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Verletzbarkeit und Gesellschaft: Soziologische Perspektiven auf Vulnerabilität

  • Eddie Hartmann

    Eddie Hartmann, geb. 1978 in Hamburg. Studium der Soziologie, Philosophie und Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin und am IEP von Paris. 2011 Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin und der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Habilitation an der Universität Potsdam im Jahr 2019. Seit 2020 Projektleiter an der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur sowie assoziierter Wissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung.

    Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie; Politische Soziologie; Gewalt- und Konfliktsoziologie.

    Eddie Hartmann, geb. 1978 in Hamburg. Studium der Soziologie, Philosophie und Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin und am IEP von Paris. 2011 Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin und der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Habilitation an der Universität Potsdam im Jahr 2019. Seit 2020 Projektleiter an der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur sowie assoziierter Wissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung.

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    and Frithjof Nungesser

    Frithjof Nungesser, geb. 1980 in Darmstadt. Studium der Wissenschaftlichen Politik, Soziologie und Philosophie in Freiburg i. Br. und an der University of Toronto. 2017 Promotion an der Universität Graz und am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt. 2021 Habilitation an der Universität Graz. Seit 2025 Senior Lecturer am Institut für Soziologie der Universität Graz.

    Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie; Soziologie der Gewalt; Politische Soziologie; Kultursoziologie.

    Frithjof Nungesser, geb. 1980 in Darmstadt. Studium der Wissenschaftlichen Politik, Soziologie und Philosophie in Freiburg i. Br. und an der University of Toronto. 2017 Promotion an der Universität Graz und am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt. 2021 Habilitation an der Universität Graz. Seit 2025 Senior Lecturer am Institut für Soziologie der Universität Graz.

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Published/Copyright: February 28, 2025
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Zusammenfassung

Der Beitrag leitet das Schwerpunktheft zum Thema „Verletzbarkeit und Gesellschaft“ ein. Er beleuchtet das Verhältnis der Soziologie zum Vulnerabilitätsdiskurs und skizziert den möglichen Beitrag der Soziologie zur Verletzbarkeitsforschung. Wesentlicher Ausgangspunkt ist die Prämisse der doppelten Umstrittenheit von Verletzbarkeit in gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskursen. Unter Rückgriff auf die im Heft versammelten Studien stellt der Beitrag zunächst vier soziologische Perspektiven auf gesellschaftliche Verletzbarkeiten vor. Fokussiert werden können demnach, 1) die soziale Erzeugung und Strukturierung von Verletzbarkeiten, 2) deren Problematisierung und Politisierung, 3) Verletzbarkeitsvorstellungen als erklärendes Moment sozialer Prozesse und 4) die Konstitution von Verletzbarkeits- und Verletzungserfahrungen. Zudem wird argumentiert, dass sich jede soziologische Vulnerabilitätsanalyse zu vier Hintergrundaspekten – methodologischen, forschungsethischen, sozialtheoretischen und normativen – verhalten muss.

Abstract

This article introduces the special issue on “Vulnerability and Society”. It explores sociology’s relationship with the vulnerability discourse and highlights the discipline’s potential contribution to vulnerability studies. A central premise is that vulnerability is a contested concept in both public and academic debates. Drawing on the studies included in this issue, the article first outlines four sociological perspectives on vulnerability in society. These perspectives focus on 1) the social production and structuring of vulnerabilities, 2) the problematization and politicization of vulnerabilities, 3) notions of vulnerability as an explanatory dimension of social processes, and 4) the constitution of experiences of vulnerability and injury. In addition, it is argued that any sociological analysis of vulnerability has to position itself in relation to four background aspects – methodology, research ethics, social theory, and normativity.

1 Einführung

Im Herbst 2024 organisierte die Schweizerische Gesellschaft für Soziologie (SGS) ihren Fachkongress zum Thema „Vulnerable Gesellschaften: Risiken und Reaktionen“. Das von offizieller Seite ausgerufene Ziel der dreitägigen Veranstaltung in Basel bestand darin, den Begriff der „Vulnerabilität“ in seiner Bedeutung für die soziologische Theoriebildung und Forschung kritisch zu sondieren. Mit dieser inhaltlichen Ausrichtung des Kongresses untermauerte der Dachverband der Schweizer Soziolog:innen einen thematischen Trend, der sich schon seit einiger Zeit im internationalen Feld der Soziologie immer deutlicher abzeichnet. Was sich in diversen natur-, geistes- und auch in einigen sozialwissenschaftlichen Disziplinen längst zu einem zentralen Diskursgegenstand – einem regelrechten „buzzword“ (K. Brown et al. 2017: 497) – entwickelt hat, wurde von weiten Teilen der soziologischen Forschung lange Zeit kaum zur Kenntnis genommen, geschweige denn für eigene theoretische oder gar methodologische Perspektiven fruchtbar gemacht. Doch sicher nicht zuletzt unter dem Eindruck multipler Krisendiskurse, unübersehbarer sozialer Spannungen und einer wachsenden gesellschaftlichen Sensibilisierung für unterschiedliche Formen von Verletzbarkeit, ist man inzwischen auch innerhalb der Soziologie deutlich empfänglicher geworden für Themen, die rund um die Rede von Vulnerabilität und Verletzbarkeit kreisen (K. Brown 2011; K. Brown et al. 2017; P. Brown 2022; Hentschel & Krasmann 2020; Nungesser 2019a, 2019b). Mit dem vorliegenden Schwerpunktheft der Zeitschrift für Soziologie möchten wir diese beginnende Thematisierung in der deutschsprachigen Soziologie fortsetzen und akzentuieren. Der Titel Verletzbarkeit und Gesellschaft steht dabei im programmatischen Sinne für ein Schwerpunktheft, in dem konkrete empirische Forschungsansätze gezielt mit sozial- und gesellschaftstheoretischen Perspektiven verschränkt werden. Auf diese Weise soll auch das zeitdiagnostische Potenzial dieses gesellschaftspolitisch hochaktuellen und brisanten Themas für die soziologische Forschung erschlossen werden.

2 Die Soziologie und der Verletzbarkeitsdiskurs

In den zurückliegenden Jahren mangelte es nicht an soziologischen Zeitdiagnosen, in denen die sich gegenwärtig geradezu aufdrängenden Erfahrungen von gesellschaftspolitischem Dissens, sozialen Verwerfungen oder auch von Ohnmacht, sozialer Demütigung und Zukunftsangst thematisiert werden – sei es in der allgemeinen Rede vom Verlust im Kontext der Moderne (Reckwitz 2024) oder vom „Ende der Illusionen“ (Reckwitz 2019), von „misslingenden Weltbeziehungen“ (Rosa 2016; Reckwitz & Rosa 2021), von der „gekränkten Freiheit“ (Amlinger & Nachtwey 2022) oder auch vom wachsenden „Unbehagen“ (Nassehi 2021) innerhalb der Gesellschaft, um hier nur einige wenige Topoi des zeitdiagnostischen Diskurses unserer Zeit zu nennen. Das Thema „Verletzbarkeit“ jedoch spielte in den Fachdebatten rund um diesen Diskurs keine nennenswerte Rolle.

