Notizen und Kurzbeiträge
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Heike Dernberger
„Klingendes Gedächtnis“ – Eine virtuelle Ausstellung über das Deutsche Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek
Mit der virtuellen Ausstellung „Klingendes Gedächtnis“ präsentiert sich das Deutsche Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek zum Tag der Musik 2021. Vom Deutschen Musikrat wurde der Aktionstag als Schaufenster der kulturellen Vielfalt ins Leben gerufen. Das Deutsche Musikarchiv nimmt den diesjährigen Tag zum Anlass, sein „Schaufenster“ in Form einer Ausstellung in Kooperation mit der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) für Besucher*innen zu eröffnen.
In sieben Kapiteln führt die Ausstellung „Klingendes Gedächtnis“ von der Geschichte historischer Tonträger und dazu benötigter Abspielgeräte bis in die Gegenwart des Deutschen Musikarchivs. Eine erste Orientierung bietet im Einstiegskapitel die virtuelle Führung durch Ausstellung und Lesesaal des Archivs. Fortgesetzt wird der Rundgang durch das öffentlich nicht zugängliche Magazin, in dem die Bestände aufbewahrt werden. Fotos und Texte, Audiosequenzen und Videoclips zeigen unter anderem die Funktionsweise des selbstspielenden Reproduktionsflügels und lassen eine Lochplattenspieldose aus dem Jahre 1892 erklingen. Akustische Kostproben aus der Sammlung machen die virtuelle Ausstellung unterhaltsam und informativ. Sie tragen dazu bei, den Rundgang durch das „Klingende Gedächtnis“ zu einem kurzweiligen Erlebnis zu machen.
Im Rahmen der digitalen Transformation der Wissenschaft etabliert sich ein Forschungsbereich, der als „Digital Musicology“ den Ansatz der „Digital Humanities“ in die Musikwissenschaft überführt. Die Ausstellung „Klingendes Gedächtnis“ greift diese Entwicklung gleichsam als Ausblick auf und stellt das „Jazzomat Research Project“ der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar vor.
Weitere Informationen im Internet:
„Klingendes Gedächtnis“ – Eine virtuelle Ausstellung über das Deutsche Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek: https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/klingendes-gedaechtnis
Bildmaterial für die Berichterstattung: www.dnb.de/presse
Informationen über das Deutsche Musikarchiv: www.dnb.de/dma
Ansprechpartner:
Ruprecht Langer
Tel.: +49 341 2271-145 | E-Mail: r.langer@dnb.de
Hintergrund
Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt, dokumentiert und archiviert alle Werke in Schrift und Ton, die seit 1913 in Deutschland und weltweit über Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht werden, und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. Ihre umfassenden Dienstleistungen bietet sie an den beiden Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main und – soweit zulässig – in digitaler Form global an. Mit dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum und dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 verfügt die Deutsche Nationalbibliothek darüber hinaus über wertvolle und reichhaltige Sondersammlungen.
Das Deutsche Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek sammelt und archiviert Musik, um diese dauerhaft zu erhalten und verfügbar zu machen. Es ist damit das zentrale musikbibliografische Informationszentrum Deutschlands. Basis der Sammlung sind die Noten und Tonaufnahmen, zu deren Abgabe alle deutschen Notenverlage und Labels gesetzlich verpflichtet sind. Aktuell umfassen die Bestände mehr als zwei Millionen Werke. Darunter finden sich auch historische Tonträger wie Schellackplatten, Phonographenzylinder und Klavierrollen für den selbstspielenden Reproduktionsflügel. Mehr als 500.000 Stunden Musik lassen sich sowohl im Musiklesesaal als auch in der Hörkabine des Deutschen Musikarchivs der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig genießen.
„Unendliche Weiten …“
Ausstellung anlässlich der Verleihung des Gutenberg-Preises der Stadt Leipzig 2021 an Judith Schalansky im Foyer des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek vom 23. Juni 2021 bis 30. Januar 2022
Anlässlich der Verleihung des Gutenberg-Preises der Stadt Leipzig an die Autorin, Buchgestalterin und Herausgeberin Judith Schalansky widmet das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek der Preisträgerin eine Kabinettausstellung, die unter dem Titel „Unendliche Weiten“ eine einzigartige Syntheseleistung im Bereich der Buchkultur würdigt.
Die Ausstellung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum nimmt die Leidenschaft der Buchgestalterin zum Ausgangspunkt für eine Reise in ihren facettenreichen Themen- und Bilderkosmos. Dieser erstreckt sich weitläufig in der Natur: von Flora und Fauna über das Weltall und ans Meer bis in die Tiefen biologischer und geografischer Wissenswelten. Zahlreiche Artefakte aus der Sammlung der Autorin geben persönliche Einblicke in ihr Schaffen und vergegenwärtigen ihre Rollen beim Schreiben, Gestalten und Kuratieren. Die intensivste Begegnung mit der Preisträgerin findet jedoch über ihre Publikationen statt. Die Ausstellung bietet daher gemütliche Plätze zum Lesen und Hören ihrer Bücher. Vor allem aber können die stark auf eine ansprechende Haptik gestalteten Bücher Schalanskys „begriffen“ und erspürt werden.
