Notizen und Kurzbeiträge
Die Deutsche Nationalbibliothek wird 111!
Veranstaltungen und mehr … Fahrten zu den Tagen der offenen Tür in Leipzig und Frankfurt zu gewinnen
111 Jahre nach der Gründung feiert die Deutsche Nationalbibliothek ihr Jubiläum mit Geschichten und Anekdoten, Veranstaltungen und Aktionen vor Ort und virtuell im Netz. Der Veranstaltungsreigen startete am Sonntag, 12. März 2023 mit einem „Tag der offenen Tür“ am Gründungsstandort in Leipzig. Die Nationalbibliothek verlost aus Anlass des Jubiläums Plätze für einen Tagesausflug von Frankfurt am Main zum Leipziger Standort.
Ein Blick hinter die Kulissen einer modernen Bibliothek erwartete die Gäste am Tag der offenen Tür mit Einblicken in die Geschichte und Ausblicken in die Zukunft, mit Führungen zu den Hidden Places der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig und in die riesigen Büchermagazine und Lesesäle sowie mit verschiedenen Angeboten für Kinder. Gäste der Busfahrt ab Frankfurt wurden schon unterwegs mit Informationen über Geschichte und Aufgaben der Deutschen Nationalbibliothek auf den Besuch in Leipzig eingestimmt. Dort erwartete sie eine exklusive Direktoren-Führung durch das denkmalgeschützte Bibliotheksgebäude, durch alte und neue Lesesäle und ins Büchermagazin. Danach konnte die Ausstellung „Zeichen – Bücher – Netze: Von der Keilschrift zum Binärcode“ des Deutschen Buch- und Schriftmuseums besucht werden und aus den Angeboten zum Tag der offenen Tür gewählt werden. An der Verlosung konnte man über die Webseiten der Nationalbibliothek, des Kulturpartners hr2-kultur und von Journal Frankfurt teilnehmen.
Auf der Leipziger Buchmesse ist die Nationalbibliothek im Jubiläumsjahr mit einer neuen Aktionsfläche präsent. Dort wird ein umfangreiches Programm mit vielfältigen Angeboten für Fachleute und Interessierte angeboten. Begegnungen mit Autorinnen und Autoren sind bei Veranstaltungen im Rahmen des Lesefests „Leipzig liest“ im Leipziger Haus der Bibliothek möglich.
Im Herbst 2023 lädt die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt am Main zu einem Tag der offenen Tür ein. Führungen vom Dach bis zu den weitläufigen unterirdischen Magazinen, zu den technischen Anlagen, in das Rechenzentrum und zu den Kunstwerken stehen auf dem Programm. Es wird Entdeckertouren für Kinder und Jugendliche geben. Den ganzen Tag über kann man sich über die digitale Medienwelt informieren, die Ausstellungen des Deutschen Exilarchivs besuchen und Kuriositäten aus der Sammlung bewundern. Für diesen Tag der offenen Tür wird ein Tagesausflug aus Leipzig organisiert – auch hierfür werden die Tickets verlost.
Das 111. Gründungsjubiläum bietet Stoff für so manche Geschichte. Warum befindet sich ein Dönergrill im Deutschen Musikarchiv? Wo wohnen die Telefonbücher? Und was macht ein Dreimetermann in der IT-Abteilung? Das Team der Deutschen Nationalbibliothek hat in Erinnerungen und Archiven gegraben, um selten erzählte Begebenheiten ans Licht zu bringen. Ab dem 13. März erscheinen die mal anekdotischen, mal informativen Stücke im Blog der Nationalbibliothek.
111chen: Persönliche Eindrücke und Erinnerungen an die Deutsche Nationalbibliothek wünscht sich die Deutsche Nationalbibliothek als Glückwunsch in Form eines Elfchens. Das kurze Gedicht besteht aus elf Wörtern in fünf Zeilen. Das klingt herausfordernd? Eine Anleitung findet sich auf der Aktionswebsite ab Mitte März. 100 Elfchen werden nach Abschluss der Aktion mit einer Überraschung prämiert.
111 Jahre Deutsche Nationalbibliothek
Jubiläumsprogramm und weitere Informationen: www.dnb.de/111jahre
Hintergrund
Im Jahr 1912 haben das Königreich Sachsen, die Stadt Leipzig und der Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig den Vertrag über die Gründung der Deutschen Bücherei geschlossen. 1946 wurde als Folge der deutschen Teilung der Standort in Frankfurt am Main gegründet. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands wurden auch die Bibliotheken in Leipzig und Frankfurt am Main zu einer Bundeseinrichtung zusammengeführt. Beide Standorte sind seitdem zu einer modernen gesamtdeutschen Institution zusammengewachsen, die eine wichtige Rolle für das kulturelle Gedächtnis Deutschlands spielt.
Kontakt:
Deutsche Nationalbibliothek
Stephan Jockel, Pressesprecher
Adickesallee 1 | 60322 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 1525-1005 | E-Mail: s.jockel@dnb.de
ELN Finder: Neuer Service hilft bei der Auswahl eines passgenauen Elektronischen Laborbuchs
Der Markt für Elektronische Laborbücher – kurz ELN für Electronic Lab Notebook – ist vielfältig und teils unübersichtlich. Den Überblick zu wahren, ist für Forschende und Personen, die mit dem Forschungsdatenmanagement (FDM) befasst sind, nicht einfach. Ein leistungsstarkes Tool zur Unterstützung bei der Auswahl passender Software oder geeigneter Dienste für das eigene Labor oder die gesamte Einrichtung stand bislang nicht zur Verfügung. Weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene gab es eine kontinuierlich gepflegte und möglichst vollständige Übersicht, die detaillierte Informationen zu den einzelnen Produkten enthält. Diese Lücke schließt nun der Webdienst ELN Finder von ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften und der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Darmstadt.
