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Digitalisierungsprojekte zu Afghanistan

  • Bernhard Aigner

    Bernhard Aigner, M.A.

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Published/Copyright: November 5, 2021
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Zusammenfassung

Dieser Aufsatz liefert einen kurzen Überblick über das afghanische Bibliothekswesen. Im Zentrum stehen dabei zwei Digitalisierungsprojekte. Nach dem Einmarsch der US-Truppen folgten bald auch US-amerikanische Bibliothekar*innen zur Aufbauhilfe. Zudem wurden zahlreiche Öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken gegründet. Mit der „Digital Foundation Strategy for Afghanistan“ der afghanischen Regierung für die Jahre 2019 bis 2022 hätte wieder eine neue Entwicklungsstufe des Landes erreicht werden können. Durch den Abzug der NATO-Truppen und der Rückkehr der Taliban steht dies alles jedoch nun auf der Kippe.

Abstract

The paper gives a brief overview of the library system in Afghanistan focusing on two digitalisation projects. Shortly after US troops marched into the country, US librarians were sent there too, in a bid to assist in the development of the country’s cultural landscape, and numerous public and academic libraries were established in the following years. The former Afghan government’s Digital Foundation Strategy for Afghanistan scheme planned for 2019 – 2022 would have been a next step in this development. With the withdrawal of NATO troops and the return of the Taliban, the project is now hanging in the balance.

Seit dem 1. Mai 2021 befinden sich die Unterstützungskräfte der Bundeswehr und befreundeter Nationen auf Beschluss der NATO auf dem Rückzug aus Afghanistan.

Das rund 652.000 Quadratkilometer große Land am Hindukusch mit über 35 Millionen Einwohnern, welches sich in 34 Provinzen und 398 Bezirke gliedert, rückt somit wieder in das Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit – nach 20 Jahren Kriegs- und Unterstützungseinsatz. So soll dieser Beitrag das aktuelle allgemeine Interesse nutzen und einen kleinen Überblick über bibliothekarische Vorgänge in und zu Afghanistan bieten.

Hierzu soll nach einer kurzen Vorstellung des Landes ein Blick auf Digitalisierungsprojekte in und zu Afghanistan geworfen werden. Leider fußt dieser Artikel nur auf Literaturauswertungen und nicht auf persönlichen Erlebnissen oder Interviews mit Kolleg*innen vor Ort. Trotzdem konnten einzelne Informationen, dank in Deutschland lebender Mitbürger*innen afghanischer Herkunft und ihren Beziehungen zu Personen in ihrer Heimat, gewonnen werden. Für diese Hilfe und ihre Mühe sei diesen Personen an dieser Stelle herzlichst gedankt. So lassen sich gegenwärtige oder abgeschlossene bzw. leider auch ins Stocken geratene Projekte ansatzweise darstellen und liefern einen ersten Eindruck.

Ein kurzer Überblick

Die afghanische Bibliothekslandschaft umfasst alle Bibliotheksarten. Öffentliche Bibliotheken unterstehen dabei dem Ministerium für Information und Kultur, wissenschaftliche Bibliotheken dem Ministerium für Hochschulbildung.

Eine Quantifizierung lässt sich leider nur für die Öffentlichen Bibliotheken (welche in einer Statistik der National Statistics and Information Authority erfasst wird) vornehmen und umfasste 2020 97 Einrichtungen,[1] eine Steigerung von einer Einrichtung gegenüber 2019.

