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series: Deutsche Zeitschrift für Philosophie / Sonderbände
Reihe

Deutsche Zeitschrift für Philosophie / Sonderbände

eISSN: 2192-1490
ISSN: 1617-3325
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Buch Noch nicht erschienen 2026

In recent years, philosophical historiography has seen renewed interest in its methodologies, exploring how the history of philosophy is reconstructed, its purpose, and its relationship with other fields. The authors in this volume address key issues: how to transcend dominant Western and male-dominated perspectives, what categories are needed for innovative methods, and how historical, economic, and social contexts shape philosophical knowledge.

Buch Open Access 2026
Band 50 in dieser Reihe

Metaphern spielen außerhalb der Sprach- und Literaturwissenschaften, der Rechtswissenschaft sowie der Theologie, wo sie seit jeher von Bedeutung sind, eine zentrale epistemologische Rolle in der Mathematik sowie in den Natur- und Sozialwissenschaften. Metaphern bilden in ihrer Erkenntnisfunktion aber auch die Grundlage für zunächst disparate Gebiete der Philosophie, von der Sprachphilosophie, der Hermeneutik, der philosophischen Anthropologie und der Wissenschaftstheorie über die philosophische Rhetorik, Ästhetik und Ideologiekritik bis hin zur Philosophie des Geistes und der Verkörperungsphilosophie. Diese Gebiete überschneiden sich wiederum mit anderen Wissenschaften, wie der Soziologie oder der Psychologie. Ausgehend von zunächst unverbunden erscheinenden Bereichen wissenschaftlicher Erkenntnis versammelt der Band interdisziplinär Beiträge zur figurativen Erkenntnis. Aufgegriffen werden dabei unter anderem Ansätze der Analytischen Philosophie, der Kritischen Theorie, der Psychoanalyse, der Kulturphilosophie und der Dekonstruktion im weitesten Sinn. Auf diese Weise arbeiten die Beiträge je verschieden hin auf eine transdisziplinäre Epistemologie der Metapher.

 

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2024
Band 49 in dieser Reihe

Vergleichbar dem Staunen begleitet die Verlegenheit als Motiv die Philosophie schon seit ihrer frühen Geschichte. Ihre besondere Bedeutung für das Philosophieren wurde bislang aber kaum herausgestellt. Der vorliegende Band spürt diesem Motiv in der Philosophie nach und zeigt in Auseinandersetzung mit diversen Denkern – Sokrates, Sextus Empiricus, Sören Kierkegaard, Friedrich Nietzsche, Martin Heidegger, Theodor W. Adorno, Emanuel Lévinas und Odo Marquard – auf, was es bedeutet, die Verlegenheit zum Ausgangspunkt des eigenen Denkens zu machen. Um die Spezifik eines solchen verlegenen Denkens zu machen, zieht das Buch auch den Vergleich mit anderen ähnlichen Denkfiguren (Ironie, Skepsis) oder verwandten Konzepten (Staunen, Scham, Bescheidenheit) heran und diskutiert die entscheidenden Differenzen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2023
Band 48 in dieser Reihe

Long before Wittgenstein drew attention to its complexities, the concept of play had captured the interest of theorists for millennia. How do games contribute to our knowledge of the world? Wherein lies their universal appeal? Play is usually associated with a certain blitheness and buoyancy - could it nevertheless be argued that playfulness is not quite as innocent as it might seem?

Bence Kun draws on Adorno's writings to explore the relation between philosophical play (understood here as imaginative thought as well as experimental expression) and an experience of dread Adorno links to children's first encounter with death. By investigating his less familiar works, some of which have not yet been translated, Kun challenges the received view on Adorno's approach to metaphysics, the role of systematic inquiry and the modern condition. As he has Adorno say, the originary impression of shock at the heart of philosophical reflection can only be fully apprehended through an open-ended and defiantly creative intellectual practice.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2023
Band 47 in dieser Reihe

Adorno und Kierkegaard trennen Welten. Dennoch hat sich der kritische Theoretiker der Gesellschaft zeitlebens intensiv mit dem religiösen Schriftsteller und Vater der Existenzphilosophie aus dem 19. Jahrhundert beschäftigt. Das vorliegende Buch untersucht die vielfältigen Motive dieses spannungsvollen Verhältnisses, von der Soziologie der Innerlichkeit bis zur Ästhetik. Grundlage ist die eingehende Analyse von Adornos Erstlingswerk und anderer Texte über den Dänen. Gleichwohl gilt es, dessen Denken auch in seiner Eigenständigkeit zu berücksichtigen. Denn nur wo beide auf Augenhöhe behandelt werden, lässt sich die Frage nach dem Einfluss Kierkegaards auf Adorno stellen. Eine Antwort ist die Forschung bisher weitgehend schuldig geblieben, entweder weil sie sich die Deutung des Frankfurters zu eigen gemacht, oder diese umgekehrt als verfehlt abgetan hat. Was ihn mit Kierkegaard zugleich verbindet und entzweit, ist die Kritik des Deutschen Idealismus und die Radikalität, mit der das moderne autonome Subjekt als entfremdetes bestimmt wird. Überraschen mag die Erkenntnis, dass sie vor diesem Hintergrund und im Rückgriff auf Kant den Möglichkeitsspielraum individueller Praxis und der Ethik im engeren Sinne durchaus ähnlich bewerten.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2022
Band 46 in dieser Reihe

The author explores the thought of one of the most important contemporary philosophers, Axel Honneth, in his attempt to develop a critical theory of society and to develop a third way between liberalism and republicanism. At the heart of this attempt is the concept of recognition, which is explored in all its multiple dimensions in order to develop a new image of subject, society, and freedom.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2022
Band 45 in dieser Reihe

Kritische Theorie und Philosophische Anthropologie gelten noch immer als grundsätzlich einander widerstreitende Strömungen. Die Philosophien Helmuth Plessners und Theodor W. Adornos jedoch lassen sich, so die These dieses Buches, unter dem Namen der negativen Anthropologie zusammenführen. Edinger begreift negative Anthropologie im systematischen Sinn als strukturell negativ verfasstes Konzept, um elementare und exklusive Gemeinsamkeiten zwischen Adorno und Plessner sichtbar zu machen. Neben den grundsätzlichen Überlegungen, u.a. zum Konzept der Anthropologie bei Sonnemann und Gehlen, widmet sich der Autor auch beispielhaft den Motiven der Kritik der Moderne und die Kritik der Geschichtsphilosophie durch Plessner und Adorno. Damit erreicht er eine neue Sicht auf das Verhältnis der beiden philosophischen Richtungen, die die gemeinhin akzeptierte unversöhnliche Frontstellung von philosophischer Anthropologie und Kritischer Theorie aufhebt.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2020
Band 44 in dieser Reihe

Heute bleibt die Vorstellung von "sozialem Leiden" als Indiz der gesellschaftlich erzwungenen Unfreiheit begrifflich und normativ oft konturlos. Aus diesem Grund analysiert Sembler den Begriff mit Bezug auf die Grundprämissen der Kritischen Theorie. Er entwickelt die These, dass es sich für diese Tradition nicht nur darum handelt, soziale Leidenserfahrungen zu kritisieren, sondern gleichzeitig in der gesellschaftlichen Wirklichkeit selbst auch die potenziell emanzipatorischen, zur Leidensabschaffung beitragenden Kräfte ausfindig zu machen. Er zeigt anhand einer Diskussion materialistischer sowie anerkennungstheoretischer Leidenskritik, dass sich diese These auf die sozialontologische Prämisse Hegels zurückführen lässt, derzufolge die Struktur von sozialen Lebensformen als eine freiheitsermöglichende zweite Natur beschrieben werden kann. Somit lässt sich für heute Debatten die wichtige Schlussfolgerung ziehen, dass in soziale Leidenserfahrungen nicht weniger als die Freiheit von Subjekten auf dem Spiel steht.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2020
Band 43 in dieser Reihe

