Der Autor im Nachruf
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Ralf Georg Bogner
Über dieses Buch
Erstmals größere Verbreitung als Druckwerke finden Nachrufe im deutschsprachigen Raum mit dem Ableben zentraler Gestalten der Reformation. Im Folgenden bildet sich ein großes Spektrum an öffentlichen Reaktionen auf Trauerfälle aus, das von der Todesmeldung über die Leichenpredigt, das Epicedium und die nekrologische Ekloge bis hin zum Totengespräch reicht. Die unterschiedlichen Spielarten des Nachrufs passen sich immer wieder neuen sozialen, kulturellen, ideologischen und medialen Herausforderungen an. Auch greifen stets die traditionellen, von der Funeralrhetorik vorgegebenen Formen der Verbeugung vor einem Hingeschiedenen und aktuelle Gestaltungsinnovationen ineinander. Dabei ist die Gattung nicht bloß ein Forum für das Lob von Verstorbenen, sondern steht durchgängig im Dienste aller erdenklichen theologischen, politischen und ästhetischen Interessen. Die Ansicht, dass der Nachruf in der Regel der Maxime De mortuis nil nisi bene gehorche, erweist sich als Vorurteil. Tatsächlich ist die mittels unterschiedlicher Strategien "zwischen den Zeilen" versteckte Kritik am Toten ein konstitutiver Bestandteil der Texte. Nachrufe auf Schriftsteller schließlich (alle erhaltenen Nachrufe auf 16 exemplarische Schriftsteller werden in der Studie analysiert) weisen ein besonders hohes Maß an Selbstreflexivität auf und sind signifikante Zeugnisse für die Geschichte von Autorschaftskonzepten.
Rezensionen
"Diese grundlegende Arbeit geht über die Darstellung eines Genres der Memorialkultur weit hinaus und bietet wichtige Anregungen für die Untersuchung von Akteuren, Institutionen und Kommunikationsformen im literarischen Feld."
Rainer Kolk in: Germanistik Nr. 48, 1-2/2007
Fachgebiete
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Inhaltsverzeichnis
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Danksagung
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1. Ausgangspunkte
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2. Einleitung oder: Der Nachruf als Forschungsgegenstand
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3. Melanchthon oder: Protestantisch-humanistisches Dichtertotenlob
42 -
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4. Sachs, Rollenhagen und Heinrich Julius oder: Der Nachruf in der frühneuzeitlichen Ständegesellschaft
91 -
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5. Opitz oder: Wandel des Nachrufs im Gefolge der Sprach- und Literaturreform
125 -
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6. Gryphius, Birken und Abraham oder: Barockes Dichtertotenlob
143 -
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7. Thomasius oder: Konstanz und Wandel des Nachrufs in der Frühaufklärung
186 -
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8. Greiffenberg, die Gottschedin und Karsch oder: Der Nachruf als Reflexionsmedium weiblicher Autorschaft
216 -
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9. Gellert oder: Der Nachruf im Kult der Empfindsamkeit
255 -
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10. Lessing oder: Die Anfänge des Zeitschriften- und Zeitungsnachrufs
303 -
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11. Kotzebue oder: Der vormärzliche Nachruf als Propagandainstrument
320 -
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12. Goethe oder: Nachrufe auf einen Klassiker
341 -
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13. Schluß
378 -
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14. Literaturverzeichnis
381 -
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Namensregister
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