Zusammenfassung
Auf dem globalen Buchmarkt ist die deutschsprachige Gegenwartsliteratur lediglich ein Nischenthema. Umso erfreulicher ist es, dass die Romane von Jenny Erpenbeck, die mittlerweile als Deutschlands international renommierteste Schriftstellerin gilt, große Beachtung finden. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie anhand einer vergleichenden Analyse, wie typische stilistische Elemente in der englischen und chinesischen Ausgabe ihres Romans Heimsuchung übertragen wurden und welchen Zweck die beiden Übersetzungen dabei verfolgen. Anschließend wird die Frage beleuchtet, wie unterschiedliche Kontrollfaktoren die Festlegung des Translationsskopos und der Übersetzungsstrategien beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen: Wenn das angestrebte Ziel die Kulturvermittlung ist, sollte der Fokus auf die Übertragung stilistischer Merkmale gelegt werden. Wenn hingegen eine breite Leserschaft angesprochen werden soll, muss eine gewisse Verflachung stilistischer Elemente in Kauf genommen werden. Dabei wird die Bestimmung des Translationsskopos und der Übersetzungsstrategien maßgeblich durch Kontrollkräfte wie Förderinstitute, Verlage und Übersetzerinnen sowie Übersetzer beeinflusst. Gleichzeitig offenbart die Studie, dass eine größere Kulturdistanz zwischen der Ausgangs- und Zielkultur (etwa zwischen der deutschen und chinesischen Kultur) einen höheren Aufwand für die Überbrückung der Kulturdifferenz, die Verständlichkeit sowie die Erfüllung der Lesererwartungen erfordert.
Abstract
On the global book market, contemporary German literature occupies a niche position. It is therefore all the more remarkable that novels by Jenny Erpenbeck, who is now regarded as the Germany’s most internationally renowned writer, have been given significant international attention. Against this backdrop, the present study conducts a comparative analysis in order to examine how typical stylistic elements were translated in the English and Chinese editions of her novel Visitation (Heimsuchung) and what intended functions the two translated versions aimed to achieve. Subsequently, the study explores how different determining factors influence the determination of the choice of translation strategies and the translation purpose. The findings reveal that when the main goal is cultural mediation, stylistic features should be preserved. However, if the aim is to appeal to a broader readership, a degree of stylistic flattening should be accepted. The determination of the translation skopos and strategies is significantly shaped by external constraints such as funding institutions, publishers, and translators. Simultaneously, the study reveals that a greater cultural distance between the source and target cultures (e. g. between German and Chinese culture) requires greater effort to bridge cultural differences and meet reader comprehensibility as well as reader expectations.
1 Einleitung
Durch Literaturübersetzungen können sich Kulturen gegenseitig bereichern. Die Zielsprachliche Leserschaft und Literaturszene bekommt durch die Übersetzungsliteratur einen Zugang zu neuen Ideen und Perspektiven, Genres, Erzähltechniken und sprachlich-stilistischen Gestaltungsmöglichkeiten. Der Horizont des Lesepublikums wird erweitert und Literaturinnovationen werden möglich. In diesem Kulturvermittlungsprozess helfen Literaturübersetzungen dabei, einen Austausch über Sprach- und Kulturbarrieren hinweg zu ermöglichen. Ihre Rolle ist insbesondere für die Vermittlung zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur hoch einzuschätzen.
In der englischsprachigen Literaturwelt ist die zeitgenössische Literatur aus deutschsprachigen Ländern seit Jahrzehnten ein Nischenthema (Golling 2024). Aber auch in anderen Ländern wie China ist das Interesse an deutscher zeitgenössischer Belletristik insgesamt sehr überschaubar (Qiu 2019). Vor diesem Hintergrund ist der Erfolg der deutschen Schriftstellerin Jenny Erpenbeck bemerkenswert. Ihre Bücher sind bislang in 30 Sprachen übersetzt worden. Sie wird derzeit als „die international renommierteste Schriftstellerin Deutschlands“ bezeichnet und sie ist die einzige Autorin, die bislang zweimal den bedeutendsten Literaturpreis der englischsprachigen Literaturweelt, den International Booker Prize, für den am besten übersetzten Roman erhalten hat (Platthaus 2024).
Ihr 2008 erschienener Roman Heimsuchung wurde von The Guardian auf die Liste der 100 Best Books of the 21st Century gesetzt (The Guardian 2019). Ins Englische wurde der Roman von der Amerikanerin Susan Bernofsky übersetzt. Aber auch in Asien scheint das Buch Anklang zu finden: Im November 2022 erstmals aufgelegt, wurde die von Li Siben angefertigte chinesische Version innerhalb von anderthalb Jahren zum zweiten Mal nachgedruckt. Dass Jenny Erpenbecks Werke international gefeiert werden, liegt auch an der Leistung der Übersetzerinnen und Übersetzer.
Der Roman Heimsuchung ist ein Paradebeispiel für die kunstvolle sprachlich-stilistische Gestaltung im literarischen Kontext. Werner Koller (2011: 255–268) und Katharina Reiß (1971: 42) zufolge ist die literarische Gattung des Romans durch die formal-ästhetische Gestaltung geprägt und damit dem expressiven Texttyp zuzuordnen. Für Rainer Kohlmayer ist der „Ton“ eines hervorragenden Romans unverwechselbar und macht Texte erst zu wahren Sprachkunstwerken, denn „[d]er literarische Text bindet seine Botschaften immer an bestimmte Sprechweisen“ (2002: 337). Der sprachlichen Gestaltung literarischer Texte wird allgemein eine eigene Bedeutung zugeschrieben, da sie ein Licht auf die Senderintention wirft (Nord 2011: 48).
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Übersetzungsstrategien die beiden Übersetzerinnen Susan Bernofsky und Li Siben im Umgang mit dem speziellen Stil des Romans anwenden und inwieweit diese Strategien zur Kulturvermittlung beitragen können. Als methodischer Zugang wird die exemplarische Vergleichsanalyse sprachlich-stilistischer Elemente in den beiden Zieltexten gewählt. Anschließend werden die Determinanten für die Wahl spezifischer Übersetzungsstrategien sowie die Bestimmung des Übersetzungszwecks systematisch herausgearbeitet. Dabei wird auch analysiert, welche Rolle die Kulturdistanz beim Erreichen des Übersetzungszwecks spielt. Abschließend werden die wichtigsten Forschungsergebnisse zur Vermittlung deutschsprachiger Gegenwartsliteratur im interkulturellen Kontext zusammengefasst.
