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Mackenzie Eaglen: Keeping Up with the Pacing Threat: Unveiling the True Size of Beijing’s Military Spending. Washington, D.C.: American Enterprise Institute, April 2024

Published/Copyright: September 7, 2024

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Mackenzie Eaglen: Keeping Up with the Pacing Threat: Unveiling the True Size of Beijing’s Military Spending. Washington, D.C.: American Enterprise Institute April 2024


Die Analyse versucht eine realistische Einschätzung der Militärausgaben Chinas zu geben. Laut offiziellen Angaben aus Peking lägen diese bei weniger als 230 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Der Verfasser hält diese Angaben für zu gering, denn China verfüge bereits jetzt über die größte Marine der Welt, neben der größten Küstenwache und See-Miliz. Es verfüge auch über die größte Armee und die umfangreichsten substrategischen Raketenstreitkräfte der Welt. Es mache weiterhin Sprünge auf Augenhöhe in fortschrittlichen militärischen Bereichen der Hyperschallraketen und Quantencomputertechnologien.

Chinas selbst gemeldeter Militärhaushalt, der direkt von der Kommunistischen Partei Chinas stammt, sei, so die Studie, nicht mehr als eine einzige Zahl, die jedes Jahr von den staatlichen Medien veröffentlicht wird. Das sei weit entfernt von den Tausenden von Seiten öffentlicher Haushaltsdokumente, die das Pentagon jährlich veröffentlicht – einer der transparentesten Militärhaushalte der Welt. Die Studie zeigt auf, warum China in Sachen Transparenz weltweit das Schlusslicht ist. Sein Budget schließe wesentliche Ausgaben wie paramilitärische Organisationen, die Finanzierung von Verteidigungsforschung und -entwicklung und die illegale Kampagne zum Bau von Inseln im Südchinesischen Meer aus. Auch enthalte Chinas öffentlicher Verteidigungshaushalt nicht militärisch relevante Ausgaben wie Weltraumaktivitäten, Infrastruktur und Forschung. Chinas staatlich sanktionierte Praxis der militärisch-zivilen Fusion verwische zudem die Grenzen zwischen militärischen und kommerziellen Investitionen weiter und führe zu Ausgaben für Kampfkraft und paramilitärische Kräfte, die in zivilen Ministerien versteckt sind.

Darüber hinaus sind die wirtschaftlichen Unterschiede zu berücksichtigen, die es China ermöglichen, mehr für sein Geld zu bekommen. Die Lohnkosten seien in China nachweislich niedriger, wo Soldaten nur ein Sechzehntel des Gehalts eines Infanteristen der US-Armee erhalten. Auf diese Weise sei China in der Lage, ein doppelt so großes Militär für einen Bruchteil der gemeldeten Kosten zu unterhalten.

Dieses Phänomen erstrecke sich auch auf den Kauf und Betrieb von Militärwaffen, einschließlich Munition, Panzern, Flugzeugen und Kriegsschiffen. Chinesische Vorteile bei der Herstellung von Schiffen, ein billigerer Zugang zu Rohstoffen und die niedrigeren Kosten für industrielle Arbeitskräfte ermöglichten es Peking, für jeden Yuan mehr Ertrag zu erzielen.

Aus diesem Grund werden Volkswirtschaften häufig an Kaufkraftparitäten gemessen, um relevante Vergleiche anzustellen. Dieses Prinzip gilt für die Bezahlung von Soldaten genauso wie für den Kauf von militärischer Ausrüstung.

Wenn man die Kaufkraftparität in Chinas Verteidigungshaushalt mit einbezieht, so würden Pekings Militärausgaben für das Jahr 2022 auf 711 Milliarden Dollar zu veranschlagen sein, das wäre fast so viel wie das Budget des Pentagons von 742 Milliarden Dollar im selben Jahr.

In den letzten 20 Jahren habe Peking auch seinem Militär ein stetiges, nahezu zweistelliges und hohes einstelliges Wachstum beschert. Im Gegensatz dazu seien die amerikanischen Streitkräfte einer Achterbahnfahrt der Finanzierung ausgesetzt gewesen.

Eine lesenswerte Analyse, die eigentlich überfällig war und die hoffentlich Anlass für weitere vertiefte Untersuchungen sein wird.

https://www.aei.org/wp-content/uploads/2024/04/Keeping-Up-with-the-Pacing-Threat-Unveiling-the-True-Size-of-Beijings-Military-Spending.pdf

Online erschienen: 2024-09-07
Erschienen im Druck: 2024-09-06

© 2024 bei den Autorinnen und Autoren, publiziert von De Gruyter.

Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 4.0 International Lizenz.

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