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Menschen im Amt. Verletzbarkeit in der politischen Kommunikation der Gegenwart

  • Julian Müller

    Julian Müller, geb. 1980, Studium der Soziologie, Philosophie und Psychologie in Tübingen und München. Promotion an der LMU München. Von 2007 bis 2021 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Akademischer Rat a.Z. an der LMU München. Vertretungs- und Gastprofessuren in Marburg, Duisburg-Essen und Graz. Seit 2023 Gastprofessor am Institut für Politikwissenschaft der Leuphana Universität Lüneburg.

    Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie; Politische Soziologie; Medien- und Kommunikationstheorien insbesondere politische Kommunikation.

    Wichtigste Publikationen: Handbuch Theorien des Sozialen (Hg.). Wiesbaden: Springer VS 2025 (mit H. Delitz und R. Seyfert); Politische Redeweisen. Tübingen: Mohr Siebeck 2024 (mit A. Séville).

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    and Astrid Séville

    Astrid Séville, geb. 1984, Studium der Politikwissenschaft, Romanistik und Historischen Anthropologie in Freiburg und Paris. Promotion an der LMU München. Von 2011 bis 2023 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Akademische Rätin a.Z. an der LMU München. Vertretungs- und Gastprofessuren in Wien und an der TU München. Seit 2023 Professorin für Politikwissenschaft an der Leuphana Universität Lüneburg.

    Forschungsschwerpunkte: Politische Theorie; Politische Kommunikation; Politische Anthropologie; Populismus.

    Wichtigste Publikationen: Politische Redeweisen. Tübingen: Mohr Siebeck 2024 (mit J. Müller); „There is no Alternative“. Politik zwischen Demokratie und Sachzwang. Frankfurt/Main, New York: Campus 2017.

Published/Copyright: February 19, 2025
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Zusammenfassung

Dieser Beitrag rückt das Verhältnis von Verletzbarkeit und Politik in den Mittelpunkt. Der Fokus liegt dabei weder auf erlittener oder angedrohter physischer Gewalt noch auf der Vulnerabilität marginalisierter Gruppen, sondern auf gegenwärtigen Selbstdarstellungen des politischen, bisweilen sogar regierenden Personals. Gegenstand der Analyse ist die kommunikativ ausgestellte Verletzbarkeit politischer Akteure. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Medien und Formaten, die eine derartige Kommunikation von Verletzbarkeit möglich machen und verstärken. Gerade in Podcasts lässt sich derzeit ein öffentliches Sprechen politischer Akteure beobachten, das die eigene Verletzungsoffenheit ausstellt und somit das Verhältnis von Nahbarkeit und Distanz, von Sachlichkeit und Persönlichkeit in der Politik neu auslotet. Das macht es notwendig, klassische Begriffe und Konzepte der politischen Soziologie wie etwa ‚Macht‘, ‚Repräsentation‘, ‚Amt‘ und ‚Person‘ erneut zu befragen.

Abstract

This article focuses on the relation between vulnerability and politics. The focus is neither on physical violence suffered or threatened nor on the vulnerability of marginalised groups, but rather on the current self-presentations of political, sometimes even governing, personnel. The subject of the analysis is the communicatively exhibited vulnerability of political actors. In this context, a special focus is placed on the media and formats that make such communication of vulnerability possible and reinforce it. In podcasts in particular, we can currently observe that political actors are expressing themselves publicly in a way that exposes their own vulnerability and thus re-examines the relationship between proximity and distance, objectivity and personality in politics. This also makes it necessary to scrutinise classic terms and concepts of political sociology such as ‘power’, ‘representation’, ‘office’ and ‘person’ anew.

1 Einleitung

Politik in modernen liberalen Demokratien ist mit der Erwartung eines hohen Maßes an Sachlichkeit verbunden. Es sind Merkmale wie Affektneutralität, Rollentrennung oder die Legitimation durch Verfahren, die die Soziologie in ihrer Beschreibung bürokratisch organisierter Politik in modernen Gesellschaften zumeist betont hat. Die damit verbundene Unpersönlichkeit der Selbstdarstellung politischer Akteure wurde dabei wahlweise als Zumutung oder als funktionale Notwendigkeit gedeutet. Wo etwa Theodor W. Adorno das Aufkommen eines zunehmend „pseudokonkreten“ Tonfalls beklagte (Adorno 1980: 454), sah Niklas Luhmann im unpersönlichen Auftreten schlicht ein „sinnvolles Strukturmoment“ (Luhmann 2021: 170). Luhmann folgte damit der Argumentation Max Webers, der in seiner Herrschaftssoziologie nach den praktischen wie zivilisatorischen Leistungen der durch die zunehmende Bürokratisierung von Herrschaft entstandenen Unpersönlichkeit gefragt hatte (Weber 1976: 570). In seinem Vortrag „Politik als Beruf“ prägte Weber die berühmte Formulierung, wonach Politik „ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich“ sei (Weber 1919: 66); wobei ‚Leidenschaft‘ von ihm als „Leidenschaft im Sinne von Sachlichkeit“ und ‚Augenmaß‘ als „Fähigkeit […] der Distanz zu den Dingen und Menschen“ gedeutet wird (ebd.: 49 f.).[1]

Dieses Modell einer auf Sachlichkeit und Distanziertheit ausgerichteten Form von Politik gerät gegenwärtig aus unterschiedlichen Richtungen unter Druck. Das Ideal politischer Amtsführung, das durch das Absehen von der eigenen Person gekennzeichnet ist, trifft in jüngerer Zeit auf verschiedene Krisendiagnosen der repräsentativen Demokratie, in denen mal eine mangelnde Responsivität von Regierungen (Mair 2014), mal die Leidenschaftslosigkeit des politischen Personals im Zustand einer allgemeinen „Lethargokratie“ beklagt werden (vgl. Sloterdijk 2023: 58). Zunehmend werden politische Akteure gerade dafür kritisiert, zu sachlich zu agieren und zu distanziert zu sein. Auch mit Blick auf die populistischen Anfechtungen der liberalen Demokratie und die Verächtlichmachung der Institutionen und Verfahren von Politik haben nicht nur Rufe nach mehr offener Kommunikation und Transparenz Konjunktur, sondern immer häufiger auch nach mehr Leidenschaft und Affekten in der Politik (beispielhaft Mouffe 2019). Im Zuge des so genannten affective turns in den Kultur- und Sozialwissenschaften wurde nicht nur die wissenschaftliche Marginalisierung politischer Emotionen beklagt, es wurde wiederholt auch die Notwendigkeit affizierender politischer Narrative konstatiert.[2]

Damit stellt sich die Frage, wie die auch in den Sozialwissenschaften etablierte Vorstellung distanzierter Politiker*innen, die sich der Sachlichkeit verpflichtet sehen und gerade nicht als Privatpersonen, sondern als Repräsentant*innen fungieren, zu der Erwartung von Nahbarkeit und Zugänglichkeit passen. Wo Max Weber noch formulieren konnte, „‚Distanzlosigkeit‘, rein als solche, ist eine der Todsünden jedes Politikers“ (Weber 1919: 50), beschreibt der amtierende Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck sein eigenes Amts- und Selbstverständnis wie folgt: „Meine Arbeit, ja meine Vorstellung von Politik ist, die Distanz zwischen Menschen, die Distanz zwischen den Typen, die man aus dem Fernsehen kennt, und denjenigen, die von politischen Entscheidungen betroffen sind, zu verringern, nahbar zu sein, Nähe zuzulassen, Kontakte und Begegnungen zu ermöglichen und zu erleben.“ (Habeck 2021: 12)

Dieses Spannungsverhältnis von Sachlichkeit und Nahbarkeit in der gegenwärtigen Politik soll im Zentrum dieses Beitrags stehen. Politik als Beruf mitsamt Anforderungen an Professionalität und Distanziertheit auf der einen Seite kollidiert zunehmend mit Erwartungen an Zugänglichkeit und Zugewandtheit auf der anderen Seite. Politische Akteure formulieren dieses Spannungsverhältnis wahlweise als einen inneren Konflikt oder als eine generell erlebte Zumutung der Politik, zu der sie sich verhalten müssen. Dabei scheint gerade eine Ausstellung der eigenen Verletzbarkeit des politischen Personals, die sich derzeit an unterschiedlichen Stellen beobachten lässt, ein Ergebnis jener Kollision zu sein und gleichzeitig auch die Folgen dieser Kollision zu bearbeiten.

Im Folgenden werden wir uns daher der öffentlichen Ausstellung der Verletzbarkeit von Politiker*innen zuwenden. Dazu soll ein bisher in der Forschung noch vernachlässigtes Medium politischer Kommunikation genauer analysiert werden, das die Darstellungsmöglichkeiten politischer Rede in den letzten Jahren stark verändert hat: der Podcast (vgl. MacDougal 2010; Seeber & Rüth 2022; Rae 2023). In den letzten Jahren sind zahlreiche Podcast-Formate entstanden, in denen politische Akteure vermehrt auch Auskunft über sich selbst geben und dabei gerade nicht die eigene Stärke und Unverletzbarkeit, sondern umgekehrt immer häufiger Verletzbarkeit als ein Zeichen von Stärke ausstellen. Politiker*innen erzählen von ihrem Weg in die Politik und vom Alltag politischer Arbeit, aber auch von Beleidigungen und Angriffen auf ihre Person; sie beklagen Druck und Stress, betonen Selbstzweifel, gestehen Fehler ein oder erklären ihren Rückzug aus den Sozialen Medien. Das politische Subjekt, das uns hierbei gegenübertritt, ist nicht länger ein tatkräftig-heroisches oder umgekehrt ein verschwiegen-postheroisches, sondern eines, das die eigene Verletzbarkeit ausstellt und zur Grundlage des eigenen politischen Handelns macht.

