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Einige Überlegungen zum Sprachvergleich Deutsch-Chinesisch

  • Yong Liang

    Professor für Sinologie an der Universität Trier. Forschungsschwerpunkte: Moderne Sprachwissenschaft, Wirtschafts- und Wissenschaftskommunikation, interkulturelle Beziehungen und Fachsprachenlinguistik

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Published/Copyright: April 28, 2025

Zusammenfassung

Nach vierzig Jahren intensiver kontrastiv-linguistischer Forschung in der chinesischen Germanistik erscheint es sinnvoll und notwendig, über einige grundlegende Fragen des deutsch-chinesischen Sprachvergleichs nachzudenken. Der vorliegende Beitrag analysiert exemplarisch Forschungsbeiträge chinesischer Germanistinnen und Germanisten der letzten Jahrzehnte mit dem Ziel, bestehende Probleme zu identifizieren, überholte Modelle zu hinterfragen und neue Erkenntnismöglichkeiten auszuloten. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Erörterung einer interkulturellen Perspektive für die sprachvergleichende Forschung.

Abstract

After forty years of intensive contrastive-linguistic research in the field of German studies in China, it is useful and necessary to reflect on some fundamental questions of German-Chinese language comparison. This article exemplarily analyzes a selection of research contributions by Chinese Germanists from the recent decades with the aim of identifying existing problems, questioning outdated models and exploring new possibilities for knowledge. The discussion highlights an intercultural perspective for comparative language research.

1 Einleitung

In der chinesischen Germanistik begann Anfang der 1980er Jahre, nahezu zeitgleich mit der Neuetablierung der germanistischen Linguistik, die kontrastiv-linguistische Forschung. Seither hat sie eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen.[1] Für das Sprachenpaar Deutsch-Chinesisch gibt es inzwischen eine kaum noch überschaubare Fülle von Fachpublikationen sowie nichtveröffentlichten Abschlussarbeiten an Hochschulen (Bachelor-, Masterarbeiten), die kontrastiv-linguistische Ansätze verfolgen. Bei einem Überblick über die bisherigen Forschungsleistungen lässt sich zweierlei feststellen: Erstens handelt es sich dabei überwiegend um empirische Untersuchungen festumrissener Einzelbereiche bzw. -phänomene der Vergleichssprachen. Programmatische und theoretische Fragestellungen wurden hingegen nur selten behandelt. Zweitens hat sich, obwohl sich das Spektrum der Untersuchungsgegenstände und der linguistischen Beschreibungsmodelle erheblich erweitert hat, in methodischer und methodologischer Hinsicht wenig Grundlegendes geändert.

Nach vierzig Jahren intensiver kontrastiv-linguistischer Forschung in der chinesischen Germanistik erscheint es daher sinnvoll und notwendig, einmal mehr über einige grundlegende Fragen des deutsch-chinesischen Sprachvergleichs nachzudenken:[2] Welche Ziele verfolgt der Vergleich zwischen der deutschen und der chinesischen Sprache? Wie sollen die Untersuchungsgegenstände bestimmt werden? Unter welchen theoretischen Prämissen und methodischen Grundsätzen soll der Sprachvergleich erfolgen? Welche Rolle spielen kulturelle Einflussfaktoren beim Sprachvergleich? Zur Klärung dieser Fragen werden exemplarisch und explorativ mehrere Forschungsbeiträge, die von chinesischen Germanistinnen und Germanisten in den letzten vier Jahrzehnten veröffentlicht wurden,[3] analysiert und diskutiert. Ziel dieser Analyse ist es, bestehende Probleme zu identifizieren, überholte Modelle zu hinterfragen und neue Erkenntnismöglichkeiten zu eruieren. Damit einhergehend wird vor allem versucht, die genannten Fragen aus einer interkulturellen Perspektive zu beleuchten und zu erläutern.

2 Zielsetzungen der kontrastiven Analysen Deutsch-Chinesisch

Beginnen wir mit der Frage, warum und zu welchem Zweck ein Vergleich zwischen zwei Sprachen wie Deutsch und Chinesisch sowie deren Teilbereichen angestrebt werden soll. Die Beantwortung dieser Frage ist zweifellos mit unterschiedlichen Erkenntnisinteressen verbunden.

Die kontrastive Analyse von Sprachen kann beispielsweise dazu beitragen, die eigene Sprache (Muttersprache) aus der Perspektive einer anderen Sprache (Fremdsprache) zu betrachten und zu untersuchen. In der germanistischen Grammatikforschung wird die Bedeutung der kontrastiven Linguistik zum Beispiel darin gesehen, dass sie dazu dient, die „Eigenheiten der eigenen Sprache in der Gegenüberstellung mit einer anderen Sprache zu erhellen“ (Eichinger 2012, S. X). In diesem Kontext wird der Sprachvergleich als ein heuristisches Instrument verstanden, um spezifische Charakteristika der deutschen Sprache zu identifizieren, die ohne die kontrastive Perspektive möglicherweise nicht erkannt werden. Das Erkenntnisinteresse fokussiert sich demzufolge auf die eigene Sprache, die mittels der kontrastiven Sprachenanalyse erforscht wird.

Wenn das Anliegen der muttersprachlichen Germanistik, die sich in der kontrastiv-linguistischen Forschung auf die deutsche Sprache konzentriert, gut nachvollziehbar ist, stellt sich die Frage, welches Ziel die sprachvergleichenden Untersuchungen in der Auslandsgermanistik, wie etwa in der chinesischen Germanistik, verfolgen sollten? Ist es sinnvoll, in dieselbe Richtung zu gehen und zur weiteren Erhellung der Besonderheiten der deutschen Sprache beizutragen? Alternativ könnte sich unser Forschungsinteresse ebenso darauf richten, durch den Vergleich mit der Fremdsprache Deutsch einen Beitrag zur Erforschung der eigenen Muttersprache Chinesisch zu leisten. Eine weitere Möglichkeit könnte darin bestehen, die Kontrastivuntersuchungen so zu gestalten, dass sie eine Brücke aufbauen, die in beide Richtungen beschritten werden kann.

Die überwiegende Mehrheit der deutsch-chinesischen Kontrastivuntersuchungen, die von chinesischen Germanistinnen und Germanisten konzipiert und durchgeführt wurden, zielte auf deren praktischen Nutzen für den Deutschunterricht und die deutsch-chinesische Übersetzung ab. Es wurde allgemein erwartet, dass durch die Ermittlung und Beschreibung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Muttersprache (Chinesisch) und der zu erlernenden Fremdsprache (Deutsch) mögliche Interferenzfehler bzw. Fehlerquellen bei chinesischen Deutschlernern identifiziert werden könnten. Anhand der Untersuchungsergebnisse sollten schließlich entsprechende Mittel und Verfahren zur gezielten Überwindung oder Minimierung von Lernschwierigkeiten entwickelt werden.

