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„Schmökerabend“ an der Technischen Hochschule Wildau

SchülerInnen als neue Zielgruppe einer Hochschulbibliothek
  • Daniel Steve Hofmann

    Projektmitarbeiter der Hochschulbibliothek

    Technische Hochschule Wildau

    Hochschulring 1/Halle 10

    15745 Wildau

    EMAIL logo
    and

    Carina Dreiß

    Auszubildende der Hochschulbibliothek

    Technische Hochschule Wildau

    Hochschulring 1/Halle 10

    15745 Wildau

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Published/Copyright: August 24, 2016
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Zusammenfassung

In diesem Artikel möchten wir unseren, seit 2012 jährlich durchgeführten „Schmökerabend“ näher beleuchten.

Dies soll mit Hauptaugenmerk auf die folgenden drei Aspekte geschehen:

  1. Das Angebot von Programmpunkten und Workshops vor Ort,

  2. Ziele und Nutzwert dieser und ähnlicher von der TH und Hochschulbibliothek durchgeführten Veranstaltungen,

  3. der betriebene Arbeitsaufwand und Hilfsmittel (z. B. Projektmanagement Tools), die für Vorbereitung und Organisation solcher Veranstaltungen interessant oder hilfreich sein können.

Abstract

In this report, we would like to give more details about our “Schmökerabend” (“We love to read” night) taking place every year since 2012.

The report focuses on the following three aspects:

  1. range of items and workshops taking place in the university,

  2. objects and effects of this and similar events conducted by the university and the university library,

  3. amount of work invested and tools (e.g. project management tools) which could be interesting or helpful in preparing and organizing such events.

Schlüsselwörter: Hochschulbibliothek; Events; Kultur

1 Einleitung

Der „Schmökerabend“ in der Bibliothek der TH Wildau begann 2012 als eine fixe Idee, angeregt durch eine ehemalige studentische Hilfskraft mit abgeschlossener Ausbildung im Buchhandel und angelehnt an Lesenächte, wie sie in der Regel in Buchhandlungen und öffentlichen Bibliotheken durchgeführt werden. So waren die anfänglichen Teilnehmerzahlen der ersten beiden Durchführungen mit 50–60 Personen, darunter angemeldete und unangemeldete Gäste, sowie MitarbeiterInnen der Bibliothek und TeilnehmerInnen einer parallel stattfindenden „Koha Party“, noch recht überschaubar. Nun stehen wir inzwischen vor der sechsten Auflage dieses Events und die derzeitige Nachfrage (über 100 Anmeldungen pro Durchführung) gibt uns die Bestätigung, dieses Konzept ununterbrochen weiterzuführen.

Seit seiner dritten Durchführung, im November 2013, liegt die Organisation der Veranstaltung in den Händen der Auszubildenden der Bibliothek und ist somit zu einem waschechten Azubiprojekt geworden. In erster Linie sind die Auszubildenden des zweiten und dritten Lehrjahres verantwortlich für die Planung und Organisation des Events. Selbstverständlich erhalten diese, vor allem in kritischen Bereichen, auch Unterstützung von ProjektmitarbeiterInnen (den Auszubildenden des Jahres zuvor), sowie dem Bibliotheksleiter als Hauptverantwortlichen der Veranstaltung. Für die Vorbereitungen und vor allem die Durchführung werden schließlich auch die studentischen Hilfskräfte, sowie die frisch eingestellten Azubis des ersten Lehrjahres hinzugezogen. Somit bildet sich jedes Jahr aufs Neue eine höchst motivierte Truppe, in der sowohl alte Hasen als auch Newcomer aufeinandertreffen und jederzeit bestehende Erfahrungen, sowie neue Ideen und Anregungen untereinander austauschen werden können.

2 Angebot

Der „Schmökerabend“ gehört seit einiger Zeit zum festen Bestandteil des kulturellen Angebots der Stadt Wildau. Seit der ersten Durchführung erfuhren wir eine stete Erhöhung der Nachfrage, wodurch die durchschnittliche Teilnehmerzahl auf inzwischen über 100 Personen, davon rund 80 % Kinder und Jugendliche, gestiegen ist. Für uns persönlich ein optimaler Wert, den wir erfreulicherweise sehr schnell erreichen konnten. Um diesen Richtwert an TeilnehmerInnen nicht zu sehr zu überschreiten, wird inzwischen jeweils eine online-Anmeldung auf der Homepage der Bibliothek eingerichtet und zu gegebener Zeit freigeschaltet.

