalen Unternehmungen. Die Publizistik des 18. Jahrhunderts observiert die zahlreichen Arkangesellschaften und fahndet nach dem geheimen Gang menschlicher Machinationen. „Unbekannte Obere“ sind in den Zeitschriften der Aufklärung scheinbar omnipräsent; sie lenken die schlechten Geschicke oder planen den Umsturz der bestehenden Ordnung. Zugleich inspirieren konspirationistische Projektionen eine neuartige, von didaktischen und religiösen Zwecken emanzipierte Literatur: Friedrich Schillers erfolgreicher Fortsetzungsroman Der Geisterseher entdeckt das Faszinationspotential des mehrfach dimensionierten Scheins und modelliert am Beispiel des von Verschwörern manipulierten Individuums das brisante Problem von Selbst- und Fremdbestimmung. Goethes „Bildungsroman“ Wilhelm Meisters Lehrjahre verweist mit dem Textelement der Turmgesellschaft subtil auf Praktiken des Illuminatenordens und exponiert die „geheime Lenkung“ zu einem zentralen Handlungselement. Karl Gutzkows 1850/51 veröffentlichter „Feuilleton-Roman“ Die Ritter vom Geiste schildert die Überwindung von Verschwörungsphantasien und führt zugleich jene „Gespenster des Communismus“ in die Literatur ein, die im Manifest der Kommunistischen Partei von Karl Marx und Friedrich Engels zwei Jahre zuvor theoretisch behandelt wurden.
Die Geschichte konspirationistischer Vorstellungen ist ein brisantes, in seinen Untergründen und Verzweigungen jedoch erst punktuell erforschtes Kapitel der deutschen und europäischen Kulturgeschichte. Die vorliegende Untersuchung rekonstruiert erstmals umfassend und auf breiter Materialbasis die interne Ausgestaltung von Verschwörungsszenarien zwischen 1750 und 1850.

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Band 12 in dieser Reihe

Metaisierungen – Reflexionen über Kunst in der Kunst, die auf Gemachtheit und Erfundenheit hinweisen – sind in allen Gattungen, Medien und Epochen zu finden. Bisherige Studien konzentrieren sich jedoch vorwiegend auf die Literatur der Postmoderne und zeichnen sich durch das Fehlen einer klaren Terminologie aus. Das vorliegende Kompendium liefert erstmals eine systematische Begriffsklärung und theoretische Modellbildung, die eine historisch und medial differenzierte Perspektive auf literarische und mediale Selbstreflexivität ermöglicht. Beispielanalysen von Werken aus unterschiedlichen Gattungen, Medien und Epochen (von Homers Odyssee bis zu den Simpsons) stellen medienspezifische Zugänge und historisch perspektivierte Funktionsbeschreibungen vor und geben somit einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Erscheinungsformen von Metaisierung. Ein Schwerpunkt der Beiträge liegt auf der Analyse sogenannter ‚Metagattungen‘ wie des metamnemonischen Romans oder der fiktionalen Metabiographie. Das durch den Band bereitgestellte, flexible Repertoire von Kategorien eignet sich für eingehende Detailuntersuchungen ebenso wie für die terminologisch exakte Beschreibung diachroner Veränderungen.

