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Published/Copyright: August 6, 2024
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25. DINI-Jahrestagung am 18. und 19.9.2024 an der Universität Potsdam „Gemeinsame Infrastrukturen für eine offene Wissenschaft“

„Gemeinsame Infrastrukturen für eine offene Wissenschaft“, unter diesem Motto hat die Jahrestagung der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI) e. V. vom 18. bis 19. September 2024 an der Universität Potsdam stattgefunden. Die Tagung gab die Gelegenheit, das 25-jährige Jubiläum von DINI zu begehen. Die erfolgreiche Arbeit von DINI für das Wissenschaftssystem in diesen Jahren spiegelte sich bei der Jahrestagung mit Keynotes, Vorträgen, Workshops und einer Postersession, die diesmal Open Science in der Praxis von Informationsinfrastrukturen, wissenschaftlichen Bibliotheken, IT-Zentren und Medieneinrichtungen an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen beleuchteten.

Im Rahmen der Tagung fand die Preisverleihung für die Gewinner:innen des studentischen DINI-Wettbewerbs „Mit KI lernen: Intelligente Bildung für eine intelligente Zukunft“ statt. Im Anschluss an die DINI-Jahrestagung wurde am 19. und 20.9.2024 die ZKI-Herbsttagung zum Thema „Künstlicher Intelligenz im Hochschulalltag“ in Potsdam abgehalten.

Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e. V. (DINI) ist der überregionale Zusammenschluss von wissenschaftlichen Bibliotheken, Medieneinrichtungen, Rechenzentren und Fachgesellschaften in Forschung und Lehre in Deutschland. DINI ist Partnerin von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bei der Weiterentwicklung der Informationsinfrastrukturen.

Quelle: https://dini.de

Hochschulen wollen der „Wissenschaft ein Zentrum“ geben – Zukunftsworkshop für eine gemeinsame Bibliothek am Standort Stuttgart Stadtmitte

Ein Zukunftsworkshop an der Universitätsbibliothek Stuttgart entwirft die Vision einer gemeinsamen Bibliothek für die Stuttgarter Hochschulen am Standort Stadtmitte. Unter einem Dach sollen die bisher getrennten Bibliotheken der Universität, der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) und der Hochschule der Technik (HFT), erweitert um viele zeitgemäße Funktionen moderner Gedächtniseinrichtungen, zum sogenannten Campus-HUB vereint werden.

Der Workshop am 15. März 2024 in der Universitätsbibliothek führte Akteure aus Wissenschaft, Verwaltung und Politik zusammen. Diskutiert wurde ein Konzept zur organisatorischen und architektonischen Neugestaltung der Universitätsbibliothek. Notwendig ist diese Neugestaltung, da das in die Jahre gekommene denkmalgeschützte Gebäude nach einem Kabelbrand nur noch eingeschränkt nutzbar ist und dringend saniert werden muss. Campus-HUB steht dabei für Campus Hochschul- und Universitäts-Bibliothek.

Die Idee, welche Prorektorin Simone Rehm in ihrem Grußwort und der Direktor der UB Helge Steenweg in seinem Eingangsstatement skizzieren, ist so einfach wie faszinierend: Drei nahe gelegene Hochschulen vereinen ihre bisher getrennten Bibliotheken in einem Gebäude, um mit gemeinsamen Kräften ein modernes Wissenschaftszentrum zu schaffen. Damit werden an einem zentralen Ort in Stuttgart innovative Lernräume zur Verfügung stehen sowie Forschungsergebnisse und -materialien gespeichert und genutzt – analog, digital und räumlich vernetzt. Hier können Tagungen, wissenschaftliche Fortbildungen und öffentliche Veranstaltungen stattfinden, Menschen, Projekte und Objekte aufeinandertreffen: Ein Zentrum an dem Wissen generiert, diskutiert, modifiziert, ausgestellt und erprobt wird, ein Schaufenster der Hochschulen für Wissenschaftskommunikation und Wissenstransfer.

