Zusammenfassung Ausgehend von der Frage, ob die Theorie selbstreferentieller Systeme mit dem von Luhmann erhobenen Anspruch, soziologische Aufklärung zu betreiben, vereinbar ist, werden die bewußtseinsphilosophischen Quellen und Konnotationen seiner Konzeption analysiert. Dabei zeigt sich, daß der für die Systemtheorie angestrebte Wechsel von einer identitätslogischen zu einer dem Paradigma der Differenz von Identität und Differenz verpflichteten Konstruktion gerade an dem Begriff scheitert, den Luhmann selbst für das eigentliche Vehikel des Paradigmenwechsels hält: Selbstreferenz. Zwar reklamiert der Autor der Sozialen Systeme im Hinblick auf das differenztheoretische Paradigma stets die Simultaneität von Selbst- und Fremdreferenz, doch hält dieses Postulat, das ihn vorderhand von den Problemen seiner bewußtseinsphilosophischen und dialektischen Vorläufer zu befreien scheint, einer näheren Überprüfung nicht stand. Ebensowenig gelingt es der Theorie selbstreferentieller Systeme, Genese und Existenz autopoietischer Prozesse in der empirischen Dimension aus den theorieeigenen Prämissen plausibel zu machen.
Contents
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Publicly AvailableIdentität oder Differenz?May 20, 2016
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Publicly AvailableZur Unterkomplexität der DifferenzierungstheorieMay 20, 2016
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Publicly AvailableHermeneutik sozialer SystemeMay 20, 2016
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Publicly AvailableZurechnung als soziologische KategorieMay 20, 2016
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Publicly AvailableDer BauMay 20, 2016
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Publicly AvailableEmpirische Probleme mit einer interessanten TheorieMay 20, 2016