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IFLA-Nationalkomitee Deutschland

Jahresbericht 2013
  • Guido Jansen
Published/Copyright: November 7, 2014
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Viele Meilen-, wenige Stolpersteine und ein Schichtwechsel: Ein spannendes Jahr für das IFLA-Nationalkomitee Deutschland (IFLA-NK)

Neue Schwerpunkte in der Arbeit des IFLA-NK

Die in dem Thinktank-Treffen im Januar 2013 formulierten und bei der Jahressitzung im Februar 2013 einstimmig übernommenen Arbeitsaufträge zur strategischen Fokussierung und Effizienzsteigerung des IFLA-Nationalkomitees werden kontinuierlich umgesetzt. Hier seien nur einige der vielen damit zusammenhängenden Maßnahmen genannt: So wurde z. B. eine neue Form der Berichterstattung über den IFLA-Weltkongress in Zusammenarbeit mit BI-International (Bibliothek und Information International) auf Blog-Basis entwickelt, die eine größere Sichtbarkeit der IFLA-Aktivitäten erzeugen und den Informationsrückfluss nach Deutschland verstärken soll (s. u.). Auch gibt es jetzt ein Leitbild für das IFLA-NK und eine Mailingliste zur Information der deutschen IFLA-Aktiven. Außerdem wurde der Ablauf der Stipendienvergabe für die Teilnahme am jährlichen IFLA-Weltkongress über BI-International neu strukturiert und ein zusätzliches „Orientierungsstipendium“ konzipiert.

Letzteres wurde am 12. März 2013 während des Bibliothekskongresses in Leipzig bei der Veranstaltung „Meet the President“ mit der damaligen IFLA-Präsidentin Ingrid Parent vorgestellt. Diese Veranstaltung, in enger Zusammenarbeit von Sekretariat und BI-International organisiert, sollte den Weltbibliotheksverband auf dem Leipziger Kongress sichtbarer machen und zudem den Austausch der deutschen IFLA-Aktiven untereinander ermöglichen.

Ein großer Erfolg für das IFLA-NK war die Bewilligung eines Zuschusses in Höhe von € 6.940 durch Bibliothek & Information Deutschland für die Übertragung der englischen IFLA-Texte ins Deutsche, damit so die Basis für eine deutsche Fassung der kompletten IFLA-Internetplattform www.ifla.org vorbereitet werden kann. Diese deutsche Version des IFLA-Webauftrittes soll noch vor Ablauf des Jahres 2014 eingeweiht werden und im Interesse der deutschsprachigen bibliothekarischen Fachgemeinde die Beschäftigung mit dem Weltbibliotheksverband und internationalen Entwicklungen und Themen niedrigschwelliger gestalten.

Im Berichtszeitraum wurde außerdem intensiv an der Vertiefung des personellen Netzwerks Internationale Kooperation und an der Verstetigung der Tätigkeit der entsprechenden Arbeitsgruppe gearbeitet. Die zunächst geplante gemeinsame Beantragung von EU-Projektmitteln erwies sich allerdings leider als nicht umsetzbar. Stattdessen ist es der Arbeitsgruppe aber gelungen, ihre Vorstellungen und Anregungen in die „Special Interest Group National Organisations on International Relations“ (NOIR) der IFLA einzubringen.

Mit Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Bulgarien, der Tschechischen Republik, der Ukraine und der Russischen Föderation ist die Arbeitsgruppe bereits sehr vielseitig aufgestellt. Die Rekrutierung von Mitgliedern aus weiteren Ländern ist ein Ziel für die nahe Zukunft. Im Gegensatz zur Special Interest Group soll die Mitgliedschaft der AG auf europäische Länder beschränkt bleiben, um die Zusammenarbeit und die Generierung gemeinsamer Projekte zu vereinfachen.