Mit Judith Schalansky geht der diesjährige Gutenberg-Preis an eine der originellsten zeitgenössischen Stimmen der Gegenwartsliteratur sowie an eine Buchgestalterin, deren Positionen zum Verhältnis von Inhalt und Form in der Buchlandschaft ihresgleichen sucht. Als Herausgeberin zeichnet sie zudem verantwortlich für die erfolgreiche Buchreihe „Naturkunden“ beim Verlag Matthes & Seitz Berlin. Judith Schalanskys Profession auf all diesen Gebieten prädestiniert sie in mehrfacher Hinsicht und ganz im Sinne des Gutenberg-Preises zu der Auszeichnung.
Mit dem Typografie-Kompendium „Fraktur Mon Amour“ veröffentlichte die 1980 in Greifswald geborene Autorin ihr hochgelobtes Debut, das sie 2006 direkt im Anschluss an ihr Studium der Kunstgeschichte und des Kommunikationsdesigns in Berlin und Potsdam veröffentlichte. Beide Studienrichtungen sind konstitutiv für ihre Arbeitsweise, die von präzisen Recherchen und Beobachtungen geprägt ist und stets das gestaltete Buch im Blick hat. Weitere, teils prämierte und in zahlreiche Sprachen übersetzte Werke hat Schalansky inzwischen veröffentlicht, darunter „Der Hals der Giraffe“, „Atlas der abgelegenen Inseln“ und „Verzeichnis einiger Verluste“. Die Naturkunden-Reihe umfasst aktuell über 70 Einzeltitel.
Thematisch knüpft die Ausstellung an die Dauerausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums an, die den Themen Buchgestaltung und Typografie zentrale Kapitel widmet. Mit den Arbeiten der Preisträgerin gelingt zudem ein Brückenschlag zur zeitgenössischen nationalen wie internationalen Buchkunst, einem der Kern-Sammelgebiete des Museums.
„Unendliche Weiten …“
Ausstellung anlässlich der Verleihung des Gutenberg-Preises der Stadt Leipzig 2021 an Judith Schalansky im Foyer des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek
23. Juni 2021 bis 30. Januar 2022
Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr, Donnerstag 10–20 Uhr,
Feiertage (außer montags) 10–18 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Ansprechpartnerin:
Dr. Stephanie Jacobs
Tel.: +49 341 2271-575 | E-Mail: s.jacobs@dnb.de
Hintergrund
Das Buch hat wie kein anderes Medium unsere Kultur und Zivilisation geprägt: Seit Jahrhunderten wird unser Wissen über die Welt und über den Menschen in Büchern gespeichert. Die Sammlung, Ausstellung und wissenschaftliche Bearbeitung buch- und mediengeschichtlicher Zeugnisse ist die Aufgabe des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek. 1884 als Deutsches Buchgewerbemuseum in Leipzig gegründet gilt es als das weltweit älteste und nach Umfang und Qualität der Bestände als eines der bedeutendsten Museen auf dem Gebiet der Buchkultur. Zur Sammlung gehören neben Handschriften, historischen Drucken, Buntpapieren und moderner Buchkunst ebenso Archivalien und Nachlässe zur Schrift- und Typografiegeschichte. Zusammen mit der weltweit größten Wasserzeichensammlung sowie Schreibgeräten und Maschinen zur Buch- und Papierherstellung erlauben die Bestände des Museums ein interdisziplinäres Herangehen an kultur- und medienwissenschaftliche Fragestellungen.
Mit dem Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig werden seit 1959 im Gedenken an Johannes Gutenberg Persönlichkeiten und Einrichtungen geehrt, die sich laut Satzung „durch hervorragende, beispielgebende Leistungen um die Förderung der Buchkunst verdient machen“. Gewürdigt werden besondere künstlerische, technische oder wissenschaftliche Leistungen der Bereiche Typografie, Buchillustration, Buchkunstedition, Buchherstellung sowie Verdienste bei der Verbreitung des freien Wortes. Seit 1993 wird er im jährlichen Wechsel mit dem gleichnamigen Preis der Stadt Mainz verliehen. Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum ist Mitglied der Jury.
Kontakt:
Stephan Jockel
Deutsche Nationalbibliothek
Strategische Entwicklungen und Kommunikation | Pressesprecher
Adickesallee 1 | 60322 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 1525-1005 | E-Mail: s.jockel@dnb.de
KI-Turbo für die Zukunftsarbeit
ZBW entwickelt mit interdisziplinärem Projektteam KI-gestützte Informationsinfrastrukturen für die Forschungs- und Innovationsarbeit der Zukunft
Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (www.zbw.eu) schafft mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft im neu gestarteten Projekt CoCo die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Arbeitsforschung. In Zusammenarbeit mit regionalen Kompetenzzentren soll es gelingen, die KI-Technologien gewinnbringend in der Arbeitswelt zu nutzen. Im Mittelpunkt des BMBF-geförderten Projektvorhabens steht eine „Cloud der Arbeitsforschung“.
URL: www.coco-projekt.de
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern die Arbeitswelt. Sie schaffen Chancen für die Zukunftsarbeit, die bislang noch unerforscht sind. Das BMBF-Projekt „Connect & Collect“ (CoCo) vernetzt jetzt die interdisziplinären Akteure der Arbeitsforschung sowie zentrale Infrastrukturdienstleister für die Wirtschaftsforschung, um genau diese Chancen disziplinenübergreifend zu erforschen.
