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Michel Gondry und Spike Jonze – Auteurs des Musikvideos

  • Michael Fleig
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Musikvideo reloaded
This chapter is in the book Musikvideo reloaded

Abstract

In den 1990er Jahren hat sich das Konzept des Musikvideo-Auteurs etabliert. Nach einer Einleitung zum Musikvideo in den 1980er Jahren wird diese Entwicklung umrissen, um anschließend ausführlich auf zwei Clipregisseure einzugehen, die hierbei eine herausragende Stellung einnahmen. Der Aufsatz widmet sich exemplarisch dem Schaffen von Michel Gondry und Spike Jonze. In ihrer Kreativität gelten sie als „Brothers beneath the skin“ (Austerlitz 2007, S. 163). Ihre Videos widersetzen sich der Musikvideos zugeschriebenen Flüchtigkeit, indem sie zur Mehrfachsichtung einladen. Dabei kommen unterschiedliche Strategien zur Anwendung. Gondrys Anerkennung als Auteur beruht auf einem persönlichen visuellen Stil, der als Lo-Fi-Ästhetik beschrieben werden kann, und seiner Fähigkeit, das Musikvideo als audiovisuelle Kunstform des Sichtbarmachens von Musik ernst zu nehmen. Gondry gelingt dies insbesondere durch eine visuelle Verräumlichung musikalischer Strukturen. So wird er als ein aktueller Vertreter der visuellen Musik in der Tradition Oskar Fischingers angesehen (vgl. Gabrielli 2010, S. 104). Jonze hingegen gilt als der Trickster des Musikvideos. Über unterschiedliche Arten des intertextuellen Verweises auf TV- und Filmerzählungen oder durch eigenständige Videos in der Art von Minispielfilmen produzierte er Arbeiten, die durch Brüche mit den Konventionen des Musikvideos herausstechen. In den 2000er Jahren forcierten Gondry und Jonze den Auteurismus des Musikvideos weiter, indem sie eine DVD-Reihe, die Arbeiten bestimmter Videoclipregisseure versammelt, herausbrachten.

Abstract

In den 1990er Jahren hat sich das Konzept des Musikvideo-Auteurs etabliert. Nach einer Einleitung zum Musikvideo in den 1980er Jahren wird diese Entwicklung umrissen, um anschließend ausführlich auf zwei Clipregisseure einzugehen, die hierbei eine herausragende Stellung einnahmen. Der Aufsatz widmet sich exemplarisch dem Schaffen von Michel Gondry und Spike Jonze. In ihrer Kreativität gelten sie als „Brothers beneath the skin“ (Austerlitz 2007, S. 163). Ihre Videos widersetzen sich der Musikvideos zugeschriebenen Flüchtigkeit, indem sie zur Mehrfachsichtung einladen. Dabei kommen unterschiedliche Strategien zur Anwendung. Gondrys Anerkennung als Auteur beruht auf einem persönlichen visuellen Stil, der als Lo-Fi-Ästhetik beschrieben werden kann, und seiner Fähigkeit, das Musikvideo als audiovisuelle Kunstform des Sichtbarmachens von Musik ernst zu nehmen. Gondry gelingt dies insbesondere durch eine visuelle Verräumlichung musikalischer Strukturen. So wird er als ein aktueller Vertreter der visuellen Musik in der Tradition Oskar Fischingers angesehen (vgl. Gabrielli 2010, S. 104). Jonze hingegen gilt als der Trickster des Musikvideos. Über unterschiedliche Arten des intertextuellen Verweises auf TV- und Filmerzählungen oder durch eigenständige Videos in der Art von Minispielfilmen produzierte er Arbeiten, die durch Brüche mit den Konventionen des Musikvideos herausstechen. In den 2000er Jahren forcierten Gondry und Jonze den Auteurismus des Musikvideos weiter, indem sie eine DVD-Reihe, die Arbeiten bestimmter Videoclipregisseure versammelt, herausbrachten.

Chapters in this book

  1. Frontmatter I
  2. Inhalt VII
  3. Vorwort und Einführung 1
  4. Teil I: Zur Epistemologie und Medienarchäologie des Musikvideos
  5. Musik, Mathematik und Medien 13
  6. Zur Musikalität des Visuellen 25
  7. Teil II: Pop und Subversion: Gegenkulturelle Prozesse der Aneignung
  8. Extrem laut und unglaublich erfolgreich 43
  9. „Video with a Message“ 53
  10. Teil III: Sampling, Imitation und Adaption: Zitationspraktiken im Musikvideo zwischen E und U
  11. Im Wunderland der Avantgarde 77
  12. Transmediale Audiovisionen, oder: U+E=Ü 91
  13. Notes on Pop 109
  14. Michel Gondry und Spike Jonze – Auteurs des Musikvideos 125
  15. Teil IV: Neue Dispositive: Mediale Repräsentationen im aktuellen Musikvideo
  16. Rich posing – queer (non)passing 147
  17. Dis-/Kontinuitäten 173
  18. Sport im hybriden Medium Musikvideo 193
  19. Wer braucht schon Musikdokumentationen, wenn es TikTok und Carpool Karaoke gibt? 205
  20. Teil V: Anhang
  21. Beiträger*innenverzeichnis 225
Downloaded on 12.3.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783110730623-009/html
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