Angeregt von drei Impulsvorträgen, die die aktuellen Entwicklungen bei Bau und Organisation von Gedächtniseinrichtungen thematisierten, formulierten die teilnehmenden Institutionen ihre Erwartungen für die Entscheidungsgremien und diskutierten zum Teil kontrovers die Realisierungsmöglichkeiten. Diese sind ohne größere bauliche Entwicklungsmaßnahmen im Stadtgartenumfeld nicht möglich.

 Vortragssaal der Universitätsbibliothek Stuttgart, 15. März 2024. Moderator Dr. Johan Lange eröffnet die Diskussionsrunde, die nach der Fishbowl-Methode geführt wird (Foto: Wiatrowski/UB Stuttgart)
Die eingeladenen Diskutant:innen haben bereits Platz genommen (v.r.n.l.): die Studentin Anna Dannecker (Universität Stuttgart), Rektor Prof. Dr. Wolfram Ressel (Universität Stuttgart), Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle (Stadt Stuttgart), Architektin Carmen Zinnecker-Busch (Universitätsbauamt Stuttgart und Hohenheim), Rektorin Prof. Dr. Katja Rade (HFT) und Rektorin Prof. Dr. Beate Sieger-Hanus (DHBW Stuttgart)

Vortragssaal der Universitätsbibliothek Stuttgart, 15. März 2024. Moderator Dr. Johan Lange eröffnet die Diskussionsrunde, die nach der Fishbowl-Methode geführt wird (Foto: Wiatrowski/UB Stuttgart)

Die eingeladenen Diskutant:innen haben bereits Platz genommen (v.r.n.l.): die Studentin Anna Dannecker (Universität Stuttgart), Rektor Prof. Dr. Wolfram Ressel (Universität Stuttgart), Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle (Stadt Stuttgart), Architektin Carmen Zinnecker-Busch (Universitätsbauamt Stuttgart und Hohenheim), Rektorin Prof. Dr. Katja Rade (HFT) und Rektorin Prof. Dr. Beate Sieger-Hanus (DHBW Stuttgart)

Grundsätzliche Einigkeit herrschte bei der von der Vorsitzenden der verfassten Studierendenschaft vorgetragenen Position. Anna Dannecker stellte angesichts der aktuellen Situation einer weitgehend geschlossenen Bibliothek fest: „Die derzeit angebotenen Lernplätze funktionieren nicht, weil der direkte Zugang zum Buch und die Atmosphäre eines Lesesaals fehlen.“ Dies bestätigte auch Julia Bergmann, Beraterin für Informations- und Wissensvermittlung aus Bremen: „Menschen suchen die Bibliothek auf, um dort in Gemeinschaft Gleichgesinnter ‚zu leiden‘. Man verabredet sich, in die Bibliothek zu gehen wie ‚wir gehen alle zusammen ins Gym‘. So kommen viele besser ins Arbeiten.“ Unter der Losung „Lernräume sind Werkzeuge des Denkens“ zeige sich dabei, dass ein „Data Laboratory“ heute ebenso selbstverständlich zu einer Bibliothek gehöre wie einst der Handschriftenlesesaal.

Auch die vom Rektor der Universität Stuttgart, Wolfram Ressel, formulierte Hoffnung, dass die Synergieeffekte durch die Zusammenlegung der Bibliotheken und Gedächtnisinstitutionen der drei Hochschulen einen Mehrwert für die Stuttgarter Wissenschaftslandschaft bedeuten, stieß auf Zustimmung bei den Rektorinnen der HFT und der DHBW Stuttgart, Katja Rade und Beate Sieger-Hanus. Insbesondere Beate Sieger-Hanus, deren Einrichtung auf zahlreiche Standorte in der Innenstadt verteilt ist, betonte die Notwendigkeit eines geistigen Zentrums der Hochschulen.

