Zusammenfassung
Open Educational Resources (OER) haben das Potential, die Hochschullehre zu verbessern und flexibles und selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen. Bibliotheken öffnen den Zugang zu Bildungsressourcen und können den Nutzenden auch OER im Kontext weiterer Inhalte anbieten. Dieser Beitrag untersucht die Rolle von Hochschulbibliotheken während der COVID-19-Pandemie zur Nutzung, Verbreitung und Erstellung von OER in der informationswissenschaftlichen Hochschullehre. Insbesondere sollen Gründe für die Nutzung und Nichtnutzung von OER identifiziert werden, um auf dieser Basis Empfehlungen abzuleiten. Mit der vorliegenden Studie werden anhand einer Umfrage aktuelle Ergebnisse zur Nutzung von OER an (n=56) LIS-Hochschulen und deren Institutsleitungen erhoben. Die Ergebnisse mit Befunden aus 23 Ländern zeigen, dass wissenschaftliche Bibliotheken während der Krisensituation flexibel und innovativ ihre Serviceangebote aufrechterhalten haben. Dennoch ist eine Weiterentwicklung bezüglich der Unterstützung zur Entwicklung, Verbreitung und Kuration von OER noch kaum erkenntlich. Bibliotheken bieten zwar das Potential, Lehrkräfte und Studierende bei der Nutzung digitaler Lehrmaterialen zu begleiten und zu beraten. Häufig aber zeigen sich die Grenzen dieser Aufgaben in der Doppelrolle der Einrichtungen, parallel Innovationsschübe für die Digitalisierung an Hochschulen zu leisten.
Abstract
Open Educational Resources (OER) carry the potential to improve higher education teaching and flexible, self-directed learning. Libraries have always offered access to educational resources and may also provide OER in the context of other content. The article looks at the role of university libraries in distributing, using and creating OER in information science teaching contexts. We identify reasons for the use or non-use of OER and make practical recommendations. The study has surveyed (n=56) LIS institutions and their directors asking for data on the use of OER. The results from 23 countries show that, overall, academic libraries had been able to maintain services in flexible and innovative ways during the crisis. However, further advancement in the development, distribution and curation of OER remains elusive, although libraries have an inherent potential to provide support and advice to teaching staff and students in using digital training material. Though these tasks seem to reach their limit in the institutions’ twin role of providing parallel innovation impulses for digitisation at universities.
1 Einleitung
Die COVID-Pandemie zwang zahlreiche Bildungsinstitutionen zu einer stärkeren Ausrichtung der Lehre auf digitale Werkzeuge und Inhalte. Zwar erfolgte dies unter Zeitdruck und teilweise improvisiert, gleichwohl gilt eine stärkere Digitalisierung der Hochschullehre seit langem als politischer Wille. Dieser manifestiert sich etwa im Yerewan-Kommuniqué, in dem die Minister aus 47 Ländern des europäischen Hochschulraums fordern, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen („fully exploiting the potential benefits of digital technologies for learning and teaching“) (Yerevan Communiqué 2015). Zuletzt gab es zahlreiche Initiativen, um die digitale Transformation voranzutreiben (Rampelt et al. 2021). Digitale Bildung („Digital Education“, DE) und offene Bildungsressourcen („Open Educational Resources“, OER) stellen also keine neuen Konzepte dar. Gerade OER können für Online-Unterricht und die Flexibilisierung und Individualisierung des Lernens hilfreich sein (Otto et al. 2021).
Eine wachsende Zahl von Forschungsergebnissen sowie verschiedene Beispiele von Fallstudien deuten darauf hin, dass der Einsatz von DE-Tools und OER in der Hochschulbildung große Vorteile und Chancen bietet, insbesondere in Krisensituationen wie der COVID-19-Pandemie (Eriksson und Harnesk 2020; Huang et al. 2020). Diese Vorteile gelten sowohl für Studierende als auch für Lehrende und in Bezug auf die Kosteneffizienz auch für die Einrichtungen selbst. Mehrere Förderinitiativen unterstützen die Erstellung von OER (BMBF 2022).
Die Pandemie hat die Bildungslandschaft nachhaltig verändert und Auswirkungen auf die die bestehende Infrastruktur, Curricula, Lehr- und Lernprozesse und die Verwaltung der Hochschuleinrichtungen (Aguilera-Hermida 2020). Während der unmittelbaren Krisensituation mussten sich sowohl Studierende als auch Lehrende schnell an Distanz- und Onlinelehre anpassen (Almusharraf und Khahro 2020). Neben den Herausforderungen schafft diese Pandemie auch Chancen für Hochschulen, DE und OER im Allgemeinen einzubeziehen und intensiver zu nutzen (Dsouza 2021). Einige Ergebnisse dieses Prozesses sind der verstärkte Einsatz von digitalen Werkzeugen, Online-Ressourcen und offenen Bildungsressourcen sowie die Weiterentwicklung von Didaktik und Methodik (Martzoukou 2020).