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Band 11 in dieser Reihe

Die Natur des Menschen aus seiner Kulturgeschichte und diese umgekehrt aus der menschlichen Natur zu erschließen, bildet das Anliegen einer anthropologischen Geschichtsschreibung, deren Genese im „langen“ 18. Jh. diese Studie nachzeichnet. Die Parallelisierung von Individual- und Menschheitsgeschichte erweist sich als zentrale Denkfigur, mit deren Hilfe die Wechselwirkung zwischen dem psychischen Vermögen der Einbildungskraft und ‚mythologischen‘ Formen des Denkens und Darstellens erfasst wird.
Die wechselseitige Verschränkung von Anthropologie und Kulturgeschichte wird untersucht im Umfeld der ‚Querelle des Anciens et des Modernes‘ (Fontenelle, Gottsched), in Konzepten des kulturellen Raums und der historischen Zeit (Lafitau, Turgot), in ethnographischen Berichten über außereuropäische Völker sowie in geschichtsphilosophischen Schriften (Iselin, Forster) und den ‚Lehren vom Menschen‘ (Feder, Irwing). In dieser Perspektive erweisen sich die Psychologisierung der Einbildungskraft und die Historisierung der Mythologie (Vico, de Brosses, Heyne, Herder) als ‚Vorgeschichte‘ der mythopoetischen Konzepte der Imagination in der Romantik. Dabei entsteht das Bild eines europäischen Aufklärungsdenkens, das scheinbar irrationale Phänomene der Einbildungskraft ebenso wie Kulturpraktiken und Mythologien ‚unzivilisierter‘ Völker reflektiert und damit Grundfragen der modernen Anthropologie und Geschichtsphilosophie formuliert.

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Band 10 in dieser Reihe

In our globalised world, literature is less and less confined to national spaces. Europe-centred frameworks for literary studies have become insufficient; academics are increasingly called upon to address matters of cultural difference. In this unique volume, leading scholars discuss the critical and methodical challenges that these developments pose to the writing of literary history. What is the object of literary history? What is the meaning of the term “world literature”? How do we compare different cultural systems of genres? How do we account theoretically for literary transculturation? What are the implications of postcolonial studies for the discipline of comparative literature? Ranging in focus from the Persian epic of Majnun Layla and Zulu praise poetry to South Korean novels and Brazilian antropofagismo, the essays offer a concise overview of these and related questions. Their aim is not to reach a consensus on these matters. They show instead what is at stake in the emergent field of global comparatism.

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Band 9 in dieser Reihe

Charles Sorels Histoire comique de Francion (1623–1633) und Paul Scarrons Roman comique (1651/1657), die hier zusammen mit Antoine Furetières Roman bourgeois (1666) untersucht werden, waren veritable Bestseller im Frankreich des 17. Jahrhunderts. Die Gattung der Histoire comique, zu der sie zählen, ist ebenso durch ihre facettenreichen Entwürfe einer zeitgenössischen Welt wie durch ihre spielerischen Bezüge auf Fiktionalität charakterisiert. Sie sind, angesichts derartiger ‚moderner‘ Züge, ein besonders geeigneter Gegenstand für die Beschäftigung mit den bislang wenig untersuchten Zusammenhängen der Frühgeschichte von moderner Individualität und Roman. Die Arbeit entwirft Modelle von Individualisierung, Komik und Gattungsgeschichte (ausgehend u.a. von Luhmann, Foucault, Bachtin), die in detaillierte Analysen der drei Romane münden. Ihr Vergleich lässt die Entwicklung einer Komik der Individualität erkennen, die bis an die Schwelle der Moderne führt.

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Band 8 in dieser Reihe

Dieses Buch untersucht, wie und unter welchen Bedingungen die ‘Fremde’ zunächst in einer konkreten Begegnung erfahren und anschließend schreibend und lesend konstruiert, also in Texten verfügbar gemacht und im Rezeptionsprozess erneut hergestellt wird. Dabei werden auch Fragen nach den Bedingungen, Spielräumen und Grenzen des Fremdverstehens reflektiert. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen exemplarisch deutschsprachige Texte über Japan, u. a. von Bernhard Kellermann, Max Dauthendey und Gerhard Roth. Herausgearbeitet und analysiert werden auf inhaltlicher, sprachlicher und formaler Ebene insbesondere die Strukturen und Tradierungen sowie die Musterbildungen, in denen sich die Konstruktionen der ‘Fremde Japan’ vollziehen. Einen ersten Schwerpunkt der Untersuchung bilden die japanbezogenen Werke Bernhard Kellermanns. Anhand der Textsorte Brief wird dann eine spezifische Form des Schreibens aus und über Japan genauer fokussiert. Die Untersuchung der Komponenten ‘Lesen’ und ‘Schrift’ als inhaltliche Elemente der Texte zeigt abschließend, inwiefern ‘Lesen’ als Metaphernkomplex und als Wahrnehmungshaltung die Grundfigur der Fremdbegegnung bildet, und wie die ‘fremde Schrift’ als ‘unlesbar’ konstruiert und funktionalisiert wird.

