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Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur

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ISSN: 0174-4410
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Die Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur (STSL) veröffentlichen seit 1975 herausragende literatur-, geschichts- und kulturwissenschaftliche Arbeiten zu vornehmlich deutscher Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Schwerpunkt der literaturgeschichtlichen und theoretischen Abhandlungen sowie der Quellen- und Materialienbände ist das Verhältnis von literarischem Text und gesellschaftlich-historischem Kontext. Als maßgebliche Publikationsreihe einer seit den 1960er Jahren einflussreichen Sozialgeschichte der Literatur prägt STSL zugleich die literaturwissenschaftliche Diskussion über mögliche Austauschbeziehungen zwischen Literatur-, Geschichts- und Sozialwissenschaften.

Ergänzend zur STSL-Reihe erscheint das 'Internationale Archiv für Sozialgeschichte der Literatur' (IASL); in der Vergangenheit erschienen außerdem die 'IASL-Sonderhefte'.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2026
Band 172 in dieser Reihe

Politische Anwendung der Literatur wird durch die Literaturwissenschaft meistens mit Argwohn betrachtet. Das Spannungsverhältnis wird mit Phänomenen wie Zensur und Propaganda in Verbindung gesetzt und negativ bewertet. Dieses Buch erzählt jedoch über ein produktives Zusammenwirken der staatlichen Kulturpolitik mit Verlagen, Autor*innen und Übersetzer*innen sowie über autonome Räume in der sonst rigiden Literaturpolitik der DDR.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2025
Band 171 in dieser Reihe

Im Zentrum des Sammelbandes steht der produktive Austausch diplomatischer und künstlerischer Praktiken von der Frühen Neuzeit bis zur Moderne. In seiner internationalen und interdisziplinären Ausrichtung nimmt der Band die vielfältigen Verflechtungen in den Blick, die zwischen der Diplomatie als politisch-rechtlicher und ästhetischer Praxis sowie den Verfahren der Literatur und der Künste zum Vorschein kommen.

Buch Open Access 2026
Band 170 in dieser Reihe

Die Arbeit widmet sich der Geschichte der deutschsprachigen Geschichtslyrik von 1850 bis 1918. Obwohl Geschichtslyrik im 19. und frühen 20. Jahrhundert eine wichtige Rolle spielte, wurde die Gattung bislang noch nicht umfassend untersucht. Ein wichtiges Ergebnis der Arbeit besteht darin, dass die in früheren Forschungsbeiträgen angedeutete These eines ‚Niedergangs‘ der Geschichtslyrik in der literarischen Moderne stark relativiert werden muss.

Um die Gattungsgeschichte zu erhellen, wird ein über 1800 Texte umfassendes, auf Geschichtslyrikanthologien basierendes Korpus untersucht. Dabei kommen neben qualitativen Einzeltextanalysen und -interpretationen auch digitale, quantitative Verfahren zum Einsatz, womit hier vor allem die manuelle Annotation sämtlicher Korpustexte und die statistische Auswertung der Annotationsdaten gemeint ist. Jenseits der eigentlichen Texte setzt sich die Arbeit auch mit der Rezeption und Vermittlung von Geschichtslyrik im Untersuchungszeitraum auseinander. Beansprucht wird, nicht nur einen Beitrag zur Geschichte der Geschichtslyrik zu leisten, sondern auch am Beispiel dieser Gattung zu demonstrieren und zu reflektieren, wie sich Gattungsgeschichtsschreibung im Allgemeinen sinnvoll betreiben lässt.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2026
Band 169 in dieser Reihe

 

Wird ‚Nachbarschaft‘ in historischer Perspektive untersucht, dann zeigt sich ein stetiger Prozess des Wandels in komplexen Geweben unterschiedlicher Familien, Generationen, sozialer, religiöser oder ethnischer Gruppen. Konfliktlagen finden sich auf kultureller, konfessioneller und politischer Ebene. Anhand der Analysen zeigt sich deutlich das Ringen um ‚Nachbarschaft‘ in seinen Umsetzungen in den literarischen Diskurs. Dass Nachbarschaft immer wieder ‚anerzählt‘ wird, als festes Motiv meist in schwieriger, negativ konnotierter Ausrichtung, aber erst spät (und dann in Einzelfällen) zum Plot wird, erscheint dabei weniger als teleologisch zu verstehende literaturgeschichtliche Entwicklung, sondern als anthropologische Konstante von nicht erklärungs- bzw. motivierungsbedürftigen interfigurativen Handlungen und sozialen Konstellationen.

Methodisch wird wortgeschichtlich wie diskurgeschichtlich offensichtlich, dass der Begriff der ‚Nachbarschaft‘ Einflüsse verschiedener Traditionen unterliegt, wie der christlich-religiöse, der juristische oder der lehrhaft didaktischen. Berücksichtigung finden eine Vielzahl an Gattungen, um in exemplarischen Zugriff das Vorkommen und die Funktionalisierungen von ‚Nachbarschaft‘ zu beschreiben. Der Charakter einer ‚Spurensuche‘ ist dem Forschungsstand geschuldet. (1309 Zeichen)

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2025
Band 168 in dieser Reihe

Die vorliegende Studie perspektiviert zum ersten Mal für die literaturwissenschaftliche Forschung Überblicksanthologien zeitgenössischer Lyrik im Zeitraum 1959 bis 1989 im deutsch-deutschen Vergleich. Die Publikationen und Literaturbetriebe der Bundesrepublik und der DDR werden in ihren Verflechtungen und Differenzen analysiert. Anthologien partizipieren an Debatten des Literaturbetriebs und bestimmen literarische Entwicklungen, Kanonisierungen und Epochenmodellierungen mit. In den Blick kommen verlegerische Interessen, Kooperationen und Grenzziehungen zwischen Literaturkritik und Literaturgeschichtsschreibung und der deutsch-deutsche Literaturtransfer. Zugleich rückt mit den Herausgeber:innen eine neue Mittlerfigur ins Zentrum, das bislang eher von Autor:innen, Verlagsleiter:innen oder Lektor:innen besetzt war.  Die Arbeit plädiert damit für eine Literaturgeschichte der zweiten Reihe. Methodisch kombiniert die Arbeit Ansätze der Historischen Praxeologie mit Anleihen bei der Sozialgeschichte und der Paratextforschung. Im Projekt verbinden sich literatur-, format- und buchgeschichtliche Forschungsinteressen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2025
Band 167 in dieser Reihe

Die theaterhistoriografische Studie stellt den Frankfurter Verlag der Autoren von 1969 bis Mitte der 1980er-Jahre ins Zentrum. Anhand von Archivmaterial wird die Herstellung und Vermarktung von Theatertexten im kulturellen Markt der BRD untersucht und zur mitbestimmten Organisation des Unternehmens ins Verhältnis gesetzt. So zeigt sich eine kulturunternehmerische Praxis im Spannungsfeld von Theater als Ware und Verlegen als Kritik.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2025
Band 166 in dieser Reihe

In der Literaturwissenschaft wurden historische Europa-Diskurse, die vom liberaldemokratischen Europa-Verständnis des frühen 21. Jahrhunderts abwichen, bislang entweder zu wenig oder aber mit präsentistischen Tendenzen analysiert. Das gilt in besonderer Weise für den deutschsprachigen Europa-Diskurs in der Weimarer Republik und der Ersten Republik Österreich.

Die interdisziplinäre Studie an der Schnittstelle von Literatur- und Geschichtswissenschaft beleuchtet daher erstmals systematisch die Rolle deutschsprachiger Schriftsteller im rechten, antiliberalen Europa-Diskurs zwischen 1918 und 1933/34. Im Fokus stehen Orientierungsversuche und Positionskämpfe in einer komplexen weltanschaulichen Gemengelage, transnationale Netzwerke und Medien des Diskurses sowie die literarästhetische Multidimensionalität reflexiver Schreibweisen.

Es wird sichtbar, welche Reichweite und Integrationswirkung antiliberale Europa-Ideen über konventionelle politisch-weltanschauliche Lagergrenzen hinweg entfalteten, nicht zuletzt aufgrund ihrer Vertextungsverfahren. Das ‚andere‘ Europa der Schriftsteller erweist sich dabei meist weniger als abstrakter Analysegenstand denn als das Ziel literarischer Suggestion an der Schwelle von Faktualität und Fiktionalität.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2024
Band 165 in dieser Reihe

Die Literaturwissenschaften schenkten dem Dichter Richard Dehmel (1863-1920) in den vergangenen Jahrzehnten wenig Aufmerksamkeit. Frühere Erkenntnisse und Bewertungen wurden herangezogen, jedoch kaum kritisch hinterfragt. Vor dem Hintergrund einer veränderten geisteswissenschaftlichen Forschungslandschaft im 21. Jahrhundert beleuchtet dieser Band die reichhaltige Überlieferung zum Werk und Wirken Dehmels.

Dabei werden Richard Dehmel und sein Werk aus einer medien- und materialorientierten sowie kulturhistorisch-praxeologischen Perspektive in der europäischen Moderne der Jahrhundertwende verortet und vor dem Hintergrund der zeitgenössischen sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Praktiken betrachtet. Durch diese Herangehensweise tritt auch die entscheidende Rolle seiner Frau, der Kunstförderin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel (1870-1942), für das gemeinsame Lebenswerk hervor. Die Beiträge werfen Schlaglichter auf ausgewählte Werke und Korrespondenzen aus dem Nachlass, beleuchten Selbstinszenierungen und zeichnen gemeinsames Leben und kollaboratives Arbeiten nach.

Aus den Beiträgen formt sich ein aktualisiertes Bild von Richard Dehmels Werk und Wirken, von der Bedeutung Ida Dehmels und der Relevanz ihres gemeinsamen Schaffens.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2024
Band 164 in dieser Reihe

Der dramatische Kanon der Germanistik ist vor allem eine Sammlung, die Texte enthält, deren literarische Ästhetik bewertet wird. Die historische Theaterpraxis nimmt dabei nur eine marginale Rolle ein. Die populären und nicht-kanonischen Einakter des 18. und frühen 19. Jahrhunderts etwa wurden meist für die Aufführung konzipiert. Der Erfolg dieser Dramen liegt nicht nur in ihrer sprachlichen Innovativität, der Unerschöpflichkeit ihrer Interpretationen oder der Originalität ihrer Themen begründet. Vielmehr zeugen sie von einer tiefgehenden literarischen und dramatischen Kenntnis. Ohne das Kontextwissen über die Gattung werden deren Merkmale dem Trivialen, Seriellen oder Unbedeutenden zugeordnet. Ein besonderes Augenmerk der Studie liegt aufgrund der Kürze der Einakter auf der Erforschung des literarischen Prinzips der poetischen Ökonomie, das den gezielten Einsatz von sprachlichen, thematischen, gedanklichen und figuralen Elementen beschreibt. Durch diese Perspektive werden Mittel und Umstände reflektiert, die zu einer sprachlichen und inhaltlichen Verdichtung eines Werkes führen. Zudem wurde basierend auf den Metadaten von über 2500 Einaktern eine digitale Datenbank entwickelt, um umfassende quantitative Analysen durchzuführen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2023
Band 163 in dieser Reihe

Nach dem Ersten Weltkrieg lässt sich in der deutschsprachigen Literatur ein regelrechter China-Trend beobachten. Zahlreiche Autor:innen widmeten sich aus unterschiedlichen, zunehmend auch politischen Motiven der asiatischen Kultur. Viele dieser Texte sind heute vergessen. Auf der Grundlage einer umfassenden Recherche untersucht die Studie aus verflechtungsgeschichtlicher Perspektive die Darstellungen Chinas in der Literatur der Zwischenkriegsjahre und zeigt, dass China zwischen 1919 und 1937/39 von einem fremden und exotischen Land den einen zum politischen Vorbild, den anderen zum politischen Drohbild wird. In Fallstudien zu kanonischen und nicht-kanonischen Autor:innen, darunter Alfred Döblin, Rudolf Brunngraber, Egon Erwin Kisch, Colin Ross und Pearl S. Buck, werden die verschiedenen Motivlagen der Autor:innen, ihre Narrative und Bilder von China vergleichend diskutiert. Da das Interesse an China auch 1933 nicht abriss, erfasst ein Exkurs zu deutsch-chinesischen Zeitschriften die Auswirkungen dieser politischen Zäsur. Eine ausführliche Bibliographie verzeichnet über 200 zeitgenössische deutschsprachige Titel der mit China befassten Literatur und liefert damit Material für weitere Studien.

Buch Open Access 2023
Band 161 in dieser Reihe
Das Buch stellt den Anspruch, Phänomene, die man als "Klassiker" bezeichnet, besser zu verstehen und zugleich tradierte Vorstellungen darüber, was als klassisch gilt oder zu gelten hat, zu korrigieren. Dazu wird "Klassik" nicht, wie in den historischen und ideologiekritischen Debatten üblich, als Epochenbegriff verstanden, sondern als eine kulturelle Praxis, die in medialen und lebensweltlichen Adaptionen realisiert wird. Gefragt wird, kurz gesagt, wie und warum einige Autor*innen oder Werke über längere historische Perioden hinweg präsent bleiben und ein Kulturgut – in dem Fall exemplarisch die Ballade – so ausdrücklich prägen, dass sie als "Klassiker" wahrgenommen werden. Die Antwort geht von der These aus, dass dies – im Unterschied zu immer noch verbreiteten essentialistischen Erklärungsansätzen – nicht von der Qualität des Autors oder der Autorin bzw. ihrer Werke abhängt, sondern von soziokulturellen Bedarfskonstellationen.
Im Ergebnis der Arbeit steht ein Zugriff, der "Klassik" nicht wiederholt als ein umstrittenes Konzept problematisiert, sondern als kulturwissenschaftliches Phänomen komplementär zum Kanon heuristisch profiliert und darüber hinaus ein Begriffsangebot zu dessen Analyse macht.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2022
Band 160 in dieser Reihe
Buch Open Access 2022
Band 159 in dieser Reihe

Die Studie rekonstruiert erstmals die wechselvolle Beziehungsgeschichte des Suhrkamp Verlags zu Autor:innen und zur Literatur der DDR. Auf der Basis unveröffentlichter Archivalien liefert sie neue Erkenntnisse über Personen, Praktiken sowie Produktionsprozesse und erschließt damit einen Teil der noch weitgehend ungeschriebenen Literaturgeschichte des geteilten Deutschlands. Die Literaturwissenschaftlerin Anke Jaspers erprobt dabei die Möglichkeiten einer praxeologisch ausgerichteten Literaturgeschichte, bei der Verlage als zentrale Akteure konzeptionell mit einbezogen werden. Empirisch fundiert führt sie vor, inwiefern sich die ‚Ausgabe‘ als Kategorie zwischen Text und Werk in die Theorie des literarischen Werks integrieren lässt. Am hier entwickelten Genre der ‚Ausgabeninterpretation‘ und unter Berücksichtigung der Rolle von Verlagen in der Literaturproduktion zeigt Jaspers zudem, wie sich intentionalistische Gedankenfiguren der Hermeneutik differenzierter darstellen lassen. Mit dem Blick auf die Mitarbeit von Autor:innen an der Produktion ihrer Bücher wird zudem eine Materialästhetik literarischer Autorschaft entfaltet.

Buch Open Access 2022
Band 158 in dieser Reihe

Das Verhältnis zwischen Literatur und Wissen(schaft) wird seit Jahrzehnten rege beforscht, allerdings wurde die DDR-Literatur dabei fast völlig außen vor gelassen. So blieb unentdeckt, dass die ‚Produktivkraft Wissenschaft‘ zu einem ihrer wichtigsten Gegenstände avancierte.

Das Verhältnis der DDR-Autor*innen zur gesellschaftlich zentralen, ja revolutionären ‚Produktivkraft‘, wie es offiziell hieß, stand von Beginn an unter ambivalenten Vorzeichen: Einerseits galt die Schlüsselrolle von Wissenschaft und Technik als verbindlich, und kulturpolitische Direktiven verfolgten das Ziel, die Literaturproduzent*innen eng(er) an die Wissenschaften zu binden. Andererseits entdeckten die Schriftsteller*innen die Wissenschaften durchaus auch aus eigenem Interesse heraus und erfüllten die offiziellen Schreibaufträge auf ihre eigene, mitunter eigenwillige Weise.

In diesem Spannungsfeld bewegen sich die einzelnen Fallstudien, die den literarischen Aneignungsweisen der Wissenschaften bei Schriftsteller*innen wie Sarah Kirsch, Franz Fühmann, Johannes R. Becher, Dieter Noll, Brigitte Reimann, Maxie Wander, Christa Wolf, Hildegard Maria Rauchfuß, Christoph Hein, Fritz Rudolf Fries, Helga Königsdorf und Heiner Müller gewidmet sind.

Buch Open Access 2022
Band 157 in dieser Reihe

Die Studie rekonstruiert die Entstehung und die Transformation des Begriffs ‚Heimat‘ vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Sie durchläuft dabei unterschiedliche Diskursfelder der Religion, des Rechts, der Pädagogik, der Volkskunde und der Philologie, räumt aber der Literatur für deren Verknüpfung und für die Konstruktion, die Apologese und die Kritik der Heimat eine besondere Stellung ein.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2021
Band 156 in dieser Reihe

Zwischen 1880 und 1938 wuchsen die Zahl und Dominanz öffentlich redender Schriftsteller. Das bisher kaum beachtete Phänomen der modernen Schriftstellerrede wird hier als eigenständige Gattung erstmals eingehend behandelt. Zentral steht dabei die intellektuelle Rolle der Autoren im deutsch-österreichischen historischen Kontext. Schriftstellerreden 1880–1938 widmet sich den interdiskursiv fundierten Argumentationsmustern der Redner und zeigt, wie die Schriftstellerrede im institutionellen Leben und in verschiedenen medialen Konstellationen (Zeitungen und Zeitschriften, Rundfunk, Film) Wirksamkeit erlangte.

Im ersten Kapitel wird dem Aufstieg der literarischen Redekultur anhand des modernen Intellektuellenbegriffs um 1900 nachgegangen. Das zweite Kapitel beleuchtet die Schriftstellerrede im institutionellen Kontext des Schutzverbands deutscher Schriftsteller und der Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste. Im dritten und letzten Kapitel wird das literarische Redefieber des Goethejahrs 1932 besprochen.

Dieses Buch enthält anschauliche Statistiken zur Schriftstellerrede und bietet ebenfalls Zugriff auf ein Onlineverzeichnis (270 S.) von mehr als 1400 Reden von 123 Autoren.

Schriftstellerreden 1880–1938 gilt als literarhistorische Pionierleistung und ist ein Gewinn für alle Personen, die sich für diese noch wenig erforschte Gattung interessieren.

