Rezensierte Publikation:
Julia Masurkewitz-Möller, Formen der Solidarität: Eine Begriffssystematik. Bielefeld: transcript 2023, 292 S., kt., 50,00 €
„[A]lle Begriffe, in denen sich ein ganzer Prozeß semiotisch zusammenfaßt, entziehn sich der Definition; definierbar ist nur das, was keine Geschichte hat“ (Nietzsche, 2011, S. 133).
„Als eine vereinfachende Minimaldefinition würde ich Solidarität als ein Einstehen für andere oder ein gemeinsames Ziel zusammenfassen, welches zugleich den Zusammenhalt der solidarischen Gruppe o. ä. untereinander erneuert“ (S. 16).
Still loving Solidarity
In schöner Regelmäßigkeit erscheinen Bücher, die versprechen, den Wildwuchs der Verwendungsweisen des Solidaritätsbegriffs endlich und gegen alle historische Evidenz zu domestizieren. Ähnlich verhält es sich auch mit dem von Julia Masurkewitz-Möller verfassten und jüngst bei transcript erschienenen Band „Formen der Solidarität: Eine Begriffssystematik“. Der folgende Essay möchte diese Regelmäßigkeit zum Anlass nehmen, um drei Defizite zu problematisieren, die allgemein an der gegenwärtigen Art und Weise der sozial- und politikwissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit dem Begriff „Solidarität“ zu beobachten sind. Ich beginne mit einer Darstellung des Bandes, der zu diesem Essay angeregt hat, und skizziere im Anschluss an die folgende Problematisierung, was sichtbar werden könnte, wenn man den Begriff einmal nicht zum Zweck einer politikwissenschaftlichen, philosophischen oder theologischen Fruchtbarmachung in den Blick nimmt, sondern ihn radikal als wissenssoziologischen Gegenstand behandelt.
Das Buch
Wie es der Untertitel des Bands „Formen der Solidarität“ explizit macht, liegt mit diesem Text eine weitere „Begriffssystematik“ des Begriffs „Solidarität“ vor. Der Ausgangspunkt für Masurkewitz-Möller ist die in diesem Spiel seit der zweiten Hälfte des 19. Jh. übliche Feststellung, dass dem Begriff „bisher keine einheitliche Bedeutung zugrunde liegt“ (S. 19) und dass er in den verschiedensten Kontexten auf unterschiedlichste Aspekte verweisen kann – vom Korpsgeist partikularer Gruppen bis hin zu universalistischen Wertvorstellungen (S. 16). Da diese Deutungsdiffusität – wie ebenso seit etwa 170 Jahren üblich – auch von Masurkewitz-Möller als unhaltbarer Zustand problematisiert wird, ergibt sich auch bei ihr daraus die Motivation zu einer Systematisierung, um den „begrifflichen Dschungel“ (Klappentext) in Ordnung zu bringen. Ein Unterfangen, das insbesondere dann, wenn es um die Nomenklatur gemeinhin implizit sinnhaft verwendeter Begriffe wie „Solidarität“ geht, immer von der allzu bekannten Gefahr überschattet bleibt, selbst „rasch in sumpfiges Gelände“ (Schramm, 2014, S. 383) zu geraten. Als Hauptthese des Buches nennt Masurkewitz-Möller, dass die „Solidaritätsformen trotz ihrer Unterschiede einen gemeinsamen Kern (Prototyp) und eine Beziehung (einseitig oder wechselseitig) zueinander haben“ (S. 19). Entsprechend wird der Anspruch formuliert, das Archiv seiner widersprüchlichen Verwendungsweisen so zu sezieren, dass ein ahistorischer semantischer Kern des Begriffs zum Vorschein kommt (S. 32). Als empirische Basis wird hierfür ein methodisch unvermittelter, stark politikwissenschaftlich zentrierter Quellenkorpus verwendet, dessen Auswahl zur Folge hat, dass die im Wortsinne „erste Bildung“ [altgriechisch prototypon] des Begriffs in der Analyse gänzlich ausgespart bleibt. Auffällig ist zudem die fehlende Bezugnahme auf einschlägige Literatur – sowohl der eher konzeptionell-analytischen (z. B. Reisz, 2006; Stjernø, 2009; Tranow, 2007, 2012) als auch der begriffsgeschichtlichen (z. B. Blais, 2007; Fiegle, 2003; Große Kracht, 2017; Hayward, 1958; Schmelter, 1991). Dabei erinnert der Band durchaus stark an Ulf Tranows Studie zum Ausloten der Bedingungen der Möglichkeit eines soziologischen Solidaritätsbegriffs, denn auch er konstatierte, dass „zum Teil widersprüchliche Solidaritätsbegriffe [existieren], deren gemeinsamer Kern lediglich darin besteht, dass sie alle irgendwas mit Hilfe, Unterstützung, Kooperation oder Zusammenhalt zu tun haben“ (Tranow, 2013, S. 395).
