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7. Wortschreibung und Interpunktion in digitalen Interaktionen: Formen und Funktionen graphematischer Kontextualisierung

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Abstract

Digitale Interaktionen, die den kommunikativen Alltag von Menschen durchdringen, vollziehen sich zu einem Großteil im Modus einer Keyboard-to-Screen- Kommunikation (Jucker/Dürscheid 2012). Beteiligte agieren also auf der Basis von graphischen Zeicheninventaren, die Medienplattformen zur Verfügung stellen, um an verschiedenen kommunikativen Konstellationen zu partizipieren und jeweils in Orientierung zu Adressatinnen und Aktivitätstypen schreibstilistisch zu variieren. Der Beitrag fokussiert auf diese graphischen Mittel als Minimaleinheiten einer vernetzten Schriftlichkeit und entwirft in Anschluss an graphematische Forschung eine Klassifikation ihrer Formbereiche. Im Zentrum stehen dabei zwei Zeicheninventare: Buchstaben und Interpunktionszeichen. Der Beitrag diskutiert jeden dieser Bereiche als Ressourcenpool digitaler Kontextualisierungsverfahren und zeigt unter Einbezug aktueller empirischer Forschung Formen und Funktionen graphematischer Kontextualisierung auf. Damit demonstriert das Kapitel die systematische Verschränkung strukturbezogener, schriftlinguistischer Zugänge mit einer interaktional-handlungsanalytischen Erforschung digitaler Kommunikation.

Abstract

Digitale Interaktionen, die den kommunikativen Alltag von Menschen durchdringen, vollziehen sich zu einem Großteil im Modus einer Keyboard-to-Screen- Kommunikation (Jucker/Dürscheid 2012). Beteiligte agieren also auf der Basis von graphischen Zeicheninventaren, die Medienplattformen zur Verfügung stellen, um an verschiedenen kommunikativen Konstellationen zu partizipieren und jeweils in Orientierung zu Adressatinnen und Aktivitätstypen schreibstilistisch zu variieren. Der Beitrag fokussiert auf diese graphischen Mittel als Minimaleinheiten einer vernetzten Schriftlichkeit und entwirft in Anschluss an graphematische Forschung eine Klassifikation ihrer Formbereiche. Im Zentrum stehen dabei zwei Zeicheninventare: Buchstaben und Interpunktionszeichen. Der Beitrag diskutiert jeden dieser Bereiche als Ressourcenpool digitaler Kontextualisierungsverfahren und zeigt unter Einbezug aktueller empirischer Forschung Formen und Funktionen graphematischer Kontextualisierung auf. Damit demonstriert das Kapitel die systematische Verschränkung strukturbezogener, schriftlinguistischer Zugänge mit einer interaktional-handlungsanalytischen Erforschung digitaler Kommunikation.

Chapters in this book

  1. Frontmatter I
  2. Inhaltsverzeichnis V
  3. Einleitung 1
  4. I Spannungsfelder digitaler Sprache und Kommunikation
  5. 1. Handeln unter den Bedingungen digitaler Kommunikation: ein integrierter aneignungstheoretischer Ansatz 9
  6. 2. Öffentlichkeit – Privatheit – Beteiligung 31
  7. 3. Kommunikative Distanz und Nähe, Textund Interaktionsorientierung 51
  8. 4. Zeit und Zeitlichkeit in der digitalen Kommunikation 71
  9. 5. Nativ-digitale und digital rekontextualisierte Texttypen und Kommunikationsangebote 93
  10. 6. Kohärenz in der digitalen Kommunikation 115
  11. II Sprachliche und semiotische Ressourcen
  12. 7. Wortschreibung und Interpunktion in digitalen Interaktionen: Formen und Funktionen graphematischer Kontextualisierung 137
  13. 8. Grammatische und lexikalische Strukturen digital geschriebener Sprache 157
  14. 9. Digitale Onomastik 177
  15. 10. Bildzeichen: Emoticons und Emojis 201
  16. 11. Multimodalität in der digitalen Kommunikation: Memes und digitaler Humor 225
  17. III Digitale Interaktion: Strukturen und Praktiken
  18. 12. Digital vermittelte Interaktion ohne Kopräsenz: Immer noch Interaktion? 249
  19. 13. Video-vermittelte Interaktion 269
  20. 14. Modalitätenwechsel in der digitalen Interaktion: Sprechen, Schreiben, Teilen 289
  21. 15. Sprachassistenzsysteme in der Interaktion 309
  22. 16. Interpersonales Beziehungsmanagement in der digitalen Interaktion 329
  23. 17. Digitale Interaktion, Positionierungen und Identitäten im Diskurs 351
  24. IV Kommunikative Praktiken in digitalen Diskursen
  25. 18. Praktiken kooperativen Arbeitens und Vergemeinschaftens 375
  26. 19. Strategische Kommunikationspraktiken in digitalen Diskursarenen 393
  27. 20. Popularisierung und Einhegung von öffentlichem Wissen in digitalen Diskursen am Beispiel des Klimawandels 413
  28. 21. Digitale Gewalt: Formen und interaktive Verfahren 435
  29. 22. Remixpraktiken in digitalen Kommunikaten 455
  30. V Digitale Sprache und Kommunikation in der Reflexion
  31. 23. ‚Digitale Sprache‘ im öffentlichen Diskurs: Sprachkritik und Mediensprachideologien 479
  32. 24. Digital Literacies im Sprachunterricht 501
  33. 25. Digitales Lesen und Schreiben 527
  34. 26. Wissenschaftspraktiken im digitalen Raum 547
  35. Verzeichnis der Autorinnen und Autoren 567
  36. Register 575
Downloaded on 1.4.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783110744163-007/html
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