Buch Open Access 2021
Band 154 in dieser Reihe
Diese literaturgeschichtliche Arbeit führt erstmals auf breiter Quellenbasis den empirischen Nachweis, dass Leser/-innen beim außerwissenschaftlichen Umgang mit Literatur in Geschichte und Gegenwart Applikationen vornehmen. Es wird gezeigt, welche Formen eine solche Applikation annehmen kann, und dass es sich um eine relevante Praktik handelt. Unter ‚Applikation‘ ist eine Tätigkeit im Rahmen des Rezeptionsprozesses zu verstehen, bei welcher Leser/-innen das Gelesene auf ihre persönlichen oder lebensweltlichen Erfahrungen, Überzeugungen und Einstellungen beziehen. Das Ergebnis dieser Bezugnahme, welches ebenfalls ‚Applikation‘ heißt, kann sein, dass sie neue Überzeugungen und Einstellungen bilden, bestehende verändern oder verwerfen. Um Existenz, Beschaffenheit und Relevanz des Phänomens zu belegen, wurde eine Fülle an Rezeptionsdokumenten ausgewertet. Sie geben Auskunft über die Erstrezeption von neun Romanen aus vier Jahrhunderten, die das literarische Korpus der Arbeit bilden, darunter Goethes Werther, Manns Buddenbrooks und Schlinks Der Vorleser. Die Arbeit beleuchtet eine wichtige, in der bisherigen rezeptionsgeschichtlichen Forschung nicht hinreichend beachtete Praktik des außerwissenschaftlichen Umgangs mit Literatur.
Buch Open Access 2021
Band 153 in dieser Reihe
Die Studie "Existentialismus in Österreich. Kultureller Transfer und literarische Resonanz" untersucht, wie das Freiheitsdenken und -schreiben des Pariser Kreises um Jean-Paul Sartre nach dem Zweiten Weltkrieg in Österreich aufgenommen wird, in alliierten und unabhängigen Periodika, am Theater, im akademischen Bereich, als Mode und Subkultur sowie als literarischer und philosophischer Impuls für kommende Schriftstellergenerationen.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2021
Band 152 in dieser Reihe

Die Geschichte der deutschen Komödie im 17., 18. und frühen 19. Jahrhundert wurde bisher in der Literaturhistoriographie als lineare Abfolge von original deutschsprachigen Sprechtheaterwerken aus dem nord- und mitteldeutschen Raum erzählt. Dabei konzentrierte man sich fast ausschließlich auf diejenigen Werke, die sich den poetologischen Positionen der Frühaufklärung, der Aufklärung, des Sturm und Drang und der Klassik zuordnen ließen. Forschungen der letzten Jahrzehnte haben jedoch eine immense Fülle an bisher nicht berücksichtigten Dramen in zahlreichen Fassungen zu Tage gefördert, die sich nicht in dieses Narrativ einordenen lassen. Die vorliegende Studie entwirft deshalb ein Modell zirkulierender Werke, mit dem die Geschichte der Komödie dieses Zeitraumes unter Berücksichtigung vorhandener Materialien, historischer Kommunikationsprozesse und medialer Konstellationen in synchroner und diachroner Perspektive rekonstruiert werden kann. Dadurch sollen der Prädominanz von Musiktheater, von Bearbeitungen und Übersetzungen Rechnung getragen, die integrative Darstellung bisher kanonisierter und nicht-kanonisierter Werke ermöglicht und Verbindungen zwischen dem nord- und süddeutschen Raum aufgezeigt werden. Die Grundlage dieses Modells bilden Werke, die in verschiedene Fassungen, Formaten und Exemplaren vorliegen. Ihre Positionierung wird im Kontext von Theaterspielplänen, Bearbeitungs-, Publikations- und Diskurskontexten und im Wechselspiel verschiedener Gattungen des Sprech- und Musiktheaters, von Handschrift, Druck, Aufführung, Musik und Grafik rekonstruiert. Theoretische Grundlage ist dabei Bourdieus Kultursoziologie, die bezüglich der textbezogenen Schreib- und Autorenstrategien für die Analyse von Texten spezifiziert wird.

In vier Werk-Fassungs-Reihen werden einfluss- und erfolgreiche Komödien des Musik- und Sprechtheaters aus dem 17., 18. und frühen 19. Jahrhundert untersucht, die sowohl in Hamburg als auch in Wien in voneinander abweichenden Fassungen auch auf Deutsch aufgeführt und publiziert werden. Im Zentrum des Vergleichs stehen die Themen und Formen der Komik im Text, die Komik wird jedoch auch punktuell in der Musik und in der Aufführungspraxis analysiert. Auf diese Weise können die gängige These von der Entkomisierung der Komödie seit dem 18. Jahrhundert hinterfragt und neue Verbindungen zwischen dem Norden und dem Süden des deutschsprachigen Gebietes aufgezeigt werden. Im Zuge der vergleichenden Analyse der Werkfassungen in Hamburg und Wien werden auch bekannte Komödien wie Lessings Minna von Barnhelm oder Beaumarchais/da Pontes Die Hochzeit des Figaro neu interpretiert.

www.katrindennerlein.de

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2020
Band 151 in dieser Reihe
Der Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft ist häufig Gegenstand in Wilhelm Raabes Romanen. Der Band beschäftigt sich mit dieser Problematik nicht nur hinsichtlich der Abweichung devianter Persönlichkeitsstrukturen, sondern auch in Bezug auf vergesellschaftete Individuen und die Unüberwindbarkeit bürgerlicher Ordnungsverhältnisse. Untersucht werden die Romane "Abu Telfan", "Stopfkuchen" und "Die Akten des Vogelsangs".
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2021
Band 155 in dieser Reihe
Dieses Buch fokussiert zum einen die Sinnzuweisungen (Interpretationen, Wahrnehmungen, Vorstellungen, Gedanken, Ansichten, Diskurse) und zum anderen die Haltungen (Reaktionen, Verhaltensweisen, Handlungen) von individuellen und kollektiven Subjekten im Kontext der literarisch inszenierten Globalisierungsphänomene bei Wilhelm Raabe. In dieser Studie werden seine Heimkehrertexte in Beziehung zur populärkulturellen Diskurswelt ihrer Entstehungszeit gesetzt. Somit wird eine kontextbezogene Analyse dieser Texte vorgenommen, in der historisch-kulturwissenschaftliche und soziologische Perspektiven und Kategorien herangezogen werden. Raabes Texte werden demzufolge als eingebettet in die von Globalisierung geprägte gesellschaftspolitische und kulturelle Wirklichkeit ihrer Epoche gelesen und interpretiert.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2019
Band 150 in dieser Reihe
Von der international boomenden Forschung zu Weltliteratur bisher weitestgehend unbeachtet entstand zur Zeit der Weimarer Republik eine internationalistische Weltliteratur der Arbeiterbewegung. Diese stellt den historisch ersten Versuch dar, eine Weltliteratur als Teil einer politischen Massenbewegung zu erzeugen. Auf der Basis der Analyse von u.a. Zeitschriften, Buchgemeinschaften und Autoren wie Franz Jung, Anna Seghers und Egon Erwin Kisch zeichnet die Studie literatur-, kultur- und mediengeschichtliche Aspekte der Vorstellungen, Theorien und Praktiken dieser Form der Weltliteratur nach. Insbesondere beschäftigt sie sich mit transnationalen literarischen Gegenöffentlichkeiten sowie mit einem literarischen Wissen vom globalen Proletariat und alternativen Vorstellungen von Globalisierung, die in den untersuchten Texten erzeugt werden. Die Studie leistet einen Beitrag zur Theorie der Weltliteratur, stärkt die intersektionale Kategorie der Klasse für Analysen von Repräsentationen einer geteilten Moderne und eröffnet neue poetologische, literatur- und kulturgeschichtliche Perspektiven auf die Literatur der Arbeiterbewegung.
Buch Open Access 2020
Band 149 in dieser Reihe
Obwohl Richard Schaukal zu den bestvernetzten Dichtern der Wiener Moderne zählt, sind seine zahlreichen Kontakte nicht ausreichend erforscht.
Im Zentrum dieser Untersuchung stehen die strukturelle Beschaffenheit und Qualität seiner Netzwerke sowie die Frage nach Schaukals Einfluss auf die unterschiedlichen Felder der Moderne. Nicht nur als Dichter, auch als Kritiker und Übersetzer beteiligte er sich – oft als einer der ersten – an zeittypischen Diskursen über Kunst, Architektur, Stadtentwicklung oder Sozialpolitik. Schaukals Wirken liefert neue Erkenntnisse über eine Zeit im Spannungsfeld zwischen Moderne und Antimoderne. Anhand seiner Biographie lassen sich die Möglichkeiten und Grenzen eines gesellschaftlich ambitionierten Beamtendichters beschreiben. Literatursoziologische, netzwerktheoretische und biographietheoretische Ansätze werden verbunden, um Richard Schaukal im Kontext der Moderne neu zu verorten.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2019
Band 148 in dieser Reihe

In unserer Gegenwart erleben Erzähltexte mit historischen Themen wieder eine Hochkonjunktur. Das ist im ästhetisch anspruchsvollen wie im populären Feld zu beobachten, ebenso im Bereich non-fiktionaler Sachtexte und der Familien- bzw. Auto-Biographie. Welche Formen, Interessen und Funktionen sind damit verbunden? Dies prüft, konzentriert auf deutschsprachige Texte, der von einem internationalen Beiträgerkreis verfasste Band. Besonderes Augenmerk liegt auf dem, was die gegenwärtige Situation seit ca. 2000 auszeichnet. Dies sind erstens die Hybridisierung etablierter Formen des Geschichtserzählens, etwa des klassischen oder avantgardistischen historischen Romans, und die Infragestellung der Fakt-Fiktions-Grenze und zweitens neuartige kulturelle Kontexte: veränderte gesellschaftliche Orientierungsbedürfnisse, die (angebliche) Krise des modernen Geschichtsverständnisses sowie das in unserer medialisierten Gegenwart gewachsene Bedürfnis nach ‚Erfahrung‘. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem inner- und außerhalb der Literatur auffällig beliebten Zeitreise-Motiv. Der Band liefert die erste umfassende Untersuchung romanhaften Geschichtserzählens in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2019
Band 147 in dieser Reihe

In medialen wie auch wissenschaftlichen Diskursen werden tradierte Vorstellungen von Männlichkeit bzw. männlicher Herrschaft zunehmend kritisch hinterfragt. Die vorliegende Arbeit nähert sich dieser Diskussion auf literarische Weise, indem sie die Allianz von Macht und Männlichkeit am Beispiel des Erzählwerks Gottfried Kellers als Fundament einer sozialen Ordnungspolitik offenlegt, der Unterdrückte und Unterdrücker gleichermaßen unterworfen sind.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2017
Band 146 in dieser Reihe

Wie kann das Politische der ‚engagierten Literatur‘ der Nachkriegszeit gefasst werden? Weder der Verweis auf den Begriff ‚Engagement‘ noch die Auflistung der Diskurse, in denen sich die Nachkriegsliteratur politisch positioniert hat, beantwortet diese Frage. Die vorliegende Studie entwickelt auf der Grundlage von Pierre Bourdieus Feldtheorie einen literatursoziologischen Autorschaftsbegriff und zeigt auf, wie die Inszenierung von Autorschaft der Literatur eine politische Funktion zuschreibt. Für die Legitimation ihrer Literatur greifen ‚engagierte‘ Autorinnen und Autoren in ihren literarischen Texten auf gesellschaftlich anerkannte Kulturmuster zurück. Von der Kirchenkritik der 1950er- bis zur apokalyptischen Rhetorik der 1980er-Jahre beziehen sie sich in diesem Sinne insbesondere auf religiöse Motive, Narrative und Diskurse. Erst die Analyse der von der literaturwissenschaftlichen Forschung bislang lediglich am Rande thematisierten Funktion der Religion für politische Autorschaft erlaubt es, den politischen Gehalt der Nachkriegsliteratur ganz zu erschließen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2017
Band 145 in dieser Reihe
In der späten Weimarer Republik konkurrieren die NSDAP und KPD primär um eine breite Zielgruppe: den Arbeiter. Dabei werden die zeitgenössischen politischen Konflikte und Kämpfe um Deutungshoheit keineswegs nur auf der Straße oder in Parteiversammlungen ausgetragen – auch Literatur gilt als wirkmächtige ,Waffe‘. Die Studie fragt nach den Voraussetzungen und Strategien der Nutzbarmachung populärer Schemata zur Agitation von Arbeitern. Literaturpolitische, buchgestalterische, mentalitätsgeschichtliche und rezeptionelle Aspekte stehen genauso im Fokus wie die eingehende narratologische Analyse literarischer Beispiele. Somit richtet sich die Untersuchung nicht nur an Literatur- und Kulturwissenschaftler im engeren Sinne, sondern ist auch für Historiker und Sozialwissenschaftler von Relevanz, da sie neue Perspektiven auf die zeitgenössischen Deutungsangebote, insbesondere auf die Konstruktion von Selbst- und Feindbildern, soziale Abgrenzungsmechanismen sowie auf die sozio-kulturellen Verfahren politischer Agitation eröffnet.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2016
Band 144 in dieser Reihe
Wie lässt sich der Bildungsroman als Gattung fassen, ohne entweder seine Entstehung oder seine vielfältigen Wandlungen zu marginalisieren? Im vorliegenden Band können die in der Gattung verhandelten Relationen von Individuum, Gesellschaft, Bildung und Kunst bzw. Literatur mit einem feldtheoretisch modellierten Gattungsverständnis sowohl diachron als auch synchron verortet und analysiert werden. Gattungsgenese und -wandel werden dabei nicht einsträngig-linear entwickelt, sondern durch neun exemplarische Aufsätze spezifisch perspektiviert. Dabei werden die beteiligten Akteure und die der Gattung jeweils zugesprochene Wertigkeit systematisch verbunden, indem Publikation und Rezeption als strategische Positionierungen verstanden werden. Die Bildungsromane des 20. und 21. Jahrhunderts lassen sich dabei im gleichen Maße als aktiver Anschluss an eine Traditionslinie verstehen, wie sie auch Verschiebungen deutlich sichtbar machen.
Der Band ist für all diejenigen von Interesse, die sich für einen neuen sozialgeschichtlich-hermeneutischen Zugang zur Gattung des Bildungsroman interessieren und kanonische sowie bisher weniger bekannte Werke im Gattungszusammenhang kennenlernen wollen.
Buch Open Access 2016
Band 143 in dieser Reihe
Utopien bilden in der literarischen Moderne ein heiß umkämpftes Terrain. Dynamiken politischer Imagination rekonstruiert erstmals, wie die Gattung der Utopie zwischen 1848 und 1930 zu einem Schauplatz konkurrierender politischer Imaginationen wird und mehr als einmal verändernd auf die soziale Wirklichkeit einwirkt. In vier dichten Beschreibungen, die von den diskret formulierten Utopien des Realismus, über den Gattungsboom um 1900, die Ingenieurutopien im frühen 20. Jahrhundert bis zur Theoretisierung des Utopischen nach 1918 (Bloch, Mannheim, Musil) führen, richtet die Studie ihre Aufmerksamkeit auf große (Döblin, Stifter) und kleine Autoren sowie die zahlreichen Impulse, welche die deutschsprachige Utopie der amerikanischen, französischen und russischen Literatur verdankt. Die vorliegende Geschichte der modernen Utopie will schließlich mehr sein als 'nur' die einer literarischen Gattung und verspricht Aufschlüsse über ein kulturwissenschaftliches Problem von höherer Allgemeinheit: den Zusammenhang von Literatur und Politik. Sie lässt uns genauer sehen, welche Geschichten erzählt, welche Figuren erfunden und welche wissenschaftlichen Diskurse aufgerufen werden, um Menschen das Versprechen einer besseren Welt zu verheißen.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2016
Band 142 in dieser Reihe
Im mittleren 19. Jahrhundert durchkreuzen sich alte und neue Literaturauffassungen auf unterschiedliche Art und Weise. Klassizistische, romantische und vormärzliche Ansichten treffen auf realistische oder gar naturalistische Literaturmodelle, journalistische und unterhaltende Schreibweisen treten in Konkurrenz zur Kunstliteratur. Dieser Sammelband geht in 18 Beiträgen vergessenen Konstellationen dieser literarischen Kommunikation insbesondere in der zweiten Jahrhunderthälfte nach. Er erhellt Entwicklungen der periodischen Presse, des literarischen Marktes sowie der Poetik und analysiert historische, religiöse und gesellschaftliche Funktionen der Literatur. Erörtert werden Gattungsfragen (Abenteuerroman, historische Lyrik, Verhältnis von Feuilleton und Essay) und Einzeltexte von Gottfried Keller, Wilhelm Raabe, Paul Heyse oder deutsche Übersetzungen von Charlotte Brontës Jane Eyre, die Volksschriftstellerei als Volksaufklärung oder als Versuch, sich als Nationalliteratur zu etablieren, und Beispiele von jüdischer und katholischer Belletristik. Im Weiteren werden auch neue publizistische Strategien in den Blick genommen (Verhältnis von Text-Bild in illustrierten Zeitschriften, literarische Mehrfachverwertungen, Buchreihen).
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2015
Band 141 in dieser Reihe

Die Vorstellung der bürgerlichen Kleinfamilie als ‚heiler‘, oft als schlicht ‚natürlicher‘ Formation hat sich tief in das Sprechen über Familien eingegraben. Der Band fragt nach den Bausteinen dieser Erzählung in juristischen und literarischen Texten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der Gegenwart. Der Mythos „Familie“ entsteht auch im Austausch beider Diskurse als machtvolle Erzählung – und wird gleichzeitig von Beginn an massiv in Frage gestellt. Die noch heute hitzig geführten Debatten zu traditionellen oder progressiven Familienformen, insbesondere zum so genannten Kindeswohl, werden in ihrer Widersprüchlichkeit dann verständlicher, wenn man die divergierenden Traditionslinien der Diskurse kennt. Neben den juristischen Texten werden literarische Beispiele u. a. von Adalbert Stifter, Wilhelm Raabe, Clemens J. Setz, John von Düffel und Peter Wawerzinek gelesen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2015
Band 140 in dieser Reihe

Wo ist der literaturgeschichtliche Ort der Gegenwartsliteratur? Die Studie zielt, anders als ereignisgeschichtlich ausgerichtete Versuche, auf eine Strukturgeschichte, die sich auf Pierre Bourdieus Konzept des literarischen Feldes stützt. So wird der Blick frei für die lange Genese der Gegenwartsliteratur seit den 1960er Jahren. Der erste Teil rekonstruiert die Formation des deutsch-deutschen literarischen Feldes. Der zweite Teil widmet sich der Gegenwartsliteratur seit den 1990er Jahren. Autorpositionen werden insbesondere über symptomatische Konflikte und Konkurrenzstellungen situiert (Hans Magnus Enzensberger und Peter Weiss). Weitere Studien betreffen die Autorposition u.a. von W.G. Sebald, die Popliteraten, das literarische „Fräuleinwunder“, Daniel Kehlmann und Elfriede Jelinek. Die Arbeit stellt den ersten systematischen Versuch einer feldanalytischen Literaturgeschichte der Gegenwartsliteratur dar. Sie versteht sich als eine Weiterentwicklung der Feldanalyse Bourdieus und ist damit ein Beitrag zur Diskussion einer Literaturgeschichte „nach der Sozialgeschichte“.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2014
Band 139 in dieser Reihe

Der Literaturbetrieb unterliegt spätestens seit den 1990er Jahren tiefgreifenden sozialstrukturellen Veränderungen, die immer wieder Anlass zu der Vermutung sind, sie ›beschädigten‹ die Literatur. Sind es die Entstehungs- und Vermittlungsbedingungen von Literatur, die zunehmend ihren Gegenstand – die Literatur selbst – ›bedrohen‹? Die Studie nimmt diese Frage zum Ausgangspunkt. Statt sich aber auf die Suche nach wie auch immer betrieblich ›beeinträchtigter‹ Literatur zu begeben, interessiert sie sich vielmehr dafür, wie sich Literatur über die Unterstellung ihrer ›Beschädigung‹ im und durch den Literaturbetrieb selbst beschreibt. Denn nicht nur das Feuilleton, sondern auch die deutschsprachige Literatur um 2000 setzt sich mit ihren Rahmenbedingungen auseinander. Texte von Bodo Kirchhoff, Andreas Maier, Norbert Gstrein und Ernst-Wilhelm Händler sind literarische Inszenierungen, Literaturbetriebs-Szenen, die an die Klage über den schlechten Einfluss des Betriebs auf die Kunst anknüpfen. Sie lassen auf je spezifische Weise Literaturbetriebsreflexion und -praxis in eins fallen.

