Alfonso ›the Magnanimous‹ of Naples as Portrayed by Facio and Panormita: Four Versions of Emulation, Representation, and Virtue
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Hester Schadee
Abstract
Der Beitrag untersucht vier Porträts von Alfons I. von Neapel (1396-1458), die von den an seinem Hof tätigen Humanisten Bartolomeo Facio und Antonio Beccadelli, genannt Panormita, angefertigt wurden. Im Rahmen des Beitrags wird herausgearbeitet, dass diese Porträts nach dem Vorbild vier antiker Autoren modelliert sind: Cicero, Caesar, Hieronymus und Xenophon. Diese Modelle generieren ihrerseits literarische Strategien, die es ermöglichen, das Bild des Königs mit unterschiedlichen Graden von Wahrscheinlichkeit auszustatten. Aber sie besitzen auch eine ethische Tragweite, da sie Alfons unterschiedliche Tugenden verleihen: Während Facio in seiner ciceronianischen Lobesrede auf Alfons ohne Weiteres stereotype stoische Tugenden für diesen geltend macht, bedient er sich in seinen Res gestae der Erzählstrategie von Caesars Commentarii und illustriert auf diese Weise die geistigen und militärischen Fähigkeiten des Königs. In seiner kurzen, an Hieronymus orientierten Alfons-Biographie listet Facio dann dessen Leistungen auf, die sich von diesen Eigenschaften ableiten. Panormita dagegen dokumentiert in seiner an Xenophon angelehnten Schrift De dictis et factis die ganze Bandbreite von Alfons’ Tugenden und Eigenschaften mit dessen eigenen Worten; außerdem nutzt er die mise en page, um den Eindruck zu erwecken, seine positive Darstellung sei ein aus dem Leben gegriffenes Porträt. Indem Facio und Panormita auf diese Weise mit den Genres und der auktorialen Erzählerstimme spielen, um den Herrscher möglichst facettenreich darzustellen, stellen sie auch ein Gleichgewicht zwischen der antiken und modernen Welt her, das nicht nur auf Alfons, sondern auch auf die beiden Humanisten als Chronisten der neapolitanischen renovatio zurückwirkt.
Abstract
Der Beitrag untersucht vier Porträts von Alfons I. von Neapel (1396-1458), die von den an seinem Hof tätigen Humanisten Bartolomeo Facio und Antonio Beccadelli, genannt Panormita, angefertigt wurden. Im Rahmen des Beitrags wird herausgearbeitet, dass diese Porträts nach dem Vorbild vier antiker Autoren modelliert sind: Cicero, Caesar, Hieronymus und Xenophon. Diese Modelle generieren ihrerseits literarische Strategien, die es ermöglichen, das Bild des Königs mit unterschiedlichen Graden von Wahrscheinlichkeit auszustatten. Aber sie besitzen auch eine ethische Tragweite, da sie Alfons unterschiedliche Tugenden verleihen: Während Facio in seiner ciceronianischen Lobesrede auf Alfons ohne Weiteres stereotype stoische Tugenden für diesen geltend macht, bedient er sich in seinen Res gestae der Erzählstrategie von Caesars Commentarii und illustriert auf diese Weise die geistigen und militärischen Fähigkeiten des Königs. In seiner kurzen, an Hieronymus orientierten Alfons-Biographie listet Facio dann dessen Leistungen auf, die sich von diesen Eigenschaften ableiten. Panormita dagegen dokumentiert in seiner an Xenophon angelehnten Schrift De dictis et factis die ganze Bandbreite von Alfons’ Tugenden und Eigenschaften mit dessen eigenen Worten; außerdem nutzt er die mise en page, um den Eindruck zu erwecken, seine positive Darstellung sei ein aus dem Leben gegriffenes Porträt. Indem Facio und Panormita auf diese Weise mit den Genres und der auktorialen Erzählerstimme spielen, um den Herrscher möglichst facettenreich darzustellen, stellen sie auch ein Gleichgewicht zwischen der antiken und modernen Welt her, das nicht nur auf Alfons, sondern auch auf die beiden Humanisten als Chronisten der neapolitanischen renovatio zurückwirkt.
