3. Kommunikative Distanz und Nähe, Textund Interaktionsorientierung
Abstract
Der Sprachgebrauch in digitalen Medien zeichnet sich durch eine Vielzahl von Erscheinungsformen aus, die mit Hilfe von Grundbegriffen wie ‚Interaktion‘ und ‚Text‘ nicht leicht zu erklären und zu strukturieren sind. Wo man die Grenze ziehen und welche sprachlichen Charakteristika man jeweils ins Blickfeld bringen will, hängt nicht nur von den spezifischen medienlinguistischen Erkenntnisinteressen ab, sondern auch von ganz grundlegenden methodologischen Positionierungen innerhalb der Sprachwissenschaft (z. B. Interaktionstheorie; Medientheorie; Struktur- und Variationslinguistik). Dem Fokus des Artikels entsprechend, werden im ersten Abschnitt zunächst solche Ansätze auf ihre Reichweite hin befragt, die den Sprachgebrauch in digitalen Medien von einer interaktionslinguistischen Warte aus bzw. mit Hilfe der Unterscheidung von Interaktion und Text grundlegend zu erschließen versuchen. Hierauf erklärend aufbauend schließt sich eine Diskussion des vielzitierten „Nähe-Distanz-Modells“ einschließlich grundlegender Kritik und Weiterentwicklungen, v. a. mit Blick auf (digitale) Medienkommunikation, an. Zudem werden mit einem semiotischen Medienbegriff, dem medienlinguistischen Konzept der Kommunikationsformen und einer praxeologischen Auffassung von Medien grundlegend alternative Konzepte zum „Nähe-Distanz-Modell“ erörtert. Der Beitrag schließt mit Vertiefungen am Beispiel von drei aktuellen medienlinguistischen Forschungsfeldern (Messaging-Kommunikation; „Parainteraktion“ in audiovisuellen Sozialen Medien; Micro-Blogging).
Abstract
Der Sprachgebrauch in digitalen Medien zeichnet sich durch eine Vielzahl von Erscheinungsformen aus, die mit Hilfe von Grundbegriffen wie ‚Interaktion‘ und ‚Text‘ nicht leicht zu erklären und zu strukturieren sind. Wo man die Grenze ziehen und welche sprachlichen Charakteristika man jeweils ins Blickfeld bringen will, hängt nicht nur von den spezifischen medienlinguistischen Erkenntnisinteressen ab, sondern auch von ganz grundlegenden methodologischen Positionierungen innerhalb der Sprachwissenschaft (z. B. Interaktionstheorie; Medientheorie; Struktur- und Variationslinguistik). Dem Fokus des Artikels entsprechend, werden im ersten Abschnitt zunächst solche Ansätze auf ihre Reichweite hin befragt, die den Sprachgebrauch in digitalen Medien von einer interaktionslinguistischen Warte aus bzw. mit Hilfe der Unterscheidung von Interaktion und Text grundlegend zu erschließen versuchen. Hierauf erklärend aufbauend schließt sich eine Diskussion des vielzitierten „Nähe-Distanz-Modells“ einschließlich grundlegender Kritik und Weiterentwicklungen, v. a. mit Blick auf (digitale) Medienkommunikation, an. Zudem werden mit einem semiotischen Medienbegriff, dem medienlinguistischen Konzept der Kommunikationsformen und einer praxeologischen Auffassung von Medien grundlegend alternative Konzepte zum „Nähe-Distanz-Modell“ erörtert. Der Beitrag schließt mit Vertiefungen am Beispiel von drei aktuellen medienlinguistischen Forschungsfeldern (Messaging-Kommunikation; „Parainteraktion“ in audiovisuellen Sozialen Medien; Micro-Blogging).