Unabhängig davon, ob sich die Annahme eines kausalen Zusammenhangs zwischen sprachlichen Unterschieden und Lernfehlern beim Fremdsprachenerwerb in der Praxis tatsächlich nachweisen lässt,[4] ist in den bisherigen deutsch-chinesischen Kontrastivuntersuchungen, also von den 1980er Jahren bis zu den aktuellen Studien der 2020er Jahre, kaum eine Studie zu finden, die nicht den praktischen Nutzen der Forschungsergebnisse betont. Diese Tendenz ist nicht allein auf die ursprünglich definierte Aufgabenstellung der kontrastiven Linguistik zurückzuführen, welche von Anbeginn an auf die Bedürfnisse des Fremdsprachenunterrichts ausgerichtet war und in diesem Sinne ausgezeichnet zur herausragenden Bedeutung des Fremdsprachenlernens im Modernisierungsprozess Chinas passt; sie spiegelt vielmehr auch eine tief verwurzelte chinesische Tradition wider, wonach die Bedeutung der Sprache und der Sprachforschung primär in ihrem Dienst an der politisch-ethischen sowie der sozialen Praxis gesehen wird.[5]

Es lässt sich auf jeden Fall feststellen, dass die kontrastiv-linguistische Forschung in der deutschen und der chinesischen Germanistik unterschiedliche Ziele verfolgte; und mit Blick auf die Gründe ist darauf hinzuweisen, dass sich die Zielsetzung der sprachvergleichenden Forschung in China nicht allein linguistisch-strategisch erklären lässt, sondern dass diese zudem kulturell geprägt ist.

Zu bemerken ist allerdings, dass sich die Ausführungen zur Anwendbarkeit der Forschungsergebnisse, die in nahezu allen Kontrastivuntersuchungen ausdrücklich hervorgehoben wurde, häufig – mit wenigen Ausnahmen wie etwa Li Shasha (2017) – auf einige wenige Hinweise oder Gemeinplätze beschränkten. Eine tiefer gehende Auseinandersetzung unter didaktischen Gesichtspunkten blieb oftmals aus, und es wurden auch keine konkreten Konzepte für die didaktische Vermittlung der gewonnenen Daten und Erkenntnisse präsentiert. Es erscheint daher sinnvoll zu überprüfen, inwiefern die in den bisherigen Kontrastivuntersuchungen gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse tatsächlich für didaktische Zwecke aufbereitet und im praktischen Deutschunterricht umgesetzt worden sind.

3 Forschungsthemen und Untersuchungsgegenstände

Die Ansichten darüber, was in einem Sprachvergleich Deutsch-Chinesisch untersucht werden sollte, haben sich in den letzten vierzig Jahren in vielfacher Hinsicht gewandelt. Die ersten deutsch-chinesischen kontrastiven Arbeiten, die in den 1980er Jahren veröffentlicht wurden, waren zumeist systemlinguistisch orientiert und befassten sich vorwiegend mit den phonetischen/phonologischen, morphosyntaktischen, satz- und textstrukturellen Eigenschaften der beiden Sprachen. In den 1990er Jahren, in denen die kontrastive Linguistik in der chinesischen Germanistik ihren ersten Höhepunkt erreichte,[6] konzentrierte sich das Forschungsinteresse zunehmend auf semantische und pragmatische Zusammenhänge der sprachlichen Handlungen. Seit Beginn des neuen Jahrhunderts ist nunmehr die Textebene vermehrt als zentrale Größe für den deutsch-chinesischen Sprachvergleich in den Fokus gerückt worden. Dabei orientierten sich die ersten Analysen zum Teil noch stark an den satzübergreifenden Strukturen und ließen die kulturelle Ebene fast gänzlich außer Betracht. In den letzten Jahren hat die Untersuchung unter textpragmatischen und textsemantischen Gesichtspunkten jedoch deutlich an Bedeutung gewonnen, wobei die kulturellen bzw. interkulturellen Faktoren, etwa in Bezug auf die Frage der kulturspezifischen Ausprägung der Textsorten, eine wachsende Rolle einnehmen. Darüber hinaus werden diskursanalytische Aspekte und Verfahren im deutsch-chinesischen Sprachvergleich verstärkt berücksichtigt. Die Diskurslinguistik wird als ein vielversprechendes Instrument angesehen, um kulturspezifische Kommunikationsmuster durch diskursvergleichende Analysen über die Grenzen einzelner Texte oder Gespräche hinaus zu ermitteln und zu klären, und zwar sowohl in Bezug auf offizielle bzw. öffentlich-rechtliche Medien als auch auf soziale Medien.

Die Erweiterung der Untersuchungsgegenstände und Forschungsthemen in der kontrastiven Linguistik erfolgte in enger Verbindung mit der allgemeinen Entwicklung der Sprachwissenschaft. In diesem Sinne haben die kontrastiv-linguistischen Arbeiten zweifellos die chinesische Germanistik sowie die sprachwissenschaftliche Forschung in China insgesamt erheblich bereichert. Bei der Auswahl der Vergleichsgegenstände und der Bestimmung der Forschungsthemen sind zudem deutliche Anstrengungen erkennbar, mit der Forschung der muttersprachlichen Germanistik Schritt zu halten, in der Hoffnung, dadurch stets an die neueste Entwicklung der internationalen Forschung anknüpfen zu können. Bei allen positiven Auswirkungen bergen derartige Bemühungen jedoch auch die Gefahr, stets einen Schritt hinterher zu hinken, was sich nachteilig auf die Eigenständigkeit und Kreativität auswirken könnte.

Besonders zu beachten ist, dass die Frage, welche Bereiche und Phänomene der Sprachen verglichen werden sollen, in Bezug auf verschiedene Sprachenpaare unterschiedlich beantwortet werden kann und muss. Forschungsthemen und Vergleichsgegenstände, die für eine kontrastive Analyse des Deutschen mit anderen indoeuropäischen Sprachen sinnvoll und aufschlussreich sind, müssen nicht automatisch auch für das Sprachenpaar Deutsch-Chinesisch von Relevanz sein. Beispielsweise ist ein Vergleich des Artikelsystems für das Sprachenpaar Deutsch und Chinesisch kaum zielführend, da die chinesische Sprache über kein Artikelsystem verfügt und folglich kein adäquates tertium comparationis für einen solchen Sprachvergleich gebildet werden kann. Wenn das deutsche Artikelsystem chinesischen Deutschlernern tatsächlich besondere Lernschwierigkeiten bereiten sollten, könnten entsprechende Erkenntnisse jedoch auch ohne einen Sprachvergleich gewonnen und vermittelt werden.