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Band 138 in dieser Reihe

In den letzten Jahrzehnten hat die heftige Auseinandersetzung um die Literaturgeschichte offenbar nur geringfügig dazu beigetragen, dass ihr in den Debatten der Philologien noch ein gehobener Stellenwert eingeräumt wurde. Die Literaturgeschichte galt als tot. Immer aber war sie präsent in einer Fülle literaturgeschichtlicher Einführungsbände, die sich heute vor allem an die Studierenden in den Bachelorstudiengängen richten. Dies scheint den Befund nahezulegen, dass die Literaturgeschichte nach wie vor einen zentralen Bestandteil literaturwissenschaftlicher Forschung und Lehre ausmacht.

In jüngerer Zeit aber ist eine Wiederbelebung nicht allein der Theoriedebatte um die Literaturgeschichte, sondern auch praktischer Unternehmungen im Feld zu beobachten. In diesem Band werden diese Überlegungen wiederaufgenommen und fortgeführt. Die BeiträgerInnen sichten den Bestand an diagnostizierten theoretischen Problemen, und diskutieren neue Modelle und Konzepte der Literaturgeschichtsschreibungen an konkreten Epochen, ihren Zäsuren und literarturhistorischen Kontinuitäten.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2014
Band 137 in dieser Reihe

Das Buch verfolgt die Kommunikation von Autoren und Verlegern, die ab 1933 aus den deutschsprachigen Gebieten in die Niederlande flohen, und erforscht ihre Rezeption und Weiterwirkung in den Perioden vor, während und nach dem Krieg. Durch die Exilverlage Querido und Allert de Lange wurde Amsterdam zum Zentrum der Produktion und des Vertriebs der Exilliteratur. Die niederländisch-deutschen Verflechtungen waren international vernetzt, aber der Markt für die Bücher innerhalb der Niederlande war relativ groß und niederländische Übersetzer und Rezensenten bemühten sich um ihre Verbreitung. Einige Autoren ließen sich langjährig in Holland nieder. Fallbeispiele einzelner Schriftsteller und Verleger bilden ein Gewebe von Lebens- und Rezeptionsgeschichten bis heute.


Durch die verlängerte Zeitperspektive unterscheidet sich dieses Buch von der bisherigen Exilforschung. Es zeigt Veränderungen in der Wahrnehmung der Exilliteratur unter sich wandelnden gesellschaftlichen und politischen Bedingungen. Durch die Verknüpfung individueller Geschichten wurde versucht, einer modernen Darstellung der Literaturgeschichte gerecht zu werden.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2013
Band 136 in dieser Reihe

Markenwaren bilden nicht das profane ‚Andere‛ der Kultur. Vielmehr eröffnen sie der Literatur seit mehr als hundert Jahren neue poetologische Spielräume. Die Studie zeigt, wie Werke von Edmund Edel (Berlin W., 1906), Thomas Mann (Der Zauberberg, 1924), Irmgard Keun (Das kunstseidene Mädchen, 1932), Wolfgang Koeppen (Tauben im Gras, 1951) und Christian Kracht (1979, 2001) materielle, semiologische und kulturtheoretische Aspekte der Konsumkultur reflektieren und in literarische Verfahren überführen: von Warenhauskatalogen und Fetischisierungen bis zu kapitalistischen Zirkulationsprozessen und der Faszination glänzender Oberflächen. Die close readings öffnen den Blick für die kulturpoetologische Dimension literarischer Texte und für die Bedingungen von Kultur im Kapitalismus.

Die Arbeit wurde 2012 mit dem Tiburtius-Anerkennungpreis der Berliner Hochschulen ausgezeichnet (http://www.hu-berlin.de/pr/nachrichten/nr1212/nr_121210_01).

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Band 135 in dieser Reihe

Im Mittelpunkt dieser Studie steht die ästhetische Verarbeitung der Spannung zwischen Unsichtbarkeit und Sichtbarkeit, die dem Verhältnis von Juden und den europäischen Mehrheitsgesellschaften in der so genannten Emanzipationszeit des 19. Jahrhunderts zugrunde liegen. Zentral ist dabei die Frage nach der Bedeutung des Wortes „Jude“ in diesen Diskursen. Dabei werden keine kohärenten Identitätsmodelle herausgearbeitet, sondern durch das Aufzeigen von Dissonanzen die Komplexität und die Grenzen unterschiedlicher Modellierungen von Identität untersucht. So lassen sich zum Beispiel Selbstkonstruktionen als „Jude“ und „Europäer“ nicht ohne weiteres nebeneinanderstellen. Traditionslinien lassen sich nur schwer erarbeiten angesichts der Tatsache, dass viele autobiographische Zeugnisse einander widersprechende Diskurse miteinander verbinden. Folglich bilden die untersuchten Texte nicht nur eine Lebenswirklichkeit ab, sondern produzieren die Realität, von der sie sprechen. Jüdische Identität erscheint als diskursiver Entwurf, der ständig neu artikuliert wird.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2013
Band 134 in dieser Reihe

Die Studie untersucht die Modalitäten, unter denen Männlichkeiten im Mann ohne Eigenschaften erscheinen. Sie zeigt erstmals systematisch, dass und wie Robert Musils Repräsentationen von Geschlechterrollen und -konflikten symptomatisch sind für die Krise, in die die verfügbaren Männlichkeitsmodelle zur Handlungs- und Entstehungszeit des Romans gerieten. Dabei richtet sich das Frageinteresse der intertextuell, aber auch quellenkritisch orientierten Lektüren insbesondere darauf, ob Musils Figurengestaltungen zu seiner Theorie der Eigenschafts- oder Gestaltlosigkeit wirklich in einem einfach nur äquivalenten Verhältnis stehen oder – wie für Paradigmenwechsel typisch – nicht doch in einem verwickelteren. Im Fokus steht so der Aufweis des Wider- oder Zusammenspiels sehr unterschiedlicher Texte und Diskurse: Medizinische, ökonomische, anthropologische und mentalitätsgeschichtliche Kontexte ermöglichen vielseitige Zugänge zu den besonders neuralgischen Genderfragen, an denen der Mann ohne Eigenschaften sich abarbeitet.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2013
Band 133 in dieser Reihe

Der Band setzt sich das Ziel, den Begriff der ‚Störung‛ theoretisch konziser zu fassen. Aus interdisziplinärer Perspektive wird ‚Störung‛ erstmals ausführlich als Kategorie geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschung diskutiert. Dabei geht der Band von einer Definition aus, die Störung als notwendiges produktives Prinzip zwischenmenschlicher, gesellschaftlicher und ästhetischer Kommunikation begreift. Auf der Grundlage von verschiedenen Ansätzen u.a. aus Medien- und Kommunikationswissenschaft, Systemtheorie und Diskursanalyse geraten derartige Phänomene auf zwei Ebenen in den Blick: In Form von aufstörenden Themen und Kontroversen geben Störungen Anlass für Vorgänge gesellschaftlicher Selbstverständigung und halten eine fortwährende Aushandlung sozialer Toleranzgrenzen in Gang. Da es zu den genuinen Wirkungsbereichen des künstlerischen Felds gehört, solche Aufstörungen zu lancieren, rücken ferner ästhetische Darstellungsverfahren und Inszenierungspraktiken ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Die im vorliegenden Band zusammengefassten Beiträge aus Literatur-, Film- und Kunstwissenschaft, Sozial-, Geschichts- und Religionswissenschaften sowie Linguistik und Gender Studies unternehmen den Versuch, weitere Schritte auf dem Weg zu einer allgemeinen ‚Theorie der Störung‛ zu gehen.

Buch Nur in gedruckter Form 2012
Band 132 in dieser Reihe

Die Veröffentlichungsbedingungen für deutschsprachige Autoren jüdischer Herkunft waren nach 1945 im ost- und westdeutschen Literaturbetrieb von ökonomischen, vor allem aber von gesellschaftspolitischen und erinnerungsgeschichtlichen Parametern geprägt. Das Wirken innerhalb der Literaturbetriebe als Autoren blieb für viele an die essentiellen Erfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus gebunden. Am Beispiel der beiden Schriftsteller Jean Améry und Fred Wander wird den erinnerungsgeschichtlichen Diskursen und ihren Auswirkungen auf die Veröffentlichungs- und Rezeptionsbedingungen von literarischen Texten nachgegangen. Beide Autoren verpflichteten sich durch ihre poetologischen Verfahren einer eigenen, auf der jüdischen Erinnerung beruhenden Gedächtnisarbeit, die zugleich eine Differenz der Erinnerung gegenüber führenden Vertretern von Erinnerungsgemeinschaften beider deutscher Staaten enthielt. Ihre Entwicklung eines eigenen Erinnerungs- und Literaturbegriffes, ihre Partizipation an öffentlichen Debatten und ihre Standortbestimmung als deutschsprachige Autoren jüdischer Herkunft verdeutlicht die Bedeutung, die ihnen sowie anderen Autoren jüdischer Herkunft bei der Herausbildung einer differenzierten und kritischen deutsch-deutschen Nachkriegsliteratur zukam.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2012
Band 131 in dieser Reihe

Diese Studie untersucht die Buchpolitik der NS-Zeit im Kontext der modernen Massenmedien. Auf der Basis umfassender Recherchen rekonstruiert sie die Buchförderungspolitik im Spannungsfeld von politischen Interessen und langfristig wirksamen Traditionsbindungen, von ideologischen Imperativen und marktwirtschaftlichen Konditionen, von totalitären Ansprüchen und einer modernen, ausdifferenzierten Gesellschaft. Zugleich dokumentiert die Analyse die Auswirkungen dieser Spannungen in den z.T. widersprüchlichen literaturpolitischen Diskursen über das auch zwischen 1933 und 1945 diversifizierte literarische Feld. Anhand zahlreicher veröffentlichter und unveröffentlichter Quellen wird detailliert aufgezeigt, unter welchen Rahmenbedingungen und mit welchen diskursiven Strategien sich literaturpolitische Akteure positionierten und welch komplexe und bedeutsame Rolle das Buch als mehrfach dimensioniertes und symbolisch aufgeladenes Medium für die NS-Propagandapolitik spielte. Damit liefert diese Arbeit eine wichtige Ergänzung der bereits vorliegenden Forschung zur NS-Literaturpolitik.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2012
Band 130 in dieser Reihe

Die Geschichte der Ästhetik verzeichnet das Verhältnis von high und low, also von Hoch- und Populärkultur, als ein streng antagonistisches. Andererseits findet in der Gegenwartsliteratur kein Ende, was spätestens mit den historischen Avantgarden programmatisch wurde: Grenzüberschreitungen zu ‚illegitimen‘ Kunstformen, die Integration verschiedener Elemente von Nicht-Kunst sowie eine auffällige Aufwertung des ‚Beiwerks‘, des vermeintlich Sekundären. Der vorliegende Sammelband untersucht dieses Spannungsverhältnis an verschiedenen aktuellen Beispielen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2012
Band 129 in dieser Reihe

Der vorliegende Sammelband befasst sich mit der Theorie und Praxis der Literaturvermittlung in der ‚nachbürgerlichen‘ Wissensgesellschaft und berücksichtigt dabei verschiedene Aspekte: Es wird untersucht, in welcher Weise ‚außerliterarische‘ Faktoren wie Macht und Ökonomie die Wertung und Kanonisierung literarischer Werke der Gegenwart steuern, welche Wirkung medialen Bedingungen, z.B. dem Web 2.0, zuzuschreiben ist und wie sich literaturinterne Faktoren auf Wertungsprozesse auswirken.

Im ersten Teil werden Modelle und methodische Grundfragen der Wertungs- und Kanondiskussion vorgestellt, während der zweite Teil Kanonisierungsprozesse in Institutionen des Literaturbetriebs untersucht. Die Frage, welche Rolle Wertungshandlungen und der Begriff des Kanons in der gegenwärtigen Literaturvermittlung spielen, wird im dritten Teil behandelt.

Der Band wendet sich an alle, die sich in Literaturbetrieb und Literaturwissenschaft mit Fragen der Kanonbildung, der Wertung und der Literaturvermittlung beschäftigen.

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Band 128 in dieser Reihe

Wie lässt sich Kontinuität von Familienunternehmen sowie von adligen und bürgerlichen Dynastien herstellen? Das ist die Frage, mit der sich deutschsprachige Romane Ende des 19. Jahrhunderts intensiv beschäftigen, wenn sie verschiedene genealogische Erzählmuster entwerfen – angefangen bei Gustav Freytag über Theodor Fontane bis Ricarda Huch und Franz Kafka. Die vorliegende Studie rekonstruiert diese Erzählmuster, indem sie die sozialanthropologische Kategorie des „Hauses“ ins Feld führt. Das Haus ist hier eine Institution, welche die Regeln zu ihrer Kontinuitätssicherung selbst aufzustellen und zu definieren vermag.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2011
Band 127 in dieser Reihe

Die Entdeckungsreisen James Cooks im Südpazifik schreiben sich in vielfacher Hinsicht in die Erkenntnisrevolution der Epoche der Aufklärung ein. Doch sie legten nicht nur die geographischen Grundlagen für den modernen Weltbildwandel, sondern bildeten auch den Auftakt folgenreicher Begegnung und Interaktion von Kulturen.
Wie kein anderer Reisender vor ihm bietet Georg Forster durch seinen literarischen Weltreisebericht Reise um die Welt (1777-1780) einen außergewöhnlichen Einblick in Cooks zweite Weltreise, indem er Grundprobleme der Kulturbegegnung anspricht, die in der vorliegenden Studie aufgegriffen und exemplarisch beleuchtet werden.
Die Kulturbegegnung nimmt in Forsters Bericht Gestalt an als dialektischer Prozess, der zum einen die europäischen mentalen Dispositionen bei der Begegnung mit Fremden offen legt und zum anderen eine kritische Reflexion und Relativierung der eigenen aufklärerisch-universalistischen Wertmaßstäbe und Ideale auslöst. Das Aufeinandertreffen von Europäern und Insulanern erweist sich in nahezu jeder Beziehung als Testfall für die europäische Aufklärung.

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Band 126 in dieser Reihe

Mit dem Namen des Autors verbinden wir bestimmte Vorstellungen von Originalität, rechtlicher Codifizierung und ein historisches Wissen über Zeitgenossenschaft, Werkzugehörigkeit, Intertextualität oder mögliche Adressierungen. Diese Voraussetzungen unserer Lektüre verändern sich oder entfallen, wenn wir den Namen des Autors nicht kennen. Während man Anonymität bislang nur als revisionsbedürftigen Mangel der Überlieferungsgeschichte behandelt oder als autorschaftskritisches Schlagwort rhetorisch pauschalisiert hat, geht es dem vorliegenden Band darum, Anonymität als historisch konkrete Erscheinungssituation von Texten und als Bedingung für deren Bedeutung und Funktion zu rekonstruieren. Die literatur-, rechts- und religionswissenschaftlichen Beiträge stellen sich die Frage, welche Absichten mit der Anonymität von Texten historisch verfolgt, welche Rezeptionseffekte damit erzielt wurden, welche programmatischen Deutungen sie erfahren hat und welchen rechtlichen Regulierungen sie unterlag.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2013
Band 125 in dieser Reihe

Der in Wien geborene Schriftsteller Emil Alphons Rheinhardt (1889–1945) machte sein Haus im südfranzösischen Le Lavandou in den 1930er Jahren zu einem gastlichen Treffpunkt des deutschsprachigen Literaturexils. Im besetzten Frankreich wurde Rheinhardt 1943 verhaftet und 1944 ins Konzentrationslager Dachau deportiert, wo er kurz vor der Befreiung starb. Die Historikerin Dominique Lassaigne hat vor einigen Jahren sein verschollen geglaubtes Hafttagebuch gefunden. Rheinhardts Aufzeichnungen aus den Gestapo-Gefängnissen sind Zeugnisse eines lange vergessenen Humanisten, der an die friedensstiftende Kraft der Kultur glaubte.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2011
Band 124 in dieser Reihe

Die Arbeit widmet sich der Untersuchung literarischer Männlichkeitsentwürfe in deutschen und italienischen Dramentexten des späten 18. Jahrhunderts. Auf der Grundlage einer historisch-epistemologischen Begriffsdefinition von ‚Männlichkeit‘ sowie aktueller Theorieansätze der ‚Männerforschung‘ im 20. und 21. Jahrhundert werden folgende Textbeispiele analysiert: Gotthold Ephraim Lessings Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück, Johann Wolfgang Goethes Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand, Friedrich Schillers Die Räuber sowie Wolfgang Amadeus Mozarts / Lorenzo Da Pontes Le Nozze di Figaro, Don Giovanni ossia il Dissoluto Punito und Così fan tutte o sia La scuola degli amanti.
Dabei erweisen sich die männlichen Figuren der ausgewählten Textbeispiele als vielseitiger, mehrdimensionaler Untersuchungsgegenstand im Spannungsfeld zwischen tradierten Rollenmustern einer imaginierten zeitgenössischen Form von ‚Männlichkeit‘ im 18. Jahrhundert und deren zunehmender Infragestellung in den Dramentexten. Ein besonderes Augenmerk wird in diesem Zusammenhang auf das Streben nach einer ‚hegemonialen‘ Form von ‚Männlichkeit‘ gelegt, wie sie von der australischen Soziologin Raewyn Connell beschrieben wird.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2011
Band 123 in dieser Reihe

„Vortäuschen, verstecken, Unsinn erzählen“ - Pop beruht wesentlich auf Ironie als einer Form deklarierter Verstellung. Das gilt für die Popliteratur um 2000 wie für den theoretisch ambitionierten Musikjournalismus um 1980. Doch in den dazwischen liegenden Jahrzehnten haben sich die gesellschaftlichen und diskursiven Kontexte des Pop-Programms deutlich gewandelt. Waren die spielerischen Inversionen der Popmusikjournalisten noch in emanzipatorische Konzepte von ›Gegenkultur‹ eingebettet, so verblasst dieser sinngebende Rahmen nicht erst seit dem Ende des Kalten Krieges. Damit rücken nicht nur problematische Züge einer unbegrenzten ›Ironisierung‹ des Weltverhältnisses in den Vordergrund, auch die strukturellen Grundlagen der Distinktionsverfahren des Pop werden klarer erkennbar: Das dynamische Wechselverhältnis zwischen avancierten Teilkulturen und anpassungswilliger ›Mehrheitskultur‹ sorgt für ständige Entwertung exzentrischer Positionen und motiviert so die Suche nach neuen Ausdrucks- und Abgrenzungsmitteln. Auch die postmoderne Ironieästhetik ist nicht gegen Popularisierung und Banalisierung gefeit. Was aber tun, wenn keine Alternativen greifbar scheinen? Im Mittelpunkt der Studie stehen Antworten, die Texte von Diedrich Diederichsen, Rainald Goetz, Christian Kracht und anderen auf diese Frage geben.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2010
Band 122 in dieser Reihe

Die aus verschiedenen Disziplinen stammenden Beiträge fragen anhand der Rede über Gewalt aus romanistischer, anglistischer, germanistischer, geschichtswissenschaftlicher und soziologischer Perspektive danach, ob die Figur des Intellektuellen im ausgehenden 20. und im beginnenden 21. Jahrhundert noch Relevanz in der und für die Gesellschaft hat. Der Band thematisiert Standpunkte von Gesellschaftskritikern, Darstellungstechniken und Legitimationsstrategien der Rede über Gewalt. Dabei werden rationale Analyse und ästhetische Symbolisierung nicht als Gegensätze begriffen, sondern als komplementäre Instrumente der gesellschaftlichen Beobachtung. Der Schwerpunkt liegt auf der Zeit zwischen 1968 und der unmittelbaren Gegenwart, geographisch stehen Konflikte in Europa, Lateinamerika sowie Süd- und Zentralafrika im Zentrum.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2010
Band 121 in dieser Reihe

