70 Jahre Wirtschafts- und Währungsreform: Von der Rekonstruktionstheorie zur Ordnungspolitik
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Wolf Schäfer
Zusammenfassung
Es gibt mindestens zwei grundsätzlich alternative Ansätze für die Würdigung der Wirtschafts- und Währungsreform vor 70 Jahren: Die Rekonstruktionsthese besagt, dass sie im Kern keinen signifikanten Einfluss auf das erhöhte Wirtschaftswachstum im Nachkriegsdeutschland gehabt habe. Das behauptete Erhardsche „Wirtschaftswunder“ sei ein Mythos. Wachstum sei vielmehr durch die langfristige Produktivität eines Landes bestimmt. Die Gegenthese lautet, dass es ohne die Währungs- und Wirtschaftsreform nicht zu dem fulminanten Wirtschaftsaufschwung in der Trizone und in Westdeutschland gekommen wäre. Denn es waren gerade die neuen Regeln der Ordnungspolitik, insbesondere der Wirtschaftsli2beralisierung, die den Schub zum erstarkten Wachstum erzeugten. Was kann man heute in Deutschland und Europa daraus lernen? Angesichts der zunehmenden staatlichen Interventions- und Regulierungsintensitäten, die sich u. a. in administrierten Höchst- und Mindestpreisen, Vorschriften, Verboten etc. dokumentieren, ist der Rückblick vor allem auf die Wirtschaftsbefreiungspolitik Ludwig Erhards vor 70 Jahren ordnungsökonomisch lehrreich.
Abstract
There are at least two alternative approaches to the valuation of the price and monetary reform in 1948. The one relates to the so-called reconstruction thesis saying that the significant economic recovery in post-war West Germany was not the result of Ludwig Erhard`s monetary reform and price liberalisation policy. Instead, it was the long-run productivity of the country which determined its economic growth independent of Erhard`s reform policy. In this article, it is argued that it was the change of the institutional arrangements as regards introducing more market economy into post-war West Germany. Therefore, what we can learn from Ludwig Erhard´s post war strategy Ordoliberalism as part of the Institutional Economics market approach fosters growth and development. In Germany, Erhard´s market philosophy meanwhile has lost broad political acceptance.
Literatur
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© 2019 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
Artikel in diesem Heft
- Titelei
- Autorenverzeichnis
- Vorwort
- Teil I: Grundfragen der Ordnungstheorie
- Habent sua fata professores. Joseph A. Schumpeter an Walter Eucken
- A Measure of Judgments – Wilhelm Röpke’s Methodological Heresy
- Democracy by Discussion, Not Debate: James Buchanan on Freedom of Inquiry as a Methodological, not Ideological, Necessity
- Teil II: 70 Jahre Wirtschafts- und Währungsreform in Deutschland
- Die Europäische Währungsunion aus traditioneller und moderner ordnungsökonomischer Perspektive
- 70 Jahre Wirtschafts- und Währungsreform: Von der Rekonstruktionstheorie zur Ordnungspolitik
- Armut als Ordnungsfrage – Vom Wert des ordnungsökonomischen Denkens
- Monetary Policy, Privileges and Economic Development: Ordoliberal Lessons for the EMU
- Fallstricke der Europäischen Integration: Banken- und Kapitalmarktunion aus deutscher Perspektive
- Teil III: Angewandte Ordnungstheorie
- Real Wage Effects of Japan’s Monetary Policy
- Die Ministererlaubnis als Element der deutschen Wettbewerbsordnung: eine theoretische und empirische Analyse
- Wettbewerbsrecht und Ökonomie im digitalen 21. Jahrhundert
- Think small – Das deutsche Stromnetz als Hindernis für die Energiewende
- Teil IV: Die politische Ökonomie der Wirtschaftsordnung
- Ordoliberalismus vs. Wirtschaftspopulismus: Unterschiedliche Konzepte für ähnliche Wähler
- Sezessionsklauseln: Ein Instrument zur Förderung von Freiheit und Wohlstand?