Während der Pandemie wurden zahlreiche Lehrveranstaltungen aufgezeichnet. Diese Aufzeichnungen stellen interessante Wissensbestände dar und können sogar Grundlage für OER werden. Bibliotheken sollten diese Bestände in Zukunft sinnvoll nutzen und in ihre Bestände integrieren. Für wissenschaftliche Bibliotheken und die LIS-Community gibt es also mehrere Gründe, die Rolle und Beteiligung wissenschaftlicher Bibliotheken am Prozess der Einführung und Erstellung von OER während der COVID-19-Pandemie zu untersuchen. Erstens sollte die aktuelle Situation bezüglich der OER-Nutzung und Hochschulen analysiert werden. So können Potentiale und Barrieren erkannt werden. Ein weiteres Ziel besteht darin, wie aktuelle und zukünftige LIS-Professionals die Chancen von OER-Initiativen aufzeigen (Essmiller et al. 2020). Um den Bedürfnissen zukünftiger Nutzenden von OER gerecht zu werden, sollten Bibliotheken, Hochschuleinrichtungen und Interessenvertretungen im Hochschulbereich eine breitere Übernahme von OER und deren Entwicklung unterstützen. Neben digitalen Transformationsprozessen besteht die Notwendigkeit des innovativen Denkens von LIS-Instituten. Gerade Information Professionals sollten im Curriculum mit didaktisch sinnvoll eingebetteten OER vertraut werden, um so diese langfristig zu etablieren (Krtalić und Mandl 2019). Es sollten Kompetenzen entwickelt werden, um OER zu nutzen, wiederzuverwenden, zu erstellen, anzupassen und zu teilen (Kleymeer et al. 2010).
Die vorliegende Studie analysiert daher die Nutzung von OER während der Pandemie und fokussiert dabei LIS-Institute. Neben OER musste allerdings die gesamte digitale Bildung während der Pandemie mit in den Fokus genommen werden, um eine zu enge Perspektive zu vermeiden. Um also den aktuellen Stand der Nutzung von DE und OER an europäischen Hochschulen im Bereich der Bibliotheks- und Informationswissenschaften (LIS) während der Pandemie zu untersuchen, wurde eine auf einem Fragebogen basierende Studie durchgeführt. Diese richtete sich an die Leitungspersonen von LIS-Instituten. Da LIS-Professionals oft zu Befürwortern von OER zählen und auch für deren Verbreitung in Repositorien verantwortlich sind, erscheint ihre Wahrnehmung und Nutzung von OER als besonders relevant.
Diese Forschung entstand im Rahmen des Erasmus+-Projekts „Digital Education for Crisis Situations: Times when there is no alternative“ (DECriS), das einen Rahmen für die optimale Nutzung von OER und DE im Allgemeinen und in Krisensituationen im Besonderen schaffen möchte (DECriS 2022). DECriS will zum Aufbau von Kapazitäten für OER beitragen. Das Leitbild des Projekts zielt darauf, hochwertige und zugängliche Bildungsressourcen für alle zu ermöglichen.
2 Stand der Forschung
Die COVID-19-Pandemie beeinträchtigte Lehr- und Lernprozesse weltweit, diente aber auch als Treiber für eine (stärkere) Übernahme von DE und OER in der Hochschullehre. Die Nutzung digitaler Werkzeuge und OER an Hochschulen nahm zu (Mandl 2021). Die Einführung von DE und OER kann ein Vehikel sein, um Auswirkungen von Krisensituationen auf die Bildung zu minimieren, vor allem, wenn offene Lizenzen und editierbare Formate im Vordergrund stehen. So sollten beispielsweise OER und neue didaktische Modelle, die während der COVID-19-Pandemie unter Druck entwickelt wurden, weiter evaluiert werden und gegebenenfalls in einen festen Bestandteil von Curricula weiterentwickelt werden (Heck et al. 2020). Studierende begrüßen OER häufig (Hilton 2020). Sie sehen die leichte Zugänglichkeit und die niedrigen Kosten als Vorteile (Oelfke 2021). Allerdings bestehen noch Mängel bei der Auffindbarkeit (Anderson und Leachman 2019; McGowan 2020). Um mögliche Hindernisse für die Nutzung von OER und die besten Wege zur Förderung von OER in der Lehre zu identifizieren, ist es wichtig zu verstehen, wie wissenschaftliches Personal OER in der Hochschulbildung wahrnimmt und nutzt (Belikov und Bodily 2016). In Bezug auf die Motivation der Lehrenden, sich an der Erstellung von OER zu beteiligen, sind deren Haltung und Offenheit gegenüber neuen Lehrmethoden relevant. Das Engagement für OER lässt sich schlussfolgernd anhand individueller Einstellungen und Meinungen zur Thematik erklären. Bislang werden OER-Initiativen von hoch motivierten Einzelpersonen vorangetrieben, die als frühe Nutzende agieren (Otto 2021). Lehrende sind meist nicht an der Erstellung und Produktion von OER beteiligt, sondern nutzen und verwenden sie in der digitalen Lehre an Hochschulen (Hylén 2021). Um Forschende zu motivieren, ihre vorhandenen Materialien als offene Bildungsressourcen (OER) zu veröffentlichen, müssen Herausforderungen wie der Zeitaufwand für die Erstellung, Suche oder Überarbeitung von OER und die potenzielle Unsicherheit bezüglich der Lizenzen berücksichtigt werden. Infolgedessen sollte der rechtlichen Beratung im Zusammenhang mit der Nutzung und Entwicklung von OER eine hohe Priorität eingeräumt werden, was in Form von Personen, die für OER-bezogene Angelegenheiten zuständig sind, umgesetzt wird (Otto 2022).