Nach dem Mauerfall geriet die ostdeutsche Sektion der internationalen Schriftstellervereinigung PEN in die Kritik. Ihren Mitgliedern wurde vorgeworfen mit der diktatorischen Staatsmacht paktiert und als Intellektuelle versagt zu haben. Ausgehend von Überlegungen zum Diskurs über Intellektuelle und Schriftsteller entfaltet die Darstellung auf der Basis umfassender Quellenrecherche eine Überblick über fünfzig Jahre ostdeutscher PEN-Geschichte ‑ von der Spaltung des deutschen PEN im Zuge des Kalten Krieges bis hin zur Wiedervereinigung beider deutscher Zentren.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2010
Band 120 in dieser Reihe

1859 weist Friedrich Spielhagen auf unterschiedliche Wege hin, die die Liebe in Frankreich und Deutschland nimmt. Frankreich ist für ihn das Land der Konvenienzehe, wo Jungen und Mädchen als Kinder aus ihrer Heimat entfernt und für arrangierte Verbindungen verfügbar gemacht werden. Deutschland erscheint dem gegenüber als Ort von Liebesheiraten, die ‚natürlich‘ aus einem Beisammensein entstehen, das die Zeit von der Kindheit bis zur Ehe umfasst. Spielhagen führt Formen der Partnerwahl vor, die sozialhistorisch belegt sind. Zugleich folgt er Nationalstereotypen, die französische Gefühlskälte mit deutscher Herzenswärme konfrontieren und die Windungen französischer Biographien dem geradlinigen deutschen Leben gegenüberstellen.
Was Spielhagen theoretisch entwirft, tritt auch in der deutschsprachigen Literatur hervor. Zwischen 1840 und 1900 erscheint hier, was man als Erzählung der ‚Kinderliebe‘ bezeichnen kann. Die erwachsene Liebe wird aus Begegnungen und Freundschaften der Kindheit entwickelt. Die vorliegenden Studien untersuchen anhand eines breiten literarischen und außerliterarischen Korpus, welche Konzepte von Liebe, Sexualität, aber auch von Leben, Gesellschaft und Heimat sich hinter der Vorstellung der Kinderliebe verbergen und woraus diese Liebe ihre Kraft bezieht.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2012
Band 119 in dieser Reihe

Der Band versammelt einen Originalbeitrag und zwölf zwischen 1979 und 2008 publizierte Aufsätze von Michael Titzmann zur Literatur und Wissensgeschichte der Goethezeit (ca. 1770 bis 1830). Er überschreitet Gattungs- und ‚Epochen‘-Grenzen zwischen Frühaufklärung und Spätromantik und rekonstruiert auf breiter literarischer und nicht-literarischer Quellenbasis die denk- und wissensgeschichtlichen Voraussetzungen der Literatur der europäischen Aufklärung. Titzmann geht sowohl von einzelnen Autorenœuvres (Wieland, Klinger, Goethe, Schiller, Eichendorff u. v. a.) als auch von literaturübergreifenden Diskursen aus und fragt nach den Beziehungen zwischen Literatur und (Popular-)Philosophie, Theologie, Medizin, Anthropologie und Jurisprudenz. Aus unterschiedlichen Perspektiven wird transparent, wie Literatur ‚Wissen‘ über Natur und Gesellschaft diskursi-viert, inszeniert und transformiert, also z.B. die Konstruktion von Emotionalität und Affektivität, von Familie und Sexualität (Inzest, Pornographie), von Altersklassen und von Staat und Politik verhandelt. Literaturanthropologie erweist sich für Michael Titzmann als nachhaltiges kulturwissenschaftliches Forschungsprogramm, das Sozialgeschichte als Diskurs- und Wissensgeschichte begreift.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2009
Band 118 in dieser Reihe

Die von Bourdieus Grundlagenwerk Die Regeln der Kunst ausgelöste Debatte um Nutzen und Nachteil der Literatursoziologie hat sich hierzulande meist auf abstrakter Ebene abgespielt. Der Band Mediale Erregungen? Autonomie und Aufmerksamkeit im Literatur- und Kulturbetrieb der Gegenwart versammelt Aufsätze, die Einsatzmöglichkeiten der Feldtheorie für die Literaturwissenschaft ausloten. Es handelt sich um theoriegeleitete, textbezogen ausgerichtete Untersuchungen zum gegenwärtigen Literatur- und Kulturbetrieb. Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz führen die Vielschichtigkeit, Bandbreite und Aktualität feldtheoretisch inspirierter Untersuchungen vor Augen und zeigen an Beispielen medialer Kulturvermittlung die Notwendigkeit, die in der postmodernen Literaturwissenschaft kultivierte These Il n'y a pas de hors-texte zu problematisieren. Sie analysieren individuelle Autorenkarrieren, Formen medialer Literaturvermittlung, die Wirkung von Literaturkritik und das Verhältnis von Staatskunst und Autonomie um die Jahrtausendwende.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2008
Band 117 in dieser Reihe

Im Rahmen der derzeit kurrenten Untersuchungen zu den Relationen zwischen Literatur- und Wissenschaftsgeschichte macht der Band den Vorschlag, Schnittmengen und Differenzen zwischen medizinischem Wissen und literarischen Texten über die auf beiden Feldern gleichermaßen zentrale Kategorie der Schreibweise zu untersuchen. Die verschiedenen Textsorten der Medizin – vom Traktat über die Dissertation bis zur Fallgeschichte – werden dabei ebenso auf ihre Darstellungsrhetorik und narrative Strukturen hin analysiert wie die auf ein medizinisches Menschenbild gestützten literarischen Genres zwischen Aufklärung und Naturalismus. Die dreizehn Beiträge des Bandes verfolgen die Geschichte dieser Wechselbeziehung von ihrer engen Interaktion in der Gelehrtenkultur der Frühen Neuzeit über den Prozess der funktionalen Ausdifferenzierung von Wissenschaft- und Kunstsystem im 18. Jahrhundert bis zur Wiederannäherung der ‚zwei Kulturen‘ in der Moderne.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2008
Band 116 in dieser Reihe

Ausgehend von neueren geschichts- und sozialwissenschaftlichen Theorien zur demokratischen Sozialform Verein gibt Dirk Hempel eingangs einen Überblick über die Entwicklung der literarischen Vereine in Deutschland, aber auch in Europa und den USA seit der frühen Neuzeit. Seine Studie bietet außerdem erstmals eine Typologie unterschiedlicher literarischer Vereinsformen. Der Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung zahlreicher literarischer Vereine in Dresden im 19. Jahrhundert. Gefragt wird nach ihrer Organisation und ihren Akteuren sowie nach den Inhalten der Vereinstätigkeit.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2007
Band 115 in dieser Reihe

In der deutschen Literatur und Publizistik des 19. Jahrhunderts nimmt die Südsee als ersehntes, erforschtes und kolonial erobertes Paradies einen großen, bisher kaum untersuchten Raum ein. Gabriele Dürbeck weist von Chamissos Reisebericht von 1821 bis zur Populär- und Zeitschriftenliteratur um 1900 ein nahezu gleichbleibendes, bereits im 18. Jahrhundert etabliertes Repertoire an exotistischen und perhorreszierenden Stereotypen des Fremden nach. Dieses dient aber unterschiedlichen ästhetischen, wissenschaftspopularisierenden und politischen Darstellungsstrategien und -funktionen. Zivilisations-, Missionierungs- und Kolonialkritik greifen auf dieselben Stereotype und Topoi des Fremden zurück wie die Werbung für einen ‚Platz an der Sonne‘ und die Rechtfertigung nationaler, expansiver und kolonialer Bestrebungen. In neun Fallstudien werden (populär-)wissenschaftliche Reiseberichte und Zeitschriftenbeiträge, Abenteuerromane sowie Memoiren von Kaufleuten, Siedlern, Kolonialbeamten und Ethnographen untersucht. Die textanalytische und diskursgeschichtliche Studie zielt auf eine materialnahe Spezifizierung von Befunden der Interkulturalitätsforschung und wertet erstmals ein vielschichtiges und heterogenes literarisches Material aus. Auf diese Weise wird die Verschiebungen innerhalb eines konstanten, aber äußerst facettenreichen Ozeanismus-Diskurses aufgezeigt.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2007
Band 114 in dieser Reihe

Ausgehend von einer kritischen Auseinandersetzung mit der komparatistischen Imagologie macht die Studie in ihrem theoretischen Teil die Erkenntnisse, die Sozialpsychologie und Linguistik zur kognitiven und kommunikativen Funktion von Stereotypen bereitstellen, fruchtbar für eine Bestimmung von nationalen Stereotypen als Gegenstand der Literaturwissenschaft. In einem historisch orientierten zweiten Teil wird der Zusammenhang von Nationalstereotypen und Nationalcharakterkonzept aufgezeigt und dieses Konzept als ein Bestandteil kollektiven Wissens nachgewiesen, mit dem seit der Frühen Neuzeit kulturelle Differenz festgeschrieben worden ist. Nationalstereotype sind demnach Elemente eines grenzüberschreitenden Wissens und nicht als wechselseitige Zuschreibungen von Völkern misszuverstehen. Mit dem Blick auf ästhetische und poetologische Schriften des 17. und 18. Jahrhunderts wird dies für den Bereich der schönen Literatur - exemplarisch im Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich -- belegt. Der systematisch ausgerichtete dritte Teil untersucht nationale Stereotype als Topoi in deutscher und französischer Literatur und erhellt am Beispiel von Rede, Erzählprosa, Komödie und patriotischer Lyrik sowie an publizistischen Texten die - nach Textsorte und historischer Konstellation je unterschiedliche - Funktion von Nationaltopoi als konventionalisierten Mustern der Darstellung kultureller Differenz.

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Band 113 in dieser Reihe

Atomzertrümmerung, Raketen, Wunderwaffen – mit diesen Mitteln erhofften sich die Autoren der deutschen Zukunftsromane in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht nur Deutschland, sondern auch die ganze Welt zu retten. Pate stand die Technokratiebewegung, die zwar einerseits mit Gewalt die Interessen Deutschlands und der weißen Rasse durchsetzen, aber andererseits jegliche politischen und ökonomischen Zwänge abschaffen wollte. Die Nationalsozialisten betrachteten die Technokraten mit Skepsis und diese konnten wiederum mit deren Antisemitismus und Führergedanken nicht viel anfangen. Aufgrund der Ausgestaltung des deutschen Buchmarkts im ‚Dritten Reich‘, die der Unterhaltungsliteratur relativ viel Spielraum ließ, konnten die Zukunftsromane jedoch ihre Traditionen aus der Weimarer Zeit ungeachtet der politischen Lage fortführen und weiterentwickeln. Dies ist das Ergebnis der Untersuchung, die sich als allgemeine Beschreibung der gattungstypischen Szenarien und Handlungsebenen versteht. Mit Hilfe dieser Typologie kann die Studie im Gegensatz zur bisherigen Forschung belegen, dass der deutsche Zukunftsroman sich durchaus eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber den Nationalsozialisten bewahrte. So richtete er sich in einer Nische ein, die den Grundstein zur deutschen Science Fiction der Nachkriegszeit bildete.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2007
Band 112 in dieser Reihe

Ernst Moritz Arndt (1769-1860) , der einst gefeierte Sänger der Befreiungskriege ist heute fast vergessen, seine immense historische Bedeutung für die deutsche Mentalitäts- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts noch weitgehend unerforscht. Anlässlich von 21 unbekannten, 2003 in den USA entdeckten (im Anhang abgedruckten) Arndt-Briefen stellen die vorliegenden Beiträge - Ergebnisse eines deutsch-amerikanischen Forschungsprojekts - Arndts Werk und seine Rezeption gänzlich neu zur Diskussion. Historiker, Sprach- und Literaturwissenschaftler analysieren die Rolle Arndts bei der Bildung eines deutschen Nationalitätsbewusstseins im 19. Jahrhundert, erörtern Rassismus und Nationalismus im europäischen Vergleich, untersuchen Arndts Werk im Kontext der europäischen Literatur-, Kultur- und Gesellschaftsgeschichte und verfolgen die Spuren seiner Rezeption in Deutschland und den USA.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2006
Band 111 in dieser Reihe

Erstmals größere Verbreitung als Druckwerke finden Nachrufe im deutschsprachigen Raum mit dem Ableben zentraler Gestalten der Reformation. Im Folgenden bildet sich ein großes Spektrum an öffentlichen Reaktionen auf Trauerfälle aus, das von der Todesmeldung über die Leichenpredigt, das Epicedium und die nekrologische Ekloge bis hin zum Totengespräch reicht. Die unterschiedlichen Spielarten des Nachrufs passen sich immer wieder neuen sozialen, kulturellen, ideologischen und medialen Herausforderungen an. Auch greifen stets die traditionellen, von der Funeralrhetorik vorgegebenen Formen der Verbeugung vor einem Hingeschiedenen und aktuelle Gestaltungsinnovationen ineinander. Dabei ist die Gattung nicht bloß ein Forum für das Lob von Verstorbenen, sondern steht durchgängig im Dienste aller erdenklichen theologischen, politischen und ästhetischen Interessen. Die Ansicht, dass der Nachruf in der Regel der Maxime De mortuis nil nisi bene gehorche, erweist sich als Vorurteil. Tatsächlich ist die mittels unterschiedlicher Strategien "zwischen den Zeilen" versteckte Kritik am Toten ein konstitutiver Bestandteil der Texte. Nachrufe auf Schriftsteller schließlich (alle erhaltenen Nachrufe auf 16 exemplarische Schriftsteller werden in der Studie analysiert) weisen ein besonders hohes Maß an Selbstreflexivität auf und sind signifikante Zeugnisse für die Geschichte von Autorschaftskonzepten.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2006
Band 110 in dieser Reihe

Jurek Beckers in der DDR entstandenes Werk dient als Paradigma für die Untersuchung des sozialistischen Kulturbetriebs. Wie verhielten sich politisch-ideologische Interessen zu ökonomischen? Wie funktionierte der Literaturexport von Ost nach West? Wie wirkte sich die Existenz eines deutschen Nachbarstaates im Westen auf die im Kulturbereich der DDR Tätigen aus? Welcher Logik gehorchte die Informationserhebung und -vermittlung des MfS (Ministerium für Staatssicherheit)? Wie erfolgte die Kooperation, Konfliktbewältigung und Auseinandersetzung zwischen Autor, "gelenktem" Literaturbetrieb, politischer Führungselite und Staatssicherheitsdienst? Machtkämpfe wurden nicht nur durch die Position des einzelnen im System determiniert, da Macht instabil ist und daher stets neu strategisch hergestellt werden muss. Der diskurs- und textanalytische Zugriff auf zahlreiche unveröffentlichte Archivalien zeigt, dass die Kerndiskurse um Opposition und Öffentlichkeit entscheidungsbildend und handlungsformend waren: Alle Beteiligten bedienten sich dieser Diskurse, wenngleich sie höchst unterschiedlich funktionalisiert wurden, um Rollen- und Gruppenidentitäten zu schaffen, Positionen zu beziehen und eigene Interessen durchzusetzen. Die Zensur als zentrale Schaltstelle zwischen Opposition und Öffentlichkeit war letztlich kontraproduktiv, da die erforderliche institutionelle und diskursive Pflege das Zensierte konturieren half.

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Band 109 in dieser Reihe

Der österreichische Autor Ferdinand von Saar (1833-1906) gehört zu den wenig beachteten Erzählern des 19. Jahrhunderts und wurde bislang von der Forschung fast ausschließlich als Vorläufer der Wiener Moderne wahrgenommen. Die Studie möchte die verengte Sicht auf den Autor aufbrechen und untersucht Saars Texte in all ihren Widersprüchen, die den philosophischen und wissenschaftlichen Diskursen des späten 19. Jahrhunderts entstammen (Schopenhauer; Materialismus). Unter Rückgriff auf z.T. unedierte Quellentexte und Briefe kann gezeigt werden, dass Saars Schreiben zwar von dem permanenten Wunsch nach Idealismus und Harmonie getrieben wird, aber immer mehr einem kompromisslosen und destruktiven Weltverständnis weicht. Dabei scheint gerade ein kulturwissenschaftlicher Ansatz für Saars Texte besonders ergiebig zu sein: Die Verortung seines Schreibens im Wien des späten 19. Jahrhunderts verquickt die Stadtgeschichte (Ringstraßenbau, Industrialisierung) mit der Geschichte des Individuums und der Frauengeschichte (Genderdiskurs) sowie neuen urbanen Wahrnehmungsformen (Voyeurismus), die alle gemeinsam auf die zunehmend prekäre Situation des Subjekts in der Moderne verweisen. Die Textanalyse konzentriert sich dabei insbesondere auf die Erzählungen Saars, die heute als der interessanteste Teil seines Werks gelten können; außerdem werden zahlreiche Gedichte zur Interpretation herangezogen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2005
Band 108 in dieser Reihe

Die von Pierre Bourdieus Grundlagenwerk »Die Regeln der Kunst« ausgelöste Debatte um Nutzen und Nachteil fortgeschrittener Literatursoziologie hat sich hierzulande meist auf rein abstrakter Ebene abgespielt. Dieser Band versammelt erstmals in deutscher Sprache Aufsätze, die die Einsatzmöglichkeiten der Feldtheorie für die Literaturwissenschaft praktisch ausloten. Es handelt sich um theoriegeleitete, aber empirisch ausgerichtete Untersuchungen von Autorinnen und Autoren aus Frankreich, England, Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Beispielen der Literatur und des literarischen Lebens vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Die Beiträge stellen eine Ausweitung der Bourdieuschen Analysen in geografischer, historischer und thematischer Hinsicht dar, wenn nötig eine Kritik und/oder Weiterentwicklung.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2005
Band 107 in dieser Reihe

In den beiden mythologischen Eislaufoden von Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) wird die revolutionierende Rolle des Dichters für die literarische Umbruchzeit im 18. Jahrhundert in besonderer Weise greifbar. Zeitgenössische Tendenzen wie Jean Georges Noverres Tanztheorie spiegeln sich in den Eislaufoden und ihrer rhythmischen Faktur ebenso wie Klopstocks Rezeption des altsächsischen "Heliand" oder der antiken rhetorischen Tradition. Dabei wird die Semantik des Rhythmus im Sinne einer "Poetik der actio" zum zentralen Moment der Lesbarkeit der Sprache des bewegten Körpers. Dieses in der deutschen Dichtung des 18. Jahrhunderts sich mit Klopstock neu formierende Verhältnis von Körperdynamik und Sprachdynamik, das sich paradigmatisch mit einer detaillierten rhythmisch-metrischen Analyse der Eislaufoden erschließt, findet eine ebenso starke wie unterschiedliche Resonanz etwa bei Goethe, Hölderlin oder Richard Wagner.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2005
Band 106 in dieser Reihe

In einem bislang von der Forschung kaum beachteten Maße haben sich nach 1933 deutsche Exilanten mit dem nationalsozialistischen Antisemitismus auseinandergesetzt. Die Kenntnis der deutschen Verbrechen ist dabei weit verbreitet. Die Reaktionen darauf reichen von Dokumentensammlungen bis zur »Dialektik der Aufklärung«. Auch die Dramatik leistet dazu Beiträge, und zwar v.a. die Gattung des Zeitstücks.