Zur Systematisierung der verschiedenen Formen der Solidarität nutzt Masurkewitz-Möller die von Kurt Bayertz übernommene Annahme, dass sich ein Großteil der Vorkommen des Begriffs jeweils einer von vier idealtypischen Verwendungsweisen zurechnen lässt (vgl. Bayertz, 1998a). Mit „Formen“ meint Masurkewitz-Möller „Verwendungsformen des Begriffs der Solidarität“ (S. 21), die voneinander klar unterscheidbar sein sollen, da sie sich auf einen abstrakten, aber dennoch klar bestimmbaren Anwendungsbereich des Begriffs beziehen lassen (S. 19). Die vier Verwendungsformen sind: 1. die sozialintegrative Solidarität, 2. die instrumentelle Solidarität, 3. die politische Solidarität und 4. die universale Solidarität. Die Hauptaufgabe ihrer Arbeit sieht die Autorin darin, diese vier verschiedenen Formen systematisch zu rekonstruieren, um mithilfe dieser Systematisierung den Prototyp der Solidarität zu identifizieren (S. 21). Damit dies gelingen kann, werden zunächst Differenzierungskriterien für die vier Formen entwickelt, indem eine Differenzierung des Solidaritätsbegriffs von ähnlichen Begriffen vorgenommen wird, die diesem semantisch nahekommen bzw. sich mit diesem hinsichtlich einiger Bedeutungsnuancen und Deutungsweisen überschneiden. Im zweiten Kapitel des Buches wird „Solidarität“ daher zu Begriffen wie Sympathie, Nächstenliebe, Freundschaft, Vertrauen und auch Gerechtigkeit ins Verhältnis gesetzt, welche, wie auch der von Masurkewitz-Möller in der Einleitung bereits voranalytisch definierte Solidaritätsbegriff (S. 16), jeweils auf eine spezifische Qualität von zwischenmenschlichen Beziehungen verweisen sollen (S. 93). Der Vergleich hebt einige zentrale Merkmale hervor: Solidarität bezieht sich hauptsächlich auf Gruppen, kann sowohl bewusst als auch unbewusst wirken und zielt stets auf etwas anderes ab als die eigenen unmittelbaren Interessen. Ein gemeinsames Verständnis von Zielen, Werten und Zwecken ist dabei eine notwendige Voraussetzung (S. 94). Diese vergleichende Analyse bildet die Grundlage für die Entwicklung folgender zehn Differenzierungskriterien: (I) Subjekt der Solidarität; (II) Motivation zur Solidarität; (III) Hintergrundinformationen über Situationen für solidarisches Handeln; (IV) Freiwilligkeit oder Zwang zur Solidarität?; (V) Normativer Anspruch des Solidaritätskonzeptes; (VI) Bezug zur Gerechtigkeit; (VII) Aktiv vs. Passiv; (VIII) Räumliche Dimension; (VIIII) Grenzen der Solidarität und (X) Transformationspotenzial. Im dritten Kapitel, welches mit knapp 130 Seiten etwa die Hälfte des Buches ausmacht, gelingt es Masurkewitz-Möller durch Anwendung eben jener Heuristik die analytische Plausibilität und die, wenn man so will, idealtypische Verschiedenheit der vier Formen der Solidarität nachzuweisen. Hierzu stellt sie gut strukturiert für jede der vier Solidaritätsformen (z. B. integrative Solidarität) jeweils deren Bezug zu den Differenzierungskategorien dar, mit dem Ergebnis, dass jede Solidaritätsform durch eine spezifische Konstellation der Differenzierungskategorien als unterscheidbare eigenständige Form sichtbar wird. Dies wird im Band auch grafisch durch vier elegante Darstellungen visualisiert (S. 244–247). Zusätzlich werden die Unterschiede im Abschnitt 4.3 dann noch einmal anhand von sieben eher abstrakten dichotom gefassten Differenzierungen herausgearbeitet (S. 252–262). Mithilfe dieser Vorarbeiten ist es Masurkewitz-Möller im vierten Kapitel möglich, ihren Prototyp des Solidaritätsbegriffs abzuleiten bzw. diesen zu definieren. Dieser Prototyp, der „den gemeinsamen Kern der Solidaritätsformen dar[stellt] [und] der den Zusammenhang zwischen ihnen sichert“ (S. 277), soll die zentralen Charakteristika des Begriffs beinhalten, welche anhand der Differenzierungskriterien und deren spezifischer Ausprägungen in den einzelnen Verwendungsformen gefunden wurden (S. 248). Er umfasst vier elementare Merkmale, die Masurkewitz-Möller in folgendem Zitat benennt:
„Solidarität erfolgt zwischen mehreren Entitäten, mit der Solidarität wollen die Entitäten etwas erzielen, dass sie nicht alleine erhalten oder befördern können, der Solidarität liegt ein geteilter Konsens (bewusst oder unbewusst) zugrunde und die solidarischen Handlungen sind von unterschiedlichen Zwängen begleitet.“ (S. 262)
Was auffällt, ist, dass der entdeckte Prototyp allgemein auf eine Definition sozialen Handelns bezogen ist, wodurch keine Differenzierung zu anderen – dann nicht solidarischen Handlungen – möglich ist und faktisch jedes soziale Handeln, jede Interaktion begrifflich durch den Prototyp abgedeckt wird. Insofern ist es dann auch nicht besonders überraschend, wenn Masurkewitz-Möller feststellen kann, dass die vier Kernelemente bei allen Verwendungsformen der Solidarität (die sie entsprechend ihrer Vorauswahl analysiert hat!) zu finden sind, da auch diese bereits immer auf spezifische Formen sozialen Handelns bezogen sind (S. 252). Nachdem in Kapitel 4 der Prototyp abgeleitet worden ist und die Unterschiede der Verwendungsformen dargestellt wurden, wird im abschließenden fünften Kapitel der wechselseitige Zusammenhang der Solidaritätsformen dargelegt. Dies wird notwendig, um die zweite Hauptaufgabe anzugehen, nämlich eine auf die Analyse bezogene, aus dem Verhältnis der Solidaritätsformen zueinander sich bedingende „Ableitung des Transformationspotenzials, das unterschiedliche Solidaritätsformen füreinander beinhalten“ (S. 21). Dabei liegt ein interessanter Fokus darauf, inwiefern die einzelnen distinkten Verwendungsformen des Begriffs sich wechselseitig bedingen, stützen und ineinander umwandeln lassen. Der Zusammenhang zwischen sozialintegrativer, instrumenteller und politischer Solidarität wird von Masurkewitz-Möller in deren zumeist begrenzter Reichweite und ihrer engen räumlichen Dimension gesehen (S. 266), während „die universale Solidarität als das Maximum der möglichen solidarischen Handlungen in Bezug auf Ausdehnung, Reichweite und Umfang“ betrachtet wird, die die drei anderen Verwendungsformen als Allgemeines umschließt (schematisch dargestellt auf S. 266). In einem weiteren Schema (S. 276) wird zudem deutlich gemacht, welche Leistungen die einzelnen Verwendungsformen jeweils für die anderen Formen bereitzustellen in der Lage sind, so stellt bspw. die Verwendungsform des Begriffs in der Bedeutung „universelle Solidarität“ grundlegende Werte und Normen für die jeweils anderen Verwendungsformen bereit, während die universelle Solidarität zugleich angewiesen bleibt auf einen durch die anderen Verwendungsweisen hergestellten Rückbezug auf konkrete bzw. lokale Situationen (S. 276). Im Kontext des synergetischen Verweises der Verwendungsformen aufeinander nutzt die Autorin dann allerdings mehrfach den vermutlich normativ zu lesenden Begriff der „Erneuerung“. So spricht sie bspw. von einem „Nährboden zur Erneuerung oder Stärkung“ (S. 20). Unklar bleibt hier, worauf sich diese „Erneuerung“ konkret beziehen soll. Sollen sich die Verwendungsweisen des Solidaritätsbegriffs durch wechselseitig bedingte Transformation erneuern oder sind es nicht vielmehr implizite Vorstellungen eines diffusen gesellschaftlichen bzw. gruppenspezifischen Zusammenhalts, dessen Erneuerung sich Masurkewitz-Möller aus Motiven, die im Dunkeln bleiben, erhofft? Im zweiten Fall wäre hier eine für die Soziologie nicht unübliche Kontraindikation von Göbel und Pankoke anzubringen, wonach der Solidaritätsgedanke gesellschaftstheoretisch eigentlich obsolet sei, „weil die Figur der Einheit der Gesellschaft sich theoretisch nicht mehr halten läßt“ (Göbel & Pankoke, 1998, S. 490). Ein Grund übrigens, weswegen Luhmann empfiehlt, die verbliebenen soziologischen Nutzer:innen des Begriffs „nicht länger [zu] ermutigen“ (Luhmann, 1984, S. 91), ihn weiterhin zu verwenden.