2 Die Darstellung des Themas Heimat mit sprachlich-stilistischen Mitteln
Jenny Erpenbeck wurde 1967 in Ost-Berlin in der damaligen DDR geboren. Sie debütierte 1999 mit dem Roman Geschichte vom alten Kind. Es folgten weitere Romane, für die Erpenbeck eine Reihe von Preisen im In- und Ausland gewann. Meisterhaft lässt sie in ihren Büchern die (ost-)deutsche Geschichte manifest werden – so auch in ihrem dritten Roman Heimsuchung, der 2008 erschien. Mit diesem Werk verarbeitet die Autorin Teile ihrer Kindheitserinnerung in einem Haus am Scharmützelsee in Brandenburg. Das Haus mit seinen ständig wechselnden Wohn- und Besitzverhältnissen erlebt die Turbulenzen der Weimarer Republik, des Dritten Reichs, des zweiten Weltkrieges, der DDR und der Wendezeit. Die Figuren im Roman, so unterschiedlich sie auch sind, befinden sich alle auf der Suche nach einer Art Heimat, die durch das Haus am See verkörpert wird. Ihnen bleibt jedoch eine dauerhafte Bleibe an diesem Ort verwehrt. So entfaltet sich in und um das Haus herum eine zeitlich geraffte Darstellung der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Die Autorin stellt das Thema Heimat in den Mittelpunkt, um das Spannungsverhältnis zwischen individueller Sehnsucht und historischem Wandel zu erkunden. Sie setzt sich über den gesamten Roman hinweg mit dem Heimatbegriff auseinander – sei es in Bezug auf die geografische Verortung, die emotionale Bindung, die individuelle Identität oder subjektive Erinnerungen. Dieses facettenreiche Heimatkonzept trifft auf Erpenbecks hochkomplexe und raffinierte Schreibweise. So ist der Roman u. a. durch einen fragmentarischen Erzählstil geprägt und die Autorin bleibt ihrem lakonischen Stil mit vielen Auslassungen und Andeutungen durchgehend treu. Das Lesen ihres Romans erfordert nicht nur eine hohe Aufmerksamkeit, sondern auch fortlaufendes Beurteilen, Interpretieren und Nachforschen. Die Lektüre bietet daher zugleich einen literarischen Genuss und eine intellektuelle Herausforderung.
Des Weiteren ist das Buch durch seinen lyrischen Ton gekennzeichnet. Der Roman ist sprachlich-stilistisch streng durchkomponiert, und die einzelnen Erzählverläufe sind durch Anspielungen, sprachliche Bilder und Stilfiguren kunstvoll miteinander verknüpft. Diese stark poetisierte, fast schon „beschwörende“ Sprache (Faber 2010) dient dazu, die Intensität der Heimaterfahrung der Figuren greifbar zu machen.
Der lyrische Ton wird jedoch ständig durch einen prosaischen Ton unterbrochen: In den Figuren-Kapiteln, in denen jeweils ein Menschenschicksal dargestellt wird, dominiert der lyrische Ton, während in den anderen Kapiteln, die den Prolog, den Epilog und elf Gärtnerkapitel umfassen, die prosaische Sprache vorherrscht. Durch den bewussten Einsatz des Stilbruchs als Stilmittel wird u. a. die Ambivalenz in der Heimaterfahrung der Figuren veranschaulicht.
Vor diesem Hintergrund gilt es zu analysieren, wie die sprachlich-stilistischen Elemente, die sich auf das Thema Heimat beziehen und zugleich einen konstitutiven Beitrag zum Stil des gesamten Textes leisten, in den Zieltexten wiedergegeben werden.
3 Beispielanalyse
3.1 Der doppeldeutige Romantitel
Der Romantitel wird im vorliegenden Beitrag separat behandelt und nicht nur als Beispiel für die Art von Wortspielen, wie sie in Heimsuchung vielfach zum Einsatz kommen. Der Grund dafür liegt darin, dass der Titel für das Gesamtwerk zwei Funktionen hat: Er soll Interesse seitens der Leserschaft wecken, da sich das Buch auf dem Buchmarkt von seiner Konkurrenz abheben muss. Gleichzeitig soll er den Ton sowie den Geist des Romans einfangen und eine gewisse Erwartungshaltung auslösen, die es im Verlauf der Lektüre zu erfüllen gilt.
Mit dem doppeldeutigen Originaltitel Heimsuchung erreicht Erpenbeck dieses Ziel sehr gekonnt: Heimsuchung bedeutet normalerweise eine unabwendbare Bedrohung, der man ausgeliefert ist. Zerlegt man das Kompositum allerdings in seine zwei Bestandteile, kann es auch als die Suche nach einer Heimstatt oder Heimat verstanden werden. So deutet der Titel auf zwei entgegengesetzte Bewegungsrichtungen hin, nämlich zum einen das individuelle Streben nach etwas und zum anderen die schicksalhafte Fügung, die einen von etwas forttreibt. Dadurch werden die beiden Funktionen des Hauses am See als gesuchter Schutzort einerseits und als Ort der Plage andererseits vorweggenommen. Der Titel erzeugt damit ein faszinierendes Spannungsfeld und verlockt die Leserschaft dazu, die scheinbar paradoxen Inhalte des Romans zu ergründen. Diese semantische Mehrschichtigkeit ergibt sich aus der Ambiguität, die hier auf Homonymie basiert. Homonyme sind Wörter oder Ausdrücke, die gleich klingen oder gleich geschrieben werden, aber unterschiedliche Bedeutungen tragen. Zugleich gibt der Titel einen Vorgeschmack auf den lyrischen Ton des Buchs, da Ambiguität eine bevorzugte Stilfigur der Autorin ist, die im weiteren Verlauf des Beitrags noch ausführlicher diskutiert wird.
Im Allgemeinen sind Wortspiele ein beliebtes literarisches Stilmittel, sie gelten allerdings oft als gänzlich unübersetzbar. Ohne ein ausgeprägtes Stilgefühl und ein hohes Maß an Kreativität ist es schwer, hierfür eine befriedigende und möglichst präzise Übersetzung zu finden. Der amerikanischen Übersetzerin Susan Bernofsky ist es dennoch gelungen, den Romantitel ebenfalls als Wortspiel zu übertragen: Einerseits ist das Wort Visitation in seiner Bedeutung ein offizieller Besuch hier deswegen so treffend, weil im Kapitel Der Untermieter tatsächlich ein Besuch stattfindet, bei dem einer Frau der Zugang zu ihrem inhaftierten Mann gewährt wird (Faber 2010). Andererseits kann Visitation – ähnlich wie Heimsuchung – auch als Katastrophe oder Plage verstanden werden.
Während der englische Romantitel verschiedene Andeutungen in sich trägt und die gewünschte unheimliche Stimmung vermittelt, spricht der chinesische Titel eine klare Sprache und weist eine nostalgische Note auf: Das archaische Wort Kexiang (客乡) bedeutet im Chinesischen die Fremde und wird typischerweise im Kontext von Heimweh verwendet, wie z. B. in einem klassischen Gedicht von Lu Qi (卢琦) mit dem Titel Sanyue Huiri Zhengyouyun Zhaoyin (三月晦日郑友云招饮 Einladung von Zheng Youyun zum Trinken am letzten Tag im März)[1]. Das chinesische Lesepublikum nimmt im Romantitel unvermeidlich einen solchen lyrischen Anklang wahr, wodurch die Lesart von Heimat als Sehnsuchtsort in den Vordergrund gerückt wird. Gleichzeitig gehen Deutungsoffenheit sowie Spannung, die den besonderen Reiz des Originaltitels ausmachen, verloren.