Die Rekonstruktion theoretischer Exil-Texte über den NS-Antisemitismus zeigt, daß in literarischen wie theoretischen Texten ein analoges Problembewußtsein vorliegt. Die Form des Zeitstücks bringt darüber hinaus ein Gattungsproblem ins Spiel. Einerseits verpflichtet sie den Dramatiker auf historische Authentizität: Um die Brisanz des NS-Antisemitismus zu veranschaulichen, muß er bis 1945 realistischerweise zeigen, wie der Nationalsozialismus sein antisemitisches Programm tatsächlich durchsetzen kann. Andererseits will es der Zeitstückautor aber nicht bei dieser nüchternen Diagnose belassen, sondern die Gültigkeit der eigenen Kritik und ihrer Maßstäbe nachweisen, denn letztlich soll sein Standpunkt den Sieg davontragen. Eine Typologie der Versuche, diesen Widerspruch zu bewältigen, zeigt, daß die Formvorgabe des Zeitstücks eine Beschränkung der Kritik am Antisemitismus auf einige wenige Motive zur Folge hat. Dies läßt sich durch Vergleiche mit thematisch verwandten Dramen anderer Gattungszugehörigkeit erhärten.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2006
Band 105 in dieser Reihe

Bürgerlichkeit und Bürger sind zentrale Konzepte der Literaturgeschichte. Die tiefgreifenden kulturellen und sozialstrukturellen Veränderungen des 18. Jahrhunderts sind auf die Emanzipation des neuzeitlichen Bürgertums zurückgeführt worden. Die Untersuchung der historischen Verhältnisse hat jedoch den so kompakt scheinenden Begriff des Bürgers in eine semantische wie sozialstrukturelle Vielfalt aufgelöst, deren Einheit mehr denn je fraglich ist. Die gängigen literarhistorischen und soziologischen Modelle bedürfen daher einer grundlegenden Revision.

Buch Nur in gedruckter Form 2004
Band 104 in dieser Reihe

Die vorliegende Studie stellt die Verlagspolitik des wilhelminischen Unternehmers Walter de Gruyter ins Zentrum ihrer Analyse. Als einer der ersten Verlagsunternehmer konzipierte Walter de Gruyter (1862-1923) sein Unternehmen als einen Zusammenschluß aus mehreren, unter eigenem Namen firmierenden Verlagen, beginnend mit dem Erwerb des eingesessenen Berliner Hauses Georg Reimer im Jahr 1898, dem er nach und nach noch die Firmen J. Guttentag, Karl J. Trübner, Göschen sowie - allerdings erst im Jahr 1919 - Veit & Co. an die Seite stellte. Als modernes, auf Expansion ausgerichtetes Verlagskonglomerat steht dieses Unternehmen für einen Strukturwandel im Wissenschaftsverlagswesen um 1900, welcher jedoch nur analog zu den Veränderungsprozessen in der Wissenschaftskultur dieser Zeit beschrieben werden kann. So wird nicht nur die politische, an "liberalen" Normen ausgerichtete Handlungsorientierung des Verlegers untersucht, sondern auch seine Vernetzung in den professionellen Standesvereinigungen sowie seine durch die eigene soziale Verankerung im Unternehmertum des Ruhrgebietes geprägte, gleichwohl den Usancen des traditionsbezogenen deutschen Buchhandels Rechnung tragende Verlagsstrategie. Mit der Größe des Verlagsunternehmens wuchsen auch Einfluß und Bedeutung von Lektoren und Verlagsdirektoren; drei Karrierewege von Verlagsmitarbeitern werden exemplarisch beschrieben, um so auch die Verbindungen des Verlagshauses zu den intellektuellen Milieus des späten Kaiserreichs nachzuzeichnen. Darüber hinaus wird anhand einiger großer Verlagsprojekte der Wandel im Kommunikationssystem der Wissenschaften, in die die Verlage fest eingebunden waren, analysiert. Hier stehen die populärwissenschaftliche Reihe »Sammlung Göschen«, die große Kant-Ausgabe der Preußischen Akademie der Wissenschaften sowie das Editionsprojekt der Deutschen Südpolarexpedition exemplarisch für die Neu- und Umordnungsprozesse von Wissen und Wissenschaft um 1900.

Buch Nur in gedruckter Form 2004
Band 103 in dieser Reihe

Die Studie untersucht in drei Kapiteln das kulturelle Schlüsselkonzept der Arbeit für den Zeitraum der Weimarer Republik 1.) im Bildungsdiskurs (v.a. Kerschensteiners Arbeitsschulkonzept), 2.) im Hinblick auf seinen Einsatz im Amerikadiskurs sowie 3.) seine Infragestellung durch die strukturelle Erwerbslosigkeit in der Zeit der Weltwirtschaftskrise. Gegenstände der Analyse sind neben literarischen und pragmatischen Texten die Filme »Kameradschaft« und »Kuhle Wampe«, Kasacks Hörspiel »Der Ruf«, mehrere Fotobände sowie zeitgenössische sozial- und kulturhistorische Studien. Methodisch führt die Untersuchung eine sozialgeschichtlich informierte Literaturanalyse mit sozialpsychologischen, imagologischen, medienhistorischen und diskursanalytischen Ansätzen unter einem kulturwissenschaftlichen Erkenntnisinteresse zusammen. Eine zentrale Deutungskategorie ist dabei das Habitus-Konzept im Anschluß an Bourdieu. Im Ergebnis zeigt sich eine Problematisierung des gängigen Wertgefüges um den Arbeitsbegriff angesichts faktischer Diskontinuitäten im Erwerbsleben, zu der die Literatur und benachbarte Medien mit ihren je spezifischen Mitteln einen wesentlichen Beitrag leisten und dadurch umgekehrt vom Diskurs über Arbeit her das kulturelle Feld der Weimarer Republik bereichern. Unter dieser thematischen Fragestellung bietet die Untersuchung eine Reihe von Neuinterpretationen "klassischer" Werke beispielsweise von Kafka, Kerr und Kisch, Lewis und Sinclair, Döblin, Fallada und Kästner; daneben werden einige nur noch wenig bekannte Texte etwa von Rudolf Braune, Bruno Nelissen Haken und Bruno Wille erstmals in dieser Ausführlichkeit in den Blick gebracht.

Buch Noch nicht erschienen 2004
Band 102 in dieser Reihe

Das gebildete Bürgertum ist als jene Gruppe bekannt, die sich in der Propagierung und Ausgestaltung von nationalen Ideen und Ordnungsentwürfen besonders hervortut. Insbesondere das Kaiserreich rückt dabei als Königsetappe der "inneren Nationsbildung" in den Blick. Doch welchen Ort nimmt hier die Nation ein, wenn deren berufene Künder auf sich selbst Bezug nehmen? Diese Frage diskutiert die Studie mittels einer Analyse von Lebenserinnerungen, Tagebüchern und Briefwechseln deutscher Bildungsbürger des Kaiserreichs. Im einzelnen wird vorab geklärt, worin für die bürgerliche Kultur des Kaiserreichs das hohe Interesse an der Autobiographik begründet war. Der Frage nach der Nationalisierung des autobiographischen Selbstbezugs wird anschließend auf zwei Ebenen nachgegangen: Zunächst wird der (erinnernde) Rekurs auf jene historischen Ereignisse untersucht, die nach Maßgabe des im Kaiserreich dominanten Wertediskurses als national besonders einschlägig ausgewiesen sind: Befreiungskriege, die Einigungskriege von 1863/64, 1866 und 1870/71 sowie die im offiziellen historischen Gedächtnis >vergessene< Revolution von 1848/49. In einem weiteren Schritt analysiert die Studie die (An-)Bindungsfähigkeit des Nationalen in bezug auf das Moment der Feindschaft sowie auf partikulare territoriale und religiöse bzw. konfessionelle Zuordnungen. Unter einer methodischen Perspektive, die die jeweiligen Selbstzeugnisse als autobiographische Sinnkonstruktionen liest, kann das pauschale Urteil über die nationale Ausrichtung des deutschen Bildungsbürgertums differenziert werden.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2004
Band 101 in dieser Reihe

Die zentrale These der Untersuchung zur Frühgeschichte der Literatursoziologie und Literaturgeschichtsschreibung lautet, daß die Entstehung literatursoziologischer Fragestellungen divergierende und konkurrierende literarische Positionen und mithin die Genese eines literarischen Feldes voraussetzt. Im Anschluß an die genaue Rekonstruktion der Theorie des literarischen Feldes von Pierre Bourdieu wird im Vergleich der französischen und deutschen Verhältnisse in der zweiten Hälfte des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts gezeigt, daß die frühe Literatursoziologie maßgeblich durch die Kultursoziologie Georg Simmels mitbestimmt worden ist und der heute beinahe vergessene Literat Samuel Lublinski eine wichtige Verbindung zwischen Literaturkritik, Literaturwissenschaft und Literatursoziologie hergestellt hat. Besondere Beachtung erfahren dabei die Entwicklungstendenzen zu einem ästhetische und soziale Momente umfassenden Formbegriff. In genauen Einzeluntersuchungen wird dies insbesondere am Beispiel der Verbindung von Georg Simmel und Georg Lukács belegt, über dessen Stilbegriff - verstanden als "historische Kategorie" und als "synthetische Methode" - die Komplementarität zwischen Bourdieu und Lukács herausgearbeitet wird.

Buch Noch nicht erschienen 2004
Band 100 in dieser Reihe

Am Wandel vom locus horribilis zum locus amoenus in der Wahrnehmungsgeschichte der Alpen hat die Literatur seit dem 18. Jahrhundert großen Anteil. In der Folge von Albrecht von Hallers Gedicht »Die Alpen«, das als Prototyp der literarischen Alpensehnsucht diente, wurde die alpine Landschaft dabei zum sehr unterschiedlich funktionalisierten Sujet und zur Projektion zeitgebundener Wünsche, Gefühle oder Erkenntnisse, etwa bei Ferdinand Raimund, Adalbert Stifter, Johanna Spyri, Arthur Schnitzler oder Ödon von Horvath. Im 20. Jahrhundert dagegen interessieren die Alpen vermehrt als Ort der Begegnung im Spannungsfeld zwischen Sehnsuchtslandschaft und modernem Massentourismus. Literarische Bedrohungsszenarien bei Reimmichel oder Ludwig Thoma, die satirische Überzeichnung der Exotik der Nähe im Aufeinandertreffen von Einheimischen und Fremden in der Zeitschrift »Simplicissimus«, Sozialkritik und der Blick hinter die Kulissen der heilen Welt der Tourismuswerbung in Felix Mitterers »Piefke-Saga« oder in Norbert Gstreins Erzählung »Einer« sind daher genauso Gegenstand der literatur- und kulturwissenschaftlichen Analysen wie die Kritik an der Vereinnahmung der Landschaft durch die Tourismusindustrie in der Lyrik n.c. kasers, das Sprachspiel und der Sprachwitz von Ernst Jandl und Walter Pilar oder die Dekonstruktion der medialen Inszenierung bei Elfriede Jelinek.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2003
Band 99 in dieser Reihe

Wie funktioniert (germanistische) Literaturwissenschaft in Zeiten nationalsozialistischer Diktatur? Welche Folgen haben die gravierenden politischen und sozialen Veränderungen für die Gegenstände und Methoden, für die Institutionen und die Beziehungen des Fachs zu seinem Umfeld? Diese Fragen beantworten die Beiträge des Bandes aus unterschiedlichen Perspektiven, so daß sich ein ebenso differenziertes wie empirisch fundiertes Bild literaturwissenschaftlicher Tätigkeit in der NS-Zeit ergibt.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2003
Band 98 in dieser Reihe

Was 1921 als freundschaftlicher Dinnerclub in London begann, ist heute die einzige internationale Schriftstellervereinigung, die es gibt. Der vorliegende Band ist eine Institutionsgeschichte des westdeutschen Clubs, von der Teilung des gesamtdeutschen Zentrums 1951 bis zur Vereinigung der deutschen Teilstaaten 1990. Die literatursoziologische Studie zeichnet auf der Grundlage von Gesprächen und mannigfaltigen Archivalien die Entwicklung vom elitären "Wohnzimmerverein" der 50er zum repräsentativen Club der 80er Jahre. PEN wird in seinen Verwicklungen in die Zeitgeschichte, in seinen Leistungen, seinem Selbstbild und seinen Selbsttäuschungen gezeigt, personifiziert anhand der Protagonisten des Clubs von Kästner, Edschmid und Neumann über Böll bis Jens, Gregor-Dellin und Amery.

Anhand der Geschichte dieser Schriftstellervereinigung und ihren repräsentativen Intellektuellen läßt sich die Geschichte der Bundesrepublik nachvollziehen: der Kalte Krieg, Mauerbau und Spiegelaffäre, das Jahr 1968 und die deutsche Einheit. Der Reiz einer umfassenden PEN-Geschichte liegt jedoch häufig nicht in der Analyse von Zeitgeist- oder Großereignissen, sondern im sprechenden, manchmal geradezu mikrogeschichtlichen Detail.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2004
Band 97 in dieser Reihe

Der Band versammelt Beiträge, die eine medien- mit einer kulturwissenschaftlichen Ausrichtung programmatisch verbinden wollen. In kritischer Diskussion eines technisch-apparativen Ansatzes werden die Möglichkeiten kultureller Rahmung für Medienanalysen ausgelotet. Entfaltet werden dabei Konzepte "kultureller Konkretion" (Ethnologie); Vorstellungen einer grundlegenden, sich einem Mentalismus entziehenden Transkriptivität (Gehirn, Sprache); Modelle zur Analyse von Intermedialität; Szenen "medientechnischer Überlegenheit"; die "Rhetorik des Neuen" in der Mediengeschichte und die Bedeutung des Mediendiskurses für die Selbstbeschreibung der modernen Gesellschaft.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2004
Band 96 in dieser Reihe

Heinrich von Kleist (1777-1811) zählt - neben Friedrich Hölderlin, Georg Büchner und anderen - zu den bevorzugten Projektionsfiguren der Avantgarden der literarischen Moderne im deutschsprachigen Kulturraum. Sein im Freitod am Wannsee scheinbar kulminierendes berufliches und persönliches Scheitern galt der jungen Dichtergeneration um die Jahrhundertwende als exemplarisch und symptomatisch zugleich für die vorherrschenden, generell als kunstfeindlich aufgefaßten gesellschaftlichen Zustände. Im Bestreben, solche vermeintlich verfemten, vom "großen" Publikum verkannten Dichter als die Ahnherrn und Wegweiser der eigenen literarhistorischen Epoche zu verstehen, kommt es seit etwa 1880 zu einer besonders intensiven Wertschätzung des Dichters, die sich in zahllosen Hommage-Texten ebenso äußerte wie in den Versuchen, bis dahin geringer geachtete Werke (wie z. B. »Penthesilea«) zu popularisieren oder institutionalisierte Formen des Dichtergedenkens zu erneuern. Unternommen wird hier also der Versuch, die Stationen dieses Kanonisierungsprozesses mittels umfangreicher Quellenstudien zu rekonstruieren; dies geschieht nicht zuletzt auch, um die Voraussetzungen literarischen Wertewandels im historischen Kontext und im Hinblick auf ihre Übertragbarkeit einer genaueren Prüfung zu unterziehen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2003
Band 95 in dieser Reihe

Die bis heute nachwirkende Ausgrenzung der Hegelianer aus dem Kanon der Gründerväter der Germanistik übersieht, daß von Hegels Philosophie und ihren Derivaten wichtige Impulse für die Verwissenschaftlichung der Literaturgeschichtsschreibung ausgegangen sind. Die Arbeit entwickelt erste Anhaltspunkte für diese These mittels einer wissenschaftsgeschichtlichen Einschätzung der Deutschland-Schriften Heinrich Heines und deren Rezeption durch einen akademisch geschulten Kritikerkreis. Um die dabei gewonnenen Untersuchungsergebnisse auf eine breitere Materialbasis stellen zu können, porträtiert sie anschließend Robert Prutz (1816-1872), Hermann Hettner (1821-1882) und Rudolf Haym (1821-1901) mittels eines ihre familiäre sowie akademische Sozialisation, berufliche Entwicklung, Publikationspraxis und Forschungspräferenzen thematisierenden Generationsprofils als maßgeblich vom Hegelianismus geprägte Literaturhistoriker. Unter Einbeziehung einschlägiger Texte von Karl Rosenkranz und Friedrich Theodor Vischer thematisiert sie sodann die Hegel-Rezeption und die zeittypischen programmatischen Beiträge dieser Autoren zur Begründung einer anspruchsvollen Literaturgeschichtsschreibung und diskutiert die Leistungsfähigkeit ihrer Historiographie anhand der von ihnen vorgelegten, in Hayms »Romantische Schule« (1870) einmündenden Untersuchungen über die Romantik. Abschließend bilanziert sie den Professionalisierungsgrad der Wissenschaftspraxis von Prutz, Hettner und Haym und situiert sie in der Geschichte der Germanistik.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2003
Band 94 in dieser Reihe

Zensur als transhistorisches Kulturphänomen ist ein kommunikativer Prozeß, bei dem ideologisch motivierte autoritäre Steuerungsversuche dessen, was öffentlich kommuniziert und rezipiert werden darf, zu Reaktionen auf seiten der kontrollierten Kulturschaffenden und Rezipienten führen: Der Streit um Wort, Öffentlichkeit und Macht ist ein "Gesellschaftsspiel", dessen Schachzüge vom Vormärz bis zur DDR trotz großer politischer Unterschiede Tradition haben. Dies gilt z.B. für Legitimationsdiskurse der Zensurträger, für ästhetische Praktiken zensierter Autoren und für Marktchancen des Zensierten.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2003
Band 93 in dieser Reihe

Analysen der Feinstruktur von Schuldramen Christian Weises (1642-1708) und Johann Sebastian Mitternachts (1613-1679) sowie der gattungs- und affekttheoretischen Poetologie von Weise und anderen offenbaren nicht nur die Krise emblematischer Argumentationsfiguren sondern auch einer auf Ähnlichkeit und Zirkularität beruhenden Semantik insgesamt. Weises scharfsinnige Strategien, die paradoxe Selbstblockade dieser Semantik zu durchbrechen und Selbstreferenz auf Differenz umzustellen, prägen sowohl Einzeltexte wie das »Trauer-Spiel Von dem Neapolitanischen Haupt-Rebellen Masaniello« (1682) als auch die textübergreifende Kohärenz seiner Trilogien aus Bibeldrama, politischem Trauerspiel und Komödie. Darüber hinaus sieht sich Weise mit einem Wechsel vom Präsenzmedium Theater zum Absenzmedium des gedruckten Buches konfrontiert, den es literarisch zu verarbeiten und theoretisch zu reflektieren gilt. Damit gewinnt im Anschluß an diskursgeschichtliche und wissenssoziologische Thesen von M. Foucault und N. Luhmann eine semiotische und zugleich medienhistorische Problemkonstellation Kontur, die nicht nur das Schultheater im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts auszeichnet: Auf welche Weise nämlich die didaktischen Wirkungsansprüche und rhetorischen Erkenntnismittel dramatischer Literatur zwischen Klugheit und Moral neu verhandelt werden, erweist sich als spezifisch für die Phase des Übergangs vom Barock zur Aufklärung.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2002
Band 92 in dieser Reihe

Die vorliegenden Beiträge befassen sich mit dem Problem des Biedermeier als literarhistorischer Phase. Sie stellen einerseits die Frage, ob und inwieweit diese Phase durch für sie spezifische Merkmale charakterisiert ist und ob und auf welche Weise sich innerhalb ihrer ein intraepochaler Wandel vollzieht. Sie stellen anderseits die Frage, in welchen Transformationsprozessen sich der interepochale Wandel zwischen Goethezeit und Biedermeier bzw. zwischen Biedermeier und Realismus abspielt.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2002
Band 91 in dieser Reihe