Die Problematisierung
Ich möchte die Gelegenheit nun nutzen, um drei aus meiner Sicht problembehaftete Aspekte der zeitgenössischen Debatten über den Begriff zur Diskussion zu stellen, deren Nichtbeachtung nicht nur für die methodische und inhaltliche Einschätzung des hier besprochenen Bands von Relevanz sein dürfte. Diese drei Aspekte sind erstens die fehlende analytische Unterscheidung zwischen dem Begriff und den damit adressierten Phänomenen, zweitens die Verdeckung der historischen Konstanz der Funktionalität der Vagheit des Begriffs und drittens das Ignorieren seiner Janusgesichtigkeit. Zunächst zum Problem der Nichtdifferenzierung von Begriff und Phänomen. Im Vorwort des einschlägigen Bands Solidarität – Begriff und Problem erwähnt Kurt Bayertz, dass im Rahmen des rituellen Sprachspiels um den Begriff „kaum jemand abseits stehen möchte“ (Bayertz, 1998a, S. 9). Ein Abseitsstehen, im Sinne einer konsequenten Objektivierung des Untersuchungsgegenstandes, ist allerdings eine konstitutive Grundbedingung für eine Beobachtung zweiter (bzw. eigentlich dritter) Ordnung (Luhmann, 2015) – eine Beobachtungsweise, die meines Erachtens auch von Masurkewitz-Möller angestrebt wird (S. 25). Bedingung hierfür ist allerdings, sich in ein methodisch reflektiertes Verhältnis zum untersuchten Gegenstand zu setzen. Notwendig ist dies, um die Tatsache für Reflexionen zugänglich zu halten, dass die forschende Person aufgrund von impliziten Wissensbeständen und alltagsweltlichen Vorverständnissen immer schon weiß, was mit „Solidarität“ gemeint ist. Daher sollte der Gegenstand der Untersuchung (der Begriff „Solidarität“) möglichst nicht Teil der verwendeten Metasprache sein, da dies zu Interferenzproblemen führt, die entstehen, wenn der Begriff, um dessen wissenschaftliche Untersuchung es ja geht, zugleich als analytischer, deskriptiver und/oder normativer Begriff in die Untersuchungen wieder eingeführt wird. Die methodisch-theoretische Nichtbeachtung dieser Differenz bei Texten, die sich mit „Solidarität“ (als Begriff) auseinandersetzen, führt regelmäßig zu logischen Inkonsistenzen und damit in letzter Konsequenz zu einer Beliebigkeit bzw. Uneindeutigkeit von Aussagen. Zudem verstärkt es die Tendenz zu dem, was Otto Gerhard Oexle „halbierte Begriffsgeschichte“ nennt. Also die Tendenz, Begriffe hinsichtlich ihrer Eigengeschichte durch die Perspektive gegenwärtiger Definitionsbestrebungen zu analysieren (vgl. Müller & Schmieder, 2016, u. a. S. 22–23). Dies nun führt zu dem methodologischen Gebot einer analytisch notwendigen Trennung zwischen Phänomenen, die mit dem Begriff „Solidarität“ beschrieben werden, und dem Begriff selbst. Ein solches Vorgehen ist auch deshalb anzuraten, um zwischen der Beobachtung des Deutungswandels eines Begriffs und der Beobachtung des Wandels von damit bezeichneten sozialen Phänomenen differenzieren zu können. Innerhalb des Textes von Masurkewitz-Möller stellt sich aufgrund der Nichtbeachtung dieses Aspekts häufig das Gefühl ein, nicht zu wissen, worauf sie sich gerade bezieht, wenn sie den Begriff „Solidarität“ verwendet, denn es bleibt offen, ob der Begriff als Objekt einer Betrachtung zu verstehen ist, oder ob er gerade selbst als Teil der Metasprache zur Beschreibung des Betrachteten verwendet wird. Am Beispiel der Verwendung des für die gesamte Arbeit zentralen Ausdrucks „Formen der Solidarität“ wird dies deutlich: Beziehen sich die „Formen“ auf bestimmte heterogene soziale Phänomene (unterschiedliche Formen), deren Adressierung sich mithilfe des abstrakten Kollektivsingulars „Solidarität“ bewerkstelligen lässt, oder geht es, wie die Verwendung dieses Ausdrucks an anderen Stellen nahelegt, um Verwendungsformen (also spezifische Deutungsweisen) des Begriffs selbst? Dass eine radikale Objektivierung des Begriffs „Solidarität“ als Untersuchungsgegenstand in der umfangreichen Literatur über ihn bisher selten durchgehalten wird, ist ein Indikator dafür, dass dieser ethisch-politische Zentrumsbegriff der Moderne in unseren Denk- und Sprachgewohnheiten so stark verankert ist, dass er so etwas wie eine schwerlich wegzudenkende Kontingenzformel für das politisch-soziale Denken unserer Gegenwart darstellt, mit der beobachtet wird, die dadurch selbst aber nicht mehr adäquat beobachtet werden kann (Drobot, 2021; Metz, 1998).