Dieses Buch macht die griechische Tragödie und ihre philosophische Reflexion seit der Antike für eine Theorie tragischer Erfahrung fruchtbar, die die leidenden Individuen in den Mittelpunkt rückt. Asmus Trautsch erschließt die existentielle Dimension der antiken Gattung für die Gegenwart und zeigt, dass die Tragödie als erstaunlich treffsicheres Modell für die mittlerweile global wirksamen Selbstgefährdungen des Menschen dienen kann.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2021
Band 42 in dieser Reihe

Die Frage, die der Band beantwortet, gilt dem Verhältnis von Wille und Willkür bei Kant: Weshalb muss sich der eine Begriff des freien Willens in zwei Formen der Freiheit teilen – in die Freiheit der Autonomie auf der einen Seite und die Freiheit der Willkür auf der anderen? Beide Freiheiten stehen nicht in einem Verhältnis der einfachen Ergänzung, sondern gehören unterschiedlichen Ordnungen an: Der Wille als Vermögen der vernünftigen Selbstbestimmung beschreibt eine normative Ordnung, während die Willkür als Kraft eigensinniger Entschiedenheit gerade eine Freiheit von normativen und faktischen Bestimmungen in Anspruch nimmt. Wie ist das Verhältnis dieser beiden Dimensionen und damit zuletzt die Einheit des Willens zu begreifen? Um diese Einheit denken zu können, so das Argument, müssen wir den eigentümlichen Akt verstehen, durch den ein endliches Subjekt das Gesetz seiner Vernunft zum Gesetz seines besonderen, subjektiven Willens macht. Ohne ein Moment von Willkür lässt sich dieser Akt und mithin die Wirklichkeit der Freiheit nicht verstehen. Der Gedanke der notwendigen Einheit von Autonomie und Willkür dient dem Band so als Leitmotiv für eine grundlegende Neubestimmung von Kants Theorie der Freiheit.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2020
Band 41 in dieser Reihe

Adornos prägnante Aussage, "wir mögen nicht wissen, […] was […] das Menschliche und die Humanität sei, aber was das Unmenschliche ist, das wissen wir sehr genau", hinterlässt den Eindruck, seine Philosophie beinhalte keine anthropologischen Prämissen und eine wahre Kenntnis über das Menschsein dürfe sich nur in der Auseinandersetzung mit bestehenden Missständen entfalten. Die vorliegende Arbeit stellt eine Erwiderung auf das Adorno seit langem unterstellte Theoriedefizit dar. Von einer psychoanalytischen Interpretation des "Leidens" ausgehend rekonstruiert die Autorin einen bislang ignorierten anthropologischen Ansatz Adornos, der mit seinem eigenen Ausdruck als "Denkpsychologie" bezeichnet werden kann. In dem Bezugsahmen der Denkpsychologie zeigt sich, dass Adorno sämtliche geistigen Operationen als unbewusste mentale Vorgänge betrachtet: Sei es das normative Urteil, seien es die intersubjektive Kommunikation oder die sinnliche Wahrnehmung– alle diese Formen der Rationalität setzen das gleichermaßen rezeptive wie triebhafte Wesen der Psyche voraus. Der an der Psychoanalyse orientierte erkenntnis-psychologische Ansatz eröffnet somit eine verborgene Innenperspektive, die in sämtliche Aspekte von Adornos Philosophie zurückwirkt.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2019
Band 40 in dieser Reihe

Wenn Klassiker in der Philosophie die Funktion haben, Medien der Diskussion zu sein, so ist Cassirers Status als (kultur-) philosophischer Klassiker in besonderer Weise gerechtfertigt: Seine Philosophie ist strukturell auf kritische Vermittlung ausgelegt, und zwar sowohl im Sinn eines Theoriemediums, das eine Terminologie und Methode anbietet, wie auch als Mediator im Sinne der Integration unterschiedlicher, teils widerstrebender Positionen als Problemzusammenhänge.

Um diese kritisch-kommunikative Bedeutung Cassirers deutlich und zugleich nutzbar zu machen, stellen die Beiträge des Bandes jeweils Aspekte seiner Philosophie in Beziehung zu anderen philosophischen und wissenschaftlichen Projekten (sowohl gegenwärtigen als auch ihrerseits klassischen). Hierzu gehören analytische Metaphysik, Archäologie des Wissens, neuere psychiatrische und wahrnehmungsphilosophische Ansätze, kritische Theorie, philosophische Anthropologie, Pragmatismus, Leibphänomenologie, die Pittsburgh Schule u.v.m.

Der Band versteht sich dabei nicht nur als ein Beitrag zur Cassirer-Forschung, sondern will allgemeiner für die kritisch-kommunikative Haltung eintreten, die sich an Cassirer lernen lässt, um sie in die Praxis der Philosophie insgesamt zu tragen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2017
Band 39 in dieser Reihe

Der Begriff des Ereignisses wird in der philosophischen Moderne so zentral wie konträr entwickelt. Naturalistische und antinaturalistische Auffassungen des Ereignisses stehen sich, meist entlang des „continental divide“, bis heute antinomisch gegenüber. Während auf Seiten der analytischen Philosophie ein Ereigniskonzept kausal volldeterminierter Geschehnisse vorherrschend ist, zielt die (post)phänomenologische Kontinentalphilosophie auf ein tendenziell antinaturalistisches Ereigniskonzept der radikalen Indetermination und Diskontinuität bzw. Alterität. Mit einer an Kant (und dessen für die Moderne gültige Diagnose einer fundamentalen Ereignisantinomie) gewonnen Ereigniskritik argumentiert vorliegende Studie sowohl gegen die naturalistische Trivialisierung des Ereignisses als auch gegen dessen antinaturalistische, letztlich idealistische Hyperbolisierung. Stattdessen wird für einen kritischen Realismus des Ereignisses argumentiert, welcher die Verträglichkeit von Indetermination und Determination konsistent konzeptualisiert. Gezeigt wird, dass Normativität auf epistemischer, ethischer und ästhetischer Ebene kontingenzsensibel gedacht werden kann, ohne dass deshalb doch der Anspruch auf objektive Verbindlichkeit aufzugeben ist.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2016
Band 38 in dieser Reihe

Rousseaus Verhältnis zu den Institutionen ist zumindest ambivalent, eher paradox: Einerseits gilt er als ein dezidierter Kritiker nicht nur der Institutionen seiner eigenen Zeit, sondern von Institutionalität überhaupt. Andererseits lässt sich kaum leugnen, dass Institutionen eine wichtige Rolle in seinem Denken spielen. Man mag darin eine gewisse Zwangsläufigkeit erkennen: Sofern Rousseau nicht nur kritisieren, sondern aktiv gestalten will, sofern er nicht nur punktuell intervenieren, sondern seinen reformerischen Vorschlägen Beständigkeit verleihen möchte, bleibt er auf Institutionen und Institutionalität angewiesen. Rousseau ist in diesem Sinne kein Utopist: Auch wenn seine Schriften z.T. utopische Züge aufweisen, wenn sich in ihnen die Tendenz zum Ausbruch aus dem von der Gesellschaft gesteckten Rahmen manifestiert, kehren sie doch letztlich immer wieder zu den Institutionen zurück. Dass dies keine Kapitulation vor der Macht des Faktischen bedeutet, sondern ganz im Gegenteil den Realismus eines aufgeklärten Denkens ausmacht, das sich – obgleich eminent kritisch – stets aufs Neue vor institutionelle Herausforderungen stellt, belegen die in diesem Band versammelten Beiträge.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2014
Band 37 in dieser Reihe

