Home History Michael Kulikowski, Triumph der Macht. Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin. Aus dem Engl. von Cornelius Hartz, Darmstadt: Theiss 2018, 488 S., EUR 34,00 [ISBN 978‑3‑8062‑3669‑9]
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Michael Kulikowski, Triumph der Macht. Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin. Aus dem Engl. von Cornelius Hartz, Darmstadt: Theiss 2018, 488 S., EUR 34,00 [ISBN 978‑3‑8062‑3669‑9]

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Published/Copyright: December 3, 2020
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Michael Kulikowski, Triumph der Macht. Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin. Aus dem Engl. von Cornelius Hartz, Darmstadt: Theiss 2018, 488 S., EUR 34,00 [ISBN 978‑3‑8062‑3669‑9]


»Triumph der Macht« schildert die Geschichte des römischen Imperiums über mehr als 200 Jahre, in denen sich das Kaiserreich grundlegend wandelte. Aus dem Reich der Adoptivkaiser, das noch stark auf den von Augustus begründeten politischen Ideen und Strukturen basierte, entwickelte sich ein christliches Imperium, das sich auf ein effizientes und strukturiertes Berufsbeamtentum stützte und das jeden Teil des öffentlichen wie des privaten Lebens der Menschen regulierte. Dass dabei die expansiven Kräfte, welche die Jahrhunderte zuvor die Außenpolitik bestimmten, konservatorischen Entwicklungen an den Außengrenzen weichen mussten, ist aufgrund der dynamischen Entwicklungen im Innern des Reiches umso erstaunlicher. Somit versucht Michael Kulikowski nichts Geringeres als die komplette Umgestaltung des Römischen Reiches zu beschreiben – und damit gleichzeitig die Geburt des christlichen Europas.

Das Buch beginnt in der Zeit der letzten großen Expansionsphase unter Kaiser Trajan, in der das Römische Reich seine größte territoriale Ausdehnung erlebte. Das Jahr 117 n. Chr. markiert für den Autor mit dem Tod des Kaisers und dem Beginn der Regierungszeit seines adoptierten Nachfolgers Hadrian eine Zäsur, die eine mehr als 200-jährige Entwicklung einleitet, die anfangs noch durch Konsolidierung des Römischen Reiches nach der Expansionsphase und der damit verbundenen Integration der eroberten Gebiete in den Reichsverband charakterisiert wird.

Das Buch endet bewusst im Jahr 361 n. Chr. mit dem Tod des Kaisers Constantius II., des letzten regierenden Sohnes von Konstantin dem Großen, und nicht mit dessen Neffen Julian. Durch seine fast 25-jährige Herrschaft ist Constantius II. der eigentliche Vollender der Umstrukturierungen im Römischen Reich, da es ihm gelang, die durch die Tetrarchen und vor allem die von seinem Vater angestoßenen umfassenden Veränderungen grundsätzlich zum Abschluss zu bringen und gleichzeitig als Garant für die neue Ordnung in seiner langen, stabilen Regierungszeit zu wirken. Der Versuch der Rückbesinnung auf alte Werte und Traditionen, den Konstantins Neffe Julian mit seinem Regierungsantritt 361 begann, war somit von vornherein zum Scheitern verurteilt und blieb aufgrund dessen kurzer Regierungszeit nur eine folgenlose Episode.

Es sind vor allem zwei Aspekte, die das Werk so bemerkens‑ und lesenswert machen: da ist zum einen die gekonnte Darstellung der familiären Verbindungen, ohne die in den behandelten Jahrzehnten kein gesellschaftlicher Aufstieg möglich gewesen wäre, und zum anderen die sehr bildhafte Beschreibung der bürokratischen Revolution, die sich leise im Hintergrund der großen Politik abspielte und die doch so bedeutend war für den weiteren Lauf der Geschichte.