Eine weitere Blindstelle der akademischen Auseinandersetzung mit dem Begriff, die auch im Text von Masurkewitz-Möller auffällt, ist, dass die Diagnose seiner Vagheit bzw. inhaltlichen Unbestimmtheit wie selbstverständlich als ein zu bearbeitendes Problem erscheint, wodurch diverse Definitions- und Systematisierungsversuche, die dementsprechend „Ordnung in den begrifflichen Dschungel des Konzepts [bringen wollen]“ (Klappentext) umstandslos begründet sind. Dabei ist weder das Phänomen der Unbestimmtheit noch der Diskurs um dessen Problematisierung historisch neu – vielmehr ist beides spätestens ab Mitte des 19. Jh. konstitutiv für das Sprachspiel (Bayertz) um den Begriff. Raymond de Waha wies bereits 1910 darauf hin, dass es zurzeit kein Schlagwort gebe, das „in der soziologischen und nationalökonomischen Literatur [...] häufiger gebraucht würde [...] als das Wort Solidarität. Dessen begrifflicher Inhalt [...] jedoch weder im wissenschaftlichen noch im allgemeinen Sprachgebrauch vollständig geklärt [sei]“ (Waha, 1910, S. 427). Nimmt man die historischen Befunde ernst, stellt sich vielmehr die Frage, ob die inhaltliche Unbestimmtheit des Begriffs nicht ein Grund dafür sein könnte, dass der Begriff seit Beginn des 19. Jh. zu einem Knotenpunkt gesellschaftlicher Selbstverständigungsprozesse wurde. Immerhin ist die Tatsache nicht unbekannt, dass der Begriff umso unbeschwerter benutzt wird, „[j]e unklarer seine Voraussetzungen und Implikationen sind“ (Bayertz, 1998b, S. 9). Schon 1819 hieß es, dass der Solidaritätsbegriff zur Gruppe der sinnentleerten wirkungslosen Worte gehöre, „die politische Scharlatane für ihren Gebrauch geschaffen haben, weil sie [...] sich für alle Interpretationen eignen [Übersetzt M. D.]“ (D’Herbouville, 1819, S. 257). Und auch J. E. S. Hayward macht in seiner bahnbrechenden Arbeit zum Solidaritätsdiskurs in Frankreich deutlich, dass es vor allem sein „eclectic character“ war (Hayward, 1959, S. 262), der den Begriff zum „catch word of the day“ (Hayward, 1958, S. IV) und zum „skeleton-key to all social problems“ (Hayward, 1959, S. 262–263) werden ließ. Aus einer wissenssoziologischen Perspektive wäre es insofern interessant, nicht länger zu versuchen, die Bedeutung des Begriffs in den Griff zu bekommen, sondern das Auftauchen des Begriffs zu Beginn des 19. Jh. selbst als ein durch Genese, Wandel und Kontinuität sich auszeichnendes soziales Phänomen eines veränderten Begreifens veränderter Weltverhältnisse zu betrachten. Deutlich würde so, dass die gegenwärtige Vagheit des Begriffs nicht auf eine, von Gegenwartsautor:innen immer wieder gern konstatierte, plötzlich einsetzende „Bedeutungsschwindsucht“ (Alemann, 1996, S. 757) zurückzuführen ist, sondern ein historisch relativ konstantes, essenzielles Charakteristikum des Begriffs darstellt, welches mit erklärt, dass der Begriff trotz all seiner Wandlungen seit ca. 220 Jahren als produktiver Diskursknoten funktioniert. Die Vagheit dieses wesensmäßig umstrittenen Begriffs (Gallie, 1955) ist aus historisch-wissenssoziologischer Perspektive also gerade nicht als Defizit zu pathologisieren, sondern als zentrale Voraussetzung seiner Politisierung und Expansion zu begreifen. Sie sollte daher konsequenterweise auch nicht als Problem, sondern vielmehr als Existenzbedingung seiner historisch spezifischen Funktions- und Deutungsweisen berücksichtigt werden.