Um passgenaue Software zu finden, arbeitet der ELN Finder mit Filtern. Im aktuellen Ausbau stehen mittels eines ausgefeilten Metadatenschemas über 40 Filterkriterien zur Verfügung, die wiederum in thematische Kategorien eingeteilt sind. Die Ergebnisliste der ermittelten ELN-Tools wird in einer Übersicht dargestellt, die neben den Basisdaten auch Kurzbeschreibungen der einzelnen Tools umfasst. Derzeit enthält der ELN Finder detaillierte aktuelle Informationen zu ca. 20 verschiedenen ELN-Softwaresystemen. Für den weiteren Ausbau der Datenbasis und die kontinuierliche Pflege wurden redaktionelle Verfahren entwickelt und erprobt. Dabei ist der ELN Finder mehr als nur ein Web-Dienst: Nutzende desselben Systems können sich vernetzen und über ihre Erfahrungen austauschen.
Der ELN Finder wird von ZB MED organisiert. Die technische Umsetzung als Web-Dienst erfolgt durch die ULB Darmstadt, basierend auf der Open-Source-Software DSpace7. Die Redaktion besteht aus zahlreichen Expert*innen und Nutzenden von ELN-Tools aus ganz Deutschland.
Weiterführende Informationen:
Zum ELN Finder: https://eln-finder.ulb.tu-darmstadt.de/home
Blogpost: ELN Finder – a new web service to support the choosing of an electronic lab notebook: https://blog.zbmed.de/eln-finder
Hintergrund-Informationen
Über die TU Darmstadt
Die TU Darmstadt zählt zu den führenden Technischen Universitäten in Deutschland und steht für exzellente und relevante Wissenschaft. Globale Transformationen – von der Energiewende über Industrie 4.0 bis zur Künstlichen Intelligenz – gestaltet die TU Darmstadt durch herausragende Erkenntnisse und zukunftsweisende Studienangebote entscheidend mit.
Ihre Spitzenforschung bündelt die TU Darmstadt in drei Feldern: Energy and Environment, Information and Intelligence, Matter and Materials. Ihre problemzentrierte Interdisziplinarität und der produktive Austausch mit Gesellschaft, Wirtschaft und Politik erzeugen Fortschritte für eine weltweit nachhaltige Entwicklung.
Seit ihrer Gründung 1877 zählt die TU Darmstadt zu den am stärksten international geprägten Universitäten in Deutschland; als Europäische Technische Universität baut sie in der Allianz Unite! einen transeuropäischen Campus auf. Mit ihren Partnern der Rhein-Main-Universitäten – der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz – entwickelt sie die Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main als global attraktiven Wissenschaftsraum weiter.
URL: https://www.tu-darmstadt.de
Über ZB MED
ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften ist das nationale Infrastruktur- und Forschungszentrum für lebenswissenschaftliche Daten und Informationen. Unsere Dienstleistungen unterstützen die Forschung für Mensch und Umwelt: von Medizin über Biodiversität bis hin zu Umweltschutz.
Information Hub for Life Sciences
Wir stellen die Infrastrukturen für die Literatur- und Informationsversorgung, das Datenmanagement und die Handhabung großer Datenmengen bereit.
Data Sciences for Life Sciences
Wir forschen angewandt und transdisziplinär. Wir ermöglichen Datenanalysen und generieren Datenpotenziale. Als Partner der Forschung schaffen wir neues Wissen, das sich an den Bedürfnissen der Community orientiert.
Unsere Leitlinien
Forschen + vernetzen: Wir forschen gemeinsam mit der regional, national, europäisch und weltweit vernetzten Forschungsgemeinschaft.
Data Science: Wir ermöglichen Datenanalysen und generieren neue Erkenntnisse durch Forschung.
Zugang zu Informationen: Wir stellen den Zugang zu Information, Literatur und Daten als zentrale Informationsinfrastruktur nachhaltig bereit.
Open + FAIR: Wir fördern die offene und reproduzierbare Wissenschaft im Sinne von Open Science und FAIR-Prinzipien.
Wissens- und Kompetenzvermittlung: Wir vermitteln aktiv Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten
Kontakt:
Ulrike Ostrzinski
Pressesprecherin ZB MED
Gleueler Str. 60 | 50931 Köln
E-Mail: pressestelle@zbmed.de
URL: https://www.zbmed.de
ZBW ist offizieller Archivpartner für internationales ISSN-Zentrum
Internationale Kooperation zwischen ISSN International Centre und ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft wird im Kontext der digitalen Langzeitarchivierung ausgebaut
ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft ist der erste Kooperationspartner aus Deutschland, der beim ISSN-Zentrum die digitale Langzeitarchivierung nachweist. Rund 2.000 wirtschaftswissenschaftliche Fachzeitschriften und Working-Paper-Serien werden in den kommenden Jahren an das ISSN-Zentrum berichtet.
Digital verfügbare Literatur ist für die Wissenschaft unverzichtbar. Um diese sehr flüchtigen Informationen langfristig nutzen zu können, muss sie nicht nur über einen langen Zeitraum digital gespeichert werden, sondern auch in einem kontinuierlichen Prozess an den technologischen Wandel und damit an die neueste Soft- und Hardware angepasst werden. Um Bibliotheken weltweit einen Überblick zu geben, für welche Titel die digitale Bewahrung bereits gewährleistet ist oder nicht und wer dafür verantwortlich ist, führt das Internationale ISSN-Zentrum eine in das ISSN-Portal integrierte Liste, das Keepers Registry.
Wissenschaftliche Fachzeitschriften haben oft sehr ähnliche Namen. Unterscheidbar werden sie durch ihre Identifikationsnummer – die sogenannte ISSN, die weltweit gültig ist. Zuständig für die Koordinierung ist das Internationale ISSN-Zentrum mit Sitz in Paris. Über das ISSN-Portal können Bibliotheken, Archive oder Repositorien aus aller Welt für fortlaufende Ressourcen wie beispielsweise Fachzeitschriften recherchieren, ob ein bestimmter Titel schon langzeitarchiviert ist und wer die digitale Langzeitarchivierung verantwortet. Auf diese Weise können Bibliotheken weltweit entscheiden, ob eine Ressource von ihnen noch archiviert werden sollte.
Damit dies auch nachhaltig und mit hoher Qualität funktioniert, hat sich das ISSN-Zentrum für die digitale Langzeitarchivierung die großen wissenschaftlichen Bibliotheken dieser Welt ins Boot geholt. Dazu zählen beispielsweise die Library of Congress, die National Library of France, die British Library, das National Digital Preservation Program China oder die National Library of the Netherlands.
