Ökolinguistik: Wie uns Sprache von der Umwelt zur Mitwelt führen kann
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Alwin Fill
Zusammenfassung
In seiner Definition von Ökologie verwendet Ernst Haeckel (1866) das Wort Außenwelt und meint damit die organische und anorganische Umgebung der Lebewesen. Heute sprechen wir von der Umwelt, ein Terminus, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt, dem diese Umwelt (Tiere, Pflanzen, anorganische Ressourcen) dienen soll. Als Gegenbegriff wurde das Wort Mitwelt geschaffen, das nicht mehr den Menschen im Zentrum sieht, sondern die Natur, in der der Mensch nur ein Element ist. Im Sinne einer Linguistik für die Natur und das Anerkennen einer Mitwelt entstand gegen Ende des 20. Jahrhunderts die Ökolinguistik, wobei ein Vortrag von Michael Halliday einen wichtigen Anstoß dazu gab. In diesem Vortrag zeigte Halliday (2001: 194-195), wie die Sprache auf verschiedene Weise eine „Diskontinuität“ zwischen dem Menschen und der übrigen Schöpfung schafft. In diesem Beitrag soll auch das Wachstumsdenken und das Denken in Gegensätzen (beide beruhen auch auf der Sprache) kritisiert werden. Damit soll gezeigt werden, wie die Ökolinguistik einen Beitrag zum Frieden auf dieser Welt leisten kann.
Zusammenfassung
In seiner Definition von Ökologie verwendet Ernst Haeckel (1866) das Wort Außenwelt und meint damit die organische und anorganische Umgebung der Lebewesen. Heute sprechen wir von der Umwelt, ein Terminus, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt, dem diese Umwelt (Tiere, Pflanzen, anorganische Ressourcen) dienen soll. Als Gegenbegriff wurde das Wort Mitwelt geschaffen, das nicht mehr den Menschen im Zentrum sieht, sondern die Natur, in der der Mensch nur ein Element ist. Im Sinne einer Linguistik für die Natur und das Anerkennen einer Mitwelt entstand gegen Ende des 20. Jahrhunderts die Ökolinguistik, wobei ein Vortrag von Michael Halliday einen wichtigen Anstoß dazu gab. In diesem Vortrag zeigte Halliday (2001: 194-195), wie die Sprache auf verschiedene Weise eine „Diskontinuität“ zwischen dem Menschen und der übrigen Schöpfung schafft. In diesem Beitrag soll auch das Wachstumsdenken und das Denken in Gegensätzen (beide beruhen auch auf der Sprache) kritisiert werden. Damit soll gezeigt werden, wie die Ökolinguistik einen Beitrag zum Frieden auf dieser Welt leisten kann.
Kapitel in diesem Buch
- Frontmatter I
- Inhalt V
- Natur, Umwelt, Nachhaltigkeit 1
-
Teil 1: Umwelt im Spiegel von Geschichte, Politik und Bildung
- Umweltgeschichte verstummt in Plutopia 35
- Nach der Katastrophe leben lernen 63
- Bildung für nachhaltige Entwicklung in und durch Sprache und Literatur 85
- „Tiere erzählen“: Fachdidaktische Perspektiven auf Nachhaltigkeit 101
-
Teil 2: Wissen im Diskurs – Exemplarische Diskursperspektiven auf Natur und Nachhaltigkeit
- Diskursive Schemata der Wolfskonstruktion – auf medialer Spurensuche nach materiellsemiotischen Knoten 123
- Recht und Umwelt zwischen Schutz und Gestaltung 165
- Unsichere Modelle – ermutigende Prognosen 195
- Werbung mit Nachhaltigkeit 217
- Deutsche und italienische Institutionenkommunikation: Nachhaltigkeitsberichte zwischen Sprach- und Bildlichkeit 247
- „Kunst ist die einzige Form, in der Umweltprobleme gelöst werden können“ 281
-
Teil 3: Ökologische Sprachkritik und Moral
- Ökolinguistik: Wie uns Sprache von der Umwelt zur Mitwelt führen kann 307
- Sprachkritik als Moralkritik 325
- Über die Kategorien der Moralität. Erleben, Sprechen und Welten 351
-
Anhang
- Verzeichnis der Autorinnen und Autoren 369
- Index 373
Kapitel in diesem Buch
- Frontmatter I
- Inhalt V
- Natur, Umwelt, Nachhaltigkeit 1
-
Teil 1: Umwelt im Spiegel von Geschichte, Politik und Bildung
- Umweltgeschichte verstummt in Plutopia 35
- Nach der Katastrophe leben lernen 63
- Bildung für nachhaltige Entwicklung in und durch Sprache und Literatur 85
- „Tiere erzählen“: Fachdidaktische Perspektiven auf Nachhaltigkeit 101
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Teil 2: Wissen im Diskurs – Exemplarische Diskursperspektiven auf Natur und Nachhaltigkeit
- Diskursive Schemata der Wolfskonstruktion – auf medialer Spurensuche nach materiellsemiotischen Knoten 123
- Recht und Umwelt zwischen Schutz und Gestaltung 165
- Unsichere Modelle – ermutigende Prognosen 195
- Werbung mit Nachhaltigkeit 217
- Deutsche und italienische Institutionenkommunikation: Nachhaltigkeitsberichte zwischen Sprach- und Bildlichkeit 247
- „Kunst ist die einzige Form, in der Umweltprobleme gelöst werden können“ 281
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Teil 3: Ökologische Sprachkritik und Moral
- Ökolinguistik: Wie uns Sprache von der Umwelt zur Mitwelt führen kann 307
- Sprachkritik als Moralkritik 325
- Über die Kategorien der Moralität. Erleben, Sprechen und Welten 351
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Anhang
- Verzeichnis der Autorinnen und Autoren 369
- Index 373