Dies erscheint angesichts der zunehmenden gesellschaftspolitischen Relevanz des Themas und damit verbundener Formen einer allgemeinen Sensibilisierung für Verletzbarkeit als gesellschaftliches Phänomen durchaus bemerkenswert. Zwar wird der Begriff der Verletzbarkeit oftmals recht diffus, unspezifisch und nicht selten auch in explizit normativer Absicht verwendet, weshalb er einigen für eine differenzierte soziologische Gesellschaftsanalyse ungeeignet erscheinen mag (zur Unschärfe des Begriffs siehe Brown 2015: 3; Gilson 2014: 4; Mackenzie et al. 2014: 1; Nungesser & Schirgi 2024b: 317 ff.). Gerade der Umstand jedoch, dass Verletzbarkeit nicht nur einen im wissenschaftlichen Diskurs sehr umstrittenen Begriff darstellt, sondern auch in den untersuchten Feldern selbst seit geraumer Zeit zu einem bedeutenden semantischen Topos konfliktbeladener Deutungspraktiken geworden ist, macht das Thema zu einem gesellschaftspolitisch hochaktuellen und zugleich für die Soziologie relevanten und instruktiven Forschungsgegenstand.

Es gibt zahlreiche Disziplinen, die sich dem Thema „Verletzbarkeit“ und damit verbundenen Forschungsfragen bereits seit einigen Jahren verstärkt widmen und die der Soziologie durchaus nahestehen: von der Sozialphilosophie und Ethik (Butler 2003; Huth 2016; Liebsch 2014, 2018a/b, 2021), der feministischen und politischen Theorie (Butler 2006, 2016; Butler et al. 2016; Gilson 2014; Mackenzie et al. 2014; Pinzani 2009; Schnell 2020) über die Geschichtsforschung (Lignereux et al. 2020), die Rechtswissenschaften (Albertson Fineman 2017; Landweer & Bernhardt 2017) oder die Pädagogik (Aktaş 2020; Benporath 2003; Burghardt et al. 2017; Stöhr et al. 2019) bis hin zur geografischen und klimawissenschaftlichen (Katastrophen-)Forschung, wo das Konzept auch seine Ursprünge hat (Chambers 1989; Hilhorst & Bankoff 2022; Irudaya & Bhagat 2018; Kaufmann & Blum 2013). Eng verbunden sind solche disziplinären Hinwendungen zur Verletzbarkeit auch mit der fortschreitenden Herausbildung verschiedener studies, die sich nicht nur als wissenschaftliche Innovationen, sondern häufig auch als praktische Interventionen in die soziale Welt verstehen. Aus diesem interdisziplinären Kontext sind in den letzten Jahren zahlreiche Studien zum Verletzbarkeitsthema hervorgegangen, in denen beispielsweise Katastrophenforschung und postcolonial studies (Voss 2008), Medienwissenschaften, gender und critical race studies (Koivunen et al. 2018) oder Ethik und disability studies (Snipstad 2022) miteinander verknüpft werden. Individuelle und kulturelle Verschiedenheit sowie damit verbundene Verletzungserfahrungen werden von diesen Forschungsrichtungen nicht bloß als ein akademisches Sonderthema behandelt, sondern vielmehr als Kern einer die Gegenwartsgesellschaften prägenden „Politik der Differenz“ verstanden, die somit auch im wissenschaftlichen Diskurs über eine differenzsensible Kultur mit dem Inklusions- und Anerkennungsversprechen der Moderne verknüpft wird (Benhabib 1999; Butler 2006, 2009, 2016; Fraser 2001; Irigaray 2010). Charakteristisch für den Vulnerabilitätsdiskurs der Gegenwart ist folglich vor allem die normative Forderung, niemand dürfe in seinem Anspruch verletzt werden, ein Leben in Verschiedenheit und gemäß seiner individuellen Einzigartigkeit zu leben.[1]

Die besondere Aufmerksamkeit, die das Problem der Verletzbarkeit in den genannten Nachbardisziplinen der Soziologie zuletzt erfahren hat, ist nicht zu trennen von einer gesellschaftlichen Gegenwart, die für alle möglichen Formen von Verletzbarkeit zu sensibilisieren verspricht. Teils ist gar von einem „vulnerability zeitgeist“ die Rede, der sich darin zeige, dass Verletzbarkeitssemantiken nicht nur zahlreiche wissenschaftliche, mediale und gesellschaftspolitische Debatten unserer Zeit prägen, sondern zunehmend auch in die alltägliche Erfahrungswelt der Menschen hinein diffundieren (K. Brown, 2015: 1; K. Brown et al., 2017: 497; Nungesser & Schirgi 2024a: 251 ff.). Mit anderen Worten: Die Rede von Vulnerabilität und Verletzbarkeit ist heute längst zu einem hochumstrittenen Politikum geworden, das unser Selbst- und Weltverhältnis berührt – man denke nur an Diskussionen über die Rechte von Minderheiten, aber auch von Frauen, von Kindern oder seit einiger Zeit auch die Rechte von Tieren (Donaldson & Kymlicka 2011: 61; Jasper 2008; Sznaider 1996), an die sprachsensible Überarbeitung rassistischer Terminologien in Kinderbüchern (Marmer & Sow 2015; Nel 2017), an eindringliche Warnungen vor dem Kollaps verletzbarer Ökosysteme (Kaufmann & Blum 2013) oder an die Problematisierung der meist unfreiwilligen Weitergabe von sensiblen Persönlichkeitsdaten im Zuge der Digitalisierung (Mau 2017: 268). Ebenso zu bedenken sind in diesem Zusammenhang natürlich auch gegenläufige Kritiken an der überbordenden Empfindlichkeit und „neuen Verletzbarkeit“ der Gesellschaft (Rostalski 2024), an der problematischen Nutzung „politischer Sentimentalität“ (Bargetz 2017; Berlant 2008) oder die jüngsten Debatten über „Cancel Culture“ (Revers & Traunmüller 2020; Villa et al. 2021). Brennglasartig hat in den vergangenen Jahren auch die Corona-Pandemie die Variabilität und Konflikthaftigkeit dessen vor Augen geführt, was unter Vulnerabilität und Verletzbarkeit gegenwärtig debattiert und gesellschaftlich verhandelt wird (Lindemann 2020: 101 ff.). Entlang alter und neuer Formen der „Humandifferenzierung“ (Hirschauer 2020, 2021) wurden hierbei Individuen und Gruppen gemäß ihrem Grad an Vulnerabilität klassifiziert – mit weitreichenden sozialen und gesundheitlichen Folgen. Offengelegt, verstärkt oder rekonfiguriert wurden im Zuge dessen auch bestehende soziokulturelle und intersektionale „Fragilitäten“ (Bayramoğlu & Castro Varela 2021).