Für Hochschulbibliotheken bieten OER daher ein Handlungsfeld, in dem sie ihre Kompetenzen zur Erschließung und Nutzung, Auffindbarkeit, Qualitätssicherung und zu Schulungen einbringen können. Chancen und Herausforderungen für Bibliotheken sollten identifiziert werden (Stummeyer 2018). Um die Nutzung von OER stärker zu etablieren, betonen verschiedene Autoren, dass ein Austausch zwischen Lehrenden an Universitäten sowie Expertinnen und Experten aus beispielsweise Bibliothek, Hochschuldidaktik und Informationstechnologie erforderlich sei (Hoover et al. 2020; Voss 2020). Neben notwendigen Investitionen im Bereich der IKT-Infrastruktur wird betont, dass die Aus- und Weiterbildung von Bibliothekaren und Bibliothekarinnen zur Beratung und Unterstützung von Lehrpersonal und Studierenden relevant ist, um den technologischen und innovativen Herausforderungen entgegenzuwirken (Tsekea und Chigwada 2020; Anderson et al. 2021). In Bezug auf das Lehrpersonal weisen erste Studienergebnisse darauf hin, dass neben den Ausbau digitaler Kompetenzen eine kontinuierliche Weiterbildung zum Umgang mit neueren Bildungsressourcen treten muss, um dauerhaft hybride Lehrformate in der Hochschullehre anzubieten (Zhang et al. 2020; Boté-Vericad 2021).
Dieser kurze Überblick zum Stand der Forschung zeigt, dass die Perspektive von LIS-Instituten noch nicht ausreichend erforscht wurde. Eine Fokussierung auf die Leitungsebene erscheint wünschenswert, um strategische und systematische Barrieren zu erkennen.
3 Methodik
Um den Stand der Umsetzung und Nutzung von DE und OER während der COVID-19-Pandemie zu untersuchen, wurde eine englischsprachige Online-Umfrage durchgeführt. Vor dem Entwurf der Umfrage erfolgte eine umfassende Literaturrecherche, um den theoretischen Rahmen zu den Themen DE und OER auszuloten und so eine solide theoretische Grundlage für einen Fragebogen zur Nutzung von OER in Krisensituationen zu schaffen.
3.1 Literaturrecherche
Die Literaturrecherche bezog sich zunächst auf Empfehlungen und Hinweise der Europäischen Kommission und der Europäischen Union zur Distanzlehre für Hochschuleinrichtungen während der COVID-19-Pandemie (Europäische Kommission 2022). Um auch länderspezifische Besonderheiten einzubeziehen, wurden Empfehlungen für Hochschuleinrichtungen in Bezug auf die Lehre in Kroatien berücksichtigt. Konkret wurden Online-Dokumente des kroatischen Ministeriums für Wissenschaft und Bildung und von Universitäten mit LIS-Instituten gesucht. Für jedes Dokument wurde eine Zusammenfassung auf Englisch erstellt.
Der zweite Teil der Literaturrecherche konzentrierte sich auf die kritische Herangehensweise und die Synthese des Forschungsstandes über DE und OER in Büchern über digitale Bildung, Online-Bildung und Bildungstechnologien, Büchern über offene Bildung und OER, Berichten und Fallstudien über die Implementierung von DE, Berichten und Fallstudien über die Implementierung von OER sowie Berichten über DE- und OER-Richtlinien.
3.2 Ziele und Struktur
Der Fragebogen zum Stand der Nutzung von OER an europäischen Hochschulen während der COVID-19-Pandemie wurde im Rahmen des DECriS-Projekts erstellt. Ziel war es, den aktuellen Stand der Umsetzung von digitaler Bildung und offenen Bildungsressourcen während der COVID-19-Pandemie zu ermitteln. Insbesondere standen LIS-Institute im Fokus. Das Projekt DECriS verfolgt darüber hinaus folgende Ziele:
das Bewusstsein für die Bedeutung von OER in der Hochschulbildung zu fördern;
Anreize für Hochschulstrategien zu schaffen, welche die Entwicklung und Nutzung von OER fördern;
Anreize für die Nutzung von OER in LIS-Instituten zu schaffen;
Bedingungen für die Erstellung qualitativ hochwertiger OER zu analysieren;
die Verfügbarkeit von OER (in Repositorien) zu erhöhen.