Klärung bedarf die Frage, wie und ob eine vollständige Realisierung der Campus-HUB-Pläne mit einem zusätzlich benötigten Raumvolumen in absehbarer Zeit verwirklicht werden kann. Insbesondere die Bezirksvorsteherin des Bezirks Stuttgart Mitte, Veronika Kienzle, betonte die Funktion des Stadtgartens als Erholungsraum und grüne Lunge in der Innenstadt. Einigkeit herrschte darüber, dass das zusätzliche Bauvolumen durch Flächeneinsparungen und -umnutzungen an anderer Stelle erbracht werden müsse. Zudem dürfe die notwendige Sanierung der Universitätsbibliothek auf dem Campus Stadtmitte durch die weitreichenden Pläne nicht verzögert werden. Deutlich wurde, dass eine gemeinsame Einrichtung der drei Hochschulen im Bestandsgebäude der Universitätsbibliothek allein nicht zu verwirklichen sein wird. Zunächst stehen die Bemessung der benötigten Flächen und die Planung der Sanierung des Bestandsgebäudes durch das Universitätsbauamt an, damit die benötigten Sanierungsmittel durch das Land möglichst bald bereitgestellt werden können.

Projektwebsite: https://c-hub.ub.uni-stuttgart.de/

Kontakt:

Universität Stuttgart

Universitätsbibliothek

Direktion

direktion@ub.uni-stuttgart.de

Hochschule für Technik Stuttgart

Prof. Dr. Volker Coors

Prorektor für Forschung und Digitalisierung

volker.coors@hft-stuttgart.de

Hochschule für Technik Stuttgart

Petra Sperling

Leiterin der HFT-Bibliothek

petra.sperling@hft-stuttgart.de

Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart

Karin Schemm

Stellvertretende Leiterin der DHBW-Bibliothek in Stuttgart

karin.schemm@dhbw-stuttgart.de

Mehr als nur bunte Möbel – Neue Lernräume an der Universität des Saarlandes

Vom Hörsaal oder Seminarraum wechseln Studierende häufig direkt in die Bibliotheken oder Labore. Doch wo gehen sie hin, wenn sie im Team gemeinsam lernen wollen oder zwischen zwei Vorlesungen bei einem Online-Seminar mitdiskutieren möchten? Dafür brauchen sie neue Lernräume, von denen einige jetzt auf dem Campus der Universität des Saarlandes geschaffen wurden. Sie sind aus einem universitätsinterne Ideenwettbewerb hervorgegangen und sollen für weitere Campusflächen als Vorbild dienen.

Vor zwei Jahren hat das Dezernat Lehre und Studium gemeinsam mit dem Dezernat Campusentwicklung und Baumanagement einen Ideenwettbewerb zum Thema „LernraumGestalten“ gestartet. Daraufhin haben verschiedene Fachschaften, Fachrichtungen, zentrale Einrichtungen und Bibliotheken insgesamt 33 Vorschläge eingereicht, davon wurden 14 Vorschläge ausgewählt und jetzt umgesetzt. Die neuen Lernräume sollen nun von den Studierenden und auch Mitarbeitern aus allen Bereichen und Fakultäten intensiv genutzt werden und als Anregung für weitere Projekte stehen. „Ganz oben auf der Wunschliste der Studierenden standen Räume, in denen in Kleingruppen gelernt, diskutiert oder einfach nur zwischen zwei Vorlesungen gemeinsam abgehangen werden kann“, so Tina Hellenthal-Schorr (Leiterin des Dezernats für Lehre und Studium). Dafür wurden mehrere Räume auf dem Saarbrücker Campus mit Rolltischen und Stühlen sowie bequemen Sitzmöbeln ausgestattet. Mit Hilfe von mobilen Lärmschutzwänden können in Sekundenschnelle kleinere Arbeitsräume geschaffen werden, in denen vier oder auch mehr Personen zusammenkommen, um sich am Laptop oder Whiteboard auszutauschen.