Die Studie greift die philosophische Frage nach den Grenzen und der möglichen Überwindung des Formalismus auf. Sie bietet eine kritische Rekonstruktion des Frühwerks von Georg Lukács, in dem eine eigenartig ästhetizistische Kulturkritik mit einer ethischen Utopie dostojewskischer Prägung ergänzt werden sollte. Das Aufzeigen der Einheit wie der Aporien dieses zweigleisigen Ansatzes wirft neues Licht auf Lukács’ marxistische Wende Ende 1918.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2014
Band 36 in dieser Reihe

Die nachmetaphysische Sozialphilosophie ist von einer kontraktualistischen Verkürzung der Moral geprägt. Was dadurch ausgeblendet wird, bringt der Band im Rekurs auf Kant und Hegel ans Licht: die Pflicht zur Kultivierung des Zuhörens und eine Idee der „wahren Liebe“, die für heutige Geschlechterrelationen Relevanz hat. Auch das Verhältnis von Moral, Recht und Religion wird neu, ohne Gleichsetzung von Vernunft und säkularem Denken, durchdacht.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2014
Band 35 in dieser Reihe

Die Beiträge dieses Bandes werfen die Frage nach dem Erkenntniswert der Literatur auf. Der erste Teil des Bandes enthält Beiträge, welche die Frage nach dem Verhältnis zwischen literarischen und anderen Weisen menschlicher Selbstverständigung diskutieren. Im zweiten Teil des Buches finden sich Aufsätze, welche die verschiedenen Argumente, die in der Diskussion um die Frage nach dem kognitiven Wert der Literatur eine Rolle spielen, einer eingehenden Prüfung unterziehen. Sie fragen danach, ob und inwieweit die Literatur Wissen vermittelt. Die Beiträge des dritten Teils vertiefen die Untersuchungen zum kognitiven Wert der Literatur, indem sie verschiedene Formen des Wissens behandeln. Besondere Aufmerksamkeit erhalten die Vergegenwärtigungsleitung der Literatur, das propositionale Wissen, das Zeugniswissen und das begriffliche Wissen. Der vierte Teil des Buches schließlich enthält Aufsätze, die sich mit der Literatur als Quelle moralischen Wissens beschäftigen und den Beitrag der Literatur zu psychologischen Fragen diskutieren, welche das Verständnis der Rolle der Gefühle und die narrative Dimension der Selbstidentität betreffen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2014
Band 34 in dieser Reihe
philosophie, Ökonomie und Politik sind die drei wichtigsten Koordinaten, welche das Werk von Karl Marx markieren. Diese Begriffe stellen aber nicht etwa thematische Rubriken oder Disziplinenunterscheidungen dar, sondern bilden theoretische Kategorien, die zueinander in einem Negations- oder Kontestationsverhältnis stehen. Den im vorliegenden Band versammelten Texten geht es um eine systematische Reflexion dieser drei Begriffe und ihres Verhältnisses zueinander vor dem Hintergrund aktueller sozialer und politischer Entwicklungen. Die Texte bieten einen Überblick über Disparität und Spannbreite von Ansätzen und Überlegungen, die sich heute auf Marx beziehen: von Arbeiten über aristotelische, hegelsche oder fouriersche Einflüsse in Marx‘ Arbeiten über Bezüge zur Neoklassik oder analytischen Philosophie bis hin zu postkolonialen und feministischen Theorien. Auch sie stehen zueinander in ebenso einem Konkurrenz- wie in einem Komplementärverhältnis, denn sie widersprechen einander zwar, verweisen so aber auch einander auf blinde Flecken oder Problemfelder. Gemeinsam ist ihnen allerdings eine Unzufriedenheit mit den Beschränkungen der Vorherrschaft des politischen Liberalismus, mit welchem sich nach Eindruck der Beitragenden weder die Pathologien den gegenwärtigen Gesellschaftsformation, noch eine fruchtbare politische Perspektive zu deren Veränderung gewinnen lässt.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2013
Band 33 in dieser Reihe

Spätestens seit der Lehre vom Naturzustand, die Thomas Hobbes auf so folgenreiche Weise ausgearbeitet hat, steht die Todesproblematik im Zentrum der politischen Philosophie. Denn unter der Bedingung einer geringeren Eindämmung durch Jenseitsfiktionen erscheint die Absolutheit des Todes nicht nur als eine angstbesetzte Bedrohung, sondern zugleich auch als das, was die politische Ordnung aufrecht erhält. Mit der Fundierung der Gemeinschaft in einer Todesdrohung, die alle angeht, taucht jedoch zugleich eine neue Problematik auf: die Zersetzung der Gemeinschaft, der wiederum allein durch den Horizont einer kollektiven Todesdrohung entgegengewirkt werden kann. Ausgehend von dieser Problematik, zeichnet die Studie von Leander Scholz am Leitfaden politischer Thanatologien den historischen Umbau von einer politischen Theologie zur politischen Ökonomie nach, sowie die Umformung der politischen Ökonomie zu einer politischen Ökologie. Hierbei steht die Formierung eines Lebenswillens im Vordergrund, der nicht mehr bereit ist, die Verinnerlichung der Todesdrohung als Horizont seiner Selbstbehauptung anzuerkennen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2012
Band 32 in dieser Reihe

Die Beiträge dieses Buches unternehmen den Versuch, Praktische Philosophie in Begriffen einer negativistischen Sozialphilosophie zu rekonstruieren, die ein breites Spektrum von Phänomenen negativer Sozialität in ihrem eigenen Recht (und nicht nur als Mangelzustände) beschreibt und dabei davon ausgehen muss, dass sich diese Phänomene nicht in einer voll integrierten Gemeinschaft oder Gesellschaft aufheben lassen. Eine solche Sozialphilosophie geht den Gründen für die Irreduziblität des Negativen einerseits auf einer begrifflichen Ebene, andererseits aber auch in konkreten historisch-sozialphilosophischen, lexikalisch angeordneten Analysen nach. Getragen sind die Analysen von der Überzeugung, dass ohne „Reibung“ an diesen Phänomenen auch ein Leben im Zeichen des Guten oder Gerechten jeglichen Halt an einem leibhaftigen In-der-Welt-Sein verlieren muss. Wir sind nicht nur unaufhebbarer Negativität ausgesetzt, sondern müssen auch verstehen, wie das der Fall ist, und welche Spielräume des Verhaltens sich uns darin eröffnen.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2013
Band 31 in dieser Reihe

Die Behauptung eines angeblichen Endes der Geschichte hat sich nicht nur als voreilig erwiesen, sondern angesichts der Krisen des 21. Jahrhunderts besteht darüber hinaus die moralische und politische Verpflichtung, die Geschichte der Zukunft als praktische Aufgabe zu verstehen. Um diese Perspektive philosophisch zu reflektieren, bedarf es einer neuen Geschichtsphilosophie, die weniger in die Vergangenheit gerichtet ist, als vielmehr die Lebensverhältnisse der Gegenwart und die zu erwartenden Bedingungen in der Zukunft in den Blick nimmt. Weil damit auch die ethische Verantwortung für zukünftige Generationen angesprochen ist, zielt die vorliegende Untersuchung auf eine Synthese von Geschichtsphilosophie und Zukunftsethik. Für die Ethik der Zukunft folgt daraus, dass sie bestimmte Einsichten in die narrative Struktur und orientierende Funktion historischen Bewusstseins in ihre eigene Grundlegung integriert. Für die Philosophie der Geschichte hat dies zur Konsequenz, dass sie sich mit der Zukunftsperspektive an der theoretischen Lösung ökonomischer, sozialer und ökologischer Probleme beteiligt. Dazu gehören Themen wie die je nach Handlungsfeldern unterschiedlichen Reichweiten der Langzeitverantwortung, die Pflicht zur Kompensation historischer Schuld, das Recht armer Länder auf nachholende Entwicklung, der kulturelle Maßstab intergenerationeller Gerechtigkeit und das ergänzende Modell eines generösen kollektiven Erbes. Das Ziel besteht in einer Geschichtsphilosophie der Zukunft in praktischer Absicht.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2011
Band 30 in dieser Reihe