Des Weiteren stieg laut dem statistischen Jahrbuch die Zahl der Bücher von 530.000 (2018) auf ca. 1,3 Millionen (2020) an.[2]

Für eine Schätzung der wissenschaftlichen Bibliotheken kann unter anderem die Anzahl der Universitäten des Landes herangezogen werden, welche sich 2020 auf 167 Einrichtungen belief, wovon 39 unter staatlicher und 128 unter privater Trägerschaft waren.[3]

Ursprünglich wurden Bibliotheken in Afghanistan zur Sammlung religiöser Texte begründet. In den 1930er Jahren kam jedoch die Idee auf, dass Bibliotheken von öffentlichem Interesse seien, weshalb die staatlichen Ministerien an ihre Institutionen Bibliotheken anschlossen. Durch die Sowjets und die Taliban geriet dieser Aufschwung jedoch ins Stocken und letztendlich wurden viele Kulturgüter wieder zerstört.[4] Bereits 2002 begannen erste Wiederaufbaumaßnahmen durch US-amerikanische Kolleg*innen, welche sich bis zum Ende des Jahrzehnts engagierten, um das afghanische Bibliothekswesen auf neue Füße zu stellen.[5]

Eine Veröffentlichung aus dem Jahre 2016 von Rebecca L. Miller,[6] die eine Fragebogenstudie (ergänzt durch Interviews und persönliche Berichte) durchführte, gibt einen guten Überblick über die bibliothekshistorischen und gegenwärtigen Entwicklungen bis 2016. So zitiert sie einen Artikel, der leider nicht mehr zugänglich ist, in dem erwähnt wird, dass das Ministerium für Information und Kultur zahlreiche Öffentliche Bibliotheken gegründet hat, teilweise mit Förderung ausländischer Gelder (z. B. die Bibliotheken in Balkh 2014 und Kahn Abad 2015 durch die deutsche Regierung). Ein Bibliotheksbus wurde 2014 für die Öffentliche Bibliothek in Kabul angeschafft, welcher primär Kinderbücher beinhaltete.[7] Die Studie von Miller 2016 ergab ein Modernisierungsproblem, wobei dies bereits bei fehlendem Internetzugang oder fehlender professioneller Software beginnt.[8] Darüber hinaus fehlte es an Material, geeigneten physischen Räumen, einem Marketingkonzept, bibliothekarischer Ausbildung und an Kommunikationsbereitschaft zwischen den Einrichtungen und Bibliothekar*innen.[9] Diese Probleme wurden auch von den afghanischen Kolleg*innen erkannt und benannt. Jedoch zeigte die Studie auch, dass man sich auf dem richtigen Weg befand: durch NGOs gegründete (Schul-)Bibliotheken konnten positive Rückmeldungen in Bezug auf ihren Bestand liefern[10] und bereits etwas weniger als die Hälfe der Mitarbeiter*innen hatten eine bibliothekarische Ausbildung (meist eine ein- oder zweiwöchige Schulung).[11] Etwa die Hälfte des Personals hatte zumindest einen Bachelor-Grad, was Miller als „respect for education among the hiring managers for libraries, and a level of education among staff“[12] wertete.

Miller beklagt in ihrer Veröffentlichung noch das Fehlen einer Nationalbibliothek, jedoch scheint es bereits erste Schritte in diese Richtung gegeben zu haben.[13] Durch meine Beziehungen konnte ich erfahren, dass die Universitätsbibliothek in Kabul, die Präsenzbibliothek des Bildungsministeriums und die Öffentliche Bibliothek des Ministeriums für Kultur und Information dementsprechende Aufgaben übernehmen.[14] Eine Nationalbibliografie schien ab 1971 existiert zu haben[15] und wird nun von der Universitätsbibliothek in Kabul unregelmäßig veröffentlicht.[16]

Die „Digital Foundation Strategy for Afghanistan“

Eine Verbesserung der Situation im Bereich der digitalen Modernisierung könnte durch das 2019 begonnene Projekt „Digital Foundation Strategy for Afghanistan“ erreicht werden. Dieses sieht einen Ausbau der Infrastruktur bis 2022 vor.[17] Dabei fußt das Programm auf vier Säulen, die eine schrittweise Digitalisierung der Verwaltung, Bildung und Wirtschaft vorsieht.[18] Durch die Einbeziehung der Bildung und der strategischen Säule drei „Information and Data Reform“ könnten auch Bibliotheken davon profitieren und miteinbezogen werden, auch wenn zunächst die Verwaltung im Vordergrund zu stehen scheint.[19]

Trotzdem hat sich seit dem Jahr 2002 einiges in der afghanischen Bibliothekswelt und zur Erhaltung afghanischer Kulturgüter getan. Im Folgenden sollen hier zwei Digitalisierungsprojekte näher vorgestellt werden, um die aktuelle Situation zu skizzieren. Im Einzelnen sind dies: die Afghanistan Digital Library und der Afghanistan Union Catalog.

