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Richard T. Gray, About Face. German Physiognomic Thought from Lavater to Auschwitz. 2004

  • Michael Gamper
Published/Copyright: December 21, 2007
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Arbitrium
From the journal Volume 24 Issue 2

Die Geschichte der Physiognomik und ihrer vielfältigen und weitreichenden Einflüsse beziehungsweise Reflexe in der Kultur der Moderne seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert haben sich in den letzten 15 Jahren eines regen Forschungsinteresses erfreut. Vor allem kulturanthropologische, aber auch wissenschaftsgeschichtliche Studien haben physiognomische Praxis und Denken als mit grundlegenden Strukturen westlicher Kultur verbunden erwiesen. Dies gilt sowohl für Sammelbände, die eher literaturwissenschaftlich ausgerichtet sind, als auch für solche, die dezidiert einen allgemeineren kulturwissenschaftlichen Fokus aufweisen beziehungsweise sich den Verflechtungen mit den Wissenschaften verschrieben haben. In dieses detailliert und gut erschlossene Forschungsfeld hat sich Richard T. Gray mit seiner umfangreichen Studie begeben, welche die Reihe der prominenten Arbeiten aus dem angloamerikanischen Raum zur Problematik der Physiognomik fortsetzt. Gray umreißt dabei mit seiner Monographie zeitlich fast vollständig den Bereich der modernen Physiognomik, indem er ihren Weg im „German Physiognomic Thought from Lavater to Auschwitz“ beschreibt. Ihn leitet das spezifische Interesse an der Frage, „why physiognomic theory enjoyed such uncommon vitality in the sociocultural and intellectual atmosphere of modern Germany in particular“ (S. XIX). Dabei erkennt er die strategische Funktion der Physiognomik in ihrer Eignung als angewandte Hermeneutik, also als spezifische interpretative Praxis im Dienste von Nationalismus und Rassismus (S. XXII).

Online erschienen: 2007-12-21
Erschienen im Druck: 2006-December-06

© Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2006

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