Home Music Extrem laut und unglaublich erfolgreich
Chapter
Licensed
Unlicensed Requires Authentication

Extrem laut und unglaublich erfolgreich

Die Popularisierung und Kommerzialisierung von Videokunst durch das Format Musikvideo
Become an author with De Gruyter Brill
Musikvideo reloaded
This chapter is in the book Musikvideo reloaded

Abstract

Gemeinhin wird angenommen, dass Musikvideos nichts weiter als hoch entwickelte Werbevideos und eine Art Illustration für Pop-Songs seien. Im Gegensatz dazu wird in diesem Beitrag die These vertreten, dass das Medium Musikvideo nicht ausschließlich im auf Unterhaltung und Werbeeffekt ausgelegten Musikfernsehen stattgefunden hat. Denn Musikvideos waren auch Teil einer medialen Alternativkultur, in deren Rahmen Künstler*innen in den 1980er Jahren mit Hilfe der noch neuen Videotechnik eine Synthese von zeitgenössischer visueller Ästhetik und Musik jenseits der Charts anstrebten. Dieser Zusammenhang wird durch die Betrachtung des umfangreichen Programms der Vertriebsagentur 235 Media in den Blick genommen. Ausgehend von einer subkulturellen Haltung, die sich durch den Vertrieb von DIY-Tonkassetten äußerte, wurde 235 später auch zu einem Vertrieb von künstlerischen Musikvideos und einem der wichtigsten Vertriebe von Musikvideos in Deutschland. Dieser Beitrag unternimmt dabei nicht nur eine Untersuchung der medientechnisch geprägten Ästhetik der Videos, sondern untersucht auch die spezifischen Vertriebswege von früher Medienkunst - ein Komplex, der bisher in der Forschung wenig behandelt wurde.

Abstract

Gemeinhin wird angenommen, dass Musikvideos nichts weiter als hoch entwickelte Werbevideos und eine Art Illustration für Pop-Songs seien. Im Gegensatz dazu wird in diesem Beitrag die These vertreten, dass das Medium Musikvideo nicht ausschließlich im auf Unterhaltung und Werbeeffekt ausgelegten Musikfernsehen stattgefunden hat. Denn Musikvideos waren auch Teil einer medialen Alternativkultur, in deren Rahmen Künstler*innen in den 1980er Jahren mit Hilfe der noch neuen Videotechnik eine Synthese von zeitgenössischer visueller Ästhetik und Musik jenseits der Charts anstrebten. Dieser Zusammenhang wird durch die Betrachtung des umfangreichen Programms der Vertriebsagentur 235 Media in den Blick genommen. Ausgehend von einer subkulturellen Haltung, die sich durch den Vertrieb von DIY-Tonkassetten äußerte, wurde 235 später auch zu einem Vertrieb von künstlerischen Musikvideos und einem der wichtigsten Vertriebe von Musikvideos in Deutschland. Dieser Beitrag unternimmt dabei nicht nur eine Untersuchung der medientechnisch geprägten Ästhetik der Videos, sondern untersucht auch die spezifischen Vertriebswege von früher Medienkunst - ein Komplex, der bisher in der Forschung wenig behandelt wurde.

Chapters in this book

  1. Frontmatter I
  2. Inhalt VII
  3. Vorwort und Einführung 1
  4. Teil I: Zur Epistemologie und Medienarchäologie des Musikvideos
  5. Musik, Mathematik und Medien 13
  6. Zur Musikalität des Visuellen 25
  7. Teil II: Pop und Subversion: Gegenkulturelle Prozesse der Aneignung
  8. Extrem laut und unglaublich erfolgreich 43
  9. „Video with a Message“ 53
  10. Teil III: Sampling, Imitation und Adaption: Zitationspraktiken im Musikvideo zwischen E und U
  11. Im Wunderland der Avantgarde 77
  12. Transmediale Audiovisionen, oder: U+E=Ü 91
  13. Notes on Pop 109
  14. Michel Gondry und Spike Jonze – Auteurs des Musikvideos 125
  15. Teil IV: Neue Dispositive: Mediale Repräsentationen im aktuellen Musikvideo
  16. Rich posing – queer (non)passing 147
  17. Dis-/Kontinuitäten 173
  18. Sport im hybriden Medium Musikvideo 193
  19. Wer braucht schon Musikdokumentationen, wenn es TikTok und Carpool Karaoke gibt? 205
  20. Teil V: Anhang
  21. Beiträger*innenverzeichnis 225
Downloaded on 23.3.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783110730623-004/html
Scroll to top button