3.2 Körpermetaphorik um das Haus
Anselm Haverkam stellte 1983 ein wachsendes Interesse der neueren Literaturwissenschaft an Metaphern fest und erklärte dieses Interesse damit, dass Metaphern besonders gut geeignet sind, um den Unterschied zwischen der poetischen und der außerpoetischen Sprache zu beschreiben (Haverkamp 1983: 2). Im Kapitel Architekt ist etwa der Einsatz körperlicher Metaphorik für das Haus als Sinnbild von Heimat poetisch.
Der Architekt erwirbt 1936 an einem idyllischen Ort in Brandenburg ein Grundstück, auf dem er mit Hingabe und aus Liebe zu seiner Frau ein Sommerhaus mit Garten baut. Für ihn entsteht Heimat durch das Planen und Bauen des Hauses: „Wer baut, klebt nun einmal sein Leben an die Erde. Dem Bleiben einen Körper zu geben, ist sein Beruf“ (Erpenbeck 2008: 42). Der Architekt identifiziert sich so sehr mit dem Haus, dass es für ihn wie eine dritte Haut ist, nach der ersten Haut aus Fleisch und der zweiten aus Kleidung (Erpenbeck 2008: 39). Er muss das Haus jedoch 1951 aufgeben und in den Westen fliehen, weil er für ein staatliches Bauprojekt Schrauben im Westen kauft und somit gegen geltendes Recht der DDR verstößt. In dieser Episode greift der Text die Körpermetaphorik wieder auf, um den tiefen seelischen Schmerz zu veranschaulichen, den der Protagonist angesichts der Trennung von seinem Haus empfindet: „Und jetzt musste er froh sein, das blanke Leben zu retten, die dritte Haut sich abziehen zu lassen, und mit glänzenden Innereien den rettenden Westen zu erreichen“ (Erpenbeck 2008: 39).
In der englischen Version wird der Satz folgendermaßen übersetzt:
And now he had to consider himself lucky he was escaping with his life, suffering his third skin to be stripped from him and fleeing, his insides glisteningly exposed, to the safety of the West. (Erpenbeck 2010: 34)
Die Formulierung mit glänzenden Innereien wird hier durch eine absolute Konstruktion insides glisteningly exposed ersetzt, wobei insides den Innereien im Original entspricht, das Partizip II exposed allerdings zusätzlich eingefügt wurde. Diese absolute Konstruktion lockert den langatmigen Hauptsatz auf und verleiht ihm mehr Rhythmus. Grammatikalisch wäre an dieser Stelle eine absolute Konstruktion mit Partizip I (insides glistening), d. h. ohne die Ergänzung von exposed, ebenfalls korrekt. Allerdings ist dies stilistisch weniger elegant, da unmittelbar davor bereits eine Konstruktion mit Partizip I steht (suffering his third skin to be stripped from him and fleeing).
Anstatt des Wortes Neizang (内脏 Innereien) hat sich die chinesische Übersetzerin an dieser Stelle für Neixin (内心 Herz) entschieden (Erpenbeck 2022: 38). Die entsprechende Phrase Neixin Yinyin Shanluzhe Weiguang (内心隐隐闪露着微光) lässt sich als mit glimmerndem Herzen ins Deutsche zurückübersetzen, was sowohl Erleichterung als auch einen Hoffnungsschimmer suggeriert. Diese Abweichung vom Ausgangstext könnte auf eine grobe Nachlässigkeit der Übersetzerin zurückzuführen sein oder auf eine bewusste Entscheidung, bei der Darstellung auf eine allzu drastische Körperlichkeit zu verzichten.
3.3 Ambiguität des Wortes Scholle
Nicht nur im Romantitel kommt Ambiguität als Stilmittel zum Tragen, sondern auch im Kapitel Die Frau des Architekten, als es um die Bezeichnung des Grundstücks geht:
Bei der Unterzeichnung des Kaufvertrages für den Grund am See war sie so erschöpft gewesen, dass sie bei dem Wort Scholle, das ihr zukünftiger Mann für das Stück Land gebrauchte, unwillkürlich an den lange vergangenen Berliner Winter denken musste, in dem sie als Kind heimlich auf die zugefrorene Spree gesprungen war […].(Erpenbeck 2008: 66)
Hier spielt die Autorin mit der Mehrdeutigkeit des Worts Scholle. Aufgrund ihrer Erschöpfung rückt der Protagonistin eine andere, von ihrem Mann nicht intendierte Bedeutungsebene des Wortes, nämlich Eisscholle, ins Bewusstsein. Sie erinnert sich daran, dass sie als Kind einmal beinahe in der Spree ertrunken war. Die Autorin unterstreicht hier mit der assoziativen Verbindung zu einem Kindheitstrauma das ambivalente Heimaterlebnis der Protagonistin: In den vermeintlich sicheren Heimat wird sie immer wieder Opfer von Gewalt, auch später in dem Haus am See. Dort ist sie gezwungen, gegen Ende des zweiten Weltkrieges Zuflucht zu suchen, und wird vergewaltigt.
In der englischen Fassung wird der Stileffekt, der durch die Mehrdeutigkeit des Wortes Scholle erzeugt wird, durch das Wortpaar sod und sad erreicht: Das Wort sod wird von der Frau des Architekten als sad missverstanden. Die ähnliche Aussprache der beiden Wörter wird genutzt, um bei der Protagonistin eine assoziative Reaktion auszulösen, die sich nahtlos in die Handlung einfügt:
When she signed the contract of sale for the property beside the lake, she was so exhausted that when her future husband used the word „sod“ to refer to the piece of land, she involuntarily heard „sad“ instead and couldn’t help thinking back to that forlorn Berlin winter far in the past […]. (Erpenbeck 2010: 53)
Auf diese Weise wird die ursprüngliche lexikalische Ambiguität im Original geschickt durch eine Paronomasie ersetzt: Als Unterart des Wortspiels verbindet die Paronomasie semantisch unverwandte Wörter miteinander, die eine lautliche Ähnlichkeit aufweisen. Zudem ist bei dieser Textstelle auffällig, dass die Übersetzerin ein Attribut für den Schauplatz des traumatischen Ereignisses, nämlich forlorn, einfügt. Damit gelingt es ihr, eine Stimmung der Verlassenheit und Trauer, die bereits mit dem Wort sad ausgedrückt wird, weiter zu verstärken und dadurch die Textkohärenz zu vergrößern. Gemessen am Wortlaut weicht die englische Übersetzung an dieser Stelle zwar deutlich vom Original ab, bewahrt aber den ästhetischen Effekt und erfüllt die Intention der Autorin.