Um zu verstehen, was es mit dieser Um- oder Aufwertung von Verletzbarkeit innerhalb von politischer Kommunikation auf sich hat, wurden Selbstdarstellungen politischer Akteure in ausgewählten Podcasts aus dem Zeitraum der Jahre 2018–2023 in der Bundesrepublik Deutschland untersucht. Politische Selbstdarstellungen sind insofern aufschlussreich, als sie Bezugnahmen auf konkrete Probleme der Politik durch Akteure ins Blickfeld rücken. Sie verweisen auf eine Veränderung politischer Kommunikation, auf eine Veränderung der Medien der Politik sowie auf ein verändertes Bild des politischen Personals, mit dem auch ein Wandel der Vorstellung politischer Repräsentation in einer parlamentarischen Demokratie zusammenhängt. Somit ermöglicht das Analysematerial einen soziologischen Zugang zur Politik, der sich empirisch und problemorientiert zu theoretischen Überlegungen vorarbeitet (vgl. Warren 2017).

Dazu soll im Folgenden ein medien- und kommunikationssoziologischer mit einem demokratietheoretischen Ansatz verschränkt werden; zunächst wird dabei ein Forschungszugang zum Verhältnis von Verletzbarkeit und politischer Kommunikation skizziert (Kap. 2). Im Anschluss daran soll ein besonderes Augenmerk auf die Medien und Formate gelegt werden, die eine derartige Kommunikation von Verletzbarkeit möglich machen. Der Fokus wird dabei auf Podcasts als bislang noch wenig erforschtes Medium der politischen Kommunikation gelegt (Kap. 3). Gerade in Podcasts lässt sich derzeit ein öffentliches Sprechen politischer Akteure beobachten, das die eigene Verletzungsoffenheit ausstellt und somit das Verhältnis von Nahbarkeit und Distanz, von Sachlichkeit und Persönlichkeit in der Politik neu auslotet (Kap. 4). Abschließend sollen mögliche Konsequenzen der Befunde für das Verständnis klassischer Begriffe und Konzepte der politischen Soziologie wie ‚Macht‘, ‚Repräsentation‘, ‚Amt‘ und ‚Person‘ diskutiert werden (Kap. 5).

2 Politische Verletzbarkeitskommunikation

Verletzbarkeit hat sich in den letzten Jahren nicht nur innerhalb der Soziologie, sondern auch in benachbarten Disziplinen zu einem immer stärker beachteten Forschungsgegenstand entwickelt. Das Konzept der Verletzbarkeit, als deutsche Übersetzung des englischen Begriffs ‚vulnerability‘, erlaubt es unter anderem, einen anderen Blick auf das soziale Phänomen der Gewalt zu werfen (Bergoffen 2003). Während sich die Gewaltsoziologie in der Vergangenheit zumeist auf die Ausübung von Gewalt, also den Gewaltakt selbst, konzentriert hatte (Trotha 1997; Collins 2008; Koloma Beck & Schlichte 2014; Knöbl 2017), wird in Auseinandersetzung mit multiplen Formen der Verletzbarkeit zunehmend stärker auch das Erleiden von Gewalt in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt (Nungesser 2019). Bei der Konturierung eines Konzepts von Verletzbarkeit werden Anregungen aus der Philosophie (Levinas 1993), der Leibphänomenologie (Waldenfels 2000), der Philosophischen Anthropologie (Plessner 2003) ebenso wie aus der feministischen politischen Theorie (Butler 2012) aufgenommen. Der Mensch wird aus dieser Perspektive nicht in erster Linie durch Rationalität, Intentionalität und Aktionsmacht bestimmt, sondern durch seine prinzipielle Verletzbarkeit.

Aus soziologischer Sicht sind die Diskussionen um das Konzept der Verletzbarkeit insofern aufschlussreich, als darin keineswegs nur ein Forschungsdesiderat innerhalb der Gewaltsoziologie benannt wird, sondern sehr viel weitreichender soziologische Grundbegriffe wie ‚Macht‘ und ‚Handeln‘ neu verhandelt werden. So wird das Fach mit sozialen Phänomenen konfrontiert, die sich weder als soziales Handeln noch als rein reaktives Verhalten bestimmen lassen. In der Auseinandersetzung mit Verletzbarkeit zeigt sich daher deutlich ein aktivistischer bias der Soziologie: Das, was im Sozialen geschieht, wird in der Regel als ein Tätig-Sein beschrieben (Müller 2015: 154–167). Mit der Hinwendung zu multiplen Phänomenen der Verletzbarkeit vollzieht sich daher auch eine methodische Aufwertung des Passivischen und eine gesteigerte Aufmerksamkeit für Momente des Ausgesetzt-Seins.[3]

Gewalt ist sicherlich der dramatischste und auch eindrücklichste Fall, an dem sich dieses Ausgesetzt-Sein zeigt und somit auch die Notwendigkeit einer soziologischen Hinwendung zum Erleiden deutlich gemacht werden kann. In seinen Ausführungen zur Gewalt bestimmt Heinrich Popitz die Fähigkeit, „andere etwas erdulden zu lassen“ (Popitz 1992: 43), als die direkteste Form von Macht. Er spricht in diesem Zusammenhang von „Aktionsmacht“ oder „Verletzungsmacht“. Diese Bestimmung verweist zugleich aber auch auf die prinzipielle Verletzungsoffenheit des Menschen, gibt es doch immer auch ein Gegenüber dieser Form von Macht: „Im direkten Akt des Verletzens zeigt sich unverhüllter als in anderen Machtformen, wie überwältigend die Überlegenheit von Menschen sein kann. Zugleich erinnert der direkte Akt des Verletzens an die permanente Verletzbarkeit des Menschen durch Handlungen anderer, seine Verletzungs-Offenheit, die Fragilität und Ausgesetztheit seines Körpers, seiner Person.“ (Ebd.: 43 f.)

Dieser Zusammenhang von Verletzungsmächtigkeit und Verletzungsoffenheit ist gerade mit Blick auf jenen Personenkreis interessant, den man in besonderer Weise mit Macht assoziiert. Es sind schließlich politische Akteure, die mit jener von Popitz beschriebenen Aktionsmacht ausgestattet sind. Und doch entdecken wir gegenwärtig eine Kopplung von Aktionsmacht und Verletzungsoffenheit bei Politiker*innen, mithilfe derer Verletzbarkeit gerade nicht als eine Schwäche, sondern als ein Hinweis auf eine gewisse Nahbarkeit und Zugänglichkeit politischer Repräsentant*innen erkennbar werden soll. Sich in einer Machtposition, sich in einem Amt verletzbar zu zeigen, die eigene Vulnerabilität offenzulegen und eventuell erlittene Verletzungen zu erzählen, ist zu einem eigenständigen und bemerkenswerten Phänomen der Vermittlung von Politik durch politische Akteure geworden.

Verletzbarkeit soll im weiteren Verlauf dieses Beitrags daher ausschließlich im Hinblick auf politische Kommunikation untersucht werden. Das ist die konzeptuelle Entscheidung, die dieser Beitrag trifft und die einen alternativen Zugang zum Verhältnis von Vulnerabilität und Politik zu erproben versucht, als das in der Forschung bislang üblich ist (vgl. etwa Ferrarese 2019). Der Fokus wird dabei nicht auf marginalisierte, als ‚vulnerabel‘ verstandene Gruppen gerichtet, sondern gerade umgekehrt auf das mit politischer Macht ausgestattete regierende Personal. Das mag zunächst kontraintuitiv und womöglich sogar provokant wirken, soll jedoch auf Formen des politischen Sprechens aufmerksam machen, die aus unserer Sicht erklärungsbedürftig erscheinen und bislang nur wenig untersucht wurden. Es geht in diesem Beitrag also nicht um erlittene oder angedrohte physische Gewalt und die Verletzbarkeit des Körpers, auch nicht um die Verletzung anderer mithilfe von Sprechakten (Butler 2006), sondern um die kommunikativ ausgestellte prinzipielle Verletzbarkeit von Politiker*innen.[4] Dabei wird ‚Verletzbarkeit‘ nicht als ein individuelles Persönlichkeitsmerkmal, sondern als ein Strukturmerkmal von Kommunikation gefasst.

Ein derartiger kommunikationstheoretischer Zugang versteht unter ‚Verletzbarkeit‘ die Ausstellung der eigenen Verletzungsoffenheit, deren Beobachtung für den weiteren Verlauf von Kommunikation entscheidend ist. Aus linguistischer Sicht handelt es sich um eine emotiv-expressive Funktion der Kommunikation (Jakobson 1979: 89). ‚Verletzbarkeit‘ ist so gefasst die Markierung eines eigenen Gefühlszustandes, die darauf angelegt ist, im weiteren Verlauf der Kommunikation wahrgenommen zu werden und die dabei weniger am Geltungsanspruch Wahrheit als vielmehr am Geltungsanspruch Wahrhaftigkeit gemessen wird (vgl. Habermas 1981: 412). Vor allem aber, und das ist der entscheidende Zusatz, betrifft sie die Person als Ganze.

