Editorial
Publizieren im Open Access hat seinen Preis. Dank umfangreicher Transformationsverträge kann man nun wissen, wie sich die Gegenleistung in Geld für eine bestimmte einzelne Dienstleistung – die Publikation eines Artikels oder einer Monographie – am Markt zusammensetzt. Die Gegenleistung für das Copy Editing, die Organisation des Reviews, die begleitenden Metadaten und die Zurverfügungstellung auf Online-Plattformen.
Jede Dienstleistung, die mit einer Gegenleistung in Geld verbunden ist, wird von den Nutzenden kritisch geprüft, Alternativen werden erwogen. Forschende, die in großen Drittmittelprojekten regelmäßig mit umfangreichen Mittelzuweisungen umgehen und flexibel bleiben wollen, beziehen in den Vergleich der verschiedenen Publikationsmöglichkeiten aber noch weitere Überlegungen mit ein: Werden die Open-Access-Kosten an der Einrichtung zentral übernommen oder muss ich diese aus meinem Budget vollständig oder teilweise selbst tragen? Kann durch Verschiebung der Funktion des korrespondierenden Autors die Erstattung an einer anderen Einrichtung stattfinden? Dies sind Fragen, die auch häufig an Open-Access-Beratungsstellen oder die Fachreferentinnen und Fachreferenten der Bibliotheken herangetragen werden, da sollte man sich nichts vormachen.
Das Aufbringen der Gegenleistung für das Publizieren im Open Access ist zu einer Kunst geworden, die die Mitwirkung vieler Beteiligter erfordert. Die Umlenkung der Finanzierungsströme, wie sie angekündigt wurde, findet tatsächlich statt – zwar nicht im großen Maßstab deutschland- oder europaweit, aber an den Hochschulen selbst, und überall ein wenig anders. Unterschiedliche Hochschulen stehen dabei vor unterschiedlichen Herausforderungen. Einzelne können die Transformation leicht aus ihren Literaturetats bewältigen. Andere benötigen Drittmittel. Die Exzellenz-Initiative kann hier noch einmal für zusätzliche Bewegung sorgen. Aber auch die Forschungsaktivität an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften nimmt zu, wenn auch von einem niedrigen Anfangsniveau ausgehend.
Das von allen Seiten gewünschte Angebot an hochwertigen Diamond Open-Access-Zeitschriften ist dabei noch gar nicht berücksichtigt. Auch für diese Dienstleistung wird sich ein Preis bilden, auch wenn dieser sich anders festmacht als eine klassische APC. Und auch hier wird es so sein, dass viele verschiedene Beteiligte an der Aufbringung des Gegenwerts mitwirken müssen, der auch ein qualitatives Metadatenmanagement und die dauerhafte Zurverfügungstellung umfassen muss. Anders wird es gar nicht gehen.
ABI Technik hat diesmal einen anderen Schwerpunkt gewählt: „Making Research. Digital Humanities Fachreferate, Labs, Makerspaces, Werkstätten und Kompetenzzentren an wissenschaftlichen Bibliotheken und anderen Forschungseinrichtungen“. Das war keine Idee der Herausgeberinnen und Herausgeber, sondern von verschiedenen Autorinnen und Autoren, die zu einem Textsprint eingeladen haben. Ohne die Beteiligung vieler wäre es auch hier nichts geworden, und so ist ein sehr herzlicher Dank zu sagen an die Initiatorinnen und Initiatoren, an die Autorinnen und Autoren, aber auch an die Herausgeberinnen und Herausgeber, die sich diesmal beim Review besonders intensiv eingebracht haben. Es ist ein sehr lebendiges und anregendes ABI Technik-Heft dabei entstanden!

Konstanze Söllner
© 2025 bei den Autoren, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
Dieses Werk ist lizenziert unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.
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