In der sinolinguistischen Forschung wurde, um ein weiteres Beispiel zu nennen, dem Verhältnis von Grammatik und Pragmatik besondere Aufmerksamkeit zuteil. Dabei wurde die Pragmatik als eine zusätzliche Analyseebene herangezogen, um einige klassische, in der chinesischen Grammatikforschung bislang ungelöste Probleme aus einer neuen Perspektive zu untersuchen und zu erklären. Die Satzgliedstellung zum Beispiel, die in europäischen Sprachen durch grammatische Regeln bestimmt wird, könnte im Chinesischen vielmehr als ein rein pragmatisches Phänomen erklärt werden (Liang 2003, S. 19–20). Bedauerlicherweise fanden dieses Sujet und eine Reihe weiterer Themen, die für die Erforschung der chinesischen Sprache von erheblicher Bedeutung sind, in der kontrastiven Forschung bislang wenig bis gar keine Beachtung.

Die bisherigen Erfahrungen haben deutlich gezeigt, dass die Bestimmung der Gegenstände und Themen für eine deutsch-chinesische Kontrastivuntersuchung nicht monoperspektivisch erfolgen darf. Es müssen zwingend auch interlinguale und interkulturelle Aspekte berücksichtigt werden.

4 Vergleichsgrundlagen und -kriterien

Für das Gelingen einer kontrastiven Sprachanalyse ist die Auswahl der einzusetzenden Methoden von entscheidender Bedeutung, insbesondere dann, wenn zwei so distante Sprachen wie Deutsch und Chinesisch miteinander verglichen werden. Dabei handelt es sich nicht nur um allgemeine methodische Bestimmungen (theoretisch, empirisch, quantitativ, qualitativ, exemplarisch, korpusbasiert etc.), sondern vornehmlich auch um einige grundlegende methodologische Fragen.

4.1 Unidirektionale Perspektivierung und ihre Probleme

Die im Rahmen der chinesischen Germanistik durchgeführten kontrastiv-linguistischen Studien sind in der Mehrzahl unidirektional ausgerichtet, beruhen also in der Regel auf der Beschreibung der deutschen Sprache oder ihrer Teilbereiche und begeben sich anschließend auf die Suche nach möglichen Entsprechungen im Chinesischen.

Nehmen wir die kontrastive Valenzgrammatik als Beispiel, die in den 1990er Jahren in der chinesischen Germanistik intensiv erforscht wurde. Man glaubte damals, mit der Valenzgrammatik ein neuartiges und vor allem universales Modell gefunden zu haben, das für die Beschreibung der chinesischen Grammatik ebenfalls geeignet und zudem einfacher und praxistauglicher sei als andere grammatische Modelle. Aus dieser Einschätzung resultierten Bemühungen, eine chinesische Version der Valenzgrammatik nach deutschem Muster zu konstruieren. Die in den betreffenden Studien verfolgte unidirektionale Vorgehensweise beschreibt zum Beispiel Liu Dezhang (1996, S. 4) folgendermaßen: „Wie schon erwähnt, wird in dieser kontrastiven Untersuchung von deutschen Verben und ihren Ergänzungen sowie den durch sie bestimmten Satzbauplänen ausgegangen. Deren Entsprechungen im Chinesischen werden festgestellt und systematisch analysiert.“ Als theoretische und methodische Grundlage wurden in der Regel die im deutschsprachigen Raum entwickelten Konzepte sowie deren Terminologien (Aktant, Mitspieler, Ergänzung, Angabe etc.) herangezogen.[7] Der Versuch einer Nachbildung der valenzgrammatischen Ergänzungsklassen im Rahmen der chinesischen Sprache sah sich jedoch mit einer Reihe kaum lösbarer Probleme konfrontiert. So fehlt im Chinesischen beispielsweise das Kasussystem, das für die Verbvalenz im Deutschen von großer Bedeutung ist. Des Weiteren ist die Klassifizierung der Wortarten im Chinesischen – im Gegensatz zum Deutschen – formalstrukturell nicht markiert und daher nicht immer eindeutig zu bestimmen. Darüber hinaus besteht keine Eins-zu-eins-Relation zwischen den Wortarten und ihren syntaktischen Funktionen. Diese Probleme werden bei der folgenden Gegenüberstellung der Ergänzungsklassen deutlich (Cheng 1988, S. 109, S. 131–176):

Ergänzungsklassen im Deutschen:

Ergänzungsklassen im Chinesischen:

E0 Nominativergänzung

E1 Vorangestellte Nominalergänzung

E1 Akkusativergänzung

E2 Nachgestellte Nominalergänzung

E2 Genitivergänzung

E3 Nachgestellte Richtungsergänzung

E3 Dativergänzung

E4 Vorangestellte bzw. nachgestellte indirekte Richtungsergänzung

E4 Präpositivergänzung

E5 Vorangestellte bzw. nachgestellte indirekte Nominalergänzung

E5 Situativergänzung

E6 Nachgestellte Quantitätsergänzung

… 

… 

Für den chinesischen Satzbau sind offenbar ganz andere Mittel und Verhältnisse, wie beispielsweise die Satzgliedstellung, relevant und wirksam, so dass die auf diese Weise erzielten Vergleichsergebnisse unvermeidlich lückenhaft bleiben.

In der chinesischen Forschungspraxis der kontrastiven Linguistik ist es eine weitverbreitete Gewohnheit, die im euroamerikanischen Kontext entstandenen Theorien, Begriffe und Kategorien als einzig gültige Muster für die eigene Forschungsarbeit zu betrachten. In der Konsequenz geht es dann hauptsächlich darum, den dort festgelegten Normen, Modellen und Anforderungen zu folgen oder sich diesen anzupassen. Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses stehen mithin die Besonderheiten der deutschen Sprache, während Chinesisch lediglich als eine Art Deutungsfolie fungiert.

Wie problematisch eine derartige Vorgehensweise für den Sprachvergleich ist, zeigt eine Studie zur kontrastiven Analyse der Verbalkomposita im Deutschen und Chinesischen (Leng 2002). Es geht dabei um die Verbalwortbildung und Verbsemantik, die am Beispiel der deutschen Verben mit trennbaren Richtungsvorsilben und deren Entsprechungen im Chinesischen untersucht wurden. Um den Vergleich zu ermöglichen, hat die Verfasserin die verbalen Konstruktionen im Chinesischen, die sogenannten „Verbalkomplemente“ (‌动词补语), schlichtweg als „Richtungsnachsilben“ deklariert, obwohl diese hinsichtlich ihrer syntaktischen Eigenschaften und der Anzahl – und damit auch der semantischen Differenzierung – kaum mit den deutschen Präfixbildungen zu vergleichen sind. Bemerkenswert ist zudem die Begründung für diese Operation: „Da die Arbeit einen germanistischen Schwerpunkt haben soll, ist es nicht unbedingt nötig, in Bezug auf das Chinesische den Ehrgeiz zu entwickeln, schöpferisch etwas Neues zu definieren. Wichtig dabei ist allein, den Begriff des Komplements als unbrauchbar darzustellen“ (Leng 2002, S. 3).