Damit die Studierenden für eine Gruppenarbeit auch Kommilitonen per Videokonferenz dazu schalten können, gibt es jetzt mehrere so genannte Akustikkabinen, in denen eine Person abgeschirmt vom Rest des Raumes ungestört vor einem Bildschirm reden oder einer Videokonferenz folgen kann. Auch mehrere Loungesessel mit einer halboffenen Akustikmuschel sind dafür gedacht. „Zudem wurden an vier Plätzen im Außenbereich verschiedene Sitzmöbel angeschafft, die für Gruppenarbeiten, das gemeinsame Mittagessen oder zum Ausruhen an einem anstrengenden Campustag gedacht sind“, erläutert Hellenthal-Schorr. Gleich drei Anträge von Uni-Beschäftigten haben sich mit dem Thema Arbeiten im Außenbereich beschäftigt. Hier wurde vor allem der Wunsch geäußert, im Sommer die Grünanlagen zum Arbeiten, Lernen, Lehren und Entspannen nutzen zu können. Dazu wurden vier Bereiche ausgewählt, in denen verschiedene Konzepte umgesetzt wurden. Hierfür wurden auch barrierefreie Möbel bei einer Inklusionswerkstatt bestellt.

Neben diesen Lernräumen, die Studierenden aller Fachrichtungen offenstehen und weitgehend barrierefrei zugänglich sind, wurden im Ideenwettbewerb zudem einige Projekte ausgewählt, von denen einzelne Studiengänge profitieren. Auf dem Campus Homburg konnte zum Beispiel ein Virtual-Reality-Lernraum für Medizinstudierende mit weiterer hochwertiger Technik ausgestattet werden. Jetzt können sich dort mehrere Personen gleichzeitig in der virtuellen Welt bewegen, ohne miteinander zu kollidieren.

Außerdem wurde ein sogenannter Escape Room eingerichtet, in dem Studierende ihr medizinisches Wissen anwenden können. Ihnen werden dafür vorgefertigte Rätsel und Patientenfälle aus der Infektionsmedizin präsentiert, die sie auf spielerische Weise lösen müssen,

erklärt Assistenzarzt Albert Omlor von der Medizinischen Fakultät.

Für Lehramtsstudierende der Chemie wurde ein „Maker Space“ geschaffen, in dem zum einen Schulbücher und pädagogische Literatur sowie innovative Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus können die Studierenden sich dort auf kreative Weise austauschen und gemeinsam Unterrichtskonzepte erarbeiten.

Im Chemie-Gebäude wurden zudem zwei Seminarräume mit flexiblen Sitzmöbeln und Stehtischen ausgestattet. Darin können jetzt Lerngruppen in Ruhe ihre Übungen besprechen. Auch einzelne Studierende haben die Möglichkeit, dort zwischen ihre Veranstaltungen zu lernen oder Online-Vorlesungen zu folgen,

erläutert David Aaron Schaaf, der für die Didaktik der Chemie zuständig ist.

In der Fakultät für Mathematik und Informatik nutzte man den Wettbewerb, um Gruppenarbeitsräumen beider Fachrichtungen die sterile Atmosphäre von Großraumbüros zu nehmen. Es wurden neue flexibel platzierbare Tische und schallabsorbierende Trennwände angeschafft. Zudem wurden Möbel für Kleingruppen, Lounge-Sessel und zwei „Raum im Raum“-Elemente mit integrierter Sitzecke in mehreren Räumen aufgestellt. Die Fakultät hat diese Maßnahmen zum Anlass genommen, darüber hinaus aus eigenen Mitteln 40 Arbeitsplätze mit neuen Monitoren auszustatten und auch die Strom- und Datenversorgung zu optimieren. „Uns war es dabei wichtig, auf die Wünsche der Studierenden einzugehen und das Machbare zu tun“, unterstreicht Erich Reindel, Geschäftsführer der Informatik. Dafür seien keine riesigen Geldsummen nötig, auch kleinere Budgets in Fachrichtungen könnten viel bewirken, um verstaubte und wenig einladende Ecken aufzuwerten und als studentischen Arbeitsraum zu nutzen.