Ab 2023 gehört nun auch die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft dazu. Die ZBW ist die erste deutsche wissenschaftliche Bibliothek, die „Keeper“ – zu Deutsch „Bewahrer“ – für das ISSN International Centre wird. Die ZBW verantwortet insbesondere die digitale Langzeitarchivierung für rund 2.000 wirtschaftswissenschaftliche Fachzeitschriften und weitere digitale fortlaufende Ressourcen und weist diese im ISSN-Portal nach.
Das digitale Langzeitarchiv der ZBW ist seit 2020 ausgezeichnet mit dem internationalen CoreTrust-Siegel. In Deutschland ist die ZBW die erste Institution, die drei Zertifizierungen erreicht hat: das Data Seal of Approval, das nestor-Siegel und ebenso das CoreTrustSeal.
Über die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) ist die weltweit größte Informationsinfrastruktur für die Wirtschaftswissenschaften. Die Einrichtung beherbergt rund 4 Millionen Medieneinheiten und ermöglicht den Zugang zu Millionen wirtschaftswissenschaftlicher Online-Dokumente. Allein 2021 wurden mehr als 17 Millionen digitale Volltexte heruntergeladen. Daneben stellt die ZBW eine rasant wachsende Sammlung von Open-Access-Dokumenten zur Verfügung. EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt aktuell über 235.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, dem Fachportal für wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Forschende in über 10 Millionen Datensätzen recherchieren. Zudem gibt die ZBW die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics im Gold Open Access heraus. Die ZBW ist eine forschungsbasierte wissenschaftliche Bibliothek. Mit Professuren in der Informatik, Wirtschaftswissenschaft und Medienwissenschaft und deren international besetzter Doktorandengruppe beschäftigt sich die ZBW transdisziplinär mit dem Thema Open Science. Die ZBW ist in ihrer Forschung international vernetzt. Hauptsächliche Kooperationspartner kommen aus EU-Vorhaben, aus DFG- bzw. BMBF-Projekten sowie aus dem Leibniz-Strategieforum Open Science. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und Stiftung des öffentlichen Rechts.
URL: www.zbw.eu
Pressekontakt
Dr. Doreen Siegfried, Pressesprecherin
ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
Düsternbrooker Weg 120 | 24105 Kiel
Tel.: 0431 88 14-455 | E-Mail: d.siegfried@zbw.eu
URL: www.zbw.eu
Besserer Datenaustausch bei Open-Access-Veröffentlichungen: TIB, ZB MED und ZBW schließen Vereinbarung mit OA Switchboard
Die drei Deutschen Zentralen Fachbibliotheken finanzieren bis Ende 2024 die Teilnahme an der OA-Switchboard-Initiative für Hochschulen und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland
Open Access macht Forschungsergebnisse für alle frei zugänglich und die Open-Access-Transformation schreitet stetig voran. Dabei sind viele Akteur*innen involviert: Forschende, wissenschaftliche Einrichtungen, zu denen auch Bibliotheken gehören, Forschungsförderer und Verlage.
Das OA Switchboard bietet eine zentrale Schnittstelle für den schnellen standardisierten Austausch von Informationen und Nachrichten zwischen Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen sowie deren Bibliotheken und Verlagen sowie Forschungsförderern. Es wurde entwickelt, um die Kommunikation zwischen den Akteur*innen über eingereichte Artikel und erfolgte Veröffentlichungen zu verbessern, indem es relevante Metadaten zum jeweiligen Artikel zeitnah und in einem einheitlichen Datenformat übermittelt. So kann das Tool Einrichtungen wie Bibliotheken oder Universitäten etwa bei der notwendigen Dokumentation von Open-Access-Publikationen der eigenen Forschenden unterstützen.
Die drei Deutschen Zentralen Fachbibliotheken, TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften, ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften und ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft finanzieren 2023 und 2024 für eine zweijährige Pilotphase gemeinsam den Zugriff auf das OA Switchboard für Hochschulen und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland.
„Die Idee für das OA Switchboard entstand 2018 durch eine Gruppe verschiedener Interessenvertreter*innen als Reaktion auf gemeinsame Herausforderungen, wie etwa den Anforderungen zur Umsetzung von Open-Access-Richtlinien von Institutionen und Forschungsförderern oder den immer komplexer werdenden (transformativen) Vereinbarungen zwischen Verlagen und Einrichtungen“, so Yvonne Campfens, Direktorin von OA Switchboard. „Wir freuen uns sehr, dass deutsche Institutionen durch diese nationale Vereinbarung nun die Möglichkeit haben, dieses ‚Metadaten-Kommunikationssystem‘ zu nutzen und Teil der OA-Switchboard-Initiative zu sein“, fährt sie fort.
„In einem auf Open Access basierenden Wissenschaftssystem ist die Sammlung und Analyse vertrauenswürdiger Publikationsinformationen für wissenschaftliche Institutionen und Bibliotheken von entscheidender Bedeutung. Als Einrichtung verhandeln wir seit vielen Jahren Verträge für Konsortien – und zwar immer häufiger mit Open-Access-Komponente – und wir schätzen die Dienste von OA Switchboard, die einen reibungslosen Datenaustausch zwischen Verlagen und Institutionen ermöglichen“, erklärt Dr. Irina Sens, stellvertretende Direktorin der TIB.
Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann, Wissenschaftlicher Direktor von ZB MED, freut sich, das Tool den publikationsstarken lebenswissenschaftlichen Communities kostenfrei zur Verfügung stellen zu können: „OA Switchboard ist eine sehr hilfreiche und zukunftsweisende Open-Source-Entwicklung, die den Nutzen von Open Access für alle Beteiligten deutlich erhöht – seien es Forschungseinrichtungen oder Bibliotheken, Autor*innen oder Verlage. Damit erweitern wir auch unsere eigenen Angebote rund um Open Access, beispielsweise unsere Publikationsplattform PUBLISSO.“
Olaf Siegert, Open-Access-Beauftragter der ZBW, ist von dem Nutzen des Tools für die wissenschaftlichen Einrichtungen überzeugt: „Im Rahmen der Open-Access-Transformation müssen die Prozesse zwischen allen Beteiligten neu organisiert und, wo möglich, automatisiert und vereinfacht werden. OA Switchboard mit seinem Non-Profit-Ansatz sehen wir als einen Fortschritt, insbesondere für den Informationsaustausch zwischen Verlagen und Forschungseinrichtungen. Daher unterstützen wir das Bestreben, dieses Tool den deutschen Forschungseinrichtungen und ihren Bibliotheken ohne finanzielle Barrieren zur Verfügung zu stellen“.
Deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die an einem kostenlosen Zugang zu OA Switchboard interessiert sind, können sich an support@oaswitchboard.org (englischsprachig) wenden.
Über die TIB
Die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek versorgt Wissenschaft, Forschung, Industrie und Wirtschaft mit Literatur und Informationen – sowohl in gedruckter als auch in elektronischer Form. Die Bibliothek setzt sich für Offenheit und den freien Zugang – Open Access – zu Informationen, Publikationen und wissenschaftlichen Daten ein: Sie will Informationen und Wissen leichter zugänglich, transparenter und besser nachnutzbar machen. Die TIB baut ihre Rolle als deutsches Informationszentrum für die Digitalisierung von Wissenschaft und Technik stetig aus. Für Fach- und Forschungscommunities stellt sie unter www.tib.eu wissenschaftliche Inhalte, digitale Dienste und Methodenkompetenz bereit, um die verschiedenen Phasen des wissenschaftlichen Arbeitens zu unterstützen. Über ihr Recherche- und Bestellportal bietet die Bibliothek Zugriff auf mehr als 95 Millionen von der TIB indexierte technisch-naturwissenschaftliche Datensätze. Zu dem exzellenten qualitätsgeprüften Bestand zählen auch Wissensobjekte wie audiovisuelle Medien, 3D-Modelle und Forschungsdaten. Mit eigens entwickelten Suchtechnologien können im AV-Portal der TIB (https://av.tib.eu) die Inhalte wissenschaftlicher Videos aus Technik und Naturwissenschaften zielgenau durchsucht werden. TIB betreibt angewandte Forschung und Entwicklung, um neue Dienstleistungen zu generieren und bestehende zu optimieren. Die Schwerpunkte liegen auf Data Science, nicht-textuellen Materialien, Open Science und Visual Analytics. Die TIB ist eine Stiftung öffentlichen Rechts des Landes Niedersachsen und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.
URL: www.tib.eu
Über ZB MED
ZB MED ist das nationale Infrastruktur- und Forschungszentrum für lebenswissenschaftliche Daten und Informationen. Unsere Dienstleistungen unterstützen die Forschung für Mensch und Umwelt: von Medizin über Biodiversität bis hin zu Umweltschutz.
Information Hub for Life Sciences
Wir stellen die Infrastrukturen für die Literatur- und Informationsversorgung, das Datenmanagement und die Handhabung großer Datenmengen bereit.
Data Sciences for Life Sciences
Wir forschen angewandt und transdisziplinär. Wir ermöglichen Datenanalysen und generieren Datenpotenziale. Als Partner der Forschung schaffen wir neues Wissen, das sich an den Bedürfnissen der Community orientiert.
URL: www.zbmed.de
Über die ZBW
Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) ist die weltweit größte Informationsinfrastruktur für die Wirtschaftswissenschaften. Die Einrichtung beherbergt rund 4 Millionen Medieneinheiten und ermöglicht den Zugang zu Millionen wirtschaftswissenschaftlicher Online-Dokumente. Allein 2021 wurden mehr als 17 Millionen digitale Volltexte heruntergeladen. Daneben stellt die ZBW eine rasant wachsende Sammlung von Open-Access-Dokumenten zur Verfügung. EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt aktuell über 240.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, dem Fachportal für wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Forschende in über 10 Millionen Datensätzen recherchieren. Zudem gibt die ZBW die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics im Gold Open Access heraus. Die ZBW ist eine forschungsbasierte wissenschaftliche Bibliothek. Mit Professuren in der Informatik, Wirtschaftswissenschaft und Medienwissenschaft und deren international besetzter Doktorandengruppe beschäftigt sich die ZBW transdisziplinär mit dem Thema Open Science. Die ZBW ist in ihrer Forschung international vernetzt. Hauptsächliche Kooperationspartner kommen aus DFG- bzw. BMBF-Projekten sowie aus dem Leibniz-Strategieforum Open Science. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und Stiftung des öffentlichen Rechts.
Über OA Switchboard
Das Open-Access-Switchboard ist eine von der Community getragene Initiative, die den Austausch von Informationen über Open-Access-Publikationen zwischen den Beteiligten während des gesamten Publikationsprozesses vereinfachen soll. Sie bietet ein standardisiertes Nachrichtenprotokoll und eine gemeinsame Infrastruktur, die für den Betrieb und die Integration mit allen Systemen der Beteiligten ausgelegt ist. Es wurde von und für die Menschen entwickelt, die es nutzen, und wird mit bestehenden PIDs genutzt.
URL: https://www.oaswitchboard.org
Medienkontakt
TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften
Dr. Sandra Niemeyer, Pressereferentin
Kommunikation und Marketing
Welfengarten 1 B | 30167 Hannover
Tel.: 0511 762-2772 | Fax: 0511 762-2686
E-Mail: sandra.niemeyer@tib.eu | URL: www.tib.eu
„Gewitter am Fuße des Fuji“
Bayerische Staatsbibliothek ergänzt ihre japanische Sammlung mit dem Ankauf eines Meisterwerks von Katsushika Hokusai
Der Bayerischen Staatsbibliothek ist es gelungen, ihre umfangreiche japanische Sammlung um ein außergewöhnliches Werk zu ergänzen: Aus einer japanischen Privatsammlung konnte der Holzschnitt „Gewitter am Fuße des Fuji“ von Katsushika Hokusai (1760–1849), dem großen Meister des japanischen Farbholzschnitts, angekauft werden.
Die eindrucksvolle Darstellung des Fuji mit dem markanten roten Blitz im Vordergrund ist um 1831 entstanden und gilt nicht nur als eines der Meisterwerke Hokusais, sondern überhaupt als ein Spitzenstück der Holzschnittkunst.
Der Holzschnitt stammt wie die „Große Welle vor Kanagawa“ aus der berühmten Serie „36 Ansichten des Berges Fuji“, die der japanische Maler und Farbholzschnittkünstler Hokusai im Alter von 70 Jahren auf dem Höhepunkt seines Könnens geschaffen hat. Auf allen Farbholzschnitten dieser Serie ist der als heilig verehrte, höchste Berg Japans, der Fuji, zu sehen, häufig im Hintergrund, zu verschiedenen Jahreszeiten und von ganz unterschiedlichen Orten aus.
