Startseite Germanistische Linguistik 21. Digitale Gewalt: Formen und interaktive Verfahren
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21. Digitale Gewalt: Formen und interaktive Verfahren

  • Konstanze Marx und Simon Meier-Vieracker
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Abstract

Im öffentlichen Diskurs gelten das Internet und die Sozialen Medien oft als profilierte Orte und Katalysatoren zunehmender sprachlicher Verrohung und Gewalt. Dabei werden die (Teil-)Anonymität und die aufmerksamkeitsökonomischen Dispositive der internetbasierten Kommunikation als Ursachen angeführt. Auch wenn solche Sichtweisen wegen fehlender Vergleichswerte empirisch schwer zu prüfen sind, lassen sich doch in den technisch-medialen und interaktiven Settings digitaler Kommunikation charakteristische Formen und interaktive Verfahren verbaler Gewalt und ihrer Anschlusskommunikation beobachten, für die die Sprachwissenschaft umfassende theoretische und methodische Analyseinstrumente entwickelt hat. Neben korpuslinguistischen Zugängen, welche (teil-)automatisierte Zugriffe auf das Formeninventar digitaler Gewalt ermöglichen, sind es vor allem auch ethnographisch und interaktionsanalytisch orientierte Ansätze, welche die Praktiken verbaler Gewalt, ihrer Sichtbarmachung und Bearbeitung detailliert erfassen können. Im Beitrag werden wir die Analysepotenziale und die Komplementarität beider Perspektiven anhand von Fallbeispielen diskutieren.

Abstract

Im öffentlichen Diskurs gelten das Internet und die Sozialen Medien oft als profilierte Orte und Katalysatoren zunehmender sprachlicher Verrohung und Gewalt. Dabei werden die (Teil-)Anonymität und die aufmerksamkeitsökonomischen Dispositive der internetbasierten Kommunikation als Ursachen angeführt. Auch wenn solche Sichtweisen wegen fehlender Vergleichswerte empirisch schwer zu prüfen sind, lassen sich doch in den technisch-medialen und interaktiven Settings digitaler Kommunikation charakteristische Formen und interaktive Verfahren verbaler Gewalt und ihrer Anschlusskommunikation beobachten, für die die Sprachwissenschaft umfassende theoretische und methodische Analyseinstrumente entwickelt hat. Neben korpuslinguistischen Zugängen, welche (teil-)automatisierte Zugriffe auf das Formeninventar digitaler Gewalt ermöglichen, sind es vor allem auch ethnographisch und interaktionsanalytisch orientierte Ansätze, welche die Praktiken verbaler Gewalt, ihrer Sichtbarmachung und Bearbeitung detailliert erfassen können. Im Beitrag werden wir die Analysepotenziale und die Komplementarität beider Perspektiven anhand von Fallbeispielen diskutieren.

Kapitel in diesem Buch

  1. Frontmatter I
  2. Inhaltsverzeichnis V
  3. Einleitung 1
  4. I Spannungsfelder digitaler Sprache und Kommunikation
  5. 1. Handeln unter den Bedingungen digitaler Kommunikation: ein integrierter aneignungstheoretischer Ansatz 9
  6. 2. Öffentlichkeit – Privatheit – Beteiligung 31
  7. 3. Kommunikative Distanz und Nähe, Textund Interaktionsorientierung 51
  8. 4. Zeit und Zeitlichkeit in der digitalen Kommunikation 71
  9. 5. Nativ-digitale und digital rekontextualisierte Texttypen und Kommunikationsangebote 93
  10. 6. Kohärenz in der digitalen Kommunikation 115
  11. II Sprachliche und semiotische Ressourcen
  12. 7. Wortschreibung und Interpunktion in digitalen Interaktionen: Formen und Funktionen graphematischer Kontextualisierung 137
  13. 8. Grammatische und lexikalische Strukturen digital geschriebener Sprache 157
  14. 9. Digitale Onomastik 177
  15. 10. Bildzeichen: Emoticons und Emojis 201
  16. 11. Multimodalität in der digitalen Kommunikation: Memes und digitaler Humor 225
  17. III Digitale Interaktion: Strukturen und Praktiken
  18. 12. Digital vermittelte Interaktion ohne Kopräsenz: Immer noch Interaktion? 249
  19. 13. Video-vermittelte Interaktion 269
  20. 14. Modalitätenwechsel in der digitalen Interaktion: Sprechen, Schreiben, Teilen 289
  21. 15. Sprachassistenzsysteme in der Interaktion 309
  22. 16. Interpersonales Beziehungsmanagement in der digitalen Interaktion 329
  23. 17. Digitale Interaktion, Positionierungen und Identitäten im Diskurs 351
  24. IV Kommunikative Praktiken in digitalen Diskursen
  25. 18. Praktiken kooperativen Arbeitens und Vergemeinschaftens 375
  26. 19. Strategische Kommunikationspraktiken in digitalen Diskursarenen 393
  27. 20. Popularisierung und Einhegung von öffentlichem Wissen in digitalen Diskursen am Beispiel des Klimawandels 413
  28. 21. Digitale Gewalt: Formen und interaktive Verfahren 435
  29. 22. Remixpraktiken in digitalen Kommunikaten 455
  30. V Digitale Sprache und Kommunikation in der Reflexion
  31. 23. ‚Digitale Sprache‘ im öffentlichen Diskurs: Sprachkritik und Mediensprachideologien 479
  32. 24. Digital Literacies im Sprachunterricht 501
  33. 25. Digitales Lesen und Schreiben 527
  34. 26. Wissenschaftspraktiken im digitalen Raum 547
  35. Verzeichnis der Autorinnen und Autoren 567
  36. Register 575
Heruntergeladen am 10.3.2026 von https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783110744163-021/html
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