Kapitel in diesem Buch
- Frontmatter I
- Contents VII
- Introduction 1
-
I. Virtues
- Der Herrscher und die gute Ordnung. Das Bild Karls VII. in der französischen Historiographie am Übergang von der tradierten zur humanistisch geprägten Historiographie 17
- Charlemagne am Renaissancehof. Die Darstellung Karls des Großen in Paolo Emilios De rebus gestis Francorum 39
- Guter König, schlechter König? Die Darstellung Heinrichs V. und Heinrichs VI. von England in Polydor Vergils Anglica historia 65
- Alfonso ›the Magnanimous‹ of Naples as Portrayed by Facio and Panormita: Four Versions of Emulation, Representation, and Virtue 95
-
II. Cultural and Political Pretensions
- Illyrian Trojans in a Turkish Storm: Croatian Renaissance Lords and the Politics of Dynastic Origin Myths 121
- Personelle Serialität und nationale Geschichte. Überlegungen zu den Herrschergestalten in Franciscus Irenicus’ Germaniae Exegesis 157
- Riccardo Bartolinis Austrias (1516) oder: Wie ein Herrscher zum Feldherrn gegen die Türken wird 193
-
III. Models Ancient, Medieval, and Modern
- Der Herrscher als zweiter Salomo. Zum Bild König Roberts von Anjou in der Renaissance 217
- Pier Candido Decembrio and the Suetonian Path to Princely Biography 237
- Die Cosmias des Giovanni Mario Filelfo (1426–1480) 271
- Einhard reloaded. Francesco Tedeschini Piccolomini, Hilarion aus Verona, Donato Acciaiuoli und die Karlsbiographik im italienischen Renaissance-Humanismus 287
- Auf den Spuren Paolo Giovios? Herrscherdarstellung in Jacobus Sluperius’ Elogia virorum bellica laude illustrium 307
-
IV. Method
- Princes between Lorenzo Valla and Bartolomeo Facio 337
- Juan Páez de Castro, Charles V, and a Method for Royal Historiography 363
- Picturing the Perfect Patron? Francesco Filelfo’s Image of Francesco Sforza 391
- Verbis phucare tyrannos? Selbstanspruch und Leistungsspektren von zeithistorischer Epik als panegyrischem Medium im 15. Jahrhundert 415
-
V. Critical Summary
- The Description Makes the Prince: Princely Portrayal from the Perspective of Transformation Theory 445
-
Indices
- Index of Names 463
- Index of Places 485
- List of Contributors 491
Kapitel in diesem Buch
- Frontmatter I
- Contents VII
- Introduction 1
-
I. Virtues
- Der Herrscher und die gute Ordnung. Das Bild Karls VII. in der französischen Historiographie am Übergang von der tradierten zur humanistisch geprägten Historiographie 17
- Charlemagne am Renaissancehof. Die Darstellung Karls des Großen in Paolo Emilios De rebus gestis Francorum 39
- Guter König, schlechter König? Die Darstellung Heinrichs V. und Heinrichs VI. von England in Polydor Vergils Anglica historia 65
- Alfonso ›the Magnanimous‹ of Naples as Portrayed by Facio and Panormita: Four Versions of Emulation, Representation, and Virtue 95
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II. Cultural and Political Pretensions
- Illyrian Trojans in a Turkish Storm: Croatian Renaissance Lords and the Politics of Dynastic Origin Myths 121
- Personelle Serialität und nationale Geschichte. Überlegungen zu den Herrschergestalten in Franciscus Irenicus’ Germaniae Exegesis 157
- Riccardo Bartolinis Austrias (1516) oder: Wie ein Herrscher zum Feldherrn gegen die Türken wird 193
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III. Models Ancient, Medieval, and Modern
- Der Herrscher als zweiter Salomo. Zum Bild König Roberts von Anjou in der Renaissance 217
- Pier Candido Decembrio and the Suetonian Path to Princely Biography 237
- Die Cosmias des Giovanni Mario Filelfo (1426–1480) 271
- Einhard reloaded. Francesco Tedeschini Piccolomini, Hilarion aus Verona, Donato Acciaiuoli und die Karlsbiographik im italienischen Renaissance-Humanismus 287
- Auf den Spuren Paolo Giovios? Herrscherdarstellung in Jacobus Sluperius’ Elogia virorum bellica laude illustrium 307
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IV. Method
- Princes between Lorenzo Valla and Bartolomeo Facio 337
- Juan Páez de Castro, Charles V, and a Method for Royal Historiography 363
- Picturing the Perfect Patron? Francesco Filelfo’s Image of Francesco Sforza 391
- Verbis phucare tyrannos? Selbstanspruch und Leistungsspektren von zeithistorischer Epik als panegyrischem Medium im 15. Jahrhundert 415
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V. Critical Summary
- The Description Makes the Prince: Princely Portrayal from the Perspective of Transformation Theory 445
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Indices
- Index of Names 463
- Index of Places 485
- List of Contributors 491