Exposition zu einer Wissenssoziologie des Begriffs
Trennt man nun den Begriff und die damit beschriebenen Phänomene zum Zwecke einer Beobachtung der geschichteten Geschichte des Begriffs und richtet den Blick weg von dessen gegenwartsbezogener Pathologisierung seiner konstitutiven Vagheit, hin auf die Frage nach seiner Funktion als Übergangsbegriff im Diskurs- und Wissensgepräge seit Beginn des 19. Jh., so wird auch an diesem insbesondere das deutlich, was Reinhart Koselleck als Janusgesichtigkeit von Geschichtlichen Grundbegriffen beschrieben hat. Er führt dazu aus:
„[R]ückwärtsgewandt meinen sie soziale und politische Sachverhalte, die uns ohne kritischen Kommentar nicht mehr verständlich sind, vorwärts und uns zugewandt haben sie Bedeutungen gewonnen, die zwar erläutert werden können, die aber auch unmittelbar verständlich zu sein scheinen. Begrifflichkeit und Begreifbarkeit fallen seitdem für uns zusammen.“ (Koselleck, 2004, S. XV)
Was das für den Begriff „Solidarität“ bedeutet, werde ich nun kursorisch darstellen, ohne auf das historische Material verweisen zu können, auf dem diese Darstellung basiert (vgl. Drobot, 2021, 2025). Grob kann die Entwicklung des Begriffs in drei sich überlappende zeitliche Phasen eingeteilt werden, wobei entscheidend ist, dass er im frühen 19. Jh. ganz anderen Deutungen unterlag als in unserer Gegenwart. Denn während der Begriff Solidarität im 19. Jh. in bestimmten Kontexten selbstverständlich eine objektive Struktur latenter Gefährdungen der Gesellschaft bezeichnete, ist er im politischen Sprechen der Gegenwart fast ausschließlich positiv konnotiert. Dies wird beispielhaft daran deutlich, dass heute im Rückbezug auf die pandemischen Zeiten des 19. Jh. geschrieben wird, dass „die Cholera-Krise 1831 europäische Solidarität schuf“ (Hirschhausen, 2020), während zeitgenössisch die Cholera nicht zentral als Grund für, sondern vor allem als Folge von Solidarität verstanden wurde. So schrieb der Arzt Charles Pellarin im Jahr 1866: „Diese Epidemien, die [...] von einem Ende der Erde zum anderen [...] übertragen werden, diese gewaltigen epidemischen Wanderungen sind der Beweis für die Kette der Solidarität, die alle Mitglieder der menschlichen Familie vereint“ (Pellarin, 1866, S. 66). Häufig liest man in Quellen aus dem 19. Jh. Formulierungen wie „solidarité fatale“, „solidarité brute“ oder „solidarité du mal“. Dies ist insofern bemerkenswert, als es den Kontrast zu einer Gegenwart aufzeigt, in der es „schlicht niemanden [mehr gibt], der auf die Idee käme, sich irgendwie abfällig über die Solidarität zu äußern“ (Große Kracht, 2021, S. 14). In weiten Teilen des 19. Jh. war es im Französischen und auch im Englischen nämlich selbstverständlich, wenn man Dinge sagte wie: „Alles im Universum unterliegt dem Gesetz der Solidarität, des Gleichgewichts und der Gravitation [Übersetzt M. D.]“ (Lecouturier, 1850, S. 21). Oder auch: „Solidarität ist nicht wie Freiheit, Gleichheit oder sogar Brüderlichkeit [...] ein reines Ideal: Sie ist eine Tatsache“ (Gide, 1890, S. 152). Erst im Verlauf des 20. Jh. wurde es dann wiederum selbstverständlich Dinge zu sagen wie: „Solidarity is not a ‘fact’ like the phenomenon of gravity“ und „It is a non-logical notion like most ideals and values“ (Boudon & Bourricaud, 1992, S. 349). Die ersten beiden Zitate sind vor dem Hintergrund zu lesen, dass der Neologismus „solidarité“ ab etwa 1800, in verschiedenen Wissensbereichen im Kontext der Beschreibung von Interdependenzphänomenen auftaucht, etwa in der Politik, im Recht, in der Philosophie und Ökonomie, den Ingenieurswissenschaften, der Biologie und Medizin. Diese übergreifende Anwendung des Begriffs wurde durch zweierlei Aspekte möglich. Als ontologische Kategorie in der Bedeutung von Interdependenz beschreibt „Solidarité“ zunächst ein allgemeines „Sein“, das sowohl für die Naturwissenschaften als auch für die entstehenden Humanwissenschaften zum basalen Hintergrund-Apriori alles Weiteren wurde. Zugleich konnte er jedoch auch verwendet werden, um vor dem Hintergrund allgemeiner Interdependenz jeweils spezifische Interdependenzen zu thematisieren: etwa die zwischen bestimmten