Inwieweit es sich bei den genannten Konflikten um Anzeichen oder Ergebnisse einer zunehmenden Polarisierung der (deutschen) Gesellschaft handelt oder ob eine solche Deutung nicht eher eine Behauptung von „Polarisierungsunternehmern“ ist, durch die bevölkerungsübergreifende Sorgen und graduell abweichende Einstellungsmuster verdeckt werden, ist Gegenstand intensiver soziologischer Debatten (z. B. Lux et al. 2022; Mau et al. 2023). Unabhängig von der spezifischen Antwort scheinen uns aber zwei Verknüpfungen zwischen dem Polarisierungs- und Spaltungsdiskurs auf der einen und dem Vulnerabilitätsdiskurs auf der anderen Seite bedeutsam. Erstens lassen auch polarisierungsskeptische Studien erkennen, dass sich wichtige gesellschaftliche Debatten produktiv mit Vulnerabilitätskonzepten verbinden ließen. So zeigen etwa Mau et al. (2023: 205 ff.), dass der Fokus auf klimapolitische Spaltungen schnell den Blick für geteilte Sorgen um eine intakte Umwelt verstellt, und dass divergierende Einstellungen stark mit Sorgen um ökonomische Überforderung und Kritik an unfairer Lastenverteilung zusammenhängen. Hier stoßen wir also auf vielschichtige Abwägungsdynamiken zwischen kurz- und langfristigen und zwischen ökonomischen, ökologischen und moralischen Verletzbarkeiten sowie auf Konflikte um die Wahrnehmung und Anerkennung dieser Verletzbarkeiten. Zweitens ist unabhängig von Fragen der ‚tatsächlichen‘ Spaltung von Einstellungen und Einschätzungen festzustellen, dass Vulnerabilitäts-, Sensibilitäts- oder Empfindlichkeitssemantiken zunehmend in gesellschaftlichen Debatten genutzt werden – sowohl ablehnend als auch zustimmend. Damit eröffnet sich die auch methodologisch herausfordernde Frage, inwieweit ‚tatsächliche‘ und ‚behauptete‘ Verletzbarkeiten konvergieren oder divergieren. Unser Vorschlag wäre daher, das Thema Polarisierung als eine wichtige soziologische Debatte der Gegenwart zu betrachten, die im Zuge der hier stattfindenden Auseinandersetzung mit dem Verletzbarkeitsthema eine spezifische und instruktive Lesart bekommt.

Vor diesem Hintergrund drängt sich die Frage auf, ob sich die zunehmende – auch durch wissenschaftliche Diskurse mitvorangetriebene – gesellschaftliche Sensibilisierung für diverse Formen von Verletzbarkeit nicht als Charakteristikum eines bedeutenden sozialen Wandels beschreiben lässt, der dafür sorgt, dass zentrale Konflikte unserer Zeit sich nicht zuletzt am Problem der verschiebbaren Grenzen eben dieser Sensibilisierung erst entzünden. Im Anschluss an diese und ähnliche Fragestellungen wählen wir für das Schwerpunktheft einen konzeptuellen Zuschnitt, der die doppelte Umstrittenheit von Verletzbarkeit in Gesellschaft und Wissenschaft ins Zentrum stellt. Die Soziologie, so glauben wir, kann einen wesentlichen Beitrag leisten, um diese zweifache Umstrittenheit genauer zu verstehen, konzeptuell zu ordnen und differenziert zu beforschen.

3 Was die Soziologie im Hinblick auf Verletzbarkeitsphänomene leisten kann

Ausgehend von der Prämisse einer doppelten Umstrittenheit von Verletzbarkeit in Gesellschaft und Wissenschaft umreißen wir im Folgenden die forschungsrelevanten Herausforderungen und Potenziale einer soziologischen Analyse von Verletzbarkeitsphänomenen. Dazu werden die in diesem Schwerpunktheft versammelten Beiträge hier nicht nur thematisch eingeführt, sondern sie dienen zugleich als exemplarische Studien, die die verschiedenen soziologischen Perspektiven auf Verletzbarkeitsphänomene verdeutlichen sollen.

Im Hinblick auf die gesellschaftliche Umstrittenheit von Verletzbarkeit lassen sich vier Betrachtungsweisen unterscheiden. Gefragt werden kann zunächst einmal danach, wie soziale Faktoren spezifische Verletzbarkeiten erzeugen und die gesellschaftliche Ungleichverteilung verschiedener Vulnerabilitäten strukturieren – etwa im Hinblick auf die Zusammenhänge soziodemografischer Variablen mit ökonomischen, medizinischen oder ökologischen Vulnerabilitäten. Darüber hinaus ist soziologisch bedeutsam, unter welchen Bedingungen, in welcher Form und von wem sozial strukturierte Verletzbarkeiten expliziert und problematisiert werden, womit sie häufig auch Gegenstand der politischen Auseinandersetzung werden. Außerdem kann untersucht werden, wie Vorstellungen und Wissensbestände, die individuelle oder kollektive Akteur:innen implizit oder explizit über Verletzbarkeiten haben, ihre Wahrnehmungen und Handlungen prägen. Und schließlich kann die Soziologie analysieren, unter welchen Bedingungen und in welcher Weise Verletzbarkeiten von Individuen erfahren und artikuliert werden (oder auch nicht).

Die Unterscheidung dieser vier soziologischen Perspektiven dient dazu, einen Rahmen für die Analyse von Verletzbarkeiten aufzuspannen und den analytischen Mehrwert eines soziologischen Zugangs zu diesem Themenfeld zu verdeutlichen. Dieser, im Vordergrund von Abbildung 1 zu sehende, Rahmen ist ein heuristischer, da sich konkrete soziologische Studien oft nicht auf eine der Perspektiven reduzieren lassen, sondern nach den Verknüpfungen mehrerer Kernaspekte dieses Rahmens fragen.[2] Gerade durch das Zusammenspiel der vier Perspektiven wird es möglich, Verletzbarkeit in ihrer vielfältigen gesellschaftlichen Umstrittenheit zu analysieren – etwa indem gefragt wird, wie die individuelle Erfahrung von Verletzbarkeiten mit breiteren politischen Problematisierungen von Vulnerabilitäten zusammenhängt, oder wie spezifische Verletzbarkeitszuschreibungen die Positionierungen in öffentlichen Debatten bedingen.

