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Dietrichs Flucht. Textgeschichtliche Ausgabe. Hg. von Elisabeth Lienert und Gertrud Beck. 2003

  • Hartmut Bleumer
Published/Copyright: December 21, 2007
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Arbitrium
From the journal Volume 22 Issue 3

Die jüngeren Wandlungen des Textbegriffs betreffen notwendig auch die Ansprüche an Editionen. Die veränderten Herausforderungen an den Editor dokumentieren sich zwar seit längerem im Nebeneinander unterschiedlicher Editionsverfahren, erst unter dem Einfluß des beschleunigten Theorieimports in die Mediävistik wird aber auch hier deutlich, daß die begrifflichen Verschiebungen den Ort des Textes selbst stärker ins Bewußtsein bringen: Die Wahl der angemessenen Editionsweise ist eben nicht nur eine Frage der Entstehungsbedingungen und der Überlieferungslage, sie hängt auch von den epistemologischen Voraussetzungen des Editors ab, die vorgängig festlegen, was eigentlich die maßgebliche Realisationsweise eines Textes ist. Daher ist die Rückkehr zur Philologie ein ebenso schwieriges wie erstrebenswertes Geschäft. So wie man von einer allgemeinen kulturkritischen Warte gegenwärtig fordern kann, sich nach der Dekonstruktion wieder einer philologischen Praxis anzuvertrauen, um deren Aufklärung man sich zugleich bemüht, so ist auch für den mediävistischen Editor nach den ‚New Philology‘-Debatten das Verhältnis von traditioneller Textkritik und dokumentarischer Handschriftentreue zu überdenken. Aber welche Position man auch immer dabei einnimmt: Durch das gewandelte Lektüreverhalten der Interpreten geraten beim Umgang mit Editionen nicht allein der Weg des Herausgebers, sondern die in seinem Weg sichtbar werdenden impliziten Vorannahmen mit in den Blick.

Online erschienen: 2007-12-21
Erschienen im Druck: 2005-April-12

© Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2004

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