Juan Páez de Castro, Charles V, and a Method for Royal Historiography
-
Kira von Ostenfeld-Suske
Abstract
In zwei Traktaten, die sich mit dem Schreiben über königliche Geschichte befassen, spricht sich Juan Páez de Castro (ca. 1510-1570), offizieller Hofhistoriograph Spaniens, dafür aus, dass humanistische und antike Methoden die besten Strategien seien, um im Rahmen von Geschichtsschreibung politische Legitimität geltend zu machen. Páez skizziert darin, wie man Quellen auszuwählen und zu bewerten habe, und erläutert den literarischen Stil wie auch die Art der Gelehrtenausbildung, die notwendig seien, um die »bessere Geschichte« (mejor historia) zu einem aussagekräftigen Bestandteil zeitgenössischer Debatten über Herrschaftsausübung zu machen. Für Páez ist Herrschergeschichte gerade dadurch gekennzeichnet, dass einem gelehrten Publikum aufgezeigt wird, dass sich die Handlungen des Königs stets durch seine Moral und seinen politischen Scharfsinn auszeichnen. Er ist der Ansicht, dass staatliche Dokumente, insbesondere solche in königlichen Archiven, die besten und wahrheitsgetreusten Geschichtswerke hervorbringen und ein positives Bild vom König befördern würden, wenn sie von humanistischen Gelehrten mit klassischer Rhetorik verknüpft würden. Dabei hat er speziell Karl V. im Blick, in dem er den idealen christlichen Renaissancefürsten sieht. Dieser Beitrag zeigt auf, dass sich Páez’ Verständnis von den für eine solche Herrschaftsgeschichte notwendigen Inhalten und Methoden insbesondere durch das Zusammenspiel seiner intellektuellen und antiquarischen Kenntnisse herausgebildet hat, und veranschaulicht, wie er diese auf den spanischen Kontext anwendet. Darüber hinaus zeigt dieser Beitrag, dass Páez’ ausführliche Diskussion über die Beziehungen zwischen Gelehrsamkeit und Legitimität auf der einen Seite und zwischen Moral und Quellenauswahl auf der anderen Seite einen nachhaltigen Einfluss auf die historische Gelehrsamkeit hatte.
Abstract
In zwei Traktaten, die sich mit dem Schreiben über königliche Geschichte befassen, spricht sich Juan Páez de Castro (ca. 1510-1570), offizieller Hofhistoriograph Spaniens, dafür aus, dass humanistische und antike Methoden die besten Strategien seien, um im Rahmen von Geschichtsschreibung politische Legitimität geltend zu machen. Páez skizziert darin, wie man Quellen auszuwählen und zu bewerten habe, und erläutert den literarischen Stil wie auch die Art der Gelehrtenausbildung, die notwendig seien, um die »bessere Geschichte« (mejor historia) zu einem aussagekräftigen Bestandteil zeitgenössischer Debatten über Herrschaftsausübung zu machen. Für Páez ist Herrschergeschichte gerade dadurch gekennzeichnet, dass einem gelehrten Publikum aufgezeigt wird, dass sich die Handlungen des Königs stets durch seine Moral und seinen politischen Scharfsinn auszeichnen. Er ist der Ansicht, dass staatliche Dokumente, insbesondere solche in königlichen Archiven, die besten und wahrheitsgetreusten Geschichtswerke hervorbringen und ein positives Bild vom König befördern würden, wenn sie von humanistischen Gelehrten mit klassischer Rhetorik verknüpft würden. Dabei hat er speziell Karl V. im Blick, in dem er den idealen christlichen Renaissancefürsten sieht. Dieser Beitrag zeigt auf, dass sich Páez’ Verständnis von den für eine solche Herrschaftsgeschichte notwendigen Inhalten und Methoden insbesondere durch das Zusammenspiel seiner intellektuellen und antiquarischen Kenntnisse herausgebildet hat, und veranschaulicht, wie er diese auf den spanischen Kontext anwendet. Darüber hinaus zeigt dieser Beitrag, dass Páez’ ausführliche Diskussion über die Beziehungen zwischen Gelehrsamkeit und Legitimität auf der einen Seite und zwischen Moral und Quellenauswahl auf der anderen Seite einen nachhaltigen Einfluss auf die historische Gelehrsamkeit hatte.