Das Angebot vor Ort ist vielfältig und reicht von Lesungen und Informationsveranstaltungen hin zu aktiven Bestandteilen, wie z. B. einem Bastelworkshop, in dem von den TeilnehmerInnen eigenständig oder auch nach Anleitung bereits unzählige Fröbelsterne, Origamis und weitere kleine Kunstwerke entstanden sind, oder einer Schreibwerkstatt, in der seitenweise eigene „Romane“ zu Papier gebracht werden. Im Laufe der Jahre hat sich hierbei ein Kernangebot entwickelt, welches von jährlich wechselnden Aktivitäten ummantelt wird. Zum Kernangebot gehören u. a. eine Autorenlesung, zuletzt Boris Pfeiffer („Die drei ??? Kids“), davor Thilo Reffert („Nina und Paul“), sowie eine Nachtwanderung zur nahegelegenen Stadtbibliothek Wildau mit anschließendem Bilderbuchkino. Beim jährlich wechselnden Programm wäre z. B. das Zerschlagen einer selbst gebastelten Piñata oder das Daumenkino eines regionalen Künstlers zu nennen. Hauptzielgruppe sind hierbei Kinder und Jugendliche. Die Veranstaltung bietet aber auch vor allem Familien viel Spaß und Abwechslung oder auch die Möglichkeit, einen entspannten Abend in der örtlichen Hochschulbibliothek zu verbringen.

Aktiv beworben wird das Event neben verschiedenen hochschulinternen Kanälen ebenfalls über lokale Presse und Rundfunk.

Für unser Konzept konnten wir im Verlauf der Jahre bereits mehrere Vertreter des örtlichen Buchhandels sowie der Stadt- und Gemeindebibliotheken als Kooperationspartner gewinnen.

Seit dem letzten „Schmökerabend“ im Jahr 2015 ist auch das Essensangebot an die kulturelle Ausrichtung der Veranstaltung angelehnt. Hier wurde von der Techniker Krankenkasse ein reichhaltiges Buffet angeboten, welches durch Vielseitigkeit und natürliche Zutaten vor allem die Kinder zur gesunden Ernährung anregen sollte.

3 Zielsetzung

Hauptziel der Veranstaltung ist selbstverständlich die Leseförderung in den unterschiedlichen Altersgruppen. Dabei soll der Spaß allerdings nicht zu kurz kommen und es werden auch schon einmal spontane Aktionen ins Leben gerufen à la Papierfliegerwettbewerb für Kinder, in Anlehnung an ähnliche Aktivitäten im Schrödinger-Zentrum (Zweigstelle der HU-Bibliothek in Adlershof) während der „Langen Nacht der Wissenschaften“ in Berlin und Potsdam.

Des Weiteren möchten wir unsere Hochschulbibliothek als Einrichtung hervorheben, die der generellen Öffentlichkeit von Wildau und Umgebung offensteht und auch externen NutzerInnen durchaus interessante Literatur sowie eine Vielzahl von Datenbanken anzubieten hat.

Die Bibliothek der TH Wildau bietet sich hierbei nicht nur als Wissensspeicher an, sondern führt auch regelmäßig Führungen und Schulungen durch oder stellt Räumlichkeiten und Technik zur Verfügung, die sich sowohl für StudentInnen und SchülerInnen als Lernort bzw. zum Erstellen und Üben von Präsentationen, als auch nach Abschluss des Tagesgeschäfts für Lesungen, Konzerte und ähnliche Abendveranstaltungen anbieten.

Neben diesen individuell auf unsere Einrichtung bezogenen Bemühungen zielen derartige Veranstaltungen natürlich auch darauf ab, Probleme anzugehen, die seit einiger Zeit bei einer Vielzahl von Institutionen, vor allem im Raum Brandenburg und im Hinblick auf die technischen Studiengänge, bzw. gesamtgesellschaftlich auftreten. So möchte man den Nachwuchs natürlich schon frühzeitig an die Hochschule binden und sich somit die zukünftigen Studierenden von morgen sichern. Als Bibliothek möchte man bekannte Phänomene wie Leseknick oder „library anxiety“ wirksam bekämpfen.

4 Weitere Angebote der TH bzw. der Hochschulbibliothek

Um das Interesse von SchülerInnen und potentiellen StudienanfängerInnen für die Hochschule zu wecken und den Mehrwert der Nutzung von Bibliotheken für Präsentationen, Vorträge und wissenschaftliche Arbeiten zu demonstrieren, führen Hochschule und Bibliothek teilweise in Kooperation seit Jahren regelmäßig Veranstaltungen durch, die die Attraktivität der Institution und ihrer Angebote nach außen hin präsentieren sollen.

