Startseite Medizin Rückgang der Sterblichkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Artikel
Lizenziert
Nicht lizenziert Erfordert eine Authentifizierung

Rückgang der Sterblichkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Thomas Meinertz EMAIL logo , Eckart Fleck , Markus Heinemann , Andreas Stang und Brigitte Stiller
Veröffentlicht/Copyright: 1. September 2018

Zusammenfassung

Die Zahlenangaben stützen sich auf den Deutschen Herzbericht 2017. Die Krankenhaussterblichkeit kardiovaskulärer Krankheiten nahm von 1990 bis 2016 um nahezu die Hälfte ab. Diese Abnahme war im Wesentlichen durch die deutlich verbesserte Prognose der koronaren Herzkrankheit, des Herzinfarktes und der Herzinsuffizienz bedingt. Unerwartet war dagegen die deutliche Zunahme der Letalität bei Herzklappenerkrankungen und Herzrhythmusstörungen. Bei dieser Zunahme scheint es sich jedoch um eine Pseudozunahme zu handeln, da im gleichen Zeitraum auch die Krankenhausmorbidität und damit die Diagnosehäufigkeit noch deutlicher als die Sterblichkeit anstieg. Bei der koronaren Herzerkrankung, beim Herzinfarkt und bei der Herzinsuffizienz änderte sich die Morbidität in diesem Zeitraum weitaus weniger. Insgesamt besteht kein Zweifel, dass sich die Prognose kardiovaskulärer Krankheiten in den letzten 20 Jahren deutlich gebessert hat.

Abstract

The mortality rate of major cardiovascular diseases decreased between 1990 and 2016 (German Heart Report 2017). This improvement of prognosis was mainly due to the continuous improvement of survival during the failure period in coronary artery disease, acute myocardial infarction and chronic heart failure. Surprisingly, the mortality rate of patients with valvular heart disease and of those with arrhythmias increased during the same time period. However, this increase can easily be explained by a marked increase of the morbidity during this time period. The higher prevalence of morbidity is accompanied by a higher probability of assessment of mortality in the respective disease. In summary, there is no doubt that the prognosis of cardiovascular disease has been improved over the last 20 years.


*Korrespondenz: Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Deutsche Herzstiftung e.V., Bockenheimer Landstraße 94-96, 60323 Frankfurt/Main

  1. Autorenerklärung

  2. Autorenbeteiligung: Alle Autoren tragen Verantwortung für den gesamten Inhalt dieses Artikels und haben der Einreichung des Manuskripts zugestimmt. Finanzierung: Die Autoren erklären, dass sie keine finanzielle Förderung erhalten haben. Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein wirtschaftlicher oder persönlicher Interessenkonflikt vorliegt. Ethisches Statement: Für die Forschungsarbeit wurden weder von Menschen noch von Tieren Primärdaten erhoben.

  3. Author Declaration

  4. Author contributions: All authors have accepted responsibility for the entire content of this submitted manuscript and approved submission. Funding: Authors state no funding involved. Conflict of interest: Authors state no conflict of interest. Ethical statement: Primary data for human nor for animals were not collected for this research work.

Literatur

1. Deutscher Herzbericht 2017. Frankfurt 2017, 260 Seiten, ISBN 978-3-9817032-7-6Suche in Google Scholar

Published Online: 2018-09-01
Published in Print: 2018-09-25

©2018 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Artikel in diesem Heft

  1. Frontmatter
  2. Editorial
  3. Editorial
  4. 100 Ausgaben spiegeln 25 Jahre Public Health
  5. Hundert ist eine große Zahl
  6. Public Health in Germany: a new “Golden Age”?
  7. Public Health als akademische Ausbildung – wo stehen wir 2018?
  8. Gesundheitswissenschaftliche Forschung in Deutschland
  9. Der Public Health-Gedanke in der Gesundheitspolitik
  10. Der lange Weg zum Präventionsgesetz – Entwicklung der Prävention und Gesundheitsförderung in Deutschland
  11. Das Zukunftsforum Public Health
  12. Kongress Armut und Gesundheit
  13. Soziale Ungleichheit und Gesundheit: die Entwicklung sozialepidemiologischer Forschung in Deutschland
  14. Rückgang der Sterblichkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  15. Rückgang der Krebssterblichkeit in Deutschland: welche Rolle spielen Entwicklungen bei der Inzidenz?
  16. Behandlung und Prävention von Diabetes: Erfolge und Herausforderungen
  17. Verbesserung der Mund- und Zahngesundheit in Deutschland
  18. Herausforderungen und Erfolge: Das Stigma psychischer Krankheiten
  19. Aids – soziale Prävention und Medikalisierung
  20. Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit
  21. Die Wiederentdeckung des Unfalls: Der Rückgang der Verkehrstoten-Zahlen im sozial- und kulturgeschichtlichen Kontext
  22. Umweltbezogener Gesundheitsschutz im städtischen Lebensraum
  23. Bekämpfung des Rauchens: Erfolge in der Tabakkontrollpolitik
  24. Trinkwasserhygiene – unverzichtbare Säule des öffentlichen Gesundheitsschutzes – Rückblick und Ausblick
  25. Impfprävention in Deutschland: Ein Überblick zu den Entwicklungen der letzten 25 Jahren
  26. Gesundheitsberichterstattung und Gesundheitsmonitoring – Daten für Taten
  27. Kommunikationskampagnen im Gesundheitsbereich – Historie und Trends
  28. Digitale Public Health: Chancen und Herausforderungen internetbasierter Technologien und Anwendungen
  29. Kann die Versorgungsforschung zu mehr Transparenz und Rationalität beitragen?
  30. Welchen Beitrag kann die Gesundheitsökonomie im Kontext von Public Health leisten?
  31. Erfolge und Herausforderungen von Public Health im Betrieb
  32. Entwicklung der Geschlechterperspektive in Public Health
  33. Teilhabe- und Inklusionsforschung als wichtige Ansätze zur Förderung von Gesundheit und Teilhabe in der Arbeitswelt
  34. Wandel der Sozialversicherungsträger
  35. Urban Health: Gesundheit und Stadtentwicklung am Beispiel Leipzig
  36. Public Health Infos
Heruntergeladen am 6.3.2026 von https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/pubhef-2018-0047/html
Button zum nach oben scrollen