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Vorwort

Published/Copyright: May 1, 2025
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Dieses Heft ist nicht, wie gewohnt, einem bestimmten Schwerpunktthema gewidmet. Das hat zwei Gründe. Zum einen sind zuletzt in der Redaktion mehrere interessante Beitragsvorschläge eingegangen, die sich jeweils mit Einzelthemen befassen und die daher nur schwer in den nächsten Themenheften hätten untergebracht werden können.

Zum anderen war die Resonanz auf den Call for Papers zur Rezeption und den Folgen des Europäischen Denkmalschutzjahres 1975 leider gering. Das ist bedauerlich. Die Redaktion hat sich daher entschieden, eine Vielfalt und Auswahl verschiedenster Themen aus dem Bereich Denkmalpflege in diesem Heft zu publizieren. Im nächsten Heft wird der Themenschwerpunkt jedoch definitiv das Denkmalschutzjahr 1975 sein.

Entstanden ist nun ein Heft, das vielfältige Aspekte der Denkmalpflege abbildet: vom konservatorischen Umgang mit den Bauten des Béton Brut über die Postmoderne bis zur Frage nach dem denkmalpflegerischen Umgang mit dem Erbe der ehemaligen deutschdeutschen Grenzanlagen.

Einige Themen dieses Heftes gehen Sie alle an. Hier verweise ich auf den Bericht über die Imagekampagne der VDL, einen wichtigen Schritt, um die öffentliche Akzeptanz der Denkmalpflege zu verbessern – gerade in Zeiten, in denen im Rahmen neuer Regierungsbildungen immer über Einsparmaßnahmen nachgedacht und häufig die Denkmalpflege als Erstes genannt wird. Hierzu gehören auch die erkennbar zunehmenden Bemühungen von Politiker*innen und der Öffentlichkeit, vermeintlich überzogenen Denkmalschutz in seinen Befugnissen zu beschränken, Denkmalschutzgesetze abzuschwächen und Personal abzubauen – das alles passiert, wenn die Denkmalpflege trotz der hohen wissenschaftlichen Qualität und trotz ihrer unstrittigen Bedeutung für die Wahrung des kulturellen Erbes der Gesellschaft nicht ausreichend in der Öffentlichkeit wahrgenommen oder gar nur negativ konnotiert wird.

In diesem Zusammenhang ist auch eine neue Veröffentlichung von Dieter Hoffmann-Axthelm »Für eine zukunftsfähige Denkmalpflege« zu sehen. Viele erinnern sich noch an die Forderungen nach einer Abschaffung der staatlichen Denkmalpflege in seinem 2000 vorgelegten Gutachten, das wohl keine Beachtung erfahren hätte, wenn es damals nicht von der Bundespolitik beauftragt worden wäre. Und auch in dem aktuellen Werk wird der staatlichen Denkmalpflege wiederum jegliche gesellschaftliche Relevanz abgesprochen und die Baudenkmalpflege zur »meistgehassten Institution der Republik« erklärt. Wie man die Argumentation von Hoffmann-Axthelm elegant zerlegt, zeigt die Rezension dazu von Udo Mainzer.

Ganz zuletzt möchte ich auf ein Anliegen hinweisen, das alle Ämter und dort die jüngsten Denkmalpfleger*innen anbelangt – die Volontär*innen. Sie finden in diesem Heft ein engagiertes Plädoyer für die Nachwuchsgewinnung und die Problematik einer angemessenen Bezahlung der Volontär*innen. Tatsächlich liegt diese in einigen Fällen nur knapp über, gelegentlich sogar unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Hier muss sich etwas ändern.

Für die Redaktion

MARTIN BAUMANN

Published Online: 2025-05-01
Published in Print: 2025-05-26

© 2025 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston, Germany

This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.

Downloaded on 18.3.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/dkp-2025-1002/html
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