Zentraler Baustein des Projektes ist eine KI-gestützte „Cloud der Arbeitsforschung“. Dieser interdisziplinäre Daten- und Wissensspeicher unterstützt die vernetzte Forschungs- und Innovationsarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und stellt Strukturen für einen nachhaltigen Wissenstransfer bereit. Auf diese Weise kann eine Harmonisierung von Forschungsgeschwindigkeit und immer kürzeren Entwicklungszyklen der Wirtschaft gelingen.
Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (www.zbw.eu) wird in diesem Projekt die sozio-technische Infrastruktur dieser Cloud der Arbeitsforschung konzeptionieren, entwickeln und implementieren. Zudem sichert die ZBW Reichweite, Nachhaltigkeit und Verstetigung dieses Daten- und Wissensspeichers. Um die Cloud zu einem lebendigen und attraktiven Ort zu machen für Vernetzung und Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, entwickelt die ZBW Anreizsysteme und konkrete Maßnahmen, die in regelmäßigen Zyklen getestet und optimiert werden.
Zusammen mit den Kompetenzzentren identifiziert die ZBW unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Tochtermann und Prof. Dr. Isabella Peters Anforderungen und Erfolgsfaktoren und erarbeitet ein Zielbild für die effiziente Forschungs- und Innovationsarbeit der Zukunft. Dieses bildet die Basis für die Konzeption der technischen Infrastruktur der Cloud der Arbeitsforschung als offene Webplattform, über die alle Akteur*innen auf Forschungsergebnisse zugreifen und sich an der Weiterentwicklung des Wissensstandes beteiligen können.
Durch die ZBW entstehen neue Konzepte und Ansätze sowie wissenschaftliche Erkenntnisse zu Anreizsystemen und zum Einsatz Künstlicher Intelligenz im Kontext digitaler Informationsinfrastrukturen und Open Science.
Über „Connect & Collect: KI-gestützte Cloud für die interdisziplinäre vernetzte Forschung und Innovation für die Zukunftsarbeit (CoCo)“
Das wissenschaftliche Projekt CoCo wird im Rahmen des Programms „Zukunft der Wertschöpfung. Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Das Projekt ist bewilligt für eine Laufzeit von vier Jahren mit einem Projektvolumen von vier Millionen Euro. Die Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, Stuttgart (federführend), das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung, Magdeburg, das Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie, Leipzig, sowie die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft ZBW, Kiel/Hamburg und das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen, Bonn.
Projektwebseite: https://www.coco-projekt.de
Über die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) ist die weltweit größte Informationsinfrastruktur für die Wirtschaftswissenschaften. Die Einrichtung beherbergt rund 4 Millionen Medieneinheiten und ermöglicht den Zugang zu Millionen wirtschaftswissenschaftlicher Online-Dokumente. Allein 2020 wurden mehr als 12 Millionen digitale Volltexte heruntergeladen. Daneben stellt die ZBW eine rasant wachsende Sammlung von Open-Access-Dokumenten zur Verfügung. EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt aktuell über 200.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, dem Fachportal für wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Forschende in über 10 Millionen Datensätzen recherchieren. Zudem gibt die ZBW die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics im Gold Open Access heraus. Die ZBW ist eine forschungsbasierte wissenschaftliche Bibliothek. Mit Professuren in der Informatik und deren international besetzter Doktorandengruppe beschäftigt sich die ZBW transdisziplinär mit dem Thema Digitalisierung der Wissenschaft. Die ZBW ist in ihrer Forschung international vernetzt. Hauptsächliche Kooperationspartner kommen aus EU-Großprojekten, aus DFG- bzw. BMBF-Projekten sowie aus dem Leibniz-Forschungsverbund Open Science. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie wurde mehrfach für ihre innovative Bibliotheksarbeit mit dem internationalen LIBER Award ausgezeichnet.
URL: www.zbw.eu
Pressekontakt
Dr. Doreen Siegfried, Pressesprecherin
ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
Düsternbrooker Weg 120 | 24105 Kiel
Tel.: 0431 88 14-455 | E-Mail: d.siegfried@zbw.eu
URL: www.zbw.eu
DFG fördert die Digitalisierung des „Frankfurter Intelligenzblattes“
Die UB Frankfurt digitalisiert mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft über 550 Bände der beim Frankfurter Bürgertum beliebten Wochenzeitung von 1722 bis 1934
In der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg ist ein Großteil der seit 1615 in Frankfurt erschienen Zeitungen und Zeitschriften überliefert. Das „Frankfurter Intelligenzblatt“ ist eine der wichtigsten Quellen für die Wirtschafts- und Kulturgeschichte Frankfurts im 18. und 19. Jahrhundert. Das erstmalig 1722 unter dem Titel „Wochentliche Franckfurter Frag- und Anzeigungs-Nachrichten“ erschienene Inseratenblatt entwickelte sich rasch zum alltäglichen und geschätzten Begleiter der hiesigen Bürgerschaft und wurde aufgrund der überregionalen Bedeutung der Stadt auch weit darüber hinaus gelesen.
Die Zeitung, die unter wechselnden Namen bis 1934 erschien, stellt mit einer Laufzeit von über 200 Jahren eine unersetzliche Ressource für die Erforschung der Alltags-, Medien- und Konsumgeschichte eines der bedeutendsten urbanen Zentren Deutschlands dar. Die vielen Werbeanzeigen, privaten und offiziellen Bekanntmachungen sowie literarischen Beilagen sind unmittelbarer Ausdruck der sozio-kulturellen Identitäten des Frankfurter Bürgertums sowie des historischen Gedächtnisses der Stadt. Die Zeitung bietet einen reichen Fundus an Informationen nicht nur für die Wissenschaft, sondern darüber hinaus auch für eine breite interessierte Öffentlichkeit.
