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Picturing the Perfect Patron? Francesco Filelfo’s Image of Francesco Sforza

  • Jeroen De Keyser
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Abstract

Die Forschung hat erst jüngst eine Neuinterpretation der Sphortias vorgelegt, eines enkomiastischen Gedichtes, das vom italienischen Humanisten Francesco Filelfo Mitte des 15. Jahrhunderts verfasst wurde. Darin kritisiere, so der Grundtenor der Neuinterpretation, Filelfo seinen Helden unter dem Deckmantel eines schmeichelhaften Lobes. Der vorliegende Beitrag zeigt allerdings, dass dieser interpretatorische Ansatz bei genauerer Betrachtung der entsprechenden Passagen überhaupt nicht haltbar ist. Vielmehr spiegelt die Darstellung Francesco Sforzas und seines Gegenspielers in der Sphortias den modus operandi eines Poeten wider, der in prekären Verhältnissen arbeitete und sich deshalb in der multipolaren politischen Landschaft Italiens des 15. Jahrhunderts um Patronage bemühen musste, sich gleichzeitig aber auch gezwungen sah, seinen vielfältigen Verpflichtungen nachzukommen, ohne dabei seine Beschäftigungsaussichten zu gefährden. Vor diesem Hintergrund sollte also nicht danach gefragt werden, inwieweit ein Dichter in Filelfos Position ›aufrichtig‹ dabei war, seinen Helden oder dessen Feinde zu loben und zu kritisieren, sondern vielmehr welche Aussage er damit vermitteln und welches Bild er von sich als Enkomiasten befördern wollte. Eine Untersuchung der Sphortias unter einem solchen Blickwinkel, der darüber hinaus auch Filelfos andere Schriften über Sforza miteinbezieht, verdeutlicht die Spannung zwischen dem vom Autor verkündeten Vorhaben, historische Fakten wahrheitsgetreu darzustellen, und den Anforderungen panegyrischer Literatur.

Abstract

Die Forschung hat erst jüngst eine Neuinterpretation der Sphortias vorgelegt, eines enkomiastischen Gedichtes, das vom italienischen Humanisten Francesco Filelfo Mitte des 15. Jahrhunderts verfasst wurde. Darin kritisiere, so der Grundtenor der Neuinterpretation, Filelfo seinen Helden unter dem Deckmantel eines schmeichelhaften Lobes. Der vorliegende Beitrag zeigt allerdings, dass dieser interpretatorische Ansatz bei genauerer Betrachtung der entsprechenden Passagen überhaupt nicht haltbar ist. Vielmehr spiegelt die Darstellung Francesco Sforzas und seines Gegenspielers in der Sphortias den modus operandi eines Poeten wider, der in prekären Verhältnissen arbeitete und sich deshalb in der multipolaren politischen Landschaft Italiens des 15. Jahrhunderts um Patronage bemühen musste, sich gleichzeitig aber auch gezwungen sah, seinen vielfältigen Verpflichtungen nachzukommen, ohne dabei seine Beschäftigungsaussichten zu gefährden. Vor diesem Hintergrund sollte also nicht danach gefragt werden, inwieweit ein Dichter in Filelfos Position ›aufrichtig‹ dabei war, seinen Helden oder dessen Feinde zu loben und zu kritisieren, sondern vielmehr welche Aussage er damit vermitteln und welches Bild er von sich als Enkomiasten befördern wollte. Eine Untersuchung der Sphortias unter einem solchen Blickwinkel, der darüber hinaus auch Filelfos andere Schriften über Sforza miteinbezieht, verdeutlicht die Spannung zwischen dem vom Autor verkündeten Vorhaben, historische Fakten wahrheitsgetreu darzustellen, und den Anforderungen panegyrischer Literatur.

Kapitel in diesem Buch

  1. Frontmatter I
  2. Contents VII
  3. Introduction 1
  4. I. Virtues
  5. Der Herrscher und die gute Ordnung. Das Bild Karls VII. in der französischen Historiographie am Übergang von der tradierten zur humanistisch geprägten Historiographie 17
  6. Charlemagne am Renaissancehof. Die Darstellung Karls des Großen in Paolo Emilios De rebus gestis Francorum 39
  7. Guter König, schlechter König? Die Darstellung Heinrichs V. und Heinrichs VI. von England in Polydor Vergils Anglica historia 65
  8. Alfonso ›the Magnanimous‹ of Naples as Portrayed by Facio and Panormita: Four Versions of Emulation, Representation, and Virtue 95
  9. II. Cultural and Political Pretensions
  10. Illyrian Trojans in a Turkish Storm: Croatian Renaissance Lords and the Politics of Dynastic Origin Myths 121
  11. Personelle Serialität und nationale Geschichte. Überlegungen zu den Herrschergestalten in Franciscus Irenicus’ Germaniae Exegesis 157
  12. Riccardo Bartolinis Austrias (1516) oder: Wie ein Herrscher zum Feldherrn gegen die Türken wird 193
  13. III. Models Ancient, Medieval, and Modern
  14. Der Herrscher als zweiter Salomo. Zum Bild König Roberts von Anjou in der Renaissance 217
  15. Pier Candido Decembrio and the Suetonian Path to Princely Biography 237
  16. Die Cosmias des Giovanni Mario Filelfo (1426–1480) 271
  17. Einhard reloaded. Francesco Tedeschini Piccolomini, Hilarion aus Verona, Donato Acciaiuoli und die Karlsbiographik im italienischen Renaissance-Humanismus 287
  18. Auf den Spuren Paolo Giovios? Herrscherdarstellung in Jacobus Sluperius’ Elogia virorum bellica laude illustrium 307
  19. IV. Method
  20. Princes between Lorenzo Valla and Bartolomeo Facio 337
  21. Juan Páez de Castro, Charles V, and a Method for Royal Historiography 363
  22. Picturing the Perfect Patron? Francesco Filelfo’s Image of Francesco Sforza 391
  23. Verbis phucare tyrannos? Selbstanspruch und Leistungsspektren von zeithistorischer Epik als panegyrischem Medium im 15. Jahrhundert 415
  24. V. Critical Summary
  25. The Description Makes the Prince: Princely Portrayal from the Perspective of Transformation Theory 445
  26. Indices
  27. Index of Names 463
  28. Index of Places 485
  29. List of Contributors 491
Heruntergeladen am 17.1.2026 von https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783110473377-016/html?lang=de
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