Die Schriften Walter Benjamins stellen ein unvergleichlich aufschlussreiches Repertoire für das Studium von Kritik bereit. Sie zeigen, dass sich Kritik, sei es die der Gesellschaft, des Rechts oder der Kunst, nicht in einem Urteil nach etablierten Kriterien erschöpft. Benjamin erzielt kritische Effekte mit Hilfe von unerwarteten Zusammenstellungen oder genealogischen Rekonstruktionen, die den geläufigen Kriterien der Beurteilung nicht einfach folgen, und gerade dadurch die Eigentümlichkeiten der betrachteten Gegenstände unterscheiden und erkennen lassen. Kritik löst dabei eine Krise der habitualisierten Denkweisen aus und sorgt für eine Wiederbelebung der Empfindsamkeit ihres Rezipienten. In seiner Untersuchung entfaltet Michele Salonia systematisch Benjamins zahlreiche, fragmentarisch gebliebenen Überlegungen zur Kritik, was einen Schlüssel für die Interpretation einzelner Teile seines Œuvres – Jugendschriften, Erkenntnistheorie, politische, Sprach- und Geschichtsphilosophie – sowie der Entwicklung seines Gesamtwerks an die Hand gibt. Zugleich präpariert er dabei einen theoretischen Ertrag heraus, mit dem innovativ in die gegenwärtige philosophische Debatte über die Formen der Kritik eingegriffen werden kann.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2011
Band 29 in dieser Reihe
Den Mittelpunkt dieses Buchs bildet die mit der These von den Gefühlen als Atmosphären verbundene radikale Infragestellung der vorherrschenden Auffassung von Gefühlen als privaten, inneren Zuständen des Einzelnen. Mit der Überwindung des in der abendländischen Tradition verankerten Innenweltparadigmas werden die reduktionistischen Verkürzungen des subjektiven Erlebens aufgelöst und die Mannigfaltigkeit und Qualität der Phänomene unverkürzt philosophiefähig gemacht. Der Kern dieses Programms ist die Rehabilitierung des eigenleiblichen Spürens und der affektiven Betroffenheit als Grund und Ausgangsbasis aller Selbst- und Welterfahrung. Die Beiträge des Bandes setzen sich in systematischer Weise - affirmativ und kritisch - mit der Definition von Gefühlen als "räumlich ergossenen, leiblich ergreifenden Mächten" auseinander. Sie machen die unserem philosophischen und kulturellen Verständnis zunächst befremdlich anmutende These in ihrer zentralen Bedeutung für die heutige Emotionsforschung erkennbar und bereichern sie um eine streitbare, doch äußerst ertragreiche Perspektive.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2011
Band 28 in dieser Reihe
Die nicht zuletzt im Zuge der Deklaration eines „nachmetaphysischen Zeitalters“ für überzogen gehaltenen epistemologischen Ansprüche der klassischen Metaphysik scheinen sich auch und vor allem in der Auseinandersetzung mit skeptischen Argumenten bzw. Paradoxien tatsächlich als unhaltbar herauszustellen. Wenn sich bereits alltägliche Wissensansprüche unter dem Seziermesser skeptischen Scharfsinns als insgesamt problematische Klasse entlarven lassen, wie sollte man dann noch sinnvoll Metaphysik betreiben können? Doch der Anschein trügt, wie die Beiträge des vorliegenden Sammelbandes ausführlich darlegen. Dieses Buch reagiert damit auf einen aktuellen internationalen Trend, denn neueste Arbeiten auf dem Gebiet der theoretischen Diagnose des Ursprungs skeptischer Argumente bzw. Paradoxien zeigen deutlich, dass gerade den dominanten neuzeitlichen Formulierungen skeptischer Probleme metaphysische Voraussetzungen zugrunde liegen, die von den großen Projekten der Metaphysik, die im Buch zur Sprache kommen, nicht geteilt werden. MIT BEITRÄGEN VON: Jarnes Conant, Michael Forster, Paul Franks, Hans Friedrich Fulda, Markus Gabriel, Leo Groarke, Jens Halfwassen, Anton Friedrich Koch, Dominik Perler, Jens Rometsch, Klaus Vieweg, Jörg Volbers, Michael Williams und Stephan Zimmermann.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2012
Band 27 in dieser Reihe

