Zusammenfassung
Die informationswissenschaftlichen Studiengänge an der Fachhochschule Graubünden, deren Entwicklung hier geschildert wird, haben mit den gleichen Herausforderungen umzugehen wie in anderen Fachhochschulen im DACH-Raum. Allerdings treten Herausforderungen hinzu: Sie ist mit der Deutschschweiz auf einen beschränkten geografischen Raum bezogen, gleichzeitig müssen sie praktisch durch Vorgaben des Gesetzgebers für verschiedene Einrichtungen (Bibliotheken, Archive, Informationsindustrie, datengetriebene Einrichtungen) gemeinsam ausbilden.
Abstract
The academic programs in information sciences, conducted at the University of Applied Sciences Graubünden have to deal with the same challenges as other comparable institutions. But there are specific situations: The programs are suited for the geographical confined German-speaking Switzerland. Through structural limits predefined by the legislator, they are forced to train for several institutions at once.
1 Einleitung
Die Churer Informationswissenschaft hat ihren Ursprung in dem 1992 eingeführten Weiterbildungsprogramm im Bereich Information und Dokumentation für Personen, die eine Anstellung bzw. einen Quereinstieg in Bibliotheken, Archiven oder Museen anvisierten. Dieses in der Deutschschweiz damals noch als Nachdiplomstudium bezeichnete Ausbildungsprogramm setzt eine akademische Grundausbildung einer beliebigen Fachrichtung voraus und wird unter der Bezeichnung Master of Advanced Studies (MAS) in Information Science in Chur angeboten.
Mit der Einführung von Fachhochschulen in der Schweiz im Jahre 1998 wurde in Chur, auf der Basis einer vorangehenden Bildungseinrichtung, die damalige Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Chur (heute Fachhochschule Graubünden) gegründet. Zeitgleich wurde der Diplomstudiengang Information und Dokumentation als bis heute noch in der Deutschschweiz einziges grundständiges, akademisches Ausbildungsprogramm für Bibliotheken installiert, der seit der Bologna-Reform im Jahr 2005 als Bachelorstudiengang Information Science angeboten wird.[1]
2 Die informations-wissenschaftlichen Ausbildungsprogramme der Fachhochschule Graubünden
2.1 BSc Information Science
Bei den Bachelorstudiengängen an der FH Graubünden wird zwischen den Modultypen Pflicht, Wahlpflicht und Wahl unterschieden. Mit hochschulweit vorgegebenen Quoten von ca. 70 % für Pflichtmodule, 25 % für Wahlpflichtmodule und 5 % für Wahlmodule sollen den Studierenden flexible Lernwege ermöglicht werden. Die Pflichtmodule werden unterteilt in die Themenbereiche:[2]
Informationswissenschaft
Informationsmethodik
Informatik
Betriebsökonomie
Arbeits- und Forschungs-Methodik
Gesellschaft und Fremdsprachen
Zentral sind dabei die Bereiche Informationswissenschaft (Grundlagen, Theorie) und Informationsmethodik (v. a. Erschließung, Wissensorganisation/-repräsentation, Metadaten, Retrieval), in denen eine informationswissenschaftliche Basis entsteht, deren Ausgangskompetenzen für die später im Studium angebotenen Schwerpunkte relevant sind.
Die anderen Themenbereiche vermitteln allgemeine Sozial-, Methoden-, Management- und IT-Kompetenzen (Betriebsökonomie, Arbeits- und Forschungsmethodik, Gesellschaft und Fremdsprachen, Informatik).
Eine zusätzliche Gruppe von Pflichtmodulen ist unter dem Label Schwerpunkte allgemein zusammengefasst und beinhaltet Module, die Ausgangskompetenzen für Informationsberufe im Allgemeinen beinhalten. In diesen werden z. B. Grundkenntnisse über das Bibliothekswesen, aber auch die anderen Bereiche der Informationswissenschaft vermittelt.