An dieser Stelle lohnt es sich, die Kommunikation von Verletzbarkeit mit der Kommunikation von Moral zu vergleichen. In seinen Schriften zu einer Soziologie der Moral hebt Luhmann hervor, dass Moralkommunikation stets auf eine andere Person als Ganze und nie nur auf einen inhaltlichen oder sozialen Aspekt – also auf ein bestimmtes Argument oder eine bestimmte soziale Rolle – gerichtet sei. Das Gegenüber stehe daher auch nie in einer spezifischen Funktionsrolle zur Disposition, sondern stets als ganzer Mensch (Luhmann 2008). Analog ließe sich behaupten, dass Verletzbarkeit sich auf die mitteilende Person als Ganze und nicht nur einen spezifischen Ausschnitt – etwa als Lehrer*in, als Polizist*in oder als Wissenschaftler*in – bezieht. Auch Politiker*innen setzen, wie im weiteren Verlauf gezeigt werden soll, ihre Verletzbarkeit in ein Verhältnis zu sich als ganze Person und heben damit eine klare Trennung zwischen Amt und Privatheit auf. Verletzbar sind sie, weil sie auch im Amt eine verletzungsoffene Person sind.

Diese Vorstellung einer verletzbaren ganzen Person steht quer zu klassischen Beschreibungen innerhalb der politischen Ideengeschichte und auch zu einem tradierten Verständnis von Politiker*innen als Repräsentant*innen oder Amtsträger*innen. Insbesondere die klassische Lehre der zwei Körper, die Ernst Kantorowicz als „Markstein christlicher politischer Theologie“ (1992: 504) beschrieben hat, wird dadurch berührt. Kantorowicz unterschied zwischen einem body politic und body natural, dem natürlichen und somit sterblichen Körper des Königs sowie dem politischen und somit unsterblichen Körper des Königs. Diese beiden Körper bildeten insbesondere im elisabethanischen England eine Einheit, an der sich die Vorstellung der Gleichzeitigkeit von Vergänglichkeit (des Amtspersonals) und Überzeitlichkeit (des Amtes) ablesen lässt. Bis heute wirkt diese Lehre nach, keineswegs nur in der politischen Ideengeschichte und den Kultur- und Sozialwissenschaften (vgl. Frank et al. 2002; Manow 2008; Diehl 2015), sondern selbst noch im heutigen Verständnis des Amts, demzufolge auch Politiker*innen in ihrer – ebenso paradoxen wie uneindeutigen – Doppelrolle als Amtsträger*innen und Privatpersonen zu begreifen seien (vgl. Schönberger 2022). Das Amt, das jenseits der es ausübenden Person besteht, ist vom konkreten Menschen und somit von Privatinteressen, Anliegen oder Idiosynkrasien losgelöst. Wie wegweisend ein solches Verständnis selbst für ein Verständnis heutiger Politik ist, hat Wilhelm Hennis betont: „Der zentrale Begriff der repräsentativen Demokratie ist nicht die Volkssouveränität, nicht der Wille, sondern das Amt. Alle verfassungsmäßige Kompetenz ist hier Trust, fiduciary power, Treuhand, anvertraute Aufgabe, Amtsgewalt gegeben zum Zwecke der Realisierung der Zwecke des Gemeinwesens.“ (Hennis 1962: 54).

Politischen Amtsinhaber*innen wird in Demokratien vertraut, so ließe sich im Anschluss argumentieren, gerade weil sie etwas anderes als natürliche Personen oder eigennützige Individuen sind. Pierre Bourdieu wies in diesem Zusammenhang auf „das Mysterium des ministerium[s]“ (2014: 26) hin: „Die individuelle Person, das Ich, geht auf in einer transzendenten fiktiven oder Rechtsperson“ (Bourdieu 2014: 31). Wenngleich diese Vorstellung als politische Fiktion begriffen werden mag, ist sie dennoch für die Frage nach der grundlegenden Legitimität staatlichen Handelns bedeutend – sie fungiert als eine moderne und wirksame „Staatserzählung“ (Straßenberger & Wassermann 2018).

Wenn nun aber politische Akteure heute bisweilen auch ihre Verletzbarkeit als ganze Personen kommunizieren, deutet sich daran eine Sichtbarmachung und Versprachlichung jener problematischen Gleichzeitigkeit zweier bodies an. In der Thematisierung dieses Spannungsverhältnisses erkennen wir eine spezifische Kommunikationsform, in der das Politische neu artikuliert wird und die über gängige Diagnosen einer Personalisierung (vgl. Karvonen 2009; Adam & Maier 2010; Bennett 2012; Stanyer 2012) oder Emotionalisierung von Politik (Manning & Holmes 2014; Metz et al. 2020) hinausweist. Im Folgenden sollen Muster und Typen dieser spezifischen Form politischer Rede herausgearbeitet werden. Dabei gilt es, neben den Inhalten selbst immer auch den performativen und medialen Aspekt politischen Sprechens mitzubeobachten: Was sind die Medien, in denen politische Inhalte heute auf welche Art vermittelt werden? Was sind die Bühnen, Foren und Auditorien, auf und in denen politische Kommunikation stattfindet und mit denen je unterschiedliche Publikumsbezüge und auch Publikumserwartungen einhergehen? Es soll dabei jedoch nicht um die Beschreibung rhetorischer Stile gehen (vgl. Charteris-Black 2014), vielmehr soll deutlich gemacht werden, wie in der politischen Kommunikation stets auch Konzepte, Begriffe und Fragen der Politischen Theorie praktisch verhandelt werden.

3 Der Podcast als neues Medium politischer Kommunikation

Die Ausstellung der eigenen Verletzbarkeit in der politischen Kommunikation hat zweifelsohne auch mit dem Wandel der dominanten Medien von Politik zu tun. Die in diesem Beitrag vorgeschlagene kommunikationstheoretische Fassung von Verletzbarkeit als einem Strukturmerkmal von Kommunikation, bei dem der eigene Gefühlszustand markiert wird, muss daher um die Frage nach deren medialen Bedingungen ergänzt werden. Durch die Digitalisierung und insbesondere durch das Aufkommen Sozialer Medien hat sich Kommunikation in den letzten Jahren unübersehbar verändert. Dass es im Zuge dieser medientechnologischen Entwicklung allgemein zu einer Aufwertung von Authentizität und Intimität sowie zu einer stärkeren Emotionalisierung von Kommunikation gekommen ist, ist Gegenstand zahlreicher sozialwissenschaftlichen Studien (beispielhaft etwa Marwick & boyd 2010). Auch im Bereich der Politik lässt sich eine stärkere Emotionalisierung und die Einbindung des Privaten in die Außendarstellung beobachten, was an politischer Kommunikation auf Facebook (Enli & Skogerbø 2014; Klinger & Svensson 2015), Twitter (Kreiss 2016; Enli 2017) oder Instagram (Farkas & Bene 2021; Geise et al. 2024) bereits erforscht wurde. Dieser Beitrag möchte sich im Folgenden einem Medium widmen, das in diesem Zusammenhang bislang noch wenig beachtet wurde: dem Podcast als Medium politischer Kommunikation und politischer Selbstdarstellung. Um besser nachvollziehbar zu machen, wie Podcasts den Möglichkeitsraum öffentlichen Sprechens verändert haben, sollen zunächst einige Charakteristika dieses Mediums herausgearbeitet werden.

Der Podcast als Informations- und Unterhaltungsmedium hat in den letzten Jahren rasant an Bedeutung gewonnen und sich entsprechend verbreitet. In den USA haben im Jahr 2019 knapp 50 % der Bevölkerung über 12 Jahren regelmäßig Podcasts gehört (vgl. Chan-Olmsted/Wang 2022: 685), in Deutschland im Jahr 2023 sogar 71 % der Bevölkerung über 14 Jahren (OAM 2023). Es handelt sich also längst nicht mehr um ein zu vernachlässigendes Nischenangebot, sondern um einen wesentlichen Bestandteil der gegenwärtigen Medieninfrastruktur (Spinelli & Dann 2019). Obwohl Podcasts viele Merkmale mit dem klassischen Radio als Verbreitungsmedium teilen, unterscheiden sie sich doch auch wesentlich davon (Berry 2016). In der Forschung wird daher auf den hybriden Charakter des Mediums Podcast hingewiesen (Bonini 2022), das Merkmale des alten Mediums Radio und neuer digitaler Medien verbindet und sich weder ohne das Internet noch ohne das Smartphone in dieser Art und Weise hätte ausbreiten können.

Wie im Radio steht auch im Podcast das Akustische im Vordergrund. Die Fokussierung auf Sound, Ton und Sprache sowie das weitestgehende Absehen von visuellen Informationen erzeugen nicht nur eine andere Verknüpfung von Sender*innen und Empfänger*innen, sondern auch andere Relevanzen, als dies etwa in der Zeitung oder im Fernsehen der Fall ist. Die derzeitige Wiederbelebung des gesprochenen Wortes lässt die durch die Diagnose einer „sekundären Oralität“ (Ong 1982: 11), also von Formen von Mündlichkeit in einer literalisierten, weitestgehend auf Schrift basierten modernen Gesellschaft, aktueller erscheinen denn je. Auch lässt sich daran ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit ablesen (vgl. Habermas 2022). Der Begriff der Öffentlichkeit kann nicht länger vorrangig auf die Vorstellung eines Lesepublikums verkürzt (Habermas 1990: 84), sondern muss um die Dimension einer „zuhörenden Öffentlichkeit“ (Lacey 2005: 201; 2013) erweitert werden. Jedoch muss das Verhältnis von Autorschaft zu Leserschaft im Medium der Schrift anders beschrieben werden als das zur Hörerschaft im Medium des gesprochenen Wortes.