Wenn die beiden Sprachen Deutsch und Chinesisch miteinander verglichen werden, sollte man die chinesische Sprache jedoch nicht allein aus dem Blickwinkel der indoeuropäischen Sprachen betrachten und beschreiben. Es gilt zu vermeiden, die chinesische Sprache in Regeln und Normen, die für die deutsche wie auch die europäischen Sprachen entwickelt wurden, hineinzuzwängen und dadurch unnötig zu verkomplizieren. Andernfalls besteht die Gefahr, dass man – wie eine chinesische Redewendung besagt – „die Füße zurechtstutzt, damit sie in die Schuhe passen“ (‌削足适履). In deutsch-chinesischen Kontrastivuntersuchungen lässt sich derweil häufig beobachten, dass sprachliche Phänomene des Chinesischen in irgendeiner Form präpariert werden, um sie den Mustern der deutschen Sprache anzupassen.

Die monoperspektivische Schwerpunktsetzung zeigt sich zudem darin, dass in den von chinesischen Germanistinnen und Germanisten veröffentlichten Studien die deutschsprachige und inzwischen zunehmend auch englischsprachige Forschungsliteratur stark vorherrschend ist, während die Forschung aus China sowie die entsprechenden Fachpublikationen unzureichend berücksichtigt werden. Dieses Phänomen lässt sich durch die Literaturverzeichnisse der einschlägigen Publikationen eindeutig belegen. Wenn man diese problematische Neigung früher gerne mit dem Umstand gerechtfertigt hat, dass die Sprachforschung in China auf vielen Gebieten rückständig gewesen sei (etwa Chen 1996, S. 15; Zhao 2010, S. 627), so ist es nunmehr kaum noch nachvollziehbar, dass ebenjene Tendenz auch in den Studien jüngeren Datums (Wan 2024) fortbesteht. Die mangelnde bzw. geringe Wertschätzung der chinesischen Sprachforschung im Rahmen deutsch-chinesischer Kontrastivuntersuchungen ist schwer vertretbar, zumal viele relevante Forschungsthemen wie „Textsorten“, „Argumentationsstrategien“, „Kommunikationsstil“, „Diskursanalyse“ etc. inzwischen auch in der chinesischen Linguistik intensiv behandelt werden und zahlreiche wissenschaftliche Publikationen dazu erschienen sind.

Problematisch wird die unidirektionale Vorgehensweise insbesondere dann, wenn man euroamerikanische Konzepte und Verfahren übernimmt, ohne sich kritisch mit ihren sprach- und kulturspezifischen Konstruktionsbedingungen, ihrer Tragweite sowie ihren Wirkungsweisen auseinanderzusetzen, und darüber hinaus weder hinterfragt noch überprüft, ob sie sich ohne Weiteres auf das chinesische Sprachsystem und dessen Anwendung übertragen lassen.

Wie in der Spracherwerbsforschung wird in den deutsch-chinesischen Kontrastivstudien gelegentlich zwischen der Muttersprache (L1) und der Fremdsprache (L2) unterschieden. In der Forschungspraxis herrscht jedoch eher eine umgekehrte „Rangordnung“ der zu vergleichenden Sprachen vor, wobei die Primärsprache kurioserweise häufig nur eine sekundäre Rolle einnimmt. Dies wird besonders deutlich, wenn nicht von „Unterschieden“, sondern von „Abweichungen“ die Rede ist. In der Regel beziehen sich die genannten Abweichungen auf die eigene Muttersprache, in unserem Fall also auf Chinesisch. In einem so ausgerichteten Sprachvergleich wird die zu erlernende Fremdsprache als das „Maß der Dinge“ und die eigene Muttersprache als das „Andere“ betrachtet. Folglich wird die „Andersheit“ bzw. die „Andersartigkeit“ vornehmlich im Chinesischen gesucht, im Vergleich mit dem Deutschen oder mit anderen europäischen Sprachen als „Abweichung“ identifiziert und als solche interpretiert.

4.2 Die „dritte“ Vergleichskomponente: tertium comparationis

Im Deutschen besagt eine alte Redewendung, dass man „Äpfel nicht mit Birnen vergleichen“ kann. Ernährungswissenschaftler würden heute jedoch argumentieren, dass sowohl Äpfel als auch Birnen einen wertvollen Beitrag zur gesunden Ernährung leisten und im Vergleich bestimmte Unterschiede aufweisen, wenn man Nährwert, Vitamingehalt, Kalorien oder Spurenelemente als Kriterien heranzieht. Äpfel und Birnen sind also durchaus komparabel, allerdings unter der Voraussetzung, dass ein Kriterium festgelegt wird, das sich auf beide Vergleichsobjekte anwenden lässt und in gewissem Sinn über ihnen steht.

Übertragen auf kontrastiv-linguistische Analysen bedeutet dies, dass ein Vergleich nur dann als sinnvoll erachtet werden kann, wenn die zu vergleichenden Dinge sowohl grundlegende Gemeinsamkeiten als auch signifikante Unterschiede aufweisen. Darüber hinaus ist für einen sinnvollen Vergleich ein Kriterium erforderlich, das aus den zu vergleichenden Gegenständen abgeleitet ist und sich auf einer Metaebene befindet. Infolgedessen darf die Bestimmung des Vergleichskriteriums nicht von einer der zu vergleichenden Sprachen ausgehen, sondern muss beide Sprachen einbeziehen. In diesem Sinne ist die in der europäischen Fachliteratur diskutierte Idee des tertium comparationis (lat. „das Dritte des Vergleichs“) durchaus empfehlenswert. Demnach erfordert jede Vergleichsoperation mindestens drei verschiedene Vergleichskomponenten (Rocco und Schafroth 2019, S. 10), wobei die dritte Komponente als übergeordnetes Kriterium von entscheidender Bedeutung ist.

In den bisher in der chinesischen Germanistik durchgeführten Kontrastivuntersuchungen ist jedoch häufig zu beobachten, dass entweder ein klar definiertes Vergleichskriterium fehlt oder dass das tertium comparationis nicht als ein Drittes neben den beiden zu vergleichenden Größen gebildet worden ist, sondern als eine „Universalisierung“ der einen Größe. Durch den Einsatz eines so definierten tertium comparationis ist sodann die andere Größe identifiziert worden. Auf diese Weise wird streng genommen nicht „verglichen“, sondern die eine Sprache konzeptuell an die andere „angeglichen“.[8] In den meisten Fällen liegt in den Untersuchungen damit eine konzeptuelle Angleichung des Chinesischen an das Deutsche vor. Nachdem man über eine unidirektionale Projektion ein vermeintliches tertium comparationis gewonnen hat, identifiziert man im Chinesischen diverse beobachtbare Sprachphänomene und interpretiert diese schließlich im Hinblick auf die als Ausgangsbasis betrachtete Vergleichssprache – also Deutsch – als „gleichwertig“ oder als „abweichend“.