Die Krisenerfahrungen der Moderne führen zum Rückgriff auf vormoderne Ordnungsvorstellungen, die jene Legitimationsdefizite kompensieren sollen, die im Zuge einer Dialektik der Aufklärung entstanden sind: die emanzipatorische Kraft der Vernunft scheint sich in eine Instanz neuer Herrschaft zu verkehren, als deren Organ die als repressiv erfahrenen Ordnungsleistungen des Staates begriffen werden. Diese Situation begünstigt die Suche nach Kräften, die menschlichem Eingriff entzogen sind, und kommt der Rehabilitierung von Naturvorstellungen entgegen, die sich der Welt des Menschen als normative Ordnungsquelle anbieten. Inwieweit sich gerade die Geschlechterbeziehungen als Ausdruck solch natürlicher Ordnung verstehen lassen, ist eine der zentralen Fragen einer kritischen feministischen Philosophie. Die Untersuchungen, die die AutorInnen dieses Bandes vorlegen, bewegen sich im thematischen Umkreis dieser Fragestellung: in der Art eines Kompendiums werden in Interpretationen von Texten der politischen Philosophie, die in der Epoche von 1600-1850 entstanden sind, paradigmatische Legitimationsfiguren herausgearbeitet und der feministischen Ideologiekritik zugänglich gemacht.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2010
Band 26 in dieser Reihe
Schmerzen, körperliche Erschöpfung, Erosionen oder Spuren zeitlichen Verfalls und ähnliches verweisen auf Erfahrungen, die sich diskursiver Einholung nicht ohne weiteres fügen. Mit dem Formlosen, der bloßen Materialität oder dem Chaos assoziiert, widersetzen sie sich den generellen Begriffen des Textes und des Verstehens. Zudem verweigern sie sich ihrer Entschlüsselung als Konstruktion – im Sinne ihrer begrifflichen Bezeichnung und Unterscheidung – wie auch ihrer Inszenierung als einer ästhetischen Praxis, weil sie in allen ihren Hervorbringungen als eine nicht aufgehende Heterogenität immer schon mitschwingen. Denn es gibt keine Arbeit ohne den Rest, keinen Diskurs ohne das Nichteinholbare oder Undarstellbare, keine Technik ohne Versagen, kein Denken ohne die Widerständigkeit der Dinge, worin sie ebenso sehr verwickelt sind, wie sie diese verleugnen. Posthermeneutik ist der Versuch, diese ‚andere‘, ‚negative‘ Seite neu zu denken – und damit das mit einzubeziehen, was nicht Verstehen ist, aber ins Verstehen eingeht, was nicht Zeichen ist, aber notwendige Voraussetzung aller Zeichenprozesse bleibt, was nicht Sinn ist, aber die Bedeutungen stört, was nicht Medium ist, aber alle Medialität mitprägt.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2010
Band 25 in dieser Reihe
Das normative Leitideal des Westens, der politische Liberalismus, ist in eine Krise geraten. Vor diesem Hintergrund empfiehlt sich eine Re-Lektüre der kommunitaristischen Kritik am Liberalismus, da diese in ihren vielfältigen Stellungnahmen zur Religion immer wieder vor den autonomen Verselbstständigungen einer liberalistischen Vernunft gewarnt hat. In der kommunitaristischen Reflexion geht es um die normative Präsenz der Religion in einer lebendigen pluralistischen Demokratie und um die Verwirklichung von Moral in Freiheit unter Bedingungen von Instrumentalismus, Schuld und Versagen. Die Beiträge des Bandes beschäftigen sich mit den unterschiedlichen Religionskonzeptionen der kommunitaristischen Autoren; im Fokus der Aufmerksamkeit steht dabei vor allem die je spezifische Verbindung von Religion und Liberalismuskritik, wie sie uns beispielsweise in der Ablehnung der Moderne, in der zivilreligiösen Unterfütterung gesellschaftspolitischer Legitimationsverfahren oder aber in der Kritik am Rechten und der daraus resultierenden Priorisierung des Guten begegnet. Und es wird die Frage diskutiert, wie sich der Religionsbegriff des Kommunitarismus zu den reflexiven Erfordernissen einer global organisierten und pluralistisch strukturierten Welt verhält.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2010
Band 24 in dieser Reihe
Mit seinem großen Spätwerk "Gedächtnis, Geschichte, Vergessen" hat Paul Ricœur aufs Neue die Frage aufgeworfen, wie eine zeitgemäße philosophische Theorie der Geschichte heute denkbar wäre. Seiner Überzeugung nach muss eine solche Theorie sowohl den Strukturen gelebter Geschichtlichkeit als auch deren wissenschaftlicher Thematisierung und dem möglichst maßvollen politischen Gebrauch, den man von Geschichte macht, Rechnung tragen. Im Zeichen einer in Stücke gegangenen Geschichte analysiert er, was es heute bedeutet, geschichtlich zu existieren: zwischen eminent gewaltsamer Vergangenheit, die geschichtlich bezeugt wird, und dem menschlichen Wunsch nach versöhnendem Vergessen. Ricœur hält den Wunsch nach einem moralischen Vergessen für unverzichtbar, das bezeugte Vergangenheit bewahrt und nicht etwa liquidiert. Zugleich verlangt er, diesen Wunsch mit einer dem Anschein nach unversöhnbaren geschichtlichen Wirklichkeit zu konfrontieren. Dieser Band bringt eine Vielzahl aktueller Auseinandersetzungen mit dem von Ricœur neu begründeten, derzeit avanciertesten Projekt eines philosophischen Geschichtsdenkens, das sich von der Rhetorik des Endes (der Geschichte und der Philosophie) nicht beeindrucken lässt.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2009
Band 23 in dieser Reihe
Das Thema der Lebenspolitik ist in der reflexiven Moderne zwischen den Philosophien von Jürgen Habermas und Michel Foucault wiederentdeckt worden. Aber die Individualisierung der Risikogesellschaft legt nicht den anthropologischen Zirkel der Moderne frei, von dem die gegenwärtige Lebenspolitik inhaltlich abhängt. Dieser inhaltliche Fokus bedeutet nicht, wie viele Philosophen seit Heidegger glauben, die Auflösung der Philosophie. Sie kann mit ihren eigenen Methoden und theoretischen Ansprüchen diejenige personale Lebensform freilegen, die aus dem anthropologischen Zirkel herausführt. Speziesismen (im Naturenvergleich) und Ethnozentrismen (im Kulturenvergleich) lassen sich durch eine bestimmte Kombination aus Phänomenologie, Hermeneutik, verhaltenskritischer Dialektik und Rekonstruktion der praktischen Ermöglichungsbedingungen begründet kritisieren. Die Philosophischen Anthropologien des amerikanischen Pragmatismus, insbesondere von John Dewey, und von deutsch-jüdischen Denkern wie Hannah Arendt, Ernst Cassirer, Helmuth Plessner und Max Scheler haben solche interkulturellen und interdisziplinären Leistungen bereits im 20. Jahrhundert erbracht. Sie werden hier erstmals in eine systematische Diskussion miteinander versetzt, die der Gegenwartsphilosophie bislang fehlt.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2008
Band 22 in dieser Reihe

In dieser Monographie wird, beginnend mit einem biographischen und zeitgeschichtlichen Grundriss, zum ersten Mal das umfangreiche strafrechtliche, rechtsphilosophische und philosophische Gesamtwerk Arthur Baumgartens dargestellt. Baumgarten war im Jahr seiner bei Franz v. Liszt verteidigten Dissertation (1909) nach Genf berufen worden und lehrte in Köln, Basel, Frankfurt/M. und Berlin. Von der dreiteiligen "Wissenschaft vom Recht" (1922) urteilte Albrecht Mendelssohn Bartholdy im "Archiv des öffentlichen Rechts", hier sei die Jurisprudenz auf Philosophie gegründet, und die Lehre Baumgartens werde neben Stammler und Nelson die stärkste Wirkung aufs Rechtsdenken gewinnen. Mit seinen philosophischen Schriften wurde Baumgarten, beeinflusst von James und Dewey, in den zwanziger und dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Vordenker des sozialliberalen Pragmatismus in der deutschen Philosophie und nahm deren Hinwendung zur angloamerikanischen philosophischen Tradition um Jahrzehnte vorweg. 1933 erklärte er, unterm NS-Regime nicht Rechtwissenschaft lehren zu können, und ging von Frankfurt in die Schweizer Emigration. Die Erfahrung von Faschismus und Krieg führte ihn in der Mitte der vierziger Jahre zu sozialistischen Überzeugungen und Erwartungen und zur Marxschen sozialwissenschaftlichen Methode, so dass er, nach Frankfurt nicht zurückberufen, gleich anderen antifaschistischen Intellektuellen in die Ostzone und spätere DDR zog. Gerd Irrlitz behandelt die Hauptwerke und die marxistisch orientierten Texte Baumgartens – wie überhaupt die sozialliberale und die späte sozialistische Periode – nicht als Gegensätze, sondern als aufeinander bezogene und einander bedingende Konzepte, überzeugt, dass das Werk des Rechtsphilosophen unterm Erfordernis der Erneuerung des sozialen Liberalismus in der hochindustriellen Zivilisation neue Aktualität gewinnen kann.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2009
Band 21 in dieser Reihe
Theorien der "Anerkennung" zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Leistungsstärke aus. In den letzten Jahren haben sie die Forschung auf den Gebieten der Moralphilosophie, der Politischen Philosophie und der Sozialphilosophie, aber auch auf denen der Psychologie und der Sozialwissenschaften sowohl thematisch als auch methodisch sehr stark bereichert. Viele dieser Theorien versuchen zudem, Überlegungen, die von klassischen Autoren wie Fichte oder Hegel entwickelt wurden, für die aktuelle Diskussion systematisch fruchtbar zu machen. Dieser Konstellation trägt der vorliegende Band Rechnung. Durch eine Verzahnung von systematischen und philosophiegeschichtlichen Überlegungen leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Lösung und Weiterentwicklung aktueller anerkennungstheoretischer Probleme und Fragestellungen sowie zu einer Neuinterpretation klassischer philosophischer Texte. Aufgrund seines thematischen Zuschnitts ist das Buch nicht nur für Philosophen, sondern auch für Sozialwissenschaftler von großem Interesse. Mit Beiträgen von: J. Bernstein, D. Brudney, J.-Ph. Déranty, N. Fraser, A. Honneth, H. Ikäheimo, A. Laitinen, F. Neuhouser, T. Pinkard, M. Quante, E. Renault, H.-C. Schmidt am Busch, L. Siep, A. Wildt und Ch. F. Zurn
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2009
Band 20 in dieser Reihe