Bei dem neu erworbenen Farbholzschnitt handelt es sich um einen frühen, sehr gut erhaltenen und ausgesprochen farbfrischen Abzug von den 1830/31 geschnittenen Originaldruckplatten. Charakteristisch für die frühen Drucke dieser Serie sind die blauen Umrisslinien, für deren Druck eine Mischung aus Indigo und dem erst wenige Jahre zuvor nach Japan gelangten Farbstoff Preußischblau verwendet wurde.
Der Holzschnitt wurde am Institut für Bestandserhaltung und Restaurierung (IBR) der Bayerischen Staatsbibliothek materialwissenschaftlich berührungslos mit spektroskopischen Methoden, mit Röntgenfluoreszenz sowie bildgebenden Verfahren untersucht. Die Ergebnisse ermöglichen im Abgleich mit aktuellen Forschungsdaten zu Holzschnitten von Hokusai aus dem Metropolitan Museum of Arts und anderen Museen eine Datierung des Werkes um das Jahr 1831.
Bayerns Kunstminister Markus Blume betont: „Bibliotheken öffnen Fenster über die eigene geistige Heimat hinaus: Die Japansammlung der Bayerischen Staatsbibliothek ermöglicht einen beeindruckenden Einblick in die japanische Kultur. Ich freue mich, dass mit der Neuerwerbung eines Holzschnittes von Katsushika Hokusai die Sammlung um ein bedeutsames Werk wächst!“
Die japanische Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek umfasst rund 90.000 gedruckte Bände, 100 Handschriften und 900 Einblattdrucke. Sie zeichnet sich durch herausragende Einzelstücke aus und enthält eine Vielzahl von seltenen und mit Farbholzschnitten reich illustrierten Werken.
URL: https://www.bsb-muenchen.de/sammlungen/asien/sprachen/japanisch
Bildmaterial
Das Bild wird im Zusammenhang mit einer Berichterstattung über die Neuerwerbung oder die Ostasiensammlung der Bayerischen Staatsbibliothek kostenfrei zur Verfügung gestellt. Eine Verwendung in einem anderen Zusammenhang ist genehmigungs- und ggf. kostenpflichtig.
Fotonachweis: „Bayerische Staatsbibliothek“
Über die Bayerische Staatsbibliothek
Die Bayerische Staatsbibliothek, gegründet 1558 durch Herzog Albrecht V., ist mit rund 37 Millionen Medieneinheiten die größte wissenschaftliche Universalbibliothek Deutschlands und eine der international bedeutendsten Gedächtnisinstitutionen. Mit über 3 Millionen digitalisierten Werken verfügt die Bayerische Staatsbibliothek über den größten digitalen Datenbestand aller deutschen Bibliotheken. Die Bibliothek bietet vielfältige Dienste im Bereich innovativer digitaler Nutzungsszenarien an. Sie agiert zudem als technischer und redaktioneller Betreiber des Landeskulturportals bavarikon, des Literaturportals Bayern und der Verkündungsplattform des Freistaats.
Ansprechpartner
Dr. Thomas Tabery
Orient- und Asienabteilung
Tel.: +49 89 28638-2656 | E-Mail: tabery@bsb-muenchen.de
Peter Schnitzlein
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 89 28638-2429 | E-Mail: presse@bsb-muenchen.de
Bayerische Staatsbibliothek
Ludwigstr. 16 | 80539 München
Visuelles Gedächtnis: stern-Fotoarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek ist online
Das stern-Fotoarchiv-Portal der Bayerischen Staatsbibliothek ist online. Damit macht die Bibliothek eines der bedeutendsten visuellen Archive der Bundesrepublik der Öffentlichkeit zugänglich. Unter www.stern-fotoarchiv.de stehen die ersten 250.000 Bilder der insgesamt rund 15 Millionen Aufnahmen für Wissenschaft, Öffentlichkeit und kommerzielle Nutzung zur Verfügung. Das Portal befindet sich im Aufbau und wird laufend erweitert.
Die herausragende Bedeutung des stern-Fotoarchivs für das visuelle Gedächtnis der Bundesrepublik wird bereits auf der Startseite deutlich. Der Nutzer gelangt hier direkt zum Herzstück des Bildportals mit bereits mehr als 1.000 Reportagen, die zwischen 1972 und 2001 entstanden sind. Sie zeigen zentrale Ereignisse des damaligen Weltgeschehens wie den Nahost-Krieg, den Balkankrieg oder die Hungersnot in Äthiopien. Andere Reportagen porträtieren bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport wie Willy Brandt, Günter Grass oder Torwartlegende Toni Schumacher.
Die vorliegenden Reportagen stammen von 15 renommierten, beim stern festangestellten Fotografen, von denen die Bayerische Staatsbibliothek bereits die Nutzungsrechte erworben hat, darunter so prominente Namen wie Harald Schmitt, Jay Ullal und Jürgen Gebhardt. Im Portal wird jeder stern-Fotograf mit einem Kurzporträt präsentiert, zu den jeweiligen Reportagen wird direkt verlinkt.
Einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit der stern-Bildredaktion erlauben die Kontaktbögen der einzelnen Reportagen, auf denen häufig handschriftliche Markierungen zu sehen sind. Mittels eines „best of“-Filters („Best of: Vorauswahl stern“) können gezielt nur die durch die stern-Bildredaktion oder den stern-Fotografen markierten Aufnahmen angezeigt werden. Die Kontaktbögen ordnen zudem jede Aufnahme in ihrem Entstehungskontext ein. Die vertiefenden Text-Informationen auf den Kontaktbogenrückseiten sind durchsuchbar.
Verschiedene Such- und Filtermöglichkeiten, wie z. B. die auf der Gemeinsamen Normdatei (GND) basierenden Suchbegriffe oder diverse Zeit- und Ortsfilter führen zum gewünschten Suchergebnis. Zudem sind alle Reportagen über eine Weltkarte geografisch verortet und von dort aus bequem aufrufbar.
