Ausgehend von einigen Literaturangaben 1 , die das Vorhandensein eines natürlichen, bisher nicht zuge-ordneten a-Strahlers von etwa 2 cm Reichweite wahr-scheinlich machen, haben wir uns auf Grund zahlrei-cher Messungen von der Existenz dieses Körpers über-zeugt. Im Laufe unserer Untersuchungen gelang uns eine sehr weitgehende Anreicherung. Es stellte sich dabei das Vorhandensein von mindestens drei a-Reich-weiten heraus. Wir bestimmten die Reichweiten zu 1,2 cm, 1,9 cm und 2,2 cm. Daß es sich bei diesen Reich-weiten tatsächlich um a-Strahlen und nicht um spon-tane Kernspaltung handelt, zeigten wir durch Ver-gleich der Ionisationsstärke mit bekannten a-Strah-lern; Kerntrümmer müßten eine sehr viel stärkere Ionisation hervorrufen. An den angereicherten, von Uran und Thorium be-freiten Präparaten Jiaben wir nun, ungestört durch Mitreißeffekte, die chemischen Eigenschaften unter-sucht. Es ergab sich, daß.dieselben zu keinem der Ele-mente bis herauf zur Ordnungszahl 92 paßten. Wir stellten unter anderem fest: die Nichtfällbarkeit mit Schwefelwasserstoff in saurer Lösung, die Löslichkeit des Hydroxyd-Niederschlags mit Ammoncarbonat; fer-ner wurde mit Oxalsäure keine Fällung erhalten. Wir fanden aber auch Reaktionen, die es gestatteten, die drei Körper voneinander zu trennen, wodurch der Be-weis erbracht ist, daß die drei Strahler nicht Isotope eines Elementes sind. Ähnlich wie die Elemente 93 und 94 2 ließen sich der 1.2-und der 2,2-cm-Strahler nach Reduktion mit Schwefeldioxyd mit Flußsäure fällen. Beim Oxydieren mit Ammoniumpersulfat trat kein Niederschlag auf. Aus den gesamten chemischen Ergebnissen geht her-vor, daß eine Zuordnung zu den Ordnungszahlen 1 bis 92 nicht möglich ist, so daß Ordnungszahlen größer als 92 wahrscheinlich sind. Es wäre danach möglich, daß diese a-Strahler zu der Gruppe von Elementen gehö-ren, bei denen die Elektronenhülle durch innere 5f-Elektronen aufgefüllt wird. Als Hinweis darauf wären einige dem Thorium und Uran ähnliche Eigenschaften zu werten. Betrachtet man aber andererseits die Folgerungen, die sich aus der Theorie des a-Zerfalls ergeben, so folgt für die Annahme einer so hohen Ordnungszahl aus der Gamowschen Formel der Geiger-Nuttall-Bezie-hung — jedenfalls im Hinblick auf den 1,2-cm-Strah-ler —, daß dieses Element eine so lange Lebensdauer haben müßte, daß der Nachweis seiner Aktivität un-möglich wäre. Nur durch sehr spezielle Annahmen be-treffs Kernradius, Kernform oder ähnliches wäre eine kürzere Lebensdauer denkbar. Weitere Arbeiten sind im Gange, um eine eindeutige Zuordnung zu ermöglichen.