Der Philosoph und Historiker Bernhard Groethuysen gehört zu den herausragenden Gestalten des deutsch-französischen Kulturtransfers der Zwischenkriegszeit. Zugleich gilt er aufgrund seiner historischen Schriften als einer der Wegbereiter der modernen Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Erstmals liegt nun eine umfassende intellektuelle Biographie des Berliner Gelehrten und Pariser homme de lettres vor, die Groethuysens Leben und Werk miteinander in Verbindung setzt und im Kontext der europäischen Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts verortet. Ausgehend von seinem Studium bei Wilhelm Dilthey und Georg Simmel wird Groethuysens Lebensweg, der ihn von der Berliner Universität in die Intellektuellenmilieus von Paris führte, nachgezeichnet. Bereits seit den frühen 1920er Jahren war die französische Hauptstadt zu Groethuysens Wahlheimat geworden. Hier verbrachte er den Großteil des Jahres, lebte im Freundeskreis von André Gide und machte als Lektor des bekannten französischen Verlags Gallimard Kafka und Musil in Frankreich bekannt. Zugleich war er bis 1933 während der Sommersemester als Professor für Philosophie an der Berliner Universität tätig. 1927 legte er mit seinem Werk über die Entstehung der bürgerlichen Welt- und Lebensanschauung in Frankreich einen Klassiker moderner Kulturgeschichtsschreibung vor, der sich als ein methodischer Brückenschlag zwischen französischer Mentalitätsgeschichte und deutscher Geistes- und Ideengeschichte lesen läßt.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2002
Band 90 in dieser Reihe

Unter Heranziehung von mehr als 500 literarischen und publizistischen Texten wird erstmals nach 1945 dem Phänomen der Schweizbegeisterung der Deutschen über einen Zeitraum von 150 Jahren nachgegangen. Nach der Beschäftigung mit den sozial- und geistesgeschichtlichen Voraussetzungen, die die emphatische Zuwendung zum Nachbarland erst ermöglichten, werden die Konstituenten des sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts etablierenden Mythos herausgearbeitet. Die Eidgenossenschaft wurde von vielen Deutschen zu einem Refugium stilisiert, das sich der dekadenten höfischen und der modernen bürgerlichen Lebenswelt entgegenstellen ließ und somit als Spiegelungsraum eigener Wünsche und Hoffnungen dienen konnte. Es entstand eine Begriffs- und vor allem Bildwelt, die innerhalb des Untersuchungszeitraums weitestgehend konstant blieben, auch wenn Teile der publizierenden Öffentlichkeit kontroverse Debatten über die politischen Strukturen des Nachbarlandes führten und zeitweise sogar - insbesondere während der Befreiungskriege - zu einer kritischen Sicht auf die Schweiz gelangten.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2002
Band 89 in dieser Reihe

Das »Pariser Tageblatt«/»Pariser Tageszeitung« bildet mit seinen insgesamt mehr als 2000 Ausgaben zwischen 1933 und 1940 eine der zentralen Quellen für die Erforschung von Politik, Kultur und Alltag des deutschen Exils in Frankreich. Der vorliegende Band ist hervorgegangen aus der Zusammenarbeit einer interdisziplinären deutsch-französischen Forschungsgruppe. Er widmet sich dem von der Exilforschung immer noch zu wenig beachteten Aspekt des deutsch-französischen Kulturtransfers. In vier Kapiteln und insgesamt 20 Beiträgen werden thematische Schwerpunkte des politischen und kulturellen Transfers, wichtige Vermittlerpersönlichkeiten und publizistische Vermittlungsinstanzen, sowie grundlegende Aspekte der Pariser Alltagswahrnehmung und des Paris-Mythos vorgestellt.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2002
Band 88 in dieser Reihe

Was passiert mit einer Universalsemantik wie der Ästhetik um 1900, als die deutsche Gesellschaft den Umbruch von einer stratifiktorischen hin zu einer funktionalen Differenzierungsform vollzieht? »Ästhetik im Umbruch« fragt nach den zentralen Begriffen von Ästhetiken der Jahrhundertwende und ihrer Funktion in der Selbstbeschreibung der Gesellschaft. Gesellschaft besteht - systemtheoretisch formuliert - aus nichts als dem Prozeß der sie konstituierenden Kommunikation; und die Ästhetik eignet sich für eine stratifikatorisch orientierte, das Subjekt und sein Milieu ins Zentrum rückende Selbstbeschreibung einer funktional ausdifferenzierten Gesellschaft in hohem Maße. Beispiele aus Monismus, Neukantianismus und Lebensphilosophie, aus katholischen sowie historisch-materialialistischen Kontexten zeigen, daß die Denkfigur von Form und Inhalt in der Ästhetik mit der Dialektik von Individuum und Gesellschaft in der Ethik korreliert: Das Schöne läßt sich so als ethisch relevant erklären. Die Studie bleibt hier jedoch nicht stehen. Was diese Beispielästhetiken auf hohem Niveau herleiten, findet sich in den Debatten um Schmutz und Schund im wilhelminischen Kaiserreich wieder. Vertreter der Kirchen, der Sozialdemokratie und andere Gruppierungen nutzen den Universalanspruch ästhetisch-moralischer Kommunikation zur Homogenisierung, Abgrenzung und Priorisierung ihrer Milieukonstrukte. Eine ganz andere Funktion der Ästhetik (und Ethik) verfolgen hingegen die Kolportagebuchhändler: sie setzen Moral und Kunst in ihren Beiträgen gezielt als Medien der Hierarchiebildung im Wirtschaftssystem ein und tragen so mit ihrer Auffassung der Gesellschaft als Massenkommunikation der funktionalen Ausdifferenzierung Rechnung.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2007
Band 87 in dieser Reihe

Dieser Band widmet sich methodologischen Fragen zur sozialwissenschaftlichen und sozialgeschichtlichen
Orientierung der Literaturwissenschaft und erprobt entsprechende Vorgaben in zehn Beiträgen zu Theorie und Praxis der Historiographie der deutschsprachigen Literatur. Jörg Schönert untersucht gattungstheoretische
und genregeschichtliche Probleme zu Satire und Kriminalliteratur und analysiert Textkorpora von J. H. Campe, J. K. Wezel, H. v. Kleist, B. Auerbach, G. Keller, K. E. Franzos und F. Wedekind. Das Buch versteht sich als Dokumentation einer wichtigen Position in der seit den 1970er Jahren geführten „Methodendiskussion“.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2001
Band 86 in dieser Reihe

Es wird versucht, die Schaffensweisen von Autoren, dokumentiert vor allem in Handschriften, für das Verständnis dieser Autoren, der literarischen Moderne sowie der Entwicklung der neugermanistischen Editionsphilologie fruchtbar zu machen. Kernthese ist, daß im 18. Jahrhundert mit Klopstock, Hamann und Herder und anderen das Gewicht vom Werk auf den Autor im Schaffensprozeß verschoben und das Schreiben seitdem als autorzentrisches oder werkzentrisches zweideutig und zwiespältig wurde. Im autorzentrischen Schreiben wurde Literatur und Sprache autonomisiert, d.h. von äußeren allgemeinen Zwecken abgelöst und der inneren Erneuerung des Autors und des ihm ideell angeglichenen Lesers dienstbar gemacht. Charakteristisches Ausdrucksmerkmal des primär autorbezüglichen Schreibens ist das Fragmentarische. Die Sprache gewinnt hierbei eine mitproduktive Kraft. Sie wird zum Lebenselement schöpferischen Geistes, vor allem im Medium lauten Lesens. Die Editionsphilologie stand lange unter der Vorherrschaft werkzentrischen Denkens und hat sich erst spät in der sogenannten textgenetischen Edition oder Faksimile-Edition der Autorzentrik geöffnet.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2001
Band 85 in dieser Reihe

»Haben unsere Feinde noch Bomben und Kanonen, so haben wir - Flugschriften, kleine, ganz kleine Flugschriften! Glaubt mir, eine einzige Broschüre ist mitunter gegen die Gewalt eine furchtbarere Waffe als ein ganzer Artilleriepark gegen die Freiheit ist.«

Diese Worte stammen von Karl Heinzen, einem der radikalsten Literaten des Vormärz. Sie stehen in einer revolutionären Schrift, die 1846 mit fingiertem Druckort in einem Schweizer Verlag, dem »Literarischen Institut«, produziert, dann über die Grenze in den Deutschen Bund geschmuggelt, dort verkauft und alsbald verboten wurde. Der Verlag , der Heinzens Schrift druckte, produzierte 1845 bis 1852 eine ganze Reihe solcher Pamphlete - darunter auch Freiligraths »Ça ira« - und vertrieb sie in den Deutschen Bund. Neben zahlreichen Archiven in der Schweiz und in Deutschland bilden die Bestände dieses Verlagsarchivs eine einzigartige Quellenbasis für eine Sozialgeschichte der Exilliteratur im Vormärz. So untersucht die Studie am Beispiel des »Literarischen Instituts« und anderer Verlage die Faktoren, die im Vormärz zur Bildung einer exilliterarischen Öffentlichkeit beitrugen. Das "Katz-und-Maus"-Spiel zwischen Verlagen, Exilliteraten und Polizei lief in einer bewegten Phase der europäischen Geschichte ab: Die Ereignisse im Vormärz und in der Revolution von 1848/49 bewogen verschiedene Schweizer Verleger, revolutionäre Schriften deutscher Flüchtlinge zu drucken, die aus der Ferne die politische Entwicklung in ihrer Heimat beeinflussen wollten. Die konservativen Mächte im Deutschen Bund hielten die Schweiz deshalb für einen gefährlichen "Hort der Revolution" und versuchten mit umfangreichen Maßnahmen gegen den Schriftenschmuggel vorzugehen. Die Studie zeigt die Beziehungen zwischen diesen verschiedenen "Feldern" (Bourdieu) auf und analysiert so zentrale Entwicklungen im Vormärz: die politische Emigration, die Auseinandersetzung um Pressefreiheit, die Krise der restaurativen Zensur und Pressekontrolle und den Strukturwandel der Pressepolitik im Deutschen Bund.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2001
Band 84 in dieser Reihe

Wo gegenwärtig über Inhalt und Funktion der Kulturwissenschaft/en gesprochen wird, geschieht dies meist im - häufig impliziten - Verbund von thematischen, institutionellen, weltanschaulichen und methodischen Aspekten. Ohne die wissenschaftsbetrieblichen Rahmenbedingungen zu ignorieren, fokussiert die aktuelle Untersuchung - gerade um des Praxisbezugs willen - die "methodische" Seite eines in die Gegenwart geöffneten kulturwissenschaftlichen Vollzugs. Der erste Hauptteil entfaltet - nach Analyse der phänomenologischen Gegebenheit kultureller Gegenstände - den Kernbestand der klassischen Hermeneutik (1./2. Kanon) vor dem Hintergrund moderner Kultur- und Methodologieentwicklung. Wo sind Modifikationen nötig und wo nicht? Wie steht es um zentrale Kategorien wie Autor, Intention und Objektivität? Die zweite Hauptuntersuchung erläutert an Beispielen primär aus der Lyrik-, Aphorismus- und Erzähltheorie die Beschränkungen gängiger Kategorienvorstellungen und sucht praktikable Alternativen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Überwindung dichotomistischer Selbstbeschränkungen zugunsten gradualistischer Perspektiven sowie die Öffnung des Modellbildungsarsenals (hierarchische Klassifikation, Kreuzproduktbildung) für Vorstellungen von Metrik (im mathematischen Sinn) und Topologie. Insgesamt versteht sich die Studie als Versuch, den methodischen Kernproblemen aktueller Kulturwissenschaft anstatt mit einem neuen >Paradigma< durch differenzierte Sichtung und - wo möglich - Lösung der vielen jeweils dahinter verborgenen lokalen Fragestellungen zu begegnen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2001
Band 83 in dieser Reihe

Das Interview ist seit Jahrzehnten in der Wissenschaft, im Journalismus und in der Literatur eine überaus weitverbreitete Kommunikationsform. Innerhalb der Literaturwissenschaft gibt es bisher nahezu gar keine Versuche, sie näher zu analysieren. In schwerpunktmäßiger Ausrichtung auf die Literaturwissenschaft, zugleich unter ständiger Einbeziehung von Fragestellungen der Soziologie, Sozialgeschichte usw. wird untersucht, welche formalen Eigenschaften, welchen Aussage- und Quellenwert Interviews als Interview-Literatur besitzen. Die Analyse, in der zunächst der Begriff der Dokumentarliteratur neu definiert wird, ist dabei ausgerichtet auf den überschaubaren Bestand interviewliterarischer Texte zum Leben in der DDR: Was erzählen ‚gewöhnliche‘ Bürger Ostdeutschlands im Zeitraum etwa zwischen 1960 und 1995 über ihre Biographie und damit über die Gesellschaft?

Teil A der Studie enthält eine genaue Beschreibung der Textsorte Interviewliteratur; in Überblicksdarstellungen wird außerdem der Gesamtbestand interviewliterarischer Texte zum Leben in der DDR und der ersten Nach-DDR näher gekennzeichnet. Teil B zeigt in ›Interviews mit Interviewschriftstellern‹, wie die Entstehungsgeschichten, Formen und Inhalte von Interviews zum DDR-Leben im einzelnen beschaffen sind. Ein großangelegtes Register in Teil C ermöglicht es schließlich Forschern verschiedenster Disziplinen, detaillierten Aufschluß über praktisch alle Lebensinhalte zu gewinnen, die in 121 Texten der Interviewliteratur zur Sprache kommen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2001
Band 82 in dieser Reihe

Das Buch stellt avancierte Konzepte aus System- und Zeichentheorie vor, nämlich das Theorem Niklas Luhmanns von der strukturellen Kopplung von Bewußtsein und Kommunikation und den dreiwertigen Zeichenbegriff von Charles S. Peirce. Dabei werden verstärkt auch die strukturellen Ähnlichkeiten der Theorien, wie sie insbesondere in den triadischen Modellen zum Ausdruck kommen, die man sowohl in der Autopoiesis als auch in der Semiose beobachten kann, in den Vordergrund gerückt, da sie neue Antworten auf alte wissenschaftstheoretische und philosophische Grundsatzfragen nach Welt, Wahrheit und Subjekt erlauben.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2001
Band 81 in dieser Reihe

Die Studie bemüht sich um eine genaue Rekonstruktion des ästhetischen Denkens Goethes von den frühesten Äußerungen bis zu den Ergebnissen der italienischen Reise. Dieses Untersuchungsgebiet ist insbesondere deshalb von großem transdisziplinärem Interesse, als sich hier schon sehr früh Tendenzen zur Autonomisierung der Künste und zur theoretischen Reflexion dieses Prozesses abzeichnen. Darüber hinaus stellen die lakonischen, genialisch-rhapsodischen oder manifestartig verknappten Essays Goethes auch in formaler Hinsicht ein Spezifikum dar: Sie thematisieren und reflektieren ihren theoretischen Gehalt selbst in ihrer textuellen Performanz. In methodischer Anlehnung an Pierre Bourdieus Theorie des literarischen Feldes unternimmt der Verfasser eingängige intertextuelle Mikroanalysen paradigmatischer und programmatischer theoretischer Schriften (»Zum Schäkespears Tag«, »Von deutscher Baukunst«, »Einfache Nachahmung der Natur, Manier, Styl«) und berücksichtigt dabei erstmals auf systematische Weise sowohl die unmittelbaren Entstehungsumstände und künstlerischen Bezugspunkte als auch v.a. die epistemologischen und ideengeschichtlichen Voraussetzungen im übernationalen europäischen Kontext. Ein Ergebnis der Studie ist die genauere Differenzierung zwischen Kontinuitäten und Diskontinuitäten im ästhetischen Denken Goethes auf epistemologischem und auf kognitivem Niveau. Des weiteren wird die kultursoziologische und diskurshistorische Funktionalität zahlreicher Phänomene in den Blick genommen. Die Spezifik wie auch die Exemplarität des (häufig geringgeschätzten) nicht-systematischen "Ästhetikers" Goethe können somit vor einem erweiterten Horizont neu diskutiert werden.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2000
Band 80 in dieser Reihe

Aus kunstgeschichtlicher, germanistischer und wissenschaftsgeschichtlicher Perspektive wird nach Formen und Leistungen genealogischen Denkens in Mittelalter und Früher Neuzeit gefragt. Es geht hierbei um die Rekonstruktion einer Denkform, die es den Zeitgenossen möglich machte, Wissensbestände unterschiedlichster Art zu gliedern, verfügbar zu halten und zur Legitimation oder Demonstration von Macht einzusetzen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2000
Band 79 in dieser Reihe

Die Aphorismusforschung hat in den achtziger und neunziger Jahren große Fortschritte gemacht. Dennoch mangelt es nach wie vor an literarhistorischer Klärung. So verstehen sich die vorliegenden Studien als Bausteine zu einer Geschichte des deutschsprachigen Aphorismus im 20. Jahrhundert. Für den expressionistischen Aphorismus sind zwei Zentren zu erkennen, einerseits der Aktivismus um Autoren wie Kurt Hiller und Rudolf Leonhard, andererseits ein geographisches, nämlich Österreich. Er dringt auf eine strukturelle Integration von Handlungsorientiertheit, Reflexion und Emotion. Zum Aphorismus in der Zeit des Nationalsozialismus werden Autoren wie Rudolf G. Binding und Richard Euringer, vor allem aber das umfangreiche Spruch-Werk Ernst Bertrams herangezogen, ebenso Aphoristiker wie Otto Heuschele, Richard Benz und Theodor Haecker. Eine Antwort auf die Frage nach innerer Opposition, nach Differenzen und latenten Gemeinsamkeiten wird im Begriff der Verbindlichkeit gesucht. Die Studie zu literarischen Kleinformen an den Gattungsgrenzen von Lyrik und Aphorismus in der deutschsprachigen Literatur nach 1945 diskutiert nach eingehenden Gattungsüberlegungen literarhistorische Vorläufer, von Jean Pauls und Wolfgang Menzels »Streckversen« bis zu Peter Hille und René Schar. Von Brecht ausgehend analysiert sie Kurztexte von Reiner Kunze, Günter Kunert, Erich Fried, Arnfried Astel und anderen, eine zweite Linie zeichnet sie von Paul Celan und Ernst Meister her nach, um schließlich im Begriff des Erlebnisdenkens die Frage einer trennscharfen Grenzlinie oder eines gemeinsamen Grenzraums neu zu diskutieren.

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Band 78 in dieser Reihe

Gegenstand der Untersuchung sind die in Westdeutschland, Österreich, der Schweiz und im weiteren nicht-kommunistischen Ausland zwischen 1945 und 1961 in Buchform (UNESCO-Definition) publizierten Kriegserinnerungen zum Zweiten Weltkrieg (einschließlich Gefangenschaft), geschrieben nach eigenem Erleben von ehemaligen deutschen Kombattanten der Wehrmacht und der Waffen-SS. Ziel ist es, die in diesen Texten formulierten Positionen zum Nationalsozialismus, zum soldatischen Einsatz und zu weiteren Phänomenen zu beschreiben, um damit einige Aspekte der Wahrnehmungsstruktur von erlebter Historie und deren Bewertung bei Kriegserinnerungsschreibern transparent zu machen. Damit sollen Regelhaftigkeiten in Selektion und Verarbeitung von Wahrnehmung und von damit ursächlich verknüpften Wertungen aufgezeigt werden, und zwar bezogen auf die Gesamtmenge der 216 Publikationen. Diese wurden zu einem begrenzten Themenbereich geschrieben und in einem fixierten Zeitraum veröffentlicht; ihre 200 Autoren weisen bestimmte Merkmale auf. Die dazu recherchierten bibliographischen und biographischen Materialien bilden die Basis der Untersuchung (Textanzahl, Erscheinungsjahre, Schwerpunkte der Darstellung, Verlage, Verlagsprofile, Gesamtzahl der Autoren, Dienstgrade, Teilstreitkräfte, Auszeichnungen etc.). Durch die Inhaltsanalyse aller 106 Autoren-Vorworte werden Hypothesen erarbeitet, die vorläufige Aussagen über die Wertungspraxis der Autoren bezüglich verschiedener Begriffsfelder (z.B. "Nationalsozialismus", "Soldatische Tugenden") erlauben. Die Hauptuntersuchung schließlich überprüft die Hypothesen an 20 Gesamttexten. Es wird dabei festgestellt, wie soziobiographische Merkmale der Autoren und bestimmte inhaltliche Aspekte ihrer Texte aufeinander zu beziehen sind. Damit werden Teile eines Autor-Text-Systems konstruiert, das "typische" von "zufälligen" Merkmalen zu unterscheiden ermöglicht.