3.3 Durchführung
Die Umfrage wurde mit „LimeSurvey“ erstellt und war von Juni bis September 2021 aktiv. Der Fragebogen bestand aus drei Themenblöcken mit insgesamt 38 Fragen, die sich auf folgende Inhalte beziehen: Implementierung von DE während der COVID-19-Pandemie, die Implementierung und Formen der Nutzung von OER während der COVID-19-Pandemie sowie die institutionelle Unterstützung, die den LIS-Instituten in Bezug auf DE und OER während der Pandemie gewährt wurde. Der Fragebogen war so konzipiert, dass er von Institutsleitungen beantwortet werden sollte. Im Folgenden werden v. a. die Ergebnisse aufgeführt, die sich auf die Rolle von Bibliotheken beziehen.
Insgesamt haben 56 LIS-Institute aus 23 Ländern die Umfrage vollständig beantwortet. Tabelle eins zeigt eine Übersicht aller teilnehmenden Hochschulen im Bereich der Bibliotheks- und Informationswissenschaft. In einigen Fällen stammten mehrere Befragte aus einem Land, was die endgültigen Ergebnisse bei einer Analyse nach Regionen beeinflussen könnte.
Allgemeine Informationen über LIS-Abteilungen nach Ländern.
|
Land |
Anzahl LIS-Institute |
Anzahl Dozierende |
Anzahl Studierende |
Anzahl Studiengänge |
|
Österreich |
1 |
4 |
2.000 |
5 |
|
Weißrussland |
1 |
51 |
254 |
3 |
|
Bosnien und Herzegowina |
2 |
39 |
490 |
6 |
|
Bulgarien |
3 |
167 |
4.950 |
36 |
|
Kroatien |
2 |
39 |
315 |
8 |
|
Estland |
1 |
9 |
120 |
3 |
|
Finnland |
2 |
10 |
300 |
6 |
|
Frankreich |
2 |
24 |
820 |
17 |
|
Deutschland |
6 |
66 |
2.740 |
18 |
|
Griechenland |
1 |
31 |
700 |
4 |
|
Ungarn |
2 |
18 |
80 |
7 |
|
Irland |
1 |
14 |
200 |
8 |
|
Italien |
1 |
82 |
785 |
2 |
|
Polen |
3 |
74 |
1.131 |
10 |
|
Portugal |
3 |
515 |
4.214 |
27 |
|
Russland |
6 |
262 |
2.903 |
82 |
|
Slowakei |
1 |
9 |
89 |
3 |
|
Slowenien |
1 |
10 |
300 |
6 |
|
Spanien |
10 |
316 |
2.704 |
36 |
|
Schweden |
1 |
27 |
150 |
3 |
|
Türkei |
2 |
19 |
346 |
3 |
|
Ukraine |
3 |
48 |
332 |
10 |
|
Vereinigtes Königreich |
1 |
5 |
55 |
2 |
|
Insgesamt |
56 |
1.819 |
25.978 |
269 |
4 Ergebnisse
Die Teilnehmenden machten Angaben zur Anzahl der Lehrkräfte und Studierenden an ihrer Abteilung oder ihres Instituts sowie zur Anzahl der Studienprogramme für Grund-, Aufbaustudiengänge und Postgraduierte. Insgesamt gaben die Institutsleitungen an, 1.839 Lehrkräfte, 25.978 Studierende und 269 Studiengänge zu vertreten.
Wie aus der ersten Abbildung hervorgeht, wurden an den LIS-Fachbereichen während der COVID-19-Pandemie vor allem zwei Aspekte digitaler Bildung umgesetzt. Dies waren Live-Unterrichtssitzungen über Videokonferenz-Tools (96 Prozent) und Online-Kommunikation mit Studierenden (95 Prozent). Digitale Repositorien wurden dagegen am wenigsten verwendet (66 Prozent).

Wichtigste umgesetzte Aspekte von DE.