Chapters in this book
- Frontmatter I
- Contents VII
- Introduction 1
-
I. Virtues
- Der Herrscher und die gute Ordnung. Das Bild Karls VII. in der französischen Historiographie am Übergang von der tradierten zur humanistisch geprägten Historiographie 17
- Charlemagne am Renaissancehof. Die Darstellung Karls des Großen in Paolo Emilios De rebus gestis Francorum 39
- Guter König, schlechter König? Die Darstellung Heinrichs V. und Heinrichs VI. von England in Polydor Vergils Anglica historia 65
- Alfonso ›the Magnanimous‹ of Naples as Portrayed by Facio and Panormita: Four Versions of Emulation, Representation, and Virtue 95
-
II. Cultural and Political Pretensions
- Illyrian Trojans in a Turkish Storm: Croatian Renaissance Lords and the Politics of Dynastic Origin Myths 121
- Personelle Serialität und nationale Geschichte. Überlegungen zu den Herrschergestalten in Franciscus Irenicus’ Germaniae Exegesis 157
- Riccardo Bartolinis Austrias (1516) oder: Wie ein Herrscher zum Feldherrn gegen die Türken wird 193
-
III. Models Ancient, Medieval, and Modern
- Der Herrscher als zweiter Salomo. Zum Bild König Roberts von Anjou in der Renaissance 217
- Pier Candido Decembrio and the Suetonian Path to Princely Biography 237
- Die Cosmias des Giovanni Mario Filelfo (1426–1480) 271
- Einhard reloaded. Francesco Tedeschini Piccolomini, Hilarion aus Verona, Donato Acciaiuoli und die Karlsbiographik im italienischen Renaissance-Humanismus 287
- Auf den Spuren Paolo Giovios? Herrscherdarstellung in Jacobus Sluperius’ Elogia virorum bellica laude illustrium 307
-
IV. Method
- Princes between Lorenzo Valla and Bartolomeo Facio 337
- Juan Páez de Castro, Charles V, and a Method for Royal Historiography 363
- Picturing the Perfect Patron? Francesco Filelfo’s Image of Francesco Sforza 391
- Verbis phucare tyrannos? Selbstanspruch und Leistungsspektren von zeithistorischer Epik als panegyrischem Medium im 15. Jahrhundert 415
-
V. Critical Summary
- The Description Makes the Prince: Princely Portrayal from the Perspective of Transformation Theory 445
-
Indices
- Index of Names 463
- Index of Places 485
- List of Contributors 491
Chapters in this book
- Frontmatter I
- Contents VII
- Introduction 1
-
I. Virtues
- Der Herrscher und die gute Ordnung. Das Bild Karls VII. in der französischen Historiographie am Übergang von der tradierten zur humanistisch geprägten Historiographie 17
- Charlemagne am Renaissancehof. Die Darstellung Karls des Großen in Paolo Emilios De rebus gestis Francorum 39
- Guter König, schlechter König? Die Darstellung Heinrichs V. und Heinrichs VI. von England in Polydor Vergils Anglica historia 65
- Alfonso ›the Magnanimous‹ of Naples as Portrayed by Facio and Panormita: Four Versions of Emulation, Representation, and Virtue 95
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II. Cultural and Political Pretensions
- Illyrian Trojans in a Turkish Storm: Croatian Renaissance Lords and the Politics of Dynastic Origin Myths 121
- Personelle Serialität und nationale Geschichte. Überlegungen zu den Herrschergestalten in Franciscus Irenicus’ Germaniae Exegesis 157
- Riccardo Bartolinis Austrias (1516) oder: Wie ein Herrscher zum Feldherrn gegen die Türken wird 193
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III. Models Ancient, Medieval, and Modern
- Der Herrscher als zweiter Salomo. Zum Bild König Roberts von Anjou in der Renaissance 217
- Pier Candido Decembrio and the Suetonian Path to Princely Biography 237
- Die Cosmias des Giovanni Mario Filelfo (1426–1480) 271
- Einhard reloaded. Francesco Tedeschini Piccolomini, Hilarion aus Verona, Donato Acciaiuoli und die Karlsbiographik im italienischen Renaissance-Humanismus 287
- Auf den Spuren Paolo Giovios? Herrscherdarstellung in Jacobus Sluperius’ Elogia virorum bellica laude illustrium 307
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IV. Method
- Princes between Lorenzo Valla and Bartolomeo Facio 337
- Juan Páez de Castro, Charles V, and a Method for Royal Historiography 363
- Picturing the Perfect Patron? Francesco Filelfo’s Image of Francesco Sforza 391
- Verbis phucare tyrannos? Selbstanspruch und Leistungsspektren von zeithistorischer Epik als panegyrischem Medium im 15. Jahrhundert 415
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V. Critical Summary
- The Description Makes the Prince: Princely Portrayal from the Perspective of Transformation Theory 445
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Indices
- Index of Names 463
- Index of Places 485
- List of Contributors 491