Gerade in Bezug auf die familiären Seilschaften gelingt es dem Autor sehr eindrucksvoll, die grauen Eminenzen der römischen Politik hinter dem zu oft als Mittelpunkt dargestellten Kaiser greifbar zu machen. Er skizziert dabei gekonnt die Möglichkeiten, die sich gerissenen und vor allem skrupellosen Politikern in den Jahrzehnten boten. Manchem rasanten Aufstieg folgte ein ebenso tiefer Fall, bei dem zumeist die eigene Familie mit in den Untergang gerissen wurde. Andere geschickte Taktiker schafften es dagegen, in Ausnahmefällen mehr als ein Jahrzehnt im Zentrum der politischen Macht zu verbleiben – was auch große Auswirkungen auf den Erfolg oder die Erfolgsaussichten der anderen Familienmitglieder hatte. Daraus erschließt sich die Tatsache, dass die politische Macht im Römischen Reich in diesen Jahrzehnten in der Hand einzelner, jeweils miteinander durch Heirat direkt oder durch anderweitige Verpflichtung indirekt verbundener Großfamilien lag, die argwöhnisch jede Veränderung in dem austarierten Machtsystem gleichzeitig als Chance und als Gefahr für die eigene Position wahrnahmen.

Parallel zur Geschichte der großen Familien und ihrem Kampf um den Zugang zur Spitze der politischen Macht zeigt Michael Kulikowski aber auch sehr detailreich die permanente Reform der Verwaltung des Römischen Reiches, die in ihrer Gesamtheit einer bürokratischen Revolution gleichkam. Denn gerade die militärischen und die dadurch ausgelösten politischen Krisen des 3. Jahrhunderts führten zu grundlegenden Verschiebungen von Kompetenzen. Waren es zu Zeiten Trajans und Hadrians noch Mitglieder der alteingesessenen Senatorenfamilien, die allzu oft eher aufgrund familiärer Erwartungszwänge die Verwaltungslaufbahn in der traditionellen Ämterhierarchie einschlugen, so stieg der Anteil der Berufsbeamten aus der Ritterschaft, die aufgrund ihrer eigenen Leistungen Karriere in der römischen Verwaltung machten, in den nachfolgenden Jahrzehnten signifikant an. Diese Spezialisierung war dann auch eine der wichtigsten Errungenschaften der beschriebenen Zeitspanne, da dadurch die bürokratische Durchdringung des öffentlichen Lebens eine davor nie dagewesene Dimension erreicht hatte.

Natürlich beschreibt der Autor auch die großen militärischen Herausforderungen der damaligen Zeit und die dadurch bedingten Änderungen im römischen Militärwesen. Er skizziert die wichtigen Kriegszüge, charakterisiert die – teilweise kurzlebigen – herausragenden Feldherren, beleuchtet die entscheidenden Schlachten und zeigt zugleich auch die Dynamik, durch die aus militärischem Erfolg politischer Anspruch mit einhergehender Destabilisierung des öffentlichen Systems entstand. Aber zugleich schafft es Michael Kulikowski, die militärischen Ereignisse in den übergeordneten Kontext einzuordnen. Dadurch zeigt er ein scharfgezeichnetes, gesamtheitliches Bild des Römischen Reiches, in dem alle Facetten des öffentlichen, militärischen, religiösen, privaten wie wirtschaftlichen Lebens den gebührenden Platz erhalten haben.

Einen großen Anteil am stimmigen Gesamteindruck hat die sehr gute deutsche Übersetzung durch Cornelius Hartz. Ihm ist es zu verdanken, dass das Lesen des Buches trotz der detailreichen Schilderungen der römischen Gesellschaft stets ein Vergnügen bleibt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Werk von Michael Kulikowski ein absolut lesenswertes Buch ist, dem es spielerisch gelingt, die komplexen Strukturen des Römischen Reiches im behandelten Zeitraum aufzuzeigen. Dabei gelingt es dem Autor, die permanenten Anpassungen der politischen, administrativen, militärischen, religiösen und sozialen Gegebenheiten an die innen‑ und außenpolitischen Rahmenbedingungen detailreich zu erläutern und die dafür maßgeblichen kausalen Zusammenhänge faktenreich dem Leser nahezubringen.