Charles S. Peirce (1839-1914), bekannt als Logiker, Philosoph, Mathematiker und Physiker, zählt zu den wichtigsten Denkern der modernen Wissenschaftsgeschichte. In der späten und wichtigsten Phase seines Schaffens (1891-1909) hat er programmatische Aufsätze sowie ausgewählte Vorlesungen explizit als eine Reihe für die Zeitschrift "The Monist" konzipiert, Beiträge, von denen bislang nur Ausschnitte und stark revidierte Fassungen veröffentlicht worden sind. Die erstmalige und vollständige Veröffentlichung der "Monist"-Texte in diesem Band beabsichtigt eine zeitgemäße Annäherung an das höchst heterogene Werk von Peirce. Sie ist der Versuch, Peirces Gedanken der internationalen wissenschaftlichen Öffentlichkeit originalgetreu zu präsentieren. Zentrales Ziel der "Monist"-Reihe bildet die Begründung einer Methode der Semiotik. Die Abhandlungen präsentieren Erklärungen zu Universalgesetzmäßigkeiten wie Gefühle, Wille und Kognition, zu Differenzen zwischen auf Erfahrung basiertem und imaginiertem Wissen, aber auch zur Definition der Aufmerksamkeit als einer symbolischen Tätigkeit. Neben ihrer wissenschaftlichen Relevanz in der philosophischen, bildwissenschaftlichen und kulturwissenschaftlichen Forschung, in der Kognitionswissenschaft und Logik besitzen die von Peirce diskutierten Themen auch eine hohe Aktualität für die zeitgenössischen Naturwissenschaften.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2014
Band 19 in dieser Reihe
"Zwischen skeptischer Hoffnungslosigkeit und dogmatischem Trotz" - dieses Diktum Kants gibt gleichermaßen die kritischen Intentionen der kantischen Geschichtsphilosophie wie auch seiner Religionsphilosophie in äußerster Kürze und dennoch prägnant wieder. Demgemäß verfolgt der erste Teil des Buches Kants Begründung eines "geschichtlichen Hoffnungsbegriffs" und die darin leitenden Ideen des Rechtsfortschritts und des "ewigen Friedens" (als das "höchste politische Gut"). Wenngleich diese maßgebenden Perspektiven in Kants geschichtsphilosophischen Schriften zweifellos im Vordergrund stehen, so sollen demgegenüber jedoch vor allem jene latent vorhandenen Anknüpfungspunkte und Ansätze zu einem kritischen Geschichtsdenken bei Kant und das darin leitende "gegenläufige" Vernunftinteresse freigelegt werden. Dabei werden in Kants Denken Bezüge erkennbar, die solche verborgenen geschichtsphilosophischen Aspekte in bemerkenswerter Nähe zu Walter Benjamins berühmtem geschichtsphilosophischen Motiv, "die Geschichte gegen den Strich zu bürsten", erscheinen lassen. Eine andere Akzentuierung gewinnt jenes Diktum Kants freilich im Kontext seiner kritischen Religionsphilosophie. Die Begründung eines über das Anspruchsniveau der Tugendpflichten erweiterten "Standpunktes der Freiheit" (der Idee des "Übersinnlichen in uns") modifiziert zugleich den von Kant beabsichtigten Nachweis, "dass Moral unumgänglich zur Religion führt", und erlaubt so eine religionsphilosophische Erweiterung und Differenzierung des Hoffnungshorizontes. Dergestalt gewinnt nicht nur Kants "Weltbegriff der Philosophie" neue Konturen – auch auf Kants Idee einer "authentischen Theodizee" fällt damit noch einmal ein neues Licht – "zwischen skeptischer Hoffnungslosigkeit und dogmatischem Trotz".
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2009
Band 18 in dieser Reihe

In Alessandro Pinzanis Arbeit wird das Denken der Philosophen Machiavelli, Hobbes, Rousseau und Kant als Basis genommen, um die Reflexion über die Beziehung von Individuum und Staat neu zu beleben. Nachgewiesen wird, dass die Positionen dieser Philosophen zugleich vier Denktraditionen entsprechen, die eine vierfache Wurzel moderner Demokratien bilden: Republikanismus, Liberalismus, radikale Demokratie und Konstitutionalismus. Sowohl der Bezug auf klassische Denker wie auch die Entgegensetzung der benannten Traditionen modernen politischen Denkens sind allerdings problematisch. Der Autor zeigt, dass gerade die Benutzung vergangener Autoren und schemenhaft definierter Denktraditionen viele der Schwierigkeiten verursacht, die beim Versuch entstehen, die aktuellen Probleme unserer Demokratien zu begreifen, geschweige denn, zu lösen. Nach der sowohl ideengeschichtlichen als auch systematischen Auseinandersetzung mit den Konzeptionen der Klassiker politischer Philosophie wird im Buch die aktuelle Debatte über die Notwendigkeit politischer Tugenden bzw. der Annahme einer bestimmten politischen Haltung seitens der Bürger gegenwärtiger Demokratien vorgestellt.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2007
Band 17 in dieser Reihe

Der Begriff "Narrativität" tritt heute als ein Modewort in Erscheinung, das sogar Einzug ins Feuilleton gehalten hat. Im Kontext der Philosophie des 20. und 21. Jahrhunderts kann der Mensch als narratives Wesen bestimmt werden. Erzählung dient hier nicht allein als Inbegriff einer Gesamtheit von Sinnbildungen, sondern vor allem zur Kennzeichnung des wirklich Menschlichen. Das narrative Selbst gibt nicht nur auf die Frage nach dem Menschen eine Antwort, sondern ist auch grundlegend für die Beantwortung der Frage nach dem Tunsollen des Menschen. Und es wird sichtbar, dass die "Form der Erzählung" die Art und Weise des Verstehens der eigenen Handlungen und die der anderen sein kann. Die Klärung der Bedeutung von Narrativität im Spannungsfeld von Ethik und deren lebenspraktischem Bezug steht in systematischer Hinsicht allerdings noch aus. Der vorliegende Band leistet einen wichtigen Beitrag zur Klärung dieses Defizits, indem er Grundlagen, Grundpositionen und Anwendungen einer narrativen Ethik vorstellt.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2007
Band 16 in dieser Reihe
Hannah Arendt ist längst von einer umstrittenen Denkerin zu einer Klassikerin der modernen politischen Theorie geworden. In unnachahmlicher Weise hat sie den Bruch des deutschen philosophischen Denkens in den 20er Jahren in ihren weiteren intellektuellen Lebensweg aufgenommen und in eine politische Theorie des 20. Jahrhunderts übertragen – eine Theorie, die aus den Erfahrungen von Flucht und Staatenlosigkeit schöpfte und zugleich zentrale Phänomene des 21. Jahrhunderts, die Fluchtbewegungen und die Krise der institutionellen nationalen Politik vorwegnahm. Mit Beiträgen von: Etienne Balibar, Peg Birmingham, Matthias Bormuth, Micha Brumlik, Jean L. Cohen, Rainer Forst, Volker Gerhardt, Peter Eli Gordon, Stefan Gosepath, Antonia Grunenberg, Wolfgang Heuer, Rahel Jaeggi, Dominic Kaegi, Jerome Kohn, Martine Leibovici, Gertrude Lübbe-Wolff, Oliver Marchart, Waltraud Meints-Stender, Ingeborg Nordmann, Manfred Riedel, Stefanie Rosenmüller, Michael P. Steinberg, Dana Villa, Marianne Zepp und Idith Zertal
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2007
Band 15 in dieser Reihe
Während seit einiger Zeit im Feuilleton ein Kulturkampf zwischen Vertretern des "Gehirns" und des "Geistes" ausgefochten wird, haben führende Neurobiologen und Philosophen – unter Beteiligung einer Soziologin, eines Mathematikers und zweier Physiker - in der "Deutschen Zeitschrift für Philosophie" eine Sachdiskussion zu den Grenzfragen der Hirnforschung geführt. Neben der hier vorgelegten vollständigen Neuedition dieser Auseinandersetzung umfasst ca. ein Drittel des Bandes sämtliche Beiträge einer bisher unveröffentlichten Schlussrunde, die eine vorläufige Bilanz zieht, die strittig bleibt. Alle Diskussionsteilnehmer sind sich in der Intention einig, dass weder der reduktive Naturalismus noch der ontologische Dualismus von Gehirn und Geist überzeugen können. Uneins bleiben aber nicht nur die Neurobiologen und Philosophen gegen einander, sondern auch die Philosophen und die Neurobiologen jeweils untereinander. Der Dissens betrifft die Frage, wie ihre schwache Gemeinsamkeit methodologisch und geschichtlich, ontologisch und ontisch so durchgeführt werden kann, dass keine Selbstwidersprüche eintreten: Für die Erfüllung des eigenen Anliegens wird noch etwas Anderes in Anspruch genommen, als man selbst zugleich zu erklären vermag. Personale Lebewesen bzw. lebende Personen vollziehen sich anders, als dualistisch konzipiert werden kann.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2007
Band 14 in dieser Reihe
Wie ist es möglich, dass wir Einfluss auf Gefühle nehmen können? Emotionen sind so strukturiert, dass wir sie – in gewissen Grenzen – rational beeinflussen können. Aber wie genau lässt sich ihre Struktur beschreiben? Wie hängen Gefühle mit dem Handeln und der Ethik zusammen? Welche Funktion haben Emotionen für die soziale Ordnung? Wie bewirkt die Kunst eine Kultivierung bestimmter Gefühle? Über Gefühle gibt es derzeit eine intensive Auseinandersetzung in der deutschsprachigen Philosophie. Dieser Band verknüpft Stränge, die sowohl in der internationalen als auch in der deutschen Diskussion bisher unverbunden sind: phänomenologische und eher kognitivistisch-analytisch orientierte philosophische Beiträge, die kunsthistorisch und soziologisch flankiert werden. Alle Autoren zeigen, dass Gefühle sowohl "körperliche" als auch "mentale" Phänomene sind: Wir können Emotionen nicht verstehen, wenn wir sie in der falschen Alternative als entweder "rein biologisch" oder aber als "rein kognitiv" auffassen. Insofern widmet sich der vorliegende Band der komplizierten Aufgabe einer begrifflichen Klärung von Struktur und Funktion von Gefühlen. Die hier versammelten, höchst unterschiedlichen Perspektiven sind sich darin einig, dass sich Gefühle nicht auf Überzeugungen, Wünsche oder Handlungen reduzieren lassen.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2006
Band 13 in dieser Reihe