In dem von der HeBIS-Verbundzentrale koordinierten DFG-Projekt „Digitalisierung historischer Zeitungen Hessens“ wird das „Frankfurter Intelligenzblatt“ nun mit einem Volumen von insgesamt 700.000 Seiten durch einen externen Dienstleister digitalisiert. Neben der UB Frankfurt sind außerdem auch die HLB Fulda, die UB Gießen, die UB Marburg und die HLB Rhein-Main in Wiesbaden beteiligt. In diesem Vorhaben werden diverse hessische Zeitungen, Intelligenz- und Kreisblätter sowie Zeitungen der Revolutionsjahre 1848/49 digitalisiert, mit Volltexterkennung erschlossen und auf einem gemeinsamen Portal präsentiert. Insgesamt wird durch die DFG die Digitalisierung von 1,2 Millionen Zeitungsseiten gefördert.
Ein Beispiel für eine bereits digitalisierte Ausgabe der Zeitung in den Digitalen Sammlungen der UB Frankfurt – „Frankfurter Nachrichten und Intelligenzblatt“ (Abendausgabe) vom 11.11.1918: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/periodika/periodical/pageview/7244195.
Weitere Informationen
Dr. Mathias Jehn, Leiter der Abteilung Bestandserhaltung und Digitalisierung sowie des Archivzentrums
Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg
Tel.: (069) 798 39007 | E-Mail: m.jehn@ub.uni-frankfurt.de
Kontakt für Pressefragen allgemein
Bernhard Wirth, Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg
Bockenheimer Landstraße 134-138 | 60325 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 798 39223 | E-Mail: b.wirth@ub.uni-frankfurt.de
125 Jahre Goethe- und Schiller-Archiv UNESCO-Weltdokumentenerbe
Deutschlands ältestes Literaturarchiv feiert Geburtstag. Am 28. Juni 1896 weihte Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach das vom Architekten Otto Minckert entworfene, schlossähnliche Gebäude oberhalb des Parks an der Ilm ein. Die kulturpolitisch und sozial engagierte Alleinerbin des schriftlichen Goethe-Nachlasses stiftete damit die Grundlage für den literarischen Sammlungs- und Wissenschaftsstandort Weimar.
Heute hütet, erschließt und erforscht das als Institution bereits 1885 gegründete Archiv unter der Leitung von Prof. Dr. Marcel Lepper mehr als 150 Nachlässe von Gelehrten, Philosoph*innen, Komponist*innen und bildenden Künstler*innen, 14 Archive von Verlagen, Vereinen und literarischen Gesellschaften sowie Einzelhandschriften von circa 3.000 Persönlichkeiten vom Ende des 13. bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts.
Darunter befinden sich die Nachlässe von Friedrich Schiller, Christoph Martin Wieland und, entscheidend für das 20. Jahrhundert, Friedrich Nietzsche. Die Sammlung umfasst über fünf Millionen Dokumente und ist der zentrale Wissensspeicher für deutschsprachige Literatur und Kultur des 18., 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Der Nachlass Goethes wurde 2001 von der UNESCO in das dokumentarische Erbe „Memory of the World“ aufgenommen.
„Meine Manuscripte, meine Briefschaften, meine Sammlungen jeder Art, sind der genauesten Fürsorge werth“, bemerkte Johann Wolfgang von Goethe 1830 gegenüber Kanzler Friedrich von Müller. Was er schrieb, galt nie nur dem Augenblick. Stets dachte der Dichter die Nachwelt mit und antizipierte ein Fortwirken seiner Ideen in die jeweilige Gegenwart.
In konsequenter Übersetzung dieser Absicht öffnet das Goethe- und Schiller-Archiv seine Türen und profiliert sich als Denk- und Diskursort. Hinterfragt und offen gelegt werden seine historische und politische Rolle, von der Gründungsgeschichte über die NS-Zeit bis hin zur DDR-Geschichte.
Mit dem Großprojekt „Propyläen“ verstärkt das Goethe- und Schiller-Archiv sein Profil als digitales Kompetenzzentrum. In vier großen Teilprojekten werden seit 2015 die Editionen von Goethes Briefen, Tagebüchern, Begegnungen und Gesprächen zusammengeführt und ab Herbst 2021 auf einer wachsenden Forschungsplattform für die Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern die Zeugnisse von Goethes Leben bis 2039 vollständig zu erfassen. Verantwortet wird die Edition von Prof. Dr. Marcel Lepper, Direktor Goethe- und Schiller-Archiv Weimar, Prof. Dr. Ernst Osterkamp, Mainzer Akademie und Prof. Dr. Klaus Manger, Sächsische Akademie.
Ein zweiter Meilenstein 2021 ist der Start der digitalen Neu-Edition von Goethes Gedichten, aufbauend auf der 1919 abgeschlossenen rund 150-bändigen Weimarer Gesamtausgabe der Werke, die in vielen Einzelheiten überholt, aber bislang in ihrer Reichweite nicht überboten ist.