In der chinesischen Version wird einfach das deutsche Wort Scholle übernommen und eine Fußnote eingefügt, die die Doppelbedeutung des Worts als großes Erdstück und Eisscholle erläutert. Trotz des Verlusts der stilistischen Wirkung sind außertextuelle Anmerkungen in der chinesischen Übersetzungsliteratur durchaus geläufig. Allerdings bleibt eine weitere, noch wichtigere Bedeutungsebene in diesem Kontext unberücksichtigt, nämlich Scholle als gehobene Bezeichnung für Heimat (Dudenredaktion o. J.). Angesichts der Bedeutung des Hauses für die Protagonistin dieses Kapitels führt diese Versäumnis im Vergleich zum Original zu einem erheblichen Verlust von Sinntiefe.
3.4 Assonanz: Heim / Heil
Dass das Heimaterlebnis extreme Gegensätze beinhalten kann, zeigt sich besonders deutlich im Kapitel Der Tuchfabrikant. Zu Beginn des Kapitels begegnet der Architekt, der unter dem NS-Regime Karriere macht, zum ersten Mal seinem Nachbarn, dem jüdischen Tuchfabrikanten. Letzterer muss wenig später sein Haus für die Hälfte des Verkehrswerts an den Architekten verkaufen, um so seine Flucht aus Deutschland zu finanzieren. In dieser Episode werden die ähnlich klingenden Wörter Heim und Heil mehrfach ausgerufen (Erpenbeck 2008: 49, 51). Auf diese Weise wird der Missbrauch des Heimatbegriffs durch die Blut-und-Boden-Ideologie der Nazis vorgeführt: Während Heim die Sehnsucht des Protagonisten nach Geborgenheit und Zugehörigkeit zum Ausdruck bringt, kündigt Heil in Verbindung mit dem Hitler-Gruß das Unheil an, das das NS-Regime über die jüdische Bevölkerung bringt.
In der englischen Version wird das deutsche Wort Heil aus dem Original übernommen und seine fremdsprachliche Herkunft wird durch die kursive Schreibweise und Kleinschreibung gekennzeichnet (Erpenbeck 2010: 40). Da das Wort heil in zahlreichen klassischen englischen Wörterbüchern wie dem Oxford English Dictionary und Merriam-Webster verzeichnet ist, ist anzunehmen, dass es sich auch ohne Kenntnis der historischen Konnotation des Worts problemlos einordnen lässt. Zugleich bleibt die klangliche Ähnlichkeit zwischen den Originalwörtern Heim und Heil in einem gewissen Maße erhalten.
In der chinesischen Version wird Heil stets als Ninhao (您好 Guten Tag) übersetzt (Erpenbeck 2022: 51, 54). Dadurch geht sowohl die historische Konnotation von Heil als auch das auf klanglicher Ähnlichkeit beruhende Wortspiel verloren.
3.5 Stilbruch als Stilmittel
Wie eingangs beschrieben, wird in Heimsuchung der Stilwechsel bewusst als eigenes Stilmittel eingesetzt, so auch im Kapitel Der Großbauer und seine vier Töchter. Hier repräsentiert der Großbauer die alte, patriarchalische Ordnung vor dem zweiten Weltkrieg. Für ihn ist der Heimatbegriff untrennbar mit der Bewahrung von Tradition und Status sowie dem Familienbesitz verbunden. Dadurch gerät er sowohl mit dem damaligen sich im Wandel befindenden Zeitgeist als auch mit seinen nach Freiheit und Liebe strebenden Töchtern in Konflikt, was letztendlich zum allmählichen Untergang der Familie führt. Der kunstvoll-poetischen Erzählung über das Schicksal der Hauptfiguren stehen in diesem Kapitel nüchterne volkskundliche Einschübe gegenüber: Bräuche und abergläubische Praktiken im Kontext von Heirat und Hochzeitsritualen werden minutiös dokumentiert. Dies kann als Versuch gelten, die Unberechenbarkeit des Lebens einzudämmen – ein Streben, das sich später in der Figur des Familienpatriarchen zur Rigidität steigert.
Auch hier wird die prosaische Sprache gelegentlich durch eine poetische aufgelockert: Dem folgenden Textabschnitt kann beispielsweise entnommen werden, dass das Abhalten einer Hochzeit bei Schneefall vermieden werden soll, da es als Omen für Unglück in der Ehe gilt: „[Regnen darf es, aber schneien sollte es nicht während der Fahrt.] Soviel Flocken Schnee, / soviel Ach und Weh“ (Erpenbeck 2008: 15).
Die beiden Verszeilen weisen die gleiche Anzahl von Silben auf. Metrisch handelt es sich hier um einen dreihebigen Trochäus (betont-unbetont) mit männlicher Kadenz. Zudem reimen sich Schnee und Weh. Hier schlägt eine sachliche Beschreibung über das Folkloristische abrupt in einen rhythmischen und gereimten Text um. Bemerkenswert ist auch, dass es an dieser Stelle keine Erläuterung zum Vers gibt. Das Verständnis dieser Textstelle erfordert daher eine zusätzliche kognitive Anstrengung. Dies hat wiederum zur Folge, dass das Heimatverständnis der ländlichen Bevölkerung im Sinne des Foregrounding-Konzepts intensiver wahrgenommen wird (Hakemulder 2004: 193–218). Der Übersetzerin ist es hier ähnlich wie der Autorin gelungen, sprachliche Finesse zu zeigen. Sie übersetzt diese Textstelle wie folgt: „[If it rains, this is alright, but it must not snow during the ride.] For every flake of snow / Another tale of woe“ (Erpenbeck 2010: 14).
Die beiden Verszeilen bestehen aus je drei iambischen Füßen (unbetont-betont), wobei snow und woe beide auf den Laut /oʊ/ enden. Dadurch ist die englische Entsprechung genauso rhythmisch wie das deutsche Verspaar. In der chinesischen Version wird das Verspaar in Prosa übersetzt: „[Regen ist in Ordnung, aber auf der Fahrt darf es keineswegs schneien,] [D]enn jede Schneeflocke ist eine unglückliche Geschichte“[2] (Erpenbeck 2022: 8).
Die lyrischen Elemente werden auch in der Fußnote nicht angegeben, wo die Quelle des Verspaars zwar erläutert, die entsprechende Liedstrophe aber nur wörtlich übersetzt wird (Erpenbeck 2022: 8). Damit sorgt die chinesische Version an dieser Stelle für einen flüssig lesbaren Text. Allerdings verliert die Übersetzung dadurch die poetische Qualität des Originals und verfehlt zudem den Überraschungseffekt.