Organen, zwischen Staaten oder zwischen den Zahnrädern eines Getriebes. Die mit sozialer Differenzierung gepaarte, massiv steigende physische und kommunikative Vernetzung der Welt bildete den historischen Bedingungsrahmen für die Konjunktur von Begrifflichkeiten, die wechselseitige Abhängigkeiten als universales Strukturprinzip begreif- und benennbar machten. Gesellschaftstheoretisch etablierte sich dieser neue Begriff zudem rasch als ein antiliberaler, das heißt hier gegen bestimmte Prämissen der Aufklärung und den ökonomischen Liberalismus gerichteter Begriff. Auch dies wurde bedingt durch sein beharrliches Verweisen auf Inter-dependenzen, in Differenz zu In-dependenz, also zur Semantik der Freiheit. Er korrespondiert damit eng mit der „Entdeckung der Gesellschaft“ als einer durch die Individuen nicht zu hintergehenden, eigengesetzlicher Entität. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. beginnt sich der Begriff zu dichotomisieren, indem er durch Attribuierungen intern differenziert wird. Dies geschieht jedoch nicht wie bei Émile Durkheim in „solidarité mechanique“ und „solidarité organique“, sondern in einen allgemeinen Strukturbegriff (in der Bedeutung von Interdependenz), und einen normativen, moralischen Erwartungsbegriff, der an diesen eng gekoppelt bleibt. Ein Sollen, eine „solidarité-devoir“ soll nun, so der Anspruch etwa von Autoren wie Charles Gide, Léon Bourgeois und Léon Duguit, objektiv und wissenschaftlich legitimiert aus einem ahistorisch universalen Sein, einer „solidarité de fait“, abgeleitet werden. Diese Verknüpfung von ontologischem Interdependenzuniversalismus und politisch-ethischem Partikularismus stimulierte verstärkt die politische Frage der Schließung von Solidaritätskreisen in einem Kosmos, in dem alles solidarisch ist. Ab der Jahrhundertwende zum 20. Jh. wird das in die Semantik des Begriffs „Solidarität“ eingeschriebene Verhältnis, ontologische und politisch-ethische Kategorie zugleich zu sein, immer seltener aktualisiert. Die begriffsinternen Bezüge auf die Semantik der Interdependenz, also auf die ontologische Deutungsschicht, lösen sich nahezu vollständig auf. Parallel dazu bilden sich nun vielfach adäquatere Fachbegriffe mit erhöhter Tiefenschärfe, die die Semantik funktionaler wechselseitiger Abhängigkeit aufnehmen, wie in den Sozialwissenschaften etwa die Begriffe Kohäsion, Reziprozität, Kooperation, Integration, Inklusion und eben auch Interdependenz. Einerseits sehen wir also, vor allem im frühen 19. Jh., einen Solidaritätsbegriff, der als strukturbildende Kontingenzformel das Problem der diversen, nun problematisch gewordenen Interdependenzen adressierbar machte, indem er übergangsweise den Bedingungsrahmen neuer Wissensorganisation und Gesellschaftsauffassungen durch eine universale Interdependenzannahme vorstrukturierte. Andererseits erblicken wir den im Kern immer normativen, ethisch-politischen Solidaritätsbegriff unserer Gegenwart, der als hochfunktionaler wesensmäßig umstrittener gesellschaftspolitischer Zentrumsbegriff größtenteils ohne gesellschaftstheoretische Fundierung in Erscheinung tritt und mit dessen Hilfe vor allem der politisch-ethische Erwartungshorizont zurechenbarer Verantwortlichkeiten und Verbindlichkeiten adressiert wird. In Bezug auf das kosellecksche Bild von der Janusgesichtigkeit von Geschichtlichen Grundbegriffen sollte nun deutlich geworden sein, dass die Präkonfiguration vieler begriffsgeschichtlicher Perspektiven auf den Begriff als einer (letztlich immer normativen) politisch-ethischen Kategorie zu einer Invisibilisierung anderer, gegenwärtig durchaus noch präsenter Bedeutungsschichten führt, die für die Phase der Genese des Begriffs im frühen 19. Jh. zentral waren. Die andere Seite dieses janusgesichtigen Begriffs, diejenige die Hermann-Josef Große Kracht einmal als nicht-normativen Kältestrom der Solidarität (Große Kracht, 2017) bezeichnet hat, wird in der gegenwärtig geführten Debatte um den Begriff kaum berücksichtigt, wodurch die im Wortsinne prototypischen Bezugsprobleme und zeitspezifischen Kontexte, auf die mit dem Begriff zu Beginn des 19. Jh. reagiert wurde, verkannt werden.