Dies war im vergangenen Jahrhundert eine gängige Denk- und Vorgehensweise in der sprachvergleichenden Forschung, wenn die chinesische Sprache als Vergleichsgröße herangezogen wurde. So versuchte beispielsweise eine Studie aus den 1980er Jahren nachzuweisen,[9] dass die chinesische Sprache über keine gesonderten Mittel (lexikalisch, grammatisch, intonationsmäßig etc.) verfügt, um kontrafaktisch-irreales Sprechen zu markieren. Während im Deutschen beispielsweise mit Ausdrücken wie würde, wäre, hätte problemlos irreale Konditionalsätze gebildet werden können, sollten Chinesen, so die These, einen Satz wie Wenn er gekommen ist, sitzt er jetzt in der Kneipe mit rein sprachlichen Standardmitteln nicht von dem Satz Wenn er gekommen wäre, säße er jetzt in der Kneipe abheben können. Über das Fehlen eines grammatischen Standardschemas hinaus wurde sogar behauptet, dass kontrafaktisches Überlegen und Argumentieren als kognitives Schema bei Chinesen weniger entwickelt sei. Das soll heißen, dass Chinesen nicht nur über keine entsprechenden sprachlichen Mittel verfügten, sondern dass sie aufgrund dessen auch nicht in der Lage seien, so zu denken.

Manche als „typisch chinesisch“ angesehenen Merkmale der chinesischen Sprache, die auf diese Weise aufgespürt und dem Chinesischen zugeschrieben wurden, wurden auch von manchen chinesischen Gelehrten ohne kritische Überprüfung übernommen. Sie glaubten fortan, dass solche Merkmale fest zu den Eigenschaften der chinesischen Sprache gehörten. Dies zeigt, welche Folgen eine einseitig projektiv angelegte Vergleichspraxis haben kann.

Wir wollen mithin an der Grundüberlegung festhalten, dass die Kategorien, die in einer sprachvergleichenden Studie als tertium comparationis dienen, in einer interlingual positionierten Meta-Reflexion gebildet werden müssen. Es ist nicht zulässig, die auf eine bestimmte Sprache projizierten Kategorien ohne eingehende Überprüfung als Maßstäbe für das Aufsuchen, Klassifizieren und Identifizieren des Vergleichsphänomens in einer anderen Sprache einzusetzen (Liang 2003: 24). Bei der Bestimmung des tertium comparationis, unabhängig davon, ob sie strukturelle, semantische oder funktionale Gesichtspunkte berücksichtigt, ist zudem darauf zu achten, dass die Begriffe, die zur Beschreibung der jeweiligen Vergleichsgrößen und der betreffenden Kategorien verwendet werden, in den zu vergleichenden Sprachen semantisch-pragmatisch nicht immer übereinstimmen.

4.3 Begrifflichkeiten und ihre kulturspezifische Ausprägung

Es gehört zu unseren allgemeinen Erfahrungen im interkulturellen Austausch, dass wir immer wieder auf Wörter treffen, die in verschiedenen Sprachen, wie etwa im Chinesischen oder Deutschen, zwar „Entsprechungen“ finden, jedoch unterschiedliche oder teilweise differente Bedeutungen aufweisen. In der Alltagskommunikation wie in wissenschaftlichen Diskursen müssen wir mit der Ambiguität der Begriffe rechnen. Bei einer sprachvergleichenden Analyse ist daher zu berücksichtigen, dass scheinbar bedeutungsgleiche oder bedeutungsähnliche Ausdrücke (Wörter, Termini) kulturhistorisch oder gegenwartsbezogen divergierende Begrifflichkeiten repräsentieren können. Besonders interessant und zugleich komplex sind Begriffe, die in China erst unter fremdem Einfluss entstanden sind. Diese importierten Begriffe können im neuen sprachlichen und soziokulturellen Kontext eine andere, mitunter kulturspezifische Entfaltung bzw. Veränderungsdynamik erfahren. Dies gilt nicht nur für besonders kultursensitive Begriffe wie Harmonie, Arbeit, Propaganda, Recht, Bürger und andere mehr aus den sozial-, rechts- und politikwissenschaftlichen Fachgebieten,[10] sondern auch für sprachwissenschaftlich relevante Begriffe.

Die chinesischen Bezeichnungen für grammatische Begriffe wie Subjekt, Objekt, Prädikat, Attribut und Adverbialbestimmung stammen bekanntlich aus der lateinischen Grammatik. Dies bedeutet jedoch nicht, dass diese Begriffe in der deutschen und chinesischen Gegenwartssprache inhaltlich wie funktional deckungsgleich sind, zum Beispiel:

Am Baum steht ein Mensch.

(Subjekt im Deutschen)

树旁站着一个人。

(Objekt im Chinesischen)

Letzte Woche ist etwas Großes passiert.

(Adverbialbestimmung im Deutschen)

上周发生了一件大事。

(Subjekt im Chinesischen)

Solche Fälle sind auch in weiteren Bereichen zahlreich anzutreffen. Als schwierig erweist sich etwa der grammatische Begriff „Modalität“. Du Lun (1998) hat in seiner kontrastiven Untersuchung festgestellt, „dass die zuerst als ‚Modalität im Chinesischen‘ betrachteten grammatischen Kategorien sehr heterogen sind und sich durchaus von der deutschen Modalität unterscheiden“ (Du 1998, S. V). Folglich verzichtet er in Bezug auf die chinesische Sprache bewusst auf den Begriff „Modalität“ und verwendet durchgängig den chinesischen Ausdruck Yuqi (‌语气).

Problematisch ist es beispielsweise auch, den der europäischen Antike entstammenden Begriff „Rhetorik“ mit dem chinesischen Begriff Xiuci (‌修辞) gleichzusetzen, wie dies in vielen, auch aktuellen Studien häufig geschieht. Zhang Zhenhua wies bereits in den 1990er Jahren darauf hin, dass das Hauptinteresse der chinesischen Xiuci-Lehre auf sprachästhetischen und stilistischen Aspekten liegt. Daher kann der Begriff der Rhetorik für einen deutsch-chinesischen Vergleich nur verwendet werden, wenn dieser die Redekunst im antikeuropäischen Sinne, die Disputationskunst chinesischer Prägung Bian (‌辩) und die stilistische Kunst umfasst (Zhang 1991, S. 12).