Wurde bereits für das Radio behauptet, nicht nur eine Demokratisierung,[5] sondern auch eine Intimisierung öffentlichen Sprechens in Gang gesetzt zu haben (Goodman 2022: 72), so hat sich diese Entwicklung in den letzten Jahren noch zusätzlich verstärkt. Auf der einen Seite müssen an dieser Stelle die Unabhängigkeit von vermittelnden Sendeanstalten und Sendeprogrammen (Sellas & Sòla 2019), das Fehlen von Format- und Längenvorgaben sowie die niedrigschwelligen technisch-ökonomischen Hürden der Produktion erwähnt werden, die es auch Amateur*innen erlaubt, Inhalte auf einem Markt anzubieten (Jarret 2009); auf der anderen Seite lassen sich auch völlig neue Formen der Rezeption beobachten. Tragbare Endgeräte und Kopfhörer gestatten die Mobilität im Raum, die weder bei der Buch- oder Zeitungslektüre, beim Fernsehkonsum noch im Falle des Radios möglich war (Nyre 2015). Insbesondere der Einsatz von Kopfhörern spielt hierbei eine wichtige Rolle.[6] Dass das dadurch induzierte Gefühl einer Abgeschlossenheit von der Außenwelt bei gleichzeitiger Bewegungsfreiheit in dieser Außenwelt eine als besonders intim und privat wahrgenommene Rezeption zur Folge hat, wurde in der Forschung wiederholt betont (Berry 2016: 12; Lieberman et al. 2022). Durch ein hohes Maß an individueller Programmauswahl entsteht bei den Zuhörenden zudem das Gefühl, sich in einem „intimate soundscape of their own choosing“ (Lacey 2013: 120) zu befinden. Verstärkt wird dies dadurch, dass in Podcasts stärker als in klassischen Medien eine starke emotionale Bindung zwischen Produzent*innen und Rezipient*innen hergestellt wird (Schlütz & Hedder 2021). Das Gefühl, Teil einer ‚community‘ zu sein, wird in der Rezeptionsforschung als ein wesentlicher Grund für den Konsum beschrieben (Markman 2012; Chan-Olmsted & Wang 2022: 689 ff.).

Die Entwicklung des Podcasts reiht sich damit ein in die Geschichte der Verbreitungsmedien, in der historisch je auf unterschiedliche Weise Intimität und Distanz, Einsamkeit und Gemeinschaftsgefühl, Abwesenheit und Präsenz in ein neues Verhältnis gesetzt wurden (vgl. Koschorke 1999: 169–261). Die Fokussierung auf das gesprochene Wort, die zumeist einsame und schweigsame Rezeption über Kopfhörer, die Länge der einzelnen Formate sowie die freie Wahl des Abrufs einzelner Folgen sind dabei die zentralen Merkmale dieses Mediums.

4 Die Ausstellung von Verletzbarkeit in der politischen Kommunikation der Gegenwart

Innerhalb der Podcast-Landschaft gibt es verschiedene Formate, die sich um politische Themen drehen. Es lassen sich mehrere Phasen in der Geschichte politischer Podcasts ausmachen, in denen sich jeweils unterschiedliche Formate entwickelt haben: Auf eine erste Phase, in der vor allem Amateur*innen öffentlich politische Fragen verhandelt haben, folgte eine zweite Phase, in der zunehmend auch große Medienkonzerne, Sendeanstalten, Zeitungshäuser und Verlage in den Markt politischer Podcasts gedrängt sind, die wiederum abgelöst wurde von einer dritten Phase, in der nun vermehrt auch Politiker*innen selbst eigene Podcasts anbieten (vgl. Seeber & Rüth 2022: 131–138). So startete etwa Angela Merkel bereits in ihrer Amtszeit als Kanzlerin den Podcast „Angela Merkel – Die Kanzlerin direkt“, Gerhard Schröder wiederum lange nach seiner Kanzlerschaft den Podcast „Die Agenda“; auch Barack Obama nahm nach seiner Präsidentschaft zusammen mit Bruce Springsteen acht Folgen des Formats „Renegades: Born in the USA“ auf. In der deutschen Gegenwartspolitik treten bzw. traten u. a. Friedrich Merz („Bei Anruf Merz“), Lars Klingbeil und Kevin Kühnert („Die K-Frage“) sowie Christian Lindner („CL+“) als Gastgeber eigener Podcasts auf.

Im Folgenden sollen jedoch nicht Podcasts von aktiven oder ehemaligen Politiker*innen und auch nicht Nachrichtenpodcasts, sondern Interviewpodcasts im Mittelpunkt stehen, genauer: Folgen der populären Formate „Alles gesagt?“ und „Hotel Matze“, in denen jeweils Politiker*innen zu Gast waren. Diese Auswahl kann zum einen dadurch begründet werden, dass beide Formate zu den meistgehörten Podcasts in Deutschland zählen;[7] zum anderen dadurch, dass in diesen beiden Formaten in besonderer Deutlichkeit eine dezidiert neue Form des politischen Sprechens kultiviert wird, für die es bislang kaum Vergleiche gibt. Mit der Logik der politischen Ansprache in modernen Massendemokratien bricht die mediale Situation des Podcasts insofern, als darin weniger auf Mobilisierung und Überzeugung politischer Gruppen oder Massen, sondern stärker auf die Herstellung von Nähe gesetzt wird. Zuhörer*innen folgen einem als vertraulich gerahmten Gespräch und sind dabei weniger Adressat*innen politischer Botschaften als Zeug*innen eines Gesprächs. Dadurch unterscheidet sich diese Kommunikationsform von Formaten wie etwa Weihnachts- oder Neujahrsansprachen, Wahlkampfauftritten, Reden im Bierzelt oder Talkshowauftritten (Dörner 2015). Podcasts schaffen eine Form der Intimität, die wir im Zusammenhang mit Politik in dieser Form noch nicht kannten: Sie stellen eine „intimacy at a distance“ (Horton & Wohl 1956) her.

Aus der Fokussierung auf diese beiden Formate ergeben sich durchaus methodische Schwierigkeiten. Es muss daher betont werden, dass das herangezogene Material höchst selektiv ist. Das betrifft die Auswahl der eingeladenen Gäste, die jeweils adressierte Zuhörer*innenschaft und eben auch eine bestimmte Gessprächskultur in diesen Podcast-Formaten, die sich nicht ohne weiteres verallgemeinern lässt. Beide untersuchten Formate zeichnen sich dadurch aus, dass in ihnen ein sehr persönliches Sprechen kultiviert wird. So werden etwa im Format „Hotel Matze“ fast sämtliche Gäste programmatisch geduzt und in eine Gesprächssituation verwickelt, die wahlweise an ein therapeutisches oder an ein freundschaftliches Gespräch erinnern.[8] Im Format „Alles gesagt?“ wiederum wird während des Gesprächs absichtlich gegessen und getrunken, wodurch eine zwanglose Gesprächsatmosphäre hergestellt werden soll. Zudem gibt es keinerlei Längenvorgaben der Aufnahmen; das Ende wird vom Gast durch ein selbstgewähltes Schlusswort bestimmt.[9] Neben Schriftsteller*innen, Musiker*innen oder Wissenschaftler*innen sind in beiden Formaten regelmäßig auch Politiker*innen zu Gast, darunter regierende Minister*innen oder der Bundeskanzler.

Diese Einschränkungen lassen es daher nicht zu, Aussagen über einen allgemeinen Wandel politischer Kommunikation zu treffen. Das ist jedoch auch gar nicht das Ziel dieser Ausführungen. Vielmehr soll es darum gehen, die Spezifika einer bestimmten politischen Redeweise (Séville & Müller 2024) herauszuarbeiten, die sich in Podcasts zweifelsohne in größerer Deutlichkeit zeigt als in anderen Formaten, wie Fernsehansprachen, TV-Duellen oder Reden im Parlament. Allein die Länge der Gespräche – die Folgen sind zwischen 52 Minuten und 475 Minuten lang – ist unüblich für politische Kommunikation. Die Möglichkeit, sich ausführlich und ohne Zeitdruck erklären zu können, wird von den eingeladenen Politiker*innen selbst immer wieder als Grund dafür aufgeführt, der Einladung in die jeweiligen Formate gefolgt zu sein. Beispielhaft dafür die damalige Co-Parteivorsitzene und Kanzlerkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Annalena Baerbock, mitten im Bundestagswahlkampf 2021: „Ja, und deswegen finde ich auch einen Podcast so schön, wenn da nicht nach 18 Minuten die Sendung vorbei ist.“[10]

Nicht nur die Länge der Interviews, auch die vergleichsweise intime Aufnahmesituation ohne unmittelbar anwesendes Publikum bzw. politische Gegner*innen erzeugen eine Gesprächsatmosphäre, in der es zu einer „‚intimization‘ of public address“ (Lloyd 2020: 20) kommt. In den Interviews erfährt man etwa über das Elternhaus, die politische Sozialisation, außergewöhnliche Hobbys oder über gastronomische Vorlieben, etwa, dass Katarina Barley aufgrund ihrer Körpergröße nur schwer passende Kleider findet, Dorothee Bär gerne Schlager hört oder Robert Habeck durch die Lektüre von Martin Heideggers Sein und Zeit in eine schwere existenzielle Krise geraten ist.[11] All diese Informationen sind nicht unmittelbar politisch, sie sind aber ein wesentlicher Bestandteil einer politischen Kommunikation der Gegenwart. Damit soll nicht gesagt sein, dass es in der Vergangenheit nicht bereits Formen einer Einbeziehung des Privaten und Persönlichen in die politische Außendarstellung gab – zu erwähnen wären in Deutschland etwa Helmut Kohls Urlaubsfotos vom Wolfgangsee, Rudolf Scharpings Vorliebe für den Rennradsport oder Helmut Schmidts durchaus öffentlichkeitswirksam eingesetzte Leidenschaft für das Klavierspiel; was sich am politischen Sprechen in Podcasts vielmehr zeigt, wie hier das Verhältnis des privaten und des politischen Selbst neu justiert wird. Politiker*innen geben nicht nur Details über sich selbst preis und machen sich damit bis zu einem gewissen Grad verletzbar; sie verfolgen auch eine Kommunikation, in der Verletzbarkeit durchaus als kommunikative Ressource in Erscheinung tritt.