Insofern befasst sich auch Masurkewitz-Möllers Systematisierung ausschließlich mit einem uns zugewandten Begriff, der uns „unmittelbar verständlich zu sein schein[t]“ (Koselleck, 2004, S. XV), während der kritische Kommentar weiterhin fehlt, der uns helfen würde, den rückwärtsgewandten Begriff hinsichtlich seiner Rolle als Indikator und Faktor im Spannungsfeld der Gesellschaft und ihrer Begriffe am Übergang vom 18. zum 19. Jh. besser zu verstehen. Empfohlen sei der Band demnach für diejenigen Leser:innen, die an einem Überblick über das Kontinuum der Verwendungsweisen des Begriffs „Solidarität“ in der Politikwissenschaft interessiert sind. Hier bietet der Band eine fundierte Begriffssystematik an, die die von Bayertz in seinem Aufsatz „Begriff und Problem der Solidarität“ vorgeschlagene Einteilung im Wesentlichen übernimmt, durch die Entwicklung einer plausibel strukturierten Differenzierung aber detailreich aus- und weiterführt. Insbesondere die Systematisierung der wechselseitigen Bedingungs- und Ausschließungsbeziehungen zwischen den unterschiedlichen „Formen der Solidarität“ macht so manche Ambivalenz im Gebrauch des Begriffs konkret sichtbar. Für begriffsgeschichtlich interessierte Menschen ist von diesem Band allerdings abzuraten. Zu bemängeln ist auch die für eine Begriffssystematik recht unsystematische, letztlich willkürlich, wirkende, methodisch intransparente Zusammenstellung des analysierten Literaturkorpus, dessen zeitliche Schichtung in der Analyse keinen Eingang findet. Der Band selbst operiert, trotz seiner Referenzen auf eine begriffsgeschichtliche Methodologie, auffallend ahistorisch und verbleibt größtenteils im bekannten Modus der Defizitanalyse und des Therapievorschlags.
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Tranow, U. (2013). Solidarität: Vorschlag für eine soziologische Begriffsbestimmung. Analyse & Kritik, 35(2), 395–421.10.1515/auk-2013-0207Search in Google Scholar
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© 2025 bei den Autorinnen und Autoren, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.
Articles in the same Issue
- Frontmatter
- Frontmatter
- Editorial
- Symposium
- Zur Geschichte gesellschaftlicher Klassifikationen
- Durkheims Kategorienprojekt und die Kollektivierung der Klassiker
- Die Kategorien des Denkens als Gegenstand des Kulturvergleichs
- Essay
- Was Sie schon immer über Solidarität wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten
- Themenessay
- Kunst des Perspektivwechsels. Öffentliche Wissenschaften zwischen gönnerhafter Vernunftanwendung und empathischem Wissenstransfer
- Doppelbesprechung
- Protest simulieren, Affekte ausleben: Zwei aktuelle Polizeiethnographien
- Zum Verhältnis von Soziologie und Krise – Zur Standortbestimmung in herausfordernden Zeiten
- Einzelbesprechung Geschichte der Sozialphilosophie und Soziologie
- Peter Fischer, Kosmos und Gesellschaft: Wissenssoziologische Untersuchungen zur Frühen Moderne. Weilerswist: Velbrück 2023, 323 S., br., 49,90 €
- Einzelbesprechung Kapitalismus
- Sarah Lenz / Martina Hasenfratz (Hrsg.), Capitalism unbound: Ökonomie, Ökologie, Kultur. Mit Illustrationen von Maren Flößer. Frankfurt/New York: Campus Verlag 2021, 342 S., gb., 54,00 €
- Einzelbesprechung Normative Entscheidungstheorie
- Uwe Schimank, Entscheiden: Ein soziologisches Brevier. Wiesbaden: Springer VS 2022, 176 S., eBook, 22,99 €
- Einzelbesprechung Organisationssoziologie
- André Armbruster / Christina Besio (Hrsg.), Organisierte Moral: Zur Ambivalenz von Gut und Böse in Organisationen. Wiesbaden: Springer VS 2021, 473 S., eBook, 69,99 €
- Einzelbesprechung Sozialstrukturanalyse
- Christoph Weischer, Stabile UnGleichheiten: Eine praxeologische Sozialstrukturanalyse. Wiesbaden: Springer VS 2022, 786 S., eBook, 44,99 €
- Einzelbesprechung Soziologie des Wertens und Bewertens
- Reiner Keller / Martin Blessinger, Positionierungsmacht: Über Formierung und Regierung der Marktakteure. Weinheim/Basel: Beltz Juventa 2023, 162 S., br., 29,00 €
- Einzelbesprechung Visuelle Soziologie
- Sebastian W. Hoggenmüller, Globalität sehen: Zur visuellen Konstruktion von »Welt«. Frankfurt/New York: Campus 2022, 236 S., br., 39,95 €
- Rezensentinnen und Rezensenten des 1. Heftes 2025
- Eingegangene Bücher (Ausführliche Besprechung vorbehalten)
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- Einzelbesprechung Kapitalismus
- Sarah Lenz / Martina Hasenfratz (Hrsg.), Capitalism unbound: Ökonomie, Ökologie, Kultur. Mit Illustrationen von Maren Flößer. Frankfurt/New York: Campus Verlag 2021, 342 S., gb., 54,00 €
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- Einzelbesprechung Visuelle Soziologie
- Sebastian W. Hoggenmüller, Globalität sehen: Zur visuellen Konstruktion von »Welt«. Frankfurt/New York: Campus 2022, 236 S., br., 39,95 €
- Rezensentinnen und Rezensenten des 1. Heftes 2025
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