Nutzer können ihre Lizenzanfrage über eine Warenkorbfunktion direkt aus dem Portal heraus bestellen; die Bereitstellung der lizenzierten Bilder erfolgt via Download-Link. Damit können Nutzeranfragen aus Wissenschaft, Öffentlichkeit oder zu kommerziellen Zwecken effektiv und schnell bearbeitet werden.
Aktuell sind mehr als eine halbe Million Negative des analogen Archivs digitalisiert. Davon sind zum jetzigen Zeitpunkt bereits 250.000 Einzelbilder und 17.000 dazugehörige Kontaktbögen über das stern-Fotoarchiv online recherchierbar. 2019 hatte die Bayerische Staatsbibliothek das analoge Fotoarchiv des stern mit rund 15 Millionen Negativen, Abzügen und Dias übernommen. Bis Ende 2025 werden in einem ersten Digitalisierungsprojekt die ersten 3 Millionen Negative mit Aufnahmezeitpunkt ab etwa 1971 und die zugehörigen Kontaktbögen digitalisiert und über das stern-Fotoarchiv online zugänglich gemacht.
Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek: „Das Fotoarchiv des stern gilt als visuelles Gedächtnis nicht nur der Bundesrepublik Deutschland, sondern der Zeitgeschichte allgemein. Für Wissenschaft und Öffentlichkeit ist das stern-Fotoarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek eine einzigartige zeithistorische Quelle von nationaler und internationaler Bedeutung.“
Bildmaterial
Die Bilder werden im Zusammenhang mit einer Berichterstattung über den Onlinegang des Bildportals zum stern-Fotoarchiv durch die Bayerische Staatsbibliothek kostenfrei zur Verfügung gestellt. Eine Verwendung in einem anderen Zusammenhang ist genehmigungs- und ggf. kostenpflichtig. Eine Archivierung der Fotos ist nicht gestattet.
Über die Bayerische Staatsbibliothek
Die Bayerische Staatsbibliothek, gegründet 1558 durch Herzog Albrecht V., ist mit rund 37 Millionen Medieneinheiten die größte wissenschaftliche Universalbibliothek Deutschlands und eine der international bedeutendsten Gedächtnisinstitutionen. Mit über 3 Millionen digitalisierten Werken verfügt die Bayerische Staatsbibliothek über den größten digitalen Datenbestand aller deutschen Bibliotheken. Die Bibliothek bietet vielfältige Dienste im Bereich innovativer digitaler Nutzungsszenarien an. Sie agiert zudem als technischer und redaktioneller Betreiber des Landeskulturportals bavarikon, des Literaturportals Bayern und der Verkündungsplattform des Freistaats.
Ansprechpartner
Dr. Cornelia Jahn
Abteilung Karten und Bilder
Tel.: +49 89 28638-2287 | E-Mail: cornelia.jahn@bsb-muenchen.de
Peter Schnitzlein
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 89 28638-2429 | E-Mail: presse@bsb-muenchen.de
Bayerische Staatsbibliothek
Ludwigstr. 16 | 80539 München
DFG bewilligt Mittel für weiteren Ausbau der Informationsangebote an der Universitätsbibliothek
Drei Frankfurter Fachinformationsdienste gehen in die nächste Förderphase
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt umfangreiche Mittel für den weiteren Ausbau der drei Fachinformationsdienste (FID) „Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft“, „Biodiversitätsforschung“ und „Linguistik“ und fördert die drei Projekte in den nächsten Jahren an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt am Main mit knapp 3,5 Millionen Euro. Damit stellt die Frankfurter Universitätsbibliothek sechs von aktuell 37 Fachinformationsdiensten im nationalen DFG-Programm zur Unterstützung von Wissenschaft, Forschung und Lehre.
Die DFG fördert seit 2016 den FID Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (AVL). In der nunmehr dritten Projektphase wird der Ausbau des mittlerweile etablierten Fachportals avldigital.de fortgesetzt, das die komparatistische Community in ihrer Recherche-, Publikations- und Kommunikationspraxis ganz wesentlich unterstützt. Neben der Integration zusätzlicher Spezialkataloge wie der maßgeblichen Comic-Bibliografie BOBC sowie Babelkat, der größten deutschsprachigen Bibliografie-Datenbank des Übersetzerwissens, wird der FID AVL völlig neue Serviceangebote aufbauen. Dazu zählen u. a. Verzeichnisse von laufenden Habilitationsvorhaben und literaturwissenschaftlichen Übersetzungsprojekten sowie ein Nachweissystem für komparatistische Forschungsdaten. Die Open-Access-Kultur in der Komparatistik wird u. a. durch einen eigenen kleinen Publikationsfonds gestärkt. Ebenfalls neu: Auf dem FID-eigenen Repositorium CompaRe finden künftig auch ausgewählte Beiträge aus Wissenschaftsblogs sowie Podcasts Aufnahme. Nach wie vor gepflegt wird der umfassende Erwerb gedruckter Spezialliteratur. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Nachnutzbarkeit von Infrastruktur sowie der Aktualität der Inhalte von avldigital.de, was durch kooperatives Arbeiten im Rahmen eines stabilen Netzwerks sichergestellt wird. Die Bereitschaft zahlreicher Institutionen, mit dem FID AVL zu kooperieren, belegt die breite Akzeptanz des bisher eingeschlagenen Weges.
Dass die Biodiversitätsforschung vor großen Herausforderungen steht, ist beispielsweise durch das Insektensterben und die Folgen eines Klimawandels ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Für die Forschungen in diesem Bereich ist es erforderlich, Informationen aus der Literatur der letzten 250 Jahre zu extrahieren und für effiziente IT-gestützte Analysen bereitzustellen. Nur wenn diese umfangreichen Daten mobilisiert werden können, ist eine zuverlässige Beurteilung aktuell ablaufender ökologischer Veränderungen möglich. Der FID Biodiversitätsforschung (BIOfid) leistet hierzu einen grundlegenden Beitrag. In der dritten Projektphase des seit 2017 geförderten FID wird vor allem Literatur zu Themenfeldern wie Bodenökologie oder Insektensterben digitalisiert, mit fortgeschrittenen Text-Mining-Methoden verarbeitet und verfügbar gemacht. Weitere Ziele von BIOfid sind die Förderung von Open Access, die Verfügbarmachung von fachspezifischen Text-Mining-Werkzeugen und eine umfassende Versorgung mit Spezialliteratur zur Biodiversität.