- Teil V: Ordnungspolitische Standpunkte
- Leszek Balcerowicz – Vordenker und Pionier der Transformationsökonomik
- Economic Freedom: Fundamentally Important and the Most Attacked
- Interventionsspiralen in der Europäischen Währungsunion
- Teil VI: Der Wirtschaftsnobelpreis 2018
- Understanding Economic Growth
- Teil VII: Buchbesprechungen
- 20 Jahre Verantwortung für Netze: Bestandsaufnahme und Perspektiven
- Finanzsoziologie und Steuerpsychologie: Wiederentdeckungen einer sozio-ökonomischen Finanzwissenschaft
- Das Menschenrecht auf Wasser als Allokationsproblem
- Die Selbstanzeige als Element des Wirtschaftsverkehrs
- Die Ursachen für den Zusammenbruch der Sowjetunion und der DDR
- Wissenschaftler antworten auf die Enzyklika von Papst Franziskus
- Gestalten der Sozialpolitik
- Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium
- Der neue „Mankiw“
- CSR und Mitarbeiterbeteiligung. Die Kapitalbeteiligung im 21. Jahrhundert: Gerechte Teilhabe statt Umverteilung
- The virtues of the market: Wilhelm Röpke as a cultural economist
- The Discovery of Intellectual Landscapes
- Ordoliberalism quo vadis? Ideas for a renewal of an ordoliberal theory of the political order
- Did the Freiburg School Deepen the Eurozone Crisis?
- Capital, Interest, and Money: The Economics of Viking Village
- Neoliberalism as the Ideology of Depolitization? Eucken and Hayek Reconsidered
- Yet Another Neoliberal School? Geneva and Its Ordoglobalists
- Will the real James Buchanan please stand up?
- The Walter Lippmann Colloquium: The Birth of Neoliberalism
Artikel in diesem Heft
- Titelei
- Autorenverzeichnis
- Vorwort
- Teil I: Grundfragen der Ordnungstheorie
- Habent sua fata professores. Joseph A. Schumpeter an Walter Eucken
- A Measure of Judgments – Wilhelm Röpke’s Methodological Heresy
- Democracy by Discussion, Not Debate: James Buchanan on Freedom of Inquiry as a Methodological, not Ideological, Necessity
- Teil II: 70 Jahre Wirtschafts- und Währungsreform in Deutschland
- Die Europäische Währungsunion aus traditioneller und moderner ordnungsökonomischer Perspektive
- 70 Jahre Wirtschafts- und Währungsreform: Von der Rekonstruktionstheorie zur Ordnungspolitik
- Armut als Ordnungsfrage – Vom Wert des ordnungsökonomischen Denkens
- Monetary Policy, Privileges and Economic Development: Ordoliberal Lessons for the EMU
- Fallstricke der Europäischen Integration: Banken- und Kapitalmarktunion aus deutscher Perspektive
- Teil III: Angewandte Ordnungstheorie
- Real Wage Effects of Japan’s Monetary Policy
- Die Ministererlaubnis als Element der deutschen Wettbewerbsordnung: eine theoretische und empirische Analyse
- Wettbewerbsrecht und Ökonomie im digitalen 21. Jahrhundert
- Think small – Das deutsche Stromnetz als Hindernis für die Energiewende
- Teil IV: Die politische Ökonomie der Wirtschaftsordnung
- Ordoliberalismus vs. Wirtschaftspopulismus: Unterschiedliche Konzepte für ähnliche Wähler
- Sezessionsklauseln: Ein Instrument zur Förderung von Freiheit und Wohlstand?
- Teil V: Ordnungspolitische Standpunkte
- Leszek Balcerowicz – Vordenker und Pionier der Transformationsökonomik
- Economic Freedom: Fundamentally Important and the Most Attacked
- Interventionsspiralen in der Europäischen Währungsunion
- Teil VI: Der Wirtschaftsnobelpreis 2018
- Understanding Economic Growth
- Teil VII: Buchbesprechungen
- 20 Jahre Verantwortung für Netze: Bestandsaufnahme und Perspektiven
- Finanzsoziologie und Steuerpsychologie: Wiederentdeckungen einer sozio-ökonomischen Finanzwissenschaft
- Das Menschenrecht auf Wasser als Allokationsproblem
- Die Selbstanzeige als Element des Wirtschaftsverkehrs
- Die Ursachen für den Zusammenbruch der Sowjetunion und der DDR
- Wissenschaftler antworten auf die Enzyklika von Papst Franziskus
- Gestalten der Sozialpolitik
- Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium
- Der neue „Mankiw“
- CSR und Mitarbeiterbeteiligung. Die Kapitalbeteiligung im 21. Jahrhundert: Gerechte Teilhabe statt Umverteilung
- The virtues of the market: Wilhelm Röpke as a cultural economist
- The Discovery of Intellectual Landscapes
- Ordoliberalism quo vadis? Ideas for a renewal of an ordoliberal theory of the political order
- Did the Freiburg School Deepen the Eurozone Crisis?
- Capital, Interest, and Money: The Economics of Viking Village
- Neoliberalism as the Ideology of Depolitization? Eucken and Hayek Reconsidered
- Yet Another Neoliberal School? Geneva and Its Ordoglobalists
- Will the real James Buchanan please stand up?
- The Walter Lippmann Colloquium: The Birth of Neoliberalism