Zusammenfassung Im Mittelpunkt des Aufsatzes steht die These, daß die konversationsanalytische Forschungspraxis ihren Gegenstand auf implizite Weise i.S. eines selbstreferentiellen (Interaktions)Systems konstituiert. Dazu wird auf klassische Beispiele dieser Forschungspraxis sowie auf die Studien Goffmans und Garfinkeis zurückgegriffen. Eine Forschungspraxis, die ihren Gegenstand i.S. eines selbstreferentiellen Prozesses voraussetzt, muß auch sich selbst i.S. eines selbstreferentiellen, autopoietischen Vorgangs gegenwärtigen. Entgegen dem häufig an die Konversationsanalyse gerichteten Positivismusvorwurf ist dieser Forschungspraxis entsprechend ein empirischer Konstruktivismus zu attestieren. Abschließend wird - bezogen auf den Gegenstandsbereich der Interaktionssysteme - illustriert, daß nicht nur die konversationsanalytische Forschungspraxis von einer systemtheoretisch unterstützten Explikation ihres Gegenstandes profitieren, sondern umgekehrt auch die Systemtheorie von dieser in ihrem Empiriebezug einmaligen Forschungspraxis einen Zugewinn an Forschungsperspektiven erwarten kann.
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Publicly AvailableDas Gespräch als selbstreferentielles SystemMay 19, 2016
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Publicly AvailableZyklen der Bildungsexpansion 1870–1990May 19, 2016
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Publicly AvailableSaying Things with DeedsMay 19, 2016
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