An dieser Stelle sei zunächst die „Kinderuni“ genannt. An diesen Tagen werden SchülerInnen der zweiten bis sechsten Klasse in die Vorlesungsräume und Labore der Hochschule eingeladen, um einmal Uni-Luft zu schnuppern und in altersentsprechenden Vorlesungen und Experimenten Neues zu entdecken und Rätselhaftes zu entschlüsseln. Ziel hierbei ist es natürlich, das Interesse der jungen Generation für Wissenschaft und Technik zu wecken. Auch die Bibliothek engagiert sich immer wieder jährlich bei diesem Vorhaben mit Vorträgen vor Ort, Bibliotheksführungen oder Publikationen wie dem Beitrag „Wenn die Kinderuni in die Bibliothek kommt“ online unter: http://b-u-b.de/wp-content/uploads/2015-05.pdf oder dem Buchtitel: „Wir gehen studieren“. Ein Werk, welches voraussichtlich im September diesen Jahres erscheint, basierend auf der inzwischen elfjährigen Tradition der „Kinderuni“ und von dem bereits ein zweiter Teil in Planung ist.

Für die höheren Klassenstufen bietet die Hochschule die „NaWiTex“-Schülerlabore an. Hierdurch können Lehrer ihren naturwissenschaftlichen und technischen Unterricht mit praktischen Versuchen ergänzen, oder ihren SchülerInnen Einblicke in die Forschung und den Kontakt zu Wissenschaftlern und Studierenden ermöglichen. Dafür stehen InteressentInnen vor Ort das „RoboticLab“, in dem die Programmierung und Anwendung von Robotern im Mittelpunkt steht, sowie das „EcoLab“ mit umweltschutztechnischen Experimenten aus verschiedenen Bereichen der Naturwissenschaft zur Verfügung. Außerdem stellen Studierende aus dem Bereich Biosystemtechnik unter dem Motto „Biologie trifft Technik“ und aus dem Bereich Physikalische Technik im „PhysTecLab“ mit einer Mischung aus Vorlesungen und Experimenten ihre Forschungs- und Themenbereiche anschaulich dar.

Zwischen der Hochschulbibliothek und den örtlichen Gymnasien besteht ebenfalls schon seit längerem eine Kooperation, in deren Rahmen Schülergruppen und Schulklassen unsere Einrichtung immer wieder gerne besuchen, um sie als Lern- bzw. Arbeitsort zu benutzen oder Schulungen zu Themen wie Rechercheübungen oder Informationskompetenz zu erhalten. Im Jahr 2015 wurden beispielsweise 110 Schulungen durchgeführt, mit einer Gesamtzahl von 1.100 TeilnehmerInnen (davon 30 % SchülerInnen).

Des Weiteren bietet sich die Bibliothek der TH Wildau auch bereitwillig für Schüler der neunten Klasse und aufwärts als Praktikumsbetrieb an. Im letzten Jahr nahmen zehn PraktikantInnen aus den unterschiedlichsten Einrichtungen (Schülerpraktikum, Praktikum im Rahmen des Studiums etc.) diese Möglichkeit wahr, um für Zeiträume von zwei bis sechs Wochen Praxisluft zu schnuppern.

Auch die Hochschule selbst bietet jungen, noch etwas unentschlossenen oder einfach nur neugierigen Menschen Orientierungshilfen an. Zum Beispiel über das sogenannte „Schnupperstudium“, bei dem angehende Studierende dazu eingeladen sind, in den Herbstferien für eine Woche den gewünschten Studiengang auszuprobieren und sich vor Ort von der Qualität der Lehre und der Einrichtung der TH zu überzeugen.

Nach dem äußerst zufriedenstellenden Ergebnis der Implementation des „Schmökerabends“ in unserem jährlichen Veranstaltungsprogramm, wurde eben dieses im Frühling letzten Jahres zusätzlich um das Outdoor-Event „StadtLesen“ erweitert. Hierbei wurde der Witthöft-Platz vor dem Bibliotheksgebäude mit tausenden von Büchern und einer Vielzahl bequemer Sitzmöbel bzw. -säcke bespielt. Die entspannte Atmosphäre sowie ein abwechslungsreiches Programm von Autoren- und Amateurlesungen in unterschiedlichen Sprachen sollten PassantInnen zum Verweilen und Schmökern einladen. Ein Konzept, welches aufgrund seines Erfolges im Jahr 2016 sofort eine Wiederholung erfuhr. Im Verlauf dieser Durchführung, im Mai diesen Jahres, trugen ausländische Studierende der TH Wildau mit Beiträgen in ihrer Muttersprache und anschließenden Übersetzungen viel zur gerade in dieser Zeit wünschenswerten interkulturellen Kommunikation vor Ort bei.