Die 14 ausgewählten Projekte im Überblick:

  • Gebäude B1 1 (SULB): „Kreativraum“ als flexibel nutzbarer Gruppen-Arbeitsraum (UG), ergänzt durch das schon vorhandene frühere Café mit Kaffeevollautomat und Sandwichautomat, in dem Studierende auch mitgebrachtes Essen zu sich nehmen können (1.OG)

  • Gebäude B2 1 (Europa-Bibliothek): flexibel nutzbarer Gruppen-Arbeitsraum (im Untergeschoss), im 1. Obergeschoss größere Seminarräume mit Tischen und Stellwänden, im Erdgeschoss Einzelarbeitsplätze als halboffene Kabinen sowie Loungebereiche

  • Gebäude B2 2 (Chemie): „Workspace und Thinktank“ und „Maker Space“

  • Gebäude C6 2 (NT-Bibliothek): Hybride Arbeitskabinen und Lounge-Sessel mit Schreibtalar (EG) sowie ein Eltern-Kind-Raum (1. OG)

  • Gebäude C7 1 (Sprachwissenschaften): Aufwertung der studentischen Selbstlernflächen

  • Gebäude E1 3 (Informatik): 1. Stock, Möbel für Kleingruppen, sechs Lounge-Sessel und zwei runde „Raum-im Raum“-Elemente

  • Gebäude E2 4 (Mathematik): ein Raum-im Raum-Element, klappbare Tisch und Rollstühle

  • Gebäude A4 3 (Biologie): Selbstlernflächen

  • Campus Homburg: Virtual-Reality-Simulationsraum (Geb. 35), Homburg Medical Escape Room/HOMER (Geb. 35) sowie Digitaler Lesesaal der Fachschaft Medizin (Geb. 74)

  • Gebäude E2 6 (Physik): Multifunktionaler studentischer Arbeitsraum der Fachschaft Physik

  • Außenflächen: Freifläche an der Campus Wiese, Freifläche an der SULB, Freifläche am Gebäude C4 1 und Baumhain zwischen Audimax-Gebäude B4 1 und C7 2

Quelle: Pressestelle der Universität des Saarlandes, Friederike Meyer zu Tittingdorf

Aufruf der Allianz der Wissenschaftsorganisationen zu nichtkommerziellen Open-Access-Angeboten

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen ruft die wissenschaftlichen Einrichtungen sowie deren Zuwendungsgeber dazu auf, Investitionen in nicht-kommerzielle Angebote als strategisch bedeutsamen Beitrag zu einer zukunftsorientierten Publikationsinfrastruktur zu sehen. Hierfür ist eine Gesamtbetrachtung der Open-Access-Landschaft unter Berücksichtigung sowohl der kommerziellen als auch der nicht-kommerziellen Angebote notwendig.

Den Sektor institutionell betriebener Dienste untersucht die nun veröffentlichte Studie Kartierung und Beschreibung der Open-Access-Dienste in Deutschland der Technopolis Group. Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für die Allianz der Wissenschaftsorganisationen in Auftrag gegeben und steht im Kontext der Allianz-Strategie zur Unterstützung der Open-Access-Transformation. Sie wurde vor dem Hintergrund der europäischen und internationalen wissenschaftspolitischen Appelle zur Stärkung der öffentlich finanzierten und wissenschaftsgeleiteten Publikationsinfrastrukturen durchgeführt. Das Beratungsunternehmen Technopolis Deutschland hat die Studie unter Begleitung einer Taskforce des Allianz-Schwerpunkts Digitalität in der Wissenschaft erstellt. Die Ergebnisse der Studie müssen zusammen mit weiteren Entwicklungen der Open-Access-Transformation, beispielsweise der Finanzierung von Transformationsverträgen, betrachtet werden.

