Zusammenfassung Unter Zugrundelegung eines soziologischen Begriffs kultureller Praxis wird die Einführung der stethoskopischen Untersuchung in die Medizin während des 19. Jahrhunderts untersucht. Dieser Prozeß wird zu Veränderungen der lokalen Rahmenbedingungen medizinischer Praxis in Beziehung gesetzt. Während die ärztliche Diagnose in der „Krankenbettmedizin“ des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts fast ausschließlich in der Interpretation des Diskurses des Patienten bestand, führt die Herausbildung der modernen „Krankenhausmedizin“ zur Entwicklung und Verwendung des Stethoskops als neuer Diagnosetechnik. Es wird gezeigt, daß die Institutionalisierung der stethoskopischen Untersuchung als einer verallgemeinerten professionellen Praktik die Redefinition von Krankheit und die Ausweitung sozialer Zuständigkeit der Medizin beinhaltete.
Contents
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Publicly AvailableDie Erfindung des ärztlichen Gehörs. Zur historischen Soziologie der stethoskopischen UntersuchungMay 20, 2016
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Publicly AvailableDas lokale StaatsorganMay 20, 2016
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Publicly AvailableGerechtigkeitsforschung und LegitimationsnormenMay 20, 2016
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Publicly AvailableÖffentliche KommunikationsbereitschaftMay 20, 2016
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May 20, 2016