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Band 77 in dieser Reihe

Der Band vereint Beiträge einer Tagung aus Anlaß der Emeritierung von Eda Sagarra vom Chair of German (gegründet 1776) am Trinity College Dublin. Er widmet sich ihrem Hauptforschungsgebiet, dem 19. Jahrhundert, als literatur-, sozial- und kulturgeschichtlicher Epoche. Die "Schwierigkeiten" kultureller Erinnerung an eine Epoche, die - je nach Perspektive - als Jahrhundert der Freiheit, der Ideologien, der Wissenschaften, des Historismus oder des Realismus charakterisiert worden ist, werden angesichts der postmodernen Dekonstruktion von Literatur und Geschichte aus vielfältigen Blickwinkeln untersucht.

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Band 76 in dieser Reihe

Der Tagungsband zum Stuttgarter Kolloquium »Deutsch-französische Wahrnehmungsmuster und das Konzept nationaler Identität im 18. und 19. Jahrhundert« revidiert, von einem konstruktivistischen Verständnis von Nation ausgehend, die komparatistische Frage nach dem "Bild", das die Literatur von dem Fremden vermittelt. Aus sozial-, literatur- und geschichtswissenschaftlicher Perspektive untersuchen die Beiträge am Beispiel von deutschen und französischen Texten zwischen Aufklärung und Vormärz das Verhältnis von Nationalstereotypen, Wahrnehmung bzw. Darstellung des Fremden und Identitätsbildung.

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Band 75 in dieser Reihe

Was läßt ein eigentlich heterogenes Ensemble von Mitgliedern in einer As-Sociation und unter einer Programmatik zusammenkommen? Warum kann die in ästhetischer Hinsicht nicht minder heterogene künstlerische Produktion der Beteiligten dennoch als "Ganzheit" wahrgenommen werden? Als Antwort wird im ersten Teil eine Literatursoziologie literarisch-kultureller Gruppierungen entwickelt, die das methodische Instrumentarium der Diskursanalyse nutzt, um die "harten" sozialhistorischen Daten der Gruppierungen und die "weichen" ästhetischen Strukturen der Programme und Werke im Schnittfeld ihrer gemeinsamen interdiskursiven Elemente aufeinander zu beziehen. Expliziert wird dieses Modell für den Zeitraum von 1843 bis 1924 an den Stuttgarter Gesellschaften »Glocke« und »Bergwerk«, dem Straßburger »Stürmerkreis« sowie dem Berliner »Charonkreis«.

Im zweiten Teil geht es um den in der Verreinstopographie der Jahrhundertwende auf Grund seiner zugleich "modernen" und "antimodernen" diskursiven Position kulturhistorisch besonders interessanten »Werdandi-Bund«. 1907 gegründet, gehört er zu jenen konservativ-kulturkritischen Vereinigungen, die neue Weltanschauungs-Synthesen und neue einheitlich-ungespaltene (as-sociierte) Sozialkörper propagierten, de facto aber einander entgegenlaufende Diskurse und Praktiken produzierten bzw. provozierten. Dennoch versprachen sie sich von ihrem kunstpolitischen Programm eine Erneuerung des "Deutschtums", mit der sie den vielfältigen Irritationen der Moderne begegnen wollten. Ein editorischer Anhang macht Briefe und Dokumente zu »Werdandi-Bund«, »Glocke« und »Bergwerk« zugänglich, darunter einen bisher unbekannten Text Franz Dingelstedts.

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Band 74 in dieser Reihe

Nach 1945 erschien auf dem deutschen Buchmarkt eine kaum überschaubare Fülle autobiographischer Publikationen. Die intensive Selbstreflexion führt zu einer Problematisierung der eigenen Biographie und in weiterer Konsequenz die Schriftsteller zu experimentellen Variationen des autobiographischen Erzählens: Erweiterungen des Erzählrepertoires, Montagetechnik, Variationen der Rahmenerzählung, fiktionale Elemente innerhalb der Autobiographie, Steigerung des Dokumentarismus. Es geht zunächst um die theoretische Rekonstruktion der zentralen Kategorien der Autobiographie (Fiktionalität, historiographische Erzählung, Biographie und Lebenslauf, autobiographisches Gedächtnis). Im Zentrum der Textanalyse steht die Konstruktion von Identität und Individualität, deren gemeinsames Zentrum das vitalistische Biographiemodell ist. Nur die dem Nationalsozialismus nahestehenden Autoren konstruieren ihr autobiographisches Ich als unproblematische Einheit. Alle anderen radikalisieren die Exklusion der modernen Individualität oder sie beschreiben die Zeit des Dritten Reiches als elementare Krise, die durch eine Konversion überwunden wird oder als Krise bestehen bleibt. Vor allem die Autoren des rechtskonservativen Lagers der Weimarer Republik führen eine fundamentale Auseinandersetzung mit dem eigenen Verschulden bis hin zum Eingeständnis ihres Scheiterns.

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Band 73 in dieser Reihe

Der Band analysiert Schriftsteller als intellektuelle Figuren des öffentlichen Diskurses. Die erste Sektion widmet sich der Entstehung des Begriffs und der Theorie des Intellektuellen seit Ende des 19. Jahrhunderts. In der zweiten werden Schriftsteller als Intellektuelle während des Kalten Krieges in ihren konkreten Rollen gezeigt: sie enthält Studien über die intellektuellen Folgen des Stalinismus in der DDR, die beiden deutschen PEN-Zentren, die Entstehung des 'Engagement'-Begriffs in West- und Ostdeutschland und über herausragende einzelne Autoren wie Johannes R. Becher und Kasimir Edschmid.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2008
Band 71 in dieser Reihe

Die Theoriedebatte hat den Autor für obsolet erklärt; in der Praxis dagegen werden legitime Verwendungsweisen des Autorkonzepts immer wieder demonstriert. Diese Diskrepanz deutet an, daß die theoretische Reflexion über den Autor zentralen Formen des wissenschaftlichen Umgangs mit Literatur nicht gerecht wird. Die Beiträge des Bandes versuchen unter historischer wie unter systematischer Perspektive den begriffsgeschichtlichen Hintergrund des Autorkonzepts genau zu rekonstruieren, die Idealtypen der Verwendung und die in der Praxis entstehenden Problemmuster zu analysieren. Außer Texten werden auch andere Medien wie Film, Musik, Kunst und Hypertexte untersucht.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1999
Band 70 in dieser Reihe

Im Anschluß an die Sammelbände »Literatur und Kriminalität« (1983, STSL 8) und »Erzählte Kriminalität« (1991, STSL 27) untersuchen die Beiträge des Bandes Diskurse der gesellschaftlichen Konstruktion von Devianz, Kriminalität und Justiz und exemplarische Konstellationen ihrer (massen-)medialen Repräsentation im 20. Jahrhundert. Theoretische Überlegungen zum Zusammenhang von "Übertretung2 und "Ordnung" auf der Basis neuerer Forschungen zur Repräsentation von Verbrechen und Justiz in Deutschland und den USA sowie Beiträge zu kriminologischen, juristischen und politischen Diskursen der Gegenwart erleichtern darüber hinaus die systematische und historische Verortung der Fallstudien.

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Band 69 in dieser Reihe

Der Entwurf der Zeichentheorie von Typographie bedient sich zentraler Elemente der Semiotik von Peirce und Eco, die die Analyse unterschiedlichster Semantisierungsprozesse bei der Wahrnehmung und Deutung von Typographie ermöglichen. Die Systematisierung typographischer Gestaltungsmittel geht u.a. ein auf Mündlichkeitsmerkmale, die Eigenschaften gesprochener Sprache typographisch repräsentieren, und auf typographische Dispositive, als einzeltextunabhängige Muster der Textgliederung wie Lyrik/Dramatik, Buch-/Zeitungstext. Im historischen Teil wird die Kontroverse um Fraktur und Antiqua an historischem Quellenmaterial ausführlich diskursanalytisch nachgezeichnet. In der Goethezeit steht der Schriftstreit im Kontext der Entwicklung klassischer Werkästhetik und der Kanonisierung deutscher Nationalliteratur. Im Übergang von Kaiserreich zu Drittem Reich wird die Debatte ideologisch unvergleichlich aufgeladen und zur nationalen Frage stilisiert. Dies ist die Grundlage für die machtpolitische Funktionalisierung der Schriftfrage durch die Nazis. Der letzte Teil der Arbeit gilt den typographischen Innovationen Anfang des 20. Jahrhunderts, die aus dem Wechselverhältnis von Gebrauchstypographie in Presse und Werbung und der Kunsttypographie der Avantgarden resultieren. Gezeigt wird, warum Werbung zum Motor typographischer Neuerungen wird und die Visualisierung sprachlicher Kommunikation vorantreibt. Die Textexperimente Dadas werden auf ihre Voraussetzungen in der Gebrauchstypographie bezogen. Neben Analysen zur Lautdichtung als typographiebasierter Textform wird die Entwicklung von Typographie als sprachunabhängige Bild-Kunst in Funktionalismus und Konstruktivismus nachgezeichnet.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1999
Band 68 in dieser Reihe

Die Studie über die Tagebuchliteratur im 18. Jahrhundert versteht sich als Beitrag zur Kulturgeschichte unter medien- und mentalitätsgeschichtlichen Aspekten. Dabei kann der Gattung Tagebuch eine zentrale Bedeutung für den allgemeinen Literalisierungs- und Individualisierungsprozeß zugewiesen werden. Die Entstehung und Geschichte der Gattung wird erstmals am Beispiel eingehender Einzelanalysen der Tagebücher von Haller, Gellert, Lavater, La Roche, von der Recke, Goethe, Leisewitz, Lichtenberg u.a. als Entwicklungsprozeß von der Simulation einer mündlichen Dialogsituation (Gespräch mit Gott, dem geliebten alter ego, dem toten Partner), über den inneren Dialog mit dem 'zweiten Ich' bis hin zu dem an keinen gerichteten, intimen Text beschrieben. An der Entwicklung der Tagebuchliteratur wird deutlich, daß komplexe Individualitätskonzepte an Schrift gekoppelt sind. Von rechtfertigenden Selbstentwürfen gegenüber einem idealen alter ego bis zur selbstreferentiellen, autonomen Selbstkonstitution verläuft die Geschichte der Selbstfiktionalisierungsmodelle in der Tagebuchliteratur. Angetrieben wird dieser Prozeß der Selbsterfindung durch die Reflexion auf den eigenen Körper und den Tod, den die Tagebuchliteratur in radikaler Unmittelbarkeit repräsentiert.

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Band 67 in dieser Reihe

Im Prozeß ihrer fortschreitenden Literaturfähigkeit traten deutsche Schriftstellerinnen seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert auch auf dem Gebiet der Reisebeschreibung hervor. Unterstützt wurde dies von der Öffnung des Genres für empfindsame oder subjektive Darstellungen. Da Reisen, Schreiben und Publizieren gleichwohl in vieler Hinsicht dem Weiblichkeitsstereotyp widersprach, entwickelte sich für weibliche Reiseschriften ein eigener, geschlechtsspezifischer Regelkodex, der sich neben den Merkmalen der Gattung behauptete, ja diese sogar überlagern konnte. Die Spuren dieses Regelsystems lassen sich in den zeitgenössischen Beurteilungen ebenso sichern wie in den Reisewerken selbst. Nach 1850 führte die geschlechtsbedingte stilistische und inhaltliche Beschränkung zum Trivialitätsverdikt und ließ die ehemals beliebten Schriften in Vergessenheit geraten. Die vorliegende Arbeit etabliert zunächst eine Typologie der Gattung Reisebeschreibung. Im Vergleich mit männlichen Reiseschriftstellern und ausländischen Autorinnen werden dann die sozialgeschichtlichen Reisemöglichkeiten für Frauen, die Produktionsbedingungen, Marktchancen und werkinternen Regelsysteme für weibliche Reiseschriftstellerei in Deutschland untersucht. Fundament der Analyse ist eine um Vollständigkeit bemühte bibliographische Erfassung der weitgehend unbekannten deutsch- und anderssprachigen Werke. Ein bio-bibliographischer Anhang dient der Information über die deutschen Autorinnen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1998
Band 65 in dieser Reihe

Obwohl es spätestens am Ende des 19. Jahrhunderts statistisch bewiesen war, daß sich Männer und Frauen gleichermaßen des Giftes als Mordmittel bedienen, war man sich in Wissenschaft, Literatur und Publizistik bis weit ins 20. Jahrhundert hinein darüber einig, daß der Giftmord als eine 'Domäne des Weibes' anzusehen sei. Die Grundlage dieses Giftmord-Stereotyps bilden Vorstellungen vom 'Wesen des Weibes' bzw. der Psychologie der Frau: auf Grund ihrer körperlichen und seelischen Schwäche (Mangel an Mut und Kraft) sowie ihrer Nähe zur Geschlechtlichkeit (Vergiften als 'wollüstiger Kitzel') greife die Frau quasi naturgemäß zum heimtückischen Gift. Einen entscheidenden Anteil an der Formation des Giftmord-Stereotyps hatte zudem die Pitavaltradition, die diese Vorstellungen mit literarischen Verbrecherbildern (große und gemeine Verbrecherinnen) verquickte und deren Falldarstellungen (z.B. Brinvillier, Zwanziger, Ursinus und Gottfried) von Fachwissenschaften und Publizistik stets als Beispiele für 'typisch weibliche Giftmischerinnen' herangezogen wurden. Hierbei sorgten die Fachwissenschaften durch neue wissenschaftliche Erklärungsmuster für eine beständige Aktualisierung des Stereotyps. Insgesamt konnte in der vorliegenden diskurstheoretisch und interdisziplinär orientierten Studie anhand der Auseinandersetzung mit Pitavalgeschichten, Prozeßberichten, wissenschaftlichen Texten usw. zu Giftmordfällen verschiedener historischer Zeiträume gezeigt werden, daß das tradierte Giftmordwissen in einem beständigen Austausch- und Verweiszusammenhang zwischen Fachwissenschaft, 'schöner Literatur', Publizistik und Alltagswissen formiert, legitimiert und fortgeschrieben wurde.

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Band 64 in dieser Reihe

"Zeichen und Zeit" benennt wesentliche Komponenten der Realitätskonzeption realistischer Literatur des 19. Jahrhunderts: Ihre Zeichenkonzeption wird an Texten ablesbar, die die Produktion und Rezeption von Bildwerken als gefährlich phantasieren und deren Ähnlichkeit mit dem Abgebildeten als eine Gewinn-Verlust-Beziehung konzipieren, in der das Bezeichnete an Leben verliert, was das Zeichen an täuschender Mimesis gewinnt. Realistische Mimesis droht im Extremfall, ihren Gegenstand zu tilgen und in der bloßen Realität der Zeichen zu münden. Damit verknüpft ist eine literarische Zeit- und Geschichtskonzeption, die sich mit dem semiotischen Problem konfrontiert sieht, motivierte Repräsentanten für absente Realitäten, für individuelle oder kollektive Vergangenheit zu (er-)finden. Dieser Zusammenhang wird als latente Problemkonstellation für ein größeres Korpus von Erzähltexten zwischen 1840 und 1910 - nicht nur für Künstlernovellen oder Geschichstromane - rekonstruiert. Exemplarische Analysen der semantischen Feinstruktur von Texten Storms, Fontanes, Sacher-Masochs u.a. werden dabei auf diskursgeschichtliche Erkenntnisinteressen verpflichtet. Daß der Realismus sprachliche gegen bildliche, metonymische gegen metaphorische Zeichen ausspielt und die Gefahren visueller Imagination permanent beschwört, erweist sich am Ende des Jahrhunderts als indirekte Selbstreferentialität der Literatur angesichts zunehmender Medienkonkurrenz: Am Beginn des Zeitalters des Film stößt realistische Literatur explizit an ihre psychologischen und phantastischen Grenzen.

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Band 63 in dieser Reihe

Die Untersuchung lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Tradition der Naturphilosophie, deren Konturen im philosophiehistorischen Bewußtsein vollkommen unscharf geworden sind, und erschließt ihre Bedeutung für Ästhetik und Literaturforschung. Sie betrifft vor allem Johann Friedrich Herbart, Rudolph Hermann Lotze und Gustav Theodor Fechner, die einerseits zum Teil selbst Naturwissenschaftler waren, andererseits die Ergebnisse der Naturforschung auf eine monistische Weltinterpretation anzuwenden bestrebt waren, in der der Kantische Dualismus von Sinnen- und Verstandeswelt keine Geltung mehr besitzen sollte. In der unter wissenssoziologischen Gesichtspunkten systematisch analysierten Situation, die gekennzeichnet ist durch den erneuten Zerfall der durch den Kritizismus "konzentrierten" Theoreme, findet Lotze zur Darstellung der Möglichkeit einer zwar partikularen, aber gewissen Erkenntnis. Ihr Kriterium liegt in der "Anschaulichkeit" und sieht in der immanenten Beschreibung von Naturgesetzen die Vollständigkeit der Welterklärung gegeben. Die physiologische Konzeption der Natur als gleichzeitig "geregelt" und doch kontingent hat jedoch notwendig eine Diskussion zur Folge, in der das Problem des Seelischen als einer "Sinnprovinz" der Natur zum Gegenstand offener Polemik werden mußte. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich die Ästhetik nicht nur zu einer desillusionierenden Instanz, sondern auch zu einer Logik der emotiv und voluntativ gesteuerten Bewußtseinsakte, die sie als eine Erlebnisform von "Werten" erkennt. Die paradoxen Entwicklungsbedingungen der Moderne werden durch Aufklärung dieser komplexen Sachverhalte durchsichtig.