Die Rolle universitärer Bibliotheken bei der Erstellung und Nutzung von OER während der COVID-19-Pandemie bezog sich hauptsächlich auf die Bereitstellung von Materialien für die Planung, Gestaltung und Erstellung von OER und in einigen Fällen auf die Bereitstellung von Infrastruktur oder die Beteiligung von Bibliotheksmitarbeitenden an der Erstellung von OER. Die COVID-19 Pandemie erforderte eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten an den Universitäten. In 80 Prozent der Einrichtungen konnten sich Studierende mit den erforderlichen Bibliotheksmaterialien versorgen. Die Bibliotheken stellten ihre Dienstleistungen für die Studierenden also nicht ein. In 59 Prozent der Einrichtungen konnten die Studierenden auch während Schließungen der Bibliotheken auf Inhalte zugreifen. Darüber hinaus bieten Bibliotheken in 64 Prozent der Einrichtungen virtuelle Informationsdienste an (siehe Abbildung 2).

Wichtigste Formen der Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Bibliotheken in Bezug auf DE während der COVID-19-Pandemie.
Die Teilnehmenden berichten auch über weitere Formen der Kooperation. Tabelle 2 zeigt diese Nennungen zur Kooperation zwischen Lehrenden und Bibliotheken.
Andere Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Bibliotheken in Bezug auf DE während der COVID-19-Pandemie.
|
ID |
Andere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen LIS-Hochschulen und wissenschaftlicher Bibliothek in Bezug auf DE während der COVID-19-Pandemie. |
|
1. |
Unsere Bibliothek ist ein Zentrum für die Erstellung von Inhalten von ER. |
|
2. |
Unsere Fakultätsbibliothek bietet einen Book-o-mate. |
|
3. |
Die Bibliothek funktioniert unabhängig von meiner Schule, so dass wir kein Mitspracherecht bei den Öffnungs- und Schließungszeiten hatten. Die Schüler mussten sich einfach an die Regeln der Bibliothek und die von der Regierung diktierten Öffnungszeiten halten. |
|
4. |
Zugang zu Datenbanken wissenschaftlicher Fachzeitschriften Bibliocar (persönliche Auslieferung von Büchern durch Bibliocar in der Stadt Sofia). |
|
5. |
Jeden Freitag virtueller Raum für Beratungen und Diskussionen mit Studierenden und Dozenten. |
Bibliotheken haben also Wege gefunden, um ihre Dienste aufrechtzuerhalten und waren gleichzeitig innovativ bei der Entwicklung neuer digitaler Dienste und der Einführung neuer Praktiken.
Digitale Lernmaterialien werden von allen 56 Teilnehmenden (100 Prozent) als digitale Bildungsressource genutzt. Am wenigsten genutzt wurden Wikibooks (14 Prozent). Es ist ermutigend, dass 52 Prozent der LIS-Institute digitale OER und damit deren Möglichkeiten nutzen (siehe Abbildung 3).

Wichtigste DE-Ressourcen, die während der COVID-19-Pandemie eingesetzt wurden.
Abbildung 4 fasst zusammen, dass OER-Repositorien als wertvolle Ressource angesehen werden. Immerhin 45 Prozent der lokalen, institutionellen Repositorien der LIS-Institute umfassen eine OER-Sammlung. Wie zu sehen ist, sind OER allerdings unterrepräsentiert und 41 Prozent der Institutsleitungen wissen nicht, ob es ein nationales Repositorium für OER zu LIS gibt, während 46 Prozent von ihnen angeben, dass es kein solches Repositorium gibt.

Länderspezifische OER-Repositorien.
Meist werden OER an LIS-Instituten selbstständig durch die Lehrenden entwickelt bzw. übernommen; dies ist in 38 Prozent der Einrichtungen der Fall. Nur 16 Prozent der Teilnehmenden gaben an, dass OER in Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden der Bibliotheken generiert werden (siehe Abbildung 5).

Wichtigste Methoden zur Entwicklung / Erstellung und / oder Anpassung von OER.
Die Notwendigkeit für institutionelle Unterstützung bei der Verwaltung von OER unterstreicht Abbildung 6. Lehrkräfte sind fast immer alleine für die Pflege und Verwaltung der von ihnen erstellten OER verantwortlich. Die Kuration bestehender OER durch Bibliotheken findet kaum statt oder den Studienteilnehmenden ist dazu nichts bekannt (54 Prozent).

Hauptverantwortliche für die Verwaltung von OER.
Abbildung 7 zeigt auf, dass 34 Prozent der Einrichtungen Inhalte aus der Bibliothek für die Planung, Gestaltung und Erstellung von OER nutzten. Nur in 16 Prozent der Fälle wurden auch bestehende Serviceangebote bzw. vorhandene Infrastruktur von wissenschaftlichen Bibliotheken genutzt. Potential zur Einbindung von Bibliotheken bestünde bei der Erstellung von OER. Bisher war deren Fachpersonal kaum an der Entwicklung von OER beteiligt (14 Prozent).

Wichtigste Formen der Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Bibliotheken in Bezug auf OER.