In der linguistischen Pragmatik-Forschung stellt der Begriff „Höflichkeit“ ebenfalls eine Herausforderung dar. Bei Diskussionen über dieses Thema in deutscher oder englischer Sprache verwenden wir Ausdrücke wie Höflichkeit oder politeness und sprechen gelegentlich von „chinesischer Höflichkeit“, obwohl es im Chinesischen keine vollumfängliche Entsprechung zum deutschen Begriff der „Höflichkeit“ gibt. Auch in deutsch-chinesischen Begegnungssituationen lässt sich deutlich erkennen, dass mit den Begriffen „Höflichkeit“ und „Unhöflichkeit“ nicht immer das gleiche gemeint ist (Liang 1998, S. 43). Ein gravierendes Problem stellt die Bildung eines tertium comparationis für die vergleichende Höflichkeitsforschung dar. Das einst einflussreiche face-Konzept von Brown und Levinson (1978, 1987), das sich ausdrücklich als „universal“ versteht, erweist sich als unzureichend für die Beschreibung von „Höflichkeit“ in asiatischen Sprachen. Insbesondere die Unterscheidung zwischen negative politeness und positive politeness, welche den Kernpunkt des Konzeptes bildet, ist kaum als tertium comparationis für einen Vergleich mit asiatischen Sprachen geeignet.[11]

Für einen interkulturell qualifizierten Sprachvergleich ist daher eine kulturenbewusste Er- und Auffassung der Begrifflichkeiten unerlässlich. Dies ist notwendig, um dem Tatbestand Rechnung zu tragen, dass linguistische Begriffe in verschiedenen Sprachen unterschiedliche Bedeutungen und Funktionen aufweisen können. Dabei stellt die mögliche Teilkongruenz oder Inkongruenz von Begriffen an sich kein Problem dar; vielmehr kann diese als Bereicherung und Anstoß für eine kritische Auseinandersetzung mit den betreffenden Begrifflichkeiten aufgefasst werden. Problematisch wird es jedoch, wenn zur Bestimmung und Klärung besagter Begriffe ausschließlich Beiträge aus der euroamerikanischen Fachdiskussion herangezogen werden, während die Forschung aus China weitgehend unberücksichtigt bleibt.

Für kontrastiv-linguistische Analysen Deutsch-Chinesisch besteht in methodischer Hinsicht insgesamt ein großer Nachhol- bzw. Erneuerungsbedarf. Eine umfassende, interkulturell motivierte Reflexion über die Anlässe, Prämissen, Analysekategorien, Vergleichskriterien und Beschreibungsmodelle etc. ist dringend erforderlich, um Verzerrungen in der Beschreibung und Interpretation der Vergleichssprachen zu vermeiden.

5 Forschungsperspektiven und die kulturelle Prägung der Forschenden

Die Gründe für die starke Neigung, in der sprachvergleichenden Forschung vorrangig auf die im europäischen und nordamerikanischen Kontext entworfenen Theorien und Methoden zurückzugreifen,[12] sind vielfältig. In jedem Fall ist zu berücksichtigen, dass die moderne chinesische Sprachwissenschaft über einen langen Zeitraum in nahezu allen Bereichen maßgeblich auf einer systematischen Übernahme euroamerikanischer Theorien und Methoden basierte.

5.1 Die Begegnung der chinesischen und der euroamerikanischen Sprachforschung

Die traditionelle Sprachforschung in China, die bis ins 3. vorchristliche Jahrhundert zurückreicht, befasst sich überwiegend mit den drei Bereichen Phonologie (Yinyun 音韵), Schrift (Wenzi 文字) und der Interpretation von Wortbedeutungen in kanonischen Schriften (Xun’gu 训诂). Diese Forschung fokussierte sich in erster Linie auf sprachliche Erscheinungen auf der Ebene von Schriftzeichen bzw. Wörtern. Es gab zwar auch Ansätze zur Untersuchung struktureller Merkmale über die Wortebene hinaus, diese dienten jedoch primär dem besseren Verständnis der klassischen Schriften und führten nicht zu einem übergreifenden Grammatiksystem. Folglich kann die Grammatik, die in der europäischen Sprachwissenschaft eine herausragende Rolle spielt, in China auf keine Tradition zurückblicken. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand eine erste systematische Grammatik für das Chinesische, welche auf der lateinischen Grammatik beruhte.[13] In dem 1898 publizierten Werk, das sich noch auf die klassische Schriftsprache Wenyan (‌文言) bezog, wurden erstmals die grammatischen Kategorien und Strukturen der chinesischen Sprache definiert und beschrieben. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts folgten weitere Grammatiken, die sich nun mit der modernen Schriftsprache Baihua (‌白话) befassten und bis heute als Standardwerke (Schulgrammatik) gelten. Diese Arbeiten waren ebenfalls zutiefst in europäischen bzw. nordamerikanischen Konzepten verhaftet und insbesondere durch den Strukturalismus geprägt.[14]

Die Entwicklung der chinesischen Grammatikforschung und damit auch der modernen Sprachwissenschaft ist in der Tat seit ihren Anfängen stark euroamerikanisch beeinflusst,[15] und es ist festzuhalten, dass die umfassende Übernahme bzw. Adaption linguistischer Theorien und Methoden aus dem Westen die Erforschung der chinesischen Sprache erheblich vorangebracht haben. Allerdings hat die „Verwestlichung“ der Sprachforschung nicht immer den erhofften Erkenntnisgewinn gebracht.[16] Wie zuvor schon ausgeführt, passen viele importierte Begriffe und Modelle nicht zur chinesischen Sprache, und zahlreiche sprachliche Phänomene lassen sich nicht problemlos den eingeführten Kategorien zuordnen. Es ist daher nachvollziehbar, dass die Entwicklung der modernen chinesischen Sprachwissenschaft stets von einer Auseinandersetzung mit der Frage begleitet worden ist, ob und inwieweit die linguistischen Theorien und Methoden, die im euroamerikanischen Kontext entstanden sind, als allgemeingültig gelten und für die chinesische Sprachforschung angewendet werden können.

Der einseitige Wissens- und Methodentransfer sowie die seit langem bestehende Dominanz euroamerikanischer Theorien und Methoden in der chinesischen Sprachwissenschaft haben forschungsperspektivisch weitreichende Folgen, die in mehrfacher Hinsicht kritisch hinterfragt werden müssen, und dies gilt insbesondere für die kontrastive Linguistik.

5.2 Eine kritische Selbstreflexion

Gerhard Stickel (1986, S. 401), ein deutscher Germanist, äußerte sich nach dem ersten chinesisch-deutschen Germanistentreffen 1986 folgendermaßen: „Im Unterschied zu Beschreibungen, die nur Informationen über die Fremdsprache enthalten, macht eine kontrastive Grammatik auch Autoren und Lehrer auf die Primärsprache der Lerner aufmerksam. Wie wichtig das ist, habe ich bei Begegnungen mit vielen ausländischen Deutschlehrern erfahren, die oft über vorzügliche Deutschkenntnisse verfügen, aber zu ihrer eigenen Muttersprache manchmal ein ähnlich unreflektiertes Verhältnis wie ihrer Schüler haben.“ Diese Einschätzung kann nach wie vor als gültig betrachtet werden, denn an dem beschriebenen Phänomen hat sich in den letzten fast vierzig Jahren nur wenig geändert. Die unzureichende Reflexion der eigenen Sprache und Kultur bleibt ein weit verbreitetes Problem unter chinesischen Lehrenden und Forschenden in den Fremdsprachenfächern.