Abbildung 1: Soziologische Perspektiven auf und soziologische Hintergrundfragen zu Verletzbarkeit
Abbildung 1:

Soziologische Perspektiven auf und soziologische Hintergrundfragen zu Verletzbarkeit

Verletzbarkeit ist jedoch nicht nur Gegenstand gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, die in der Soziologie von unterschiedlichen Standpunkten aus analysiert werden können. Darüber hinaus entzünden sich am Konzept der Verletzbarkeit auch grundsätzliche wissenschaftliche Debatten. Verwunderlich ist diese wissenschaftliche Umstrittenheit nicht, können sich doch auch Forscher:innen aufgrund ihrer unaufhebbaren historischen und gesellschaftlichen Situierung dem Zusammenhang zwischen Verletzbarkeit als sozialem Phänomen und der Sensibilisierung gesellschaftlicher Diskurse für unterschiedliche Formen von Verletzbarkeit nicht gänzlich entziehen. Umstritten ist Verletzbarkeit im wissenschaftlichen Diskurs im Hinblick auf vier Dimensionen.[3]

Erstens führt die Analyse von Verletzbarkeitsphänomenen zwangsläufig hinein in grundlegende methodologische Fragen, die auch in den hier versammelten Texten verhandelt werden. Herausfordernd ist insbesondere die Frage, ob Verletzbarkeit aus einer etischen Position heraus definiert und bestimmt wird oder ob Verletzbarkeit feldintern artikuliert werden muss, um als solche analysiert werden zu können. Potenziell damit verbunden ist die Frage der Positionalität der forschenden Person, also des eigenen Verhältnisses zum Forschungsfeld. Verletzbarkeitsphänomene erfordern auch deswegen, zweitens, eine genauere forschungsethische Reflexion, etwa wenn es darum geht, ob der Forschungsprozess selbst potenziell verletzende Wirkungen auf die beforschten oder auch die forschenden Personen haben kann; oder wenn es darum geht, welche Phänomene beforscht werden und damit potenziell auch Sichtbarkeit erfahren, während andere unthematisiert bleiben. Umstritten ist im wissenschaftlichen Diskurs, drittens, der sozialtheoretische Status von Verletzbarkeit. Ist Verletzbarkeit ein konstitutiver Teil der conditio humana oder ein situativer beziehungsweise sozialstruktureller Status, der durch eine besondere Gefährdungslage oder eine Abweichung vom Normalzustand entsteht?[4] Ist Verletzbarkeit ein individuelles Charakteristikum oder eine Relation? Ist Verletzbarkeit etwas Negatives, das es zu vermeiden gilt? Oder handelt es sich hierbei um eine „reductively negative conception“ (Gilson 2014; 2024: 267 ff.), die uns etwa den Blick dafür verstellt, dass Verletzbarkeit unverzichtbare Voraussetzung etwa von Fremdverstehen, Empathie und Solidarität ist? Diese Fragen verweisen auf grundlegende Positionierungen im anthropologischen, subjekt- und handlungstheoretischen Diskurs. Schließlich ist der Begriff der Verletzbarkeit, viertens, auch normativ umstritten. Eignet sich das Konzept als Mittel der Gesellschaftskritik? Ist eine feldexterne Zuschreibung von Verletzbarkeit nicht paternalistisch und entmündigend? Stabilisiert eine rein emische Perspektive umgekehrt nicht potenziell „hermeneutische Ungerechtigkeiten“ (Fricker 2007: 147 ff.)? Kann die Diffusion verkürzter wissenschaftlicher Vulnerabilitätsklassifikationen in sozialpolitische Diskurse und Institutionen gesellschaftliche Verletzbarkeiten sogar noch verstärken (z. B. K. Brown 2011: 315 ff.; im Hinblick auf die Coronapandemie Lessenich 2020; Govrin 2022)?

Unabhängig davon, welche der beschriebenen Zugangsweisen eine Studie im Hinblick auf die gesellschaftliche Umstrittenheit von Verletzbarkeit wählt, sie nimmt unseres Erachtens stets eine Position zu den genannten wissenschaftstheoretischen Problemdimensionen ein. Denn diese berühren grundlagentheoretische Fragen der Sozialwissenschaften. Sie bilden daher argumentativ immer schon den Hintergrund soziologischer Verletzbarkeitsanalysen – und zwar auch dann, wenn diese Fragen nicht ausdrücklich diskutiert werden. In der obigen Abbildung sind diese vier Dimensionen der Umstrittenheit von Verletzbarkeit im wissenschaftlichen Kontext dementsprechend im Hintergrund dargestellt.

Die soziale Erzeugung und Strukturierung von Verletzbarkeiten

Studien zur sozialen Erzeugung oder Strukturierung von Verletzbarkeiten können potenziell aus einer rein etischen Perspektive heraus operieren, also von einer feldexternen Position aus Verletzbarkeiten definieren und ihre Muster und Bedingungen analysieren. Ob und in welcher Form die untersuchten Gruppen oder Individuen hierbei selbst ihre Verletzbarkeit artikulieren oder diese von Dritten im Feld expliziert und problematisiert werden, ist aus dieser Analyseperspektive an sich nicht wesentlich. Allerdings ist es soziologisch natürlich instruktiv, danach zu fragen, wie sich die etische und die emische Perspektive in unterschiedlichen Fällen zueinander verhalten.

Aaron Hock greift in seinem Beitrag zu diesem Heft sowohl die Spannungen zwischen einem universalen und situativen Verletzbarkeitsverständnis als auch die zwischen einer etischen und einer emischen Analyseperspektive auf. Er nimmt die Coronapandemie zum Anlass, um drei weitere, historisch jeweils detailliert beforschte Fälle aus der Seuchengeschichte komparativ im Hinblick auf Verletzbarkeitsaspekte zu betrachten, wobei er sich auf den städtischen Raum konzentriert. Dabei fragt er einerseits, welche soziomateriellen Bedingungen und welche Formen der Humandifferenzierung in den unterschiedlichen Fällen dazu beigetragen haben, dass sich die Betroffenheit durch eine potenziell universal gefährliche Krankheit jeweils in spezifischen Mustern sozial verteilte. Hierbei treten jeweils spezifische verletzbarkeitsstrukturierende Mechanismen vor Augen – etwa die prekäre ökonomische Lage der Arbeiter:innenschaft, die Zuschreibung beziehungsweise Aberkennung von Bürgerlichkeit und Modernität oder rassistische Klassifikationen. Andererseits untersucht Hock das Verhältnis der etisch definierten Betroffenheiten durch die verschiedenen Seuchen mit ihren jeweils im Feld vorgebrachten, also emischen Problematisierungen. Hierbei kommt er zu dem Schluss, dass diese beiden Ebenen in einem kontingenten und soziohistorisch hochvariablen Verhältnis stehen. Während im Kontext früherer Seuchen die soziale Strukturierung von Verletzbarkeiten aus emischer Perspektive nur selten Gegenstand von Debatten wurde, war dies im Rahmen der Coronapandemie grundlegend anders. Hier wurde die Verletzbarkeitssemantik nicht nur zur wissenschaftlichen Beschreibung, sondern auch in den gesellschaftlichen Debatten selbst prominent verwendet.