Chapters in this book
- Frontmatter I
- Inhaltsverzeichnis V
- Einleitung 1
-
I Spannungsfelder digitaler Sprache und Kommunikation
- 1. Handeln unter den Bedingungen digitaler Kommunikation: ein integrierter aneignungstheoretischer Ansatz 9
- 2. Öffentlichkeit – Privatheit – Beteiligung 31
- 3. Kommunikative Distanz und Nähe, Textund Interaktionsorientierung 51
- 4. Zeit und Zeitlichkeit in der digitalen Kommunikation 71
- 5. Nativ-digitale und digital rekontextualisierte Texttypen und Kommunikationsangebote 93
- 6. Kohärenz in der digitalen Kommunikation 115
-
II Sprachliche und semiotische Ressourcen
- 7. Wortschreibung und Interpunktion in digitalen Interaktionen: Formen und Funktionen graphematischer Kontextualisierung 137
- 8. Grammatische und lexikalische Strukturen digital geschriebener Sprache 157
- 9. Digitale Onomastik 177
- 10. Bildzeichen: Emoticons und Emojis 201
- 11. Multimodalität in der digitalen Kommunikation: Memes und digitaler Humor 225
-
III Digitale Interaktion: Strukturen und Praktiken
- 12. Digital vermittelte Interaktion ohne Kopräsenz: Immer noch Interaktion? 249
- 13. Video-vermittelte Interaktion 269
- 14. Modalitätenwechsel in der digitalen Interaktion: Sprechen, Schreiben, Teilen 289
- 15. Sprachassistenzsysteme in der Interaktion 309
- 16. Interpersonales Beziehungsmanagement in der digitalen Interaktion 329
- 17. Digitale Interaktion, Positionierungen und Identitäten im Diskurs 351
-
IV Kommunikative Praktiken in digitalen Diskursen
- 18. Praktiken kooperativen Arbeitens und Vergemeinschaftens 375
- 19. Strategische Kommunikationspraktiken in digitalen Diskursarenen 393
- 20. Popularisierung und Einhegung von öffentlichem Wissen in digitalen Diskursen am Beispiel des Klimawandels 413
- 21. Digitale Gewalt: Formen und interaktive Verfahren 435
- 22. Remixpraktiken in digitalen Kommunikaten 455
-
V Digitale Sprache und Kommunikation in der Reflexion
- 23. ‚Digitale Sprache‘ im öffentlichen Diskurs: Sprachkritik und Mediensprachideologien 479
- 24. Digital Literacies im Sprachunterricht 501
- 25. Digitales Lesen und Schreiben 527
- 26. Wissenschaftspraktiken im digitalen Raum 547
- Verzeichnis der Autorinnen und Autoren 567
- Register 575
Chapters in this book
- Frontmatter I
- Inhaltsverzeichnis V
- Einleitung 1
-
I Spannungsfelder digitaler Sprache und Kommunikation
- 1. Handeln unter den Bedingungen digitaler Kommunikation: ein integrierter aneignungstheoretischer Ansatz 9
- 2. Öffentlichkeit – Privatheit – Beteiligung 31
- 3. Kommunikative Distanz und Nähe, Textund Interaktionsorientierung 51
- 4. Zeit und Zeitlichkeit in der digitalen Kommunikation 71
- 5. Nativ-digitale und digital rekontextualisierte Texttypen und Kommunikationsangebote 93
- 6. Kohärenz in der digitalen Kommunikation 115
-
II Sprachliche und semiotische Ressourcen
- 7. Wortschreibung und Interpunktion in digitalen Interaktionen: Formen und Funktionen graphematischer Kontextualisierung 137
- 8. Grammatische und lexikalische Strukturen digital geschriebener Sprache 157
- 9. Digitale Onomastik 177
- 10. Bildzeichen: Emoticons und Emojis 201
- 11. Multimodalität in der digitalen Kommunikation: Memes und digitaler Humor 225
-
III Digitale Interaktion: Strukturen und Praktiken
- 12. Digital vermittelte Interaktion ohne Kopräsenz: Immer noch Interaktion? 249
- 13. Video-vermittelte Interaktion 269
- 14. Modalitätenwechsel in der digitalen Interaktion: Sprechen, Schreiben, Teilen 289
- 15. Sprachassistenzsysteme in der Interaktion 309
- 16. Interpersonales Beziehungsmanagement in der digitalen Interaktion 329
- 17. Digitale Interaktion, Positionierungen und Identitäten im Diskurs 351
-
IV Kommunikative Praktiken in digitalen Diskursen
- 18. Praktiken kooperativen Arbeitens und Vergemeinschaftens 375
- 19. Strategische Kommunikationspraktiken in digitalen Diskursarenen 393
- 20. Popularisierung und Einhegung von öffentlichem Wissen in digitalen Diskursen am Beispiel des Klimawandels 413
- 21. Digitale Gewalt: Formen und interaktive Verfahren 435
- 22. Remixpraktiken in digitalen Kommunikaten 455
-
V Digitale Sprache und Kommunikation in der Reflexion
- 23. ‚Digitale Sprache‘ im öffentlichen Diskurs: Sprachkritik und Mediensprachideologien 479
- 24. Digital Literacies im Sprachunterricht 501
- 25. Digitales Lesen und Schreiben 527
- 26. Wissenschaftspraktiken im digitalen Raum 547
- Verzeichnis der Autorinnen und Autoren 567
- Register 575