Vom Sprechen zur Sprache. Versuch über die variationslinguistische Praxis des Begrenzens
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Christoph Purschke
Abstract
Der Beitrag analysiert die in der Variationslinguistik etablierte Praxis der Grenzziehung zwischen Sprachraumen, Varietaten und Sprechlagen aus handlungstheoretischer Sicht. Ausgehend von der Diagnose, dass Grenzen in der wissenschaftlichen Praxis zwar als Konstrukte behandelt, nicht aber in Bezug auf ihren Handlungscharakter analysiert werden, wird der Versuch unternommen, einen an der (wissenschaftlichen wie lebensweltlichen) Praxis geschulten Begriff von Grenze - im Unterschied zu Begrenzungen - zu entwickeln. Dabei werden Grenzziehungen hinsichtlich dreier Handlungshorizonte bestimmt, mittels deren die Bedingungen ihres praktischen Vollzugs, ihrer Zweckbindung sowie ihrer ideologischen Legitimation aufgespannt werden. Grenzziehungen (als Prozess und Ergebnis) werden demnach in Form von Auslegungen praktisch vollzogen, um auf Basis spezifischer Motive bestimmte Zwecke zu realisieren, zu denen die Handlung des Begrenzens selbst das Mittel darstellt. Ausgehend von diesem Grenzbegriff wird eine Systematik variationslinguistischer Grenzziehungen (Purschke 2011) aktualisiert und zu einem Modell areallinguistischer Begrenzungen erweitert, das zwischen linguistisch-systemischen und individuell- subjektiven Aspekten wissenschaftlicher Grenzen unterscheidet.
Abstract
Der Beitrag analysiert die in der Variationslinguistik etablierte Praxis der Grenzziehung zwischen Sprachraumen, Varietaten und Sprechlagen aus handlungstheoretischer Sicht. Ausgehend von der Diagnose, dass Grenzen in der wissenschaftlichen Praxis zwar als Konstrukte behandelt, nicht aber in Bezug auf ihren Handlungscharakter analysiert werden, wird der Versuch unternommen, einen an der (wissenschaftlichen wie lebensweltlichen) Praxis geschulten Begriff von Grenze - im Unterschied zu Begrenzungen - zu entwickeln. Dabei werden Grenzziehungen hinsichtlich dreier Handlungshorizonte bestimmt, mittels deren die Bedingungen ihres praktischen Vollzugs, ihrer Zweckbindung sowie ihrer ideologischen Legitimation aufgespannt werden. Grenzziehungen (als Prozess und Ergebnis) werden demnach in Form von Auslegungen praktisch vollzogen, um auf Basis spezifischer Motive bestimmte Zwecke zu realisieren, zu denen die Handlung des Begrenzens selbst das Mittel darstellt. Ausgehend von diesem Grenzbegriff wird eine Systematik variationslinguistischer Grenzziehungen (Purschke 2011) aktualisiert und zu einem Modell areallinguistischer Begrenzungen erweitert, das zwischen linguistisch-systemischen und individuell- subjektiven Aspekten wissenschaftlicher Grenzen unterscheidet.
Kapitel in diesem Buch
- Frontmatter I
- Inhalt V
- Vorwort 1
- Vom Sprechen zur Sprache. Versuch über die variationslinguistische Praxis des Begrenzens 9
- Die Grenzdialekte des Deutschen 31
- Die deutsch-dänische Grenze von 1920 als Zäsur 55
- Dialektologische Methoden in einer Grenzregion 77
- Grenzüberschreitung diesseits der Grenze 99
- Erdäpfel vs. Ardäbbel – Sprechlagenspektren und Isoglossenwahrnehmung im westerzgebirgisch-kernvogtländischen Raum 121
- Erfahrung und Stereotyp an der elsässischbadischen Grenze – Repräsentationen der Anderen und ihre narrative Verarbeitung 143
- Synchronisierung und Sprachdynamik im deutsch-österreichischen Grenzraum 179
- Interferenzen zwischen Standardsprache und Dialekt und die Chance des bayerischsalzburgischen Grenzgebietes 207
- Der Einfluss der Deutsch-Schweizer Staatsgrenze auf das alemannische Dialektkontinuum 227
- Politische Grenzen – Sprachliche Grenzen? 249
- Register 253
Kapitel in diesem Buch
- Frontmatter I
- Inhalt V
- Vorwort 1
- Vom Sprechen zur Sprache. Versuch über die variationslinguistische Praxis des Begrenzens 9
- Die Grenzdialekte des Deutschen 31
- Die deutsch-dänische Grenze von 1920 als Zäsur 55
- Dialektologische Methoden in einer Grenzregion 77
- Grenzüberschreitung diesseits der Grenze 99
- Erdäpfel vs. Ardäbbel – Sprechlagenspektren und Isoglossenwahrnehmung im westerzgebirgisch-kernvogtländischen Raum 121
- Erfahrung und Stereotyp an der elsässischbadischen Grenze – Repräsentationen der Anderen und ihre narrative Verarbeitung 143
- Synchronisierung und Sprachdynamik im deutsch-österreichischen Grenzraum 179
- Interferenzen zwischen Standardsprache und Dialekt und die Chance des bayerischsalzburgischen Grenzgebietes 207
- Der Einfluss der Deutsch-Schweizer Staatsgrenze auf das alemannische Dialektkontinuum 227
- Politische Grenzen – Sprachliche Grenzen? 249
- Register 253