Problematisierungen und Politisierungen von Verletzbarkeiten

Aus der zweiten Analyseperspektive können zahlreiche Veränderungen, Spannungen und Konflikte in den Blick genommen werden, die in den letzten Jahren zu beobachten waren. Untersuchen kann man auf diese Weise etwa die gesellschaftlichen Wandlungsprozesse in den Wahrnehmungen, Artikulationen und Problematisierungen von Verletzbarkeiten. Soziologisch zentral erscheint hierbei die Annahme, dass die Wahrnehmungen von eigenen und fremden Verletzbarkeiten vor allem als Folge historischer Prozesse der Sensibilisierung und Desensibilisierung verstanden werden können (Liebsch 2014, 2017). Hieran anschließend können Politisierungen von Verletzbarkeit untersucht werden. Wessen Verletzungserfahrungen oder -ängste als wie bedeutend wahrgenommen werden, ob sie überhaupt als legitim erscheinen – oder etwa als überempfindlich oder anmaßend – und ob daraus womöglich auch moralische oder politische Ansprüche erwachsen, entpuppt sich in vielen gesellschaftlichen Bereichen als außerordentlich umkämpfte Frage. So lassen sich die Aktivitäten verschiedener sozialer Bewegungen wie MeToo, Black Lives Matter, der LGBTQ+- oder Tierrechtsbewegung als Elemente von Verletzbarkeitskonflikten verstehen, die auf die Wahrnehmung, Anerkennung und Politisierung gruppenspezifischer Verletzbarkeiten abzielen. Solche Formen des Aktivismus und die sie unter Umständen begleitende breitere gesellschaftliche Sensibilisierung treffen wiederum auf Gegenreaktionen, die teils konkrete Verletzbarkeitsansprüche zurückweisen oder diesen andere Verletzbarkeitsansprüche entgegenstellen – etwa, wenn eine Gefährdung von Traditionen, Kindern oder Familien kritisiert wird oder allgemein vor einer Überforderung oder Überempfindlichkeit der Gesellschaft gewarnt wird. Andere Konfliktdynamiken lassen sich in Situationen erkennen, in denen es um die Verteilung von gesamtgesellschaftlichen Verletzungsrisiken geht. Zeigen ließe sich dies etwa am Fall der Klimakrise. Deutlich vor Augen trat eine solche Dynamik auch im Rahmen von Aufmerksamkeits- und Hierarchisierungskämpfen während der Coronapandemie, in denen um die Priorisierung bestimmter Gruppen oder bestimmter Verletzbarkeiten (medizinische, psychische, soziale, ökonomische etc.) gerungen wurde.

Mit einem konkreten Ausschnitt aus diesen Aufmerksamkeits- und Hierarchisierungskämpfen beschäftigen sich Ruth Abramowski und Till Hilmar in ihrem Beitrag über die moralischen Verletzungen und Ungerechtigkeitserfahrungen von Pflegekräften während der Coronapandemie. Auf Basis umfangreicher Daten zum Hashtag „moralischverletzt“ untersuchen die Autor:innen, wie Pflegekräfte ihre Verletzbarkeits- und Verletzungserfahrungen während der Pandemie über Twitter artikulierten, problematisierten und skandalisierten. Das Konzept der „moralischen Verletzung“ nutzen sie hierbei nicht nur als emischen Begriff aus dem Feld der Pflegeproteste. Darüber hinaus möchten sie das ursprünglich aus der Militärpsychologie stammende Konzept auch für die soziologische Verletzbarkeitsanalyse fruchtbar machen, indem sie es mit Theorien der moralischen Ökonomie verknüpfen. Auf diese Weise können sie zeigen, dass sich der Protest der Pflegekräfte nicht nur aus Mangel an Geld oder Zeit aufgrund struktureller Zwänge im Pflegebereich (Arbeitsintensität, Zeitdruck, Personalmangel etc.) speist. Wesentlich ist laut Abramowski und Hilmar zudem, dass das Pflegepersonal durch diese strukturellen Zwänge ihren eigenen professionellen Ansprüchen an gute Pflege häufig nicht entsprechen kann und somit zum Bruch der eigenen (berufs-)ethischen Normen gezwungen wird, wodurch es zum Gefühl moralischer Verletzung kommt.

Einer ganz anderen Form der Politisierung von Verletzbarkeit gehen Julian Müller und Astrid Séville in ihrer Studie nach. Im Fokus steht bei ihnen nicht der Protest verletzbarer oder marginalisierter Gruppen, sondern die Bedeutung von Verletzbarkeit im Rahmen aktueller Wandlungsprozesse der politischen Kommunikation. Zentral ist hierbei die Beobachtung, dass deutsche Spitzenpolitiker:innen in den letzten Jahren zunehmend Momente ihrer eigenen Verletzbarkeit, des Leidens am Amt, des Erlebens von Belastungen, Konflikten und Ohnmacht in ihre Selbstdarstellung integrieren. Konkret analysiert wird diese Art der politischen Kommunikation anhand des zunehmend bedeutsamen, aber bislang wenig beforschten Mediums des Podcasts. Wie die Autor:innen zeigen, eignen sich Podcasts nicht nur aufgrund ihres wenig reglementierten Formats, sondern auch aufgrund ihrer technisch-perzeptuellen Eigenheiten für eine solche vergleichsweise persönliche und nahbare Form der politischen Kommunikation. Wenngleich sie festhalten, dass die kommunikative Ausstellung von Verletzbarkeiten vorwiegend von Politiker:innen von SPD und Bündnis90/Die Grünen genutzt wird, betonen sie zugleich die allgemeineren Implikationen ihrer Beobachtung für Analysen der repräsentativen Demokratie. Ihre Studie sollte aus Sicht der Autor:innen Anlass dazu geben, genauer nach den veränderten Erwartungen an Amtsführung und Repräsentation zu fragen und Verschiebungen im Verhältnis von Sachlichkeit und Menschlichkeit, Distanziertheit und Nahbarkeit, Person und Amt in den Blick zu nehmen.

Verletzbarkeitsvorstellungen als erklärendes Moment sozialer Prozesse

Verletzbarkeiten können aus soziologischer Sicht nicht nur als Ergebnis sozialer Erzeugungs- und Strukturierungsprozesse oder als Gegenstand öffentlicher Problematisierung und Politisierung betrachtet werden. Darüber hinaus ist es auch instruktiv zu fragen, inwieweit Vorstellungen oder Zuschreibungen von Verletzbarkeiten eine erklärende Rolle in soziologischen Analysen einnehmen können. Solche Vulnerabilitätsvorstellungen müssen hierbei nicht im untersuchten Feld reflektiert oder expliziert werden. Sie können auch in Form von impliziten Wissensbeständen und Zuschreibungen oder als Teil institutionalisierter Praktiken das Urteilen und Handeln von Akteur:innen anleiten. In ganz unterschiedlicher Weise kommen Verletzbarkeitsvorstellungen in diesem Heft als erklärendes Moment sozialer Prozesse zur Sprache.

In ihrer Studie zu der Debatte über Schulschließungen während der Coronapandemie nutzen David Kaldewey, Pascal Berger, Lea Weigel, Caitlin Blome, Paula Kuhn und Nicole Meck ein Konzept multipler Vulnerabilitäten, um die Positionierungen der von ihnen interviewten Personen zu den Schutzmaßnahmen zu rekonstruieren. Befragt wurden hierbei 43 „engagierte Laien“, die auf Twitter ein breites Spektrum an Positionen in der öffentlichen Diskussion über Schulschließungen vertraten. Im Zuge ihrer explorativen qualitativen Studie entwickeln die Autor:innen die Kernthese, dass sich die im Sample vertretenen Positionierungen deutlich besser anhand der jeweiligen Vorstellungen zu den Verletzbarkeiten von Kindern und Jugendlichen erklären lassen als durch soziodemographische Faktoren wie Geschlecht, Bildung, Beruf, Familienstruktur, Parteienpräferenz etc. Vereinfacht formuliert traten also vor allem jene Personen für offene Schulen ein, die die Folgen für die psychische und soziale Verletzbarkeit als gefährlicher erachteten als mögliche physiologische Risiken, während es sich bei Befürworter:innen von Schulschließungen eher umgekehrt verhielt. Es ging demnach nicht darum, ob Verletzbarkeiten behauptet oder verneint wurden, sondern um unterschiedliche Abwägungen multipler Vulnerabilitäten. Der Blick auf solche Verletzbarkeitsvorstellungen ist den Autor:innen zufolge zudem wichtig, da er auch die Überschneidungen hinter den konträren Positionierungen erkennbar macht – etwa die gemeinsame Orientierung am Kindeswohl oder auch eine positionsübergreifende Orientierung an wissenschaftlichen Wissensbeständen. Mit diesem Befund distanziert sich der Beitrag von Studien, welche im Hinblick auf die Coronapandemie vor allem eine massive Polarisierung und starke Kontraste zwischen den Lagern behaupten.