Bei der inzwischen etablierten gemeinsamen Veranstaltung von IFLA-NK und dem Berliner Institut für Informationswissenschaft im Rahmen des Berliner Bibliothekswissenschaftlichen Kolloquiums am 4. Februar 2014 gab es einen Vortrag zu einem weltweit relevanten Bibliotheksthema: Armin Talke (Mitarbeiter der Staatsbibliothek Berlin und Mitglied im IFLA-Komitee „Urheberrecht und rechtliche Angelegenheiten“) sprach zu urheberrechtlichen Fragen und zu den diesbezüglichen Aktivitäten der IFLA bei den Verhandlungen mit der World Intellectual Property Organisation (WIPO). Siehe hierzu auch https://www.ibi.hu-berlin.de/bbk/abstracts/ws1314/talke.

IFLA-Weltkongress 2013 in Singapur mit beträchtlicher deutscher Präsenz

Der 79. IFLA-Weltkongress Bibliothek und Information in 2013 in Singapur zog über 3.600 Fachleute an, davon knapp 1.000 aus dem Stadtstaat selbst. Nach Singapur, den USA und China war Deutschland mit der viertgrößten Delegation vor Ort: 89 Teilnehmer/innen und Aussteller/innen aus Deutschland hatten sich angemeldet, darunter 29 von BI-International geförderte Landsleute.

Neben dem Kongressgeschehen gab es auch wieder eine große Fachausstellung, auf der sich wieder zahlreiche Firmen und Dienstleister/innen der internationalen Fachgemeinde vorstellten. Der Gemeinschaftsstand des Goethe-Instituts war im Mittelpunkt dieser Fläche ideal platziert, diente als Anlaufstelle für viele Kontakte und bot einen passenden Rahmen für zahlreiche Gespräche. Zum ersten Mal waren auf dem Stand auch vier große Bibliotheken aus Deutschland vertreten, nämlich die Deutsche Nationalbibliothek, die Technische Informationsbibliothek/UB Hannover, die Bayerische Staatsbibliothek sowie die Staatsbibliothek Berlin. Auch der europäische Dachverband EBLIDA war am Stand des Goethe-Instituts präsent.

Das gut besuchte „German Caucus Meeting“, die Auftaktveranstaltung für die deutschsprachigen Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer, fand erstmals in geänderter Form statt und entsprach somit einer weiteren Anregung des oben genannten Thinktanks. Statt zahlreicher Berichte aus verschiedenen Gremien fasste die Vorsitzende des IFLA-NK und IFLA-Vorstandsmitglied Barbara Lison den Stand der Dinge zu wesentlichen Schlüsselthemen des diesjährigen Weltkongresses (z. B. E-Lending, Urheberrecht/WIPO, IFLA Trend Report, Blue-Horizon-Papier) zusammen. Hella Klauser informierte über die diversen Aktivitäten des IFLA-Nationalkomitees im vergangenen Jahr; sie wurde mit Dank als Sekretärin des IFLA-NK verabschiedet (s. u.).

Ein Highlight des Kongresses war der vom Weltbibliotheksverband publizierte „IFLA Trend Report“, der fünf weltweite digitale Trends identifiziert, die unser Informationsumfeld verändern und auch die Arbeit von Bibliotheken stark beeinflussen (werden). Die Verbreitung dieses Reports in Deutschland bildete vom Herbst 2013 an den Mittelpunkt der Informationsarbeit des IFLA-NK, denn er soll über zahlreiche Kanäle den deutschen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren nahegebracht werden. Er liegt auch auf Deutsch vor: http://www.ifla-deutschland.de/de/ifla_dokumente/.

Die bereits erwähnte Special Interest Group NOIR hat 2013 beim Weltkongress Bibliothek und Information zum ersten Mal einen eigenen öffentlichen Vortragsblock zum Thema Internationale Kooperation gestaltet. Unter dem Titel „Acting internationally – in your own library and worldwide“ hielt auch IFLA-NK-Vertreterin Hella Klauser dort einen Vortrag vor ca. 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Zudem wurde sie zum „Convenor“ der Gruppe nominiert, was als Zeichen der fachlichen und persönlichen Wertschätzung seitens der anderen Gruppenmitglieder gewertet werden kann.

Die gemäß den Strategiebeschlüssen des Thinktanks neu organisierte Berichterstattung des deutschsprachigen IFLA-Express-Teams wurde auf der Internetseite des Nationalkomitees dokumentiert: www.ifla-deutschland.de/de/ifla_konferenzen/ifla_2013_singapur/.