5 Diskussion
Die Umfrageergebnisse bieten einen Einblick in die Praktiken und Strategien in Bezug auf digitale Bildung und OER während der COVID-19-Pandemie und der Funktion wissenschaftlicher Bibliotheken. Die Ergebnisse helfen dabei, Schwachstellen zu erkennen, die für eine weitere erfolgreiche Etablierung von DE und OER noch bestehen. Die Diskussion greift schwerpunktmäßig die Themen „Rolle wissenschaftlicher Bibliotheken“, „Digitale Bildung“ und „Nutzung von OER“ auf.
5.1 Rolle wissenschaftlicher Bibliotheken
Ein besonderer Fokus wird auf die Rolle der wissenschaftlichen Bibliotheken gesetzt. Während der Pandemie und der verschiedenen Einschränkungen, insbesondere während der Schließungen, waren Bibliotheken in der Lage, Studierenden und Lehrenden wichtige Dienstleistungen anzubieten (Mehta und Wang 2020). Dies waren etablierte Dienstleistungen, wie die Bereitstellung von Räumlichkeiten und Materialien für das Lehren und Lernen (vor und nach den Schließungen) oder durch Online-Angebote wie virtuelle Informationsdienste, Suchschnittstellen, Online-Interaktion und Webpräsenz (während der Schließungen der Universitäten). Universitätsbibliotheken waren in der Lage, sich an die schwierigen Bedingungen der Pandemie anzupassen und die Fortführung der Lehr- und Lernaktivitäten erfolgreich zu unterstützen (Martzoukou 2020). Schließlich haben sie sich als besonders wichtig für neue Studierende erwiesen, für die Erfahrungen rund um den Studienbeginn und Onlinelehre eine besondere Herausforderung war.
Allerdings haben sich Bibliotheken nicht überall als führend und richtungsweisend beim Einsatz von OER erwiesen. Die Verwaltung von OER bleibt oft Lehrenden überlassen, die sie erstellt haben, und wird nicht immer von wissenschaftlichen Bibliotheken übernommen (Katz 2020). Lehrkräfte waren dabei auf allen Ebenen der OER-Produktion – Planung, Gestaltung, Verwaltung, Förderung und Evaluierung – häufig allein verantwortlich. Zusätzliche Unterstützung wurde teilweise von wissenschaftlichen Bibliotheken geleistet, jedoch besteht hier eine hohe individuelle Verantwortung (McGowan 2020).
Auch an LIS-Instituten bestehen häufig noch Wissenslücken zur lokalen Nutzung sowie zu Repositorien (Katz 2020). Das Thema OER wird also selten strategisch verfolgt, sondern bleibt nach wie vor oft motivierten Einzelpersonen überlassen. Dies bestätigten ähnliche Ergebnisse früherer Studien für DE allgemein (Krtalić und Mandl 2019).
Allerdings ist die institutionelle Unterstützung insbesondere in Krisensituationen wie der COVID-19-Pandemie eine unabdingbare Voraussetzung für die erfolgreiche Etablierung von OER (Otto 2021a). Mangelnde Unterstützung erzeugt zusätzlichen Druck auf die Lehrenden. Lehrkräfte müssten ohne Unterstützung selbst motiviert bleiben und sich mit DE-Werkzeugen und DE-Strategien vertraut machen. Nur so können sie auch Herausforderungen zur Implementierung und Qualitätssicherung von OER meistern. Investitionen in die Weiterbildung der Lehrenden sind notwendig, um Veränderungen voran zu treiben. Auch hierin liegen Chancen für Bibliotheken, um die Erstellung, Nutzung und Kuration von OER an universitären Einrichtungen zu unterstützen (Bond et al. 2021).
5.2 Digitale Bildung
Während der COVID-19-Pandemie herrschte unmittelbar ein Bedarf, digitale Bildung zu implementieren. Die Umfrage zeigte, dass in LIS-Instituten zwei Modelle der DE im Vordergrund standen: Live-Unterrichtssitzungen über Videokonferenz-Tools und die Online-Kommunikation mit Studierenden. Dies ergaben auch andere Studien außerhalb der LIS (Aguilera-Hermida 2020; Almusharraf und Khahro 2020). Alle LIS-Institute nutzen Videokonferenz-Tools; die Mehrheit verwendete auch Lernmanagementsysteme (LMS) und Online-Plagiatsschutzsysteme. Repositorien, Online-Quizze und soziale Medien waren ebenfalls stark vertreten. Oft wurden Werkzeuge integriert und beispielsweise Videokonferenz-Tools in LMS verknüpft. Alle Hochschulen setzten auf digitale Lernmaterialien, während nur etwa 50 Prozent digitale OER nutzten. Digitale Lernmaterialien sind im Kontext der Online-Bildung von wesentlicher Bedeutung.