„Die Neue Weimarer Ausgabe ist nicht Goethe 2.0, sondern eher Goethe 4.0“, erklärt Prof. Dr. Marcel Lepper. „Wir nähern uns den Gedichten Goethes auf zwei Achsen: in der Auseinandersetzung mit Gegenwartslyrik und auf der klassisch-philologischen Linie, die sich dahinter entfaltet. Experimentell, tiefenscharf und den technischen und intellektuellen Standards des UNESCO-Weltdokumentenerbes entsprechend.“
Zum Geburtstag des Goethe- und Schiller-Archivs erreichten die Klassik Stiftung Weimar zahlreiche Glückwünsche von Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wissenschaft und der breiten Leserschaft:
Das Goethe- und Schiller-Archiv leistet etwas Einzigartiges: Der Unwiederholbarkeit der Geschichte zum Trotz ermöglicht es das Weiterleben von Vergangenem in Gegenwart und Zukunft. Sein spannungsvolles Aufgabenspektrum umfasst die Bewahrung wie auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem kostbaren Dokumentenerbe. Dass das Klassikerarchiv weiterhin zur Lebendigkeit wissenschaftlicher und künstlerischer Produktivität beitragen kann, bleibt fortwährende Aufgabe der Kulturpolitik.
Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Thüringer Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten, Vorsitzender des Stiftungsrats der Klassik Stiftung Weimar
„Quod non est in actis non est in mundo“ – in Abwandlung dieses juristischen Leitsatzes möchte ich behaupten: Was nicht im Archiv ist, ist nicht in der Welt. Es ist diese Welthaltigkeit, die das Archiv anschlussfähig für Gegenwartsfragen macht. Und wo würde damit produktiver umgegangen als in der diskursiv geradezu voranstürmenden Klassik Stiftung Weimar! Zählen Sie auf uns, wir halten Schritt. Ad multos annos, GSA!
Dr. Günter Winands, Amtschef bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Stellv. Vorsitzender des Stiftungsrats der Klassik Stiftung Weimar
Wir gratulieren zum 125. Geburtstag: Das Goethe- und Schiller-Archiv der Klassik Stiftung Weimar ist ein faszinierender Ort der Literaturgeschichte, offen zur Gegenwart und Zugänge zur Zukunft hütend! Herzlichen Glückwunsch auch zu einem weiteren Jubiläum: Vor 20 Jahren wurde Goethes Nachlass als einer der ersten deutschen Beiträge in das Register des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen – quasi als die Innenseite des Welterbes Klassisches Weimar, als eine Quelle der globalen Wissensgesellschaft.
Dr. Roman Luckscheiter, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission
Die Kulturstiftung der Länder gratuliert dem Goethe- und Schiller-Archiv zum 125-jährigen Bestehen! Von der kontinuierlichen Erschließung und Digitalisierung seiner umfangreichen und bedeutenden Bestände, einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Sammlungsgeschichte bis hin zur Vermittlung komplexer Inhalte und gesellschaftlich relevanter Themen kommt das älteste Literaturarchiv in Deutschland seiner Verantwortung als kulturgutbewahrende Einrichtung nach. Mit einem zukunftsgerichteten Blick hat sich das Archiv in Weimar zu einer unverzichtbaren Anlaufstelle sowohl für die Forschung und Wissenschaft als auch für die breite Öffentlichkeit entwickelt.
Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder
Weitere Informationen im Internet:
Zu den Pressebildern: https://www.klassik-stiftung.de/service/presse/pressebilder
Zum Blogbeitrag „Zum 125. Baugeburtstag des Goethe- und Schiller-Archivs“: https://blog.klassik-stiftung.de/zum-125-baugeburtstag-des-goethe-und-schiller-archivs
„Herkunft zeigen“ – Eine Sonderschau und die Mobile Vitrine im Goethe-Nationalmuseum machen Provenienzforschung sichtbar
Seit der Wiedereröffnung am 04.06.2021 zeigt das Goethe-Nationalmuseum in zwei Formaten Ergebnisse aus dem Bereich der Provenienzforschung. In der Sonderschau „Herkunft zeigen“ sind als Intervention in der Dauerausstellung Zeichnungen des Künstlers Christoph Heinrich Kniep (1755–1825) zu sehen, eine „Schenkung“ des NS-Verfolgten Heinrich Mayer. Die Mobile Vitrine „NS-Raubgut in der Klassik Stiftung Weimar“ im Foyer beleuchtet den Fall Michael Berolzheimer.
Die Zeichnungen von Christoph Heinrich Kniep, bekannt als Goethes Reisebegleiter und Zeichenlehrer, gelangten 1939 durch eine Schenkung des Hamburger Kaufmanns Heinrich Mayer in das Museum. Mayer wurde aufgrund seiner jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt und in den finanziellen Ruin getrieben. Als er die Zeichnungen dem Goethe-Nationalmuseum schenkte, hatte er bereits den Großteil seines Vermögens verloren und suchte nach einem sicheren Aufbewahrungsort für die kleine Sammlung.
Die Schenkung ist im Zusammenhang mit der individuellen Verfolgung Heinrich Mayers und seiner Notlage zu sehen. Die Klassik Stiftung entschied sich daher für die Rückgabe der Zeichnungen an die Erben Heinrich Mayers und kaufte sie danach rechtmäßig an. Bis zum 1. August 2021 zeigt die Sonderschau die kleinformatigen, stimmungsvollen Zeichnungen nun erstmals in einer eigenen Präsentation gemeinsam mit dem „Schenkungsbrief“ und klärt über die Herkunft auf.