Jonas Barth untersucht in seinem Artikel das Verhältnis von Verletzbarkeit und Gewalt im Rahmen der Pflege von Menschen mit Demenz. Anhand der hierfür einschlägigen Literatur kommt er zunächst zu dem Befund, dass im pflegewissenschaftlichen Diskurs Verletzbarkeit und Verletzungsmacht anders als in vielen anderen sozialen Bereichen nicht symmetrisch zugerechnet, sondern sozial ungleich verteilt werden. Werden Menschen mit Demenz vor allem als hochgradig und vielfältig verletzbar betrachtet, so wird bei den mit ihnen interagierenden Pflegenden umgekehrt vor allem ihre Vulneranz, also ihre Verletzungsmacht, betont. Aufgrund dieser normativ gerahmten Zuschreibung soll die Würde der an Demenz erkrankten Personen gewahrt und die Dringlichkeit ihres Schutzes betont werden. Vor diesem Hintergrund formuliert Barth dann die zentrale Frage, ob und wie diese asymmetrische Verteilung von Vulnerabilität und Vulneranz in den Praktiken und Interaktionskrisen des Pflegealltags von den Beteiligten umgesetzt, dargestellt und gerechtfertigt wird. Diese Frage beantwortet er im Rückgriff auf einen teilnehmenden Feldaufenthalt in zwei Pflegeinstitutionen. Praktisch aufrechterhalten wird die asymmetrische Zuschreibung von Verletzbarkeit und Verletzungsmacht ihm zufolge dadurch, dass verbale Angriffe und physische Tätlichkeiten der pflegebedürftigen Menschen systematisch nicht als Gewalt, sondern als „herausforderndes Verhalten“ beschrieben werden, wobei dieses Verhalten durchgängig als Effekt der Krankheit und somit als nicht-intentional interpretiert wird. Dieses Deutungsschema wird allerdings im Praxisalltag immer wieder herausgefordert und teils auch durchbrochen. Daher müssen weitere Absicherungen der asymmetrischen Verletzbarkeits- und Gewaltdeutung eingeführt werden, etwa Techniken des Selbstschutzes auf Seiten der Pflegenden oder Techniken zur Aktivitätsreduktion auf Seiten der Pflegebedürftigen, insbesondere durch den Einsatz von Psychopharmaka.

Konstitutionsprozesse von Verletzbarkeits- und Verletzungserfahrungen

Die Frage, wie Verletzbarkeit zum Gegenstand von subjektiver Erfahrung werden kann, und welches Verhältnis spezifische Verletzungserfahrungen zu sich verändernden gesellschaftlichen Wahrnehmungen von Verletzbarkeiten aufweisen, wurde zwar in den bisher genannten Beiträgen bereits berührt, aber noch nicht systematisch betrachtet. Olga Kedenburg, Matthias Schneider und Conrad Lluis rücken in ihren Beiträgen jeweils die für soziologische Verletzungs- und Verletzbarkeitsanalysen überaus bedeutsame Verschränkung von leiblichem Erleben, symbolischer Erfahrungsartikulation und soziokulturellen Deutungsmöglichkeiten in den Mittelpunkt ihrer Untersuchungen.

In theoretischer wie konzeptueller Hinsicht verweisen sie damit zunächst einmal auf die besondere Schwierigkeit, dass aus potenziell verletzenden Widerfahrnissen keine eindeutige Erfahrung hervorgeht. Speziell die pragmatistische Forschungstradition hat immer wieder die zentrale Bedeutung der Unterscheidung von Erleben oder Erlebnisqualitäten auf der einen und Erfahrung auf der anderen Seite hervorgehoben. So schreibt Matthias Jung (2014: 51): „Erfahrungen im engeren Sinn werden […] erst dadurch möglich, dass das Erleben eine symbolische Formung erhält. Streng genommen können wir gar nicht wissen, was wir erlebt haben, bevor wir den Versuch unternehmen, es zum Ausdruck zu bringen“. Für diese Umarbeitung von erlebter Bedeutsamkeit in artikulierte Bedeutung spielen nicht nur reflexive und entsprechend abstrakte Deutungen eine Rolle, die sich von situativen Bezügen lebensweltlicher Erfahrungen bereits weitgehend gelöst haben. Darüber hinaus ist die Artikulation menschlicher Erfahrung als ein intersubjektiver Prozess der Vermittlung zwischen leiblichem Erleben und kulturell verfügbaren Ausdrucksmitteln zu verstehen, bei dem alltägliche Erfahrungs- und situative Interaktionskontexte, individuelle Gewohnheitsbildung und institutionalisierte Deutungspraktiken ineinandergreifen (siehe hierzu auch Joas 1997, 2002, 2017; Jung 2009).

Von potenziell verletzenden Erlebnissen können wir mit anderen Worten gar nicht ohne weiteres wissen, ob und in welcher Form sie als Verletzungserfahrungen zum Ausdruck kommen. Ebenso wenig können wir automatisch darauf schließen, ob und inwiefern aus einer artikulierten Verletzungserfahrung heraus zugleich Ansprüche erhoben werden, als verletzende Erfahrung auch sozial zur Geltung zu kommen (beispielsweise im unmittelbaren sozialen Umfeld), oder ob sich hieraus sogar ein normativer Anspruch gegen die institutionelle Grundstruktur von politischen Lebensformen ergibt, der fraglichen Verletzung nicht ausgesetzt zu werden. Diese soziologischen Zusammenhänge werden von den drei Autor:innen zum Forschungsproblem einer vor allem rekonstruktiv verfahrenden Sozialforschung gemacht. Denn diese erlaubt es, den Blick zunächst auf die Lebenswelt und die Lebensformen derer zu richten, die sich in ihrem Leben verletzt sehen.