Um das herausarbeiten zu können, wurden 20 Folgen der Podcast-Formate „Alles gesagt?“ und „Hotel Matze“ untersucht, die zwischen 2018 und 2023 gesendet wurden.[12] Ziel dieser zunächst unsystematischen Untersuchung war es, allgemeine Muster gegenwärtiger politischer Ansprache und politischer Selbstdarstellung erkennbar zu machen. Darüber hinaus sollten die Besonderheiten politischen Sprechens in Podcasts in den Blick genommen werden. Neben einer Vielzahl persönlicher Informationen, der Thematisierung der eigenen Sozialisation oder politischen Initiation sind wir im Material wiederholt auch auf Berichte des eigenen Leidens und der eigenen Verletztheit von Politiker*innen gestoßen. Die Kategorie ‚Verletzbarkeit‘ wurde dabei induktiv aus dem Material gewonnen und erst in einem nächsten Schritt mit Konzepten aus der Politischen Theorie in Beziehung gesetzt. Die folgenden Ergebnisse haben bislang vor allem explorativen Charakter: Es soll darum gehen, die Konturen einer bestimmten Form politischer Kommunikation in der Gegenwart zu zeichnen, die sich in bestimmten Medien und Formaten in besonderer Deutlichkeit ausmachen lässt. Insbesondere vier inhaltliche Themenschwerpunkte und narrative Muster sind im Material wiederholt aufgetaucht: Berichte über Person-Rollen-Konflikte, die mit politischer Arbeit einhergehen (4.1), Berichte über die Beschwerlichkeiten der Politik und das Leiden am politischen Alltag (4.2), Berichte des eigenen Ausgeliefert-Seins und des eigenen Erlebens von Politik (4.3) sowie Berichte über den Umgang mit Anfeindungen in den Sozialen Medien (4.4).

4.1 Person-Rollen-Konflikte: Das private und das politische Selbst

In einer Folge des Podcasts „Alles gesagt?“ aus dem Jahr 2018 thematisiert Robert Habeck die Rollenkonflikte, die seinen politischen Alltag kennzeichnen. Dabei betont er von sich aus die Notwendigkeit einer Neujustierung des privaten und des politischen Selbst unter Bedingungen medialer Dauerbeobachtung. Die Herausforderung gegenwärtiger Politik liege darin, so führt er noch als Co-Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen aus, einerseits als nahbarer Politiker aufzutreten, andererseits aber auch die Risiken einer nahbaren Politik einzuschätzen. Ein Negativbeispiel sei für ihn in diesem Zusammenhang die Schulz-Story, jene ausführliche Reportage des Journalisten Markus Feldenkirchen (2018) über den Bundestagswahlkampf von Martin Schulz im Jahr 2017. Feldenkirchen hatte Schulz teilnehmend beobachtend begleitet, über einen längeren Zeitraum aus nächster Nähe portraitiert und schonungslos dessen Niederlage dokumentiert. So interessant Habeck dieses Projekt als Idee findet, so sehr sieht er jedoch auch die Gefahren eines derartigen Projekts:

„Das, was mich daran über Martin Schulz hinaus beschäftigt, ist, dass einerseits ja Politik erkennbar nicht funktioniert, wenn sie sich in so eine Plastikwelt zurückzieht. Also wir lassen, wir Politiker, keine Persönlichkeit zu, wir reden nur noch in Phrasen, die dreimal rundgebügelt wurden, wir stellen uns nicht der Öffentlichkeit, keiner weiß was Privates usw. Das kann man machen. Aber, Menschen wollen doch Menschen erkennen, und das ist doch eigentlich was Gutes. Sonst könnten wir uns alle von Robotern vertreten lassen und von Wahl-O-Maten oder so etwas. […] Und auf der anderen Seite ist das Menschliche auch verräterisch. Man will auch nicht hören, dass Lehrer die eigenen Kinder einfach elend finden und jeden Tag genervt in den Unterricht gehen und sagen: ‚Die alten Bälger, ich kann sie alle nicht mehr sehen‘. Man will auch nicht hören, dass der Pilot im Flugzeug, der einen in den Urlaub fliegt, immer damit kämpft einzuschlafen. […] Und genauso will man auch nicht von Politikern, glaube ich, auch nicht hören, wie elend sie die Wähler finden, wie doof ihre Partei ist, und so ist es aber.“[13]

Habeck selbst versuche dagegen, die strikte Trennung eines Politikers in der Öffentlichkeit auf der einen Seite und des echten Menschen auf der anderen Seite bewusst zu unterlaufen, indem er sich von vornherein selbst als ‚Mensch‘ in der Politik zu zeigen versucht. Dieses öffentliche Auftreten als ‚Mensch‘ sei jedoch keiner privaten Vorliebe Habecks geschuldet, sondern entspringe vielmehr einer „politischen Analyse“:

„Und ich traue mich und gehe damit weiter, und zwar, und das ist keine private Entscheidung, weil ich gerne so eine Plappertasche bin, sondern eine politische Analyse, weiter als viele andere Kollegen, weil ich glaube, dass dieses Zulassen von Verstehen, wie Politik geht und wie es den Menschen in der Politik geht, ganz, ganz wichtig ist, damit eben Menschen gesehen werden, auch in ihren Begrenztheiten, aber eben nicht in ihrer Nacktheit sozusagen.“[14]

Ähnlich beschreibt es in einem anderen Podcast auch Kevin Kühnert, zum Zeitpunkt der Aufnahme Generalsekretär der SPD. Auch er spricht Person-Rollen-Konflikte (Schimank 2000: 63), die er im politischen Alltag erlebt, offen an. Um diese Konflikten, die in erster Linie mit der Diskrepanz von Rollenerwartungen zu tun haben, zu vermeiden, habe er für sich entschieden, absichtlich nicht zwischen sich selbst als Politiker und als Privatmensch zu trennen.

„Ich gebe in das, was ich politisch tue, die besten Jahre meines Lebens gerade rein. Das ist meine Auffassung davon. […] Wenn ich etwas so unbedingt mache, so entgrenzt mache, auch meinen Umfeld so viel abverlange durch das, was ich tue, dann will ich doch nicht noch ne Rolle dabei spielen und abends irgendwie mein Kostüm zuhause ausziehen und sagen, ‚war heute wieder ein Scheißtag, jetzt kann ich ich sein‘.“[15]

Sowohl Habeck als auch Kühnert thematisieren also von sich aus, wie schwer es im Alltag ist, für sich selbst eine klare Rollentrennung aufrechtzuerhalten. Gerade aus diesem Grund hält Habeck es für notwendig und geboten, auch über die Schattenseiten seines Berufs Auskunft zu geben. So macht er im weiteren Verlauf des Gesprächs etwa deutlich, wie schmerzhaft es für ihn ist, aufgrund von Terminverpflichtungen seine Söhne abends nicht sehen zu können:

„[M]eine Söhne sind jetzt deutlich älter und machen ihr Ding. Aber wenn ich weiß, dass die zuhause sind, also, ich könnte bei ihnen sein und ich bin nicht da, und bin auch bei tollen Veranstaltungen oder bei wichtigen Terminen, dann bricht mir das noch immer das Herz. Kriege ich richtig, also wenn ich das zulasse, kriege ich Tränen in den Augen.“[16]

Habeck zeigt sich in diesem Ausschnitt zugleich als ein von Terminen absorbierter Berufspolitiker und als verletzbarer Vater. Er macht keinen Hehl daraus, was er von manchen Gepflogenheiten des politischen Geschäfts – „Diese Scheißrituale in der Politik, dass man der beste Verhandler ist, wenn man bis vier Uhr morgens durchhalten kann“[17] – hält, die ein geregeltes Familienleben unmöglich machen. All diese Statements wollen aber keineswegs bloß Einblicke in das Privatleben gewähren und so etwas wie Authentizität herstellen. Zwar handelt es sich bei der Formulierung „Scheißrituale“ um ein linguistisches Aufrichtigkeitssignal (Schneider-Mizony 2018), durch das ein persönliches Leiden am Beruf glaubhaft gemacht werden soll, und doch geht es in diesen Ausschnitten um mehr als nur die Inszenierung von Authentizität in der Politik, mit denen sich die sozialwissenschaftliche ebenso wie die kommunikationswissenschaftliche Forschung seit einigen Jahren intensiv beschäftigt (siehe etwa Alexander 2010; Enli 2016; Luebke 2021; Sonnevend & Steiert 2022). Habeck und Kühnert geben vielmehr Auskunft, wie anstrengend und bisweilen verletzend die Trennung verschiedener Rollen sein kann und wie sehr die Vorstellung einer strikten Unterscheidung von Amt und Person, von Berufspolitiker und Privatmensch eine bestimmte Vorstellung von Politik konterkariert.

