Laura Benzi, Resakralisierung und Allegorie im Spätwerk Clemens Brentanos. Das „Märchen von Gockel, Hinkel und Gackeleia“ (1838) und „Das Bittere Leiden unseres Herrn Jesu Christi“ (1833). 2002
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Ulrike Landfester
Laura Benzis Arbeit widmet sich einem Zusammenhang, der in den vergangenen Jahrzehnten erst wieder entdeckt und ernst genommen worden ist: dem Zusammenhang nämlich von Clemens Brentanos säkularen Schriften wie dem Märchen von Gockel, Hinkel und Gackeleia, dem „einzigen publizierten literarischen Prosatext aus Brentanos letzten Jahren, der nicht auf religiösen Grundlagen beruht“, auf der einen Seite und den religiösen Schriften wie den Bitteren Leiden unseres Herrn Jesu Christi auf der anderen Seite. Benzi geht dabei von der These aus, das Gockel-Märchen sei nicht nur „eine romantische Arabeske, die Brentano zum Ort einer komplexen Reflexion über die Geschichte und über deren Gesetzlichkeit macht“ (S. 7), sondern auch „ein konsequent durchgeführter Versuch der ‚Resakralisierung‘ in einem Kontext, der von der Zersplitterung und Zerrissenheit jeden Ordodenkens charakterisiert ist“ (S. 9), ein Text also, in dem romantische Vergangenheitskritik und religiös motivierte Suche nach Ordnung in einem Konzept zusammengehen, das „bewußt gegen die Drohung der Zersplitterung und des Verstummens aufgebaut ist“ (S. 11).
© Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2004
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