4 Ursachenanalyse für unterschiedliche Übersetzungsstrategien und -zwecke
4.1 Die funktionale Sicht
Um beurteilen zu können, ob eine Übersetzung gut gelungen ist, gilt es zunächst, angemessene Bewertungskriterien festzulegen. Viele westliche Übersetzungswissenschaftler stellen eine generelle Forderung nach Äquivalenz, also einer Gleichwertigkeit bzw. hohen Ähnlichkeit zwischen Ausgangstext und Zieltext. In diesem Sinne handelt es sich bei der Äquivalenz um einen übersetzungskonstituierenden Grundbegriff. Die Aufgabe der Übersetzungskritik besteht daher darin, die zielsprachlichen Entsprechungen gegenüber den ausgangssprachlichen Textebenen zu bewerten. Nur bei optimalen Entsprechungen wird die Übersetzung als äquivalent erachtet (Koller 2004: 343). Die Dominanz des Äquivalenzbegriffs wurde erst durch das Aufkommen der funktionalen Ansätze in Frage gestellt.
Für Hans Vermeer ist das Übersetzen wie jede andere menschliche Handlung durch die Intention des Handelnden charakterisiert. Die Dominante jeder Translation ist demnach ihr Skopos (Zweck) (Reiß/Vermeer 1984: 96). Dieser Translationsskopos bestimmt, wie der Text übersetzt wird und welche Strategien anzuwenden sind. Reiß und Vermeer definieren Adäquatheit als einen zentralen Übersetzungsstandard, der die Beziehung zwischen Ziel- und Ausgangstext beschreibt, wobei der Translationsskopos die entscheidende Rolle im Übersetzungsprozess spielt (Reiß/Vermeer 1984: 139).
Aus der obigen vergleichenden Analyse geht hervor, dass die Wiedergabe der sprachlich-stilistischen Nuancen des Ausgangstextes in der chinesischen Ausgabe eine untergeordnete Rolle spielt. Stattdessen wird angestrebt, einen flüssigen und leicht verständlichen Text zu schaffen, der an das Vorwissen der Leserschaft anknüpft. Der Vorteil dieser Herangehensweise liegt darin, dass man der Handlung auch ohne umfangreiches Wissen über den Kontext des Originalwerks leicht folgen kann. Dies mag zu höheren Verkaufszahlen führen, geht jedoch zu Lasten der stilistischen Eigenarten des Romans.
Im Gegensatz dazu werden in der englischen Ausgabe vielfältige Methoden eingesetzt, um den charakteristischen Stil des Werkes zu bewahren. Damit erreicht die englische Ausgabe ein gebildetes Publikum, das aufgrund seiner umfangreichen Erfahrung mit der Weltliteratur die stilistische Vielschichtigkeit und raffinierte Schreibtechniken des Romans zu schätzen weiß und die Lektüre als Bereicherung empfindet. Die englischsprachigen Rezensionen auf amazon.com belegen dies eindeutig: Je höher der literarische Anspruch, desto größer die Begeisterung über die Übersetzungsleistung (Amazon.com o. J.).
Beide Versionen würden als adäquat betrachtet werden, wenn nachgewiesen werden kann, dass der beabsichtigte Skopos mit dem tatsächlich realisierten Translationsskopos übereinstimmt. Wie im Folgenden gezeigt wird, gibt es gute Gründe anzunehmen, dass der Zweck der Kulturvermittlung bei der englischen Übersetzung einen deutlich höheren Stellenwert einnimmt als bei der chinesischen. Übersetzen als Form der sekundären Textproduktion entfaltet sich allerdings nicht im luftleeren Raum. Es ist daher notwendig, nach textexternen Faktoren zu suchen, die den Translationsskopos sowie die Translationsstrategien beeinflusst haben können. An dieser Stelle bietet es sich an, den machtkritischen Ansatz von André Lefevere heranzuziehen.
4.2 Die machtkritische Sicht
Für André Lefevere ist Übersetzen rewriting. Mit rewriter bezeichnet er Menschen innerhalb des Literatursystems, die die Literatur einem bestimmten Publikum vermitteln, während sich patronage (Patron) auf eine Person oder Institution bezieht, die das Verhältnis zwischen dem Subsystem Literatur und den anderen Subsystemen einer Gesellschaft kontrolliert (Lefevere 2017: 20, 28). Zu den modernen Vertretern von Patronen zählen u. a. Verleger, Kulturinstitutionen und Medien.
4.2.1 Die Kontrollfaktoren der englischen Übersetzung
Als erstes wird die Übersetzerin, also die Rewriterin betrachtet. Susan Bernofsky widmet sich seit mehr als 30 Jahren der interkulturellen Vermittlung der deutschsprachigen Literatur. Dafür bringt sie die besten Voraussetzungen mit: Sie studierte Germanistik und Kreatives Schreiben und promovierte in der Komparatistik. Derzeit leitet sie das Programm für literarisches Übersetzen an der Columbia University. Sie hat sich nicht nur mit der Übersetzung von Jenny Erpenbeck einen Namen gemacht, sondern sie ist auch für ihre Popularisierung von Robert Walser bekannt. Für ihre herausragenden Übersetzungsleistungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u. a. auch für die Übersetzung von Jenny Erpenbecks Aller Tage Abend (FU-Berlin o. J.).
Neben ihrer Ausbildung, Fachkompetenz und Erfahrung ist auch ihr übersetzerisches Selbstverständnis ein wichtiger Einflussfaktor bei der Wahl ihrer Übersetzungsstrategien. Für Susan Bernofsky stellt das Übersetzen eine Bereicherung der eigenen Sprache und Kultur dar: Sowohl die deutsche Sprache selbst als auch die reiche Tradition und die außergewöhnlichen narrativen Ansätze der deutschsprachigen Literatur bieten viel, was im englischsprachigen Raum nicht in vergleichbarer Weise existiert und schwer ins Englische zu übertragen ist. Doch für sie gibt es keine unübersetzbaren Bücher. Für die Übersetzung literarischer Werke brauche es lediglich eine hervorragende schriftliche Ausdrucksfähigkeit, ein sicheres Gespür für die Essenz der Literatur sowie insbesondere Kreativität (Goethe-Institut 2016). Den Übersetzungstext durch stilistische Verflachung auf ein bestimmtes Zielpublikum zuzuschneiden, kommt für sie daher auf keinen Fall in Frage.