Online erschienen: 2020-12-03
Erschienen im Druck: 2020-11-04

© 2020 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

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  17. Gregor Schöllgen, Krieg. Hundert Jahre Weltgeschichte, München: DVA 2017, 367 S., EUR 24,00 [ISBN 978‑3‑421‑04767‑0]
  18. Naval Advising and Assistance. History, Challenges, and Analysis. Ed. by Donald Stoker and Michael T. McMaster, Solihull: Helion 2017, XII, 304 S. (= Modern Military History Series, 2), £ 35.00 [ISBN 978‑1‑911512‑82‑0]
  19. Erich und Hildegard Bulitta, Schritte zu einer Erinnerungs- und Gedenkkultur, Bd 1: Grundlagen einer Erinnerung – Analyse, Berlin: epubli 2017, 319 S., EUR 26,90 [ISBN 978‑3‑7450‑3528‑5] Erich und Hildegard Bulitta, Schritte zu einer Erinnerungs- und Gedenkkultur, Bd 2: Von der Erinnerung zu einer Erinnerungs- und Gedenkkultur – Analyse, Berlin: epubli 2017, 469 S., EUR 29,50 [ISBN 978‑3‑7450‑6125‑3]
  20. Michael Schwartz, Homosexuelle, Seilschaften, Verrat. Ein transnationales Stereotyp im 20. Jahrhundert, Berlin [u. a.]: De Gruyter Oldenbourg 2019, XII, 376 S. (= Schriftenreihe der Vierteiljahrshefte für Zeitgeschichte, 118), EUR 24,95 [ISBN 978‑3‑11‑063265‑1]
  21. Karl Schlögel, Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt, München: 4., durchges. Aufl., C. H. Beck 2018, 912 S., EUR 38,00 [ISBN 978‑3‑406‑71511‑2]
  22. Ernst Würzburger, Garnisonstadt Höxter. Vom preußischen Infanteriebataillon bis zum ABC-Abwehrbataillon, Holzminden: Mitzkat 2018, 349 S. (= Höxtersches Jahrbuch, 8), EUR 19,80 [ISBN 978‑3‑95954‑055‑1]
  23. Altertum
  24. Michael Kulikowski, Triumph der Macht. Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin. Aus dem Engl. von Cornelius Hartz, Darmstadt: Theiss 2018, 488 S., EUR 34,00 [ISBN 978‑3‑8062‑3669‑9]
  25. Medieval Warfare. A Reader. Ed. by Kelly DeVries and Michael Livingston, Toronto: University of Toronto Press 2019, XVIII, 368 S. (= Readings in Medieval Civilizations and Cultures, 21), $ 49,95 [ISBN 978‑1‑4426‑3669‑9]
  26. David Crispin, Ihr Gott kämpft jeden Tag für sie. Krieg, Gewalt und religiöse Vorstellungen in der Frühzeit der Kreuzzüge (1095–1187), Paderborn [u. a.]: Schöningh 2019, VIII, 241 S., EUR 49,90 [ISBN 978‑3‑506‑79242‑6]
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  42. Mark Connelly and Stefan Goebel, Ypres. Great Battles, Oxford, New York: Oxford University Press 2018, XXVIII, 259 S., £ 18.99 [ISBN 978‑0‑19‑871337‑1]
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  46. Fragmentierte Republik? Das politische Erbe der Teilungszeit in Polen 1918–1939. Hrsg. von Michael G. Müller und Kai Struve, Göttingen: Wallstein 2017, 400 S. (= Phantomgrenzen im östlichen Europa, 2), EUR 36,90 [ISBN 978‑3‑8353‑1745‑1]
  47. Anne Applebaum, Roter Hunger. Stalins Krieg gegen die Ukraine. Aus dem Engl. von Martin Richter, München: Siedler 2019, 541 S., EUR 36,00 [ISBN 978‑3‑8275‑0052‑6]
  48. Marco Sigg, Der Zweite Weltkrieg, 1937–1945, Wiesbaden: 2. Aufl., Marix 2018, 254 S., EUR 6,00 [ISBN 978‑3‑86539‑994‑6]
  49. Birthe Kundrus, »Dieser Krieg ist der große Rassenkrieg«. Krieg und Holocaust in Europa, München: Beck 2018, 336 S., EUR 18,00 [ISBN 978‑3‑406‑67521‑8]
  50. Ernst Mohnike, Die Sumner-Welles-Mission. Frieden für Europa im Frühjahr 1940?, Neu Isenburg: Angelika Lenz Verlag 2020, 289 S., EUR 19,90 [ISBN 978‑3‑943624‑55‑7]