Insgesamt bilden nicht-kommerzielle Open-Access-Angebote in Deutschland ein dezentral entwickeltes Rückgrat der wissenschaftlichen Publikationskultur, das ausreichend fachliche und überfachliche Publikationsangebote und Hintergrunddienste umfasst. Jedoch fehlen Erfolgskriterien und Abstimmungen zur Vermeidung von Redundanzen. Zudem sind noch nicht alle Dienste verlässlich, nachhaltig und qualitativ konkurrenzfähig aufgestellt. Daher fordert die Allianz die wissenschaftlichen Einrichtungen sowie die Zuwendungsgeber auf Ebene der Bundes- und Landesministerien auf, diesen Sektor in den Blick zu nehmen und langfristig tragfähige Finanzierungsmodelle zu unterstützen. Die Stabilisierung und Stärkung des Segments nicht-profitorientierter und von wissenschaftlichen Einrichtungen getragener Infrastruktur muss darin resultieren, dass diese Infrastruktur professionell betrieben und genutzt werden kann. Vorteile für das Gesamtsystem der Wissenschaft liegen dabei nicht zuletzt in einem Zugewinn an digitaler Souveränität.

Die Finanzierung der durch wissenschaftliche Einrichtungen getragenen Publikationsinfrastruktur sollte von der Forschungspolitik und den Wissenschaftseinrichtungen als strategische Investition gesehen und in den Kontext der regulären Erwerbung bzw. Informationsbeschaffung eingeordnet werden. Hierfür bildet die Etablierung von Informationsbudgets eine wichtige Voraussetzung.

Aus Sicht der Allianz ist die dauerhafte Finanzierung einer institutionell getragenen Publikationsinfrastruktur für deren weitere Professionalisierung und Steigerung der Innovationsfähigkeit nötig. Dafür müssen neue Wege der Ko-Finanzierung von Basisangeboten oder fachlichen Angeboten gefunden werden. Dazu sind Anstrengungen sowohl von Seiten der Anbieter als auch der (institutionellen) Dienstenutzenden nötig. Beispiele internationaler Infrastrukturen (wie etwa der Open-Access-Preprintserver arXiv) zeigen hier unter anderem institutionelle Mitgliedschaftsmodelle als einen gangbaren Weg auf. Eine reine Drittmittelfinanzierung dagegen ist nicht nachhaltig. Ohne neue Finanzierungsmodelle und weitere Mittelquellen können nicht-profitorientierte Infrastrukturen nicht konkurrenzfähig sein und werden vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen (beispielsweise der Nutzung von Inhalten in KI-Anwendungen/-Diensten) von kommerziellen Angeboten abgehängt.

Das Marketing der Angebote durch die Anbieter wird von den in der Studie befragten Forschenden als zu gering angesehen und bedarf weiterer Ressourcen, um in der Sichtbarkeit mit kommerziellen Angeboten mithalten zu können. Der Nutzen der jeweiligen Publikationsangebote für die Wissenschaft muss dabei im Vordergrund stehen. Hierbei sind disziplinenspezifische Strategien zu wählen, da sich die Verbreitung und Anerkennung von öffentlich finanzierten vs. kommerziellen Anbietern zwischen den Disziplinen unterscheidet. Zudem sind die Einrichtungen der Informationsinfrastruktur dazu aufgerufen, zentrale Basis- und Hintergrunddienste auch zur Vorhaltung und Archivierung gemeinsam zu erhalten, um eine reibungslos funktionierende Publikationslandschaft zu ermöglichen.