Der zu Beginn genannte „Schmökerabend“ ist somit nur ein Beispiel aus einer Vielzahl von Veranstaltungen für die Bemühungen der TH und der Hochschulbibliothek, vor allem die jüngere Generation vom Nutzen unserer und ähnlicher Institutionen für die Gesellschaft zu überzeugen. Der spielerische Ansatz dieser Schlüsselerlebnisse sorgt hoffentlich dafür, dass wir gerade bei den „Kleinsten“ unserer Besucher positiv in Erinnerung bleiben und vielleicht auch in der Lage sind dem/der Einen oder Anderen eine Zukunftsalternative für sich selbst aufzeigen.

5 Organisation

Um all diesen Ansprüchen zu genügen, ist die Vorbereitung solcher Events mit einer erheblichen Menge an Arbeit verbunden. Als Beispiel hierfür bietet sich an diesem Punkt hervorragend die Organisation des „Schmökerabends“ an. Hier fallen neben der Koordination mit der Hochschule und diversen Partnern aus dem Buchhandels-, Verlags- und Bibliothekswesen und der Ausarbeitung eines Abendprogramms viele weitere Arbeiten zur Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung an, welche vom zuständigen Team teils neben den herkömmlichen und alltäglichen Aufgaben gestemmt werden. Dies bedeutet eine nicht unerhebliche Steigerung der Belastung für die einzelnen Teammitglieder. In Zahlen ausgedrückt kommt ein Teil der Mitglieder des „Schmökerabend“-Teams locker auf über 100 Arbeitsstunden, um die grundlegend anfallenden Aufgaben zu bewältigen. Insgesamt kann man den Arbeitsaufwand aller Beteiligten auf ca. 700 Arbeitsstunden eingrenzen. Dies beinhaltet die Arbeitszeiten zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Veranstaltung.

Da das „Schmökerabend“-Team immer wieder unterschiedlich aufgestellt ist und nicht immer alle dieselben Arbeitszeiten haben, Azubis auch mal für mehrere Wochen in der Berufsschule sind, oder HiWis erst nachmittags oder abends in der Bibliothek erscheinen, um den Spätdienst abzudecken, greifen wir auf verschiedene Tools zurück, um die Kommunikation untereinander zu erleichtern und den temporären Stand der Vorbereitungen für alle jederzeit sichtbar zu machen. Dazu gehören u. a. unser internes Wiki als Dokumentationstool, in dem die „Schmökerabend“-Veteranen Arbeitsanweisungen, Kontaktadressen und Erfahrungswerte für nachrückende Ausbildungsgenerationen hinterlegen können und „Trello“, ein einfach zu bedienendes und frei verfügbares Projektmanagementtool.

Trotz all dieses Arbeitsaufwandes ist der „Schmökerabend“ am Ende doch eine lohnenswerte Erfahrung für alle Beteiligten, ganz besonders für die Auszubildenden, die nicht in jeder Einrichtung die Möglichkeiten haben, an einem solch umfangreichen Projekt gestaltend mitzuwirken. Dass das Projekt kein Selbstläufer ist, finden wir Jahr um Jahr aufs Neue heraus und so kommt es auch dadurch, dass das Projekt mit jeder Auflage an Impulsen und Komplexität dazugewinnt, dass ausnahmslos jeder im Team mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird und an ihnen wächst. Schnell mussten wir lernen, dass elektronische und visuelle Medien eine ungeheure Anziehungskraft auf energiegeladene Kinder haben, genauso wie der bibliotheksinterne Aufzug. Beides mussten wir, da die Appelle an Lehrer und Eltern zunächst fruchtlos blieben, in nachfolgenden Durchführungen der Veranstaltung für die Dauer des Events komplett abschalten oder sperren. Auch ungeplante Ereignisse können zu hilfreichen Erkenntnissen führen, z. B. dass sich bis zu vier Stunden Feldbetten aufbauen nicht lohnt, da das Gros der Teilnehmer zu Hause Zugriff auf viel bequemere Unterlagen für die Übernachtung in der Bibliothek hat. Die angemeldeten Teilnehmer darauf hinzuweisen, eigene Luftmatratzen oder Schlafsäcke mitzunehmen, zogen wir zunächst nur als Notlösung in Betracht. Ein weiteres Manko der ersten „Schmökerabende“ war lange Zeit das gemeinsame Abendessen und Frühstück. Dies kam zum Einen daher, dass wir hierfür lediglich die von der Fläche her recht übersichtliche Cafeteria vom Studentenwerk Potsdam zur Verfügung gestellt bekamen, zum Andern daher, dass der tatsächliche Bedarf an Essen und Trinken bei fluktuierenden Teilnehmerzahlen und wechselnden Anbietern nur schwer einzuschätzen war. Nun da wir seit dem „Schmökerabend“ 2015 für diesen Zweck in die anliegende, platztechnisch um einiges größere, Mensa wechseln konnten und mit der Techniker Krankenkasse einen äußerst zuverlässigen und qualitativ hochwertigen Partner für das Buffet an unserer Seite haben, können wir zukünftigen „Schmökerabenden“, zumindest was diesen Punkt betrifft, entspannt entgegensehen. Man merkt auch, dass die Atmosphäre in der Mensa beim gemeinsamen Essen eine ganz andere ist, wenn man beispielsweise Kindern die Möglichkeit gibt, ihre Pizzen selber zu belegen.