Aber nicht nur als zentraler Figur der Übersetzungspraxis und -theorie kommt Übersetzerinnen und Übersetzern eine bedeutende Funktion zu. Auch bei der Auswahl von Werken sowie der Beantragung von Fördermitteln spielen sie aufgrund ihrer Expertise oft eine bedeutende Rolle. Das gilt auch für die Arbeit von Susan Bernofsky. Beispielsweise hatte sie bereits in den 90er Jahren aus eigenem Interesse Geschichten von Yoko Tawada übersetzt, die damals mit dem Schreiben auf Deutsch begann und der englischsprachigen Leserschaft noch völlig unbekannt war. Für die Übersetzungen fand Bernovsky erst Jahre später einen Verlag (Goethe-Institut 2016). Was die Begegnung mit Jenny Erpenbeck angeht, bekam Susan Bernofsky in ihren Zwanzigern die Gelegenheit, bei einer vom Goethe-Institut organisierten Übersetzerreise durch Deutschland ihren Debütroman kennenzulernen. Die Übersetzerin zeigte sich so begeistert von dem Buch, dass ihr ein älterer Kollege seinen Übersetzungsvertrag für das Buch anbot (Campbell/Wagschal 2022). Seitdem hat Susan Bernofsky bereits fünf Romane von Erpenbeck übersetzt. An amerikanischen Hochschulen organisiert sie häufig Autorengespräche mit jüngeren Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Literatur und kuratiert Literaturfestivals. Dabei arbeitet sie oft eng mit dem Goethe-Institut zusammen. All dies verdeutlicht, dass das Übersetzen für sie ein Teil ihres ganzheitlichen Engagements als Kulturvermittlerin ist.
Die zweite Kontrollkraft in diesem Zusammenhang ist die Förderinstitution. Nach eigenen Angaben fördert das Goethe-Institut Übersetzungen für den Kulturaustausch und erleichtert dadurch seit 50 Jahren maßgeblich den Zugang zu deutschsprachiger Literatur im Ausland (Goethe-Institut 2024). Auch die englische Übersetzung von Heimsuchung erhielt einen Zuschuss des Goethe-Instituts, wodurch das Projekt finanziell abgesichert wurde. Zudem tragen die detailliert formulierten Anforderungen in der Ausschreibung wesentlich zur Sicherung der Übersetzungsqualität bei. Das Übersetzungsförderungsprogramm des Instituts sieht u. a. vor, dass nur aktuelle und qualitativ hochwertige Werke gefördert werden (Goethe-Institut o. J.). Außerdem können nur Übersetzungsprofis mit einschlägiger Erfahrung im Übersetzen aus der deutschen Sprache unterstützt werden. Nicht zuletzt dürfen sich ausschließlich Verlage für eine Förderung bewerben, die Erfahrung mit der Publikation anspruchsvoller Literatur nachweisen können sowie über professionelle Vertriebskanäle verfügen (Goethe-Institut o. J.).
Den dritten Kontrollfaktor bildet der Verlag, was im Fall der englischen Übersetzung New Directions Books ist. Dieser Verlag ist ein Paradebeispiel für kleinere Verlage in den USA, die sich auf Literaturübersetzungen spezialisiert haben. Der Verlag hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Zahl der in den USA veröffentlichten literarischen Übersetzungen allmählich steigt (Goethe-Institut 2016). New Directions Books wurde 1936 auf Anregung von Ezra Pound, Li Bai-Übersetzer und zentrale Figur der modernen Lyrik, gegründet. Er riet damals James Laughlin, der gerade sein Studium abgeschlossen hatte, im Verlagswesen etwas Nützliches zu tun (Poetry Foundation o. J.). Seitdem hat sich der Verlag einer klaren Mission verschrieben: anspruchsvolle und innovative literarische Werke zu veröffentlichen. Viele weltberühmte Autorinnen und Autoren wie Italo Calvino und Clarice Lispector haben erst durch diesen Verlag ein internationales Publikum gefunden. Dass der Verlag einen besonderen Wert auf qualitätsorientierte Übersetzungen legt, zeigt sich insbesondere durch seine Zusammenarbeit mit renommierten Übersetzerinnen und Übersetzern. Viele übersetzte Werke, die bei New Directions veröffentlicht wurden, haben bedeutende literarische Preise und Auszeichnungen erhalten (Bustillos 2016).
4.2.2 Die Kontrollfaktoren der chinesischen Übersetzung
Anders als bei der englischen Version ist bei der chinesischen Übersetzung der Verlag wohl der wichtigste Kontrollfaktor. Das Beijing Daily Publishing House, das an die Regionalzeitung Beijing Daily angegliedert ist, bietet ein breit gefächertes Verlagsprogramm, das Bereiche wie Politik, Wirtschaft, Recht, Literatur und Bildung umfasst. Nach Angaben auf der Webseite des National Enterprise Credit Information Publicity System (o. J.) verfolgt der Verlag die Strategie, die Bedürfnisse verschiedener Lesergruppen zu befriedigen. Ein wichtiger Bestandteil dieses Verlagsprogramms sind Kinderbuchfassungen von Klassikern der Weltliteratur, die sich großer Beliebtheit erfreuen.
Die Vermutung liegt nahe, dass der Verlag bestrebt war, auch mit Heimsuchung eine breitere Leserschaft anzusprechen, da wirtschaftliche Faktoren ausschlaggebend sind und der Verlag traditionell auf den Massenmarkt ausgerichtet ist. Bei belletristischen Werken steht bekannterweise für große Teile der Leserschaft der geschmeidige Lesefluss im Mittelpunkt (Venuti 1998: 12). Der Unterschied zwischen der chinesischsprachigen Zielgruppe und der englischsprachigen ist bereits am Buchtitel erkennbar (s. Kapitel 3.1). Als Teil des Verlagsmarketings entzieht sich die Festlegung des Titels einer Übersetzung meist der Einflussnahme des Übersetzers oder der Übersetzerin. Auch die Frage, ob extratextuelle Anmerkungen, insbesondere Fußnoten mit Erläuterungen, eingefügt werden sollen, muss in der Regel mit dem Lektorat abgesprochen werden. Im vorliegenden Fall hatte der Verlag mutmaßlich keine Leserschaft im Blick, die am nachforschenden Lesen interessiert ist. Zudem muss dem Verlag aus wettbewerbstechnischen Gründen daran gelegen sein, das Buch möglichst zeitnah auf den heiß umkämpften Buchmarkt zu bringen.
Die chinesische Übersetzerin Li Siben hat einen Bachelor of Arts in Anglistik und einen Master of Arts in Kommunikationswissenschaften absolviert. Vor der Übersetzung von Heimsuchung hat sie den Roman Peregrine von John A. Baker aus dem Englischen übersetzt (Zhang 2018: 11). Als Übersetzerin deutscher Literatur ist sie in Kollegenkreisen bislang nicht in Erscheinung getreten und über ihre übersetzerischen Prinzipien ist wenig bekannt. Allerdings deutet die obige Analyse darauf hin, dass die stilistische Verflachung in erster Linie auf die Anforderungen des Verlags, denen die Übersetzerin aufgrund der Verlagspolitik nachkommen muss, zurückzuführen ist. Zudem ist davon auszugehen, dass auch ein gewisser Zeitdruck die Wahl der Übersetzungsstrategie beeinflusst.