Der FID Linguistik ist eine zentrale Serviceeinrichtung für die Allgemeine Linguistik, die Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft und die einzelphilologischen Sprachwissenschaften. In der dritten Förderphase wird die Informationsplattform des FID, das Linguistik-Portal, weiter ausgebaut. Dies geschieht durch die konsequente Vernetzung des Portals mit Linked Open Data, durch die Einbindung von weiteren einschlägigen Informationsquellen und durch den Einsatz von Semantic-Web-Technologien. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Optimierung der Recherche nach Forschungsdaten und der Erhöhung ihrer Sichtbarkeit. Die Sichtbarkeit wird bspw. dadurch erhöht, dass Sekundärliteratur mit Sprachkorpora, elektronischen Wörterbüchern und korpuslinguistischen Tools verknüpft wird. Ein zusätzlicher Fokus liegt auf kleinen und bedrohten Sprachen. Zur Versorgung der Fachcommunity mit relevanten Informationsressourcen betreibt der FID Linguistik konventionellen Literaturerwerb und stellt überregionale Lizenzen für kommerzielle Sprachkorpora, korpuslinguistische Zeitschriften und ausgewählte, hochspezielle Datenbanken bereit. Zur Stärkung der Open-Access-Infrastruktur plant der FID Linguistik Maßnahmen zur Verbesserung der Suchbarkeit von linguistischen Open-Access-Publikationen und setzt sein Engagement für das Hosting und die organisatorische Unterstützung von E-Journals fort.
Mit den sechs Fachinformationsdiensten Afrikastudien, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Biodiversitätsforschung, Darstellende Kunst, Jüdische Studien sowie Linguistik positioniert sich die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg als feste Größe im System der Infrastruktureinrichtungen für Wissenschaft und Forschung und leistet einen wertvollen Beitrag für das gesamte FID-Netzwerk in Deutschland.
Information:
Kontakt:
FID Allgemeine u. Vergleichende Literaturwissenschaft (AVL): Dr. Volker Michel
E-Mail: v.michel@ub.uni-frankfurt.de | URL: https://www.avldigital.de
FID Biodiversitätsforschung (BIOfid): Dr. Gerwin Kasperek
E-Mail: g.kasperek@ub.uni-frankfurt.de | URL: https://www.biofid.de/de
FID Linguistik: Heike Renner-Westermann
E-Mail: h.renner-westermann@ub.uni-frankfurt.de | URL: https://www.linguistik.de
Kontakt für Pressefragen allgemein:
Bernhard Wirth, Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (069) 798 39223 | E-Mail: b.wirth@ub.uni-frankfurt.de
Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg
Bockenheimer Landstraße 134–138 | 60325 Frankfurt am Main
Ein „Hub“ für Menschen, Wissen und Services
Die Universitätsbibliothek Frankfurt im Strategie- und Transformationsprozess: Direktorin Daniela Poth spricht im neuen UniReport darüber, wo es hingehen soll
Die Herausforderungen sind gewaltig, vor allem die Digitalisierung hat für einen gewaltigen Veränderungsdruck gesorgt: Wie sieht die Zukunft der wissenschaftlichen Bibliotheken aus? Im Spätherbst 2021 machte sich die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg auf den Weg: Es sollte eine eigene Strategie entwickelt werden, um die Institution gut für die Zukunft aufzustellen. Noch stärker als in der Vergangenheit soll die Bibliothek zu einem Knotenpunkt des interdisziplinären Austauschs und der Wissenschaftsunterstützung werden. Mitarbeitende und Expert*innen waren im Prozess involviert, am Ende stand das „strategische Zielbild 2032“. Nun geht es um die Umsetzung, erste Schritte sind getan.
Daniela Poth, Direktorin der Universitätsbibliothek, spricht im Interview mit dem UniReport über den Strategie- und Transformationsprozess, über die technologische Entwicklung, über das veränderte Nutzerverhalten und die neuen Anforderungen an die Kompetenz ihrer Mitarbeitenden. Auch wenn die Bibliothek der Zukunft als ein sich ständig verändernder Organismus gedacht werden sollte: In der Rolle einer Universitätsbibliothek in der Informationsversorgung sieht Poth zugleich ein Kontinuum: Die Rolle „beinhaltet weiter das Auswählen, Bereitstellen und Kontextualisieren von Informationen, um unseren Nutzenden Orientierung zu geben“, so Daniela Poth im neuen UniReport.
Weitere Themen im aktuellen UniReport:
Aktuelles
„Biodiversität stärker ins öffentliche Bewusstsein zu tragen – darin sehe ich meine Aufgabe“: Prof. Karin Böhning-Gaese über ihre Berufung in den Rat für Nachhaltige Entwicklung.
Die Zukunft hat schon begonnen: Prof. Uwe Walz, Professor für VWL, hat ChatGPT bereits im laufenden Wintersemester mit Studierenden analysiert.
„Ich möchte Deutschlands beste Uni-App für Studierende entwickeln“: Chief Information Officer Ulrich Schielein erläutert im Interview, wie die App noch besser werden kann.
Forschung
Weniger hilft mehr: Das mildere Gift von Wildbienen verspricht ein größeres pharmazeutisches Anwendungspotenzial als das der Honigbiene, zeigt eine Studie von Forschenden aus Frankfurt und Gießen.
„Manchmal ist Verdecken von Widerstand notwendig“: Wo und warum es verdeckten Widerstand in demokratischen Gesellschaften gibt, erkundet ein neuer Sammelband des Instituts für Sozialforschung.
Auf den Spuren einer gefährlichen Infektionskrankheit: Der Mikrobiologe Volkhard Kempf hat mit einem Team Peru bereist, um mit einem kürzlich entwickelten Test die Bekämpfung des tödlichen Oroya-Fiebers voranzutreiben.
Substanzkonsum weiterhin auf niedrigem Niveau: Studie „MoSyD“ zu Drogentrends Jugendlicher in Frankfurt zeigt auf einigen Feldern zwar eine leichte Zunahme, aber nur auf den Stand der Vor-Corona-Zeit.
Und ruckzuck entstehen Bilder im Kopf: Kathryn Barnes forscht zu ikonischen Wörtern im Deutschen und deren Wirkung auf Leser und Zuhörer.