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Band 7 in dieser Reihe

Die Weisheit des Silen umspielt das Motiv der Misere des menschlichen Lebens. Mit dem Werk des englischen Dichters Lord Byron ist es zu einer zentralen Denkfigur geworden, die Literatur und Künste in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in vielfacher Weise grundiert hat. Heinrich Heines Variationen des Themas reichen von seinem Frühwerk bis in die spätesten Dichtungen. Die Weisheit des Silen ist ihm stets Gegenbild und Anreiz zu jenem „Lebensbankett“, mit dem er das Ziel seines gesellschaftspolitischen Engagements begründet.

Diese Studie stellt Heines Werk erstmals umfassend in den Horizont der Pariser Literatur- und Kunstszene der Zeit. Im Vergleich mit literarischen Werken (Byron, Cervantes, Gautier, Nerval, Balzac, Musset, Banville, Lamartine, Baudelaire usw.) legt sie ein bewusstseinsgeschichtliches Fundament frei, das bis weit in die Moderne fortgewirkt hat. Heines Wertschätzung der bildenden Kunst (Murillo, Decamps, Robert, Delaroche, Delacroix usw.) und der darstellenden Künste (Ballett, Pantomime, Commedia dell'arte) wurzelt in der Poetik eines ausgesprochen ‚malerischen Stils‘ (Victor Hugo). Der Supernaturalismus – nicht sowohl Stilform, als vielmehr Ausweis einer kognitiven Differenz – ist der Schlüssel zu einem Kunstverständnis, das beständig zwischen l'art-pour-l'art und politischem Engagement zu oszillieren scheint.

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Band 6 in dieser Reihe

Das zyklisch-serielle Erzählen ist eine kulturanthropologische Konstante. Auch die geselligen Runden in einer der zentralen Gattungen der deutschen Literatur seit Goethes ’Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten‘ — dem Rahmenzyklus — erzählen mit dem Ziel der Stiftung sozialer Identität und gegen den Tod. In Einzelanalysen der Zyklen wird ein umfassendes Gattungskorpus erstellt und die sozial- und medienhistorischen Voraussetzungen für die breite Rezeption zur Zeit der Almanachkultur werden analysiert. In weitem medienhistorischen Bogen und im Kontext einer intermedialen Narratologie wird das ’Erzählte Erzählen‘ komparatistisch von Scheherazade und den Erzählrunden der romantischen, englischen und deutschen Literatur (Tieck, Hoffmann, Hauff, Brentano, Kleist u.a.), dem Feuilletonroman bis zur Kino-, Radio- und TV-Serie, vor allem der Soap, verfolgt. Die Fokussierung auf Rahmeninhalte löst ein Desiderat der Novellenforschung ein, ebenso wird die TV-Serie in ihrer literarischen Tradition sichtbar. Erzählen zeigt sich als kulturanthropologische Konstante, als Erzählen für soziale Identität und gegen den Tod.

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Band 5 in dieser Reihe

Das Buch ist der Wiederentdeckung des Erhabenen – der neben dem Schönen wichtigsten ästhetischen Kategorie des 18. Jahrhunderts – in zeitgenössischer Literatur gewidmet. Aufgezeigt wird, inwiefern bei Handke, Ransmayr, Strauß und Schrott von einer Poetik des Erhabenen gesprochen werden kann und wie sich diese zu den Theorien von Kant, Schiller, Jean-François Lyotard, Martin Seel u.a. positioniert.

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Band 4 in dieser Reihe

Der Sammelband befasst sich mit der literarischen Darstellung des Traums in zentralen Texten der europäischen Romantik. Seine Beiträge vermitteln neue Erkenntnisse über den Zusammenhang von Literatur und anthropologischem Diskurs, indem sie das Wechselspiel zwischen romantischer Psychologie und literarischer Fiktion beleuchten, das den Traum zum exemplarischen Gegenstand einer poetischen Wissenschaft vom Menschen macht.