In diesem Buch liefert Hans-Ulrich Wöhler einen repräsentativen geschichtlichen Überblick zum dialektischen Denken in der mittelalterlichen Philosophie. Untersucht werden ausgewählte Texte von Autoren unterschiedlicher sprachlicher, religiöser und philosophischer Provenienz aus dem Zeitraum zwischen dem 6. und dem 17. Jahrhundert. Die den Autor dabei leitende Frage lautet: Inwiefern dachten diese Denker in ihrer Philosophie dialektisch? Im Zentrum des Bandes steht somit die Beschreibung und Rekonstruktion von konkreten Äußerungs- und Anwendungsformen und vor allem von Inhalten eines dialektischen Denkens, unabhängig von ihrer Selbstkennzeichnung durch deren Urheber. Entscheidend für die Beantwortung der Leitfrage ist es, ob und in welcher Weise in den untersuchten Texten ein Verständnis für die Kompatibilität, die Relativität, die Vermittelbarkeit oder auch die Einheit von Gegensätzen artikuliert wird. Der gewählte zeitliche Rahmen integriert in die Darstellung nicht nur einige klassische Vertreter der Philosophie im lateinischen, islamischen und jüdischen Mittelalter, sondern er bezieht zugleich die Perioden der Rezeption und Aneignung des antiken Erbes am Anfang und des kritischen Rekurses darauf am Ende der Epoche ein.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2007
Band 12 in dieser Reihe
Hegel war in Frankreich von Anfang an einer eigenwilligen Rezeption ausgesetzt. Von Cousin bis Kojève und darüber hinaus fanden ‚starke‘ Interpretationen statt, die im vorliegenden Band nachgezeichnet werden. Die Stationen der Präsenz Hegelschen Denkens in Frankreich werden von namhaften Hegelforschern und Kennern der Rezeption zu einem abwechslungsreichen Bild verdichtet. Dabei geht es nicht so sehr um die Hegelsche Lehre, als vielmehr um das zündende bzw. provokatorische Moment seines Denkens, das nicht nur thematisiert wird, wo es auf fruchtbaren Boden fällt, sondern auch da, wo man es gewissermaßen abwehrt. Beleuchtet wird in diesem Band die französische Hegel-Rezeption u. a. von Louis Althusser, Maurice Blanchot, Victor Cousin, Gilles Deleuze, Jacques Derrida, Jacques d'Hondt, Michel Foucault, Jean Hyppolite, Luce Irigaray, Alexandre Kojève, Jean-Luc Nancy, Jean Wahl und Eric Weil.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2005
Band 11 in dieser Reihe
Rousseaus politisches Denken bewegt sich in beiden Bereichen der klassischen Politik: in denen von Haus und Staat, von Privatem und Öffentlichem. Der liberalen Opposition von Individuum und Staat setzt Rousseau ein Modell der politischen Einheit entgegen, das durch die Vermittlungsinstanzen von Geschlechter- und Familienordnung gewährleistet ist. Mit dem erstmals ausformulierten Ideal einer empfindsamen Beziehungskultur wird ein Modell bürgerlicher Lebenskultur propagiert, das sich gleichermaßen auf die häuslich-intime Privatsphäre wie auf die Dimension republikanischer Öffentlichkeit erstreckt und das Rousseaus nachhaltige Deutungsmacht für das moderne bürgerliche Selbstverständnis erweist.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2005
Band 10 in dieser Reihe

Die Kantische Ethik gilt bis heute als die dominante Theorie der Moral, und das nicht nur mit Blick auf ihre moralischen Inhalte, sondern mehr noch mit Bezug auf ihre Begründung der moralischen Prinzipien aus der Vernunft. Die Auseinandersetzung mit Kant führt jedoch zu der Einsicht, daß wir unsere Vorstellungen vom Verhältnis zwischen Ethik und Moral, sowie von der Verbindung von Moral und sozialer Realität reformulieren müssen. Die im vorliegenden Buch gesammelten Artikel verbindet die Erwartung, daß die Moral statt über die Vernunft über ihre Funktion im Rahmen sozialer Beziehungen besser zu verstehen und gestalten sein sollte. Den konkreten Reichtum unserer Handlungsziele, Beziehungsmöglichkeiten und sozialen Fähigkeiten sind wir nur dann in der Lage zu erschließen, wenn wir das Werkzeug der abstrakten Vernunft als unbrauchbar beiseite legen und statt dessen mit den alltäglichen, persönlichen und überpersönlichen, Erfahrungen arbeiten, nit denen wir uns auskennen. Weil einzig aus den Beziehungsformen Normativität erwächst, sollten uns diese selbst, ihre Bedeutungen und ihre Wandelbarkeit interessieren, weniger kodifizierbare moralische Pflichten und Regeln. Gegenstand der Ethik der Beziehungen sind die konkreten Spielräume und Kräfte der sozialen Verhältnisse zwischen Menschen, nicht die abstrakten Fingerzeige eines von den Beziehungen unabhängigen ‚moralischen Gesetzes'.