  51. Hans-Jürgen Kaack, Kapitän zur See Hans Langsdorff. Der letzte Kommandant des Panzerschiffs Admiral Graf Spee. Eine Biographie, Paderborn [u. a.]: Schöningh 2020, XXI, 672 S. (= Schriften zur Marinegeschichte, 1), EUR 68,00 [ISBN 978‑3‑506‑70262‑3]
  52. Reinhard Otto und Rolf Keller, Sowjetische Kriegsgefangene im System der Konzentrationslager, Wien, Hamburg: new academic press 2019, 351 S. (= Mauthausen-Studien, 14), EUR 29,90 [ISBN 978‑3‑7003‑2170‑5]
  53. Kerstin Theis, Wehrmachtjustiz an der »Heimatfront«. Die Militärgerichte des Ersatzheeres im Zweiten Weltkrieg, Berlin [u. a.]: De Gruyter Oldenbourg 2016, X, 537 S. (= Studien zur Zeitgeschichte, 91), EUR 74,95 [ISBN 978‑3‑11‑040558‑3]
  54. Peter Joachim Lapp, Hitlers NS-Führungsoffiziere 1944/45. Die letzten Propagandisten des Endsieges, Aachen: Helios 2019, 188 S., EUR 22,50 [ISBN 978‑3‑86933‑238‑3]
  55. Christian Ernst, Die Weiße Rose – eine deutsche Geschichte? Die öffentliche Erinnerung an den Widerstand in beziehungsgeschichtlicher Perspektive, Göttingen: V&R unipress, Universitätsverlag Osnabrück 2018, 555 S. (= Schriften des Erich Maria Remarque-Archivs, 34), EUR 70,00 [ISBN 978‑3‑8471‑0909‑9] Miriam Gebhardt, Die Weiße Rose. Wie aus ganz normalen Deutschen Widerstandskämpfer wurden, München: DVA 2017, 367 S., EUR 19,99 [ISBN 978‑3‑421‑04730‑4]
  56. Veit Scherzer, Sous le signe SS. Französische Freiwillige in der Waffen-SS. Mit einer Einführung von Oberstleutnant Dr. Thomas Müller, Sanitätsakademie der Bundeswehr (München), Bayreuth: Scherzer 2018, 806 S., EUR 89,00 [ISBN 978‑3‑938845‑54‑7]
  57. Peter Engelbrecht, Geheimwaffen für die Nazis. Kriegsforschung in Oberfranken, Weißenstadt: Druckkultur Heinz Späthling 2018, 156 S., EUR 14,95 [ISBN 978‑3‑942668‑49‑1]
  58. Maximilian Fügen, »Bis zum letzten Mann?« Die Rolle der Kampfkommandanten deutscher Großstädte 1945, Baden-Baden: Tectum Wissenschaftsverlag 2018, 264 S. (= Geschichtswissenschaft, 38), EUR 38,00 [ISBN 978‑3‑8288‑4182‑6]
  59. Valery Faminsky. Berlin May 1945 / Berlin Mai 1945. Mit einem Vorw. von Peter Steinbach, hrsg. von Thomas Gust [u. a.], 2. Aufl., Berlin: Buchkunst 2020, 184 S., EUR 48,00 [ISBN 978‑3‑9819805‑8‑5]
  60. Nach 1945
  61. »So war der deutsche Landser...«. Das populäre Bild der Wehrmacht. Hrsg. von Jens Westemeier, Paderborn [u. a.]: Schöningh 2019, VIII, 361 S. (= Krieg in der Geschichte, 101), EUR 39,90 [ISBN 978‑3‑506‑78770‑5]
  62. Hermann Hagena, Jagdflieger Werner Mölders. Rote Linie zwischen Wehrmacht und Bundeswehr?, Aachen: Helios 2018, 281 S., EUR 22,00 [ISBN 978‑3‑86933‑225‑3]
  63. Thomas Flemming, Die Berliner Mauer. Geschichte eines politischen Bauwerks. Dokumentation: Berliner Mauer-Archiv, Hagen Koch, Berlin: be.bra 2019, 238 S., EUR 22,00 [ISBN 978‑3‑89809‑165‑7]
  64. Heiner Möllers, Die Affäre Kießling. Der größte Skandal der Bundeswehr, Berlin: Ch. Links 2019, 367 S., EUR 25,00 [ISBN 978‑3‑96289‑037‑7]
  65. Jan-Olof Grahn, Om svensk signalspaning. Andra världskriget (Über die schwedische Funkaufklärung. Zweiter Weltkrieg), Stockholm: Medströms Bokförlag 2018, 292 S., skr 291,00 [ISBN 978‑91‑7329‑143‑9] Jan-Olof Grahn, Om svensk signalspaning. Kalla kriget (Über die schwedische Funkaufklärung. Kalter Krieg), Stockholm: Medströms Bokförlag 2019, 330 S., skr 298,00 [ISBN 978‑91‑7329‑149‑1]
  66. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  67. Gesamtinhaltsverzeichnis 2020
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