Olga Kedenburg etwa zeigt in ihrem Beitrag, dass sexuelle Gewalt sich durch eine besondere Uneindeutigkeit auszeichnet. Bedingt durch das ambivalente Verhältnis zwischen subjektiven Verletzungserfahrungen und gesellschaftlichen Gewaltdeutungen, wird diese Uneindeutigkeit von ihr als Ausdruck eines spezifischen indexikalen Charakters sexueller Gewalt interpretiert. In ihrem Beitrag zeigt die Autorin, dass und wie dieser besondere Phänomencharakter sexueller Gewalt in einem gesellschaftlichen Spannungsfeld zwischen den Erfahrungen (potenziell) Betroffener, der sozialwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Sexualität und Gewalt sowie der gesellschaftspolitischen Debatte um die sogenannte „Grauzone“ sexueller Gewalt empirisch Gestalt annimmt. Statt die Ambivalenz verletzender sexueller Erfahrungen aber zum Anlass zu nehmen, ihren gewaltsamen Charakter zu relativieren, wird in dieser Untersuchung auch noch das Leiden an der Uneindeutigkeit selbst als eine Dimension der Gewaltsamkeit sexueller Gewalt erkennbar.

Matthias Schneider geht es in seinem Beitrag darum, dass geflüchtete Männer in gesellschaftspolitischen Diskursen rund um Flucht- und Migrationsthemen, aber auch etwa im Bereich des institutionalisierten Flüchtlingsschutzes nur selten überhaupt als verletzbar wahrgenommen werden. Als gesellschaftliches Phänomen wird Verletzbarkeit folglich oft übersehen, sofern es im Zusammenhang mit Männern und Flucht steht. Anhand einer eingehenden Analyse von zwei individuellen Biografien arbeitet der Autor vier Formen situationaler Verletzbarkeiten in verschiedenen Fluchtkontexten heraus, um das Phänomen als solches zunächst einmal sichtbar machen und mit den verbreiteten Vorstellungen einer Art Unverletzbarkeit geflüchteter Männer kontrastieren zu können. In den Mittelpunkt rücken damit Verletzungs- und Verletzbarkeitserfahrungen geflüchteter Männer als prägende biografische Erfahrungen, aus denen sowohl Formen der Solidarität als auch der Gewalt hervorgehen können.

Anhand verschiedener Beispiele für „vulnerable Existenzweisen“, wie der Autor sie nennt, argumentiert Conrad Lluis in seinem Beitrag, dass sich Verletzbarkeit nur im Sinne eines Kontinuums zwischen passivem subjektivem Erleiden und kollektiver Problematisierung verletzender gesellschaftlicher Verhältnisse fassen lässt. Beides bleibt stets aufeinander angewiesen, damit Verletzbarkeit als ein soziales Phänomen in Erscheinung treten kann, das für Gesellschaften unter Umständen eine spezifische Bedeutung gewinnt. Lluis macht dies an unterschiedlichen Beispielen deutlich, von Geschlecht über Behinderung bis hin zu politischen Protestformen und sozialen Bewegungen, dank derer die subjektive Erfahrung der Vulnerabilität der jeweils eigenen Existenz in eine kollektiv geteilte Erfahrung der Verletzbarkeit gesellschaftlichen Existierens überführt werden kann. Den zentralen empirischen Bezug dafür bildet seine ethnografische Untersuchung der „Plattform der Hypothekenbetroffenen“ (PAH) in Barcelona und die in diesem Kontext organisierten Proteste von überschuldeten Mieter:innen, die sich teils erfolgreich gegen Zwangsräumungen von Wohnraum zur Wehr setzen und durch diese und andere performative Praktiken ihre Vulnerabilität zur Ressource für gemeinschaftliche Beziehungserfahrungen ummünzen.

4 Abschließende Reflexionen zu einer Soziologie der Verletzbarkeit

Sowohl in öffentlichen Debatten als auch in wissenschaftlichen Analysen zum Thema Verletzbarkeit steht bislang im Vordergrund, dass es sich hierbei um Formen der Zuschreibung handelt – mit allen denkbaren Konsequenzen, die dies für gesellschaftliches Zusammenleben haben mag. Nimmt man hingegen die in diesem Schwerpunktheft versammelten Beiträge in den Blick, so wird deutlich, warum das analytische Potenzial soziologischer Forschungsperspektiven auf Vulnerabilität vor allem darin besteht, Verletzbarkeit nicht nur als Kategorie sozialer Zuschreibung, sondern zugleich als Gegenstand menschlicher Erfahrung methodologisch wie theoretisch ernst nehmen und beide Aspekte systematisch verknüpfen zu können. Der von uns vorgeschlagene heuristische Rahmen dient dazu, beide Aspekte analytisch weiter auszudifferenzieren und anhand der Heftbeiträge konkrete Perspektiven aufzuzeigen, wie solche Verknüpfungen forschungspraktisch umgesetzt werden können. Zudem gewinnt eine am Verletzbarkeitsthema interessierte Soziologie durch diese Heftprogrammatik an Möglichkeiten, die sozialtheoretischen, methodologischen, forschungsethischen und normativen Implikationen einer soziologischen Vulnerabilitätsforschung kritisch zu befragen.

Nur unter der Voraussetzung einer solchen kritischen Reflexion lässt sich unseres Erachtens ein wissenschaftlicher Paternalismus vermeiden, der in diesem Forschungskontext durch die Tendenz einer einseitigen Fokussierung auf etische Konzeptionen von Verletzbarkeit eine besondere Gefahr darstellt. Schließlich findet kein wissenschaftlicher Diskurs Verletzungserfahrungen einfach vor, sondern bringt diese immer auch mit zum Vorschein (oder nicht). Relevant ist diese Problematik aber auch im Hinblick auf normative Forschungs- und Theorieansätze, die weder der Kontingenz noch der Konflikthaftigkeit heterogener Lebensformen gerecht zu werden scheinen. Das, was ‚von außen‘ als unannehmbar erscheint, wird in lebensweltlichen Kontexten eben sehr unterschiedlich erfahren, symbolisch artikuliert und normativ bewertet. Mit anderen Worten sind „die Normativität der Forschung und die Normativität des Feldes keineswegs deckungsgleich“ (Koloma Beck 2021: 90). So erscheint etwa die begriffliche Verengung von Verletzbarkeit auf eine eindeutige und negative Größe, die an einer vorgegebenen Normativität gemessen wird, nicht als sinnvoller Einsatzpunkt, ohne die Gefahr eines normativen Paternalismus heraufzubeschwören. Kaum umgehen könnte ein solcher etischer Ansatz etwa mit (aus unserer Sicht) normativ unerwünschten Verletzungsartikulationen – beispielsweise, wenn Rassist:innen den Volkskörper durch Migration gefährdet sehen. Schwer fassen kann ein etischer Zugang auch widerständige Erfahrungsartikulationen. Denn durch die etische Zuschreibung von Verletzbarkeit wird vermeintlich vulnerablen Gruppen und Subjekten oft (wenn auch unbewusst) ein Opferstatus zugeschrieben, der entweder die Wehrlosigkeit der Verletzten oder die Übermacht verletzender Strukturen oder Akteure betont. Auf die Fallstricke einer solchen, strikt feldexternen Theoretisierung von Opferschaft sowie von Gewalt- und Verletzungserfahrungen haben zuletzt einige Autor:innen in jeweils unterschiedlicher Stoßrichtung eindrücklich hingewiesen (Butler 2020: 225 ff.; Därmann 2020, 2021; Dorlin 2020: 199 ff.; Koloma Beck 2021; Meyers 2011; Millet 2017).