Buch Nur in gedruckter Form 2004
Band 9 in dieser Reihe
Die Geschichtsphilosophie Kants eröffnet eine limitierte Hoffnungsperspektive, indem sie eine zumindest partielle Vermehrung von Gerechtigkeit als möglich darlegt. Die Autorinnen und Autoren des Bandes befragen Motive und Gedankengänge Kants von unterschiedlichen Positionen der Gegenwartsphilosophie her. Sie thematisieren u. a. das Verhältnis von Recht und Moral, Kants Argumente für den Völkerbund und seinen Begriff des Politischen, die Unhintergehbarkeit des Fortschritts, die Frage, ob Religion vernünftig sein kann, sowie Kants Theorie der menschlichen Existenz.
Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2004
Band 8 in dieser Reihe

Die Beiträge des Bandes unterziehen Hegels Phänomenologie des Geistes nicht vorrangig einer erneuten historischen und philologisch-hermeneutischen Interpretation. Sie lesen Hegels Frühwerk vielmehr primär kritisch aus der Erfahrung seiner Nachgeschichte und systematisch aus der Perspektive gegenwärtiger Philosophien. Das von den Autoren behandelte Spektrum reicht von der Anthropologie seit Ludwig Feuerbach über den symbolphilosophischen Ansatz Ernst Cassirers bis zu an Michel Foucault und Jacques Lacan orientierten Lesarten des Herr-Knecht-Kapitels.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2005
Band 7 in dieser Reihe

Seit Platons Schriftkritik und Aristoteles’ Poetik ist die Frage nach den Medien ein Grundthema philosophischer Reflexion. Durch die Weiterentwicklung der technischen Verbreitungsmedien hat dieses Thema in der Moderne zusätzliche Brisanz erlangt. Zu sich selbst jedoch ist die philosophische Reflexion der Medien erst im 20. Jahrhundert gekommen. Im Zentrum dieser bisher nur unzureichend institutionalisierten Disziplin steht die philosophische Analyse der Zusammenhänge, die zwischen sinnlichen Wahrnehmungsmedien (wie Raum Zeit und den fünf Sinnen), semiotischen Kommunikationsmedien (wie Bild, Sprache, Schrift und Musik) und technischen Verbreitungsmedien (wie Stimme, Körper, Theater, Buchdruck, Film, Fernsehen, Computer und Internet) existieren. Der Band gibt eine Einführung in aktuelle medienphilosophische Grundpositionen und vermittelt einen systematischen Überblick über Geschichte und Gegenwart der unterschiedlichen medienphilosophischen Teildisziplinen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich Veränderungen, die sich in den Bereichen der technischen Verbreitungsmedien und/oder semiotischen Kommunikationsmedien vollziehen, auf die sinnlichen Wahrnehmungsmedien und, vermittelt über diese, auf unser Wirklichkeitsverständnis auswirken können.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2003
Band 6 in dieser Reihe

Die vorliegende Arbeit versteht sich als eine Einführung in den systematischen Teil des Werkes in das, was über die Buchdeckelgrenzen des gleichnamigen Serienwerkes hinaus als Cassirers Philosophie der symbolischen Formen bezeichnet werden darf. Die Betonung soll dabei auf dem unbestimmten Artikel liegen: Es ist eine Weise des grundlegenden Verständnisses, die hier präsentiert wird. Sie steht im Verhältnis von Variation und Ergänzung zu den bereits vorliegenden Einführungen in Cassirers Werk; zugleich beansprucht sie aber insofern, etwas Neues und eine Alternative zu bieten, als sie den Primat des Praktischen, unter dem Cassirers Kulturphilosophie steht, ernst nimmt und zum Leitfaden der Interpretation macht.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2003
Band 5 in dieser Reihe

Der "Streit der Fakultäten" (von 1798) stellt den Antagonismus der drei oberen Fakultäten (Theologie, Jurisprudenz, Medizin) und der unteren Philosophischen Fakultät dar. Die Streitfragen sind Probleme der praktischen, nicht der theoretischen Vernunft; die in ihrer Wahrheitssuche freie Philosophie konfrontiert die oberen Interessen-Fakultäten, die unter der inhaltlichen Direktive der Regierung spätere Beamte ausbilden, erstens mit der autonomen Moral (gegen den äußerlichen Buchglauben der Theologen), zweitens mit der autonomen Republik der Französischen Revolution (gegen die Fremdbestimmung durch die von den Juristen unterstützten Despoten) und drittens mit der Diätetik (gegen die äußerliche pharmakologische und chirurgische Medizin). Die Universität hat ihr vereinigendes Zentrum in dieser dreifachen kritischen Auseinandersetzung, sie läßt sich als ein Realsystem der praktischen Metaphysik fassen. Heideggers Rektoratsrede bildet den Gegenpol zur liberalen Kultur der Auseinandersetzung bei Kant; sie ist nicht nur Reflex der Machtergreifung der Nationalsozialisten von 1933, sondern verdankt einen wesentlichen Impuls der Spätphilosophie Friedrich Schlegels. Die "Selbstbehauptung der Universität" kündet von der lebendigen Einheit der "völkischen" Universität und stellt deren Selbstbejahung gegen den Verneinungsgeist der üblichen Wissenschaften. Die geltenden sittlichen Maßstäbe werden in der neuen Lebens- und Wesenseinheit außer Kraft gesetzt.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2002
Band 4 in dieser Reihe

Können unsere Gefühle uns Gründe dafür liefern, etwas für wahr zu halten und zu tun? Verfügen wir über bestimmte Werte und moralische Überzeugungen vielleicht sogar nur kraft unserer Gefühle? Entgegen der philosophischen Tradition, in der die Gefühle überwiegend als irrational und subjektiv abgetan wurden, zielt der vorliegende Sammelband auf den Nachweis, dass die Gefühle einen integralen und unverzichtbaren Bestandteil rationalen Urteilens und Handelns bilden. Neben der Darstellung verschiedener Facetten moderner kognitivistischer Gefühlsphilosophie kommt dabei auch die Psychologie zu Wort.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2002
Band 3 in dieser Reihe

Gibt es Bedingungen gerechten Handelns, die die Politik zu beachten hat? Namhafte Philosophen aus dem deutschen Sprachraum begründen in diesem Buch, warum sich politisches Handeln am Maßstab der Gerechtigkeit orientieren muss, und zeigen am Beispiel aktueller politischer Probleme, welchen Beitrag die Philosophie zur Klärung der Prinzipien einer gerechten Politik zu leisten vermag.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2001
Band 2 in dieser Reihe

Dieser Sammelband vereint Beiträge, die sich mit der Philosophie von Harry G. Frankfurt auseinandersetzen; er liefert einen umfassenden Überblick über die internationale Diskussion seines Werks.

Buch Erfordert eine Authentifizierung Nicht lizenziert Lizenziert 2001
Band 1 in dieser Reihe

Stanley Cavell, einer der originellsten und provokantesten Denker der amerikanischen Gegenwartsphilosophie, findet in den letzten Jahren immer größere internationale Aufmerksamkeit. Gemessen am Mainstream der analytischen Philosophie ist er ein recht atypischer Autor; er setzt sich nicht nur mit Wittgenstein, Austin und Kant, sondern auch mit Nietzsche, Heidegger und Derrida auseinander und diskutiert das Phantastische der Philosophie. Er interpretiert Dichter wie Shakespeare und Beckett, schreibt aber auch brillante Studien über Fotografie und Film. Die Überfülle der Themen und das Nebeneinanderbestehen werden dem orthodoxen analytischen Philosopen ungewöhnlich, ja suspekt vorkommen ..." (Davide Sparti) Der vorliegende Band bietet einen repräsentativen Querschnittdurch Stanley Cavells philosophische und kunsttheoretische Essays.

Heruntergeladen am 7.5.2026 von https://www.degruyterbrill.com/serial/dzphsb-b/html?lang=de
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