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Band 3 in dieser Reihe

Der Begriff der Mythenkorrektur ist innerhalb der Literaturwissenschaft (noch) nicht etabliert. Ziel des Bandes ist es, ihn vorzustellen und anhand exemplarischer Interpretationen seine Erschließungskraft zu dokumentieren. Denn in zahlreichen Werken der Literatur wird ein tradierter Zusammenhang von Mythen als bekannt vorausgesetzt, aber an einer bestimmten Stelle wird das überlieferte Geschehen negiert. Die Frau des Kandaules sei nicht schön gewesen, die Sirenen hätten nicht gesungen, Ödipus sei von der Nachricht nicht überrascht worden (Brecht) usw. Die Berichtigungen setzen jeweils an einem markanten Punkt ein, so dass der Eingriff die wohlbekannten Geschichten in ein ganz neues Licht rückt, den Kern des Mythos aber prinzipiell unangetastet lässt.

Der vorliegende Band untersucht eingehend die Formen und Funktionsweisen solcher Mythenkorrekturen. Dabei werden einschlägige Werke der europäischen Literatur behandelt und deren Interpretationen mit Überlegungen zum antiken Mythos, zur christlichen Mythenkorrektur, zur Neuen Mythologie und zur Mythenkorrektur vom Existenzialismus bis zur Postmoderne verbunden. Das Spektrum der untersuchten Texte ist weit gehalten, um den Begriff der Korrektur nicht unangemessen zu verkürzen. Untersucht werden z.B. Texte von Heiner Müller, Thomas Brasch, Christa Wolf und Volker Braun ebenso wie von Shakespeare, Goethe und Kleist.

Pluspunkte:

  • Innovativer Sammelband mit einem neuartigen literaturwissenschaftlichen Konzept zur Mythenrezeption
  • Komparatistische Perspektive: Verschiedene europäische Literaturen werden einbezogen
  • Einschlägig ausgewiesene Herausgeber und Autoren
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Band 2 in dieser Reihe

Der durchgehend englischsprachige Sammelband versammelt Beiträge international renommierter Literatur- und Kulturwissenschaftler (u. a. von Peter Burke, Carlo Ginzburg, Jan und Aleida Assmann), die sich mit dem Phänomen des Kulturtransfers in der europäischen Renaissance-Literatur befassen. U. a. werden Übersetzungen und Übersetzungsprozesse sowie Phänomene der Intertextualität und der literarischen Rezeption europäischer Philosophen diskutiert. In allen Beiträgen geht es um Regeln, Motive und Folgen des Kulturaustausches. Durch eine umfangreiche grundsätzliche Einführung und ein Register bietet der Band eine homogene Gesamtdarstellung des Gegenstandes. Der Band ist untergliedert in die Kapitel "Mediators. Routes of Exchange", "Mediations. Mental Topographies" und "Representations. Staging the Go-Between".

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Band 1 in dieser Reihe

Im Zentrum des Buches steht die Rekonstruktion der Debatte, die im Europa des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts um die Idee des Kosmopolitismus geführt wurde. Am Beispiel von Rousseau, Kant, Jean Paul, Eichendorff u.a. wird gezeigt, dass man das 18. Jahrhundert zwar zu Recht als ein weltbürgerliches Jahrhundert bezeichnen, dabei aber nicht von einer homogenen Weltbürgeridee ausgehen kann. Mit den Methoden der historisch-semantischen Diskursanalyse wird die bereits um 1800 erfolgende spektrale Aufspaltung des Weltbürgerdiskurses nachgezeichnet und vor dem Hintergrund konkurrierender politischer, moralischer und rechtlicher Interessen interpretiert. Das um 1800 entstandene, kontroverse weltbürgliche Argumentationsrepertoire bestimmt bis heute die etwa von Jacques Derrida und Jürgen Habermas geführten Diskussionen um Globalisierung und Internationalität.

Heruntergeladen am 24.1.2026 von https://www.degruyterbrill.com/serial/sl-b/html?lang=de
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