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Band 61 in dieser Reihe

Mit dem raschen Anwachsen und der zunehmenden Ausdifferenzierung des literarischen Marktes erschienen im deutschsprachigen Raum in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zahlreiche literarische Zeitschriften, die sich ausdrücklich an Frauen wandten. Unter der erklärten Voraussetzung, lediglich das eigene Geschlecht unterhalten und belehren zu wollen, betätigten sich nun auch etliche Frauen als selbständige Herausgeberinnen. Sie alle waren bemüht, ihren ungewöhnlichen Schritt an die Öffentlichkeit mit der 'häuslichen Bestimmung' der Frau und dem Gebot weiblicher Bescheidenheit in Einklang zu bringen. Diese sozialgeschichtliche, diskursanalytische Studie zeigt erstmals, wer diese Publizistinnen waren, wie sie sich in ihren Zeitschriften präsentierten, unter welchen Bedingungen sie ihre Blätter produzierten und vertrieben, mit welchen Argumenten und Schreibstrategien sie sich in die damals rege Diskussion über eine zweckmäßige Ordnung der Geschlechter mischten und wie Leserinnen und Literaturkritiker darauf reagierten. Deutlich wird, daß der häusliche Raum der gebildeten Stände und die literarische Öffentlichkeit im 18. Jahrhundert keineswegs klar voneinander abgegrenzte, gegensätzliche Sphären waren. Die spätaufklärerische Geschlechterdebatte erscheint nicht länger als eine monotone restriktive Rede von Männern über Frauen, sondern als ein vielstimmiger Diskurs, in dem geschlechtsspezifische Handlungsräume erst noch ausgehandelt wurden.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1996
Band 59 in dieser Reihe

Bildung und Nationalisierung, Ausgrenzung und Reintegration konfessioneller, sozialer und ethnischer Gruppen sind in den letzten Jahren verstärkt ins Zentrum des Forschungsinteresses verschiedener Disziplinen gerückt. Im Dialog von Literatur- und Geschichtswissenschaft reflektiert der Band Modernisierungsprozesse in historischer Perspektive und versucht die Genese ihrer Begrifflichkeit zwischen 1850 und 1918 nachzuzeichnen. Er versammelt die Beiträge eines Kolloquiums, das 1995 zu Ehren des 60. Geburtstages von Wolfgang Frühwald stattfand. Die erste Gruppe der Referate umreißt das Problemfeld der Konstruktion von Nation und bildungsbürgerlicher Identität über Sprache und ihre ästhetische Anthropologie; die zweite Gruppe befaßt sich mit dem Problemfeld Bildung und Konfession in sozialgeschichtlicher und literaturwissenschaftlicher Perspektive.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1997
Band 58 in dieser Reihe

Anders als es Jacques Callots berühmte Serie über die Schrecken des Krieges vermuten läßt, wurde der Dreißigjährige Krieg von den Zeitgenossen zumeist nicht als politisches Phänomen begriffen. Im Bereich druckgraphischer Bildfolgen überwiegen 'technologische Sachbilder', wobei das "Soldatenbüchlein" über den Waffengebrauch informiert und für den Solddienst wirbt, während das "Capriccio" die künstlerisch-ästhetische Seite des Militärlebens betont. Im Unterschied dazu geht es bei den Folgen von Hans Ulrich Franck und dem Monogrammisten CR (auch Christian Richter), die im Zentrum der Untersuchung stehen, um eine moralische Bewertung kriegerischen Handelns. Die Hauptthese der Arbeit lautet, daß es sich hierbei eigentlich um 'bildliche' Erbauungsbücher handelt. Die drastisch vor Augen gestellte Schändlichkeit des Krieges und der von Soldaten begangenen Verbrechen dienen der Abschreckung. Mit diesem Ziel folgen die Serien einer Tradition der Todesmahnung, bei der sich spätmittelalterliche Formen wie die Ars moriendi sowie das Trost- und Sterbeschrifttum mit der humanistischen Auffassung von Zeit und Vergänglichkeit verbinden. So läßt sich das von Franck verwendete biblische Motto "Bedenke das Ende" speziell in Totentanzfolgen des 17. Jahrhunderts nachweisen. Matthäus Gundelachs Sterbebüchlein sowie weitere künstlerische Zeugnisse aus dem Augsburger Umkreis zeigen, auf welch vielfältige Weise sich das überlieferte Memento mori mit dem Krieg und dem künstlerischen Selbstverständnis der Gegenwart verknüpfen konnte.

Buch Open Access 1997
Band 57 in dieser Reihe

Während seines Erscheinungszeitraums (1933-1940) war das "Pariser Tageblatt" und sein Nachfolgeorgan "Pariser Tageszeitung" die einzige Tageszeitung des deutschen Exils. Diese pressegeschichtliche Sonderstellung akzentuierte seine herausragende Rolle als Repräsentant - und Aktant - in der politisch-kulturellen Öffentlichkeit des Exils und eröffnet heute neue Forschungsfelder, u.a. vor dem Hintergrund publizistischer Traditionen und Sparten wie dem Feuilleton. Ausgehend von der Frage nach den vielfältigen Formen redaktioneller, ökonomischer und ästhetischer Vermitteltheit literaturkritischer Praxis verbindet die durch Archivquellen abgestützte Untersuchung kommunikationsgeschichtliche, literatursoziologische und literaturwissenschaftliche Ansätze. So entwickelt sie einen mehrschichtigen Begriff von Literaturkritik, der diese als publizistische Institution im kulturellen Kräftefeld der deutschen Emigration in Frankreich, als ökonomischen Faktor auf dem literarischen Markt und als ästhetischen Diskurs innerhalb der literarischen Öffentlichkeit beschreibbar macht. Auf diese Weise gewinnt die Untersuchung exemplarischen Charakter für die Analyse literarischer Kommunikation während des Exils. Neben dem Beitrag von "Pariser Tageblatt" bzw. "Pariser Tageszeitung" zur Entwicklung literarästhetischer Positionen innerhalb des intellektuellen Kräftefeldes dieser Jahre, der die Zeitung u.a. in diskursive Auseinandersetzung mit "Das Wort" treten ließ, gilt ein besonderes Augenmerk der Rezeption und Kommentierung französischer Literatur. Der selektive Charakter des Literaturtransfers weist auf seinen außerästhetischen Anlaß zurück und unterstreicht gerade damit das Grundproblem einer Literaturkritik des Exils, die sich - bis auf Ausnahmen; im vorliegenden Falle u.a. Alfred Döblin, Alfred Wolkenstein und Ferdinand Hardekopf - der konjunkturellen Ausdifferenzierung einer exilspezifischen Ästhetik widmete und dabei längerfristige Entwicklungen der Moderne weitgehend ausblendete. Ein Verzeichnis sämtlicher Rezensionen mit Registern ist der Untersuchung beigefügt.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1996
Band 56 in dieser Reihe

Die neuere Forschung ist sich darüber einig, daß zwischen der Wichtigkeit des Bildungsbegriffs in den letzten 200 Jahren und seinem vagen semantischen Gehalt ein (scheinbares) Mißverhältnis besteht. Für die angemessene historische Analyse dieses und ähnlicher Begriffe wird Begriffsgeschichte eingestellt in einen theoretischen Rahmen, der Begriffe einem evolutionstheoretisch basierten Beschreibungszugriff zugänglich macht. Dabei kann auf Kategorien der historischen Soziologie Luhmanns und der Begriffsgeschichte Kosellecks zurückgegriffen werden. Das Korrelations-Dreieck, in dem ein Begriff historisch situiert ist, bildet sich aus: 1. seiner Bedingtheit durch die Gesellschaftsstruktur, d.h. seinen Funktionen und Problemreferenzen, 2. seinem Zusammenhang mit früheren Konzepten, 3. seiner Vernetzung mit anderen zeitgenössischen Begriffen. Für die Analyse dieser dritten Dimension wird ein Verfahren angewandt, das der Verfasser als Komponentenanalyse bezeichnet.

Als Komponenten des Bildungsbegriffs erweisen sich neben dem Individualitätskonzept einige Begriffe, die sich unter der Perspektive der Verzeitlichung analysieren lassen: genetisches Denken, Teleologie, Zeitökonomie. Die Begriffsanalyse macht auch die zahlreichen Funktionen von 'Bildung' sichtbar: soziale Integration und Distinktion, Selbstverständigung, Erklärungsmuster und Handlungsorientierung. Das Bildungskonzept der Goethezeit erweist sich als produktive Reaktion auf die Probleme, die durch die Umstellung von der stratifikatorischen auf die funktionale Differenzierung entstanden sind. So wird dieser Begriff bis ins 20. Jahrhundert durch seine Flexibilität und vielseitige Verwendbarkeit ein wesentlicher Faktor in der Koevolution von Semantik und Gesellschaftsstruktur.

Referenztext für die Begriffsanalyse ist Goethes Autobiographie "Dichtung und Wahrheit", die im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts als exemplarische Darstellung eines Bildungsganges gewirkt hat. Die Leistungsfähigkeit des Verfahrens zeigt sich auch daran, daß für das ausgiebig behandelte Thema 'Goethe und die Bildung' neue Einsichten erbracht werden. Detailliert analysiert werden der Titel und die damit bezeichnete Wahrheitsauffassung der Autobiographie sowie Goethes Darstellung seiner religiösen Entwicklung. Es wird gezeigt, daß dieses Werk nicht nur inhaltlich, sondern auch in seinen narrativen Strategien bis ins Detail dem Bildungskonzept vielfach verpflichtet ist.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1996
Band 54 in dieser Reihe

Die "Allgemeine Zeitung", die von den berühmten Stuttgarter Verlegern Johann Friedrich Cotta und seinem Sohn Georg von Cotta herausgegeben wurde, konnte sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu der bedeutendsten europäischen und zu einer in ihrer Art nahezu konkurrenzlosen Zeitung entwickeln. Die Voraussetzungen dazu sicherten der Standort des Cottaschen Zweigunternehmens in Augsburg, mit seinen traditionell günstigen Verkehrverbindungen, und die zahlreichen Privilegien, die die Zeitung vom bayerischen König erhielt. Der Verlag der "Allgemeinen Zeitung" war ein Wirtschaftsunternehmen, das auf Rentabilität abzielen mußte und gleichzeitig umfassende Informationen auf hohem Niveau bieten wollte. Die Unterdrückung der freien Meinungsäußerung im Vormärz und eine bayerische Pressepolitik, deren vorherrschendes Merkmal das Instrument der Vorzensur war, forderte daher die Kooperation der Redakteure mit den Zensurbehörden. Die Stuttgarter Großverleger sowie ihre Augsburger Mitarbeiter mußten also ständig versuchen, die Grenzen der von der Regierung erlaubten Berichterstattung auszuloten, sie aber nicht zu überschreiten. Nur so konnten sie ein Blatt schaffen, für das sich die Öffentlichkeit immer stärker interessierte und das folgerichtig bis 1848 immer mehr Abonnenten bekam. Ein Verbot einzelner Artikel bzw. Formulierungen war stets an der Tagesordnung, das Verbot der Zeitung selbst durfte jedoch nicht riskiert werden. Erstmals wird gezeigt, wie intensiv die Kontakte zwischen Redakteuren und ihren Zensoren waren. Eine Sozialgeschichte der Zensoren wird skizziert, der Arbeitsalltag in einer Zeitungsredaktion zwischen Zensur und dem Anspruch, eine 'liberale' Zeitung herzustellen, geschildert. Die wirtschaftliche Situation des Augsburger Verlagsunternehmens mit der Untersuchung seiner Absatzzahlen, der Vertriebsstruktur und der betriebswirtschaftlichen Situation wird erstmals in Bezug zur bayerischen Pressepolitik gesetzt. Die Zensur der "Allgemeinen Zeitung" in den Jahren von 1815 bis 1848 verdeutlicht, in welch hohem Maße nicht nur die Zeitung, sondern auch die bayerische Pressepolitik von der europäischen Politik abhängig war und welchen gravierenden Schwankungen sie unterlag.

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Band 52 in dieser Reihe

Die Untersuchung reformuliert Probleme sozialgeschichtlicher Literaturerklärung unter systemtheoretischen Gesichtspunkten. Konkreter Gegenstand der Analyse des Zusammenhangs von Gesellschaftsstruktur und Semantik ist die 'Sattelzeit' um 1770, der 'Sturm und Drang'. Die Untersuchung knüpft an bei Niklas Luhmanns Diagnose einer Umstellung der Individualität von Inklusion auf Exklusion im Prozeß der funktionalen Differenzierung. Sie ermittelt Eigenart und Folgeprobleme der Individualitätskonzeption des 'Sturm und Drang' und bezieht sie auf diesen Prozeß. Unter dem Problemdruck der Umstellung auf Exklusions-Individualität wird altes Ideen- und Formulierungsgut umgedeutet und in neuer Funktion eingesetzt. Das gilt für so heterogene Bereiche wie Religion, Philosophie, Liebe und literarische Formensprache. In gründlicher Analyse wird eine neue Lektüre dreier Werke des jungen Goethe entworfen. Es zeigt sich, daß die bisherigen Interpretationen die Koordinaten von Aufklärung und Empfindsamkeit selbst übernommen und damit die sozialgeschichtlich motivierten Umdeutungen verpaßt und das Problempotential dieser Werke gerade um die historische Pointe verkürzt hatten. Die Arbeit bringt einen neuen Aspekt sogleich in der konkreten historischen Applikation zur Geltung, und zwar so wirkungsvoll, daß selbst ein so vielinterpretierter Text wie "Götz von Berlichingen" in einem ganz neuen Licht erscheint, der "Brief des Pastors zu *** an den neuen Pastor zu ***" und "Clavigo" überhaupt erst angemessenes Licht erhalten.

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Band 51 in dieser Reihe

Namhafte Historiker und Literaturwissenschaftler stellen hier eine Vielfalt von Phänomenen zur Diskussion, die mit unterschiedlichen Arten staatlicher und privater Überwachung symbolischer Sinnstiftung zu tun haben. Zensur wird als eine äußerst komplexe und spannungsreiche Beziehung zwischen Geist und Macht verstanden, und mit 'Kultur' ist nicht nur die Textproduktion für Buchhandel und Theater gemeint, sondern jegliche Art von Sinnstiftung. Die chronologische Spannweite will ein überregionales Bild der positiven sowie auch negativen Kontrollinstanzen während der kulturellen und politischen Umwälzungen in Deutschland zwischen Weimarer Klassik und Weimarer Republik (1787-1933) entstehen lassen. In einem "Nachspiel der Machtspiele" erweitern Ausführungen zur amerikanischen Rezeption der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 sowie eine Auswertung von Zensurbelegen des Archivs des Kulturministeriums der ehemaligen DDR die Perspektive der Zensurerfahrungen um eine besonders aktuelle Dimension.

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Band 49 in dieser Reihe

Im Mittelpunkt der vorliegenden Studie stehen die in H. Manns "Der Untertan" aufgedeckten ökonomischen, sozialpsychischen und soziokulturellen Spannungen und Widersprüche im raschen Übergang von der traditionellen Stände- zur modernen Klassengesellschaft. Dieser Spannung inhärent ist das auffällige Mißverhältnis von Pessimismus auf kurze Frist und längerfristigem Optimismus, einem Realismus der Diagnose und einem Idealismus der Prognose, welches für Manns politisches Dilemma am Scheideweg der Revolution von 1918/19 und bis zum Niedergang der Weimarer Republik konstitutiv wurde.

Aus dem elementaren Widerspruch zwischen kapitalistischer Wirklichkeit und dem universalistischen Anspruch, der zu dem Entwurf einer konfliktfreien Bürgergesellschaft antreibt, ist das problematische Umkehrverhältnis von Gesellschaftskritik und utopischer Erwartungshaltung bei Mann zu erklären. Die Berufung auf eine idealisierte französische Geschichte z.B. gibt jenen 'Ersatz-Sonderweg' zu erkennen, der Manns Schwierigkeit verrät, mit gesellschaftlichen und politischen Modernisierungsprozessen im wilhelminischen Deutschland und in der Weimarer Republik zurecht zu kommen. Die Einsichten des "Untertan" in die Verschränkungen von Statusunsicherheit und Geltungsbedürfnis, bürgerlichem Individualismus und Sozialdarwinismus waren spätestens seit 1918/19 der utopischen Erwartung einer konfliktfreien Bürgergesellschaft großenteils gewichen. So konnte eines der folgenreichsten Kontinuitätsmomente im Übergang vom Deutschen Kaiserreich zur Weimarer Republik nicht zum Vorschein kommen. Denn Mann verkannte, daß gerade die 'vormodernen' Sicherheiten, die die NSDAP verhieß, sich mehrdeutiger auswirkten, als seine 'Geist-Macht'-Dichotomie wahrhaben konnte und wollte. Ein Demokratieverständnis, das auf der einfachen Antinomie zwischen den alten konservativen Machteliten einerseits und einem politisch unbedarften, doch auf längere Sicht durch Vermittlung der Intellektuellen 'belehrbaren' Bürgertum fußte, war nicht dazu angetan, den Blick für sozialpsychische Krisenerscheinungen in den eigenen bürgerlichen Reihen zu schärfen. Gerade an der von H. Mann weitgehend verleugneten innerbürgerlichen Spaltung machte die NSDAP den Dreh- und Angelpunkt für ihre 'Mittelstandspolitik' ausfindig.

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Band 48 in dieser Reihe
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Band 47 in dieser Reihe
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Band 46 in dieser Reihe
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Band 45 in dieser Reihe

Der im Spätherbst 1923 in Wien gegründete Paul Zsolnay Verlag war der führende belletristische Verlag Österreichs in der Zwischenkriegszeit und pflegte schwerpunktmäßig nicht nur deutsche, sondern auch ausländische Literatur. Die sich auf das umfangreiche Verlagsarchiv stützende Darstellung präsentiert die Gründung, die Programmentwicklung, die Produktionsbedingungen und die intensiven Beziehungen zwischen dem Verleger und seinen Autoren sowie die vielfältigen Verflechtungen zwischen Literatur und Politik bis Kriegsende. Im Anhang wird das Verlagsprogramm 1924-1945 vollständig verzeichnet.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1995
Band 44 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1994
Band 42 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1993
Band 41 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1993
Band 39 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1993
Band 38 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1992
Band 37 in dieser Reihe

In einem ersten, theoretischen Teil enthält diese Studie eine ausführliche Auseinandersetzung mit aktuellen Forschungsentwicklungen auf den Gebieten der Biographischen Forschung, Alltagsgeschichte (Oral History) und Interviewforschung. Insbesondere wird die Bedeutung des Interviews als einer literarischen Gattung eingehend erörtert. In einem zweiten Teil finden die Erkenntnisse aus der theoretischen Grundlegung Anwendung bei der Dokumentation, Kommentierung und Analyse von etwa 260 Interviewzeugnissen zum Erlebnis des Zweiten Weltkriegs. Das Erzählmaterial schließt sich ansatzweise zusammen zu einer einzigartigen Form der Geschichtsdarstellung, in der Aufbau und Inhalt primär festgelegt sind durch die Perspektive subjektiver Kriegserfahrung.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1991
Band 36 in dieser Reihe
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Band 35 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1991
Band 33 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1991
Band 32 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1990
Band 31 in dieser Reihe
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Band 30 in dieser Reihe
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Band 29 in dieser Reihe
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Band 27 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1990
Band 26 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1987
Band 22 in dieser Reihe

Das Buch ist thematisch verklammert durch das Problem der Rezeption. Ihm liegt die Überzeugung zugrunde, dass Benjamins Rezeptionstheorie nach wie vor den avanciertesten Beitrag im Umkreis einer historisch-dialektischen Kulturtheorie darstellt. Die erste Abhandlung entfaltet nach einem Rückblick auf das Frühwerk die tragenden Kategorien von Benjamins Rezeptionstheorie mit Blick auf das gesamte Spätwerk am Paradigma des Fuchs-Aufsatzes. Eine zweite Studie »Benjamins Bild des Barock« setzt wiederum ein mit einer Schilderung der weitgehend verunglückten Rezeption des Trauerspielbuchs in der Barockforschung. Eine dritte Abhandlung skizziert in prononcierter Symbiose aus Wirkungsgeschichte und Forschungsbericht wichtige Stationen der Nachgeschichte des Benjaminschen Werkes von seinem Tod bis in die Mitte der 1980er Jahre. Die internationale wissenschaftliche Literatur einschließlich der Übersetzungen des Benjaminschen Werkes wird extensiv dokumentiert.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1988
Band 21 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1987
Band 20 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1988
Band 19 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1987
Band 18 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1987
Band 17 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1985
Band 14 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1983
Band 11 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1983
Band 10 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1983
Band 8 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1983
Band 7 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1982
Band 6 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1982
Band 3 in dieser Reihe
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 1981
Band 1 in dieser Reihe
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