Bei den Wahl(pflicht-)Modulen herrscht völlige Wahlfreiheit, d. h., die Vertiefungsmodule des Studiengangs sind in Schwerpunkte gruppiert und können von Studierenden beliebig kombiniert werden. Dabei konzentriert sich der BSc Information Science auf folgende informationswissenschaftliche Bereiche und zugehörige Berufsbilder:
| Schwerpunkte | Berufsbilder |
| Bibliotheksmanagement | Bibliothekar*in, Systembibliothekar*in, Data Librarian |
| Informations- und Medienmanagement | Informations- und Wissensmanager*in, Business-Intelligence-Expert*in |
| Archivierung | Archivar*in, Spezialist*in für digitale Langzeitarchivierung, Recordsmanager*in |
| Web und Usability Engineering | User Experience Designer, Information Architect, Front-End Engineer |
| Datenkompetenz/Data Literacy | Datenmanager*in, Datenanalyst*in, Expert*in für Datenvisualisierung, Spezialist*in für Informationssicherheit |
Der Schwerpunkt Bibliotheksmanagement befasst sich mit dem Bestandsmanagement und der Erschließung von Medien, mit Nutzerforschung, Planung, Management und Bau von Bibliotheken, mit modernen Dienstleistungen und Technologien. Neu werden auch Ansätze des evidenzbasierten Managements vermittelt. Studierende sollen am Ende des Studiums in der Lage sein, sowohl für Standardarbeiten als auch für strategische Arbeiten selbstständig Konzepte zu entwickeln, evidenzbasiert zu bewerten und Entscheidungen zu treffen.
Der Schwerpunkt Informations- und Medienmanagement thematisiert die bedarfsorientierte Beschaffung, Aufbereitung und Auswertung geschäftsrelevanter Information, die Wahl geeigneter Medien bei der Kommunikation in Organisationen sowie die Konzeption und den Einsatz organisationaler Informationssysteme, um die Wettbewerbsfähigkeit von Firmen, Verwaltungen und Non-Profit-Organisationen zu steigern.
Der Schwerpunkt Archivierung beschäftigt sich mit Informationsflüssen in Organisationen, dem Management von digitalen Dokumenten und der Verwaltung von speziellen Medien wie z. B. Fotografien, Videos oder Datenbanken, um so den Archivierungsprozess zu unterstützen. Die Nähe zum Schwerpunkt Informations- und Medienmanagement ist offensichtlich, daher gibt es bei beiden Schwerpunkten Module, die sowohl für einen Major/Minor in Archivierung als auch in Informations- und Medienmanagement möglich sind.
Der Schwerpunkt Web und Usability Engineering lehrt die Konzeption, Gestaltung, Entwicklung und Evaluation von grafischen Benutzeroberflächen für unterschiedliche Endgeräte (Notebook, Tablet, Smartphone). Im Vordergrund stehen die Usability Evaluation sowie die Realisierung von Benutzungsschnittstellen nach dem Responsive Design.
Der Umgang mit und die Auswertung von (Forschungs-)Daten ist bereits seit Jahren ein Thema innerhalb von Forschungs- und Entwicklungsprojekten des Schweizerischen Instituts für Informationswissenschaft.[3] Die Integration zugehöriger Kernthemen in den Pflichtmodulen sowie Vertiefung durch Wahlpflichtmodule des Schwerpunktes Datenkompetenz ist eine naheliegende Weiterentwicklung des Studiengangs.
Bei den (freiwilligen) Wahlmodulen haben Studierende die Möglichkeit studiengangsübergreifende Angebote der FH Graubünden (z. B. Summer Schools) sowie (geeignete) Module anderer Studiengänge der FH Graubünden oder gar von anderen Hochschulen zu besuchen.
Neben den inhaltlichen, gibt es auch strukturelle, von der Hochschule selbst nicht zu beeinflussende, Gründe für diese breite Aufstellung des Bachelor-Angebots: Die Fachbereiche an schweizerischen Fachhochschulen unterliegen, neben dem Bildungsauftrag, auch einem Forschungsauftrag, um so die Verbindung von Forschung und Lehre sicherzustellen. Den Fachbereichen wird dabei das Einwerben von mindestens einer Millionen Franken Forschungsgelder pro Jahr vorgegeben. Diese kann durch einzelne Bereiche allein, wie z. B. die Bibliothekswissenschaft, nicht erreicht werden, weswegen eine breite Aufstellung des Studienganges mit spezifischen Spezialisierungen in den höheren Semestern notwendig ist.