4.3 Die interkulturelle Sicht
Da sich die vorliegende Vergleichsstudie mit Übersetzungstexten in zwei grundverschiedenen Sprachen beschäftigt, sind auch Kulturdifferenz sowie Kulturdistanz als entscheidende Einflussfaktoren zu berücksichtigen. Nur so kann ein zutreffendes Urteil getroffen werden.
In Abhängigkeit von der Größe kultureller Unterschiede stellen die kulturspezifischen Elemente beim Übersetzen oft eine besondere Herausforderung dar. Eugene Nida unterscheidet folgende fünf Kategorien von Kulturelementen: ökologische, sprachliche, religiöse, materielle und soziale Kulturelemente (Nida 2001: 91). Zu den sprachlichen Kulturelementen gehören kulturspezifische Sprachstrukturen wie Sprichwörter und Redewendungen, aber auch sprachlich-stilistische Elemente wie Wortspiele, Methapern, Reim und Metrum. Auch Javier Aixelà (1996: 57) ist der Ansicht, dass Sprache selbst bereits ein Kulturspezifikum ist. Darüber hinaus bilden kulturhistorisch verwurzelte Begriffe ebenfalls eine wichtige Kategorie von Kulturspezifika (Ye/Xu 2021: 105).
Im Gegensatz zum Konzept der kulturellen Differenz ist die Kulturdistanz im Bereich der Übersetzungsforschung bislang noch weitgehend unerforscht. Pauschal kann Kulturdistanz verstanden werden als „how dissimilar the two cultures are in language, religion, etc.“ (Berry et al. 2002: 367). Je weniger Gemeinsamkeiten zwei Kulturen aufweisen, desto größer ist die Kulturdistanz. Zu den Strukturmerkmalen, in denen sich Kulturen unterscheiden, gehören nach Maletzke (1996: 42) u. a. Nationalcharakter, Basispersönlichkeit und Sprache. Da anglophone Länder Deutschland kulturell viel näherstehen als etwa China, ist beim Übersetzen aus dem Deutschen ins Englische eine kleinere Kulturdistanz zu überwinden als beim Übersetzen ins Chinesische.
4.3.1 Kulturspezifika
Ein typisches Beispiel für Kulturdifferenz ist die Übersetzung des Wortes Heil, wie unter Kapitel 3.4 dargestellt wurde. Aufgrund seines historischen Bezugs auf das NS-Regime ergibt sich bei Heil ein Kulturspezifikum. Während das deutsche Wort für die chinesische Leserschaft völlig fremd ist, ist es – mit seiner historischen Konnotation – ins Englische bereits als Fremdwort eingegangen und wird stets mit dem Nazi-Gruß assoziiert. Von der kulturellen und sprachlichen Nähe profitiert die amerikanische Übersetzerin aber nicht nur bei dem Wort Heil, sondern auch bei der Nachbildung des gesamten Wortspiels: Heim und seine englische Entsprechung home sind auf die gleiche Wurzel haimaz in den westgermanischen Sprachen zurückzuführen (Harper o. J.), und sind somit durch eine ähnliche Schreibweise sowie Aussprache verbunden.
Hingegen kann der Versuch, die ästhetische Wirkung des Wortspiels in der chinesischen Übersetzung nachzubilden, Schwierigkeiten verursachen, weil die üblichen chinesischen Entsprechungen für Heil (wie z. B. Wansui [万岁] und Jixiang [吉祥]) und Heim (wie z. B. Jiayuan [家园] und Guli [故里]) klanglich nicht miteinander verwandt sind. Der Verfasserin nach dürfte das chinesische Wortpaar Jixiang/Jiwu [吉屋] denotativ und stilistisch annähernd äquivalent mit dem ursprünglichen Wortspiel sein: Jixiang bedeutet Glück und kann wie Heil auch als Gruß- oder Wunschformel benutzt werden, während Jiwu ein glückverheißendes Haus bezeichnet. Was die historische Konnotation von Heil angeht, lässt sich jedoch aufgrund der größeren Kulturdistanz eine außertextuelle Anmerkung nicht umgehen.
Die obige Analyse zeigt, dass aufgrund der größeren Kulturdistanz zwischen Deutschland und China die übersetzerische Arbeit mit dem Sprachenpaar Deutsch-Chinesisch eine noch höhere Sensibilität für die Kulturdifferenz erfordert.
4.3.2 Lesererwartungen
Die Forderung nach Da (达 Verständlichkeit) war in China im Bereich der Übersetzungsliteratur schon immer eine wichtige Lesererwartung. Bereits bei der Einführung der buddhistischen Schriften war Verständlichkeit eine zentrale Forderung, so dass in der Anfangsphase viele buddhistische Begriffe gar mit daoistischen oder konfuzianischen Begriffen übersetzt wurden. Ein vergleichbares Vorgehen ist für die Übersetzung von heiligen Schriften im Westen unvorstellbar. Über Jahrhunderte hinweg wurde z. B. in Bezug auf die Bibel der Gegensatz zwischen wörtlichem und sinngemäßem Übersetzen diskutiert, wobei Texttreue das zentrale Prinzip blieb.
Die Forderung nach Verständlichkeit ist auch in den Übersetzungstheorien fest verankert. In Bezug auf die drei grundlegenden Herausforderungen beim Übersetzen, nämlich Xin (信 Treue), Da (达 Verständlichkeit) und Ya (雅 Eleganz), stellt Yan Fu 1898 fest, dass Treue und Verständlichkeit als Übersetzungsstandards gleichwertig sind. Eine Übersetzung, die zwar treu, aber nicht verständlich ist, kann nicht als angemessene Übersetzung gelten (Yan 2009: 202). Diese hohen Erwartungen an Verständlichkeit dürften in der großen kulturellen und sprachlichen Distanz zwischen China und dem Rest der Welt – allen voran dem Westen – liegen.
Nach der „Entthronung des Ausgangstextes“ durch Vermeer (1986: 42) hat die Bedeutung der Lesererwartungen auch im Westen zugenommen. Mit der Verantwortung gegenüber dem Zielpublikum befasst sich z. B. Christiane Nord im Rahmen ihres Loyalitätskonzepts. Unter Loyalität versteht sie die übersetzerische Verantwortung gegenüber allen anderen an der Entstehung und der Rezeption eines Buchs Beteiligten (Nord 1989: 17–18). Sie schlägt in diesem Zusammenhang vor, den abstrakten Begriff der Treue durch den der Loyalität zu ersetzen.
Im Hinblick auf die vorliegende Studie lässt sich Folgendes feststellen: Die Rezeption von Heimsuchung wird nicht nur durch die erhebliche Kulturdistanz, sondern auch durch die komplexen Erzähltechniken und die kunstvolle Sprachgestaltung des Romans erschwert. Vor diesem Hintergrund war es der chinesischen Übersetzerin wahrscheinlich daran gelegen, den Text auch einer Leserschaft ohne entsprechendes Vorwissen zugänglich zu machen. Dafür nahm sie Abstriche in puncto stilistischer Eleganz und kultureller Vielschichtigkeit in Kauf. Diese Haltung kann als Loyalität gegenüber den Lesererwartungen interpretiert werden. Inwieweit sie damit den Intentionen der Autorin des Originalwerks Rechnung trägt (Nord 2011: 17), kann von außen nicht beurteilt werden.
