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Zuverlässigere Prozesse durch Virtuelles Qualitätsmanagement

  • Albert Weckenmann and Martin Bookjans
Published/Copyright: March 17, 2017

Kurzfassung

Simulationsverfahren werden eingesetzt, um Aufbau und Abläufe von Prozessen, Prozessketten und Systemen funktionsorientiert, wirtschaftlich und zeitlich optimal zu gestalten und deren Betriebsverhalten abzuschätzen [1]. Während des Prozessbetriebs einwirkende Umwelteinflüsse und Veränderungen des Prozesses werden oft nur unzureichend erfasst und abgebildet, wodurch zuverlässige Aussagen über die Qualitätsfähigkeit des Prozesses nicht möglich sind. Solchen Veränderungen im Prozessbetrieb begegnet man in der Praxis meist durch das „Aufpfropfen“ von QM-Maßnahmen nach dem Start der Serienfertigung beim Prozesshochlauf. Um diesen zusätzlichen zeitintensiven Aufwand in der Hochlaufphase zu vermeiden, muss der Prozess in der Planungsphase gründlicher analysiert und zufällige Einflussgrößen sowie das QM-Instrument des Qualitätsregelkreises in das Modell mit einbezogen werden. In Simulationsläufen lassen sich dann Prozess und QM-Tool gemeinsam optimieren, sodass beim Serienanlauf ein Prozess mit ausgereiftem QM-Werkzeug bereitsteht und optimale Qualität „von Anfang an“ erzielt werden kann.

Abstract

Simulation methods are adopted to optimize the design of processes, process chains and systems with respect to layout, function, economic efficiency and process-time [1]. Impacting influences and variances of machine parameters during the process run are detected and represented inadequately in many cases, so that dependable propositions about the quality capability of the process are impossible. Such variances of the process are typically handled by the „imposing“ of QM-sanctions after starting the serial production when the real process runs up. The process has to be analyzed more exhaustively in the planning stage and accidental effects as well as the QM-tool have to be included in the model to avoid this additional time-intensive effort in the run-up phase. Then process and QM-tool can be optimized in test runs together, in order that a process with a technically matured QM-tool is available when the series production launches and optimal quality can be achieved „right from the start“.


Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Dr. h. c. mult. Albert Weckenmann, geb. 1944, studierte Elektrotechnik und promovierte an der Universität (TH) Karlsruhe. Nach einer Industrietätigkeit von 1972 bis 1975 wurde er 1975 Professor für Mess- und Feinwerktechnik an der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Seit 1992 ist er Ordinarius des Lehrstuhls Qualitätsmanagement und Fertigungsmesstechnik (QFM) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und seit 2006 Sprecher des DFG-Sonderforschungsbereiches 694 „Integration elektronischer Komponenten in mobile Systeme“.

Dipl.-Ing. Martin Bookjans, geb. 1980, studierte Mechatronik von 2001 bis 2007 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und ist seit 2007 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl QFM.


References

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Online erschienen: 2017-03-17
Erschienen im Druck: 2008-06-28

© 2008, Carl Hanser Verlag, München

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