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Kraftgeregeltes Rollfalzen

System und Sensoreinsatzstrategien
  • , and
Published/Copyright: March 1, 2017

Kurzfassung

Bei der Analyse des Rollfalzprozesses bezüglich seiner Anforderungen an das Bewegungssystem wird klar, dass Roboter sie standardmäßig nicht in vollem Umfange erfüllen können. Die Integration der sensorbasierten Fähigkeit zum umformprozessorientierten kraftgeregelten Fahren durch Online-Eingriffe in die Bahnplanung des Robotersteuerungssystems im Sinne einer aus der Werkzeugmaschinenwelt bekannten Adaptive-Control-Strategie (messtechnische Erfassung und Regelung prozessorientierter Zielgrößen) macht das System rollfalztauglich. Bei der erarbeiteten Lösung wurde konsequent auf den Einsatz kostengünstiger Komponenten, die in vorhandene Werkzeuge örtlich und funktionell integrierbar sind, die Verwendung weit verbreiteter und im industriellen Umfeld beherrschter Standards sowie Transparenz und Bedienerfreundlichkeit geachtet. Das Resultat ist eine voll praxistaugliche, wirtschaftliche Fertigungslösung, die sich nahtlos in die vorhandene Planungsstruktur aus grafischer Simulation, Offline-Programmerstellung, geometrisch-kinematischer Roboterkalibrierung sowie Datentransfer und Einsatz in vorhandenen Rollfalzzellen einfügt und deren Leistungsfähigkeit deutlich steigert.

Abstract

The special requirements of seam rolling cannot be adequately fulfilled by an industrial robot whose continuous path motion is exclusively position-controlled. This results from an adverse combination of high contact force and low, however, pose-dependant strong varying, stiffness. Industrial robots can yet be qualified for seam rolling if their motion is force controlled in one degree of freedom. That means that the effective contact force is acquired close by the tool and the interpolated points of the path are relocated online so that the tool always exerts a constant force on the seam as it is required by this metal forming process.


Prof. Dr.-Ing. Jens P. Wulfsberg, geb. 1959, studierte Maschinenbau mit Schwerpunkt Produktionstechnik an der Universität Hannover. Das Thema seiner Dissertation lautete: „Diagnose und Kompensation thermischer Verlagerungen in Schleifmaschinen“. Ab 1992 war er bei der Firma Olympus Winter & Ibe GmbH in Hamburg als Leiter der Arbeitsvorbereitung und später als Entwicklungsleiter tätig. Seit Januar 2001 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Fertigungstechnik an der Universität der Bundeswehr Hamburg.

Dipl.-Wi.-Ing. Henry Loitz, geb. 1971, studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Fertigungstechnik an der Universität der Bundeswehr Hamburg, ist seit 2001 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Laboratorium Fertigungstechnik des Hauses, seit 2003 Schweißfachingenieur und seit 2001 Inhaber der Fa. H. Loitz – Robotik.

Dipl.-Ing. (FH) Dennis Derfling, geb. 1977, studierte Technische Informatik an der Fachhochschule Wedel. An der Universität der Bundeswehr Hamburg absolvierte er ein Promotionseignungsstudium Maschinenbau und ist seit 2002 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Laboratorium Fertigungstechnik.


References

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3 Bongardt, T.: Methode zur Kompensation betriebsabhängiger Einflüsse auf die Absolutgenauigkeit von Industrierobotern. Dissertation, Band 184, Forschungsberichte iwb, Herbert Utz Verlag, München 2004, S. 134Search in Google Scholar

Online erschienen: 2017-03-01
Erschienen im Druck: 2005-03-27

© 2005, Carl Hanser Verlag, München

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