Artikel Open Access

Editorial

  • Ingo Schulz-Schaeffer
Veröffentlicht/Copyright: 10. März 2025
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Die Soziologische Revue wird auch im Jahr 2025 wieder vollständig im Open Access verfügbar sein. Dieses Jahr ist damit das vierte Jahr, in dem alle Buchbesprechungen, die in der Soziologischen Revue erscheinen, frei zugänglich sind. Dabei sind wir weiterhin eine Zeitschrift, die von einem privatwirtschaftlich operierenden Verlag publiziert wird. Möglich wird dies durch ein Finanzierungsmodell, das unser Verlag, der De Gruyter-Verlag, Anfang 2022 versuchsweise neu eingeführt hat. Die Soziologische Revue war seinerzeit als eine der Pionier-Zeitschriften mit dabei. Ich hatte dieses Modell im ersten Editorial des Jahrgangs 2022 vorgestellt und möchte kurz noch einmal in Erinnerung rufen, wie es funktioniert. Der Name des Finanzierungsmodells, „Subscribe to Open“, deutet die Funktionsweise bereits an: Es sind die Abonnent:innen, die durch ihr Abonnement die freie Zugänglichkeit finanzieren. Genauer: Der Verlag fragt alle Abonnent:innen der Soziologischen Revue, ob sie bereit sind, ihr Abonnement für den jeweils kommenden Jahrgang der Zeitschrift aufrechtzuerhalten, auch wenn die Zeitschrift dann für alle Leser:innen frei zugänglich ist. Wenn genügend Abonnent:innen zustimmen, bleibt die Zeitschrift im Open Access. Wenn ein bestimmter Grenzwert an Zustimmungen allerdings nicht erreicht wird, wandert die Soziologische Revue wieder zurück hinter die Bezahlschranke. Der Umstand, dass die Soziologische Revue jetzt im vierten Jahr frei zugänglich ist, zeigt die Bereitschaft eines großen Teils der Abonnent:innen der Soziologischen Revue, den freien Zugang zu dieser Informationsquelle für alle zu ermöglichen, die sie nutzen möchten, und damit einen Beitrag zur Herstellung dieses Kollektivgutes zu leisten. Dafür möchten wir als Redaktion und Herausgeberschaft unseren Abonnent:innen ganz herzlich danken!

Das vorliegende Heft enthält ein Symposium, ein Essay, ein Themenessay, zwei Doppelbesprechungen und sieben Einzelbesprechungen. In dem Symposium besprechen PeterFischer, HubertKnoblauch und MatthiasLeanza einen von Johannes F. M. Schick, Mario Schmidt und Martin Zillinger herausgegebenen Sammelband, der sich aus historischer Perspektive mit dem so genannten Kategorienprojekt Durkheims auseinandersetzt, jenem eher locker organisierten Forschungsprogramm über den sozialen Ursprung von Grundkategorien des Denkens und Wissens, an dem neben Emile Durkheim etwa auch Marcel Mauss und Maurice Halbwachs mitgewirkt haben. Marc Drobot geht in seinem Essay anlässlich des Buches von Julia Masurkewitz-Möller „Formen der Solidarität: Eine Begriffssystematik“ der Schwierigkeit nach, den mit dem Begriff der Solidarität verbundenen Phänomenkomplex auf den Begriff zu bringen. Gegenstand des Themenessays von StefanSelke ist die Frage nach der Wissenschaft in der Öffentlichkeit mit den zugehörigen Fragen danach, welche Öffentlichkeit adressiert wird, um welches Wissen es geht und wie und in welche Richtung Wissenstransfer erfolgt bzw. erfolgen sollte. René Tuma und Mina Godarzani-Bakhtiari besprechen in ihrer Doppelbesprechung zwei Publikationen aus der Polizeiforschung, die sich ethnographisch mit Praktiken polizeilichen Handelns befassen. In der Doppelbesprechung von Ole Bogner geht es um Soziologie als Krisenwissenschaft. Schon die Titel der besprochenen Literatur bringen den Zusammenhang zum Ausdruck: „Soziologie und Krise“ ist der Haupttitel des einen Bandes, „Krisen und Soziologie“ der des anderen. Mit der Monographie von Peter Fischer „Kosmos und Gesellschaft“, das Wolfgang Krohn in einer Einzelbesprechung bespricht, geht es, wie am Beginn des Heftes bereits in dem Symposium, ein weiteres Mal um ein großes wissenssoziologisches Thema, nämlich um die Frage nach dem Einfluss kosmologisch-naturwissenschaftlichen Wissens auf Vorstellungen über Funktionsweise von Gesellschaft und gesellschaftliche Ordnung. Sechs weitere Einzelbesprechungen zu einem Spektrum unterschiedlicher Themen von Kapitalismus über Entscheidungstheorie bis Visueller Soziologie runden dieses Heft ab. Doch lesen Sie selbst!