Grundsätzlich ist es deshalb, wenn auch auf die Interessen und Wünsche von Studierenden, potenziellen Arbeitgebern und anderen Stakeholdern eingegangen wird, nötig, (a) vor allem thematischen Einstiege zu schaffen, (b) die Studierenden zu ermutigen und zu ermächtigen, während des Studiums und danach sich selbst vertieft in die sie interessierenden oder im Arbeitsalltag betreffenden Themen einzuarbeiten. Vor allem kann und muss ihnen (c) ein Überblickswissen zu bibliothekarischen Themen vermittelt werden. Beispielsweise müssen sie am Ende des Moduls Bestandsmanagements über die verschiedenen Medienformen und sich aus diesen ergebenden Aufgaben für Bibliotheken (von der Sammlung und Restauration von Beständen über das Lizenzmanagement bis hin zur Beobachtung des Medienmarktes und der Mediennutzung) Bescheid wissen. Es ist aber nur noch beispielhaft möglich, dabei in die Tiefe zu gehen. Das gilt auch für andere Themen, die in der Vergangenheit einen großen Platz in der bibliothekarischen Ausbildung einnahmen oder aber teilweise von potenziellen Arbeitgebern – nicht nur Bibliotheken – gewünscht werden. Anhand eines systematisch vermittelten Überblickswissens, vertieften Beispielen und der Vermittlung von Methodenkenntnissen zur Bewältigung von Aufgaben, die sich im Bibliotheksalltag stellen, werden Studierende so ausgebildet, dass sie sich in den verschiedenen Einrichtungen und Aufgabenfeldern zurechtfinden können.
Auf diese Weise stehen den Studierenden am Ende des Studiums verschiedene Karrierewege offen. Ein weiterer Vorteil für die Absolventinnen und Absolventen ist es, dass diese sowohl ihre Tätigkeit in einer Einrichtung kontinuierlich verändern als auch zwischen Organisationen und Berufsfeldern wechseln können. Für die Einrichtungen selbst stellt dies aber neue Herausforderungen. Während der Prozess der Entwicklung des Studienangebots an der FHGR grundsätzlich gut aufgestellt ist und die Entwicklungen am Arbeitsmarkt nachvollzieht, werden sich in Zukunft, voraussehbar durch schon erkennbare Veränderungen, neuen Herausforderungen ergeben. Zum einen ist klar, dass die Arbeit und die Entscheidungsprozesse in Bibliotheken, aber auch in anderen, vom Studiengang anvisierten Einrichtungen, stets komplexer werden. Gleichzeitig bleibt die Studienzeit konstant. Deshalb müssen Studierenden vor allem Fähigkeiten vermittelt werden, um im Berufsalltag selbstständig mit dieser wachsenden Komplexität umgehen zu können. Als Beispiel kann das Modul Methodik und Denkweise der Evidence Based Library and Information Practice dienen.
Eine weitere Herausforderung ist der Spagat zwischen Zukunftsorientierung und realer Bibliothekspraxis. Gerade von potenziellen Arbeitgebenden wird von der Ausbildung gerne verlangt, dass Studierende am Ende der Ausbildung sowohl zukunftsfähig sind als auch in der Lage, strategisch zu handeln. Gleichzeitig müssen sie aber auch standardisierte und wiederkehrende Arbeiten übernehmen können resp. wollen. Sie sollen z. B. sowohl Katalogisieren als auch neue Datenmodelle entwickeln und in bibliothekarische Angebote integrieren können. Hier stehen oft unterschiedliche Anforderungen nebeneinander. Im Studienprogramm wird versucht, beides abzudecken, was aber nicht immer in der gleichen Intensität möglich ist.