Erneut starke Präsenz deutscher Fachleute in den IFLA-Gremien gesichert

Die im Vorjahr eingeleitete aktive Unterstützung deutscher Expertinnen und Experten im Nominierungsprozess für die zahlreichen Fachausschüsse des Weltbibliotheksverbands hat zu einem äußerst erfreulichen Ergebnis geführt: In 37 der 44 IFLA-Sektionen sind für die Amtszeit bis 2017 deutsche Vertreter/innen präsent. Insgesamt wirken nun dort 47 Fachkolleginnen und -kollegen mit, einige sogar in prominenten bzw. sichtbaren Funktionen wie Vorsitz oder Sekretariat. Das internationale Engagement von IFLA-Vorstandsmitglied Barbara Lison wurde überdies mit ihrer Wiederwahl für eine zweite Amtszeit anerkannt. Eine Übersicht über die Beteiligung deutscher Fachleute in den IFLA-Gremien bietet wiederum die Webseite des IFLA-Nationalkomitees Deutschland unter der Adresse www.ifla-deutschland.de/de/ifla_in_deutschland/gremienvertreter/.

Zwecks Intensivierung der Kooperation zwischen deutschen Verbandsgremien und den entsprechenden IFLA-Sektionen wurde über die Bedeutung der engen Zusammenarbeit auf der diesjährigen Vorstandssitzung von Bibliothek & Information Deutschland referiert. Ergänzend nahm der Vertreter des IFLA-NK an den Sitzungen der Managementkommission des Deutschen Bibliotheksverbands teil und berichtete aus dem entsprechenden IFLA-Gremium.

Entwicklung der IFLA-Mitgliedschaften in Deutschland 2013

Im vergangenen Jahr verteilten sich die deutschen IFLA-Mitgliedschaften wie folgt:

KategorieMitglieder
Einrichtungen60
Verbände 5
Ein-Personen-Bibliotheken 1
Persönliche Mitgliedschaften 7
Studentische Mitgliedschaften 2
Summe75

Damit blieb der Stand bei den Institutionen im Vergleich zum Vorjahr konstant; der zuvor dort zu verzeichnende Rückgang setzte sich nicht fort. Die Zahl der Verbandsmitgliedschaften, deren Mitgliedsgebühren weiterhin zu 50 % von der Deutschen Forschungsgemeinschaft getragen werden, ist ebenfalls identisch mit dem Vorjahr.

Anderseits reduzierten sich die persönlichen und studentischen Mitgliedschaften um jeweils eine. Die anfänglich zu verzeichnende deutliche Wirkung des „Adopt-a-Student“-Programms der IFLA scheint sich nicht zu verstetigen, weshalb von Seiten des IFLA-NK mittelfristig eine Intensivierung der entsprechenden Aktivitäten sowie der Zusammenarbeit mit bibliothekarischen Ausbildungseinrichtungen geplant ist.

Veränderungen im Sekretariat des IFLA-NK

Last but not least: Hella Klauser ist nach langjähriger engagierter und erfolgreicher Tätigkeit für das IFLA-Nationalkomitee Deutschland und das Kompetenznetzwerk für Bibliotheken wieder zum Goethe-Institut zurückgekehrt, bleibt aber der internationalen bibliothekarischen Zusammenarbeit weiterhin verbunden. Sie steuert nun in der Münchner Zentrale des Instituts dessen weltweite Bibliotheksarbeit.

Ihr Nachfolger als Leiter des Arbeitsbereichs Internationale Kooperation im Kompetenznetzwerk ist seit Oktober 2013 Guido Jansen, der zuvor ebenfalls in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik tätig war.

Kontakt:

IFLA-Nationalkomitee Deutschland

Guido Jansen, Sekretär

Kompetenznetzwerk für Bibliotheken

Deutscher Bibliotheksverband e. V.

Fritschestr. 27–28

10585 Berlin

Tel.: +49 (0)30 – 644 98 99 16

E-Mail: jansen@bibliotheksverband.de

Published Online: 2014-11-07
Published in Print: 2014-11-28

© 2014 by De Gruyter

This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 3.0 License.

Downloaded on 9.1.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/bd-2014-0118/html
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