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Pier Candido Decembrio and the Suetonian Path to Princely Biography

  • Gary Ianziti
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Portraying the Prince in the Renaissance
This chapter is in the book Portraying the Prince in the Renaissance

Abstract

Im Fokus des Beitrags steht mit der von Pier Candido Decembrio 1448 vorgelegten Vita Philippi Mariae über den Mailänder Herzog Filippo Maria Visconti die wohl berühmteste Biographie des frühen italienischen Humanismus. In einem ersten Schritt werden die biographischen und historischen Umstände beleuchtet, unter denen Decembrio seine Schrift anfertigte. Dabei liegt der Schwerpunkt sowohl auf der Frage nach den causae scribendi als auch auf der recht freimütigen Darstellung der Laster und Tugenden des Herzogs. In einem zweiten Schritt wird Decembrios literarisches Vorbild näher in den Blick genommen, nämlich Suetons De vita Caesarum. Im Zentrum stehen dabei einige Überlegungen, weshalb sich Decembrio ausgerechnet für diese Vorlage entschieden hat, sowie sein kreativer Umgang mit dem Biographiemodell, der dazu führte, dass er mit seiner Schrift im Grunde die erste monographische und zugleich facettenreiche Darstellung eines zeitgenössischen Herrschers in der Renaissance vorlegte. Der dritte Teil des Beitrags beschäftigt sich mit den Charakteristika der suetonischen Biographie selbst und konturiert dabei vor allem ihre strukturellen wie auch thematischen Besonderheiten, die Decembrio sich für seine eigenen Zwecke zunutze machte. Der vierte Abschnitt verortet die Vita Philippi im Kontext früherer von Sueton inspirierter Biographien. Der Schluss des Beitrags ordnet Decembrios Biographie in ein größeres Panorama italienischer Fürstenbiographien des 15. Jahrhunderts ein und streicht dabei ihre exzeptionelle Stellung heraus. In diesem Zusammenhang werden auch Überlegungen darüber angestellt, weshalb die Schrift kaum eine Chance hatte, in ihrer eigenen Zeit erfolgreich zu sein.

Abstract

Im Fokus des Beitrags steht mit der von Pier Candido Decembrio 1448 vorgelegten Vita Philippi Mariae über den Mailänder Herzog Filippo Maria Visconti die wohl berühmteste Biographie des frühen italienischen Humanismus. In einem ersten Schritt werden die biographischen und historischen Umstände beleuchtet, unter denen Decembrio seine Schrift anfertigte. Dabei liegt der Schwerpunkt sowohl auf der Frage nach den causae scribendi als auch auf der recht freimütigen Darstellung der Laster und Tugenden des Herzogs. In einem zweiten Schritt wird Decembrios literarisches Vorbild näher in den Blick genommen, nämlich Suetons De vita Caesarum. Im Zentrum stehen dabei einige Überlegungen, weshalb sich Decembrio ausgerechnet für diese Vorlage entschieden hat, sowie sein kreativer Umgang mit dem Biographiemodell, der dazu führte, dass er mit seiner Schrift im Grunde die erste monographische und zugleich facettenreiche Darstellung eines zeitgenössischen Herrschers in der Renaissance vorlegte. Der dritte Teil des Beitrags beschäftigt sich mit den Charakteristika der suetonischen Biographie selbst und konturiert dabei vor allem ihre strukturellen wie auch thematischen Besonderheiten, die Decembrio sich für seine eigenen Zwecke zunutze machte. Der vierte Abschnitt verortet die Vita Philippi im Kontext früherer von Sueton inspirierter Biographien. Der Schluss des Beitrags ordnet Decembrios Biographie in ein größeres Panorama italienischer Fürstenbiographien des 15. Jahrhunderts ein und streicht dabei ihre exzeptionelle Stellung heraus. In diesem Zusammenhang werden auch Überlegungen darüber angestellt, weshalb die Schrift kaum eine Chance hatte, in ihrer eigenen Zeit erfolgreich zu sein.

Chapters in this book

  1. Frontmatter I
  2. Contents VII
  3. Introduction 1
  4. I. Virtues
  5. Der Herrscher und die gute Ordnung. Das Bild Karls VII. in der französischen Historiographie am Übergang von der tradierten zur humanistisch geprägten Historiographie 17
  6. Charlemagne am Renaissancehof. Die Darstellung Karls des Großen in Paolo Emilios De rebus gestis Francorum 39
  7. Guter König, schlechter König? Die Darstellung Heinrichs V. und Heinrichs VI. von England in Polydor Vergils Anglica historia 65
  8. Alfonso ›the Magnanimous‹ of Naples as Portrayed by Facio and Panormita: Four Versions of Emulation, Representation, and Virtue 95
  9. II. Cultural and Political Pretensions
  10. Illyrian Trojans in a Turkish Storm: Croatian Renaissance Lords and the Politics of Dynastic Origin Myths 121
  11. Personelle Serialität und nationale Geschichte. Überlegungen zu den Herrschergestalten in Franciscus Irenicus’ Germaniae Exegesis 157
  12. Riccardo Bartolinis Austrias (1516) oder: Wie ein Herrscher zum Feldherrn gegen die Türken wird 193
  13. III. Models Ancient, Medieval, and Modern
  14. Der Herrscher als zweiter Salomo. Zum Bild König Roberts von Anjou in der Renaissance 217
  15. Pier Candido Decembrio and the Suetonian Path to Princely Biography 237
  16. Die Cosmias des Giovanni Mario Filelfo (1426–1480) 271
  17. Einhard reloaded. Francesco Tedeschini Piccolomini, Hilarion aus Verona, Donato Acciaiuoli und die Karlsbiographik im italienischen Renaissance-Humanismus 287
  18. Auf den Spuren Paolo Giovios? Herrscherdarstellung in Jacobus Sluperius’ Elogia virorum bellica laude illustrium 307
  19. IV. Method
  20. Princes between Lorenzo Valla and Bartolomeo Facio 337
  21. Juan Páez de Castro, Charles V, and a Method for Royal Historiography 363
  22. Picturing the Perfect Patron? Francesco Filelfo’s Image of Francesco Sforza 391
  23. Verbis phucare tyrannos? Selbstanspruch und Leistungsspektren von zeithistorischer Epik als panegyrischem Medium im 15. Jahrhundert 415
  24. V. Critical Summary
  25. The Description Makes the Prince: Princely Portrayal from the Perspective of Transformation Theory 445
  26. Indices
  27. Index of Names 463
  28. Index of Places 485
  29. List of Contributors 491
Downloaded on 17.1.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783110473377-010/html
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