Das Projekt „Afghanistan Digital Library“

Die Afghanistan Digital Library wurde aus dem Wissen heraus geboren, dass die frühen Publikationen des Staates nur sehr schwer zugänglich und über die ganze Welt verstreut sind, sodass ein Zugang nicht oder nur sehr schwer möglich ist.[20] Darüber hinaus wurden Dokumente aus der Zeit, die das Projekt umfasst (die Jahre 1871 bis 1930), durch die zahlreichen Kriege oder durch Vandalismus im Land zerstört.[21]

Das Projekt entstand im Frühling 2002 im Rahmen einer Konferenz und fußte auf der Idee eines Webportals, welches auf andere afghanistanbezogene Webseiten verlinken sollte. R. D. McChesney (Leiter des Projektes Afghanistan Digital Library und Professor für Islamstudien und den Mittleren Osten an der New York University) wollte jedoch eine digitale Bibliothek erstellen, deren Konzept er durch den damaligen Dean of the New York University Libraries kennen lernte.[22]

Als Grundlage für die Auswahl der zu digitalisierenden Werke diente eine Bibliographie, die von McChesney erstellt und die ständig erweitert wurde.[23] Die Resonanz war sehr positiv, denn die Besitzer*innen von 60–65 Prozent der ca. 600 Titel umfassenden Bibliographie (Stand 01.07.2004) sagten ihre Mitarbeit zu.[24] Diese Bibliographie war in drei Teile unterteilt: documents, books und serials. Unter documents fielen alle gedruckten Dokumente, außer Bücher, wie z. B. auch Karten. Serials umfassten v. a. Zeitschriften und Zeitungen.[25] Durch die Analyse der Werke der Ursprungsbibliographie konnten Hinweise auf weitere, damals noch nicht in der Bibliographie enthaltenen Werke gefunden werden, so dass ein Aufruf zur Meldung weiterer Werke gestartet wurde.[26] Das Projekt wurde durch die New York University finanziert.[27] Die New York University Libraries beteiligten sich durch die Zurverfügungstellung von technischem Equipment wie Scanner.[28]

Nach einem Besuch von Vertretern afghanischer Kulturinstitutionen im August 2004 kam 2005 eine Kooperation zwischen der Afghanistan Digital Library und dem afghanischen Ministerium für Information, Kultur und Tourismus zu Stande. Es folgten weitere Besuche in den USA und Afghanistan.[29] Nach dieser ersten Projektphase wurde 2006 eine Unterweisung von Seiten der Projektbeteiligten in Afghanistan unternommen. Dabei wurden Mitarbeiter*innen des Nationalarchivs in Kabul im Bereich Digitalisierung und Bestandserhaltung geschult und es wurden zahlreiche Medien aus verschiedenen privaten und öffentlichen afghanischen Sammlungen katalogisiert und digitalisiert. Zudem wurde geplant, den Berichtszeitraum der Datenbank auf die Jahre zwischen 1931 und 1950 auszuweiten.[30]

Heute umfasst die Afghanistan Digital Library etwa 576 Medien. Die Digitalisate können per Datenbank durchsucht und aufgerufen werden. Die Metadaten umfassen zahlreiche bibliographische Informationen, inklusive der Anzahl an digitalen Seiten, einem Permalink, einer downloadbaren PDF-Version und einer Objektnummer (beginnend mit adl, gefolgt von einer laufenden Nummer), und sind größtenteils in lateinischen Buchstaben verzeichnet. Die „Subject(s)“ sind in Englisch hinterlegt. Die Trefferliste kann nach Titel, Autor oder Publikationsdatum sortiert werden.