Darüber hinaus sollten die Hindernisse für die weitergehende Nutzung von nicht-profitorientierter und institutionell getragener Infrastruktur durch die Wissenschaftsorganisationen adressiert werden. Dazu gehört vor allem die Verschiebung der Bewertungspraxis weg von dem Fokus auf quantitative Metriken hin zur Bewertung der Qualität von Publikationsinhalten. Damit würde – unabhängig von metrischen Indikatoren – eine gleichberechtigte Nutzung verschiedener Publikationsorte ermöglicht, die dem jeweiligen Publikationsziel der Wissenschaftler:innen angemessen sind.

Quelle: Allianz der Wissenschaftsorganisationen

Bauen für die Ewigkeit – Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig erhält fünften Erweiterungsbau

Im Rahmen eines internationalen Architekturwettbewerbs zur Realisierung eines Erweiterungsbaus der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig erhielten die Teilnehmenden am 3. Juni 2024 die Auslobungsunterlagen. Damit wird der fünfte Anbau in der über 100-jährigen Geschichte der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig auf den Weg gebracht.

Seit 1913 sammelt die Deutsche Nationalbibliothek alle Text-, Bild- und Tonveröffentlichungen in und über Deutschland oder in deutscher Sprache. Jährlich wächst der Zugang an physischen Medienwerken um circa 3,3 Regalkilometer je Standort in Leipzig und Frankfurt am Main. Diesen stetig wachsenden Wissensschatz zu erschließen und dauerhaft zu bewahren, ist der einzigartige Auftrag der Deutschen Nationalbibliothek.

Um den Platzbedarf zu decken, wurde das 1916 eröffnete Gebäude in Leipzig bereits viermal erweitert. Bald sind die Magazine am Leipziger Standort erneut ausgelastet. Der fünfte Erweiterungsbau entsteht an der Südostflanke des Gründungsbaus am Deutschen Platz. Es wird ein Magazingebäude mit 213 Regalkilometern, das für die Archivierung der Zugänge für einen Zeitraum von dreißig Jahren ausreichend dimensioniert ist. Voraussichtlich Ende des Jahres 2026 starten die Baumaßnahmen. Für das Jahr 2030 ist die Inbetriebnahme geplant.

Dem Architekturwettbewerb vorausgegangen war ein europaweiter Teilnahmewettbewerb mit zahlreichen Bewerber:innen. 20 Büros wurden für den Architekturwettbewerb ausgewählt. Ein Preisgericht aus Fach- und Sachpreisrichter:innen wird die Entwürfe am 10. September 2024 in Leipzig beurteilen und prämieren. Die Arbeiten aller teilnehmenden Büros werden der Öffentlichkeit vom 18. September bis 1. Oktober 2024 in einer Ausstellung in der Deutschen Nationalbibliothek vorgestellt.

Quelle: www.dnb.de/erweiterungsbau

Online erschienen: 2024-08-06
Erschienen im Druck: 2024-08-02

© 2024 bei den Autoren, publiziert von De Gruyter.

Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

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  25. Lux, Claudia: Praxishandbuch richtige Lobbyarbeit für Bibliotheken (De Gruyter Reference). Berlin, Boston: De Gruyter, 2022. 383 S. Ill. ISBN 978-3-11-067333-3. 139,95 €
  26. Wilfred Sühl-Strohmenger, Inka Tappenbeck (Hg.): Praxishandbuch Wissenschaftliche Bibliothekar:innen: Wandel von Handlungsfeldern, Rollen und Perspektiven im Kontext der digitalen Transformation (De Gruyter Praxishandbuch). Berlin, Boston: De Gruyter Saur, 2024. XIV, 488 S. – Print und eBook (Open Access), ISBN: 9783110790375 (PDF), ISBN: 9783110790559 (EPUB), ISBN: 9783110790047 (gebunden). 99,95 €
  27. Veranstaltungskalender
  28. Veranstaltungskalender
Downloaded on 24.4.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/abitech-2024-0031/html?lang=en
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