Vor diesem Hintergrund appellierte Yang Zijian (2001, S. XII), ein chinesischer Sprachwissenschaftler, zu Beginn des neuen Jahrhunderts: „Die Förderung der chinesischen Sprachwissenschaft ist eine gemeinsame Aufgabe für die sinologischen und die fremdsprachenphilologischen Fächer. Dieser Gedanke ist zugegebenermaßen, von 1949 bis in die Gegenwart, unter den Wissenschaftlern in Fremdsprachenfächern nur schwach vertreten. Die meisten Kolleginnen und Kollegen interessieren sich kaum für die Erforschung der chinesischen Sprache, geschweige denn beteiligen sich aktiv an ihr.“

Hierbei ist ein bemerkenswertes Paradox zu beobachten: Während unter europäischen Sprach- und Kulturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Einsicht in die Notwendigkeit eines Perspektivenwechsels, insbesondere gegenüber den nichteuropäischen Sprachen und Kulturen, immer mehr an Bedeutung gewinnt, richten nicht wenige chinesische Germanistinnen und Germanisten in der sprachvergleichenden Forschung weiterhin ihren Fokus vor allem auf die europäischen Sprachen und deren Erforschung. Sie versuchen sich so weit wie möglich im europäischen Denkhorizont zu bewegen und vernachlässigen dabei die kulturelle Prägung der Sprachen, einschließlich ihrer eigenen Muttersprache.

Die skizzierte Problemsituation hängt vermutlich mit der fachlichen Ausrichtung der Forschenden zusammen. Es ist ja legitim, wenn Germanistinnen und Germanisten ihr Forschungsinteresse auf die deutsche Sprache konzentrieren. Nachvollziehbar ist auch, dass sie an jeder in der muttersprachlichen Germanistik entstandenen und verbreiteten Theorie wie auch Methode Interesse zeigen. Es ist ebenfalls verständlich, dass sie auf diese Weise Akzeptanz und Anerkennung in der euroamerikanisch dominierten Fachwelt anstreben und aktiv am Fachdiskurs teilnehmen möchten. Sobald jedoch eine kontrastive Analyse durchgeführt wird, müssen sie sich sowohl mit der Fremdsprache als auch mit der eigenen Muttersprache intensiv auseinandersetzen. Der muttersprachliche Instinkt, mag er noch so untrüglich sein, reicht allein nicht aus und kann die wissenschaftliche Auseinandersetzung nicht ersetzen.

Forscherinnen und Forscher in den chinesischen Fremdsprachenfächern wie Anglistik, Germanistik, Romanistik etc. können durch ihre kontrastiv-linguistischen Arbeiten zudem einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der chinesischen Sprache leisten. Es ist kein Zufall, dass die renommiertesten chinesischen Grammatiker und Sprachwissenschaftler früherer Generationen, insbesondere die vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, nahezu alle erst nach dem Erlernen europäischer Fremdsprachen damit begangen, sich intensiv und wissenschaftlich mit ihrer eigenen Muttersprache auseinanderzusetzen. Auch heute kann dies für diejenigen Germanistinnen und Germanisten, die sich kontrastiv-linguistisch mit der chinesischen Sprache befassen, eine reizvolle Aufgabenstellung sein.

5.3 Gleichgewichtige Perspektivierung

Ein Sprachvergleich, der die beiden Vergleichssprachen sowie ihre sozialen und kulturellen Ausprägungen ernst nimmt, sollte bidirektional angelegt sein. Dabei müssen die Eigenheiten und Besonderheiten beider Sprachen beachtet und während des Vergleichs „gleichgewichtig perspektiviert“ werden. Andernfalls, wie Spillner (1997, S. 112) anmerkt, „ergibt sich die Gefahr, dass unzulässige Elemente der einen Seite auf die andere projiziert werden bzw. dass vergleichsrelevante Fragestellungen gar nicht erkannt werden“. Für chinesische Forscherinnen und Forscher ist es von besonderer Bedeutung, wie Wang Huan (1998, S. 2) konstatiert, „sich nicht von oberflächlich scheinbar gleichen Phänomenen blenden zu lassen und bestimmte Normen und Regeln der Grammatiken westlicher Sprachen dem Chinesischen aufzuzwingen“.

Um eine Gleichgewichtigkeit der beiden zu vergleichenden Sprachen zu erreichen, sind neben der Offenheit gegenüber der jeweils anderen Sprache und der Bereitschaft, von deren Erforschung zu lernen, zudem ein historisches Bewusstsein sowie Kenntnisse der jeweiligen Forschungstradition erforderlich. Obgleich sich die kontrastive Linguistik auf die synchrone Betrachtung und Beschreibung der Sprachen konzentriert, sollten die historisch herausgebildeten Wissenschaftstraditionen in den verschiedenen Kulturen und insbesondere deren Nachwirkungen auf die heutigen theoretischen und praktischen Forschungsaktivitäten nicht außer Acht gelassen werden. Zu dieser Einsicht kamen bereits in den 1990er Jahren einige chinesische Germanistinnen und Germanisten. Zum Beispiel schreibt Wang Min (1993, S. 15) in seiner phonetisch-phonologischen Untersuchung: „Keine einzige Theorie westlicher Grammatiker allein wird den praktischen und theoretischen Aufgaben gerecht, denen unsere Untersuchung dienen soll. Ganz zu schweigen davon, dass in China geschriebene Arbeiten zum Lautsystem des Chinesischen aus einer anderen Forschungstradition (mit mehr philologischer Orientierung) kommen und andere Forschungsziele (z.B. die der Sprachstandardisierung) verfolgen als es bei entsprechenden Darstellungen des Deutschen der Fall ist.“ Daher war es für ihn unumgänglich, ein neues methodisches Verfahren zu entwickeln, das die beiden Vergleichssprachen möglichst umfassend berücksichtigt. Die Bedeutung der eigenkulturellen Forschungstradition hebt auch Zhang Zhenhua (1991, S. 8) in seiner vergleichenden Rhetorik-Studie hervor und kritisiert die „eurozentrische“ Perspektive der Rhetorik-Forschung: „Ihre empirischen Daten werden in der Regel aus abendländischen Kultursprachen bezogen. Auch manche mit ‚allgemeiner Rhetorik‘ betitelten und daher auf die universell-rhetorischen Regelmäßigkeiten abzielenden Abhandlungen richten sich nach diesem ‚abendländischen Ethnozentrismus‘.“