Für die amerikanische Übersetzerin stellte der Balanceakt zwischen Loyalitäten gegenüber verschiedenen Partnern ebenfalls eine große Herausforderung dar. Zwar sieht sie sich vor allem der Intention der Autorin verpflichtet, musste aber einige versartige Kadenzen opfern, um nicht zu stark gegen die stilistischen Konventionen des Englischen zu verstoßen (Faber 2010).
Den Einfluss der Kulturdistanz auf die Rezeption beschreibt Christiane Nord (1988: 54) wie folgt:
Je größer die Bedeutung des präsupponierten Wissens für die Rezeption des Werkes ist, umso größer ist auch das […] Problem: Der Ausgangtext ist […] ja nicht für den Z[ieltext]-Empfänger konzipiert. Die kulturelle Distanz zwischen der Situation des A[usgangstext]-Empfängers und der Situation des Z[ieltext]-Empfängers kann […] durch Zusatzinformationen oder „Bearbeitung“ des Textes überbrückt werden, sie kann aber auch dazu führen, daß für den ZT eine veränderte Funktion in Kauf genommen […] werden muß.
Übertragen auf den vorliegenden Fall könnte dies bedeuten, dass aufgrund der größeren Kulturdistanz chinesische Übersetzerinnen und Übersetzer noch mehr Anstrengungen auf sich nehmen müssen, um den erhöhten Anspruch an Lesefluss zu erfüllen, ohne dabei aber den Ausgangstext zu verflachen.
5 Fazit
In Erpenbecks Roman Heimsuchung sind sprachlich-stilistische Elemente wie Rhythmus, Reim, Stilebenen und rhetorische Figuren konstitutiv für die literarische Qualität des Werks. Für die Kulturvermittlung ist entscheidend, dass diese Elemente in der Übersetzung erhalten bleiben. Die Untersuchung hat gezeigt, wie bestimmte Schwerpunktsetzungen bei Translationsstrategien und -skopos im Rahmen unterschiedlicher Kontrollfaktoren beeinflusst werden können. Daher ist die Antwort auf die Frage, ob durch Übersetzung Kulturvermittlung erfolgt, auch abhängig von der jeweiligen Ausgangssituation eines Übersetzungsprojektes.
Da die englische Übersetzung als Kulturvermittlungsprojekt gefördert wurde, konnten finanzielle und zeitliche Erwägungen bei der Durchführung des Projekts in den Hintergrund treten. Die Übersetzerin durfte ihrem Talent freien Lauf lassen und konnte mit Hingabe an den Formulierungen feilen. Auch das zentrale Anliegen des Verlags, nämlich die Kulturvermittlung, war ein wichtiger Einflussfaktor. Vor diesem Hintergrund gelang es der Übersetzerin, den besonderen Stil des Originals auf ihre ganz individuelle Weise zu übertragen. Dies sorgt dafür, dass ein anspruchsvolles literarisches Werk wie Heimsuchung im Ausland als exquisites Kulturgut wahrgenommen wird, was durch die eingangs erwähnte Anerkennung der englischen Ausgabe belegt wird.
Anders verhält es sich bei der chinesischen Ausgabe. Aus wirtschaftlichen Gründen hatte der Verlag eine Zielgruppe ins Auge gefasst, die wenig Erfahrung mit deutscher Literatur hat und das Buch möglicherweise lediglich zur oberflächlichen Unterhaltung liest. Dementsprechend wurde der Roman bei der Übersetzung durch stilistische Einebnung und die daraus resultierende Erhöhung des Leseflusses einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. Obwohl sich das Buch gut verkauft, findet es, abgesehen von zwei Rezensionen, die in der Online-Version lokaler Medien erschienen (Li 2023; Zhang 2018), in der Literaturszene keine Beachtung.
China hat im Vergleich zu anglophonen Ländern bekanntlich eine größere Kulturdistanz zu Deutschland. Dies bringt eine größere Herausforderung bei der Vermittlung von kulturspezifischen Elementen mit sich. Aufgrund mangelnden Hintergrundwissens seitens des chinesischen Publikums ist dessen Bedürfnis nach Verständlichkeit besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Vor diesem Hintergrund ist die Vermittlung deutscher Gegenwartsliteratur in China aufwendiger als in anglophonen Ländern. Folglich ist es umso wichtiger, dass Übersetzerinnen und Übersetzer als sogenannte Rewriter gemeinsam mit Patronen wie Verlagshäusern und Förderinstitutionen an einem Strang ziehen.
Förderinstitute, deren Ziel die Kulturvermittlung ist, sind in diesem Zusammenhang sehr gefragt, weil durch ihre finanzielle Unterstützung sichergestellt wird, dass ohne Zeitdruck an der Übersetzung gearbeitet und jene Strategien gewählt werden, die die „Analogie der künstlerischen Gestaltung“ wahren können (Reiß 1976: 21).
Fachverlage, die sich für die Verbreitung ausländischer Qualitätsliteratur einsetzen, sind ebenfalls unentbehrlich. Seriöse Verlage, die hohe Standards für die Auswahl und Übersetzung von Werken setzen, bewerben sich um finanzielle Förderung und sichern die Übersetzungsqualität durch eine umfassende Betreuung und ein professionelles Lektorat.
Ebenso wichtig ist selbstverständlich auch die Rolle der Übersetzerinnen und Übersetzer selbst. Verfügen diese über eine hohe Sensibilität und ein tiefgehendes Verständnis für Kultur- und Literaturtraditionen auf beiden Seiten, so können sie wesentlich zum Kulturaustausch beitragen. Zudem sind sie bei entsprechender Kompetenz in der Lage, die Erwartungen verschiedener Handlungspartner auszugleichen: Die Übersetzung kann durch kreative sprachliche Gestaltung nicht nur die wesentlichen Merkmale des Originals wiedergeben, sondern gleichzeitig auch einen „mit Genuß“ lesbaren Text erschaffen (Kohlmayer 2002: 332). Aufgrund ihrer Expertise können sich Übersetzerinnen und Übersetzer auch neben ihrer Arbeit am Schreibtisch für die Kulturvermittlung engagieren, beispielsweise indem sie an diversen Kulturprojekten mitwirken oder Austauschmöglichkeiten mit den Autorinnen und Autoren schaffen.
Article Note
Der vorliegende Beitrag wird durch den Forschungsfond für zentrale Universitäten der Beijing Foreign Studies University (2022JJ031) unterstützt [本文受北京外国语大学中央高校基本科研业务费专项资金资助(2022JJ031)].
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