6 Résumé

Als Bibliothek sollte man sich heutzutage schon die Frage stellen: „Wie früh setzt man an, um Informationseinrichtungen in der heutigen Gesellschaft als lohnenswerte Institution in den Köpfen der Menschen zu verankern?“ Die Bibliothek der TH Wildau hat mit dem alljährlichen „Schmökerabend“ für sich ein zukunftsträchtiges Konzept gefunden, welches nahezu perfekt in das Gesamtkonzept der TH eingebettet ist. Dennoch gibt es noch viel Potential, sowohl dieses individuelle Konzept auszubauen und an die entsprechenden Hauptzielgruppen anzupassen, als auch für weitere Events, die das Verständnis für Bibliotheken u. ä. Einrichtungen in der heutigen Zeit nachhaltig prägen. Weitere Beispiele hierfür wären „sleepover“ im British Museum in London oder, als eine interessante Anlehnung an die mündliche Erzählkultur vergangener Tage, Geschichtenerzählen vor authentischer Kulisse in den Bücherhallen Hamburg. Auch unkonventionelle Events, wie LAN- und Nerf-Partys, sollten nicht von Anfang an ausgeschlossen werden. So sind sie doch echte Erlebnisse für die jüngeren Gäste und können den Bezug zur eigenen Einrichtung nachhaltig positiv prägen.

Referenzen

  1. Kusserow, Nicole; Oertel, Pit: Ein Schmökerabend als neues Format für die Lange Nacht einer wissenschaftlichen Bibliothek. In: Bibliotheksdienst 48(2014), S. 176–180.

  2. Martin-Konle, Claudia; Seeliger, Frank: Wenn die Kinderuni in die Bibiliothek kommt: Hochschulbibliotheken Gießen und Wildau machen gute Erfahrungen mit den populären Kinderveranstaltungen. In: BuB 67(2015), S. 260–262.

  3. Schlaurier, Timo: Wir gehen studieren: Das Buch zur Kinder-Uni der Technischen Hochschule Wildau. 1. Aufl. Wildau 2016, erscheint voraussichtlich September 2016.

  4. Jäger, Meike; Seeliger, Frank: Bibliophile Verlockung ohne Dach: Veranstaltungsformat StadtLesen in Wildau und Dessau-Roßlau erfolgreich. In: BuB 67(2015)8–9, S. 502–503.

  5. Bewerbung zur Bibliothek des Jahres 2016: Bibliothek der Technischen Hochschule Wildau. online unter: https://icampus.th-wildau.de/bewerbung-bdj-2016/index.html. [Zugriff: 15.06.2016].

  6. TH Wildau „Hochschulbibliothek“: Jahresbericht 2015. internes, nicht publiziertes Dokument.

About the authors

Daniel Hofmann

Daniel Steve Hofmann

Projektmitarbeiter der Hochschulbibliothek

Technische Hochschule Wildau

Hochschulring 1/Halle 10

15745 Wildau

Carina Dreiß

Carina Dreiß

Auszubildende der Hochschulbibliothek

Technische Hochschule Wildau

Hochschulring 1/Halle 10

15745 Wildau

Published Online: 2016-08-24
Published in Print: 2016-09-01

© 2016 by De Gruyter

Downloaded on 20.4.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/bd-2016-0100/html
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