Die Mobile Vitrine, die bis November 2021 im Foyer des Goethe-Nationalmuseums zu sehen ist, präsentiert exemplarisch jeweils ein Objekt, das als NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut identifiziert wurde, beleuchtet die Verfolgungsschicksale der früheren Eigentümerinnen und Eigentümer und dokumentiert die Recherchen der Provenienzforschung an der Stiftung. Aktuell ist die Vitrine mit Faksimiles zweier Zeichnungen von Carl Ferdinand Sprosse (1819–1874) bestückt, die Teil der Sammlung des Unternehmers Dr. Michael Berolzheimer (1866–1942) waren. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verfolgt, emigrierte er 1938 mit seiner Familie in die USA und musste seine Sammlung wertvoller Handzeichnungen und Druckgrafiken zurücklassen. Vier Zeichnungen der Sammlung erwarben die Staatlichen Kunstsammlungen zu Weimar bei einer Auktion im Jahr 1939. 2013 wurden diese durch die Klassik Stiftung Weimar an die rechtmäßigen Erben restituiert und neu angekauft.
Weitere Informationen im Internet:
Zum Blogbeitrag über den Fall Berolzheimer: https://blog.klassik-stiftung.de/der-fall-berolzheimer
Zum Blogbeitrag über die Sonderschau „Herkunft zeigen“: https://blog.klassik-stiftung.de/die-leidvolle-geschichte-hinter-einer-schenkung
Ausstellungsdaten:
„Herkunft zeigen“
Sonderschau in der Dauerausstellung des Goethe-Nationalmuseums
Noch bis 1. August 2021
Die Sonderschau ist im Museumseintritt inbegriffen.
Mobile Vitrine „NS-Raubgut in der Klassik Stiftung Weimar“
„Der Fall Berolzheimer“
Noch bis November 2021
Goethe-Nationalmuseum | Foyer
Der Eintritt ist frei.
Kontakt:
Klassik Stiftung Weimar
Stabsreferat Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing
Burgplatz 4, D-99423 Weimar | PF 2012, D-99401 Weimar
Tel.: +49 3643 545-113 | FAX: +49 3643 545-118 | E-Mail: presse@klassik-stiftung.de
www.klassik-stiftung.de | blog.klassik-stiftung.de | facebook.de/klassik.stiftung.weimar
Erinnerung braucht Raum: Ein Dritter Ort in Berlin
Mitten in Berlin entsteht das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung – ein sichtbares Zeichen für die Erinnerung und das Gedenken an Flucht, Vertreibung und Zwangsmigration in Geschichte und Gegenwart. Am 23. Juni 2021 eröffnet die gleichnamige Stiftung diesen Ort geschichtlicher Bildung und lebendiger Debatten. Im ersten Obergeschoss des Gebäudes entsteht eine Bibliothek mit einem Zeitzeugenarchiv, die im Sinne Dritter Orte[1] zum Verweilen und zu Gesprächen einlädt.
Die Geschichte von Europa im 20. Jahrhundert war lange von nationalen Konflikten, Kriegen und Diktaturen geprägt. Dabei waren auch viele Menschen gezwungen, ihre Dörfer und Städte zu verlassen. Daher beschloss der Deutsche Bundestag im Jahr 2008 ein sichtbares Zeichen für die Erinnerung und das Gedenken an Flucht, Vertreibung und Zwangsmigration zu setzen. Das neue „Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ soll allerdings nicht nur dem Erinnern und Gedenken an Vergangenes Raum geben, sondern auch Diskurse über gegenwärtiges Geschehen anregen. Nach Renovierung und Umgestaltung durch das österreichische Architektenbüro marte.marte wurde 2020 das ehemalige Deutschlandhaus am Anhalter Bahnhof in Berlin der Stiftung übergeben. Neben Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen findet hier als wichtige Säule ebenfalls eine wissenschaftliche Spezialbibliothek mit Zeitzeugenarchiv Platz – hier kreierte aatvos einen Dritten Ort. Am 21. Juni 2021 wurde das Zentrum in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen eines Festaktes offiziell eingeweiht und heißt ab dem 23. Juni 2021 die Öffentlichkeit willkommen.
Sitzkokons als intime Medienstationen
Was bedeutet es – persönlich und für die Gesellschaft – die Heimat zu verlieren? In diese Frage können sich die Gäste in den neugestalteten Räumen von Bibliothek und Zeitzeugenarchiv des Dokumentationszentrums vertiefen. „Bei der Gestaltung des Innenraums legten wir großes Augenmerk darauf, Möglichkeiten für das Publikum zu schaffen, damit sie das, was sie im Museum gesehen, gehört und erlebt haben, durchdenken und verarbeiten können“, fasst aatvos Kreativdirektor Aat Vos das Vorhaben zusammen. „In der neuen Bibliothek gibt es verschiedene Möglichkeiten sich zu setzen, zur Ruhe zu kommen und über die Bedeutung von Erinnerungen zu reflektieren.“
Im vorgelagerten Wandelgang laden separate Sitzkokons die Besuchenden in die Bibliothek ein – so wirkt der neue Dritte Ort bereits von Weitem in die Ausstellungsräume des Zentrums hinein. In intimer und gemütlicher Atmosphäre haben die Besuchenden die Möglichkeit, tiefer in die persönlichen Erinnerungen von Betroffenen einzutauchen und sich zu vergegenwärtigen, was es bedeutet, ins Ungewisse zu flüchten. Neben komfortablen Sitzgelegenheiten bietet jeder Kokon auch eine Medienstation: Je eine Landkarte auf Augenhöhe und auditive Eindrücke bringen den Besuchenden durch Flucht und Vertreibung geprägte Lebensgeschichten näher. Geografische Koordinaten von Orten, die zu unterschiedlichen Zeiten Schauplatz von Zwangsmigration waren, sind am Rahmen der Kokons erkennbar, der entsprechend mit einem Laser bearbeitet wurde – Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Studio Neon und aatvos.