Aus unserer Sicht legen die Entwicklung der Debatte und die hier versammelten Beiträge nahe, dass eine am Verletzbarkeitsphänomen interessierte soziologische Forschung eine grundsätzliche heuristische Offenheit gegenüber der Erfahrungsartikulation des Feldes praktizieren sollte. Dies wäre zunächst in einem allgemeinen Sinne als eine methodologische Hinwendung zum sozialen Verletzungsgeschehen selbst zu verstehen, in dem Verletzbarkeit als ein gesellschaftliches Phänomen erst Gestalt annimmt – und zwar sowohl auf der individuellen Erfahrungsebene derer, denen Verletzungen widerfahren, als auch auf der gesellschaftlichen Ebene normativer Festlegungen dessen, was für wen als Verletzung zählt und was nicht (siehe dazu auch Hartmann 2022). Die damit einhergehende methodologische Ausrichtung der Problemperspektive mag zwar auf den ersten Blick den Rückgriff auf rekonstruktive Forschungsmethoden nahelegen. Doch auch diese können mit ihrem umfangreichen methodischen Instrumentarium in diesem Feld schnell an ihre Grenzen stoßen. Diese Grenzen reflektieren Claudia Peter und Marc Strotmann in ihrem Beitrag zur „qualitativen Forschung zu Verletzungserfahrungen Anderer“. In gewisser Weise rückt ihr Beitrag somit wesentliche methodologische Hintergrundfragen in den Vordergrund, weshalb er das Heftprogramm in passender Weise abzurunden erlaubt. Peter und Strotmann argumentieren, Verletzungserfahrungen seien vor allem dadurch charakterisiert, dass sie sich nur gebrochen vermitteln lassen, eher latent als manifest vorliegen und häufig nur präkommunikativ zum Ausdruck kommen. Damit stellen sie aus Sicht der Autor:innen vor allem die empirische Forschung zu Verletzbarkeitsphänomenen und Verletzungserfahrungen vor besondere Herausforderungen:

„Je mehr die zu bildende Erfahrung ,den normalen Lauf der Dinge‘ (Waldenfels 2002, S. 62) durchbricht, durch Widerfahrnisse charakterisiert ist, desto mehr kämpft sie [die empirische Forschung, EH und FN] damit, diese Erfahrungen überhaupt versprachlichen und kommunizieren zu können. Entzogenheiten, Unaussprechliches, Sprachloses gehören zu ihnen. Daraus folgt, dass empirische Analysen von Verletzungserfahrungen einen deskriptiven Weg einzuschlagen haben, der sowohl das Mitteilbare der Erfahrungen als auch das Nicht(mit)teilbare, das Sich-Entziehende, darzustellen vermag.“ (Peter und Strotmann 2025: 161).

Uns geht es in und mit dem vorliegenden Schwerpunktheft darum, das von der Soziologie bislang nahezu unausgeschöpfte Potenzial des Themas „Verletzbarkeit“ für die soziologische Forschung zugänglich zu machen. Das Schwerpunktheft zeigt nun gangbare und zugleich innovative Wege zur konzeptuellen Erfassung wie zur empirischen Erschließung von Verletzbarkeitsphänomenen auf. Die theoretischen und methodologischen Herausforderungen, die mit diesem Vorhaben verbunden sind, erweisen sich aus unserer Sicht auch für die generelle Forschungsentwicklung innerhalb unseres Fachs als bedeutsam, wenn man beispielsweise bedenkt, wie dringend in der Soziologie programmatische Forschungsperspektiven auf einen so vielgestaltigen Gegenstand wie „Verletzbarkeit“ benötigt werden, um so einer anhaltenden Fragmentierung des Themas in Form von unverbundenen Einzelstudien wirksam zu begegnen. Aber auch die Schwierigkeiten, die sich aus der doppelten Umstrittenheit von Verletzbarkeit als gesellschaftliches Phänomen wie als Forschungsgegenstand ergeben und die wir in dieser thematischen Einführung systematisch skizziert haben, konfrontieren die Soziologie mit Forschungsproblemen, die weit über das hier gewählte Schwerpunktthema hinaus von Bedeutung sind. In diesem Sinne wünschen wir uns, dass die Lektüre der nachfolgenden Beiträge auch dazu anregen mag, darüber nachzudenken, wie sich die fortschreitende Spezialisierung der soziologischen Forschung in Spezialgebiete und ein damit einhergehendes partikulares Interesse an jeweils spezifischen empirischen Gegenständen wieder stärker verknüpfen lässt mit gesellschaftlichen Fragen, die das Fach als Ganzes bewegen.

Über die Autoren

Eddie Hartmann

Eddie Hartmann, geb. 1978 in Hamburg. Studium der Soziologie, Philosophie und Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin und am IEP von Paris. 2011 Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin und der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Habilitation an der Universität Potsdam im Jahr 2019. Seit 2020 Projektleiter an der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur sowie assoziierter Wissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung.

Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie; Politische Soziologie; Gewalt- und Konfliktsoziologie.

Eddie Hartmann, geb. 1978 in Hamburg. Studium der Soziologie, Philosophie und Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin und am IEP von Paris. 2011 Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin und der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Habilitation an der Universität Potsdam im Jahr 2019. Seit 2020 Projektleiter an der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur sowie assoziierter Wissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung.

Frithjof Nungesser

Frithjof Nungesser, geb. 1980 in Darmstadt. Studium der Wissenschaftlichen Politik, Soziologie und Philosophie in Freiburg i. Br. und an der University of Toronto. 2017 Promotion an der Universität Graz und am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt. 2021 Habilitation an der Universität Graz. Seit 2025 Senior Lecturer am Institut für Soziologie der Universität Graz.

Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie; Soziologie der Gewalt; Politische Soziologie; Kultursoziologie.

Frithjof Nungesser, geb. 1980 in Darmstadt. Studium der Wissenschaftlichen Politik, Soziologie und Philosophie in Freiburg i. Br. und an der University of Toronto. 2017 Promotion an der Universität Graz und am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt. 2021 Habilitation an der Universität Graz. Seit 2025 Senior Lecturer am Institut für Soziologie der Universität Graz.

Danksagung

Wir danken der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur (WIKU), ohne deren langjährige und großzügige Unterstützung dieses Schwerpunktheft wohl nicht hätte verwirklicht werden können. In diesem Zusammenhang haben wir auch den Mitgliedern des von der WIKU geförderten Forschungsnetzwerks „Umstrittene Gewaltverhältnisse“ zu danken, mit denen wir unser Heftvorhaben regelmäßig diskutieren durften. Wir möchten dieses Schwerpunktheft in Gedenken an Rainer Schützeichel dem Menschen widmen, der sich vom ersten Moment an für unsere Heftidee begeistern konnte.

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Online erschienen: 2025-02-28
Erschienen im Druck: 2025-02-28

© 2025 bei den Autoren, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Downloaded on 10.1.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/zfsoz-2025-2010/html
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