Studium, Lehre und Qualifikation
Wissenschaftliches Schreiben will gelernt sein: Eine Interviewserie mit Lehrenden der Goethe-Universität zeigt auf, dass auch „Profis“ mitunter Schreibprobleme haben.
Tenure-Track-Professur: Ein „Kulturwandel“ vonnöten? Einblicke aus dem „Tenure-Track-Netzwerk“.
Einsatz für ihre Landsleute: Die ukrainische Promovierende Mariana Shumliakivska ist mit dem „Stipendium für herausragendes Engagement internationaler Studierender an der Goethe-Universität“ ausgezeichnet worden.
Campus
Auch Tiere trauern und zeigen Mitgefühl: Lisa Czellnik, Masterstudentin an der Goethe-Universität, konnte mit der renommierten Philosophin Prof. Martha Nussbaum ein Interview über ihr neues Buch führen.
Geburtstag des Studierendenhauses: Am 21. Februar 2023 jährt sich die Eröffnung zum 70. Mal, eine Ausstellung würdigt die Geschichte des weit über Frankfurt hinaus bekannten Gebäudes.
Kultur
Über die „Geister“ eines Gebäudes: Die Künstlerin und Filmdozentin Laura J. Padgett möchte das IG-Farben-Haus und den Campus Westend in ihrer historischen Vielschichtigkeit erkunden.
Polyphone Angst und Verwirrung: Die Frankfurter Literaturwissenschaftlerin Anna Yeliz Schentke hat mit ihrem Debütroman „Kangal“ eine erstaunliche Resonanz im Literaturbetrieb geerntet.
International
Über Erzählungen eine gemeinsame Welt teilen: Der Politikwissenschaftler Dr. Nojang Khatami erforscht am Forschungskolleg Humanwissenschaften, wie die liberalen demokratischen Ordnungen mit einem stärkeren Ethos der Solidarität belebt werden können.
Bibliothek
Open-Access-Publikationsfonds der Goethe-Universität: Mit frischen Fördermitteln ins Förderjahr 2023.
Wer bin ich, und wenn ja, mit wem bin ich affiliert? Mit eindeutigen Angaben und einem ORCID-Profil für Klarheit sorgen.
UniReport online
Wie finden Sie unsere Artikel im Netz? Ganz einfach: Schauen Sie doch einmal ins Webmagazin der Goethe-Universität. Auf www.aktuelles.uni-frankfurt.de/unireport können Sie einen Großteil der Artikel aus der Printausgabe auch online lesen. Der UniReport 1/2023 steht zum kostenlosen Download bereit unter https://www.unireport.info/aktuelle-ausgabe. Herausgeber: Der Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de.
Goethe-Universität
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drei größten deutschen Universitäten. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist die Goethe-Universität Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.
URL: www.goethe-universitaet.de
Kontakt:
Bernhard Wirth, Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit
Geschäftsstelle für Aus- und Fortbildung in Hessen
Tel.: (069) 798 39223 | E-Mail: b.wirth@ub.uni-frankfurt.de
Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg
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Erstes Offenes Vernetzungstreffen der Kommission Bestandserhaltung des Deutschen Bibliotheksverbandes am 21. November 2022
Am 21. November 2022 organisierte die Kommission Bestandserhaltung des Deutschen Bibliotheksverbandes ein Online-Vernetzungstreffen, das sich vor allem an kleinere Bibliotheken richtete. Impulsvorträge von Mitgliedern der Kommission behandelten die Themen Energiekrise und Bestandserhaltung (vgl. auch die hierzu veröffentlichte Handreichung der Kommission: https://www.bibliotheksverband.de/publikationen#Bestandserhaltung), Notfallprävention und Notfallvorsorge sowie die Frage „Was bedeutet Nachhaltigkeit in der Bestandserhaltung?“. Ein weiteres Anliegen war es, die etwa 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach ihren Desideraten zur Bestandserhaltung zu befragen. Benannt wurden von ihnen als Themen vor allem die Erstellung von Bestandserhaltungskonzepten und Notfallplänen sowie der Umgang mit ungünstigen baulichen Voraussetzungen und geringen Ressourcen gerade in kleineren Häusern. Ein weiteres Desiderat war das Thema Best-Practice der Bestandserhaltung insbesondere für Kolleginnen und Kollegen, die dieses Aufgabengebiet in ihren Einrichtungen neu übertragen bekommen haben. Neben regelmäßigen virtuellen Treffen wünschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch analoge Fortbildungsveranstaltungen. Die regen Diskussionen während der Veranstaltung haben gezeigt, wie wichtig der Austausch zum Thema Bestandserhaltung für kleinere, aber durchaus auch für größere Bibliotheken ist. Das offene Vernetzungstreffen soll verstetigt werden, und die Mitglieder der Kommission Bestandserhaltung, die bei konkreten Anliegen auch beratend tätig werden können, planen eine analoge Fortbildung. Ein Ergebnis des Treffens war die Einrichtung eines Newsletters in Form einer Mailingliste. Anmeldungen hierfür können gerne gerichtet werden an: Jakob Frohmann, Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, J.Frohmann@ub.uni-frankfurt.de.
Jakob Frohmann / Armin Schlechter
© 2023 bei den Autorinnen und Autoren, publiziert von De Gruyter.
Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.
Articles in the same Issue
- Frontmatter
- Editorial
- Aus den Verbänden
- Die Arbeitsgemeinschaft der Regionalbibliotheken in der Sektion 4 des dbv – Bericht für die Jahre 2021/2022
- Land.schafft.Demokratie – Vielfalt und Dialog in der Bibliothek
- Bibliotheken: Außerschulische Bildungsorte für alle
- Kulturfonds Energie des Bundes kommt
- Themen
- Im Anfang war der Wert: Wie Agilität Bibliotheken verändern kann
- Die Rolle von Hochschulbibliotheken bei der Verbreitung von OER in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft (LIS) in Europa während der COVID-19-Pandemie
- Die Bibliotheca Biblica der Herzogin Elisabeth Sophie Marie
- Ein Jahr Erstcheck NS-Raubgut für Öffentliche Bibliotheken
- Notizen und Kurzbeiträge
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- Veranstaltungen
- Jahrestagung 2023 der AGMB
- Termine
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