2.2 Master of Advanced Studies in Information Science
Als Quereinsteigerausbildung positioniert vermittelt der Studiengang den Teilnehmenden die für eine berufliche Tätigkeit im Archiv- und Bibliotheksbereich notwendigen Grundlagen und Methodenkenntnisse. Die Besonderheit dabei: Die Arbeitswelten von Bibliotheken, Archiven und Dokumentationsstellen werden nicht gesondert betrachtet, sondern im Rahmen einer integrierten Ausbildung angeboten, die darauf abzielt, dass sich die Studierenden Grundlagenkenntnisse der Arbeitsweise aller informationsverarbeitenden Organisationen aneignen, egal ob sie Information speichern, verwahren und konservieren oder diese aktiv präsentieren und vermitteln. Denn die ITgestützte Suche, Darstellung, Auswertung, Verwahrung, Präsentation und Vermittlung von Information ist ein zentrales Element in der Tätigkeit eines information professional. Beispiel: Wer in einer Bibliothek mit öffentlichem Sammelauftrag tätig ist, sieht sich zusehends mit Fragen der digitalen Langzeitarchivierung konfrontiert. Ein Thema, das bis dato eher den Archiven vorbehalten war. Handkehrum sehen sich staatliche und private Archive immer mehr mit dem Auftrag konfrontiert, ihre Bestände zu vermitteln, gleichsam einem Museum. Archive werden nicht mehr nur von Genealoginnen und Genealogen, Geschichtsforschenden und Studierenden heimgesucht. Wie auch Bibliotheken nicht mehr nur Leseratten anziehen, sondern Menschen allerlei Couleur, wie man in der Schweiz zu sagen pflegt, und mit unterschiedlichen Bedürfnissen.
Die Arbeitsweise in den informationsverarbeitenden Institutionen sowie Gedächtniseinrichtungen hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren grundlegend verändert. Gerade die Bibliotheken haben einen enormen Wandel – weg von der einst stark medienzentrierten hin zu einer menschen- resp. kundenorientierten Arbeitsweise – durchgemacht. Das Kundenbedürfnis ist stärker in den Mittelpunkt gerückt, die volle Aufmerksamkeit gehört nicht mehr nur dem Medium allein. Die Entwicklungen in der Informationstechnologie (Stichwort digitale Transformation), die gesellschaftlichen und soziodemografischen Entwicklungen (z. B. Tendenz hin zu einer multikulturellen Gesellschaft) betreffen Bibliotheken direkt. Der Beruf im IuD-Bereich wird insgesamt anspruchsvoller, aber auch vielfältiger.
Dieser kontinuierlichen Veränderungsprozess der Arbeitsumgebung im Bibliotheksbereich lässt sich am jüngst, d. h. im Herbstsemester 2020, in Kraft gesetzten überarbeiteten Studienplan des MAS ablesen: So wurde das Profil des Vertiefungsmoduls Bibliothek[4] z. B. auf den Typus der Öffentlichen Bibliotheken hin geschärft. Die Inhalte sind auf die in jüngster Vergangenheit aufkeimenden Bedürfnisse der Öffentlichen Bibliotheken zugeschnitten, entsprechend wird der Diskussion neuer Nutzungskonzepte viel Raum beigemessen: die Bibliothek als sozialer Treffpunkt, als Ort der Integration und Bühne kulturellen Schaffens und als Teil der Freizeitindustrie. Einen besonderen Stellenwert wird dabei Themen wie Literalitätsförderung, interkulturelle Bibliotheksarbeit oder Eventmanagement in Bibliotheken beigemessen. Interkulturelle Bibliotheksarbeit genießt insofern einen hohen Stellenwert, als dass immer mehr Kinder hierzulande mit mehr als einer Muttersprache aufwachsen, daher sollte das Thema der Mehrsprachigkeit auch in der Bibliotheksarbeit einen festen Bestandteil erhalten und sich entsprechend im Angebot widerspiegeln.
Eine weitere Neuerung im Rahmen der informationswissenschaftlichen Quereinsteigerausbildung betrifft die stärkere Gewichtung des Erwerbs von vertieftem IT-Know-how. Als Mitarbeitende/r in einer informationsverarbeitenden Einrichtung kommt man heutzutage nicht mehr um vertiefte (Anwender-)Kenntnisse der Informations- und Kommunikationstechnologien herum. Der Arbeitsalltag in einer Informationseinrichtung ist von Informatikmitteln durchdrungen, insofern hat jemand, der sich diesen Technologien gänzlich verschließt, in der IuD-Branche kaum mehr Aussicht auf eine Anstellung.