Sichtbare Spuren
In der Mitte der Bibliothek entsteht zudem ein Treff- und Informationspunkt mit großem Gemeinschaftstisch. Der zentrale Bereich wird flankiert von Einzel- und Gruppenarbeitsplätzen mit kleiner Kaffeetheke; auch an der Fensterfront werden attraktive Arbeitsplätze eingerichtet. Insgesamt finden hier vierzig Personen einen Platz zum Lesen, Recherchieren und Reflektieren. Bei der Gestaltung der Kokons und vieler Sitzmöbel findet Leder Anwendung, denn das natürliche Material erinnert daran, dass es Momente gibt, die sichtbare Spuren hinterlassen.
Weitere Informationen im Internet:
Über aatvos: www.aatvos.com
Zum Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung: www.flucht-vertreibung-versoehnung.de
Raumkonzepte + Interior Design | Zauleck: https://www.zauleck.de
Projektinformation:
Die Gestaltung der Bibliothek mit Zeitzeugenarchiv im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung ist eine Vision, die aatvos gemeinsam mit den Auftraggebenden innerhalb eines Workshops entwickelt hat.
Auftraggeberin: Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Konzept, Workshop, Design, Skizzen: aatvos
Projeksteuerung: tp management GmbH
Möbeldesign: Team Stonepark
Auftrag, Ausschreibung, Bauleitung: Raumkonzepte + Interior Design I Zauleck
Grafikdesign von Koordinaten und Karte: Studio Neon
Fotos: Marco Heyda/aatvos
Kontakt:
aatvos, Kirstin Hanssen (Public Relations)
Tel.: +31(0)622688803 | E-Mail: kirstin@aatvos.com oder
aatvos, Sarah Stötzner (Communications Manager)
Tel.: +31(0)621646563 | E-Mail: sarah@aatvos.com
50 Jahre Neue Frauenbewegung – FrauenMediaTurm relaunched
Am 6. Juni 1971 wurde die Selbstbezichtigungsaktion der 374 Frauen „Wir haben abgetrieben!“ im Stern zum Startschuss der Neuen Frauenbewegung. Zur Feier von „50 Jahre Frauenbewegung“ ist die relaunchte Website des FrauenMediaTurm – Feministisches Archiv und Bibliothek mit neuen und überraschenden Dokumenten online (www.frauenmediaturm.de).
Eine virtuelle Führung durch den mittelalterlichen Turm zeigt den modernen Ausbau des historischen Gebäudes, die Arbeitsplätze im 4. Stock mit Blick auf den Rhein und den feministischen Inhalt. Über 100.000 Dokumente liegen im FrauenMediaTurm zur Recherche bereit: Bücher, Zeitschriften, Fotos, Flugblätter, Zeitungsausschnitt-Sammlungen aus der Vor-Internet-Zeit, Plakate und Buttons sowie historische Handschriften – wie zum Beispiel das Tagebuch von Minna Cauer (1841–1922).
Für das „Herstory-Projekt“ hat der FrauenMediaTurm 13 Pionierinnen der Neuen Frauenbewegung interviewt, darunter Helke Sander, Verfasserin der „Tomatenrede“ und Gründerin der Initiative „Brot und Rosen“; Alice Schwarzer, Initiatorin der Stern-Aktion und EMMA-Gründerin oder Sabine Zurmühl, Gründerin der Zeitschrift Courage.
Der Film „13 Pionierinnen“, ein 70-Minuten-Konzentrat des Herstory-Projektes, lässt die Pionierinnen der Neuen Frauenbewegung wieder quicklebendig werden. Sie erinnern sich an die Jahre des Aufbruchs, die Feste und Konflikte, die Themen und Projekte – von der Selbstbezichtigungsaktion im Stern bis zur Gründung der ersten Frauenzentren; von den Selbstuntersuchungen bis zum ersten Frauenhaus; von den „Frauen in Naturwissenschaft und Technik“ bis zum ersten Frauenbuchladen.
Ein Radiofeature von 1972 beschwört die Stimmung auf dem ersten Frauenkongress in Frankfurt, die Stimmen im Frauenvolk und den Spirit der 1970er Jahre. Zum Anhören: Die LPs von „Flying Lesbians“ bis „Bonner Blaustümpfe“. Zum Ansehen: Die Neue Frauenbewegung in Bildern. Undundund. Es darf gestöbert werden!
Kontakt
Debora Stickl, Bibliotheksleiterin
FrauenMediaTurm – Feministisches Archiv und Bibliothek
Bayenturm / Rheinauhafen | 50678 Köln
Tel.: +49 (0) 221/931 881-13 | E-Mail: stickl@frauenmediaturm.de
Corona macht auch kreativ: Die Gemeindebücherei Freimersheim liefert ab sofort dienstags mit dem Pony-Express
Corona, Corona, Corona … Das von Inzidenzzahlen bestimmte Leben führt auch bei der Gemeindebücherei Freimersheim zu sich immer wieder ändernden Öffnungs- oder Schließungsbedingungen und verunsichert die üblicherweise zahlreichen Lesefreunde. Die Büchereikunden, darunter zahlreiche Kinder, Jugendliche und junge Familien, schätzen und vermissen den persönlichen Kontakt vor Ort.
