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Entwicklung einer Methode zur Ableitung von Flexibilitätsklassen in der Produktion

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Published/Copyright: March 16, 2017

Kurzfassung

Die aktuelle wirtschaftliche und politische Situation, in der Unternehmen agieren, ist durch zunehmend gesättigte Märkte geprägt. Die Globalisierung schafft einen weltweiten Wettbewerb, der die Unternehmen zu einem immer höheren Innovationstempo zwingt und dabei den Kostendruck in allen Bereichen verstärkt. Wettbewerbsfähige Unternehmen zeichnen sich insbesondere durch eine starke Kundenorientierung, kurze Lieferzeiten, hohe Produktvielfalt und kurze Innovationszyklen aus. Die Notwendigkeit, die gestellten Kundenanforderungen umfassend zu erfüllen, stellt die wertschöpfenden Bereiche eines Unternehmens vor die Herausforderung, eine hohe Variantenvielfalt bei gleichzeitig hoher Auftragsänderungsgeschwindigkeit zu managen. Die starke Schwankung der Nachfrage für einzelne Varianten führt dabei häufig zu großer Unruhe in der Fertigung. Wird der Schwankung nicht mit der benötigten Flexibilität in den Prozessen begegnet, kann dies zur Instabilität der Fertigung führen. Aus dieser Problemstellung leitet sich der Bedarf nach einem Hilfsmittel zur Ermittlung des erforderlichen Flexibilitätsbedarfs auf Basis einer Produktionsprogrammanalyse ab. Der Beitrag stellt eine auf den Grundlagen des Kraftwerksmanagements basierende Methode zur Ableitung von Flexibilitätsklassen vor.

Abstract

The current economic and political situation enterprises are acting in can be characterised by saturated markets. Globalisation has led to world-wide competition which results in higher innovation speed and higher pressure to reduce costs. Competitive enterprises are highly customer oriented, have short delivery times, a high product variety and short innovation cycles. The necessity of fulfilling customer requests leads to challenges for the production departments of manufacturing enterprises because a high product variety has to be managed at the same time with a high speed of order changes. If this variability cannot be compensated with sufficient process flexibility this will result in an instable situation. Therefore a need for a methodology to analyse the necessary flexibility demand based on the production program can be derived. In the article a concept is presented for the flexibility oriented design of production systems which is derived from the management of energy supply and power plants.


Alexander Nachtwey, geb. 1983, studierte Wirtschaftsingenieurwesen in der Studienrichtung Maschinenbau an der TU Chemnitz. In Kooperation mit dem Institut für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme an der TU Chemnitz und der Bosch Rexroth AG untersucht er momentan Fragestellungen im Bereich der Planung von Produktionssystemen. Ein Teil seiner Dissertation beschäftigt sich mit dem Problem kritische Produktionsbereiche innerhalb einer Wertschöpfungskette zu ermitteln.

Sebastian Schwarz, geb. 1981, studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Karlsruhe (TH). Sein Studium schloss er mit einer Diplomarbeit über flexibilitätsorientierte Maschinenauslegung unter der Betreuung des Instituts für Produktionstechnik (wbk) der Universität Karlsruhe bei der Bosch Rexroth AG in Elchingen ab. Aktuell ist er bei der Bosch Rexroth AG im Bereich Logistik tätig.

Dr. Ralph Riedel, geb. 1972, studierte Wirtschaftsingenieurwesen (Schwerpunkte Fabrikplanung/Produktionsmanagement) an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (FH) sowie Maschinenbau (Schwerpunkte Produktionsplanung und -steuerung/Arbeitsgestaltung) an der TU Chemnitz. Die Promotion erfolgte 2005 an der Fakultät für Maschinenbau der TU Chemnitz. Nach seiner mehrjährigen Tätigkeit als Projektingenieur und Projektleiter bei einem Ingenieurdienstleister ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Fabrikplanung und Fabrikbetrieb an der TU Chemnitz beschäftigt. An der Professur ist er verantwortlich für das Fachgebiet Fabrikbetrieb und Fabrikorganisation

Dipl.-Ing. Matthias Schopp, geb. 1980, studierte Maschinenbau an der TU Clausthal und ist seit 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich „Werkzeugmaschinen & Handhabungstechnologien“ am Institut für Produktionstechnik (wbk) der Universität Karlsruhe (TH). Seine Hauptarbeitsfelder liegen im Bereich der Maschinendiagnose zur Optimierung der technischen Verfügbarkeit von Produktionsanlagen.


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Online erschienen: 2017-03-16
Erschienen im Druck: 2009-04-28

© 2009, Carl Hanser Verlag, München

Downloaded on 15.4.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.3139/104.110042/html
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