4.2 Einblick in die Beschwerlichkeiten des Alltags: Politik als anstrengender Beruf

Die Beschwerlichkeiten des Alltags und die Nöte von Berufspolitiker*innen werden in den untersuchten Podcasts immer wieder thematisiert. In einer Folge wird Kevin Kühnert auf die über ihn gedrehte NDR-Fernsehdokumentation „Kevin Kühnert und die SPD“ (2021) angesprochen. In der Dokumentation kann man ihn über einen langen Zeitraum und über mehrere Teile bei der Arbeit beobachten, beim Warten auf Wahlergebnisse, beim Beraten-Werden oder nach negativen Umfrageergebnissen. Vor allem aber werden die kräftezehrenden Arbeitsbedingungen und der bisweilen triste Alltag in der Berliner Politik eingefangen. Kühnert will diese Bilder nicht beschönigen, sie entsprächen nicht nur der Realität im Willy-Brandt-Haus, sondern allgemein der Realität in einem Arbeitsumfeld, das wesentlich auf Durchhaltevermögen und Wettbewerb ausgelegt ist.

„[D]as ist natürlich eine völlig vorzeitliche und archaische Vorstellung [in der Politik] davon, wie man mit menschlichen Ressourcen umgeht. Das sorgt natürlich auch dafür, dass ein gewisser Typus von Mensch, der da achtsamer mit sich selbst umgeht, auch vielleicht gar nicht erst in Erwägung zieht, auf diesem Level Politik zu machen; es gibt allerdings auch diejenigen, die mit hehren Ansprüchen in die Politik gehen und sehr achtsam mit sich umgehen wollen und irgendwann dann auch ihr Wesen verändern und sagen, okay, ich kann mich jetzt entscheiden zwischen entweder mehr politische Verantwortung tragen und dafür aber einen anderen Umgang mit mir selber, einen rücksichtsloseren pflegen, oder meine Ansprüche mir selbst gegenüber wahren, und meiner Familie und meinem Freundeskreis, aber dann eben auch weniger politischen Einfluss üben zu können, weil es eine gläserne Decke gibt, durch die ich einfach nicht durchkomme. Also wenn es so auf die Ebene Ministerposten oder Ähnliches geht, dann reden wir über eine solche Vereinnahmung von allem, ja, diese Kultur der Dienstreisen einfach im Moment im internationalen Raum, wo man dann die Nacht durchfliegt und dann ist man morgens um acht beim Staatsempfang und dann geht’s die nächste Nacht zurück. Das ist nicht leistbar unter den Bedingungen eines achtsamen Umgangs mit sich selbst. [Moderator: Aber das ist doch totale Scheiße.] Ja. Das ist so.“[18]

Kühnert schildert die politische Arbeit als eine alles Private absorbierende Tätigkeit, der man sich ab einem bestimmten „Level“ nicht entziehen könne. Politische Akteure seien extremen Anforderungen ausgesetzt und dabei nicht in der Lage, selbst über ihre Arbeitsbelastung zu bestimmen. Kühnert und andere Politiker*innen zeichnen also das Bild von Politik als anstrengendem Beruf. Sie berichten dabei aber nicht nur von kurzen Nächten, von Übermüdung und Fremdbestimmung durch offene Terminkalender, sie beschreiben sich selbst als dem Arbeitsalltag und dem Weltgeschehen bisweilen ohnmächtig ausgesetzt. Annalena Baerbock erklärt an einer Stelle, zu diesem Zeitpunkt noch nicht als Außenministerin, sondern als Co-Parteivorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, dass der Tag der Podcast-Aufnahme für sie mit einem besorgten Blick aufs Handy und auf die angespannte Nachrichtenlage begonnen habe:

„Heute Morgen war es ehrlich gesagt Twitter, mit Blick auf das, was auf Lesbos passiert, weil das so dramatisch ist, dass ich den einen Kanal auf Twitter da direkt am Morgen checke, in der Hoffnung, dass es besser wird. Es wird aber jeden Morgen nur schlimmer.“

„Und was macht das in dem Moment mit dir? Nimmst du das wahr? Willst du sofort aktiv werden? Denkst du, scheiße, jetzt regnet es auch noch dazu heute, jetzt auch das noch?“

„Na, jetzt in dem konkreten Fall mit Lesbos und dieser dramatischen Lage der Geflüchteten dort vor Ort, das wühlt mich innerlich total auf, das liegt mir wirklich schwer auf der Seele.“[19]

Das Gespräch wurde im März 2020 aufgenommen. Das Schicksal der knapp 20 000 Menschen, die im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos unter notdürftigsten Bedingungen untergebracht wurden, belastete Baerbock offenbar sehr. Im weiteren Gesprächsverlauf gibt sie an, dass in ihrem eigenen Selbstverständnis als Politikerin „Empathie eigentlich das Allerwichtigste in der Politik ist“. Emotionalität wird hier zu einer politischen Kategorie aufgewertet, Empathie zu einer entscheidenden Ressource politischen Handelns. Am wirkungsvollsten sei Baerbock dann, „wenn mich Dinge emotional berühren“.[20]

Es soll an dieser Stelle nicht darum gehen, diese Aussagen zu kritisieren oder deren Glaubhaftigkeit in Zweifel zu ziehen. Interessanter ist es, die Vorstellungen von politischem Handeln und politischer Führung zu beachten, die sich in diesen Aussagen artikulieren. Baerbock erzählt sich – und zwar keineswegs nur in diesem Interview – als ein politisches Subjekt, das irritierbar und berührbar ist. Verletzungsoffenheit wird gerade nicht verborgen, sondern offen kommuniziert und ausgestellt. Es ist eine prinzipielle Ausgesetztheit – dem Arbeitsalltag, dem Weltgeschehen, politischen Krisen, Naturkatastrophen etc. –, die in den Podcasts wiederholt zur Sprache kommt. Dabei kommt es zu einer performativen Kopplung von Exponiert-Sein, im Sinne einer passiven Widerfahrnis, und Exposition, im Sinne einer aktiven Ausstellung vor Publikum.[21]

4.3 Politisches Erleben: Die Betonung von Handlungsohnmacht

Bisweilen sind Politiker*innen auch mit den gesellschaftlichen Konflikten um die eigene Politik als einem inneren Konflikt konfrontiert. Ricarda Lang, zum Zeitpunkt der Aufnahme Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, war unmittelbar nach Demonstrationen für einen Ausstieg aus der Braunkohleförderung im Januar 2023 zu Gast im Podcast „Alles gesagt?“. Mehrere Zehntausend Menschen hatten sich zusammengefunden, um gegen die Förderung im Tagebau Garzweiler II und für einen Erhalt des Dorfes Lützerath und damit auch gegen die von Bündnis 90/Die Grünen mitverantwortete Politik zu demonstrieren. Lang will ihre eigene Zerrissenheit nicht verbergen. Als Mitglied einer Regierungspartei muss sie das eigene Regierungshandeln und entsprechende Kompromisse mit Koalitionsparteien erklären und verteidigen, gleichzeitig will sie ihr persönliches Unwohlsein aber auch nicht verschweigen. Auf die Eingangsfrage „Wie geht’sn eigentlich so?“, antwortet sie wie folgt:

„Heute geht’s mir gut, aber das war natürlich unfassbar, das schöne Wort ist immer: intensiv. […] Sehr intensive Wochen auch für mich persönlich auf jeden Fall. Nee, das war schon krass, also wenn ich jetzt überlege, dieser eine Samstag, wo dann dort eine Demo war, ca. 35 000 Leute, und ich habe diese Bilder gesehen und war natürlich zerrissen innerlich. Weil auf der einen Seite denke ich mir: ‚Boah, 35 000 Leute, die für schnelleren Kohleausstieg auf die Straße gehen!‘ Was, wofür ich immer gekämpft habe, eines meiner politischen Kernanliegen. Und auf der anderen Seite steh ich da nicht, während ganz viele Freunde von mir da stehen, stehe ich da nicht, sondern bin ja nicht nur in irgendner Form Adressatin, sondern wirklich auch Adressatin von ner sehr klaren Kritik.“[22]

An Langs Bemerkung ist zweierlei bemerkenswert: Zum einen beschreibt sie den Prozess einer Entfremdung – sie stehe eben nicht neben ihren „Freunden“, sondern müsse als Funktionsträgerin eine Politik verantworten, gegen die sie selbst einst gekämpft hat. Dies sei „persönlich“ schwierig. Zum anderen zeigt sich ein aufschlussreicher Perspektivwechsel. Die Ausstellung der eigenen Zerrissenheit, die aus realpolitischen Zwängen und nicht auflösbaren Rollenkonflikten im Regierungshandeln resultiert, hat zur Folge, dass sich Politiker*innen wie Lang nicht nur als Handelnde, sondern bis zu einem gewissen Grad selbst auch als Erlebende präsentieren. Politik betrifft auch sie.