Leider scheint das Projekt eingeschlafen zu sein. Die letzte Aktualisierung erfolgte im April 2012, mit der auf eine Seite eines Projektes der Universitätsbibliotheken von Arizona („Preserving and Creating Access to Unique Afghan Records“) verwiesen wird.[31] Trotzdem wurde damit ein wichtiger Beitrag für die kulturelle Geschichte Afghanistans geschaffen. Die digitalisierten Werke sind unter einer public domain zugänglich und somit sowohl für kommerzielle als auch nichtkommerzielle Zwecke nachnutzbar.

Nach der Vorstellung des Projekts Afghanistan Digital Library folgt nun die Vorstellung des Afghanistan Union Catalog.

Das Projekt „Afghanistan Union Catalog“

Am 11.11.2006 meldete die KOHA-Community-Homepage, dass Han Yan (Bibliothekar an der University of Arizona) eine E-Mail an sie sandte, mit der Mitteilung, dass der Afghanistan Union Catalog online sei.[32]

Die Idee dazu kam der Bibliothekarin Arifa Rawan (University of Arizona, seit mehreren Jahren im Ruhestand) während einer Reise nach Afghanistan 2003.[33] Zu dieser Zeit bildete sie Bibliothekar*innen in Afghanistan aus. Von 2004 bis 2005 arbeitete Frau Rawan mit Kolleg*innen der University of Arizona für die „Afghan eQuality Alliances: 21st Century Digital Libraries for Afghanistan“-Initiative,[34] um ein integriertes Bibliothekssystem auf Open-Source-Software-Basis zu entwickeln. Dabei konnten sie 65.000 Dollar Fördergelder von der Washington State University und der US Agency for International Development gewinnen. Im Rahmen des Projektes wurden auch Mitarbeiter*innen der Universitätsbibliotheken in Kabul und mehrerer Provinzbibliotheken in Katalogisierung und IT geschult.

Ziel des Afghanistan Union Catalog war es, dass alle Hochschulbibliotheken einen gemeinsamen Katalog betreiben und so Daten ausgetauscht und nachgenutzt werden konnten. Dieser fußte auf der Open-Source-Software KOHA und unterstützte Eingaben in Persisch. Bis 2010 konnten Bestände der Kabul Medical Library, der Kabul Education Library und der Agriculture Library eingearbeitet werden, sodass der Katalog ca. 10.000 Datensätze umfasste.

2010 wurde das Projekt an das Afghan Ministry of Higher Education abgegeben, welches für alle Hochschulbibliotheken zuständig ist. Derzeit umfasst der Katalog laut Herrn Yan Han ca. 6.000 persisch-sprachige Medien aus der Kabul University, 2.000–3.000 Bücher des College of Engineering und des Departments of English der Kabul University und über 1.500 Katalogisate der Kabul Medical University. Der Screenshot des Afghanistan Union Catalog (siehe Abb.) zeigt, dass 14 Bibliotheken ihre Bestände eingepflegt haben.

Abb.: Screenshot der Suchoberfläche des Afghanistan Union Catalog [bearbeitet], Aufnahmedatum: 06.09.2021, by Yan Han (University of Arizona Library, Tuscon, AZ).
Abb.:

Screenshot der Suchoberfläche des Afghanistan Union Catalog [bearbeitet], Aufnahmedatum: 06.09.2021, by Yan Han (University of Arizona Library, Tuscon, AZ).

Ein Einblick in die Entwicklung des Bibliothekssystems kann durch zwei auf dem Repositorium der University of Arizona hinterlegten Präsentationen gewonnen werden. Der erste Vortrag[35] wurde im Jahre 2006 gehalten und beschreibt das Projekt grundlegend. Dabei scheint man sich bereits auf die Open-Source-Software KOHA geeinigt zu haben, wobei auch andere Systeme kurz erwähnt werden.[36] Jedoch wird KOHA näher erläutert. Auch ein erster Einblick in das System wurde gewährt und ein Ausbildungs- und Workshopplan zur Integration von KOHA vorgestellt.[37]

In ihrem Aufsatz „Afghanistan Digital Library Initiative: revitalizing an integrated library system“[38] nennen die Autoren mehrere Gründe, weshalb man sich für KOHA entschied:

  • „The software architecture is open-source LAMP, which is popular, stable, and predominant.