Digitale Lernmaterialen wurden in der Krisensituation zu einer etablierten Ergänzung zu anderen Lehrplanmaterialien. Sie umfassen in der Regel verschiedene Arten von Materialien, von Tutorials und Multimedia bis hin zu E-Lehrbüchern, die klassischen Lehrbüchern manchmal sehr ähneln (Van Allen und Katz 2020). Digitale Lernmaterialien sind ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikations- und Kooperationsumgebungen des Online-Unterrichts, und obwohl sie sich positiv auf die Leistungen der Studierenden auswirken können, sind sie in erster Linie dazu geeignet, das Engagement durch die Anwendung individueller Ansätze, selbstgesteuerten Lernens und anderer Lehr- und Lernmethoden zu fördern (Bell 2021). Dies ist besonders wichtig in Krisensituationen, in denen eine erhöhte Autonomie und das Gefühl der Isolation die Motivation und das Engagement der Studierenden negativ beeinflussen können (Aguilera-Hermida 2020). Dies zeigt, dass das Serviceangebot von Bibliotheken auch während der Universitätsschließungen aufrechterhalten werden konnte (Eriksson und Harnesk 2020).
Praktische Unterstützung für Lehrende erfolgte während der COVID-19-Pandemie hauptsächlich in Form von Online-Schulungen, technischer Unterstützung und der Bereitstellung von Software und digitalen Werkzeugen. Die Literatur zeigt, dass dies nicht immer systematisch erfolgte, sondern auch Initiativen einzelner Lehrender notwendig waren (Boté-Vericad 2021).
Die meisten LIS-Institute fanden Wege, auch die Studierende bei Problemen und Fragen der Studierenden zu DE zu unterstützen. Dazu gab es v. a. regelmäßige Online-Sprechstunden. Live-Online-Frage-Antworten-Sitzungen wurden sehr häufig genannt. Dies weist darauf hin, dass die Umsetzung von DE keineswegs reibungslos funktionierte und Beratung notwendig war (Trust und Whalen 2021). Die Befragten gaben an, dass Live-Kommunikation in Echtzeit das Gefühl der Präsenz vermittelte und die Motivation der Studierenden verbessert hat. An der Online-Kommunikation wurde primär der visuelle Aspekt von Video-Konferenzen geschätzt.
5.3 Nutzung von OER
Die Mehrheit der Teilnehmenden gab an, dass es in ihrem Land entweder kein nationales Repositorium für OER gibt oder dass sie mit den Informationen nicht vertraut sind. Das Gleiche gilt für Repositorien für LIS-OER. Hier besteht also ein erheblicher Handlungsbedarf entweder beim Aufbau von Ressourcen oder einer verbesserten Dissemination, soweit sie schon bestehen (Heck et al. 2020). Bei den institutionellen Repositorien, die Sammlungen von OER enthalten, sieht die Situation etwas besser aus: Fast die Hälfte der LIS-Institute gaben an, dass sie über solche Repositorien verfügen. Diese Ergebnisse zeigen, dass die LIS-Gemeinschaft mehr dazu ermutigt werden muss, OER zu produzieren und zu veröffentlichen und bestehende Bildungsmaterialien und -inhalte als OER zu veröffentlichen und deren Wiederverwendung sicherzustellen (Bell 2021).
Öffentlich zugängliche Repositorien für OER können eine breite Wirkung entfalten. Interessenvertretungen und politische Entscheidungsträger können auf OER aufmerksam werden und motiviert werden, Finanzierungsquellen und -modelle zu entwickeln. Die Generierung von OER geht noch zu oft von engagierten Einzelpersonen aus, obwohl teilweise bereits Anreize und öffentliche Finanzierungsmodelle vorliegen (BMBF 2022). Solche staatlichen und institutionellen Maßnahmen und verschiedene Interessengruppen sollten die Entwicklung, Veröffentlichung und die Verfügbarkeit von OER fördern (Otto 2021a). Engagierte Einzelpersonen könnten mit der Verantwortung für die Planung, Gestaltung und Veröffentlichung von OER überfordert werden und resignieren (Gumb 2019). Das Schaffen angemessener Rahmenbedingungen für die Gestaltung und Umsetzung von OER (so weit wie möglich in Anbetracht der Vielfalt von Fächern und Kursen), die Vernetzung engagierter Einzelpersonen und die organisatorische und praktische Unterstützung können den Austausch von Ideen, Erfahrungen, Ressourcen und Werkzeugen fördern (McGrath 2020; Todorova et al. 2022).
6 Fazit
Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen überwiegend positive Trends in Bezug auf DE in Krisensituationen. LIS-Institute setzten Videokonferenzen und andere Onlinetools routinemäßig im Lehrbetrieb ein. Die Bibliotheken haben sich bei der Bewältigung der DE im Rahmen der Pandemie durchaus bewährt. So haben Bibliotheken in der Krisensituation ihre Serviceangebote für Studierende und LIS-Einrichtungen aufrechterhalten können.