An einer nur wenig beachteten Stelle in seinem Werk weist Niklas Luhmann darauf hin, dass zwischen Handeln und Erleben klar unterschieden werden müsse (2005). Dabei handelt es sich nicht um eine ontische Unterscheidung, sondern um zwei verschiedene Arten der Zurechnung: „Sinnhafte Reduktion von Komplexität kann nämlich in zweifacher Weise zugerechnet werden: auf die Welt selbst oder auf bestimmte Systeme in der Welt. Entweder wird die Reduktion als vorgegeben behandelt oder sie wird von einem bestimmten System geleistet. Im ersten Fall wollen wir von Erleben sprechen, im anderen von Handeln.“ (1972: 77) Moderne Gesellschaften zeichnen sich seiner Ansicht dadurch aus, dass an unterschiedlichen Orten die Zurechnung von Erleben und Handeln typischerweise je unterschiedlich erfolgt. Im Fall der Politik erfolge die Zurechnung in der Regel ausschließlich aufs Handeln. Alters Handeln soll Egos Handeln auslösen, was mit Hilfe des symbolisch generalisierten Kommunikationsmediums Macht geschieht. Luhmann begreift Politik demnach als Aufeinanderfolge von politischen Entscheidungen und durch diese Entscheidungen ausgelöste Handlungsanweisungen. 

Dass in der Politik eine derartige Form von Aktionsmacht zum Tragen kommt und Politiker*innen kollektiv verbindliche Entscheidungen treffen müssen, daran besteht kein Zweifel. In der Außendarstellung von Politik fällt jedoch auf, dass die Kommunikation von politischen Entscheidungen immer häufiger in Medien und Formaten stattfindet, in denen auch das eigene Erleben mitkommuniziert oder gar in den Mittelpunkt gerückt wird.[23] Es sind gerade Podcasts, in denen sich eine neue Form der Persuasion beobachten lässt. Politische Akteure präsentieren sich keineswegs nur als Handlungsmächtige, sondern auch als Betroffene und Erleidende, also in ihrer Ausgesetztheit. Nicht nur machen sie dabei ihr eigenes Erleben zum Thema, sie hoffen auch darauf, dass dieses Erleben wahrgenommen wird. Sie erzählen in bisweilen intim anmutenden Gesprächssituationen von Politik und changieren dabei selbst zwischen politischer Beobachter- und Teilnehmerrolle.

4.4 Individuelle Medienpolitiken: Der persönliche Umgang mit Sozialen Medien

An kaum einem Thema wird die eigene Betroffenheit und Ausgesetztheit des politischen Personals so deutlich wie an der Veränderung der Debattenkultur in Deutschland durch Soziale Medien. Angesichts der alltäglichen Konfrontation mit Kritik und Hass beschreibt Ricarda Lang, wie stark sie sich bisweilen selbst zensiert, um Kritik an ihrer Person vorzubeugen. Auch habe sie sich dazu entschieden, ihre eigenen erlittenen Verletzungen fortan öffentlich zu machen:

„Ich hatte so eine Phase, wo ich einfach gemerkt habe, dass ich sowas wie eine innere Schere im Kopf hatte. Dass ich schon vor ganz vielen Postings, vor ganz vielen Sätzen, die ich rausgegeben habe, immer überlegt habe, ‚ach, habe ich die Zeit, habe ich die Kraft, mich dem auszusetzen?‘ Und das war für mich der Moment, wo ich entschieden habe, das öffentlich zu machen, also darüber öffentlich zu sprechen. Ich würde zwar immer gern behaupten, das macht mir gar nichts aus, und ich lasse das komplett an mir abprallen. Aber ganz hat es eben nicht gestimmt, und dann habe ich eigentlich gedacht, bevor ich jetzt verstumme, rede ich darüber und zeige auch anderen, dass sie nicht alleine sind mit solchen Erfahrungen.“[24]

Die Offenlegung der eigenen Verletzbarkeit wird hier zur Geste einer Selbststärkung und eines Solidaritätsangebots an andere Betroffene dargestellt. Von ähnlich brutalen Rückmeldungen und Angriffen auf ihre Person berichtet an anderer Stelle auch Sawsan Chebli, ehemalige Staatssekretärin in der Berliner Senatskanzlei und Mitglied der SPD:

„Wir können nicht auf der einen Seite erwarten, dass Politik uns mitnimmt bei Entscheidungen, dass Politiker auch Menschen sind und nahbar sind, auf der anderen Seite, aber wenn sie Fehler machen, sie am liebsten vernichten wollen. […] Ich würde sagen, es vergeht kein Tag für mich ohne Hass im Netz. […] Über die Sozialen Medien erreicht mich jeden Tag massenhaft Hass, Hetze, Beleidigung.“[25]

Armin Laschet wiederum muss besorgt eine „Vertwitterung des deutschen Journalismus“ feststellen,[26] die er als Kandidat der CDU im Bundestagswahlkampf zu spüren bekam; und Robert Habeck haben die eigenen Verletzungen und vor allem die Erfahrungen mit der eigenen Ohnmacht gegenüber Dynamiken in Sozialen Medien sogar dazu bewogen, sich vollständig von der Plattform Twitter zurückzuziehen.[27] Die Entscheidung seines eigenen Ausstiegs begründete er öffentlichkeitswirksam durch eine Erklärung auf der eigenen Homepage, in der an sich selbst negative Veränderungen im Verhalten und in der Kommunikation feststellte (Habeck 2019). Twitter habe ihn, so heißt es in dieser Erklärung, zunehmend desorientiert und unkonzentriert werden lassen, vor allem habe es in ihm niedere Instinkte wachgerufen, die seinem eigenen politischen Selbstbild fundamental widersprächen. In einem Podcast geht er darauf ein, wie sehr Twitter in seiner technischen Bauart einen bösartigen Tonfall präferiere und damit eine Form der kommunikativen Zuspitzung fördere, der man sich selbst im praktischen Gebrauch ausgeliefert sieht.

„Mein Eindruck ist, dass vor allem bei Twitter, aber man kann wahrscheinlich auch andere Soziale Medien nehmen, möglicherweise aber auch live, eine Verrohung um sich greift, die eine neue Qualität hat. […] Weil die Medien selbst – Twitter – über die Anreizfunktion, möglichst viele Follower, möglichst viele Likes oder Retweets zu haben, dazu animiert, noch, also jetzt neutral gesprochen: prägnanter, ich würde sagen: bösartiger zu sein. […] Die Algorithmen und auch die schlechten menschlichen Eigenschaften sorgen dafür, dass die böswilligen, gemeinen und hetzerischen Ansagen besser laufen als die ausgeglichenen. […] Deswegen glaube ich, dass die Aussage, die Menschen wissen, was sie tun, nicht richtig ist. Ich glaube, wir werden im Moment immer stärker Objekte von Medien.“[28]

Habeck spricht jedoch nicht nur die Verrohung des öffentlichen Diskurses, sondern auch die Wahrnehmung eigener Verhaltensänderungen an. Insbesondere die Erfahrung, „dass man so redet, wie es das Medium will“ (Habeck 2019), sei für ihn schmerzhaft gewesen. Hier verbindet sich eine Kritik an den Verhältnissen mit einer öffentlich vorgetragenen Selbstkritik.

Es soll an dieser Stelle jedoch nicht um persönliche Kommunikationsstile oder um Kommunikationsstrategien einzelner Parteien gehen. Und doch dürfte aufgefallen sein, dass das herangezogene Material eine gewisse Selektivität, ja eine parteipolitische Schlagseite aufweist. Die meisten Statements stammen von Vertreter*innen der Parteien Bündnis 90/Die Grünen und SPD. Das hängt zum einen mit den analysierten Podcast-Formaten und deren Gästeauswahl zsuammen, verweist zum anderen aber auch auf einen bestimmten Habitus dieser beiden Parteien, die historisch gesehen – sowohl auf der Ebene der Programme als auch auf der Ebene des Personals – stärker auf Diskursivierung und Selbstreflexivität setzen.[29] Insofern stellt auch die Selektivität des Materials durchaus einen Befund dar. Es sind gerade Vertreter*innen dieser beiden Parteien, die sich in der Öffentlichkeit vermehrt auch als verletzbar präsentieren und dabei mit einem Publikum rechnen, dass eine solche Form der Selbstdarstellung honoriert. Trotz dieser Einschränkungen halten wir dieses Material für geeignet, um daran die Spezifika einer bestimmten und sicherlich auch milieuspezifischen Redeweise der Gegenwart herauszuarbeiten. Damit soll im Übrigen nicht behauptet sein, dass es sich dabei um eine dominante Form politischen Sprechens in der Gegenwart handelt, sehr wohl aber um eine signifikante, die es ernst zu nehmen und weiter zu beobachten gilt. Das tun im Übrigen selbst diejenigen Politiker*innen, die sich einem nahbaren und verletzbaren Sprechen in der Öffentlichkeit explizit verweigern, wie etwa der ehemalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU. Auf die Gefahren seines Arbeitsalltags angesprochen – Spahn stand, was für Gesundheitsminister*innen unüblich ist, während der Corona-Pandemie aufgrund akuter Bedrohungen zeitweilig unter Personenschutz –, reagierte er ostentativ gelassen, um jedoch die Gelegenheit zu nutzen, Kritik an Formen des verletzbaren Sprechens in der Öffentlichkeit zu üben:

„Ich hab da wenig darüber gesprochen, spreche da heute nicht viel davon, weil ich nichts davon halte, ne eigene Bedrohung, die man kriegt, immer öffentlich zu machen. [Einwurf des Moderators: Sie sind ja auch nicht mehr im Amt] Nee, aber auch generell. Ich halte auch nichts davon, darüber zu reden, wie man sich im Amt fühlt. Das ist so ähnlich, ich möchte auch nicht vom Taxifahrer, der mich von A nach B fährt, immer hören, wie er sich fühlt, ich möchte einfach von A nach B.“[30]