Online erschienen: 2025-03-10
Erschienen im Druck: 2025-03-05

© 2025 bei den Autorinnen und Autoren, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Artikel in diesem Heft

  1. Frontmatter
  2. Frontmatter
  3. Editorial
  4. Symposium
  5. Zur Geschichte gesellschaftlicher Klassifikationen
  6. Durkheims Kategorienprojekt und die Kollektivierung der Klassiker
  7. Die Kategorien des Denkens als Gegenstand des Kulturvergleichs
  8. Essay
  9. Was Sie schon immer über Solidarität wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten
  10. Themenessay
  11. Kunst des Perspektivwechsels. Öffentliche Wissenschaften zwischen gönnerhafter Vernunftanwendung und empathischem Wissenstransfer
  12. Doppelbesprechung
  13. Protest simulieren, Affekte ausleben: Zwei aktuelle Polizeiethnographien
  14. Zum Verhältnis von Soziologie und Krise – Zur Standortbestimmung in herausfordernden Zeiten
  15. Einzelbesprechung Geschichte der Sozialphilosophie und Soziologie
  16. Peter Fischer, Kosmos und Gesellschaft: Wissenssoziologische Untersuchungen zur Frühen Moderne. Weilerswist: Velbrück 2023, 323 S., br., 49,90 €
  17. Einzelbesprechung Kapitalismus
  18. Sarah Lenz / Martina Hasenfratz (Hrsg.), Capitalism unbound: Ökonomie, Ökologie, Kultur. Mit Illustrationen von Maren Flößer. Frankfurt/New York: Campus Verlag 2021, 342 S., gb., 54,00 €
  19. Einzelbesprechung Normative Entscheidungstheorie
  20. Uwe Schimank, Entscheiden: Ein soziologisches Brevier. Wiesbaden: Springer VS 2022, 176 S., eBook, 22,99 €
  21. Einzelbesprechung Organisationssoziologie
  22. André Armbruster / Christina Besio (Hrsg.), Organisierte Moral: Zur Ambivalenz von Gut und Böse in Organisationen. Wiesbaden: Springer VS 2021, 473 S., eBook, 69,99 €
  23. Einzelbesprechung Sozialstrukturanalyse
  24. Christoph Weischer, Stabile UnGleichheiten: Eine praxeologische Sozialstrukturanalyse. Wiesbaden: Springer VS 2022, 786 S., eBook, 44,99 €
  25. Einzelbesprechung Soziologie des Wertens und Bewertens
  26. Reiner Keller / Martin Blessinger, Positionierungsmacht: Über Formierung und Regierung der Marktakteure. Weinheim/Basel: Beltz Juventa 2023, 162 S., br., 29,00 €
  27. Einzelbesprechung Visuelle Soziologie
  28. Sebastian W. Hoggenmüller, Globalität sehen: Zur visuellen Konstruktion von »Welt«. Frankfurt/New York: Campus 2022, 236 S., br., 39,95 €
  29. Rezensentinnen und Rezensenten des 1. Heftes 2025
  30. Eingegangene Bücher (Ausführliche Besprechung vorbehalten)
Heruntergeladen am 12.1.2026 von https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/srsr-2025-2003/html?lang=de
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