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Organisierter Sport in Bewegung

Neokorporatistische Strukturen, gesellschaftliche Funktionen und bürgerschaftliche Selbstorganisation in pluralisierten Sportlandschaften
  • Sebastian Braun

    Sebastian Braun ist Universitätsprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin und leitet dort die Abteilung Sportsoziologie am Institut für Sportwissenschaft.

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Published/Copyright: June 29, 2018

Zusammenfassung

Der Beitrag nimmt das etablierte Konzept der „partnerschaftlichen Zusammenarbeit“ zwischen staatlichen Akteuren und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als Ausgangspunkt, um die besondere Bedeutung der gesellschaftlichen Funktionszuschreibungen an den verbandlich organisierten Vereinssport in Deutschland zu erörtern. Auf dieser Basis werden dann Veränderungstendenzen in dem neokorporatistischen Arrangement mit besonderem Blick auf eine immer pluraler und kompetetiver werdende Sport- und Bewegungskultur umrissen. Abschließend wird die Bedeutung bürgerschaftlicher Selbstorganisation in Sportvereinen als Grundlage eines anders akzentuierten sportpolitischen Legitimationsansatzes skizziert.

Abstract

The paper reflects on the established concept of a „cooperation as partners“ between state actors and the German Olympic Sports Confederation (DOSB) in order to discuss the wider social role of sport federations and sport clubs in Germany. On this basis, tendencies of change in the neo-corporatist arrangement are outlined with a focus on an increasingly pluralistic and competitive sport culture. Finally, the meaning of civic self-organization in sport clubs is outlined as basis for a different approach to sports policy legitimation.

About the author

Sebastian Braun

Sebastian Braun ist Universitätsprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin und leitet dort die Abteilung Sportsoziologie am Institut für Sportwissenschaft.

Literatur

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Published Online: 2018-06-29
Published in Print: 2018-06-26

© 2018 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

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