Des Weiteren gehört die vertiefte Auseinandersetzung im Umgang mit Daten aller Art ebenfalls zum neuen Curriculum. Während die einen den diskreten Umgang mit Daten fordern, wollen andere deren uneingeschränkte Verfügbarkeit: Im Studium wird beidem Rechnung getragen: Web Analytics, datenschutzrechtliche Fragestellungen sind genauso Thema wie die Anliegen der OpenGLAM-Bewegung, die vor allen Dingen Gedächtnisinstitutionen dazu anregen möchte, ihre Schätze zu teilen. Weiter kommt der Digitalisierung von analogen Medien eine größere Bedeutung zu: Die Studierenden lernen den Digitalisierungsprozess und die je nach Trägermedium unterschiedlichen technischen Anforderungen kennen und können diese Kenntnisse praktisch anwenden.
Das Churer Konzept des Weiterbildungsmasters fußt auf der Verknüpfung von Theorie und Praxis. Diese Grundhaltung widerspiegelt sich beispielhaft in der jährlich durchgeführten Projektarbeit. Hier geht es darum, dass die Studierenden, nachdem sie einen gewissen Grundstock an Wissen und Fertigkeiten erworben haben, diese im Rahmen eines Projektauftrags aus der Praxis anwenden. Es sind denn auch Archive oder Bibliotheken, die sich als Untersuchungsgegenstand zur Verfügung stellen oder mit einer konkreten Fragestellung an die Studienleitung herantreten. So haben die Studierenden in den vergangenen Jahren u. a. in einer mittelgroßen Stadtbibliothek oder einem Stiftungsarchiv eine Analyse durchgeführt und Vorschläge für deren künftige Ausrichtung gemacht. Die Projektwoche bildet somit die Verknüpfung von methodischem und fachlichem Wissen und deren Anwendung in der Praxis.
In den mittlerweile 30 Jahren seines Bestehens hat sich das MAS Information Science als praxisnaher und ein auf die Erfordernisse der Arbeitgeber ausgerichteter Studiengang in der Schweiz etabliert. Die Quote jener, die den anvisierten Quereinstieg schaffen, ist sehr hoch. Die MAS-Abgängerinnen und Abgänger werden von den Arbeitgebenden geschätzt. Insbesondere spricht für die MAS-IS-Absolvierenden die Tatsache, dass sie ihre Primärqualifikation mit den für den Berufseinstieg notwendigen Handwerkskenntnissen ergänzen. Was in der Regel ein Bachelor-Programm in sechs bis acht Semestern anstrebt, wird im MAS in eineinhalb Jahren angestrebt: die Berufsbefähigung.
Doch kein Studium gibt die Garantie für den beruflichen Erfolg. Und nicht alle Skills, die für eine Tätigkeit in einer Bibliothek oder einem Archiv unabdingbar sind, können ausgebildet werden: Wer z. B. in einer Bibliothek arbeitet, muss Menschen gerne haben und die Diversität des Publikums mögen. Wer indes keinen Publikumskontakt wünscht, ist wohl in einer Bibliothek nicht am richtigen Ort. Es liegt an uns Ausbildungsstätten dafür zu sorgen, dass für die Erfordernisse der Zukunft die richtigen Leute ausgewählt und zugelassen werden, die zum Paradigmenwechsel in der Bibliothekswelt passen. An den Bibliotheken haftet immer noch der Ruf an, dass sie eher introvertierte Leute anziehen, die sich lieber dem Lesen widmen als dem Kundenbedürfnis. Da stehen wir Ausbildungsstätten besonders in der Pflicht, diesem Umstand entschieden entgegenzutreten.
Über die Autoren



Literaturverzeichnis
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Bekavac, Bernard; Hofstetter, Rolf; Macek, Ivo; Studer, Bruno (2019): Rahmenreglement für die Studien- und Prüfungsordnungen. Hg. vom Hochschulrat der Fachhochschule Graubünden. Verfügbar unter https://www.fhgr.ch/fileadmin/fhgr/ueber_die_fhgr/wer_sind_wir/reglemente/RE-Studien-_und_Pruefungsreglement_BSc_MSc.pdf.Search in Google Scholar
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Mumenthaler, Rudolf; Bekavac, Bernard (2015): Curriculumsreform des Bachelor-Studiengangs Information Science an der HTW Chur. In: Informationspraxis, 1 (2). Verfügbar unter http://dx.doi.org/10.11588/ip.2015.2.20175.Search in Google Scholar
© 2022 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
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