Das Bücherei-Team um die Leiterin Denise Zink: Natalie Dernberger, Julia Scholl, Ingeborg Kaiser und Jens Harsch hat im zweiten Lockdown das Angebot um Onlinebestellungen ergänzt. Die Bücherei ist – wenn erlaubt – seit November 2020 dreimal wöchentlich für je zwei Stunden geöffnet.
Um den Lesebegeisterten weiterhin den Bezug der gut 3.000 Bücher und weiteren Medien zu ermöglichen, wurde eine besondere Idee geboren: die wöchentliche Zustellung mit dem Pony-Express; ökologisch sinnvoll und im 1.000 Einwohner zählenden Freimersheim auch gut umsetzbar.
Denise Zink ist selbst seit Kindertagen Pferdefreundin und passionierte Reiterin mit eigenen Pferden. Der sechsjährige „Cisco“ ist das Pony von Nuria, der dreijährigen Tochter der Büchereileiterin, und sorgt dafür, dass sie angstfrei das Reiten lernt.
Cisco, aus der überwiegend in Polen, Mittel- und Osteuropa vorkommenden Rasse Konig, genießt normalerweise sein Leben in der Herde mit seinen zwei Hengstfreunden. Mittags kann man den kleinen grauen Wallach auch des Öfteren vor dem Kindergarten sehen, wo er geduldig auf seine kleine Reiterin wartet. Vielen Freimersheimern ist er daher schon bekannt. Ansonsten ist er einfach so, wie Ponys eben sind: frech, flink und ein wahrer Ausbrecherkönig. Wenn das Gras auf der anderen Seite des Zauns etwas grüner wirkt, dann ist Cisco nicht zu halten und kein Zaun ist ihm zu hoch, um darüber zu springen. Für seine neuen Aufgaben mussten Packtaschen angeschafft werden. Diese dienen dazu, das Zusatzgewicht richtig auf seinem Rücken zu verteilen. Bis zu 70 Kilo Gewicht sind für einen Konig möglich; für Cisco’s neue Aufgabe wird das aber nicht notwendig sein.
Neben den im Onlinekatalog zu findenden Medien werden auch Überraschungs- oder Themen-Pakete gepackt. Auch die Jubiläumsausgaben zum Dorfjubiläum 1.250 Jahre Freimersheim „Gelebte Geschichte 771 bis 2021“ werden verkauft und ausgeliefert.
„Die ungewöhnliche Idee hat bei Groß und Klein große Akzeptanz hervorgerufen und alle sind vollauf begeistert“, freuen sich alle Beteiligten über die tolle Resonanz.
Weitere Aktionen der seit 1927 bestehenden Bücherei in diesem Jahr: Erstmals wird am Lesesommer Rheinland-Pfalz teilgenommen.
Vom Gemeinderat beschlossen ist die Neumöblierung / Neugestaltung mit einhergehender Neukonzeption. „Die Belange der Kinder, Jugendlichen und Familien rücken darin noch mehr in den Fokus der Büchereiarbeit. Der Förderantrag ist bereits gestellt“, informiert Denise Zink.
Immer aktuell informiert: www.freimersheim.de/gemeinde/buecherei; bei Facebook unter https://m.facebook.com/B%C3%BCcherei-Freimersheim-314165068678363 und auf Instagram unter @buecherliebe_freimersheim.
© 2021 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
Artikel in diesem Heft
- Frontmatter
- Editorial
- Aus den Verbänden
- Bibliothek & Information Deutschland (BID) – Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände e.V.
- Neue Satzung und Organisationsstruktur sowie Vorbereitung auf die deutsche IFLA-Präsidentschaft – der internationale Bibliotheksverband IFLA
- Journalist Alexander Maier von der Eßlinger Zeitung mit dem „Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken“ 2021 ausgezeichnet
- Deutscher Bibliotheksverband und Deutsche Telekom Stiftung zeichnen vorbildliche Bibliotheken 2021 aus
- OCLC begrüßt neue WMS-Anwender in der Community
- Themenheft: Bibliotheken und die Herausforderungen der COVID-19-Pandemie. Teil II
- Von 100 auf 0 oder doch nicht?!
- Nach über einem Jahr Corona
- Winterthurer Bibliotheken: der Lockdown als Herausforderung und Chance
- Verbundzentralen in der Pandemie
- Erfahrungen der ekz-Gruppe in der Corona-Krise 2020–2021
- Ein Jahr Corona-Pandemie: Erfahrungen in der Österreichischen Bibliothekenverbund und Service GmbH
- It’s the End of the World as We Know It (And I Feel Fine)
- Digital ist Trumpf oder die DNB in der Coronavirus-Pandemie
- Notizen und Kurzbeiträge
- Notizen und Kurzbeiträge
- Veranstaltungen
- Save the Date: #vBIB21 findet am 1. und 2. Dezember 2021 statt
- Korrigendum
- Korrigendum zu: Tessa Sauerwein. FILL for Future (F4F) – Framework Information Literacy Lessons digital
- Termine
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