Insgesamt ist ein wachsendes, interkulturell motiviertes Problembewusstsein unter chinesischen Forschenden zu beobachten. In einigen kontrastiv-linguistischen Studien wurde versucht, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um die Unzulänglichkeit einer unidirektionalen Vorgehensweise zu minimieren oder dieser vorzubeugen. So betonte Chen Xuan (Chen 1994, S. 3) zum Beispiel bereits Mitte der 1990er Jahre in seiner Untersuchung zur „Semantik und Syntax deutscher und chinesischer Verben des Existierens“ ausdrücklich, „vergleichbare Erscheinungen aus den zu untersuchenden Sprachen in beiden Richtungen miteinander in Beziehung zu setzen und gleichberechtigt darzustellen“. In einer vergleichenden Studie zur europäischen und chinesischen Rhetorik wurde versucht, die beiden Untersuchungsobjekte möglichst gleichgewichtig gegenüberzustellen und zu analysieren, um zu vermeiden, dass „die Normen einer Kultur zum Maßstab für die andere erhoben [werden], um diese zu beurteilen oder zu bewerten“ (Huang 2001, S. 24). Ähnlich verfuhr Jin Meiling (2013) in ihrer vergleichenden Untersuchung der Suprasegmentalia im Deutschen und Chinesischen, indem sie versuchte, die Suprasegmentalia der beiden Sprachen zunächst getrennt und möglichst vollständig zu erfassen, bevor sie die grundlegenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Deutschen und Chinesischen herausarbeitete, um „vorgefasste“ Meinungen und Kriterien für die Vergleichssprachen zu vermeiden. Bei der kontrastiven Analyse der Abtönungspartikeln von Li Shasha (2017) wählte die Verfasserin zwar ausdrücklich eine unidirektionale Vorgehensweise. Zur Klärung der Frage, ob und inwiefern die zunächst anhand der Sprachdaten einer Einzelsprache gewonnenen Erkenntnisse und die daraus resultierenden Kriterien als Vergleichsparameter für die kontrastive Untersuchung dienen können, wurden jedoch zwei chinesischsprachige Textkorpora als Kontrollinstanz eingesetzt, um letztlich die Ergebnisse der deutsch-chinesischen kontrastiven Analyse zu komplementieren und zu überprüfen.

In der kontrastiv-linguistischen Forschung ist inzwischen viel vom „Einbeziehen des fremden Blicks“ die Rede, und zwar im Sinne eines interlingualen und interkulturellen Perspektivenwechsels.[17] In diesem Zusammenhang wäre es für Forscherinnen und Forscher der chinesischen Germanistik aufschlussreich, sich zu fragen, was ihre Perspektive auf die deutsche und die chinesische Sprache kenn- und auszeichnet. Zu dieser Frage haben chinesische Intellektuelle aus verschiedenen Forschungsbereichen seit längerem immer wieder Bedenken geäußert angesichts der Tatsache, dass das chinesische Verständnis von Sprache, Kultur, Kunst und Gesellschaft zunehmend durch europäische und nordamerikanische Konzepte verdrängt oder ersetzt worden ist. Die Sorge betrifft vor allem die Befürchtung, dass in vielen wissenschaftlichen Bereichen keine eigenen Methoden und Diskurse mehr vorhanden sind. Wenn es keine chinesische Sichtweise mehr gäbe, wie könnte ein Austausch zwischen der chinesischen und der deutschen Sichtweise dann noch sinnvoll oder überhaupt möglich sein (Liang 2017, S. 226–227). Wir müssen uns in der kontrastiv-linguistischen Forschung daher bewusst mit der eigenkulturellen Sichtweise auseinandersetzen oder uns ihr zumindest annähern. Erst dann wird ein Perspektivenwechsel bzw. eine doppelte Optik auf die zu vergleichenden Sprachen möglich sein.

6 Schlusswort

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Sprachen kann im Grunde nicht kulturfrei erfolgen. Gerade die sprachvergleichende Forschung sollte von einem hohen Maß an kultureller Sensitivität geprägt sein, da hier verschiedene Sprachen und möglicherweise auch unterschiedliche Forschungstraditionen aufeinandertreffen. Umso mehr müssen wir bei einer kontrastiven Analyse zweier höchst distanter Sprachen wie Chinesisch und Deutsch mit divergierenden Forschungsinteressen, präferierten Untersuchungsgegenständen, unterschiedlichen Fragestellungen und methodologischen Grundsätzen rechnen, die nicht zuletzt auf die durch die jeweilige Kultur geprägte Verschiedenheit der Formen und Verwendungsweisen der Sprachen zurückzuführen sind.

In diesem Sinne sind interkulturelle Aspekte für einen erkenntnisfördernden Sprachvergleich nicht nur sinnvoll, sondern geradezu unerlässlich. Der Begriff „interkulturell“ impliziert nicht nur die Berücksichtigung der Kulturgebundenheit von Sprachen und ihrer Anwendung, sondern auch den Austausch kulturdifferenter Perspektiven in forschungsstrategischer und -methodischer Hinsicht.

Eine interkulturell reflektierte Perspektivierung ist auch beim Erlernen von im europäischen und nordamerikanischen Kontext entwickelten Theorien und Methoden erforderlich, wenn wir dies als eine wissenschaftliche Bereicherung verstehen. Aktuell ist allerdings vor allem die in der kontrastiv-linguistischen Forschung seit längerem vorherrschende Denk- und Vorgehensweise kritisch zu hinterfragen, die Besonderheiten der chinesischen Sprache ausschließlich in ihrer Entsprechung zu oder Abweichung von den europäischen Sprachen zu sehen und zu interpretieren. Diese Kritik zielt freilich nicht darauf ab, die wissenschaftliche Sprachforschung in Deutschland und in China zu trennen, sondern ganz im Gegenteil: Zu fördern ist eine „gleichgewichtige Perspektivierung“, welche die deutsche und die chinesische Sprache sowie die Forschungsergebnisse beider Traditionen ernst nimmt. Aus interkultureller Sicht soll die kontrastiv-linguistische Forschung einen Beitrag zur wechselseitigen Beleuchtung der deutschen und der chinesischen Sprache leisten. In diesem Sinne können die in verschiedenen Sprachen herausgebildeten Regeln und Normen sowie ihre Forschungsverfahren als unterschiedliche Zugänge zur Erkenntnisgewinnung aufgefasst werden. Das heißt, dass sie sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern als wechselseitige Bedingungen respektive Ergänzungen zu betrachten sind (Liang 2022, S. 147).

Für die Weiterentwicklung der germanistischen und sinologischen Sprachwissenschaft sowie der kontrastiven Linguistik (Deutsch-Chinesisch) wäre die Etablierung eines echten Wissenschaftsaustauschs zwischen deutschen und chinesischen Germanistinnen und Germanisten von großer Bedeutung. Dabei sollten beide Seiten, wie bereits Leibniz in seiner „Novissima Sinica“ (1697) formulierte, sowohl als Lernende wie auch als Lehrende agieren, und chinesische Germanistinnen und Germanisten sollten nicht nur rezeptiv, sondern auch initiativ vorgehen. Diese linguistische Zusammenarbeit stellt eine besonders reizvolle Herausforderung dar und kann nur dann von Erfolg gekrönt sein, wenn sie im wahrsten Sinne des Wortes „interkulturell“ qualifiziert erfolgt.

Über den Autor / die Autorin

Prof. Dr. Yong Liang

Professor für Sinologie an der Universität Trier. Forschungsschwerpunkte: Moderne Sprachwissenschaft, Wirtschafts- und Wissenschaftskommunikation, interkulturelle Beziehungen und Fachsprachenlinguistik

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Online erschienen: 2025-04-28
Erschienen im Druck: 2025-05-21

© 2025 bei den Autoren, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

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Downloaded on 10.1.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/ifdck-2025-0009/html
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