Und doch soll es an dieser Stelle so wenig um Jens Spahn wie weiter oben um Ricarda Lang oder Kevin Kühnert als konkrete Personen gehen. Das Format des Podcasts als vergleichsweise neues Medium politischer Kommunikation wurde auch deshalb in den Vordergrund gerückt, weil sich in diesem Format selbst veränderte Erwartungen an das politische Personal und an politische Kommunikation so deutlich zeigen. Allein an den Fragen, mit denen sich Politiker*innen in derartigen Podcast-Formaten konfrontiert sehen und auf die sie reagieren müssen, deuten sich veränderte Erwartungen an politische Professionalität und an Amtsführung in der Gegenwart an: „Erlaubst du dir auch sowas wie nachhause zu kommen und zu jammern?“ (an Robert Habeck), „Wer kümmert sich um dich?“ (an Franziska Giffey), „Was macht Sie glücklich?“ (an Jens Spahn) „Wer war Ihre erste große Liebe? (an Ricarda Lang), „Warum tust du dir das an?“ (an Olaf Scholz) oder „Wovor hast du Angst?“ (ebenfalls an Olaf Scholz). Die besondere Gesprächsituation in Podcasts macht es schwer, sich den Erwartungen an Persönliches zu entziehen,[31] und zwingt geradezu, die Person hinter dem Amt hervortreten zu lassen. Die Betonung der eigenen Verletzungsoffenheit, die Ausstellung des body natural gegenüber dem body politic, scheint geradezu ein Erfordernis dieser speziellen Settings zu sein. Worin die Risiken einer derartigen Verletzbarkeitskommunikation liegen, ob damit nicht sogar eine Zumutung an das politische Personal verbunden ist und ob es eine Gefahr der Veralltäglichung von Verletzbarkeitskommunikation gibt, bleiben offene Fragen.

5 Schluss: Verletzbarkeitskommunikation und die Neuverhandlung politischer Repräsentation

Die Kommunikation von Verletzbarkeit, so lässt sich zusammenfassen, bearbeitet ein zentrales Spannungsverhältnis in der gegenwärtigen Politik. Politische Akteure selbst suchen einen Umgang mit der Erwartung, zugleich sachlich-distanzierte Berufspolitiker*innen im Weber’schen Sinne, aber auch nahbare Menschen zu sein. Die Darstellung von Verletzbarkeit reagiert auf diese spannungsreichen Anforderungen eines repräsentativen Amts. Damit zeigt sich unseres Erachtens in dieser spezifischen Kommunikation mehr als nur eine Form der Personalisierung von Politik; es zeigt sich ein Erwartungsmanagement durch politische Akteure, an dem sich durchaus auch eine Neujustierung zentraler Konzepte der Politischen Soziologie sowie der Politischen Theorie ablesen lässt.

Wo Wilhelm Hennis politisches Vertrauen noch dadurch gewährleistet sah, dass Amtsträger weniger Privatperson als dem Gemeinwohl verpflichtet seien, und er in der übermäßigen „Orientierung des politischen Lebens an einzelnen Personen“ die größte Gefahr „einer repräsentativen Amtsdemokratie“ erkannte (Hennis 1962: 57), wird heute auf die Wahrnehmung eines mangelnden Institutionenvertrauens vermehrt durch Angebote persönlicher Nahbarkeit reagiert. Es ist das einzelne, wahrhaftig kommunizierende Subjekt, das sich in den politischen Institutionen bewegt, Politik selbst erlebt und sodann die eigene Verletzbarkeit offenlegt, um so Vertrauenswürdigkeit herzustellen. Damit geraten etablierte Unterscheidungen von Vertrauensarten – klassischerweise wird zwischen personalem, sozialem und institutionellem Vertrauen unterschieden (Levi 2001) – unter Druck. Bisweilen entsteht in den hier untersuchten Gesprächssituationen der Eindruck, man könne der sich verletzbar zeigenden Person gegen das von ihr auszufüllendes öffentliches Amt vertrauen, schließlich behaupte sie sich gegen dessen Zumutungen. Fortan zu beobachten wäre also, ob die hier untersuchte Exposition nahbarer Subjekte die Idee einer Eigenlogik und Eigenständigkeit institutioneller Formen demokratischer Politik zugleich als Quelle möglicher Verletzungen betont und so eine Ressource politischen Vertrauens aufs Spiel zu setzen droht.

Schließlich ist die hier untersuchte Verletzbarkeitskommunikation auch für Vorstellungen politischer Repräsentation folgenreich. In der Politikwissenschaft wird Repräsentation seit einigen Jahren in ihrer performativen Dimension analysiert (Disch 2012; Diehl 2015); es geht nicht mehr nur um ein „standing for“ und „acting for“, um so ein Abwesendes wieder anwesend zu machen (Pitkin 1967), sondern auch um ein „claim-making“ (Saward 2006; Disch 2015), mit dem Akteure Repräsentativität jenseits formaler Institutionen und Verfahren behaupten und beanspruchen. Repräsentation muss dargestellt und aufgeführt werden; wie das konkret geschieht, beeinflusst Auffassungen politischer Stellvertretung bei Wähler*innen (Diehl 2016). Folglich wäre zu überlegen, inwiefern politische Akteure heute mehr als Interessenvertretung behaupten und Verletzbarkeit als ein eigenständiges politisches Argument einsetzen. Politische Akteure reagieren damit womöglich auch auf den Eindruck eines Verlusts an politischen Gestaltungsspielräumen. Sofern die Handlungsmacht gewählter Repräsentant*innen angesichts vielfacher Krisen und supranationaler Verflechtungen fragwürdig scheint, wird ein „representative claim“ über die Offenlegung von Politik als einer Tätigkeit, die belasten und sogar verletzen kann, formuliert. Repräsentation gerät dann als ein Handeln und Erleben einzelner, verletzbarer Subjekte ins Blickfeld der Bürger*innen. Auf das Bild empathieloser, von den Problemen des Alltags enthobenen Berufspolitiker*innen wird mit einem Verweis auf die eigene Verletzbarkeit erwidert; dem „Hass auf Politik“ (Hay 2007) wird eine verletzungsoffene Menschlichkeit entgegengesetzt. In Anlehnung an Saward (2006) ließe sich von einer Form eines „responsive claim“ sprechen: responsiv ist man nicht länger nur gegenüber möglichen Interessen, sondern auch gegenüber Emotionen und Erfahrungen.

Wurde in der Politik mit Blick auf eine gefährliche Verselbstständigung von Macht lange das Wort memento quod es homo bemüht, so scheinen sich die Verhältnisse mittlerweile geändert zu haben. Womöglich müssen Herrschende heute weniger an ihr Mensch-Sein als an die Funktion von Unpersönlichkeit erinnert werden. Als im April 2022 Kevin Kühnert im Podcast „Hotel Matze“ zu Gast war, wurde er mit folgenden Worten verabschiedet. Seine Reaktion darauf ist aufschlussreich für das, worum es in diesem Text gehen sollte:

„Kevin, vielen herzlichen Dank für deinen Besuch. Es hat mich sehr, sehr gefreut, dass du da warst. Und ich hatte das Gefühl, dass hier gar kein Politiker saß.“

„Oh, wie schön. Das ist ein tolles Kompliment.“[32]

Über die Autoren

Julian Müller

Julian Müller, geb. 1980, Studium der Soziologie, Philosophie und Psychologie in Tübingen und München. Promotion an der LMU München. Von 2007 bis 2021 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Akademischer Rat a.Z. an der LMU München. Vertretungs- und Gastprofessuren in Marburg, Duisburg-Essen und Graz. Seit 2023 Gastprofessor am Institut für Politikwissenschaft der Leuphana Universität Lüneburg.

Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie; Politische Soziologie; Medien- und Kommunikationstheorien insbesondere politische Kommunikation.

Wichtigste Publikationen: Handbuch Theorien des Sozialen (Hg.). Wiesbaden: Springer VS 2025 (mit H. Delitz und R. Seyfert); Politische Redeweisen. Tübingen: Mohr Siebeck 2024 (mit A. Séville).

Astrid Séville

Astrid Séville, geb. 1984, Studium der Politikwissenschaft, Romanistik und Historischen Anthropologie in Freiburg und Paris. Promotion an der LMU München. Von 2011 bis 2023 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Akademische Rätin a.Z. an der LMU München. Vertretungs- und Gastprofessuren in Wien und an der TU München. Seit 2023 Professorin für Politikwissenschaft an der Leuphana Universität Lüneburg.

Forschungsschwerpunkte: Politische Theorie; Politische Kommunikation; Politische Anthropologie; Populismus.

Wichtigste Publikationen: Politische Redeweisen. Tübingen: Mohr Siebeck 2024 (mit J. Müller); „There is no Alternative“. Politik zwischen Demokratie und Sachzwang. Frankfurt/Main, New York: Campus 2017.

Danksagung

Dieser Beitrag ist im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojekts „Re/Präsentation. Neue Formen der politischen Ansprache und Fürsprache“ entstanden. Wir danken der Gerda Henkel Stiftung für die Förderung dieses Projekts.

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Online erschienen: 2025-02-19
Erschienen im Druck: 2025-02-28

© 2025 bei den Autoren, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Downloaded on 11.3.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/zfsoz-2025-2002/html
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