In Bezug auf OER ergaben sich unbefriedigende Resultate. Sie verweisen auf eine unzureichende Nutzung von OER in der LIS-Ausbildung und auch auf mangelndes Bewusstsein für die Chancen von OER für die Hochschulbildung sowohl in Krisensituationen als auch darüber hinaus. Dazu tragen unklare Zuständigkeiten bei der Erstellung und Verwaltung von OER in der Hochschulbildung bei. Die Rolle der Bibliotheken hat sich noch nicht fest etabliert und die Umfrageergebnisse zeigen auch, dass mehr Unterstützung der Lehrenden zur Sensibilisierung und Optimierung von OER in der Hochschullehre erforderlich ist (Otto 2021).
Die Förderung und Verbreitung von freien Lernressourcen kann auch das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung von OER in der digitalen Bildung stärken. In diesem Kontext sind Qualitätssicherung und Evaluierung bedeutsam (Morganti und Towery 2020). Zur Etablierung von OER in LIS-Instituten sollten ebenso vermehrt Studierende auf Inhalte und Schulungen aufmerksam gemacht werden. Hochschulbibliotheken stehen hier vor der Herausforderung, Trends in Bezug auf OER zu erkennen und umzusetzen und so durch innovatives Handeln langfristig zur Digitalisierung der Lehre beizutragen.
Das Projekt DECriS zielt in weiteren Schritten darauf ab, „best practice“-Beispiele für den OER-Einsatz zu sammeln und deren Rahmenbedingungen zu analysieren.
7 Limitationen der Studie
Die Studie weist einige mögliche Einschränkungen auf, die sich aus der Methodik ergeben. Da Leitungspersonen der LIS-Institute als Zielgruppe dieser Umfrage rekrutiert wurden, ist es möglich, dass diese nicht mit allen institutionellen Dokumenten, Strategien und Maßnahmen vertraut sind. Eine weitere Einschränkung bezieht sich auf die Stichprobengröße in Bezug auf den Teil der Studie, der sich mit OER befasst. Zwar wurde eine große Anzahl von LIS-Instituten befragt, allerdings nutzte lediglich ein Teil der Studienteilnehmenden (26 von 56) OER. Daher erscheint die Stichprobengröße zu klein, um statistische Ergebnisse vollständig verallgemeinern zu können. Jedoch verweisen auch andere Studien zur COVID-19-Pandemie und zu OER auf einen relativ niedrigen Umfang der Nutzung (Santos-Hermosa et al. 2020).
Die dritte Einschränkung bezieht sich auf mögliche Unklarheiten beim Verständnis von verwendeten Begriffen und Konzepten. Obwohl zu Beginn der Umfrage Definitionen von DE und OER standen, äußerten einige Teilnehmende, dass sie die Begriffe „offene Bildungsressource“ und „offene Lizenzierung“ nicht klar verstehen. Dies kann sich auf ihre Antworten und Endergebnisse ausgewirkt haben. Auch sind einige der spezifischen Bildungswerkzeuge, Anwendungen, Ansätze, Techniken und Strategien, die in der Umfrage erwähnt und als mögliche Antwort angeboten wurden, möglicherweise nicht allen Beteiligten bekannt. Der Begriff OER wird in der Praxis auch sehr unterschiedlich eingesetzt.
8 Förderhinweis
Diese Forschung wurde im Rahmen des Erasmus+-Programms gefördert (Projekt DECriS, Fördernummer 2020-1-HR01-KA226-HE-094685).
9 Literaturverzeichnis
Aguilera-Hermida, Ana Particia: College students’ use and acceptance of emergency online learning due to COVID-19. In: International Journal of Educational Research Open 1.100011 (2020), S. 1–8.10.1016/j.ijedro.2020.100011Search in Google Scholar
Almusharraf, Norah; Khahro, Shabir: Students satisfaction with online learning experiences during the COVID-19 pandemic. International Journal of Emerging Technologies in Learning (IJET) 15.21 (2020), S. 246–267.10.3991/ijet.v15i21.15647Search in Google Scholar
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- Editorial
- Aus den Verbänden
- Die Arbeitsgemeinschaft der Regionalbibliotheken in der Sektion 4 des dbv – Bericht für die Jahre 2021/2022
- Land.schafft.Demokratie – Vielfalt und Dialog in der Bibliothek
- Bibliotheken: Außerschulische Bildungsorte für alle
- Kulturfonds Energie des Bundes kommt
- Themen
- Im Anfang war der Wert: Wie Agilität Bibliotheken verändern kann
- Die Rolle von Hochschulbibliotheken bei der Verbreitung von OER in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft (LIS) in Europa während der COVID-19-Pandemie
- Die Bibliotheca Biblica der Herzogin Elisabeth Sophie Marie
- Ein Jahr Erstcheck NS-Raubgut für Öffentliche Bibliotheken
- Notizen und Kurzbeiträge
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- Veranstaltungen
- Jahrestagung 2023 der AGMB
- Termine
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