  • Our staff have skills in these open software systems.

  • It is a full-featured open-source ILS. Certain components, such as multiple branch support and user management, are critical.

  • Two big public libraries serving population of 30,000 users in New Zealand and United States have been running their ILS on Koha for a few years. The software is stable, and most bugs have been fixed.

  • Koha has a mailing list that is used by Koha developers and users as a communication tool to ask and answer questions.“[39]

Als größte Herausforderungen sahen sie die Unterstützung der ostasiatischen Sprachen Farsi und Dari (sowohl für den Katalog, als auch für die GUI), die noch in der Entwicklung begriffene afghanische Infrastruktur, wodurch Hard- und Softwaresupport erschwert werden, und die Finanzierung und der Personalaufwand des Projektes.[40] Einen Fortschritt im Projekt erkennt man bereits zwei Jahre später in einem Vortrag von Rawan und Han.[41] Hier ist die Oberfläche bereits auf der Homepage des Afghanistan-Digital-Libraries-Projektes implementiert und der Katalog kann genutzt werden. Neben Funktionen wie Trunkierung, Verwendung Boole’scher Operatoren, einfacher und erweiterter Suche, eine Kurz- und Volltrefferanzeige, konnte auch ein Account angelegt und die Suche in Englisch und in Persisch und Dari durchgeführt werden.[42]

Leider ist der Katalog (Adresse: http://adl.mohe.gov.af) seit Mai 2021 nicht mehr erreichbar (Stand: 03.09.2021). Laut Han wurde er bereits 2012 stillgelegt, da die Finanzierung fehlte.

Weitere Digitalisierungsprojekte

Neben den oben skizzierten Projekten zur Digitalisierung afghanischen Kulturguts und der Einführung eines Bibliothekssystems für afghanische wissenschaftliche Bibliotheken soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch weitere Projekte existieren.

So zum Beispiel das Projekt „Afghanistan’s Cultural Heritage Digitization – NEH Grant“-Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, afghanische Literatur aus der Zeit von 1989–2006 zu digitalisieren und zugänglich zu machen.[43]

Oder auch eine Kooperation zwischen der Universität Kabul, dem Rundfunkarchiv Kabul und der Musikhochschule Franz Liszt Weimar. Ziel ist es, afghanische Musikaufnahmen aus den 1950er-Jahren aus dem Rundfunkarchiv in Kabul zu digitalisieren und der Forschung zugänglich zu machen.[44]

Ein weiteres Projekt von Yan Han, der auch am Afghanistan Union Catalog beteiligt war, beschäftigt sich mit der Digitalisierung afghanischer grauer Literatur, wobei hierzu nur ein Grundlagenpaper aus dem Jahre 2010 gefunden werden konnte.[45]

Ein düsterer Blick in die Zukunft

Leider ist es nun fraglich, ob diese Errungenschaften durch das Wiedererstarken der Taliban, welche im Verlauf des Augusts 2021 die Macht in Afghanistan übernahmen, erhalten bleiben. Vor allem durch das „Digital Foundation Strategy for Afghanistan“-Projekt der Regierung wäre zu erwarten und hoffen gewesen, dass auch neuer Schwung in den Aufbau der afghanischen Bibliothekslandschaft und eine Revitalisierung des Afghanistan Union Catalog erfolgt. Die Zustände, die die Kolleg*innen 2002 vorgefunden hatten (wobei sie zu dem Schluss kamen, dass die Zerstörung des Bildungssektors bereits 1979 begann),[46] lassen einem wenig Hoffnung.

About the author

Bernhard Aigner M.A.

Bernhard Aigner, M.A.

Published Online: 2021-11-05
Published in Print: 2021-11-03

© 2021 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Downloaded on 13.3.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/bd-2021-0122/html
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