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Princes between Lorenzo Valla and Bartolomeo Facio

  • Patrick Baker
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Portraying the Prince in the Renaissance
This chapter is in the book Portraying the Prince in the Renaissance

Abstract

Eine der ersten großen Debatten über die ars historica fand in den Jahren 1446- 1447 statt, als Bartolomeo Facio und Lorenzo Valla Invektiven vorlegten, die Vallas Historia Ferdinandi regis zum Gegenstand hatten - ein Geschichtswerk, das von dem Patron der beiden Humanisten, Alfons I. von Neapel, in Auftrag gegeben worden war. Eine der wohl wichtigsten Fragen, die dabei zur Diskussion standen, war die, wie man einen Herrscher darzustellen habe. Valla bestand darauf, dass der Historiker in seinem Urteil frei und an die Wahrheitspflicht gebunden sei. Insofern schreckte er auch nicht davor zurück, über wenig schmeichelhafte und bisweilen auch prekäre Details über König Ferdinand und andere Herrscher zu berichten. Facio dagegen war der Ansicht, dass die Aufgabe der Geschichtsschreibung gerade darin bestehe, die großen Taten berühmter Personen zu verherrlichen. Deshalb betonte er, dass der Historiker für seine Darstellung die geeigneten Episoden sorgfältig auswählen müsse, und stellte dafür Vorschriften auf, die eine mehr rhetorische Historiographie kennzeichnen: Klarheit, Kürze, Würde und Plausibilität. Obwohl die frühere Forschung eher Vallas Standpunkt aufgewertet hat, entsprach Facios Ansatz eigentlich mehr den zeitgenössischen Erwartungen und Vorstellungen, wie man Geschichte schreiben sollte. Dieser Beitrag umreißt Facios Kritik an der Art und Weise, wie Valla die Taten von Herrschern darstellt, und zeigt auf, wie Facio sein Konzept von Geschichtsschreibung entwickelte, und welchen Anreiz es für andere Humanisten hatte.

Abstract

Eine der ersten großen Debatten über die ars historica fand in den Jahren 1446- 1447 statt, als Bartolomeo Facio und Lorenzo Valla Invektiven vorlegten, die Vallas Historia Ferdinandi regis zum Gegenstand hatten - ein Geschichtswerk, das von dem Patron der beiden Humanisten, Alfons I. von Neapel, in Auftrag gegeben worden war. Eine der wohl wichtigsten Fragen, die dabei zur Diskussion standen, war die, wie man einen Herrscher darzustellen habe. Valla bestand darauf, dass der Historiker in seinem Urteil frei und an die Wahrheitspflicht gebunden sei. Insofern schreckte er auch nicht davor zurück, über wenig schmeichelhafte und bisweilen auch prekäre Details über König Ferdinand und andere Herrscher zu berichten. Facio dagegen war der Ansicht, dass die Aufgabe der Geschichtsschreibung gerade darin bestehe, die großen Taten berühmter Personen zu verherrlichen. Deshalb betonte er, dass der Historiker für seine Darstellung die geeigneten Episoden sorgfältig auswählen müsse, und stellte dafür Vorschriften auf, die eine mehr rhetorische Historiographie kennzeichnen: Klarheit, Kürze, Würde und Plausibilität. Obwohl die frühere Forschung eher Vallas Standpunkt aufgewertet hat, entsprach Facios Ansatz eigentlich mehr den zeitgenössischen Erwartungen und Vorstellungen, wie man Geschichte schreiben sollte. Dieser Beitrag umreißt Facios Kritik an der Art und Weise, wie Valla die Taten von Herrschern darstellt, und zeigt auf, wie Facio sein Konzept von Geschichtsschreibung entwickelte, und welchen Anreiz es für andere Humanisten hatte.

Chapters in this book

  1. Frontmatter I
  2. Contents VII
  3. Introduction 1
  4. I. Virtues
  5. Der Herrscher und die gute Ordnung. Das Bild Karls VII. in der französischen Historiographie am Übergang von der tradierten zur humanistisch geprägten Historiographie 17
  6. Charlemagne am Renaissancehof. Die Darstellung Karls des Großen in Paolo Emilios De rebus gestis Francorum 39
  7. Guter König, schlechter König? Die Darstellung Heinrichs V. und Heinrichs VI. von England in Polydor Vergils Anglica historia 65
  8. Alfonso ›the Magnanimous‹ of Naples as Portrayed by Facio and Panormita: Four Versions of Emulation, Representation, and Virtue 95
  9. II. Cultural and Political Pretensions
  10. Illyrian Trojans in a Turkish Storm: Croatian Renaissance Lords and the Politics of Dynastic Origin Myths 121
  11. Personelle Serialität und nationale Geschichte. Überlegungen zu den Herrschergestalten in Franciscus Irenicus’ Germaniae Exegesis 157
  12. Riccardo Bartolinis Austrias (1516) oder: Wie ein Herrscher zum Feldherrn gegen die Türken wird 193
  13. III. Models Ancient, Medieval, and Modern
  14. Der Herrscher als zweiter Salomo. Zum Bild König Roberts von Anjou in der Renaissance 217
  15. Pier Candido Decembrio and the Suetonian Path to Princely Biography 237
  16. Die Cosmias des Giovanni Mario Filelfo (1426–1480) 271
  17. Einhard reloaded. Francesco Tedeschini Piccolomini, Hilarion aus Verona, Donato Acciaiuoli und die Karlsbiographik im italienischen Renaissance-Humanismus 287
  18. Auf den Spuren Paolo Giovios? Herrscherdarstellung in Jacobus Sluperius’ Elogia virorum bellica laude illustrium 307
  19. IV. Method
  20. Princes between Lorenzo Valla and Bartolomeo Facio 337
  21. Juan Páez de Castro, Charles V, and a Method for Royal Historiography 363
  22. Picturing the Perfect Patron? Francesco Filelfo’s Image of Francesco Sforza 391
  23. Verbis phucare tyrannos? Selbstanspruch und Leistungsspektren von zeithistorischer Epik als panegyrischem Medium im 15. Jahrhundert 415
  24. V. Critical Summary
  25. The Description Makes the Prince: Princely Portrayal from the Perspective of Transformation Theory 445
  26. Indices
  27. Index of Names 463
  28. Index of Places 485
  29. List of Contributors 491
Downloaded on 17.1.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783110473377-014/html
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